rosa blüten hinter einem gusseisernen zaun

Zuckersüß 363

In dieser Woche habe ich Rhabarber-Baiser-Tarte mit Anis und gleich zweimal Grießschmarren gebacken. Außerdem gabs Rhabarber-Fenchel-Wermut-Cocktails nach HonestlyYum und Schoko-Cookies mit karamellisierter weißer Schokolade.

Der wöchentliche Lieferservice-Restaurantabend ging sich diesmal leider nicht aus, aber *bald* könnte ja schon wieder ein IRL Restaurantbesuch herausspringen, yay!

Musik

Wegen des Pitchfork-Artikels (Why Do We Even Listen to New Music?), den ich letzte Woche verlinkt habe, erinnerte ich mich an die Zeiten, in denen ich sehr motiviert nach neuer Musik gesucht habe. Hier habe ich mal erzählt, dass ich zu einem gewissen Zeitpunkt quasi das gesamte Backbuchsortiment der Bücherei in meiner Heimatstadt auswendig konnte. Vermutlich um 2010 herum blätterte ich in dieser Bücherei auch durch jede neu erschienene (deshalb noch nicht ausleihbare) Musikexpress-Ausgabe. Dabei schrieb ich mir jedes Album und jeden Song, der mir cool erschien, auf einen Zettel und suchte sie daheim auf YouTube (?) heraus. Außerdem kopierte ich die meisten Songs auf den Promo-CDs auf meinen displaylosen Billig-mp3-Player. Dort gab es auch sehr viele Songs, die ich via Tonspion heruntergeladen hatte. Mittlerweile ist diese Seite eine SEO-Schlagwort-Wüste ohne wirklichen Content, aber Promo-mp3s gibts halt in Streaming-Zeiten kaum mehr (AVEC’s „Dance Solo“ war dabei!). Leider ist meine gesamte Musiksammlung aus dieser Zeit vor ein paar Jahren verloren gegangen (wobei vielleicht noch irgendwo ein Backup-USB-Stick herumliegt?) und ich versuchte, mit wenigen Erinnerungen an Titel/Interpret_innen ein par Songs wiederzufinden. Das war ziemlich schwierig, weil aus dem Promo-Titeln nicht immer unbedingt die größten Hits wurden, die leicht zu ergoogeln sind.

Bei drei ists mir trotzdem gelungen: Darwin Deez’s Bad Day finde ich noch immer großartig (und das Fanvideo erst!), Deep Blue Sea von I Am Kloot hat schockierenderweise nur 88 Aufrufe auf Youtube und ich glaube bei Written in Reverse von Spoon habe ich nie vorher auf den Text geachtet. Peter, Björn and John’s Young Folks hatte ich nie wirklich vergessen, weil es immer noch recht allgegenwärtig ist, genauso Marina & the Diamond’s grandiose Acoustic-Version von Hollywood.

Unrelated, meine liebsten Links der letzten Tage:

Rezepte

Honey Butter Thyme Scones — plum
Klingt lecker.

8 Delicious Ways to Use Your Sourdough Discard – NYT Cooking
Die Sauerteig-Zwiebelringe klingen cool!

Erinnerung an die Kindheit: Grießschmarren – Kurier.at
Ein Rezept aus Katharina Seisers neuem Kochbuch.

Soft Shock Cocktail Recipe – PUNCH
Gin-Tonic-Variation mit Sherry! Und außerdem ein super Blog/Online-Medium, das diese Woche in meinen Feedreader wanderte.

layered yogurt flatbreads – smitten kitchen
Erinnert mich von der Form her an Msimn.

Texte

Google Drive is production – Vicki
Wieso nur ist dieser Content ein *Newsletter* und kein Blog :(

I think the much bigger story here, though, is that absolutely everyone uses Google Drive, simply because it’s a tool all of us, regardless of status, class, or how many companies we own, have ambiently available in our digital lives. In much the same way that Excel still powers the financial economy (and lots, lots of other things), Google Docs has risen as a cloud complement. The worse story is that, since it’s tied to Google, an ecosystem that almost everyone is a part of, and because its consumer version is free, it’s wormed its way into the operational systems of companies where it now lives like a very dangerous Swiss army knife, used for anything and everything without thought given to the implications.

Kriegsherren, Erklärbären, Sunnyboys: Männer für die Krise – Übermedien
Nur nicht in die Kommentare schauen!

Die Moral dieser Geschichte: Wissenschaftler verkaufen sich erfolgreicher als Wissenschaftlerinnen in den Medien. Was nicht heißt, dass ihr Produkt, also ihr Wissen größer ist. Allein die Verkaufe ist besser.

A Ravel of Knitting Words – Merriam-Webster
Die Etymologie wichtiger englischsprachiger Strick-Begriffe.

If you can knit, you can also purl. Purl is the word we use for the second foundation stitch in knitting, and it dates back to the 1300s. But like its companion term, knit, it didn’t originally refer to the stitch. Purl first referred to gold and silver thread used for embroidery, and then for the embroidery itself. Likely because of the preciousness of silver and gold, purl embroidery was often done as edgings. By the early 1500s, the word purl referred to a particular kind of lacework done as an edging.

Der trügerische Segen der Vollbeschäftigung – brand eins online
Ökonom David G. Blanchflower im Interview mit Christoph Koch.

In Deutschland ist die Eigentumsquote vergleichsweise niedrig, die Arbeitslosigkeit auch. Wer zur Miete wohnt, ist mobiler und kann dorthin ziehen, wo es einen Job für ihn gibt. Das ist übrigens auch der Grund, warum Migranten so wertvoll für eine Volkswirtschaft sind: Weil sie noch keine Wurzeln geschlagen haben, gehen sie fast automatisch dort hin, wo sie gebraucht werden.

Abschied vom Vater-Namen? – beziehungsweise – weiterdenken
Über Namensänderungen in allen Lebenslagen.

Eigennamen fungieren in unserem kulturellen Kontext als Identitätsgarant, also als Garantie dafür, dass ein Mensch heute derselbe ist wie gestern und wie morgen. Das ist wichtig, z.B. wenn jemand heute eine Straftat begeht oder sich morgen Geld leiht.  Dann ist es entscheidend, dass dieses Schuldverhältnis, das er*sie damit zu anderen eingeht, zweifelsfrei demselben Menschen zuzuordnen ist. Aber dass der gleichbleibende Name eines Menschen im Grunde Teil seiner*ihrer Beziehung zu anderen Menschen ist, vielleicht deshalb sogar in mindestens ebensolchem Umfang den Mitmenschen wie einem*r Namensträger*in selbst „gehört“, scheint für alle möglichen Beziehungshandlungen als wichtig erachtet zu werden.

Morgens um den Block – Buddenbohm & Söhne
Alltagsbeobachtungen aus Hamburg:

Mir fielen also diese lärmenden Rollkoffer auf, die aus dem Alltag ansonsten weitgehend verschwunden sind, mir fielen die Anzüge auf, nicht nur wegen ihrer etwas albernen Katalogtauglichkeit, auch weil es überhaupt Anzüge waren. Es trägt ja niemand mehr Anzüge, die Anzugmänner sind seit Wochen aus dem Straßenbild verschwunden.

LGBTQ-Denunziation in Marokko: Der Verrat kommt aus der Community – taz
Sehr schrecklich.

Allein auf Facebook werden derzeit in mindestens zwei Dutzend Gruppen die Klarnamen und Bilder von queeren Marokkaner*innen geteilt. In mehr als 100 Fällen, die die taz nachprüfen konnte, wurden diese offenbar erschlichen, indem die betreffende Person auf einer der Dating-Apps angeschrieben wurde. Eine Mehrheit der Täter*innen sind Frauen, die sich mit Klarnamen in sozialen Medien bewegen. Neben Bildern von ihren Kindern und Backrezepten erscheinen Screenshots von Grindr auf ihren Profilen. Die Frauen posten seit Tagen die privaten Daten ihrer Opfer, beleidigen sie queerfeindlich, drohen mit einer Anzeige, teilen ihre persönlichen Daten im Netz. Es ist ein Pranger mit potenziell dramatischen Folgen für die Einzelnen.

„La chasse aux gays et l’État marocain“ par Abdellah Taïa – TÊTU
Ein schwuler marokkanischer Schriftsteller schreibt dazu:

Les Marocains n’ont visiblement pas de coeur. Ils sont experts en double jeu, en double face, présenter le bon visage au bon moment, cacher ce qu’il y a à cacher. Mais quand l’occasion de s’amuser, de s’esclaffer, de tuer l’autre à force de blagues, à force d’esprit non sérieux, on ne peut pas rater l’occasion. Le Maroc est un pays beau, tellement beau, et il doit rester propre. Allons-y, la nouvelle saison de chasse aux gays a commencé. C’est mieux que Netflix. Rejoignez le mouvement.

Audio/Video

Argos Farfish – Sharhabil Ahmed
Ein neuer, supercooler Habibi Funk Release.

FRÄULEIN SOMMER – Orchestre Miniature in the Park – offizielles Video
Sehr abstruses Musikvideo.

Sonst So

Persian Tiles designed by Jane Crowfoot (via @pingosaurus)
So ein schönes Häkelmuster (für das ich mit Sicherheit zu ungeduldig bin)!

Backkatalog

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