Zuckersüß 422

gelbe und violette Primeln auf weißem Packpapier
Primeln, die den Wintereinbruch in Wien hoffentlich überleben…

…mit ein bisschen Gebackenem, Zuckersüß auch als Newsletter, Licorice Pizza und Große Freiheit im Kino, Kitchen Impossible im TV, einem Krimi von 1987und wie immer den besten Links der letzten Tage.

Seit dem letzten Zuckersüß habe ich Mochi Chocolate Chip Cookies, Biskuitroulade mit Birnenmarmelade (in etwa nach diesem Rezept), histaminarmen Mohnkuchen, Apfelpancakes, Hafer-Bananen-Frühstücks-Muffins (glutenfrei) und Karottenkuchen (nach einem Rezept aus „Bravetart“ von Stella Parks) gebacken.

Zuckersüß auch als Newsletter

Ich habe beschlossen, meine Sonntagsposts ab sofort auch als Newsletter (zuckerbaeckerei.substack.com) anzubieten. Das mache ich keinesfalls, um die Reihe potentiell monetarisieren zu können und das „echte“ Bloggen werde ich damit sicher auch nicht aufhören.

Trotz aller Nachteile, die ich in Newslettern sehe (viel Tracking, ein profitorienties Startup hinter dem Service, inhaltliche „Silo-Bildung“ abseits des öffentlich zugänglichen Web, Zumüllen des E-Mail-Postfachs), will ich, dass das, was ich wöchentlich in Stunden meiner Freizeit zusammentrage, gelesen wird. Und 2022 sind nun einmal Newsletter und nicht Blogs mitsamt RSS-Feeds (s. Eine Ode an RSS-Feeds. und: legt euch einen Feedreader zu!) der Weg, um Inhalte zu Leser_innen zu bringen.

Die Einführung des Newsletters nehme ich zum Anlass, das Zuckersüß umzustrukturieren: Es gibt jetzt zusätzlich die Rubriken Gegessen, Veröffentlicht, Geschaut und Gelesen, die sich nicht vorrangig um Links drehen, sondern um Dinge, mit denen ich offline in Kontakt gekommen bin. Vorbild dafür war Alicia Kennedys Newsletter, der Ähnliches immer am Ende jeder Ausgabe bespricht.

Die Newsletter-Ausgaben werden keine vollständige Kopie der Zuckersüß-Posts sein, aber wie genau sie aussehen werden, muss ich noch testen. Ich freue mich jedenfalls über Abonnent_innen und Feedback!

Gegessen:

Softeis mit Karamellsauce im sehr hipstrigen Banc Public Shop (Schulgasse 31, 1180), der auch Kunst, Vinyl und Indie-Magazine vertreibt. Einen sehr guten veganen Kanelbullar mit Himbeeren bei Coffee Pirates (Lange Gasse, 1090).

Veröffentlicht:

Im Blog:

Anderswo:

Geschaut:

Licorice Pizza

Ich war zweimal im Kino: Im Gartenbau in einer der letzten Vorstellungen von Licorice Pizza, einer Freundschafts-/Liebesgeschichte zwischen dem 15-jährigen Schauspieler/Entrepreneur Gary (Cooper Hoffman) und der 25-jährigen Gelegenheitsjobberin Alana (Alana Haim!). Das Ganze spielt im Kalifornien des Jahres 1973, also zu einer Zeit des vielleicht noch intakten American Dream voller Unternehmergeist und der Ölkrise. Der Soundtrack – mit Suzi Quatro, David Bowie, The Doors – hat mir sehr gut gefallen. Irgendwie kam es mir vor als wolle der Film mehr eine Stimmung vermitteln als eine Geschichte mit Anfang und Ende erzählen, ich würde Licorice Pizza also fast als Vibe beschreiben (s. dazu die vielen Texte zu vibes im Zuckersüß 421).

Große Freiheit

Im Votivkino gab es eine Sondervorstellung von Große Freiheit. Der Film erzählt die Geschichte von Hans (Franz Rogowski), der als Homosexueller 1945 direkt vom KZ ins Gefängnis muss. Nach Absitzen dieser ersten grausamen Strafe nach §175 wird er zwei weitere Male erwischt und verurteilt. Im Gefängnis lernt er den (ziemlich homophoben) Mörder Viktor (Georg Friedrich) kennen, zwischen den beiden entsteht eine besondere Beziehung. Der traumatisierte Hans spricht im Film kaum, auch Musik ist sehr sparsam eingesetzt. Trotz des Hasses, der ihm entgegenschlägt, den vielen Schicksalsschlägen und der völlig unmenschlichen Behandlung, bleibt er immer freundlich und empathisch. Der Film hat mich sofort aufgesogen, er ist sehr intensiv und ziemlich schrecklich.

Kitchen Impossible

Nachdem ich seit mehr als 8 Jahren in Haushalten ohne Fernseher lebe, geht das TV-Programm in den allermeisten Fällen an mir vorbei. Weil drei meiner Gesprächspartner für meine neueste Ö1-Sendung über Indie-Magazine – Lukas Mraz, Philip Rachinger und Felix Schellhorn aka „Healthy Boy Band“ – vergangenen Sonntag bei Tim Mälzers Kitchen Impossible (VOX) zu Gast waren, schaute ich aber doch einmal fern (Also nicht wirklich, ich streamte die Kochshow bei RTL+, was bis heute kostenlos zu sein scheint). Und ich (als TV-Kochshow-kritische Person) muss zugeben, das Konzept der Sendung ist sehr unterhaltsam: In dieser Folge trat Tim Mälzer (der sonst alleine im 1:1-Duell kocht) gemeinsam mit Sepp Schellhorn gegen die Healthy Boy Band an. Das jeweils andere Team schickte die Spitzenköche in ein Restaurant, wo sie ein signature dish vorgesetzt bekamen. Das mussten sie am nächsten Tag in der Originalküche nachkochen, und vorher auch noch selber einkaufen. Stammgäste bewerteten dann, wie gut sie das Originalgericht nachbauen konnten. Tim Mälzer und Sepp Schellhorn versuchten sich an einem Kartoffelhybrid (Knödel + pommesartige Osmosekartoffeln obenauf) und einem Cordon Bleu aus dem Rosi in Zürich und einer Sauerteigpizza mit selbstgemachtem Mozarella und Salsiccia aus dem Baest in Kopenhagen. Die Healthy Boy Band musste zuerst Ei mit grüner Sauce, glutenfreie Pasta und eine dekonstruierte Mozartkugel im Lohninger in Frankfurt kochen und in der zweiten Runde Langustine in vier Variationen im Sketch in London. Das Ganze ist so produziert, dass Kochnerds auf ihre Kosten kommen, alle anderen aber auch gut unterhalten werden (glaube ich jedenfalls, ich zähle mich zu ersteren).

Gelesen:

„Mehr Bier. Kayankayas zweiter Fall“ von Jakob Arjouni ist mir in Form eines uralten Taschenbuchs in die Hände gefallen, das ich so nebenbei mal schnell (?!) durchgelesen habe. Es geht um den deutschtürkischen Detektiv Kayankaya der einem Attentat auf eine Chemiefabrik (aus der militanten Umweltbewegung) und dem Mord am Besitzer nachschnüffelt. Der Roman will offenbar ein „aktueller“/“zeitgenössischer“ Krimi sein, was jetzt, mit 35 Jahren Abstand, ziemlich lustig/interessant zu lesen ist. Sexismus, Rassismus, Scheibengardinen und gesellschaftlich akzeptiertes drunk driving sind völlig aus der Zeit gefallen.

Hier folgen nun meine liebsten Links der vergangenen Woche:

Rezepte

Raviole Bolognesi di San Giuseppe – Splendido Magazin
So ähnliche Kekse habe ich bei meinem Bologna-Besuch im Februar gegessen!

Lottie + Doof » Snickerdoodle Shortbread
Schaut hübsch aus.

Chewy Date and Dark Chocolate Cookies Recipe | Bon Appétit
Mit Datteln, Tahini und Olivenöl.

Fried Potato Mochi Recipe – Serious Eats
QQ, aber salzig und mit viel Hintergrundwissen:

From a purely technical perspective, this recipe illustrates three possible textures you can produce with potato starch: Crispy, chewy, and glossy. At its heart, it’s a study of the ways starch can be manipulated by adjusting the timing, the proportion of ingredients, and the amount of heat and hydration. But in the end, all that aspirational, fancy-pants chef speak doesn’t really matter. This snack is tasty, pure and simple.

Texte

A Conversation with LinYee Yuan – Alicia Kennedy
Ein Interview mit der Herausgeberin des Indie-Food/Design-Magazins mold (passend zu meiner letzten Radiosendung!).

But I just think that if we’re going to talk about the food system, we have to talk about capitalism. Because capitalism is telling you that your time should be focused on working. You are a worker within the capitalist system, and before our work was actually caring for our families and producing edible things to eat. And that was the work that we did. 

Taste it All – by Julia Skinner
Ein persönlicher Bericht über visuell-gustatorische Synästhesie.

When all things have a flavor, going out into the world can be equal parts overwhelming and magical. I get insights into the world few others do: drawing connections between the physical objects in my world based on flavors that perhaps no one, even other synesthetes, experiences in the same way. Even the wrapping on a chocolate bar tastes different than the chocolate bar itself, meaning I’ve already experienced a completely separate flavor sensation before a piece of chocolate ever enters my mouth.

Sensory Panels and the Future of Food – Vittles
Über „objektive“ Geschmacksbeschreibung und potentielle Automatisierungstechnologien (die in meinen Ohren eher nach technooptimistischem/dystopischen Bullshit klingen).

Annals of flavour exist within the F&B industry. One such example, the Aroma and Flavour Lexicon for Sensory Evaluation, is spiral-bound and sells on Amazon for hundreds of pounds. Inside you will learn that terms which the layperson uses interchangeably actually have very specific reference points: acetic is the ‘aromatic characteristic of white vinegar – reference: white vinegar, 5% acidity’; acrid is ‘a burnt, harsh aromatic, often associated with burnt wood or smoke – reference: charred bacon, burnt pine or pine needles.’ But while certain terms exist industry-wide, they need to be refined for each product.

Why the Food in Pixar’s ‘Turning Red’ Looks So Good – Eater
Über animiertes Essen.

if you look at real cooked food and advertisements of food, the colors in the ads are much more saturated than a natural level. That’s kind of what we did here. Real lettuce is not that green, but we made sure ours was — it’s so saturated it’s almost broken. You can’t actually hit that number in CG. If we were to color pick from real lettuce, there are yellow-greens and brownish-greens. But everything has to be saturated. And then we couldn’t do oil, but there is this watery, crispy gloss. So it has a bright, white highlight. Trying to evoke freshness with that dewiness was a goal.

On Technology – Alicia Kennedy
Eine Food-Journalistin über den impliziten Zwang, sich online zu sämtlichen (welt-)politischen Themen positionieren zu müssen. Darüber denke ich auch hin und wieder nach, meine „Lösung“ ist derweil, einfach Links zu posten, zu allem was ich wichtig finde. Die Gleichzeitigkeit von schlimmen Dingen und banalen Rezepten oder Musikvideos entspricht doch unser aller Realität.

I have moments of freak-out because I’m posting too many songs and book passages rather than calls to… do what? Be aware? The same impulse that has me shattering my phone to make a Reel has me potentially posting compromising slideshows that will make me look foolish later. “Remember the real world,” is something I apparently have to remind myself.While I’m a person who spouts off my opinion quite a bit here, the imperatives on social media are different, and I must actively work to refuse, even amid global crises, to lean on easy shit, to share things I will ultimately regret sharing simply to appear engaged when I think it’s pretty clear by my work that I am engaged in the world

Facebook paid Republican strategy firm to malign TikTok – The Washington Post
In Österreich würde sowals wohl Schmutzkübelkampagne heißen.

The firm worked to use both genuine concerns and unfounded anxieties to cast doubt about the popular app. One email outlining recent negative TikTok stories mixed reasonable questions, largely about TikTok’s corporate ownership and practices, with more exaggerated stories about young users recording themselves behaving badly — the kinds of social media panics that have long bedeviled big social networks, including Facebook.The agency was working at the same time to get “proactive coverage” about Facebook into local newspapers, radio segments and TV broadcasts, including submitting letters and opinion pieces speaking glowingly of Facebook’s role in, for instance, supporting Black-owned businesses. Those letters  did not mention the Meta-funded firm’s involvement

An incomplete history of Forbes.com as a platform for scams, grift, and bad journalism | Nieman Journalism Lab
Mir war nicht bewusst, wie shady Forbes.com ist.

As of 2019, almost 3,000 people were “contributors” — or as they told people at parties, “I’m a columnist for Forbes.”Let’s think about incentives for a moment. Only a very small number of these contributors can make a living at it — so it’s a side gig for most. The two things that determine your pay are how many articles you write and how many clicks you can harvest — a model that encourages a lot of low-grade clickbait, hot takes, and deceptive headlines. And many of these contributors are writing about the subject of their main job — that’s where their expertise is, after all — which raises all sorts of conflict-of-interest questions. And their work was published completely unedited — unless a piece went viral, in which case a web producer might “check it more carefully.”Indeed, “Become a Forbes contributor!” became part of the brand-building, growth-hacking toolkit, right alongside “Pay attention to SEO!” and “Have a Twitter account!”

Mining the ‘Depths of Wikipedia’ on Instagram – The New York Times
@depthsofwikipedia klingt lustig:

The Instagram account shares bizarre and surprising snippets from the vast, crowdsourced online encyclopedia, including amusing images (a chicken literally crossing a road) and minor moments in history (Mitt Romney driving several hours with his dog atop his car). Some posts are wholesome — such as Hatsuyume, the Japanese word for one’s first dream of the year — while others are not safe for work (say, panda pornography).
Annie Rauwerda, 22, started the account in the early days of the pandemic, when others were baking sourdough bread and learning how to knit. “Everyone was starting projects, and this was my project,” she said.

Listen to the sound of data – Science Norway
Datenvisualisierung mit Ton!

The data sound of the two journalistic visualizations, and thus the messages, are created by different parameters: volume, pitch, duration, timbre, tempo, rhythm, harmony, and musical style. Research questions are: How does the message of a visualization change when the data are presented in Vivaldi style? Should the shots fired by a gunman sound realistic or should they be sonified symbolically? How trustworthy is a sonification?

Storytelling is an Emergency – by Sophie Strand (via leider vergessen)
Der Text sieht auf den ersten Blick ziemlich abgehoben aus, aber z.B. eingebettet in STS-Theorien schon gar nicht mehr so: Die Klimakatastrophe, durch die Brille von Scheherazade aus 1001 Nacht.

I want to offer an ecological reading of Scheherazade. One where Scheherazade is not a young virgin, but is in fact the very earth itself, that intertangled plenum of nested hierarchies. We have put our ecosystems, our dirt, our animal, insect, vegetal, fungal kin in a state of emergency. Like King Shahryar, we have incorrectly assumed that resources are unlimited. We will never run out of virgins to slaughter. Virgin forests. Virgin land. Untouched landscapes We will never run out of fertile soil, medicinal plants, old growth trees, and biodiversity. But it seems our narrative is flawed. What if the earth’s biosphere was Scheherazade, looking at her threatened well-being, and beginning an elaborate, life-saving storytelling? I have begun to look at the increasingly unpredictable behavior of climate systems as storytelling. Storytelling that happens on scale, both temporal and spatial, that does not subscribe to anthropocentric paradigms. Storytelling that uses forest fires as verbs, melting glaciers as protagonists, rising temperatures as narrative propulsion.

Heldinnenreise (via @phwampfler)
Wo ich schon beim Thema Geschichtenerzählen bin. Das Konzept der Heldinnenreise ist mir neu (zur Heldenreise/ dem Monomythos habe ich 2018 mal geschrieben).

1. Die Heldenreise suggeriert, dass Menschen Probleme lösen, indem sie sich isolieren und aufopfern. Die Heldinnenreise korrigiert das: Menschen lösen Probleme, indem sie um Hilfe bitten und ihre Netzwerke aktivieren. 2.Helden brauchen Gegner, Heldinnen Netzwerke. Helden kämpfen allein, Heldinnen bitten um Hilfe.

„Scham ist ein Mittel der Macht“ – Das Sophia Süßmilch Interview | Kaput Mag
Ein Interview mit einer Künstlerin, die in ihren Performances oft nackt ist – und viel Hass zu spüren bekommt:

Ich glaube, die finden das einfach schlecht und können nicht verstehen, warum das Kunst ist. Und dann regen sie sich halt über so was auf. Ich bin ja schon relativ abgebrüht, weil ich schon schlimmere Shitstorms hatte. „This is bad, you’re not an artist, you’re bad, you’re ugly.“ Leute haben angefangen, mich auf Insta zu stalken und dort alles zu kommentieren. Ein Typ hat angefangen, Zeichnungen von mir selbst nachzuzeichnen, um mir zu beweisen, dass ich schlecht zeichne. Natürlich waren seine Zeichnungen dann schlecht, aber obwohl man keine Ahnung von Kunst hat, erlaubt man sich so was. Kurzzeitig habe ich alles auf privat geschaltet. Eine hat mir persönlich geschrieben: „Why don’t you do a performance with a toaster in the shower?“ Ich habe dann zurückgeschrieben: „Why did you say this? I’m a person.“ Auf ihrem Profilbild sah die total hippiemäßig aus mit ihrem Kind, und dann so was. Ich weiß nicht, was das ist.

Some Starbucks workers forgo paychecks to access IVF treatments – NBC News
Das US-Krankenversicherungssystem ist so kaputt. Versicherungsbeiträge des Arbeitgebers, die den Monatslohn übersteigen??

Russell started working part time around 20 hours a week at Starbucks in 2019 and earned $10.30 an hour. After three full months of work, she was eligible to sign up for insurance benefits. Like a number of Starbucks workers seeking fertility treatments, she calculated that it made the most financial sense to choose one of the “platinum” plans with a high monthly premium but no out-of-pocket deductible. It cost more each paycheck than she said she earned in wages.

Beautiful Lies | Kalpana Mohanty
Über das unterdrückerische System der Schönheit(spflege).

The fetishization of discipline is baked into such routines and evident in the language used to sell beauty and skincare products, even outside of traditional ads. In April 2021, a heavily affiliate-linked British Vogue article taught us “5 Ways to Whip [Our] Skin Back Into Shape for Spring.” In September of that same year, Elle informed us that “the perfect brow . . . isn’t birthed overnight; it takes a lot of training, threading or waxing, and an arduous search for the perfect brow gel,” as though having eyebrows is a full-time job. If this language sounds curiously close to the coded jargon of diet culture—the management, the surveillance, and the numerous products required to help you achieve your aesthetic goal, none of which work long-term—it’s because they’re both part of the same system.

Feminismus und Krieg – Aus Liebe zur Freiheit (via Buddenbohm & Söhne)
Antje Schrupp denkt über Gendernormen im Kriegsfall nach:

Dass die Verhandlungsdelegationen ausschließlich aus Männern bestehen, wird als selbstverständlich zur Kenntnis genommen. Auch dass die stärksten inländischen Proteste sowohl gegen Putin (Pussy Riot) als auch gegen Lukaschenko feministische Proteste waren, spielt in den Analysen keine Rolle. Meiner Ansicht nach ist ein Großteil der westlichen Fehlanalysen und Fehleinschätzungen gegenüber Putin auch darin zu sehen, dass seine Unterdrückung von Feminismus und Queeren für nebensächlich gehalten wurde. Dabei ist sie ein Pfeiler seiner Herrschaft.

Why Vladimir Putin has already lost this war | Yuval Noah Harari | The Guardian
Der Text war bei Erscheinen Ende Februar einer der meistgeteilten in meiner Twitterbubble.

It won’t be Mikhail Gorbachev’s name written on the death certificate of the Russian empire: it will be Putin’s. Gorbachev left Russians and Ukrainians feeling like siblings; Putin has turned them into enemies, and has ensured that the Ukrainian nation will henceforth define itself in opposition to Russia.

Names on a list: Fleeing Mariupol, one checkpoint at a time | AP News
Bericht einer der letzten Jouranlisten in der belagerten Stadt. Schwer zu lesen.

The Ukrainian soldiers who had been protecting the hospital had vanished. And the path to our van, with our food, water and equipment, was covered by a Russian sniper who had already struck a medic venturing outside.Hours passed in darkness, as we listened to the explosions outside. That’s when the soldiers came to get us, shouting in Ukrainian.It didn’t feel like a rescue. It felt like we were just being moved from one danger to another. By this time, nowhere in Mariupol was safe, and there was no relief. You could die at any moment.I felt amazingly grateful to the soldiers, but also numb. And ashamed that I was leaving.

Ukrainische Flüchtlinge am Wiener Hauptbahnhof: Zwischen Sprachlosigkeit und Notschlafstelle | profil.at
Ein bewegender Text.

Viele haben Sätze mitgebracht, um in der Sprachlosigkeit nicht verloren zu gehen. „Wir möchten nach Paris.“ „Nach Amsterdam!“ „Bitte helfen Sie mir, den Anschlusszug nach Berlin zu erreichen“, steht da, ausgedruckt auf A4-Zetteln, in Klarsichtfolien aufbewahrt, zusammengefaltet in Reisepässe gelegt, mit der Hand in Notizbücher geschrieben: „Wir sprechen nur Russisch!“

Audio/Video

Listening 2 Britney: Toxic — Switched On Pop
Großartige Folge, die die Herkunft der Samples in Toxic erkundet (spoiler: Bollywood!).

Karel Zeman – Magie auf der Filmleinwand | Radio Prague International
Wegen dieses Twitter-Videos habe ich Karel Zeman gegoogelt und diese Radiosendung über den tschechischen Animationskünstler gefunden. Bis dahin wusste ich auch nicht, dass das tschechische Radio auch Beiträge auf Deutsch produziert.

Streifzug durch Bayern 1962: Tanz in der Provinz – BR Retro
Neulich bin ich in ein Rabbithole historischer TV-Beiträge gefallen, diesen hier fand ich besonders lustig/interessant zu sehen: Sonntags-Tanztee in Niederbayern…

Sonst So

Butter | Asako Yuzuki | Blumenbar
Eine Romanempfehlung von Stevan Paul, dessen Großer Glander ich sehr gerne gelesen habe (via Insta).

Book Review: ‚The Particular Sadness Of Lemon Cake‘ By Aimee Bender — ‚A Slice Of Salinger‘ : NPR (via rootkitchens.Substack.com)
Die Geschichte eines Kindes, das erschmecken kann, welche Emotionen in ein Gericht „hineingekocht“ wurden. Setz ich auf meine Leseliste.

Backkatalog:



Hi, ich bin Jana.
Seit 2009 veröffentliche ich hier wöchentlich Rezepte, Reiseberichte, Restaurantempfehlungen (meistens in Wien), Linktipps und alles, was ich sonst noch spannend finde. Lies mehr über mich und die Zuckerbäckerei auf der About-Seite.

Meine Beiträge für Ö1:
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Im Zuckersüß sammle ich (fast) jeden Sonntag meine liebsten Links der Woche: Rezepte für die Nachback-Liste, lesenswerte Blogposts, Zeitungsartikel und Longreads, Podcasts oder Musik, die mir gerade gefällt und oft genug auch Internet-Weirdness. Außerdem schreibe ich auf, was ich sonst so interessant fand: neue Rezepte in meiner Küche, Lokale, in denen ich gegessen, Pullover, die ich gestrickt oder Texte, die ich geschrieben habe.

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