Blick über die salzach auf Salzburg

Zuckersüß 343

In dieser Woche habe ich Käsekuchen mit Bröselboden (Rezept bald im Blog!) gebacken, außerdem auch Milchreisauflauf, Bravetart’s Zimtschnecken und eine Zwetschgen-Version der Frangipane-Tarte mit Marillen.

Überhaupt hatte ich recht viel mit Reis zu tun, da ich für Ö1 Moment Kulinarium gerade an einer Sendung zum Thema arbeite. Ich recherchierte auf einem Reisfeld (nur 3km von U1 Leopoldau!), war bei einem italienischen Koch und in einem japanischen Restaurant. Anzuhören ist das Ganze dann am Freitag um 15.30h.

Der Semesterstart mitsamt Prüfungsterminen naht, weshalb ich mich ein bisschen in prüfungsrelevante Lektüre zur Globalgeschichte (Margarete Grandner, Arno Sonderegger: Nord-Süd-Ost-West-Beziehungen. Eine Einführung in die Globalgeschichte. Mandelbaum Verlag) vertieft habe und dabei sehr interessantes zu scheinbar typisch „österreichischen“ (Kernöl, Käferbohnen), „ungarischen“ (Paprika) und „italienischen“ (Polenta, Tomaten) Zutaten gelernt, die alle eigentlich aus den Amerikas stammen.

So sollte meine Töpferei werden…

Am Samstag hatte ich dann die Chance, zu töpfern – und machte mich gleich daran, ein paar Teller für meine Fotos hier herzustellen. Inspiriert sind sie von @kchossak_pottery (Izy Hossack aka Top With Cinnamon’s Mama), ich hoffe, sie werden was!

Bis Sonntag gab es außerdem noch eine zweite CfP-Runde bei der coolsten Internetkonferenz Wiens, der Privacy Week (21.-27.10.), und ich reichte ganz knapp gerade noch so um 23.59h einen Sketchnote-Workshop ein. Da fällt mir ein, kennt ihr schon meine Sketchnote-Freelance-Webseite?

Hier folgen meine liebsten Links der Woche:

Rezepte

orange juice challah — molly yeh
Ich habe noch nie Orangensaft in Hefeteig gekippt.

Chocolate Banana Rye Muffins – Love and Olive Oil
Gerade aus dem Ofen geholt, für gut befundnen.

cinnamon brown butter breakfast puffs – smitten kitchen
Herbst ist Zimtzuckerzeit, oder?

Texte

Masken für Millionen – Tagesspiegel
Ich habe noch niemals einen Insta-Facefilter benutzt, was vor allem daran liegt, dass ich noch niemals mein Gesicht in die Insta-Stories gehalten habe… Aber interessant ist der Hype darum allemal!

Der Reiz ist groß. Ein Filter, der viral geht, ist ein Sechser im Lotto der Aufmerksamkeitsökonomie. Der Traum aller Creators, aller PR-Abteilungen: Die Menschen laden einen Filter, fotografieren oder filmen sich damit und – das vor allem – teilen das Ergebnis, verschaffen dem Image einer Marke Aufwind, ohne zu merken, dass sie Teil einer Werbemaschinerie sind. Vielleicht stören sie sich auch einfach nicht daran

Bitte nur noch 5 Minuten – Das Nuf Advanced
Hätte ich nicht mit 14 oder 15 ganze Wochenenden damit verbracht, mein Blog zu „verschönern“, hätte ich jetzt bestimmt überhaupt keinen Plan vom Funktionieren von Webseiten…

Viele Technologien oder soziale Netzwerke oder Software kann man zwar ohne große Einführung benutzen, aber den vollen (naja den nutzbringenden) Funktionsumfang erlernt man erst durch die regelmäßige Nutzung. Das gilt z. B. auch für Schreibprogramme. Man muss durch die neun Vorhöllen bis man die meisten Kniffe kennt. Wer diese Vorhöllen (Absatzformatierung, Nutzung von Tabulatoren, Formatierung von Tabellen, Fuß- und Endnoten, Seriendruck …) schon lange vor der Erstellung der ersten Hausarbeit durchlaufen hat, kann sich glücklich schätzen, denn dann entfällt der ‚Aufwand für Digitalisierung‘.

Arbeit ǀ Was vom Tage übrig bleibt — der Freitag (via Buddenbohm & Söhne)
Ich schwanke aktuell zwischen „eigentlich sollte ich in meiner Freizeit wirklich nicht über meine Arbeit sprechen“ und gefühlt notwendigem Dauer-Selbstvermarktungs-Netzwerks-Modus…

Auf paradoxe Weise gilt das sogar für jene meist jüngeren Hochqualifizierten, die auf privaten Partys am Wochenende am liebsten über ihren Job sprechen. […] Identifikation mit dem Unternehmen und das Mitteilungsbedürfnis sind bei diesen Menschen hoch, bis die Selbstverwirklichungsschraube nicht mehr greift, weil sie zum Burn-out überdreht ist.
Viele Beschäftigte bemerken diesen Widerspruch kaum mehr. In den unteren Segmenten des Arbeitsmarktes ist es die Angst vor Hunger und Obdachlosigkeit, die einen die Arbeitsdespotie vergessen lässt. In den mittleren und höheren Sphären sind es Wohlstandsversprechen, Anerkennungsdrang und Arbeitsethik, die den Weg zur Knechtschaft ebnen.

Digital Detox: Die Naivität der Digital-Asketen – Süddeutsche.de
@tante hält nix von Digital Detox:

Digital Detox versucht, gesellschaftliche und strukturelle Probleme durch Askese des Einzelnen zu beheben. Doch wer das Digitale als Toxin beschreibt, entreißt den Menschen wichtige Teile ihrer gelebten Realität. Im Gegenzug muss die Erfahrung der physischen Welt mystifiziert werden: Legten wir doch nur alle unsere Handys weg und gäben uns bewusst dem Erleben des Stehens in einer überfüllten S-Bahn hin, so würde unser Leben plötzlich erfüllt, ja glücklich

Weil der Verlag sich ändern muss – Version 2019 – Indiskretion Ehrensache
Print ist quasi tot, sagt dieser Post voraus. Und es ist schon wahres dran…

Redaktionen werden wahrscheinlich nie wieder so groß, wie sie einmal waren. Und wenn Redaktionen so geführt werden, wie aktuell, sollte jeder Redakteur sich darüber bewusst sein, dass er austauschbar ist. Wer Schichtdienste verrichtet, aus Kostengründen nicht mehr reisen kann und so viele Bereiche betreut, dass er keine Kontaktenetze mehr bauen kann, der kann jeden Tag durch den nächstjüngeren Kollegen ersetzt werden, der im Tarifvertrag zwei Etagen unter ihm angesiedelt ist.

Im digitalen Faschismus-Strudel – Süddeutsche.de
Super Aussichten…

„Digitaler Faschismus“, so die Studie, „kann charakterisiert werden durch den Umstand, dass Massen sich über soziale Medien selber manipulieren. Faschistische Entwicklungen verdanken sich neuen Kommunikationsstrukturen, die die Wahrnehmung extremistischer Narrative verändert haben.“ Nationalistische Lagerfeuer halten kalte, unliebsame Wahrheiten fern, man bleibt unter sich und ist immun gegen die Korrektur durch Fakten. Die Demokratie muss dafür sorgen, dass deren Flackern nicht alternativlos für Deutschland wird.

Scientists for Future: „Es macht mich traurig, wie dumm wir sind“ – ZEIT Campus (via Buddenbohm & Söhne)
Fridays for Future hat echt einiges ins Rollen gebracht.

Unser Konsumverhalten funktioniert so nicht – egal, ob es um Plastikverbrauch geht, um Müll, um Fernreisen, um die Frage, wie viel Quadratmeter Wohnfläche jeder von uns haben muss. Ich sage nicht, dass wir eine Verzichtgesellschaft brauchen. Nein, wir müssen lernen, dass Lebensqualität bei dem hohen materiellen Wohlstand, den wir Deutschen haben, nicht davon abhängt, so viele Ressourcen zu verbrauchen. Ich bin überzeugt, dass der Erholungseffekt von drei Wochen Radfahren in Brandenburg mindestens so groß ist wie der Erholungseffekt von einer Fernreise auf die Malediven mit Tauchkurs. Aber das verstehen viele Menschen nicht.

Strike with the Band – Kate Wagner – The Baffler
Über Privilegien im Klassikmusikbetrieb.

One day, around the beginning of my junior year of college, it occurred to me that I wasn’t going to make it. I had already developed carpal tunnel and tendonitis from years of improper violin technique taught to me by my rural music teachers. I was out of money to go to festivals, and I had no way of making lasting, important connections in a field where who you know matters more than anything else. I had no serious job prospects, nor any hope for job prospects. At work one night, the falseness of the “work hard and you will succeed” ethic washed over me: the truth was the music world was a two-tiered system, and I was in the second chair.

A Century of “Shrill”: How Bias in Technology Has Hurt Women’s Voices – The New Yorker
Gender Studies x Techniksoziologie:

 In the end, the word “shrill” is not about the off-putting volume, pitch, or timbre of a woman’s voice—it’s an attempt to silence a voice. Whether as engineers, politicians, journalists, or artists, we must examine our own biases and work toward ensuring that everyone has an equal voice in our democracy.

Moroccan Journalist on Trial for an Abortion She Says She Never Had – The New York Times
Ach, Marokko…

The Moroccan government casts itself as a champion of women’s rights. But by prosecuting a couple and medical workers for a procedure that is done hundreds of times every day in the country, critics argue that the government undercuts its own claims and exposes its determination to silence dissent.
Ms. Raissouni works for Akhbar al-Yaoum, a daily newspaper that is one of the few independent news sources in Morocco. Though it employs fewer than a dozen reporters and has been in existence for only a decade, the paper and its journalists have found themselves in court many times.

Audio/Video

Sleek Magazine: SLEEK Podcast 01: The Rise of AR Filters
Ein Interview mit der Gestalterin des berühmten Beauty3000-Filters auf Instagram, @jowhska.

Foto

Von einer Salzachbrücke auf Salzburg fotografiert.

Backkatalog

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