Vegane Kuhfleckenkekse

Mustermix als wärs 2012

Wenn ich schnell ein gut transportables Gebäck brauche, mache ich üblicherweise irgendeine Variante von Butterkeksen. Was aber, wenn Gäste oder zu Beschenkende vegan leben? Dann bin ich aufgeschmissen.

Viele veganen Rezepte nerven mich, weil sie mir wie ein mittelmäßiger Abklatsch dessen vorkommen, was ich sonst so backe. Um Frustration zu vermeiden, lass ich es dann meistens einfach bleiben. Aber ein Backblog mit an die 1000 Rezepten ohne ein go-to-vegane-Kekse-Rezept ist auch ein Witz, weshalb ich dieses hier entwickelt habe.

Es basiert ganz lose auf dem Mürbteig aus The Elements of Baking von Katarina Cermelj, das ich vergangenen Herbst für den deutschen Kochbuchpreis rezensiert habe. Weil ich das hundertste und tausendste eben nicht daheim habe (vegane Butter), und für drei Esslöffel Sojamilch keine Literpackung aufmache, die ich dann 10 Tage später schimmelnd in den Abfluss kippen muss (ich finde sie geschmacklich wirklich nicht überzeugend), habe ich die Zutatenliste bedeutend verändert.

Statt veganer Butter nehme ich Kokosöl, das zwar erheblichen Eigengeschmack hat, aber mir weit besser schmeckt. Die Sojamilch habe ich durch Orangenlikör ersetzt, der zwar keinerlei Binde-Fähigkeiten hat, aber dafür gutes Aroma. Ausstechen würde ich aus so brüchigem Teig nix, aber zum Rollen und in Scheiben schneiden gehts schon.

Die fertigen Kuhfleckenkekse haben mich so überzeugt, dass ich sie binnen zwei Wochen zweimal gebacken habe, und jetzt getrost als Go-To-Rezept abheften kann. Sie kamen bei Veganer_innen ebenso gut an wie bei Leuten, die üblicherweise Milchprodukte und Eier essen, top!

Vegane Kuhfleckenkekse

Heller Teig

150 g Mehl
30 g Maisstärke
50 g Puderzucker
Salz
85 g Kokosöl, weich (nicht flüssig)
50 g Sojamilch oder Orangenlikör

Dunkler Teig

140 g Mehl
30 g Kakao
30 g Maisstärke
50 g Puderzucker
Salz
85 g Kokosöl, weich (nicht flüssig)
50 g Sojamilch oder Orangenlikör

für 3 Bleche

Für den hellen Teig Mehl, Maisstärke, Puderzucker und eine Prise Salz zusammensieben. Das Kokosöl zugeben und mit den Händen zu einer sandigen Masse verarbeiten. Dabei darauf achten, dass keine festen Kokosöl-Klümpchen zurückbleiben. Sojamilch bzw. Orangenlikör zugeben und möglichst rasch zu einem glatten Teig kneten. Er wird nicht so elastisch sein wie klassischer Mürbteig, aber bei dieser weiteren Verarbeitung ist das nicht so schlimm. Zur Seite stellen.

Für den dunklen Teig Mehl, Kakao, Maisstärke, Puderzucker und eine Prise Salz zusammensieben. Das Kokosöl zugeben und mit den Händen zu einer sandigen Masse verarbeiten. Dabei darauf achten, dass keine festen Kokosöl-Klümpchen zurückbleiben. Sojamilch bzw. Orangenlikör zugeben und möglichst rasch zu einem glatten Teig kneten.

Beide Teige halbieren, jeweils zu einer Scheibe formen und abwechselnd stapeln (hell-dunkel-hell-dunkel). Nochmals halbieren und neu zusammensetzen, sodass der Teig schön marmoriert wird.

Zu Rollen mit etwa 4 cm Durchmesser formen und fest in Frischhaltefolie einwickeln. Für mindestens eine Stunde kühlstellen.

Den Ofen auf 160° C Umluft vorheizen und drei Bleche mit Backpapier belegen.

Die Teigrollen mit einem scharfen Messer vorsichtig in 4 mm dicke Scheiben schneiden. Mit einem Fingerbreit Abstand auf den Blechen verteilen. Etwa 15 Minuten backen, dabei die Bleche zur Hälfte der Backzeit austauschen, damit sie alle gleichmäßig Hitze abbekommen. Die Kekse sollten höchstens auf der Unterseite leicht bräunen.

Aus dem Ofen nehmen und abkühlen lassen. Luftdicht verpackt aufbewahren.



Hi, ich bin Jana.
Seit 2009 veröffentliche ich hier wöchentlich Rezepte, Reiseberichte, Restaurantempfehlungen (meistens in Wien), Linktipps und alles, was ich sonst noch spannend finde. Ich arbeite als Redakteurin bei futurezone.at, als freie Audio-/Kulinarikjournalistin und Sketchnoterin. Lies mehr über mich und die Zuckerbäckerei auf der About-Seite.

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Im Zuckersüß sammle ich (fast) jeden Sonntag meine liebsten Links der Woche: Rezepte für die Nachback-Liste, lesenswerte Blogposts, Zeitungsartikel und Longreads, Podcasts oder Musik, die mir gerade gefällt und oft genug auch Internet-Weirdness. Außerdem schreibe ich auf, was ich sonst so interessant fand: neue Rezepte in meiner Küche, Lokale, in denen ich gegessen, Pullover, die ich gestrickt oder Texte, die ich geschrieben habe.