Archiv der Kategorie: Tartes

Zwetschgen-Frangipane-Tarte mit Orangenblütenwasser und Thymian

Vor gut zwei Jahren habe ich aus einem Kochbuch (dessen Titel oder Autorin ich leider nicht mehr rekonstruieren kann) ein Rezept mit genau dieser Zutatenkombination abfotografiert: Zwetschge/Mandeln/Orangenblütenwasser/Thymian.

zwetschgen-orangen-frangipane-tarte

Doch die Art des Kuchens (eine Art eckige Galette mit viel zu viel Füllung und zu wenig Früchten, jedenfalls in meinen Augen) gefiel mir nicht und so baute ich einfach meiner eigene Version.

zwetschgen-orangen-frangipane-tarte
zwetschgen-orangen-frangipane-tarte

Ein sandiger Knetteigboden nach Michel Roux, darauf Mandel-Frangipane mit Orangenblütenwasser und ein halbes Kilo Zwetschgenspalten. Obenauf viel ätherische Öle: Orangenzeste und Thymian.

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Schoko-Kirsch-Mandel-Tarte

Die Kirschsaison ist schon wieder vorbei, aber dieses Rezept liegt auch schon seit Mitte Juni in meinen Entwürfen herum. Ich erinnere mich leider nicht mal mehr, zu welchem Anlass ich diese tolle Tarte gebacken habe…

schoko-kirsch-tarte

Aber ich erinnere mich an ihre leicht bittere Schokoladigkeit und die fruchtige Säure der saftigen Kirschfüllung. Und die knusprigen Mandelstückchen obenauf. Sehr lecker.

Und an meinen armen Mitbewohner, den ich fürs Titelfoto als Handmodel engagierte, obwohl er gar keine Lust hatte, erinnere ich mich auch :D

Vielleicht habt ihr ja noch Kirschen eingefroren und könnt dieses Rezept auch im September noch nachbacken — ich werd mir einen Reminder für die Kirschsaison 2021 in den Kalender setzen.

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Limetten-Chili-Kardamom-Käsekuchen

Das ist mindestens mein dritter Versuch, die Tarte aus dem Puerta del Sol „nachzubauen“. Die vorherigen zwei liegen tatsächlich schon Jahre (!) zurück und nie hatte ich die Zutaten aufgeschrieben. Aber jetzt!

limetten-chili-kardamom-käsekuchen
Besonders gleichmäßig sind meine Kuchenstücke nicht geworden…

Ein ungebackener Butterkeksbröselboden (super für alle ofen-losen Leser_innen und/oder überhitztes-Dachgeschoss-Bewohner_innen) trifft auf eine leichte Käsekuchenschicht aus Magerquark (Topfen, ja eh) und griechischem Joghurt. So weit, so gewöhnlich.

limetten-chili-kardamom-käsekuchen
Unser Kühlschrank ist schief! Gut erkennbar an der dicken Limettenschicht vorne und der nahezu inexistenten beim hintersten Kuchenstück auf dem Foto…

Aber der Saftspiegel obenauf verwandelt den ganz normalen Käsekuchen in „den besten der Stadt“, wie ich Anfang 2018 mal über das Original aus dem Tapas-Lokal schrieb. Darin trifft nämlich supersaure Limette auf scharfe rote Chili und den auf eine ganz andere Art scharfen Kardamom.

Ich finde dieser Käsekuchen ist das perfekte Sommerdessert – und besonders schwierig zu machen (backen ist ja nichtmal nötig!) ist er auch nicht.

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Rhabarber-Frangipane-Tarte mit Kandiertem Ingwer

Seit ich die Rhabarber-Baiser-Tarte mit Anis und den Rhabarber-Fenchel-Wermut-Cocktail gemacht habe, habe ich jede Woche wieder aufs Neue Rhabarber auf den Einkaufszettel geschrieben. Doch bei keinem einzigen Laden in meiner Umgebung konnte ich welchen auftreiben – mir schien als wäre die Saison in Österreich frühzeitig zu Ende (Marillen gibts auch schon!).

Glücklicherweise trieb einer meiner Mitbewohner dann doch irgendwo ein halbes Kilo auf und ich konnte einerseits endlich neuen Rhabarbersirup für Cocktails kochen und andererseits die Stangen selbst zu Kuchen verarbeiten.

rhabarber-frangipane-tarte mit kandiertem Ingwer, Vogelperspektive
Bei meinem letzten Vorstadtspaziergang hab ich ein bisschen Grünzeug mit Blüten mitgehen lassen!

Besonders viel Zeit hatte ich nicht, deshalb hielt ich mich an ein bewährtes Rezept, das schon in dreierlei Variationen hier im Blog zu finden ist: Frangipane-Tarte – mit Zwetschgen, Griacherln oder Rhabarber.

Exakt die gleiche Tarte wollte ich trotzdem nicht machen, weshalb ich den Rhabarber statt in Streifen in feine Würfel schnitt und gut 50 Gramm gehackten kandierten Ingwer darunter mischte. Seine ätherische Schärfe passt finde ich super zum ziemlich sauren Rhabarber und der süßen Mandelcreme.

rhabarber-frangipane-tarte mit kandiertem Ingwer,

Ausnahmsweise verlinke ich hier nur auf das Rezept, den noch einmal muss es wirklich nicht im Blog stehen.

Rhabarber-Baiser-Tarte mit Anis

Mittlerweile sehen meine Chancen, Rharbarber im Garten meiner Oma zu ernten immer mauer aus, denn ich glaube kaum, dass ich noch während der Saison dorthin fahren kann. Aber mein lieber Mitbewohner brachte mir kürzlich ein paar Stangen aus dem Supermarkt mit, also fing ich an, nach einem *besonderen* Rezept dazu zu suchen.

Aber bis zur Seite fünf der Suchergebnisse waren alle Rezepte langweilig und erstaunlich identisch. Letztendlich schaute ich in Niki Segnits Geschmacksthesaurus (eines der besten Koch-/Backbücher in meiner Sammlung!) nach Inspiration, und fand ein Rhabarber-Anis-Crumble. Meine Erinnerungen an dieses Gewürz sind ingsesamt eher negativ – wie habe ich die trockenbröseligen Anisbusserl vom Bäcker in meiner Kindheit gehasst!

angeschnittene rhabarbertarte, vogelperspektive
Diesen Stoff habe ich auch schon zum Maskennähen benutzt.

Ins Chebakia aka Speckia von vergangener Woche kam allerdings auch ein Teelöffel Anis und das war überhaupt nicht schrecklich. Tatsächlich stellte sich Rhabarber-Anis in dieser Tarte als großartiger Glücksgriff heraus, schon lange hat mich keine Geschmackskombination mehr so beeindruckt.

angeschnittene tarte und ein stück davon auf einem teller
Wer genau hinschaut, entdeckt in der Baisermasse die winzigen schwarzen Vanillepünktchen

Das Baiser (mit ein bisschen Vanillemark!) obenauf wollte ich eigentlich an den Spitzen nahezu verbrennen, wobei der Rest hell bleiben sollte. Leider bekam ich das auch mit der Grillfunktion unseres Ofens nicht hin, der stattdessen für einen uniform bräunlichen Farbton sorgte. Mit einem Gasbrenner hätts vermutlich besser funktioniert, aber so einen gibt der WG-Fundus leider (noch?) nicht her.

Aber egal: Diese Tarte mit super leicht zu verarbeitendem, würzig-süßem Anis-Knetteig, saurem Rhabarber und luftig-vanilligem Baiser gehört zu den besten Sachen, die ich in letzter Zeit gebacken habe.

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Pastiera di Grano

Letztes Jahr um Ostern habe ich in Campobasso, genauer im Restaurant Grotta da Concetta, als Dessert einen sehr interessanten Kuchen gegessen: Eine Mürbteigtarte, gefüllt mit Ricotta, Weizenkörnern und kandierten Zitrusschalen. Durch ein bisschen Recherche fand ich heraus, dass diese Pastiera di grano auch als Pastiera napoletana bekannt ist, weil sie in Neapel traditionell zu Ostern serviert wird.

Ein Jahr später habe ich mich wieder an diese Tarte erinnert, und beschlossen, sie nachzubacken. Ich las mir verschiedene Rezepte durch (dafür ist mein italienisch schon gut genug, yay!) und fragte italienische Freund_innen nach Tipps. Letztlich orientierte ich mich hauptsächlich an diesem ausführlich bebilderten Rezept von Giallo Zafferano, zu dem es sogar ein Video gibt.

Stück Pastiera di Grano, Vogelperspektive
Die Fotos entstanden schon wieder bei sehr schlechten Lichtverhältnissen und sind deshalb wackelig…

Ich habe noch nie vorher einen Mürbteig mit Schmalz statt Butter gemacht und auch gekochter Weizen in Kuchen war Neuland für mich. Letzterer lässt sich in Italien offenbar fertiggegart im Glas oder in der Dose kaufen, ich nahm stattdessen einfach „Zartweizenkörner“ (auch bekannt unter dem Markennamen Ebly) und kochte sie selbst. Auch die kandierten Zitronenschalen sind selbstgemacht, noch cooler wären zusätzliche Orangenschalen gewesen. Aber noch mehr Arbeit wollte ich mir für dieses Kuchenprojekt wirklich nicht mehr antun (wobei Orangeat/Zitronat aus dem Supermarkt wohl ein akzeptabler Ersatz wären).

angeschnittene pastiera di grano
Hier sieht man, dass die Springform zu hoch war – besser wäre eine tiefe Tarteforme (die ich nicht habe)

Fertig gebacken erinnerte mich die pastiera di grano wegen der Konsistenz und des zitronigen Aromas ein bisschen an Milchreis, der in sandigem Mürbteig eingebacken ist. Wirklich kein gewöhnlicher Kuchen!

stück pastiera di grano
Auf diesem Foto lassen sich die einzelnen Weizenkörner in der Füllung noch gut erkennen.
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Walnuss-Pie

Mindestens seit ich im Sommer 2017 in Kentucky war, habe ich mir vorgenommen, mal Pecan Pie zu backen. Jetzt ist Herbst 2019, aber einen Pecan Pie gibts in der Zuckerbäckerei immer noch nicht.

Allerdings haben unsere Nachbarn kürzlich eine riesige Tüte mit Walnüssen aus dem Garten ihres Wochenendhauses vorbeigebracht. Perfekte Gelegenheit für Walnuss (statt Pecan) Pie!

Goldner Herbst, goldne Teller und güldener Walnuss-Pie!

Nach gut zwei Stunden Knackarbeit hatte ich ein paar hundert Gramm Walnusskerne beisammen, die die Pecans im Pecan Pie ersetzen sollten. Eine weitere klassische Zutat, Corn Syrup, hatte ich jedoch auch nicht zur Hand (gibts dieses klebrige Zeug in Österreich überhaupt zu kaufen?) und suchte deshalb nach Alternativrezepten.

Danke an die Person, die zur Kleidertauschparty ein Goldglitzer-Shirt mitgebracht hat, es ist super Prop!

Bei Dev Amadeo entdeckte ich den Pecan Pie with Ginger, Cinnamon, Maple and Condensed Milk, der statt Corn Syrup Ahornsirup enthält. Leider war das Rezept ziemlich ungenau – wie viel ist bitte 1 US-Dose Kondensmilch? und warum in aller Welt sollte man so etwas wie Nusskerne nach Volumen messen? – doch ich beschloss, es einfach als groben Leitfaden zu verwenden.

Der Walnuss-Pie wurde wunderbar, auch beim zweiten Backversuch für die walnuss-schenkenden Nachbarn. *Richtigen* Pecan Pie will ich trotzdem irgendwann noch machen, doch bei den aktuellen Nuss-Preisen braucht es dafür wohl noch einen akuten Anfall von Spendierlaune.

Das Pie-Stück habe ich nach dem Foto wieder in die Form gepackt – ein angeschnittener Geburtstagskuchen ist schon schlimm genug…
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Pfirsich-Quark-Tarte

Als die ersten Marillen in den Geschäften auftauchten, träumte ich von einer Tarte mit cremig-frischer Joghurt-Quark-Füllung (Topfen, ja eh) und in Vanille pochierten Marillen. Genau so eine Tarte machte ich dann auch, doch ich war nicht ganz zufrieden, weshalb ich innerhalb weniger Tage einen zweiten Versuch startete.

angeschnittene tarte und stück tarte in der vogelperspektive

Das hing nicht unbedingt mit meiner plötzlich gesteigerten Motivation zusammen, in kurzen Abständen das Gleiche zu Backen (was ich insgeheim schrecklich finde), sondern mit den gerade reif gewordenen Pfirsichen meines eigenen kleinen Bäumchens. Das hatte ich vor fünf Jahren (!?) zum Abitur geschenkt bekommen und im Garten meiner Familie eingepflanzt.

die angeschnittene tarte, daneben das stück auf einem teller

Diesen Sommer trug er so viele Früchte, dass er Stützhölzer brauchte, um an der Last nicht zu zerbrechen. Die Pfirsichsorte ist allerdings etwas komisch, entweder steinhart oder schon matschig. Die Marmelade, die ich daraus gemacht habe, ist wunderbar, auch in dieser Tarte schmecken sie gut – doch besonders fotogen sind die Pfirsichstücken nicht.

einn stück pfirsich-quark-tarte seitlich fotografiert
Die Pfirsichschicht zwischen Tarteboden und Quarkfüllung ist eher matschig – eine andere Sorte müsst her!

Aber wenigstens geben sie viel Farbe her, sodass der Pfirsichgussobenauf schön rosa wurde!

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Stachelbeer-Frangipane-Tarte

Bei Top With Cinnamon hatte ich kürzliche einen Stachelbeerkuchen gesehen und träumte seitdem davon, selbst einen zu machen. Aber ich wollte unbedingt Mandeln, genauer gesagt Frangipane, als Kontrast dabei haben, so ähnlich wie bei der simplen Rhabarber-Frangipane-Tarte oder der superaufwendigen Frangipane-Tarte mit Kardamomcreme und pochierten Marillen.

Und siehe da: ein paar Tage später tauchten magischerweise ein paar wenige Stachelbeeren in unserem Kühlschrank auf. Also eigentlich gehörten sie meiner Mitbewohnerin, die sie nicht aufessen wollte weil sie so sauer waren. Glücklicherweise fand ich auch noch eine handvoll Heidelbeeren, die weitaus süßer waren und mit denen ich die Tarte „auffüllen“ konnte.

ein stück stachelbeer-frangipane-tarte mit puderzucker auf einem dunklen teller
Ich hattee ein nicht unbedingt fotogenes Stück Tarte vor der Linse…

Gesagt, getan, die Tarte wurde ziemlich lecker!

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Apfel-Tarte mit Tahini-Karamell

Vor einiger Zeit fiel mir die herzallerliebste Aufgabe zu, den WG-Kühlschrank zu putzen. Dabei taten sich nicht nur ein paar (wenige, der Fairness halber) schimmelnde Milchprodukte, Zitronenhälften und so weiter hervor, sondern auch einiges in mehrfacher Ausführung. Dreimal Senf, zweimal Kren, viele offene Pestogläser, und: drei angebrochene Gläser Tahini.

Nicht, dass übermäßige Tahini-Vorräte jetzt besonders schlecht wären, aber aus Platzgründen musste zumindest ein Glas davon weichen. Da kam mir Izy Hossack’s Tahini Caramel Apple Tart gerade recht.

tahini-karamell-apfeltarte

Eigentlich hatte ich überhaupt keine Zeit etwas zu backen, weshalb ich mich einerseits nicht ganz ans Rezept hielt und andererseits etwas schummelte. Blätterteig aus dem Kühlregal (Pieboden wäre bestimmt auch super) und Apfelmus aus dem Glas machen diese Tarte zu einem superschnellen Halb-Fertigprodukt. Dank dem Tahini-Karamell, das ich so gut fand, dass ich es auch pur löffeln würde, und dreierlei Sesam ist der Kuchen trotzdem alles andere als langweilig.

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