Zuckersüß 311

Nachdem ich am Dienstag direkt aus dem Nachtzug in den Hörsaal  aus meinem verlängerten Wochenende zurückgekommen war, ging es zügig weiter mit mehr Uni-Zeug. Meine BA-Arbeit hat nach einem Referat ein kleines bisschen mehr Form bekommen und dank eines weiteren Referats sind  Links zu Gesichtserkennung in diesem Post gelandet.

Ansonsten habe ich einiges in Büchern gelesen, oder zumindest darin geblättert. Darunter Katrin Rönickes 100 Seiten über Emanzipation und  Noah Sows deutschland schwarz weiss, die ich aber noch genauer lesen muss, um etwas darüber zu schreiben. Wer meine Instagram-Story gesehen hat, sollte auch mitbekommen haben, dass ich Fermentation recht spannend finde. Deshalb war es ein schöner Zufall, dass ein Bekannter den neuen Noma Guide to Fermentation in meine WG mitbrachte. Anders als Sandor Katz Art of Fermentation (s. Zuckersüß 271) setzt der Guide auf exakt und technisch kontrollierte Umgebung zu Fermentation und lässt auch (alkoholische) Getränke komplett außen vor. Aber die Bilder darin scheinen sehr hilfreich (und manchmal etwas eklig: *guter* Schimmel überall) und das Design ist, wie es das skandinavische Spitzenrestaurant erwarten lässt, sehr schön anzuschauen. Bei der Gelegenheit googelte ich auch nach dem Noma und fand heraus, dass es dort sogar ein vergünstigtes Studi-Paket gibt, das mit 1000 dk (134 Euro) überraschend günstig ist. Ein Besuch dort wird sich für mich wohl zwischenzeitlich trotzdem nicht ausgehen…

Und wie das Titelbild vermuten lässt, mixte ich wieder Cocktails, allesamt aus dem Cocktailian, oder zumindest daran angelehnt. Von links nach rechts waren das eine Bramble-Variation (Gin/Zitrone/beeriger Likör), ein Aperol Sour, ein Income Tax (Gin/Wermut/Orange/Angostura), und zwei Fizzes (Wodka/Rosmarin/Zitrone und Wodka/Vanille/Mandarine).

Meine liebsten Links der Woche gibts auch noch:

REZEPT

Kürbiskernknöpfli mit Krautstielen – La mia cucina
Spätzle, nur anders als gewohnt.

Schmorgurke, Meerrettich, Eglifilets – La mia cucina
Die Schmorgurke mag ich unbedingt mal ausprobieren.

TEXT

Über unseren Garten – Max Scharnigg
Schrebergarten, Vorstellung vs. Realität:

Stadtpublikum neigt dazu, das Gärtnern zu verklären. Es sieht Damen in Leinenkleidern vor sich, die achtsam Lavendelblüten in den Holzkorb legen. Wir haben auch Lavendel. Was er und alle anderen Pflanzen schätzen, sind weniger Leinenkleider als vielmehr monotone Arbeit, bei der einem die Knie- und sonstige Scheiben verlustig gehen. Jäten, mähen, gießen – der Trick des Gärtners ist es, bei diesen stoischen Wiederholungen das Ziel nicht aus den Augen zu verlieren. Übrigens eine gute Übung fürs ganze Leben. Außerdem: Yoga ist ja auch immer Wiederholung und wird als wohltuend empfunden. Obwohl am Schluss nicht mal Gurken, Rettiche und Koriander warten. Aber wer sagt, dass er gerne Unkraut jätet, der lügt. Wer sagt, dass Unkraut nicht so schlimm sei, lügt leider auch. Das Komische ist – wo ich das alles schreibe, würde ich lieber unsere zwei akuten Meter Mangold jäten, als am Schreibtisch zu sitzen.

Eigentlich! Aber … – brand eins online
Für mehr Unaufgeregtheit beim Thema Ernährung.

Dass viele Menschen Lebensmittel mit Gütesiegeln automatisch für rundum gut halten, erklären Psychologen mit dem sogenannten Halo-Effekt – Halo heißt Heiligenschein. Sobald ein Siegel ein Produkt schmückt, schreibt man diesem weitere positive Eigenschaften zu. Passenderweise tragen die Smoothies der Marke Innocent einen Heiligenschein im Label – obwohl der Smoothie Mango-Maracuja mehr Zucker enthält als ein Red-Bull-Energy-Drink. Aber ein Produkt, das „Unschuldig“ heißt, kann keine Sünde sein.

To Restore Civil Society, Start With the Library – NYTimes
Dieser Text erinnerte mich an diesen Essay von Frank Chimero.

Libraries are being disparaged and neglected at precisely the moment when they are most valued and necessary. Why the disconnect? In part it’s because the founding principle of the public library — that all people deserve free, open access to our shared culture and heritage — is out of sync with the market logic that dominates our world. But it’s also because so few influential people understand the expansive role that libraries play in modern communities.

Against Black Inclusion in Facial Recognition – Digital Talking Drum
Ich habe schon einiges über Gesichtserkennung und dessen bias gelesen, aber nicht aus der Perspektive von Betroffenen. Das geht nicht. Startpunkt:

I consider it obvious that most if not all data collected by police to serve their inherently racist mission will be severely biased. It is equally clear to me that no technology under police control will be used to hold police accountable or to benefit Black folks or other oppressed people. Even restricting our attention to machine learning in the so-called “justice” system, examples abound of technology used to harm us, such as racist predictive models used by the courts to determine bail and sentencing decisions — matters of freedom and captivity, life and death.[…] Why should we desire our faces to be legible for efficient automated processing by systems of their design? We could demand instead that police be forbidden to use such unreliable surveillance technologies.

AUDIO/VIDEO

Kamel Oujdi – Koub Ou Ammar (Algeria, 1990s)
Habibi Funk hat eine wahnsinnig coole Ace-of-Base-Coverversion ausgegraben – All that she wants auf Algerisch!

FOTO

Cocktails

BACKKATALOG

2009: Hirschknöpf
2010: Vanille Whoopie Pies mit Karamellfüllung
2011: Zimtschnecken
2012: Löffelkekse
2013: Apfelkaramell
2014: Mandel-Krokant-Muffins
2015: Schoko-Walnuss-Scones
2016: Zimtschnecken-Apfeltarte
2017: Apfel-Clafoutis

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