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Zuckersüß 390

mit Gebackenem, endlich Ferien, Strickkonstruktion – und wie immer, den besten Links der letzten Tage.

Seit letztem Sonntag habe ich Bananen-Biscotti, Namoura mit Cremefüllung (ohne Füllung schon im Blog), und eine Birnen-Mandeltarte (so ähnlich schon im Blog) gebacken.

Ferien!

Nach einem furchtbar anstrengenden Semester mit eineinhalb Nebenjobs und Pandemie hab ich endlich mal Pause. Und deshalb habe ich beschlossen, Sachen zu tun, denen ich sonst keine Zeit einräume. Zum Beispiel Printzeitungen von vorne bis hinten lesen. Einige Artikel fand ich interessant/lehrreich/bemerkenswert, weshalb ich sie am liebsten hier in meiner Lieblingslinksammlung hätte. Weil sie aber alle hinter einer Paywall stecken und ich Zitate aus der Zeitung sicherlich nicht hierfür abtippe, gibts nur eine knappe Titelliste:

Stricken

Gefühlt den Rest meiner wachen Zeit habe ich strickend verbracht. Ich habe einerseits meinen Party-Top-Pullover (Design auf Ravelry) geändert (längere Ärmel) und an meinen Monkeysocks (Design auf Ravelry) weitergestrickt.

Viel spannender allerdings: ich habe alle möglichen Wollreste geschenkt bekommen und will sie möglichst gut verwerten. Der größte Teil davon ist Baumwolle, weshalb sich ein lockerer Frühjahrspulli anbieten würde. Am liebsten hätte ich mir den Lina Genser Pulli gestrickt, so gerne, dass ich mich fast mit der norwegischen Gratis-Anleitung befasst hätte. Zwar habe ich am Ende noch eine deutsche Übersetzung davon gefunden (hier bei Ravelry), musste aber feststellen, dass mir die Wolle niemals reichen würde, weil sie nicht weit genug läuft. Geld für eine Anleitung wollte ich nicht ausgeben, also beschloss ich, das Party-Top (für das ich in der ersten Version nur ~650 Meter gebraucht hatte) abzuwandeln. Mein allererster Versuch ging schief und wurde wieder aufgetrennt. Gut, dass es das Internet gibt, das mir einen Crashkurs in Strick-Konstruktion ermöglicht hat:

kragen eines pullis
So sieht mein Raglan-Konstrukt aus (in echt weniger schief als am Bild)

Nach alldem habe ich jetzt zumindest eine kleine Ahnung von Pulloverkonstruktion und bin wieder fasziniert davon wie viel Wissen (so viele Berechnungen!) und Können (Maschenarten, Gleichmäßigkeit) hinter einem scheinbar simplen (aber gut sitzenden!) Kleidungsstück steckt. Hoffentlich strickt sich mein neustes Projekt weiterhin gut und passt mir am Ende auch!

Bevor ich euch jetzt noch mit weiterer Stricknerderei (in Wahrheit ein neuerlicher halbernstgemeinter Versuch von „Lerntagebuch“) nerve, folgen hier meine liebsten Links der letzten Tage:

Rezepte

Lemon Olive-Oil Ice Cream Recipe – NYT Cooking
Zur Zeit könnte ich nur Zitronenzeug essen.

Grilled Chewy Rice Cake (燒餅) – Constellation Inspiration
Asiatische Desserts interessieren mich sehr.

Cheung Fun Rice Noodle Rolls · i am a food blog
Gleich nochmal was aus Reismehl.

Texte

From ‚Doctor Who‘ to ‚Outlander‘: How Fans Craft Reverse Engineer Knits – DailyDot
Stricken und Popkultur.

“Most things can be translated into knitwear with a little imagination, a lot of math, trial and error, and a sense of adventure,” Gray said. “The right fiber is also very important. A thinner silk blend will have a much different drape to it than a thick rustic wool, and this matters when you’re trying to replicate something, for example, worn by Padmé [Amidala], who wears a lot of drapey fabrics. My mind is a knitter’s mind, so I’m always thinking about how things can be translated into knitwear, regardless of its original material. Some things translate fairly easily into knitwear, but other things can be quite challenging to make work.”

Lessons from A Pandemic Anniversary – Insight
Was Zeynep Tufekci so schreibt, finde ich quasi immer interessant.

SARS was useful to teach about how structural—reoccurring, with big social dynamics—and how contingent history can be—at the same time. Epidemics and pandemics recurring features of human societies, but which pathogen will take off? Which one will be confined to a small region? Which one will we be able to beat back? Here, the study of history tells us that big, structural dynamics may determine broad currents, but to also pay attention to the specifics upon which things can turn, sometimes unexpectedly.
I had always emphasized to my students how pandemics were inevitable, eventually, but also that we had been able to contain SARS exactly because it did not spread during the incubation period, and also because high-fever was a reliable symptom—we could point temperature guns at people at airports and find and isolate the sick before they infected further people. If not for that, I’d tell them we’d probably have had a pandemic in 2003. It was a near-miss.  A near-miss, interpreted correctly, is a great teacher.

Schweig, Autorin – Misogynie in der Literaturkritik – 54books
Ein in meiner Bubble sehr oft geteilter Text.

Um Missverständnissen vorzubeugen: Es geht hier nicht darum, pauschal zu behaupten, die Rezensionen hätten positiv ausfallen müssen. Natürlich dürfen Romane verrissen werden, auch die von Frauen. Es geht darum, dabei Persönliches und Ästhetisches nicht derart zu vermengen und dabei frauenfeindliche Klischees zu reproduzieren. Es geht darum, dass die Auseinandersetzung zu oft nicht angemessen ist, weil die Kritiker Traditionen weiblichen Schreibens nicht kennen, weil sie ihre LeGuin und ihre Atwood nicht gelesen haben, weil sie sich mit diesen Themen und Formen nicht beschäftigen. Es geht darum, dass Kritiker, die oberflächlich aburteilen und verärgert persönliche Verrisse produzieren, ihre Arbeit nicht tun.

Mehr als nur Gehen: Die unbekannte Rolle des Spaziergangs – news.ORF.at
Übers Spazierengehen früher und in der Literatur.

„Um 1840 gehörte es vorübergehend zum guten Ton, Schildkröten in den Passagen spazieren zu führen. Der Flaneur ließ sich gern sein Tempo von ihnen vorschreiben“, schrieb der deutsche Philosoph Walter Benjamin und entwarf gleichzeitig das Konzept des Flaneurs im 20. Jahrhundert. Er verortet den Spaziergänger nun nicht mehr am Land, sondern in der Stadt.  

Pluralistic: 28 Jan 2021 – Pluralistic: Daily links from Cory Doctorow
Noch ein anderer Blickwinkel auf die Reddit vs. Hedgefonds-Story: Überwachung!

Recall that all of this is only possible because Robinhood lets average joes buy and sell stocks for free. How can Robinhood give away a service that costs it money and still stay in business? (Hint: They’re not making it up in volume).
The answer is: surveillance. Robinhood partners with institutional investors and lets them spy on what the average joes are buying and selling. Sometimes, this is just „market intelligence“ („Hey, people like fidget spinners“) but the main event is front-running.
If you’re paying Robinhood to tell you what assets its customers are about to buy, you can go out and buy them up first and sell them for a profit to Robinhood’s customers.

You’re Doing It Wrong: Notes on Criticism and Technology Hype | by Lee Vinsel | Feb, 2021 | Medium
Ich bin mir nicht sicher was ich von diesem Artikel halten soll (den meisten Beispielen kann ich wegen mangelnder Detailkenntnis nicht folgen), aber die These des „criti-hype“ klingt schon interessant.

Now, many of these exaggerations about nanotech now seem outlandish to the point of being LOL funny. But the point is that these worries about nanotechnology were a black mirror for claims made by the technology’s boosters, and there were clear financial incentives for academic social science researchers to go along with the hype. If nanotechnology was not as big a deal as its boosters claimed, there also wouldn’t be reason to fund social science research on the topic.

Audio/Video

Mahlzeit! Hexenküche Lebensmittelindustrie – Die ganze Doku | ARTE
Stellenweise kam mir diese Doku ein kleines bisschen tendenziös vor, aber sie bietet einen gruseligen Einblick in die Schummeleien von Fertigproduktherstellern.

Claire Saffitz Makes Confetti Cake | Dessert Person
Eine gute Show, um sie im Hintergrund laufen zu lassen.

‚Christian Dior, Designer of Dreams‘ at the Musée des Arts Décoratifs
Die Doku fällt auch fast unter „seichte Unterhaltung“, in Wahrheit wär ich aber gerne in der Ausstellung gewesen.

Sonst So

Eaten – The Food History Magazine
Neuerdings auf meiner Wunschliste.

Todd Webb in Africa | Mia (via @PeterMartell)
Das Minneapolis Institute of Art hat eine ganze Foto-Ausstellung online gestellt, inklusive ausführlicher Begleittexte. Zu sehen sind Bilder von Todd Webb, der 1958 im Auftrag der UN (post-)koloniale Staaten in Afrika festhalten sollte.

Foto

Streusel, schon wieder.

Backkatalog: