L’Orient

Rotensterngasse 22, 1020 Wien

Ich habe schon viel zu lange nicht mehr marokkanisch gegessen, weshalb ich Anfang Oktober dem L’Orient erstmals einen Besuch abstattete. Dass das Restaurant schön aussieht, habe ich mir bereits durch die Webseite denken können, doch in echt war es fast noch schöner: marokkanische Blechlampen an der Decke, in den Wänden gemauerte Bögen mit Ornamentmuster, ein großes Mosaik hinter der Theke und bequeme Bänke mit vielen Lagen von Webstoffen.

Alkohol wird nicht ausgeschenkt (Wein kann aber bei Stoppelgeld selbst mitgebracht werden), dafür gibt es eine große Auswahl an (Eis-)Tees, Mocktails und Panachés. Ich trank den Eistee „L’Orient“ (4,90€) , der quasi die kalte Version des klassich marokkanischen Atays mit Limette und Ingwer war.

Schlechtes Foto, aber you get the idea (hoffe ich).

Zu viert teilten wir uns die Vorspeisenplatte (15,90€) mit außerordentlich gutem Zerlouk (Melanzanidip), Hummus, marinierten Karotten, Eintopf Schlöh (sehr lecker gewürzte Linsen, dem Namen nach ein Berber-Rezept), ein unglaublich gutes Briwat (Filoteig gefüllt mit Hackfleisch, das u.a. mit Zimt gewürzt war) und Salat.

Ich war ein bisschen traurig, dass es keine Gemüse-Tajine gab. Doch weil es nicht Freitag(mittag) war, konnte ich einfach kein Couscous essen. Schließlich machte ich eine Ausnahme von meinem nicht-mehr-besonders-ernstgenommenen Vegetarismus und bestellte Tagine Fassi. Das geschmorte Rindfleisch mit Pflaumen, Marillen und Mandeln versetzte mich direkt nach Marokko zurück, am liebsten hätte ich es in die Mitte des Tisches gestellt und mit allen geteilt – nur leider hatte jeder sein eigenes Hauptgericht. Die Sauce schmeckte erdig wie die Tajine, das Fleisch war so weich, dass Besteck völlig überflüssig war – Tajine mit Brot zu essen, ist mir aber ohnehin lieber.

Ich bin kaum mehr an Fleisch gewöhnt, aufessen konnte ich deshalb leider nicht. Auch hätte ich am liebsten 50% Trockenfrüchte in der Tajine gehabt, aber bei Festtagsgerichten wie diesem steht halt das Fleisch voll im Mittelpunkt. Ich sollte unbedingt mal wieder selbst marokkanisch kochen!

Als Nachspeise aß ich noch Baghrir mit Amlou. Baghrir sind auch als „Crêpes 1000 trous“ bekannt, weil sie in der Pfanne nicht umgedreht werden und so vom Backpulver im Teig auf der Oberseite tausend kleine Löcher haben. In Marokko aß ich sie meistens mit schrecklich klebrigem „falschen Honig“ (Zuckersirup mit Orangenblütenwasser), doch mit Amlou, der erdnussbutterartigen Paste aus Mandeln und Arganöl schmeckt Baghrir noch viel feiner. Amlou ist leicht bitter und nicht besonders süß, dadurch ist das Dessert etwas komplexer als einfach nur Pfannkuchen mit Zucker.

Zum Schluss trank ich noch einen Tee aus Louisa (Verveine/Zitronenverbene). Er wurde im typischen Metallkännchen mit winzi-Gläsern und glücklicherweise ungezuckert serviert.

Superleckeres marokkanisches Essen, nette Atmosphäre – sehr empfehlenswert!



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Im Zuckersüß sammle ich (fast) jeden Sonntag meine liebsten Links der Woche: Rezepte für die Nachback-Liste, lesenswerte Blogposts, Zeitungsartikel und Longreads, Podcasts oder Musik, die mir gerade gefällt und oft genug auch Internet-Weirdness. Außerdem schreibe ich auf, was ich sonst so interessant fand: neue Rezepte in meiner Küche, Lokale, in denen ich gegessen, Pullover, die ich gestrickt oder Texte, die ich geschrieben habe.

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