das Budapester Parlamentsgebäude von schräg utnen vor dem blauen Himmel fotografiert

Zuckersüß 344

In dieser Woche habe ich zweimal Muffins gebacken. Einmal Chocolate Rye Banana Muffins von Love & Olive Oil (bald hier im Blog) und einmal Streuselmuffins mit Schokochips (schon seit 2013 hier im Blog). Außerdem habe ich zum allerersten Mal daheim Edamame gekocht, was wirklich keine Schwierigkeit ist (gefrorene Bohnenschoten in Salzwasser, 5 Minuten warten, Salz drüber), aber so lecker, dass ich mir zu dem Dauervorrat an Fritattensuppen-Notfallpackerln auch ein Sackerl Sojabohnen für das Gefrierfach zulegen sollte.

Meine Moment-Kulinarium-Sendung über Reis lief endlich auf Ö1 (jetzt kann ich wieder aufhören alles zum Thema zu lesen und täglich passendes zu Essen :’D), hier wäre sie noch bis Freitag anzuhören.

Am Donnerstag bin ich für vier Tage nach Budapest gefahren und frage mich, warum ich dort noch nicht eher war – es ist sehr schön und vor allem ist es von Wien super schnell erreichbar! Bis ich über meinen Wochenendtrip einen Post geschrieben habe, vergehen wahrscheinlich noch ein paar Wochen, hier folgen erstmal meine Lieblingslinks, die ich hauptsächlich auf der Zugfahrt gesammelt habe:

Rezepte

The Felix – Anke Gröner
Diese ganzen Burgerkomponenten klingen super!

Texte

Make Bedenken great again! – Das Nuf Advanced
Lieber kritische Nutzung als esoterisch-rückwärtsgewandten „Digital Detox“!

Während der eine Digital-Detox-Text bejubelt wird: „Entledigt euch der Geißel des Digitalen, verbrennt eure Smart-Watches und seid wieder frei!!1!“, finden die Texte, die eigentlich guten Grund geben sich aus dem Digitalen fernzuhalten kaum Beachtung und aus allen Ecken und Enden werden die armen Aluhüte belächelt: „Haha, ihr armen Verrückten. Ihr Schwarzmaler*innen. Ein bisschen Google hat noch niemanden geschadet, so schlimm ist es mit der Überwachung noch nicht, ich habe jedenfalls nichts zu verbergen, die Kameras auf den Bahnhöfen machen die Welt wenigstens sicher* – was ist bloß mit euch los?“

Analyse: Die erschreckendste Erkenntnis aus dem Höcke-Interview – Volksverpetzer (via Soulzeppelin)
@Natascha_Strobl’s Threads sind zur Zeit die Lesenswertesten auf Twitter, hier schreibt sie mal etwas ausführlicher.

Die ganze Medienstrategie der neuen rechten in wenigen Minuten
Das Ungewöhnliche ist das Selbstverständnis. Erst: nochmal machen, keine Freigabe (als ob es derer Bedarf). Dann: Mitleid (so langer Tag) und die Opferrolle. Und als das nicht fruchtet: Blankes Drohen. In wenigen Minuten spielen Höcke und sein Pressesprecher damit die ganze Medienstrategie der Neuen Rechten mit demokratischen Medien durch: 1. Selbstinszenierung oder gar nichts. 2. Wir sind geplagt und gepeinigt und Opfer und 3. Wenn ihr nicht für uns seid, dann werdet ihr schon sehen.

The Dark Forest Theory of the Internet – OneZero
Beyond the Dark Forest Theory of the Internet – OneZero
Die Ausgangsmetapher des Dark Forest of the Internet finde ich sehr spannend – die Schlussfolgerungen des Autors (der Kickstarter-Gründer!), dass der Internetmainstream dann von fremden politischen Mächten (aka „den Russen“) gekapert wird, aber ein bisschen seltsam.

This is also what the internet is becoming: a dark forest.In response to the ads, the tracking, the trolling, the hype, and other predatory behaviors, we’re retreating to our dark forests of the internet, and away from the mainstream.

Dem folgenden Punkt stimme ich dennoch zu, und auch deshalb schreibe ich diese Sonntagsblogposts. Ich will zu dem Eck vom Internet, das ich gerne habe, beitragen:

We can’t lurk in the dark forests and expect anything to change for the better. To improve and positively contribute to the communities and cultures we’re a part of, we have to actively engage. As I wrote last time, what kind of bowling alley it is depends on who goes there.

Twilight of the Racist Uncles – The Baffler
Dieser Artikel beschreibt den Dunklen Wald von oben vielleicht ganz gut – „junge Leute“ nutzen FB kaum mehr aktiv, die Älteren gehen derweil irgendwelchen Verschwörungstheorien auf den Leim und radikalisieren sich immer weiter.

Facebook’s core premise is that networking people is inherently good. It turns out that networking shitty, racist people served only to better organize and strengthen their hatreds. Old relatives who once screamed into the void now know they have like-minded peers listening, Liking, and responding in kind. Rather than concocting their own baseless conspiracy theories, the magic of Facebook unites them around the Greatest Hits—the blacks, the immigrants, the Jews, the liberals, the government—and writes the script for them. Facebook was the medium that allowed the right to homogenize reactionary politics into a single, connected mass of outrage, and the consequences we see today are just the tip of an iceberg.

Universal Basic Income Is Silicon Valley’s Latest Scam – Medium (via DasFilter)
tl;dr: Potenziell negative Auswirkung des universellen Grundeinkommens: Noch mehr Vermögen für die Reichsten der Welt.

Under the guise of compassion, UBI really just turns us from stakeholders or even citizens to mere consumers. Once the ability to create or exchange value is stripped from us, all we can do with every consumptive act is deliver more power to people who can finally, without any exaggeration, be called our corporate overlords.

I Gathered Stories of People Transformed by Fox News – NYMag
Was mit FB funktioniert, geht mit TV-Sendern natürlich auch:

This is, I think, where the channel’s genius lies. Any salesperson or con artist will tell you that you can’t incept a thought in a mark’s mind out of nowhere. You have to find the hook that’s already there — fear, or desire — and exploit it. When it comes to exacerbating and honing the anxieties of aging Americans you can’t do much better (or worse) than race and immigration.Because the truth is, Fox News didn’t invent racism, and many of our family members would’ve believed in it on their own.

things i’ve learnt with writer jia tolentino – frankie magazine
„Trick Mirror“, Jia Tolentinos neues Buch, steht schon auf meiner Leseliste, nach diesem Interview finde ich die Autorin noch cooler.

ON WORKING AT THE NEW YORKER There aren’t that many writers my age who get the privilege of getting to spend a lot of time on a story, and getting this level of fact-checking and editorial guidance on a regular basis. On a baseline level, I’ve learned how to report magazine features – I knew how to do it, but I didn’t know how to do it at the level that they’re doing it. It’s also showed me that writing is a product of material conditions, and your writing can get a lot better when you have the institutional scaffolding to support it.

The New Spiritual Consumerism – The New York Times (via Joy the Baker)
Queer Eye wurde mir nach ein paar Minuten zu doof (ich habe keine Geduld für Reality-TV), diese Analyse fand ich aber sehr spannend:

It’s a little bit curious that as our political discourse is concerned with economic inequality — and the soaring costs of health care, education and homes — the cultural conversation is fixated on the healing powers of luxury items. What does it mean, that materialism is now so meaningful? “Generation Wealth” posits that extreme spending is a symptom of a civilization in decline. Americans may not have what they need, but at least they can get what they want, even if it’s on credit.

Die grosse Überforderung – Republik

Und so wird ein globales, transnationales Problem ins Private gewendet. CO2 wird dabei zu einer Art Universal­währung. Ein Flug nach London verursacht soviel CO2 wie 16,5 Stunden Porno­streamen oder 3000 Raschel­säckchen. Und der Wechselkurs schwappt ständig hin und her. Streamen ist gar nicht so schlimm wie gedacht, aber gerade die vegane Avocado ist der schlimmste Klimakiller, und am schlimmsten sind die Batterien der Elektro­mobile. Das Entdecken immer neuer Umwelt­sünden ist ein Spiel ohne Ende.

Audio/Video

Durch die Gegend | William Cohn
William Cohn spaziert im Podcast durch München und erzählt nicht wenig von Wien!

Sonst so

Wishlephant
Unabhängiges Tool für Wunschlisten. Werde ich gleich für meinen Geburtstag ausprobieren!

Foto

Das Budapester Parlament.

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