zuckersuess273

Zuckersüß 273 – Neues aus Nancy!

In der vergangenen Woche habe ich einmal wieder viel zu viel auf einmal gemacht. Ich habe Prüfungen geschrieben, Abschied gefeiert und war im Botanical Garden etwas trinken. Und zwar drei (ich war lange da!) wahnsinnig gute Cocktails. Als erstes den Beetroot Smash, mit Gin, Basilikum, und wie der Name schon sagt, schaumigem Rote-Bete-Saft. Als nächstes einen mit Espresso, Wodka und Mohnsirup und zuletzt „Slutty Alice“. Leider kann ich mich dabei schon nicht mehr an die Zutaten erinnern, die coole Servierform (Glasflasche mit bunten Federn) landete aber in meiner IG-Story, womit ich sie nicht so schnell vergesse. Die Bar unter dem Café Stein ist nicht unbedingt günstig und bei voller Besetzung  (reservieren schadet nicht!) auch ziemlich laut, aber ich würde sie sofort weiterempfehlen. Die Cocktails sind super lecker, die Popcorn mit Rosmarin und das Personal sehr freundlich.

Und dann am Mittwoch – jetzt kommt der spannende Teil – habe ich den Nachtzug nach Frankfurt genommen, um Donnerstag Mittag in Nancy aufzuschlagen. Hier verbringe ich nämlich die nächsten Monate für ein ERASMUS-Semester. Ich hatte mich schon sehr auf den Zeitpunkt des Ankommens gefreut, weil dann der supernervige Papierkram endlich eine reale Entsprechung hätte. Leider gings mit dem Papierkram erstmal weiter und das bestimmt auch noch ein paar Wochen. Ich habe jedenfalls zum ersten Mal in meinem Leben ein Wohnheimszimmer bezogen und bin (noch?) nicht ganz überzeugt. Der etwas „gebrauchte“ Zustand des Zimmers selbst stört mich eigentlich nicht, aber ein nicht-funktionierender (eigener) Kühlschrank und die „Küche“ deprimieren mich als Foodbloggerin schon ein bisschen. Die „Küche“, das sind zwei Induktionsplatten, eine Spüle, eine Mikrowelle, ein Mülleimer sowie ein Tisch mit zwei Stühlen für meine Etage und die darunter. Yay.

Einen Wasserkocher, einen Teller, Besteck, Plastikschüsseln und ein paar Grundvorräte habe ich mir mittlerweile besorgt. Doch meine Mikrowellen-Kochversuche am ersten Abend ließen mich gleich zum Salatessen übergehen. Fertiggerichte (wenn auch nur „halbe“, wie Mikrowellen-Reis) sind einfach nicht mein Ding. Und ich befürchte, das Resto Universitaire auch nicht so, denn eine vegetarische Option gab es zumindest am Freitag nicht. Dafür ist es unschlagbar günstig: 3,25€ für fünf Komponenten. Das sind ein Vorspeisensalat, Joghurt oder Dessert, eine Frucht, eine Semmel sowie eine Hauptspeise mit Fleisch/Fisch und Beilage. Für mich ist das Ganze ziemlich ungeeignet, denn im Salat ist wohl meistens rohes Gemüse (gegen das ich allergisch bin), das rohe Obst fällt aus dem gleichen Grund flach und die Hälfte der Hauptspeise esse ich auch nicht (#firstworldproblems). Aber dann muss ich mir eben einen *supergünstigen* Induktionskochtopf kaufen und Nudeln essen.

Was mich noch ziemlich schockiert hat, ist das WLAN-Netzwerk im Wohnheim (hier eine technische Abhandlung über die Funktionsweise, vielleicht versteht sie im Gegensatz zu mir jemand von euch?) . Es funktioniert nur, wenn man im Browser Pop-Ups und Drittanbieter-Cookies aktiviert und trennt sich bei Nicht-Aktivität  (*super* für Downloads/Uploads) von selbst. Außerdem ist es nicht mit Mobilgeräten zu benutzen! Glücklicherweise gibt es hier auch eduroam, dass ich (zwar mit einigem Herumbasteln an den Netzwerkeinstellungen, aber immerhin zuverlässig auf allen Geräten) mit meinem Uni-Wien-Account nutzen kann. Meine Bloggerei (und mein allgemeiner Gemütszustand) ist gerettet!

In der Stadt bin ich nur ein bisschen spazieren gegangen, beizeiten nehme ich mal meine Kamera mit und schieße ein paar Fotos davon. Und die Uni beginne ich erst morgen (um acht Uhr morgens, wie furchtbar), mehr dazu also irgendwann später. Allerdings war ich vor zwei Jahren schon mal kurz in Nancy, genaueres dazu ist hier nachzulesen.

Hier folgen derweil meine Lieblingslinks der Woche:

REZEPT

Rhubarb & Almond Cake – Top With Cinnamon
Kuuuucheeeeen (ich habe keinen Ofen :'( )

Olive OIl & Pistachio Brownies – Love and Olive Oil
Olivenöl und Schoko, das kann nur gut werden!

Faschierter Braten ‚Next Level‘ – ziiikocht
Der Braten schaut so gut aus, dass ich gleich wieder Fleisch essen wollen würde.

TEXT

The search for Jackie Wallace – Nola
Der Superbowl heute interessiert mich überhaupt nicht, aber diese Geschichte über einen Ex-NFL-Spieler hat mich ziemlich mitgenommen.

His bed was overlaid with cardboard and tucked into a cleft of piers and brush. He was covered in a sheet of thick, clear plastic. His head rested on a wadded yellow jacket, also wrapped in plastic. Alongside the bed lay two discarded automotive floor mats, a five-gallon bucket for bathing, a pair of neatly-arranged sneakers, a clean set of clothes, a jug of water and a carefully folded copy of The Times-Picayune. He slept in the fetal position in only his briefs and undershirt.

Fresh Air for Sale – The Guardian
Hoffentlich setzt sich dieser Schwachsinn nicht durch – der Kampf gegen Luftverschmutzung wäre besser.

Given the actual product, most items are expensive – an 8-litre Vitality Air canister costs C$32 (£19); on average, we each breathe 6 litres a minute – but some are more expensive than others. Leo De Watts, an Englishman who coined the term “air farming” – a strategic coup at the dawn of a new industry – began to fill clip-top jars with air from hillsides in Dorset, roping his family into an outlandish collection process that involved very tall nets. In reference to Greek mythology, he named his company Aethaer. A 580ml jar sets customers back £80.

The Latest Data Privacy Debacle – The New York Times
Zeynep Tufekci über die Strava Heat Map und Datenschutz im Allgemeinen.

Data privacy is not like a consumer good, where you click “I accept” and all is well. Data privacy is more like air quality or safe drinking water, a public good that cannot be effectively regulated by trusting in the wisdom of millions of individual choices. A more collective response is needed.

100 Jahre Frauenwahlrecht. Zehn Thesen. – Antje Schrupp
Nach wirklicher Gleichberechtigung siehts auch jetzt noch nicht aus. Und bei Leuten wie denen im nächsten Text dauerts wohl noch 500 Jahre…

Die Frage ist nicht so sehr, was das Frauenwahlrecht für die Frauen bedeutet, sondern was das Frauenwahlrecht für die Demokratie bedeutet. Wieso hatte „die Demokratie“ eigentlich so lange gar kein Problem damit, die Hälfte der Bevölkerung vom Wahlrecht auszuschließen?

Why I don’t vote – stevenandersonfamily (via @melaphelia)
Über dieses Blog bin ich dank eines Tweets gestolpert. Und ich konnte wegen der Absurdität ihrer (fundamentalchristlichen) Ansichten nicht mehr aufhören zu lesen.

It is not because women are inferior or less intelligent. They simply fulfill a different role. Man was created by God for a certain purpose, and so was woman. If each fulfilled his God-given role, they would be happier in life, and our society would greatly benefit. I wonder if Sarah Palin would have chosen to stay at home and rear her own children rather than run for political office if it would have saved her daughter from being a single teen mom.

„Deutschland steht unter erheblicher Spannung“ – Süddeutsche.de
Ein Interview mit der Berliner Sozialwissenschaftlerin Naika Foroutan.

Abgesehen von allem, was wir strukturell messen können, gibt es so etwas wie eine diffuse Nervosität. Viele Menschen haben das Gefühl, dass eine alte Zeit vorüber ist, ohne zu wissen, was die neue Zeit ihnen bringen wird. Sie verknüpfen das mit aktuellen Unruhen, Krisen und Konflikten und schließen daraus, dass ihre Zukunft auch krisenhaft und konfliktreich sein wird. […] So entsteht im Kopf eine direkte Linie zwischen den zunehmenden Krisenherden der Welt und der zunehmenden Diversität in Deutschland. Fast jeder Zweite befürchtet zum Beispiel, dass der Einfluss des Islam in Deutschland zu stark werden könnte. Dabei stellen Muslime nur sechs Prozent der Bevölkerung.

Sing meinen Song 2018 – Judith Holofernes (via heibie)
Ich habe schon so lange keinen Fernseher mehr, dass ich dieses Format noch nie gesehen habe. So wie Teilnehmerin Judith Holofernes es beschreibt, klingt es aber interessant:

Um die Coverversion herum wird sich in einer Ausführlichkeit über die Songs unterhalten, für die ansonsten im deutschen Fernsehen nirgendwo Platz ist. Erzählt werden Hintergründe, Entstehungsgeschichten und Anekdoten rund um den Song, oder Anekdoten aus der Zeit seiner Entstehung.

Has Instagram Come Full Circle? – A beautiful mess
Ich finde es ehrlich gesagt recht schade, dass Instagram mittlerweile eine solche Hochglanzplattform ist und ein Blick hinter die Kulissen nur mehr in den vergänglichen Stories Platz findet. Elsie Larson geht zurück zu den Anfängen:

While I was trying to create a better, more aspirational IG account, I was actually creating a more boring one. And when I stopped caring and just posted from my heart, I found a way to finally feel creatively satisfied because I started to focus solely on the stories and memories.

Ruby Tandoh Just Wants You to Eat What You Love – NYTimes
Essen was man will, das ist eine gute Einstellung!

“The language of some of our most beloved food writers has gone from flavor and feasting to cleanness and lightness,” Ms. Tandoh lamented in an essaywritten for Vice U.K. last year. Taking a closer look at the trends toward gluten-free and sugar-free foods, toward clean eating and wellness, she found a moralizing and restrictive message sometimes hiding between the lines, making unscientific promises about the benefits of certain foods and the damage caused by others.

Talking Museum: Gehirnyoga im Weltmuseum – Ines Häufler
Jetzt will ich auch gleich ins Weltmuseum, nur ist es ein paar hundert Kilometer entfernt…

Deswegen ist neben dem alten Relief auch eine kleine, billige Darstellung desselben Motivs ausgestellt. Sie ist aus buntem Plastik und noch genau so verpackt, wie es in dem Laden in Nepal vor kurzem gekauft wurde. Und da habe ich verstanden, wie viele Perspektiven es gibt, mit denen ich auf alte und neue Objekte blicken kann. Und wie gut es mir tut, aus meinem klassischen „je älter desto interessanter“-Schema im Kopf auszusteigen.

AUDIO/VIDEO

Doch der Streit geht weiter : Aus „Negerball“ wird „Megaball“ – quer 
Von diesem Ball habe ich schon oft gehört (er findet nicht so weit von meiner Heimatstadt statt), den rassistischen Backlash nach der (überfälligen!) Umbennenung habe ich nicht mitbekommen.

FOTO

Der Blick aus meinem neuen Fenster (schon wieder fünfter Stock!).

BACKKATALOG

2010: Buchteln
2011: Apfeltorte
2012: Französische Crêpes
2013: Granola
2014: Herzpancakes zum Valentinstag
2015: Orangen-Schoko-Törtchen
2016: Zitronen-Mohn-Muffins
2017: Über den Tellerrand: Feminismus

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