weiße statue an einem brunnen vor blauem himmel

Zuckersüß 334

Letzte Woche habe ich glatt schon wieder meine Sonntagslinksammlung ausgelassen. Dabei war es so turbulent in Österreich…

Außerdem war ich zweimal im Museum: Zuerst in der Oskar-Kokoschka-Sonderausstellung im Leopold. Darin hängen u. a. einige Werke „entarteter Kunst“ (von den Nazis trotzdem für viel Geld verschachert), das Porträt einer Katze (der Künstler sah auch in Tieren einen abbildbaren Charakter) und viele politische Allegorien. Ziemlich cool war auch der Animationsfilm „I’m OK“ von Lizzy Hobbs über Kokoschkas Leben ab dem ersten Weltkrieg (der Teaser dazu hier bei Vimeo). Der Museumsvermittler hatte nicht unrecht, als er die Führung mit „Kokoschka passt zum heutigen Tag“ (Rücktritt von HC Strache) eröffnete – so viele Bezüge zu aktuellen Debatten! Die Ausstellung ist super gemacht (kein Vergleich zu den Patenten Frauen im Technischen Museum, über die ich kürzlich so hergezogen habe), die ganzen Anknüpfungspunkte werden aber nur mit einer Führung wirklich klar. Sehr empfehlenswert (aber holt euch gleich eine Jahreskarte, das scheint mir weitaus rentabler als der 11€-Einzeleintritt)!

Am Dienstag schaute ich dann noch kurz beim Kunstschatzi im KHM vorbei und spazierte schnell durch die Mark Rothko-Sonderausstellung. Das Booklet dazu war sehr hilfreich, sonst hätte ich nämlich auch wenig mit den „bunten Rechtecken“ anfangen können.

Super Getränke im Bruder. Links: Neulich im Internet, Rechts: Ferment des Tages

Ich war gleich dreimal Cocktailtrinken. Im Bruder probierte ich das Ferment des Tages : Rhabarber-Fenchel und noch etwas, das ich vergessen habe. Später trank ich Neulich im Internet: ein Mix aus Zitronen-, Mispel-, Ingwer-, und Basilikumlikör, dekoriert mit kandierten Zitronenschalen, eingelegten Mispeln und fermentiertem Ingwer. Spannende Kombi! Überhaupt, das Bruder und sein alles Selbersammeln/machen/fermentieren-Konzept habe ich nach meinem ersten Besuch sehr ins Herz geschlossen. Im Botanical Garden hielt ich mich an zwei Abenden an Bekanntens, einmal den Made In China (Wodka, Zitronengras, Kaffirblatt, Limette und recht viel Kokos dieses Mal) und andererseits eine Rioja Mule (mit einer Rosmarin-Rotwein-Reduktion).

Zum Schluss noch ein paar Hinweise auf Audioarbeiten von mir: „Kombucha, Ginger Beer und Co“ lief am Freitag bei Ö1 Moment Kulinarium (Podcast-Feed) und für ein Uni-Seminar habe ich „Die Semantik von ‚und'“ in einen Beitrag gepackt. Ich war außerdem noch live beim Campus Talk des Uniradios zu Gast und hab übers Podcasten gesprochen, aber ich glaube, es gibt keine Aufzeichnung online…

Hier folgen meine liebsten Links der vergangenen Tage:

Rezepte

Barbecue-Sauce mit Rhabarber – Highfoodality
Hoffentlich komm ich nochmal an Rhabarber aus Omas Garten!

Laugenhandsemmel und Laugenflesserl- Plötzblog
Die hätte ich gerne zum Sonntagsfrühstück…

Broccoli affogati – Splendido Magazin
Brokkoli und Rotwein hätte ich jetzt intuitiv nicht zusammengebracht, aber wenn es aus der sizilianischen Küche kommt, kann das nur gutgehen.

Texte

Warum euer EU-Fetisch nur noch zum Kotzen ist – VICE
Unbedingt EU-Wählen! Aber nicht die Probleme unter den Teppich kehren.

seid euch doch bitte auch bewusst, was dieser Hoodie aussagt. Denn spätestens als der Vorsitzende der Münchner Sicherheitskonferenz, Wolfgang Ischinger, in dem Kapuzenpulli auftrat, hätte man verstehen können, dass das Europa-Emblem kein Zeichen der Gemeinschaft, sondern der Abschottung ist.

Warum Europa keine Antwort auf die Rechte ist – mosaik blog
Gleiche These, leicht andere Analyse:

Wir müssen die falsche Gegenüberstellung von Europa und Nation zurückweisen. Weder der Partikularismus der Nationalstaaten (der übrigens auch eine europäische Erfindung ist) noch der Partikularismus Europas können die Grundlage für eine bessere Zukunft sein. Beide sind durch ihre Grenzen zu anderen definiert statt dadurch, wie wir gut miteinander leben wollen.

City with a female face: how modern Vienna was shaped by women – The Guardian
Auch Architektur kann vergeschlechtlicht sein:

Like most European cities then and now, Vienna was being designed by male planners for men like them: going between home and work, by car or public transport, at mostly set times. There was no accounting for unpaid labour such as childcare or shopping, carried out mostly by women, in many short journeys on foot during the day.

‘Knitting Is Coding’ and Yarn Is Programmable in This Physics Lab – NYT
Wie cool: Die Mathematik hinter Strickgeweben.

Knitted fabric is also a metamaterial. A length of yarn is all but inelastic, but when configured in slipknots — in patterns of knits and purls — varying degrees of elasticity emerge.“Just based on these two stitches, these two fundamental units, we can make a whole series of fabrics, and each of these fabrics has remarkably different elastic properties,” Dr. Matsumoto told the audience.

How brands get their names, explained by a professional namer – Vox
Seinen Lebensunterhalt mit Namen verbringen… Interessant!

These days, you won’t see a ton of ampersands anymore. We’ve moved on to other things — simple, conversational phrases like “Hello Fresh” and “feelings” words like, say, “impossible.” Naming trends, just like design trends, come in waves, and they typically respond to those that came before them.

How the Religious Right Broke Into Americans‘ Bedrooms | Lenny Letter
Ein Kapitel aus Jaclyn Friedman’s Buch Unscrewed: Women, Sex, Power, and How to Stop Letting the System Screw Us All.

A deal was struck: Evangelicals would help elect Republicans, and Republicans would become the party that opposed abortion and sexual freedom in general, while of course defending the Church’s right to be as racist as they want to be. The Religious Right was born.

The Harm Done For White Men – Rolling Stone
Zur gleichen leidigen Thematik wie oben.

It has been plain for a while now that the anti-abortion cause has nothing to do with actual deities or morality. If it did, it wouldn’t put the lives of doctors, patients and clinic employees in jeopardy to make its argument. States would be more concerned with their terrible infant mortality rates than they would about saving fetuses. Ending reproductive rights in America has never been about anything holy. Anti-abortionists like to remind us of Planned Parenthood founder Margaret Sanger’s statements about eugenics or claim they’re trying to stop a “black genocide,” but their movement was born to keep white patriarchy alive. And it is white men who are the primary beneficiaries of such policies.

The Big Bang Theory Was a Pop-Culture Black Hole – Vulture
Zum Ende der 12-staffeligen Serie:

The Big Bang Theory sucks up certain segments of pop culture like a sponge, and those references are the background on which the show’s nearly plotless stories run. Nerdy genre movies, comic-book series, TV shows, and video-game metaphors make up the language these characters use to communicate. They form the references and benchmarks for how these characters move through life. But outside of a very few exceptions like the catchphrase “Bazinga,” the reverse has never been true.

Die ziemlich kafkaeske Geschichte der Löschung meines Twitteraccounts. – noemata
Plattformproblem!

Twitter war mein Notizbuch, mein Schreibort, meine Ablage für Gedanken und sogar für Fotos aus dem Alltag. Ich habe auf Twitter sehr, sehr viel gemacht und sehr persönliche Dinge geteilt, mir persönlich wichtige Kurztexte geschrieben, sogar kleinere Kunstprojekte direkt in Twitter-Threads gemacht. Jeden Tag. All das wurde mir von einem Moment auf den anderen nicht nur gelöscht, sondern mir wurde auch meine öffentliche Stimme genommen, der Kanal, über den ich mich als Künstler und politisch geäußert habe

Video/Audio

Frisch an die Arbeit: Warum hatten Sie Angst vor dem Michelin-Stern, Ilona Scholl?
Die Service-Chefin des Fine-Dining-Restaurants Tulus Lautrek im Gespräch.

Foto

Ein Brunnen in Ljubiljana.

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