Archiv der Kategorie: Rezept

Kokospudding mit Erdnüssen

Einer der Hauptgründe, warum ich in Restaurants gehe, ist, um Neues kennenzulernen. Eine Zutat, die ich (so) noch nicht kenne, eine mir unbekannte Geschmackskombination oder Zubereitungsmethode, manchmal sogar etwas völlig unbekanntes – das macht mir am meisten Spaß.

In den letzten paar Monaten war das mit den Lokalbesuchen ~schwierig~ (zuletzt war ich Mitte Oktober in einem Restaurant), und Lieferdienste sind kein ernstzunehmender Ersatz (s. meine Lokal-Besprechungen der letzten Wochen).

Allerdings war beim Menü des vietnamesischen Lokals tata, das dank einem mjam-Radler vor ein paar Wochen bei mir daheim landete, tatsächlich mal wieder etwas dabei, bei dem ich mir dachte: „Das muss ich so bald wie möglich nachmachen“!

Wie ihr euch jetzt vielleicht schon denken könnt, ist dieses Rezept genau das: Meine Version des Kokospuddings vom tata.

Als Fotografin gleichzeitig im Bild zu sein ist bei wenig Licht besonders schwer…

Das Dessert ist simpel und schnell gemacht (vegan auch noch, übrigens). Ob Pudding überhaupt der richtige Begriff dafür ist, weiß ich nicht, denn das ganze hat eine eher joghurtähnliche Konsistenz.

Der Pudding selbst ist kaum gesüßt und ein wenig gesalzen, für sich alleine wär er fast fad. Die crunchigen gehackten Erdnüsse und knirschiger brauner Zucker verhindern die Langweiligkeit allerdings sehr erfolgreich.

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Kerndl-Muffins nach Ottolenghi

Diese Muffins habe ich letzten Sommer schon einmal gebacken und für sehr gut befunden, sie aber nie gebloggt. Vor ein paar Tagen landeten in unserem WG-Vorrat dann unverhofft mehrere Kilo Karotten, die schon eher am Ende ihrer Lebenszeit waren. Damit erinnerte ich mich wieder an dieses Rezept aus „Ottolenghi. Das Kochbuch“ und machte es gleich zum zweiten Mal.

Kerndl-Muffins nach Ottolenghi

Diese Muffins sind wenig süß und voller Kerndl also so richtiges „Snack-Gebäck“. Dank der Haferflocken, Walnüsse, Sonnenblumenkerne, Kürbiskerne und Sesam erinnern sie ein bisschen an Müsli. Tatsächlich habe ich sie drei Tage hintereinander zum Frühstück gegessen und auch einige als Proviant (haha) auf Stadtspaziergäne mitgenommen.

Übrigens, hier im Blog gibts noch ein paar andere Ottolenghi-Rezepte: Feigen-Apfel-Kuchen mit Kokos-Salzkaramell, Amaretto-Streusel-Kuchen, Bananenkuchen mit Rumkaramell und Schoko-Cashewcookies mit Banane:

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Buttermilch-Stracciatella-Eis

In Wien scheint das Wetter zur Zeit zwischen Winter und Frühsommer abzuwechseln. Fast 20 Grad und Sonnenschein führten vergangene Woche dazu, dass ich mir mein erstes Eis des Jahres kaufte (Birnen-Schoko-Sorbet bei Gefrorenes in 1180, immer noch nicht „nachgebaut“) und auch dazu, dass ich meine Eismaschine mal wieder vom Küchenkastl holte.

Als mein Eis aus der Eismaschine kam (und das nicht besonders gute Foto entstand), war es noch schön genug, es zu einem Frühlingsspaziergang mitzunehmen. Heute, wo es so durchgefroren ist, dass es nicht in dreißig Sekunden davonläuft, ist es draußen schon wieder zehn Grad kälter.

Buttermilch-Stracciatella-Eis

Aber auf dem Sofa schmeckt das Eis auch super. Es basiert übrigens auf einem Rezept von Bravetart, das ich vor gut eineinhalb Jahren verbloggt habe: Buttermilcheis mit Obstbrand.

Eine Schüssel Buttermilcheis, Vogelperspektive
Buttermilcheis mit Obstbrand
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Mandel-Ghriba

Schon wieder was Arabisches! Nach levantinischem Namoura bil ashta vergangene Woche folgen nun Kekse aus dem Maghreb.

Entdeckt habe ich sie als „Moroccan Semolina and Almond Cookies“ bei der NYT. Ganz habe ich mich nicht ans Rezept gehalten, denn die Zitronenzeste darin kam mir etwas seltsam vor – ein marokkanischer Freund bestätigte mir außerdem, dass das nicht unbedingt üblich wäre.

Ich finde es ein bisschen schade, diesen Keksen den arabischen Namen Ghriba b louz zu nehmen (s.a. When It Comes to a Recipe, What’s in a Name?). Aber weil ich hier schonmal eine Variation davon als Matcha-Ghriba gepostet habe, übersetze ich einfach die Hälfte des Begriffs, und bin damit immerhin schon näher am Original als die NYT…

Mandel-Ghriba

Aber mal abgesehen vom Namen: Diese Kekse sind außen knusprig, innen mürbe, durch den Grieß ein bisschen knirschig und durch das Orangenblütenwasser unverkennbar arabisch. Super zum Nachmittagskaffee, oder besser noch, einem atay b n3n3, (marokkanischem) Minztee.

atay b nana
Atay b n3n3, fotografiert im Sommer 2014
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Namoura bil ashta

Bei meinen Stadtspaziergängen hole ich mir zwischendurch gerne einen Snack. Manchmal einen Chai, manchmal Bubble Tea, aber auch sehr gerne Gebäck. Zu meinen liebsten Anlaufstellen dafür gehören arabische Bäckereien, weil man dort für wenige Euro eine schöne Auswahl an kleinem, picksüßen Gebäck bekommt und viel probieren kann ohne viel essen (oder tragen) zu müssen.

Mit der Zeit habe ich festgestellt, dass mir die Arten arabischen Gebäcks am liebsten sind, die als Kontrast zum klebrigen Sirup und meist fettigem Teig eine Creme- oder Käsefüllung haben. Ein Rezept zum Nachbacken zu finden, gestaltete sich aber gar nicht so einfach, denn ich wusste nicht, wie diese Art von Gebäck heißt. Noch dazu gibt es gefühlt tausend verschiedene Möglichkeiten, arabische Begriffe im lateinischen Alphabet zu schreiben.

Grießgebäck fand sich unter dem Namen Namoura, aber auch als Maamoul oder Basbousa – je nach Dialekt. Viele Rezepte waren in Cups oder noch ungenaueren Maßeinheiten geschrieben, was mir ein bisschen zu heikel war. Nach sehr viel Herumsucherei kam ich dann endlich zu einem deutschsprachigen Rezept mit Zutatenangaben in Gramm: Namura bil ashta von Hudas Welten.

Namoura bil Ashta

Wegen der riesigen Menge und ein paar kritischen Kommentaren wollte ich es dann aber auch nicht eins zu eins übernehmen und entwickelte meine eigene Variante. Der „Boden“ und „Deckel“ folgt dem Rezept der NYT, das ich vor zwei Jahren schon mal als simples „Namoura“ hier verbloggt habe.

Namoura
Namoura, ohne Cremefüllung

Die Füllung (also das „ashta„) ist ein Pudding aus Milch, Sahne, Mehl und Grieß und ähnelt zumindest von den Zutaten her der Vorlage von Hudas Welten.

Gerade so abgekühlt fand ich den Kuchen trotz der Cremefüllung noch viel zu klebrig und bröselig, nach 48 Stunden (gekühlt in der Winterkälte) war er dann perfekt.

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Bananen-Biscotti

Neulich fand ich eine völlig schwarze Banane in der Obstschüssel. Auf das Pandemie-Klischee banana bread hatte ich allerdings keine Lust.

Ein Blick in die unendliche irgendwann-mal-backen-Liste brachte mich auf The Candid Appetite’s Banana Bread Biscotti. Die Idee von doppelt gebackenen Knabberkeksen mit ein wenig Banane und einer handvoll Nüssen taugte mir schon mehr.

Bananen Biscotti
Wintersonne!

Die Kekse stellten sich als ziemlich schnell zusammengerührt heraus. Gebacken schmeckten sie nur ganz leicht nach Banane, und ziemlich biscotti-haft (s.a. Kastanien-Biscotti mit Walnüssen, Pecanbiscotti, Cantuccini).

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Brownies ohne Ei

Hin und wieder kommt es tatsächlich vor, dass in meiner WG wichtige Backzutaten (Eier!!) ausgehen. Aber wenn mir um 22 Uhr einfällt, dass ich unbedingt was Süßes brauche, der Mitbewohner dringend nach Brownies verlangt, kann ich einfach nicht darauf warten, bis die Supermärkte wieder offen haben.

In so einer Situation hilft eine Rezeptsuche im WWW, selbstverständlich mit ein bisschen Skepsis gegenüber den bestgereihten (s. Why Google’s recipe results are meaningless. – Slate). Als ich die Zutatenliste dieser Fudgy Eggless Brownies las war ich aber sofort fasziniert: Joghurt, kochendes Wasser und Stärke für Brownies, die auf den Fotos wirklich aussehen wie Brownies!

Brownies ohne Ei

Bei „ohne“-Rezepten (ohne Ei, Milchprodukte, Zucker, Weizenmehl etc) bin ich meistens sehr skeptisch. Denn oft genug strotzen sie vor fraglicher Ideologie à la „Gluten ist böse“ oder „raffinierter Zucker ist Gift“ und die Ersatzrezepte haben mit dem eigentlichen Gebäck gar nix zu tun. Kann schon sein, dass „rohe Brownies“ aus pürierten Datteln und Kakao gut schmecken, aber Brownies sind sie halt nicht. Dass irgendetwas nicht im Teig ist, will ich nicht als Qualitätsmerkmal akzeptieren (höchstens als Notwendigkeit bei Allergien).

Außerdem halte ich die ganze Rhetorik von „guilt free“ oder „clean“ Desserts für gefährlich. Einerseits vermitteln sie ein völlig verzerrtes Bild von „guter“ Ernährung – als ob der menschliche Stoffwechsel so simpel wäre. Und andererseits, weil ich Team riot don’t diet bin und normative Schönheitsideale für eine Plage halte.

Das alles hat mit dem folgenden Rezept recht wenig zu tun, denn es verzichtet zwar auf Eier, enthält aber sonst fast alles, was Brownies zu Brownies machen: Butter, Schokolade, Zucker und Mehl. In der Konsistenz kommt es nicht an meine liebsten Brownies heran, denn es ist ein bisschen krümelig. Trocken sind die Brownies aber keinesfalls, außerdem angenehm süß und gut schokoladig. Die Kruste wurde nicht so schön splittrig-glänzend wie auf den Fotos des Originalrezepts, aber weil ich ansonsten rundum zufrieden damit war, landen sie jetzt trotzdem hier im Blog.

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Honig-Tahini-Cookies

Für diese Cookies wird Honig karamellisiert. Das führt einerseits dazu, dass er fast verbrannt riecht (die halbe Wohnung auch), andererseits zu spannenden Cookies!

Wie der Sesam außenherum schon andeutet, ist auch noch Tahini im Teig, und das schadet bekanntlich nie. (Siehe auch: Schoko-Tahini-Cookies, Schoko-Tahini-Kekse mit Nori und Schwarzem Sesam, Tahini-Trauben-Plätzerl).

Der Teig erinnert mich ziemlich an Lebkuchen (bei einem so großen Honiganteil auch kein Wunder), seine Konsistenz ist erstaunlich fließend-zäh. Beim Backen läuft er auch ziemlich auseinander, wer also keine riesigen Coffeeshop-Kekse haben will, sollte kleine Teigkügelchen aufs Blech bringen.

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Zuckerstreusel-Cookies

Was tun, wenn einen kurz vor Mitternacht Lust auf Cookies überkommt? Ganz klar: Cookies backen.

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Und zwar welche, deren Teig nicht wie bei so vielen andere stundenlang oder sogar über Nacht im Kühlschrank rasten muss. Ein Blick ins Archiv brachte mich auf Bravetart’s Snickerdoodles, ein Blick ins Vorratskastl auf Zuckerstreusel.

snickerdoodles
Snickerdoodles waren die Vorlage für diese Cookies

Herausgekommen sind wirklich sehr süße (toasted sugar hätte nicht geschadet, aber dafür war keine Zeit), knusprige, kokos-buttrige Cookies. Mein Mitbewohner taufte sie noch vor dem Probieren Kindergeburtstagskekse…

zuckerstreuselcookies
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Dirty Chai Earthquake Cookies

Diese Cookies gehörten zu meinem Weihnachtsplätzerlsortiment 2020. Mit den großzügig bemessenen Gewürzen – Ingwer, Zimt, Kardamom, Nelken, Vanille und schwarzer Pfeffer – haben sie durchaus etwas Weihnachtliches an sich.

dirty-chai-earthquake-cookies auf einem weißen teller auf rot-glitzerndem stoff
Der Stoff hier war den ganzen Dezember lang mein Videocall-Hintergrund-Vorhang – seltsame Zeiten…

Die Regel „Weihnachtsplätzchen“ nur zwischen November und Dezember zu backen finde ich schon immer deppert. Bei diesem Rezept von Susan Spungen (NYT) kann man sie in meinen Augen von vornherein getrost ignorieren.

Das liegt am Kaffee, der den Keksen nicht nur den Namen gibt (ein „dirty chai“ ist ein Chaitee mit einem Espresso drin), sondern auch ein unerwartetes, gänzlich „unweihnachtliches“ Aroma. Ich werde sie bestimmt nochmal backen, als Nachmittagstee-Begleitung ohne saisonalen Anlass.

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Für noch mehr Kaffee am besten diese Brownie-Tiramisu-Cookies backen!

Übrigens: Anders als bei den Brownie-Tiramisu-Cookies von vor ein paar Monaten ist der Koffein-Kick hier glücklicherweise geringer – ich bekam jedenfalls auch von mehreren Cookies hintereinander kein Herzrasen :’D.

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