Zuckersüß 335

Eine spontane Fast-Ferien-Woche, wie schön: Ich war im Home Café isländischen Fisch essen und dann für vier Tage #amland. Dort habe ich von die Hälfte meiner Zeit im Garten, die andere Hälfte in der Küche verbracht. So gab es eine weitere Runde in meinem Eierlikör-Guglhupf-Test (bald im Blog), mitsamt Picknick-Fotoshooting in der Gänseblümchenwiese. Außerdem Rhabarber-BBQ-Sauce (ebenfalls bald im Blog), eine gegrillte Ananas, Gin Basil Smash und zweierlei Wodka-Infusionen. Ob man aus dem Holunderblüten- und Rhabarber-Wodka gute Cocktails mixen kann, zeigt sich dann nächste Woche, bis dahin meine liebsten Links der vergangenen Tage:

Rezepte

Savory Herb Shortbread – The View from Great Island (via Frankie)
Wie schön so Cracker aussehen, wenn man ein paar Kräuter hineindrückt!

Dirty Horchata – NYTCooking
Ein kalter Reis-Auszug wird offenbar das Sommergetränk 2019.

Honey-Sweetened Strawberry Chamomile Shrub – With Food + Love
Bei der nächsten Party gibts Shrub als alkoholfreie Cocktailalternative!

Ash Reshteh – NYTCooking
Ein persisches Suppenrezept von Samin Nosrat (Host von Salt Fat Acid Heat auf Netflix), das viele besondere Zutaten braucht.

Potato Vareniki – Smitten Kitchen
Kartoffel-Teigtaschen mit Schmand und getrocknetem Sauerkraut.

Texte

Fernsehen: Mord und Quote – ZEIT ONLINE (via @ineshaeufler)
Gut gegen böse:

Weniges bedient das menschliche Grundbedürfnis nach Gerechtigkeit so stark wie ein rechtschaffener Krimi. Am Ende wird der Fall in aller Regel gelöst, der Verbrecher muss sühnen. Eine symbolisch ins Wanken gebrachte Ordnung wird dank des konsequenten Aufklärungswillens des Ermittlers binnen 45 oder 90 Minuten wieder in Ordnung gebracht.

Was dir kein „Follow your Dreams“-Guru über die Realität des Freelancens erzählt – Groschenphilosophin (€)
Prekariat, sonst nix…

Du bist noch viel mehr vom Wohlwollen der Auftraggeber abhängig als in einer Anstellung, in der du wenigstens mit etwas Glück konstante, kompetente Vorgesetzte und die Vorteile des deutschen Arbeitsrechts genießt. Das umfasst unter anderem Urlaub, Krankenstand und fristgerechte Zahlungen.

Female voice assistants fuel damaging gender stereotypes, says a UN study – MIT Technology Review
Wer bringt den Sprachassistentinnen bitte sowas bei?

If you say “You’re pretty” to an Amazon Echo, its Alexa software replies, “That’s really nice, thanks!” Google Assistant responds to the same remark with“Thank you, this plastic looks great, doesn’t it?” The assistants almost never give negative responses or label a user’s speech as inappropriate, regardless of its cruelty, the study found.

What Makes a Map Good – Modus
Noch nie drüber nachgedacht, wie es eigentlich zur klassischen U-Bahn-Karte gekommen ist.

The insight that inspired the map came from electronic circuit diagrams, a fascinating instance of anachronistic analogical reasoning. Geography doesn’t matter for electricity. What matters are paths and connections, gateways to other paths. The same for commuters, Beck reasoned. What commuters needed were the paths from station to station and the connections to other Tube lines, not geographic accuracy.

Krass mittel – Buddenbohm & Söhne
Über eine Stadtwanderung (könnt ich auch mal machen in Wien!) durch Hamburg:

“Wie isses nun bloß möglich?” Ja, warum eigentlich gibt es so unfassbar hässliche Stellen in der Stadt. Warum gibt es andererseits plötzlich ganz zauberhafte Winkel und waldartige Grünstellen, dann wieder Betonklötze und Auftürmungen in Deprigrau, warum? Es liegt nicht nur am Geld, stellen wir fest, es gibt auch arm-schön und reich-hässlich, und zwar ganz eindeutig. Wie bei allen Wanderungen fragen wir uns oft, ob  man da wohl leben wollen würde, also etwa genau in dem Haus da, guck mal.

Wahlkampf und Wassermelone – lsdornheim.com
Schön erzählter Wahlaufruf.

Dann haben Papp-Man und ich als Team Demokratie erstmal erklärt, warum Nichtwählen die Rechten und Faschisten stärkt. Mein Beispiel “10 gehen wählen, einer wählt AfD, 10% für die AfD, 9 gehen wählen, 1 wählt AfD, 20% für die AfD” ist mir im Eifer des Gefechts mathematisch etwas daneben gegangen, aber es ist niemandem aufgefallen. Dafür ist die Grundlogik angekommen. Der Sicherheitsmann hatte genug Beispiele was aus seiner Sicht falsch läuft. Löhne, die nicht zum Leben reichen, Jugendliche, die unbetreut im Kiez rumstreunen, unbezahlbare Mieten. Gerade Papp-Man war es, der ihn darauf hinwies, dass man ja immer über die schlechten Sachen rede, aber viel zu wenig sieht, was gutes passiert. Zum Beispiel, dass letztes Jahr 60.000 Wohnungen gebaut wurden. Erst auf die Frage “Ja, warum haste dann keene?!” konnte er dann leider nicht mehr so schlagfertig antworten.

Tagebuch Freitag, 31. Mai 2019 – Was man glauben möchte – Anke Gröner
Mademoiselle Read On (deren Blog nun offline ist) habe ich auch oft sonntags verlinkt. Nun stellt sich heraus, dass ihre Geschichte(n) erfunden war. Auch Anke Gröner ärgert sich sehr darüber:

Holocaust-Opfer zu erfinden, ist nicht nur geschmacklos, es ist gefährlich. Es ist Wasser auf den Mühlen der Holocaust-Leugner, es ist Wasser auf den Mühlen derer, die Opfern eine Mitschuld unterstellen, ganz gleich, von was sie Opfer geworden sind, es ist Wasser auf den Mühlen der Geschichtsverfälscher und -umdeuter, die im Nachhinein besser wissen wollen, was passiert ist und wie wir damit umgehen sollten („Schlusstrich“, „langt jetzt auch“, „DRESDEN!“).

Einspruch ǀ Jede Pause ist wertvoll — der Freitag
Nora Hespers über Podcasterinnen:

Jede Pause, jedes Überlegen, jedes Ringen nach Worten erzählt etwas über den Prozess, der hinter den Gedanken und Aussagen liegt. Jedes „ich glaube“ lässt Platz dafür, dass eine andere Deutung möglich ist. Es ist nicht zwingend Unsicherheit, die daraus spricht. Sondern das Wissen darum, dass eine Welt jenseits des eigenen Erfahrungshorizonts existiert. Etwas, für das im Formatradio schon lange kein Platz mehr ist. Und etwas, das auch in langen Radiostücken gerne herausgeschnitten wird, weil es den Erzählfluss stört.

Video/Audio

Chef Alps 2019 René Franck (via Anonyme Köche)
Der Küchenchef des Dessert-Dining-Restaurants CODA in Berlin über sein Konzept. So interessant, dass ich ein Sketchnote dazu gekritzelt habe:

Sketchnotes zum Talk von René Franck auf der ChefAlps

Foto

Pflanztisch im Sommer.

Backkatalog

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