Ein Praktikum bei der Effilee

Effilee #58

Die Effilee habe ich seit knapp zehn Jahren abonniert, denn ich finde sie ist das beste Kulinarikmagazin im deutschsprachigen Raum. Kein bloßes Rezeptheft (wobei die Rezepte darin – viele von Stevan Paul, immer auch welche von Spitzenköchen – auch was besonderes sind), sondern eine Zeitschrift mit Reportagen über Meeresgemüse-Anbau an Land, Karpfenzucht an der Aisch und Weinbau im Kosovo, um nur ein paar Beispiele aus der aktuellen Ausgabe zu nennen. Daneben gibts eine Kolumne über Käse, Buchtipps von Köchen, Restaurantkritiken und noch vieles mehr. Einziges Manko, das ich schon bei der ersten Erwähnung der Effilee hier im Blog 2011 angemerkt habe: die Effilee behandelt selten Desserts und Süßes.

Weil ich das Magazin so fangirle, habe ich Anfang des Jahres eine Initiativbewerbung hingeschickt. Und siehe da:

Ich bin „Mitwirkende“!

Ich war bei der Produktion der Herbstausgabe dabei! Als ich Anfang August in der Redaktion in Hamburg ankam, war das Heft noch quasi leer. Über die folgenden Tage und Wochen trudelten immer mehr Texte und Bilder ein, die schließlich im Layout landeten.

Und auch ich hab ein paar Sachen geschrieben, zum Beispiel die „Halbwissen“-Rubrik, in der jedes Mal ein Lebensmittel vorgestellt wird. Weil es Herbst ist und die Stevan Pauls „Schnelle Teller“ sich allesamt um Pilze drehen, stand auf dieser Seite diesmal der Austernseitling im Mittelpunkt. Glücklicherweise stolperte ich über ein ausführliches Porträt dieses Pilzes, das die österreichische mykologische Gesellschaft von der Uni Wien veröffentlicht hat – habt ihr z.B. gewusst, dass Austernseitlinge quasi „Fleischfresser“ sind?

„Halbwissen“

Am meisten freue ich mich über die Doppelseite, die ich über die Healthy Times und Indie-Food-Magazine geschrieben und gestaltet habe. Ich habe schon lange überlegt, hier im Blog mal eine Magazin-Rubrik zu starten, dass ich für diese Idee gleich die Plattform eines Kulinarik-Magazins bekomme, war deshalb umso cooler. Ich habe mit Felix Schellhorn von der Healthy Boy Band telefoniert und ihn gefragt, wie sie als Koch-Kunst-Kollektiv eigentlich drauf kommen, unter die Publizisten zu gehen und worauf sie mit ihrem edgy Magazin (564 Seiten!) hinauswollen. Im Kasten auf der Seite habe ich das schwedische mook (irgendwas zwischen magazine und book) fool, das Food-History-Magazine EATEN und das Journal Culinaire, das mehr wissenschaftliche Zeitschrift als Coffeetable-Mag ist, vorgestellt.

Eine ganze Doppelseite über Indie-Food-Magazine!!!

Für die Rubrik „5 Bücher“ habe ich mir neu erschienene Kochbücher angeschaut und jeweils ein paar Sätze geschrieben (so wenig Platz! ich bin gar nicht gewohnt, auf Zeichen zu texten). Fürs Gewinnspiel am Ende habe ich mir ein paar Funfacts zu Messern herausgesucht und einen erfunden (sonst wärs ja kein Rätsel). Das alles auch ins Layout zu setzen fand ich super. Ich hatte völlig vergessen, wie viel Freude es mir macht, für Print zu gestalten (zuletzt habe ich das für meine Abizeitung gemacht, also 2014).

Und als wäre das nicht schon genug, lud mich das Redaktionsteam noch in die 100/200 kitchen ein. Wir aßen acht Gänge, über die ich dann am nächsten Tag gleich schrieb – und jetzt gibts tatsächlich eine gedruckte Restaurantkritik von mir (ich hoffe, ich komm noch dazu, alles was nicht Platz gehabt hat in dieser schmalen Spalte hier ins Blog zu tippen).

Restaurantkritik
Eine gedruckte Restaurantkritik

Alles in allem fand ich es wahnsinnig interessant, in die Produktion eines Kulinarikmagazins zu schnuppern (Radiomachen ist halt doch ganz schön anders, selbst wenns um die gleichen Themen geht). Es hat sich eindeutig gelohnt, meinen Sommerurlaub für dieses Praktikum zu „opfern“.

Falls ich jetzt euer Interesse für die Effilee geweckt habe (ich hoffe doch!): Ein paar Sachen gibts online zu lesen, z.B. das Rezept für Pasta e fagioli e salicornia (bei dem ich beim Einkauf, Kochen, Fotografieren und Essen mitgewirkt habe, haha) oder das Ein-Teller-Interview mit Clemens Rambichler vom Sonnora. Ansonsten: Abonniert das Magazin einfach, meines Wissens ist es vor allem in Österreich gar nicht einfach im Handel zu bekommen (in Wien beim Morawa, in Linz in der Bahnhofsbuchhandlung).



Hi, ich bin Jana.
Seit 2009 veröffentliche ich hier wöchentlich Rezepte, Reiseberichte, Restaurantempfehlungen (meistens in Wien), Linktipps und alles, was ich sonst noch spannend finde. Lies mehr über mich und die Zuckerbäckerei auf der About-Seite.

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Im Zuckersüß sammle ich (fast) jeden Sonntag meine liebsten Links der Woche: Rezepte für die Nachback-Liste, lesenswerte Blogposts, Zeitungsartikel und Longreads, Podcasts oder Musik, die mir gerade gefällt und oft genug auch Internet-Weirdness. Außerdem schreibe ich auf, was ich sonst so interessant fand: neue Rezepte in meiner Küche, Lokale, in denen ich gegessen, Pullover, die ich gestrickt oder Texte, die ich geschrieben habe.

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