wein an beton

Zuckersüß 381

…mit allerlei Süßem, einem lang ersehnten Restaurantbesuch, viel Uni und Radioarbeit – und wie immer, den besten Links der letzten Tage.

Seit dem letzten Zuckersüß habe ich gefühlt täglich Süßes gemacht – meistens ohne den Gedanken, das Rezept jemals hier zu posten. So gabs zum Beispiel verschiedene Gewürzpuddings, pochierte Birnen, und Mohnnudeln (aka Home-Office-Mittagspausenm-Eskalation), zu denen ich Powidl aß (offenbar mit allen Traditionen brechend, wie mir mein österreichischer Mitbewohner versicherte).

Bald im Blog: Das Rezept zur Birne-Helene-Tarte

Ich habe außerdem ein Rezept entwickelt, das mir besonders taugt, und es deshalb innerhalb einer Woche zweimal gebacken, damit ich es auch guten gewissens hier verbloggen kann. Die Birne-Helene-Tarte mit Walnuss wird ~in den nächsten paar Tagen~ online gehen.

Mraz&Sohn

erdbeer-verbenen-kombucha-schnitten auf einem rechteckigen teller, von einer hand ins bild gehalten
Erdbeerkuchen mit Verbenencreme und Kombuchagelee, inspiriert vom Mraz&Sohn

Im letzten Rezeptpost, Erdbeerkuchen mit Verbenencreme und Kombuchagelee, hab ichs schon erwähnt: Ich habe mir vorletzten Mittwoch meinen lang gehegten Traum erfüllt, im Zweisternerestaurant Mraz&Sohn zu essen.

Ich habe noch am selben Abend eine ausführliche Insta-Story dazu gebastelt, um meine Eindrücke gleich festzuhalten. Aber anders als beim CODA letztes Jahr (mein erster Besuch in der Sternegastronomie) werd ichs nicht versäumen, auch einen Blogpost dazu zu tippen, versprochen!

Uni

Nach einem ganzen Sommer *echter* Ferien (also zumindest ohne Seminar-/Bachelorarbeiten oder so etwas) muss ich mich erstmal wieder an den ganzen Leseaufwand gewöhnen, den so ein paar Seminare mit sich bringen. Die thematische Bandbreite in den STS-Einführungsveranstaltungen ist groß: Es ging z.B. um anatomische Skelettzeichnungen und wie gesellschaftliche Rahmenbedingungen auf deren Form einwirkten (Schiebinger 1989), die sehr problematische Gemengelage beim Thema akademisches Publizieren/profitorientierte Journals (Fyfe et al. 2017), die mich die ganze Zeit an Aaaron Swartz tragisches Schicksal (The Internets own boy) denken ließ, oder ganz einfach um die „grobe“ Geschichte des Fachs (zusammengefasst in der Einleitung des aktuellsten Handbook of Science and Technology Studies). Ich finds alles sehr interessant, am liebsten hätte ich noch ein paar Stunden mehr pro Tag, damit ich alles unterbringen kann. Apropos unterbringen, jetzt habe ich tatsächlich schon in-Text-Zitationen in meinen „Sonntags“-Posts, brauch ich jetzt auch noch Fußnoten?

Und noch eine Randnotiz: Für unsere Gruppenprojekte hat uns das Institut eine Edu-Lizenz des „digitalen Whiteboard“ Explain Everything spendiert. Theoretisch ist das eine super Sache (aus der Ferne zusammenarbeiten, tippen, kritzeln, Videos, Webseiten, alles mögliche einbinden), nur leider ist es so buggy und braucht so unendlich viel Rechenleistung, das es praktisch fürchterlich frustiert – schade!

Radio

Fürs Radio war ich vergangene Woche zweimal in Niederösterreich: erst in der Gastwirtschaft Floh, um Josef Floh für Moment Kulinarium über sein Kinderrezeptebuch „Der kleine Floh“ auszufragen und dann noch in der Holzwerkstatt von Philip Götz. Neben Schaukelpferden, -elefanten und -motorrädern baut der auch Musikinstrumente für Kinder (z.B. einen Mini-Flügel, den ich im „Meisterstück“ kommenden Donnerstag in Ö1 Moment vorstellen werde) und Surfbretter aus heimischem Holz.

Per Zoom-Interview (+ lokaler Aufzeichnung, sonst ging das mit der Tonqualität natürlich niemals) habe ich auch noch mit Claudia Braunstein gesprochen. Sie bloggt auf Geschmeidige Köstlichkeiten über ihr Leben mit Kau-/Schluckbeschwerden und was sie so alles an „Gatschessen“ kocht. Dieses sehr interessante (und supernette!) Gespräch wird teilweise in einem Moment-Beitrag landen, der für Anfang November geplant ist.

In der Zwischenzeit lief dann mein help-Beitrag über die Stopp-Corona-App (leider schon wieder depubliziert). Der zugehörige Artikel ging bei help.orf.at online (und war sogar zeitweise bei den Top-Stories von orf.at, was vorher noch mit keinem meiner Texte passiert ist).

Hier folgen meine liebsten Links der letzten Tage:

Rezepte

Helen Goh’s salted pineapple and brown sugar cake Recipe Good Food
Fenchel ist auch noch drin, das klingt sehr spannend!

Funfetti Cookie Crusted Cheesecake – Southern FATTY
Irgendwie hätte ich Lust auf einen völlig übertriebenen, knallbunten, amerikanischen Sprinkle-Geburtstagskuchen wie diesen hier (nur in nicht-über-die-Maßen-süß)

Miso Butter Onions Recipe From ‚Ottolenghi Flavor‘
Das zu Kartoffelpüree!

Mapo Beans (White Beans Cooked in the Style of Mapo Tofu) Recipe | Serious Eats
Das klingt (vor allem nach dem Steinpilz Mapo im Mraz&Sohn) supergut.

Ultimate Vegan Ramen Recipe with Miso Broth | Serious Eats
So aufwendig. Aber ich würds gern ausprobieren!

Texte

Fungi, Folklore, and FairylandBy Mike Jay – Public Domain Review
Schon wieder Schwammerl-Content!

While the liberty cap’s “magic” properties seemed to go largely unacknowledged, the idea that fungi could provoke hallucinations did begin to percolate more widely in Europe during the nineteenth century — though it became attached to a quite different species of mushroom. In parallel to a growing scientific interest in toxic and hallucinogenic fungi, a vast body of Victorian fairy lore connected mushrooms and toadstools with elves, pixies, hollow hills, and the unwitting transport of subjects to fairyland, a world of shifting perspectives seething with elemental spirits. The similarity of this otherworld to those engendered by plant psychedelics in New World cultures, where psilocybin-containing mushrooms have been used for millennia, is suggestive. Is it possible that the Victorian fairy tradition, beneath its innocent exterior, operated as a conduit for a hidden tradition of psychedelic knowledge? Were the authors of these fantastical narratives — Alice in Wonderland, for example — aware of the powers of certain mushrooms to lead unsuspecting visitors to enchanted lands? Were they, perhaps, even writing from personal experience?

The great unravelling: ‚I never thought I’d live to see the horror of planetary collapse‘ -The Guardian
Eine Klimaforscherin über ihr Verhältnis zu ihrem Forschungsgebiet.

As we live through this growing instability, it’s becoming harder to maintain a sense of professional detachment from the work that I do. Given that humanity is facing an existential threat of planetary proportions, surely it is rational to react with despair, anger, grief and frustration. To fail to emotionally respond to a level of destruction that will be felt throughout the ages feels like sociopathic disregard for all life on Earth.

How the Wellness World Embraced QAnon – Jezebel
Verschwörungserzählungen zwischen Selfies und inspirational quotes auf Insta…

Michaels concludes, “The satanic cabal that has been ruling the world for thousands of years is about to be exposed and exterminated.” On her website, next to the tabs “FOOD,” “HEALTH,” “PRODUCT REVIEWS,” and “TRAVEL,” one can now find links to resources on QAnon. On her personal Facebook page, in between quips about drinking wine at 3 p.m. “because 202o” are rants about “pedophiles at Netflix,” memes about the New World Order, and breathless updates on the next info drop from Q.

The Free Labor Force of Wives: A Conversation with French Feminist Writer Christine Delphy – Los Angeles Review of Books
Care-Arbeit ist Arbeit.

There exists a pattern that women cannot live without men and vice versa. It’s considered a big failure in life to not live in a couple. We don’t know any other way to live, so this is where the culture in itself becomes reinforcing: this is the home, the home is based on your parents, but when you are an adult it’s based on reproducing precisely the same pattern. This pattern is also based on the fact that in most countries the custom is that the woman does the domestic work, and she’s supposed to help her husband and not be paid for that. By marrying a woman, a man gets hold of everything she possesses, including her labor force.

Wir müssen uns um die Singles keine Sorgen machen – Berliner Zeitung (via @sei_riots)
Sarah Berger zu einem ähnlichen Thema, aber mit positivem Ausblick.

Was Alleinerziehende schon lange wissen, bekamen Eltern in Partnerschaften beim Wegbrechen der Kinderbetreuung nun auch persönlich zu spüren: Arbeit und Kinderfürsorge lassen sich kaum miteinander vereinbaren. Diese Unvereinbarkeit geht zulasten der Frauen: Unbezahlte Care-Work leisten in heterosexuellen Partnerschaften mit Kindern doppelt so häufig Frauen wie Männer. Diese ungleiche Verteilung der Sorgearbeit geht einher mit schlechteren beruflichen Perspektiven und geringerer finanzieller Absicherung, besonders im Alter. Sind das individuelle Probleme einzelner Partnerschaften? Oder systemische Schwächen einer heteronormativen Gesellschaft, die nicht nur am romantischen Liebesideal des 19. Jahrhunderts festhält, sondern auch die Familie zur Privatsache erklärt?

Sophie Lewis Is Reviving the Case for Abolishing the Family – vice.com
Sophie Lewis ist im obigen Text zitiert und wird hier von Marie Solis porträtiert:

Watching First Dates, it occurred to Lewis that heterosexual dating in real life very much resembled the staged, stylized version of it that contestants participate in on the show: “‘Dating,’ as it is currently known and practised, casts ordinary people as perfectible investment opportunities in competition with each other across myriad platforms,” like OkCupid and Tinder, she wrote.

On the Future Genealogy of the Date – Blindfield Journal
Sophie Lewis über das Konzept „Dating“ und Moira Weigels Buch „The Labour of Love“.

Because one’s performance on a date represents one’s relation to the cult of love (Love™) itself, a date – particularly a first date – threatens to determine one’s subjecthood wholesale. At the same time, where love is concerned, money is supposed to be ‘no object.’ Given that money is finite, when love has failed to germinate by the end of a date, the politics of the ‘bill’, ‘tab’ or ‘check’ becomes a freighted matter. Myriad advice columns on the topic attest to this. Reluctance on the part of the masculine figure to shoulder it – given the endurance of patriarchal power in society – communicates a low assessment of his interlocutor’s value. While many men know this and use it consciously to communicate this, innocence is also no defence. One cannot escape this symbolic grammar, on a first date, simply by willing it away.

Oben ohne. – orlando b.
Zur gesellschaftlichen Ungleichbehandlung nackter Frauen-/Männerkörper, aus der Perspektive einer trans Person:

Es ist Sommer. Nackte Brüste radeln durch die Stadt, watscheln durch den Supermarkt, trinken Bier in der Fußgängerzone. Nackte Brüste tragen ein Kind mit Bikini. Diese Brüste sind nackt, weil sie Männern™ gehören. Auch ich könnte das tun. Ich könnte jetzt, am 25. Juli 2020, auf der Straße mein T-Shirt ausziehen. Gehört sich aber nicht, würden sich die Leute nur in gewissen Bezirken denken. Vor einem Jahr hätten sie überall so reagiert. Mir vorgeschrieben, etwas überzuziehen. Mich anzeigen können. Mich des Supermarkts/des Lokals/des Schwimmbades verweisen können. Mich unaufgefordert angesprochen, fotografiert, angefasst.
Vor einem Jahr waren meine Brustwarzen ein paar Zentimeter weiter unten und größer. Vor einem Jahr war da so viel Fett, dass es in einer großen Falte über meine Rippen hing.

Wer kommt, wer geht? Besuch bei den Portierinnen des Wiener Rathauses – derStandard.at
Julia Pühringer schreibt so schöne Wien-Reportagen!

Frau Hackl und Frau Liepold wissen, wer kommt, wer geht, wer wo arbeitet und, am wichtigsten: wer überhaupt wohin darf. Und sie sind es gewohnt, dass Menschen von anderswo, die hier landen, etwas überrascht sind. Wie, das ist das Rathaus dieser Stadt? Im Ernst? Keine Kirche? Kein Palast? War’s auch nie? „Und ich sag’ dann, das Rathaus war immer Rathaus, es wurde 1883 als Rathaus gebaut, wir haben ja ein noch älteres Rathaus in Wien, in der Wipplingerstraße“, sagt Gabi Liepold stolz.

Data Conscious Listening – Hot Pod
Über Podcast-Distribution in Ländern, wo Datenvolumen sehr teuer ist:

Alternative or additional distribution systems can help too — there are some great examples of podcasts that distribute their audio files via the messaging app Whatsapp, which is a popular way of sending voice notes and can be set only to download when within range of WiFi. What’s Crap on WhatsApp? is a South African fact-checking podcast that combats the spread of misinformation on the platform with short monthly investigative updates that are available just by adding a phone number in the app. Bengali network Rebel Radio is also using Whatsapp to distribute their shows in India, having found that the ability to quickly forward an episode to friends is invaluable for growing an audience.
One option that I particularly like are “call-to-listen” services like Dial-a-Podcast or Bullhorn that assign your show a phone number which, when called, will play it down the phone line. Even in places where data is expensive phone plans will often offer unlimited or extremely cheap call minutes, which makes audio more accessible. There’s also been a resurgence of this technology being used for live events in the past few months, with churches also turning to dial in services during lockdown to broadcast services for those who don’t use or can’t afford video calls.

Can Killing Cookies Save Journalism? | WIRED (via Tim Bray)
Der niederländische Rundfunk hats probiert.

If advertisers start paying to appear in a certain context rather than to target a certain user, it will advantage publishers whose content is actually good—and put out of business the long tail of low-quality or outright fraudulent sites that currently soak up much of the money spent on automated programmatic advertising.

Der dunkle Spiegel – Seit ich Edward Snowden getroffen habe, habe ich nie aufgehört, über meine Schulter zu schauen – Netzpolitik.org
Ein Ausschnitt aus Barton Gellmans Buch, der wirklich gruselig ist:

Ob er einen Mixer besaß, wollte er weder verneinen noch bestätigen. Wie alle Elektrogeräte besitzen Mixer eine elektromagnetische Signatur, wenn man sie einschaltet. Er ging davon aus, dass die US-Regierung versuchte, herauszubekommen, wo er wohnte. Darum wollte er ihnen keine Hinweise liefern, seien sie elektromagnetischer oder anderer Art.„Schutzschild vergrößern und Angriffsfläche verkleinern“, sagte er – eines seiner Sicherheitsmantras. Was die Fähigkeiten der US-Geheimdienste betraf, hatte er nicht unrecht. Als sie Osama bin Ladens Unterschlupf in Pakistan ausfindig machten, hatten sie die elektromagnetischen Abstrahlungen genau beobachtet.

Science may be self-correcting, but what about the scientific journals? – STS Blog
Optionale Lektüre aus einem meiner Uni-Seminare.

Academic journals do not value reproductions and replications of research as much as novel articles. Therefore, trying to validate research findings often becomes a risky effort since the resulting publications are rarely deemed original enough by journal editors as this case also suggests. Who would waste time for something they cannot publish? Afterall, scientists, among other things, want to advance their careers through publications as the infamous motto “publish or perish” suggests.

Audio/Video

Alicia Keys – Me x 7 (Visualizer) ft. Tierra Whack
Beim ersten Durchhören des neuen Alicia Keys-Album bin ich an diesem Song hier hängengeblieben. Sehr catchy.

Life & Love | Skinshape
Dieses Album hab ich in den letzten Tagen ganz schön oft angehört.

„Pipelinefunk“ Armin Küpper – YouTube
Ein Saxofonist + ein sehr langes Rohr. Faszinierend.

Life in Looks Vogue – YouTube
Diese Videoserie finde ich interessant ( und ich hab fast übermäßig viele Episoden geschaut: Dolly Parton, Salma Hayek, Kim Kardashian, Cher, Gwen Stefani)

George Orwell, Aldous Huxley – 1984 oder Schöne neue Welt – ARTE
Interessante Doku!

Sonst So

Fool #8 Japan
Schon wieder ein tolles Indie-Food-Magazin…

GitHub – daviddao/awful-ai:
Eine Liste voller gruseliger KI-Anwendungen.

Seterra
Online-Geografiequizze.

Foto

Schnappschuss von einem Herbstspaziergang

Backkatalog:

Schreibe einen Kommentar

Deine E-Mail-Adresse wird nicht veröffentlicht. Erforderliche Felder sind mit * markiert.