Zuckersüß 333

Mir fiel heute auf, dass ich vor ziemlich genau fünf Jahren mein Abitur geschrieben habe – mit allerlei Keksen dazu: Abiturkekse Pt. I: Studentenfutter-Haferkekse, Abiturkekse Pt. II: Classic Chocolate Chip Cookies, Abiturkekse Pt. III: Mohn-Marzipan-Plätzerl mit Traubengelee:

Und in dieser Woche habe ich nun meinen Bachelor in Sprachwissenschaft eingereicht. Das war zwar an sich keine Prüfung (die letzte hatte ich bereits im Januar abgelegt), aber wegen der vielen auszufüllenden Formularen fühlte es sich fast so an. Kein einziges Mal habe ich daran gedacht, mir zu diesem Ereignis einen Kuchen zu backen – so langweilig wie zu Schulabschlusszeiten war mir leider schon länger nicht mehr.

Aber bis ich das Zeugnis ausgehändigt bekomme, braucht die Uni bestimmt noch ein paar Wochen, ich habe also noch Zeit, mir ein dem Anlass angemessenes Rezept auszudenken. Apropos, im Oktober wird die Zuckerbäckerei unglaubliche 10 Jahre alt, dafür könnte ich auch schon einmal überlegen…

Ansonsten habe ich mich in dieser Woche vor allem geärgert, dass ich nicht bei der re;publica in Berlin sein kann und nicht mal Gelegenheit hatte, den Stream anzuschauen. Aber ich habe zwei Bücher fertiggelesen, über die ich vielleicht noch in der entsprechenden Post-Serie schreiben werde: Sina Kamala Kaufmanns Helle Materie und Max Czolleks Desintegriert euch. Ich war auf Uniexkursion im Technischen Museum (recht enttäuschende Erfahrung, tbh) und hatte viel zu viele Deadlines um mich herum. Trotzdem habe ich zweimal gebacken, nämlich einen Rhabarber-Zopf (angelehnt an Krebsen und Aluette) und kleine Eierlikör-Kastenkuchen (nach diesem Rezept von 2010, dem ich zurecht nicht ganz traute), die etwas zu sehr aufgegangen sind, als dass ich sie hier posten könnte.

Hier folgt eine vergleichsweise magere Lieblingslinksammlung:

Rezepte

Spargel sous-vide mit Sauce Gribiche – HighFoodality
Mangels Küchenausstattung wird das sous-vide-Kochen nix, aber die Sauce will ich mal ausprobieren.

Barba di frate – Splendido Magazin (via lamiacucina)
Mönchsbart mit Bitterorangen, Käse und Pinienkernen zu Spaghetti. Interessant!

Texte

ricotta, not a love story. – Rachel Eats
Exotisierung ist auch beim Schreiben über Essen keine gute Sache:

London is a food city with multiple platform and tracks, each of them taking you somewhere different, but Rome is a food city with one track going in one direction: to Rome. I started eating and soon after starting doing what countless stranieri have done before me and writing about Italian food, and discovered Rome and Italy is fat with stranieri writing about Italian food — a living, eating industry selling the pleasures of the table and insider knowledge, peppered with various degrees of history and culture.

Der Cinderella-Schuh – Blog, Texte und Bilder von Marlen Hobrack
Überlegungen zu Plastik-Stiefeln im Schaufenster:

Zugegeben, in einigen Jahrzehnten wird Plastik ein Luxusgut sein, eben weil Öl als Herstellungsrohstoff ein sehr knappes Gut sein wird. Werden die Reichen und Schönen sich nur noch in Plastik kleiden, als Zeichen spätglobaler Dekadenz? Der Plastikschuh stellt uns vor die Frage, warum wir etwas, das sich ebenso gut mit besser recyclebaren Materialien herstellen ließe, ausgerechnet in der am wenigsten „nachhaltigen“ Form hergestellt wird. Nachhaltig ist übrigens ein schönes Wort. Denn halten, das tut der Kunststoff, Jahrhunderte lang. Nichts da mit Verrotten, Kompostieren, Zerfallen. Irgendwann wird er zerbröseln und aller Voraussicht nach als Mikroplastik in den Meeren landen.

Typography 2020 – Butterick’s Practical Typography
Eine Analyse der Typografie auf den Webseiten der US-Präsidentschaftskandidat_innen. Sehr interessant!

But typography—that’s a real decision candidates have to make today, with real money and real consequences. And if I can’t trust you to pick some reasonable fonts and colors, then why should I trust you with the nuclear codes?

Audio/Video

Little Bob & The Lollipops – Nobody But You
Zufällig entdeckt. So ein schönes Lied – sagt auch Memoir Mixtapes:

Louisiana soul croons and swoons on this sweet 1960s offering from Little Bob and the Lollipops. For me, the innocence and slow dance-ability of “Nobody But You” recalls less convoluted times. I hear the stirrings of first love and longing… all to a soundtrack that moves along so cool and so patient but thumps nervously on the inside.

GRAUSTUFEN — Design und Gesellschaft: FOLGE 7 »Macht« mit Andreas Koop
Super interessantes Gespräch über die Corporate Identity des Nationalsozialismus und die Verantwortung von Designer_innen.

Foto

Eine Altar-Straßenecke in Rom.

Backkatalog

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