Zuckersüß 400

Ein Teller Erdbeeren mit einem kleinen Schüsselchen Schlagsahne
Erdbeeren!

…mit wenig Gebackenem, Bubble Tea von TeaPop, Cocktails von Matiki, einem Menü im Tian Bistro, einem Buch – und wie immer, den besten Links der letzten Tage.

Woah. Vierhundert Sonntage voller Links! Erstmals veröffentlicht im Februar 2012, also ganz regelmäßig hab ichs nicht geschafft. Auch diese Woche nicht, haha.

Seit letztem Sonntag habe ich trotz der nahezu unerträglichen Hitze ein paar Sachen gebacken: Schokokekse mit Erdnussbutterfüllung, Matcha-Snickerdoodles und einen Streuselkuchen nach diesem Rezept mit Mispeln von 2015.

Auf dem Weg zur Matikibar bin ich beim gefühlt 100. neu eröffneten Bubble Tea-Laden der Stadt vorbeigekommen. Weil es so heiß war, leistete ich mir einen geeisten klassischen Bubble Tea mit Milch um 5,50€. Ich bestellte ihn „wenig süß“, und obwohl ich ihn nicht wenig süß fand, schmeckte er mir gut. Der Laden ist auch sehr sympathisch, anders als viele andere in Wien scheint er nicht Systemgastronomie, sondern viel mehr Einzelprojekt zu sein.

Links: Finkelgrog, rechts: Wabelabedabdab

Bei der Matikibar trank ich etwas mit „wenig Alkohol“ (also für eine Tiki-Bar), nämlich den Wabelabedabdab mit Gin, Chambord und Amarenakirschen: sehr fruchtig, süß, erfrischend säuerlich und ein kleines bisschen parfümig. Meine Begleitung bestellte einen Finkelgrog (12,50€), der wegen Rotwein, Zimt und Orangenzeste ein bisschen nach Glühwein auf Eis schmeckte. Aber nur ein bisschen, denn zweierlei Rum, Likör 43 und Grapefruitsaft waren auch noch dabei. Insgesamt war dieser Drink sehr viel herber als der Wabelabedabdab. Weils so schön war, gönnte ich mir noch einen Rausschmeißer-Drink, und zwar einen Earl Grey Collins (9,50€) mit Earl-Grey-infused Gin, Zitronensaft. Er erinnerte mich an herben Eistee mit starker Bergamottennote. (Hier ein ausführlicherer Post über die Matikibar)

Am Sonntagabend war ich mit einer Freundin im Tian Bistro, doch weil ich noch den Besuch im Bruder (ein ganzes Menü!) verbloggen musste, hatte ich noch keine Zeit, mehr dazu aufzuschreiben.

Überraschenderweise hatte ich eineinhalb freie Hitzenachmittage und schnappte mir ein Buch von meinem Endlos-Stapel: Girl Woman Other (Bernadine Evaristo), geschrieben ohne Punkt und Komma, liest sich rastlos und deshalb bin ich auch schon fast durch damit.

Im Internet habe ich auch gelesen:

Rezepte

Mexican Street Corn Salad (Esquites) Recipe – Serious Eats
Diese Woche mal wieder gemacht. Lieblingssommersalat.

Gigantes AKA Greek Beans – I Will Not Eat Oysters
Sommerabendessen!

Angelo Azzurro Cocktail Recipe | PUNCH
So stell ich mir Drinks in den 80er Jahren vor.

Corolli della sposa – Splendido Magazin
Wo treib ich jetzt Alchermes-Likör auf?

Texte

Kitchen Project #29: Honey and blackberry cake – Kitchen Projects
Nicola Lambs Rezeptentwicklungsnewsletter ist sehr lehrreich für mich.

Honey happens to be an inverted sugar. Inverted sugar is one of those things you don’t *HAVE* to know about it, but the fancier pastry books you buy, the more often you’ll see it mentioned. It can be made by adding sucrose to liquid and ‘breaking’ the bond with an acid – basically, inverted sugar just means that the glucose and the fructose molecules have been ‘separated’ and so are both available to create bonds. This has some benefits – from delaying water movement to improved sweetness.

Warum werden Parkplätze eigentlich immer breiter? – Fünf vor Acht
Wie das wohl in Österreich ist?

Wie breit Straßen sind, wo und ob überhaupt ein Zebrastreifen angelegt werden darf – wie also unsere Verkehrswelt aussieht, in der wir uns alle jeden Tag bewegen, wird in der Forschungsgesellschaft quasi stellvertretend für die Gesellschaft vorentschieden. Nur ist dort leider die Gesellschaft nicht vertreten: Zwei Professoren von der Technischen Universität Berlin kommen nach einer ausgiebigen Analyse der FGSV und ihrer Mitglieder zu der Schlussfolgerung, dass dort überwiegend Männer organisiert sind, Beamte, Ingenieure, Mitarbeiter von Straßenbaubetrieben – viele Menschen, die am Status quo ein Interesse haben.

jungle.world – Entlastung und Erinnerung
Ich hatte den Sophie-Scholl-Account ein paar Tage lang abonniert, aber schnell hielt ich ihn nicht mehr aus.

Das Angebot, sich mit einer deutschen Widerstandskämpferin zu identifizieren, entlastet die Follower und passt zu Filmen wie dem ZDF-Dreiteiler »Unsere Mütter, unsere Väter« von 2013. Präsentiert wird hier die Geschichte eines Volks von Widerstandskämpfern und -kämpferinnen oder wenigstens Unzufriedenen, die das Ende des Nationalsozialismus herbeisehnen. Der Realität entspricht das nicht. Der Nationalsozialismus war bis zuletzt eine Zustimmungsdiktatur.
Bei der Instagram-Figur Sophie Scholl sieht das allerdings anders aus. In einer Story, die der Account am 4. Juni veröffentlicht hat, ist zu sehen, wie ein Nationalsozialist in Uniform in der Universität Ausweise kontrolliert. Sophie zeigt widerwillig und frech die Dokumente. Hier wird aus dem Blickwinkel einer der nicht so zahlreichen Personen erzählt, die mit dem Nationalsozialismus nicht einverstanden waren. Das ergibt logischerweise ein verzerrtes Bild. Es suggeriert, dass die deutsche Bevölkerung unter den Schikanen der Nazis gelitten habe. Hält man sich die Leiden in den Konzentrations- und Vernichtungslagern vor Augen, das von der deutschen Bevölkerung erst ermöglicht wurde, grenzt das an Re­lativierung.

Blockchain: Der Code ist politisch (nd aktuell) (via Otherwise Network Newsletter)
Jürgen Geuter:

Ob gefordert wird, Impfpässe oder das Grundbuch in Blockchains zu schreiben, das Ziel ist immer, hoheitliche Aufgaben aus demokratisch legitimierten und kontrollierten Institutionen in private Unternehmen zu verlagern und die klassischen Mechanismen des Ausgleichs von Machtgefällen abzuschaffen und durch Code zu ersetzen: Wo heute selbstverständlich ist, dass mir eine Rückzahlung zusteht, wenn ich von jemandem betrogen wurde, wird in der Blockchain per Code festgeschrieben, dass man das leider nicht erzwingen kann. Jedes Risiko wird verlagert auf das Individuum, das hoffentlich niemals einen Virus auf dem Rechner hat, aus Versehen den falschen Link anklickt oder einfach klassisch betrogen wurde. Jede*r kann frei Verträge abschließen und trägt das volle Risiko.

Where did the covid microchip vaccine conspiracy theory come from? – The Verge
Verschwörungserzählungsgenealogie – interessantes Thema.

“We did what [we] do best and tried to meme this biohack into the mainstream,” CyphR wrote. “As advocates of biohacking, that’s what we do. We advocate for the adoption of biohacking wherever possible, even if it means memeing the desired outcome.”
Their headline read: “Bill Gates will use microchip implants to fight coronavirus.”
Two days later, Adam Fannin, a polemical Baptist pastor from Jacksonville, Florida, stumbled upon the blog post online. It resonated with his deep distrust of Gates and he ran with it. Fannin, who started his own church with its own YouTube channel in 2017, transformed the biohackers’ fantasy into a biblical prophecy, one that was warned about in the book of Revelation: “It’s not just an implantable ID system,” Fannin says on a YouTube video. “It’s literally worshipping this beast.”

Recommendation enginges and „lean back“ media – Pluralistic: Daily links from Cory Doctorow
Die ganzen verlinkten Artikel in diesem Text muss ich noch lesen, klingt interessant.

The fact that these cult-members were willing to risk their lives, but not endure poor web design, says a lot about the nature of the Trump cult, and its relationship to passive media.The Trump cult is a „push media“ cult, simultaneously completely committed to Trump but unwilling to do much to follow him.That’s the common thread between Fox News (and its successors like OANN) and MAGA Facebook.And it echoes the despairing testimony of the children of Fox cultists, that their boomer parents consume endless linear TV, turning on Fox from the moment they arise and leaving it on until they fall asleep in front of it (also, reportedly, how Trump spent his presidency).

Audio/Video

Judas and the Black Messiah Trailer
Ein arger Film mit tollem Soundtrack (und Zusatzalbum?) über den Black Panther-Aktivisten Fred Hampton.

Sonst So

The Cultural Borders of Songs – The Pudding (via DasFilter)
Eine Weltkarte mit regionalen Nummer-Eins-Hits.

über WOLFGANG
Eine Webseite über Leben und Werk von Wolfgang Herrndorf.

Lærke Bagger Strik
Ich versteh kein Dänisch, aber ich finde Lærke Baggers Strickdesigns so cool, dass ich überlege, ihr Buch trotzdem zu bestellen und mir die Sprache (jedenfalls das Strickvokabular) anzueignen…

Backkatalog:



Hi, ich bin Jana.
Seit 2009 veröffentliche ich hier wöchentlich Rezepte, Reiseberichte, Restaurantempfehlungen (meistens in Wien), Linktipps und alles, was ich sonst noch spannend finde. Lies mehr über mich und die Zuckerbäckerei auf der About-Seite.

Mein Podcastprojekt:
Lieblings-Plätzchen

Meine Sketchnotes:
jasowieso.com

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Im Zuckersüß sammle ich (fast) jeden Sonntag meine liebsten Links der Woche: Rezepte für die Nachback-Liste, lesenswerte Blogposts, Zeitungsartikel und Longreads, Podcasts oder Musik, die mir gerade gefällt und oft genug auch Internet-Weirdness. Außerdem schreibe ich auf, was ich sonst so interessant fand: neue Rezepte in meiner Küche, Lokale, in denen ich gegessen, Pullover, die ich gestrickt oder Texte, die ich geschrieben habe.