buda im abendrot

Zuckersüß 346

In dieser Woche habe ich ein zweites Mal Schoko-Bananen-Muffins mit Kakaonibs und Weißer Schokolade gebacken, außerdem Germknödel und zwei Pies gemacht: Einen mit Walnüssen und Ahornsirup (bald im Blog) und einen mit Äpfeln, Walnüssen und Cranberries – irgendwie wie die Apfeltarte mit Rosinen und Walnüssen und Gewürz-Eis, aber halt irgendwie auch nicht.

Cocktails

Außerdem habe ich Cocktails für Gäst_innen gemixt: Gin Basil Smash mit sehr fotogenen Blüten meines sterbenden Basilikum-Strauchs (ohne Foto), Aperol Sour mit Mandarinensaft (der Winter naht!), Dark&Stormy mit WG-eigenem Ginger Beer und Bramble, den ich so gut fand, dass ich ihm bald einen eigenen Blogpost in meiner Zuckeräckerei-Cocktail-Kategorie widmen sollte.

Uni

Die Uni hat in dieser Woche so richtig angefangen und es scheint ein interessantes Semester zu werden. Ich belege u.a. die Digitale Transformationen-Ringvorlesung, die scheinbar unendliches Funding zur Verfügung hat (Einführungsvideos für jede Einheit?! Drei Tutor_innen?!) und Studis aller Fächer „digital souverän“ (was das heißen soll, wird sich noch zeigen) machen soll. Auch spannend, aber mit Montags um 8 Uhr morgens nicht unbedingt zu meiner liebsten Uhrzeit: Ein Seminar zu Femonationalismus, also der Vereinnahmung ursprünglich feministischer Positionen für aggressiven Nationalismus (und/oder Rassismus). Aus Nostalgie habe ich beschlossen, auch noch der Vorlesung zur Geschichte der Sprachwissenschaft im 20. Jahrhundert zu folgen, obwohl ich meinen Linguistik-BA abgeschlossen habe und nicht plane, den Master im Fach zu absolvieren. Wenn ich sehr viel Sonntagsmotivation habe, schreibe ich wie während meines Erasmus-Semesters auch in Zukunft ein bisschen über die Lehrveranstaltungen – als Schreibübung, Lernreflexion und weil ich „Tagebuchblogs“ so gern lese (s. meine Zuckersüß-Motivation von Anfang 2018 und eine Liste meiner liebsten Tagebuchblogs)

Aufmacher-Medienrunde

Ansonsten war ich auch noch bei der Aufmacher-Medienrunde, diesmal mit Anja Conzett, genaueres habe ich hier aufgeschrieben.

Sketchnote zur Aufmacher-Medienrunde mit Anja Conzett von republik.ch

Hier folgen meine liebsten Links der Woche:

Rezept

This Savory Tarte Tatin Is French Onion Soup in a Tart – Serious Eats
Das schaut nach sehr viel Arbeit aus, aber ich will es trotzdem unbedingt probieren.

Text

Holly Herndon: the musician who birthed an AI baby – The Guardian
Holly Herndons Musik ist mir letzten Sonntag in der Uncanny Values Ausstellung im MAK begegnet. Nach diesem Artikel find ich ihre Arbeit noch faszinierender:

“They’re like: how do I get the system to compose a Hans Zimmer score for me, so that I don’t have to pay an artist?” she shrugs. Herndon is bemused by such unimaginative use of world-changing technologies. “I don’t want to recreate music; I want to find a new sound and a new aesthetic. The major difference is that we see Spawn as an ensemble member, rather than a composer. Even if she’s improvising, as performers do, she’s not writing the piece. I want to write the music!”

Behemoth, bully, thief: how the English language is taking over the planet – The Guardian
Während Bewahrungstendenzen in großen Sprachen wie Deutsch („Denglisch ist böse!“) in meinen Augen extrem kulturpessimistisch (und unnötig!) sind, darf eins nicht vergessen, wie kleinere Sprachen häufig von Englisch verdrängt wurden/werden:

From inauspicious beginnings on the edge of a minor European archipelago, it has grown to vast size and astonishing influence. Almost 400m people speak it as their first language; a billion more know it as a secondary tongue. It is an official language in at least 59 countries, the unofficial lingua franca of dozens more. No language in history has been used by so many people or spanned a greater portion of the globe. It is aspirational: the golden ticket to the worlds of education and international commerce, a parent’s dream and a student’s misery, winnower of the haves from the have-nots. It is inescapable: the language of global business, the internet, science, diplomacy, stellar navigation, avian pathology. And everywhere it goes, it leaves behind a trail of dead: dialects crushed, languages forgotten, literatures mangled.

How a Brand Name Becomes Generic – NYTimes
Markenrecht ist so ein Kopfschüttel-Thema für mich…

Ultimately, it’s unlikely that you care about the intellectual property struggles of large corporations, and you’ll probably keep saying “Kleenex” when you really just want a tissue. But those companies are fighting hard to make sure you don’t.

Ramen, noise and rebellion: How David Chang defined the decade in food – Washington Post
Ein Porträt des Momofuku- und Lucky Peach-Gründers.

Here’s the thing about ramen: If David Chang hadn’t done it, someone else certainly would have, a fact he freely admits: It was “just right place, right time.” You can calculate his impact in pork belly and Brussels sprouts, but the intangible stuff is what cuts deeper than food trends. Chang has led the conversation about cultural insensitivity in food, from challenging how diners expect low prices from immigrant restaurants to speaking out against “Chinese restaurant syndrome,” an impolite term for what some people call a perceived reaction to MSG. (The ingredient is in Doritos, he points out, and no one complains of illness after they eat those.)

I Was a Cookbook Ghostwriter – NYTimes
Branding ist alles.

Many real-world cooks have wondered at the output of authors like Martha Stewart, Paula Deen and Jamie Oliver, who maintain cookbook production schedules that boggle the mind. Rachael Ray alone has published thousands of recipes in her cookbooks and magazine since 2005. How, you might ask, do they do it?
The answer: they don’t. The days when a celebrated chef might wait until the end of a distinguished career and spend years polishing the prose of the single volume that would represent his life’s work are gone. Recipes are product, and today’s successful cookbook authors are demons at providing it — usually, with the assistance of an army of writer-cooks.

Uni brennt nicht mehr – DATUM
Im Herbst 2009 war ich noch weit entfernt vom Studium, doch durch den Blocus an der Uni Nancy im vergangenen Frühjahr, begann ich mehr über Uni brennt zu lesen. Diesen persönlichen Rückblick fand ich interessant:

Warum strömten in den Wochen darauf erst hunderte, dann tausende Menschen ins Audimax und verwandelten die Besetzung in ein politisches Ereignis, dessen konterkulturelle Bedeutung rückblickend nur mit der Besetzung des Arena-Areals 1976 oder der Hainburger Au 1984 verglichen werden kann? Warum entzündete sich ausgerechnet im verschlafenen Wien ein Protest, der erst den deutschen Sprachraum, dann halb Europa und schließlich sogar zahlreiche Universitäten auf der ganzen Welt erfasste – bevor er scheinbar ebenso unerklärlich wieder verebbte, wie er aufgebrandet war?

Audio/Video

Holly Herndon – Eternal
Bizarr-cool.

Robyn – Ever Again
Seit der Songexploder-Folge mit Robyn finde ich sie noch cooler.

4 Tage Angst – BR2
Diesen Podcast von Till Ottlitz über die Flucht seiner Mutter aus der DDR habe ich quasi am Stück gehört.

1619 – NYT
Den riesigen Hype um diesen Podcast, der die Geschichte der ersten Sklaven in den USA nachzeichnen will, kann ich nicht ganz nachvollziehen. Nach Trailer und Folge 1 bin ich ausgestiegen, weil mich die extrem langsame Erzählweise anstrengte. Das zugehörige Multimediaprojekt schaut aber ganz cool aus.

Sonst So

Den folgenden Thread fand ich superlustig, aber eigentlich auch sehr traurig, denn er zeigt auf, wie vorurteilsbehaftet und klischeehaft oft über den globalen Süden berichtet wird (dazu passt auch Chimamanda Ngozi Adichie’s „Half of a Yellow Sun“, das ich diese Woche fertiggelesen habe und über das ich hoffentlich bald in einem neuen Bücherpost schreibe):

Foto

Blick auf Buda im Abendrot

Backkatalog:

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