Kerndl-Muffins nach Ottolenghi

Diese Muffins habe ich letzten Sommer schon einmal gebacken und für sehr gut befunden, sie aber nie gebloggt. Vor ein paar Tagen landeten in unserem WG-Vorrat dann unverhofft mehrere Kilo Karotten, die schon eher am Ende ihrer Lebenszeit waren. Damit erinnerte ich mich wieder an dieses Rezept aus „Ottolenghi. Das Kochbuch“ und machte es gleich zum zweiten Mal.

Kerndl-Muffins nach Ottolenghi

Diese Muffins sind wenig süß und voller Kerndl also so richtiges „Snack-Gebäck“. Dank der Haferflocken, Walnüsse, Sonnenblumenkerne, Kürbiskerne und Sesam erinnern sie ein bisschen an Müsli. Tatsächlich habe ich sie drei Tage hintereinander zum Frühstück gegessen und auch einige als Proviant (haha) auf Stadtspaziergäne mitgenommen.

Übrigens, hier im Blog gibts noch ein paar andere Ottolenghi-Rezepte: Feigen-Apfel-Kuchen mit Kokos-Salzkaramell, Amaretto-Streusel-Kuchen, Bananenkuchen mit Rumkaramell und Schoko-Cashewcookies mit Banane:

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Zuckersüß 392

mit Gebackenem, einem Besuch in der Kunsthalleund wie immer, den besten Links der letzten Tage.

In der vergangenen Woche habe ich mich an Bubble Tea versucht (gescheitert), Buttermilch-Stracciatella-Eis gemacht (geglückt!), eine neue Crepepfanne eingeweiht und Ottolenghi-Muffins gebacken, die ich schon letzten Sommer mal hier verbloggen wollte.

Buttermilch-Stracciatella-Eis
Buttermilch-Stracciatella-Eis

Kunsthalle Wien: Cybernetics of the Poor

Museen haben wieder offen, juhu! Weil keine meiner Jahreskarten (hdgö, MAK und, lange schon aus, KHM) mehr gültig ist, beschloss ich, einfach mal woanders hinzugehen. Mein Ausgangspunkt war das MQ, wo ich mich, wie es sich für einen Ausflug gehört, erstmal auf eine Bank setzte und Leute beobachtete. Als die Sonne hinter den Museen verschwand, musste ich mich für eines entscheiden, und ging wegen des günstigen Eintritts (für Studis nur 2€!) in die Kunsthalle. Tatsächlich ist dort bis April pay what you can, also wärs ggf. auch ohne Ermäßigungen nicht teuer.

Beim Eingang schnappte ich mir die Booklets zu beiden Ausstellungen und ging zuallererst in Cybernetics of the Poor, das folgendermaßen beschrieben wird:

Im digitalen Kapitalismus ist aber der Handel mit der Antizipation selbst profitabel geworden. Die finanzkapitalistische Spekulation, die Finanzialisierung immer größerer Bereiche der Wirtschaft wird kybernetisch gedacht und organisiert, denn das Erheben, Sammeln und Vermarkten von Daten ist längst Kern unserer Ökonomie. Darüber hinaus ist aber eine in Filterblasen, von Bots und personalisierter Ansprache gesteuerte, scheinautonome, in zu propagandistischen Zwecken organisierte Subkulturen zerfallene Öffentlichkeit unter Kontrolle einer Kampagnen-Kybernetik geraten, die auch sogenannte freie Wahlen massiv unter ihren Einfluss bringen konnte. In einem so gewissermaßen total kybernetisch gewordenen kulturellen, sozialen und politischen Universum muss die Kunst auf diesen neuen Stand der Dinge reagieren, in dem Reaktionen, Wirkungen, Intentionen von dieser Realkybernetik überlagert, wenn nicht determiniert werden. Sie muss aber auch ihre neue spezifische Machtlosigkeit gegenüber der kybernetischen Maschine verstehen und zum Ausgangspunkt von Gegenentwürfen machen.

Booklet „Cybernetics of the poor“, S. 7f

Zu Beginn der Ausstellung wird eins von Capture, einem Video von Paolo Cirio empfangen. Darin ist er zu sehen, wie er die Gesichter von Polizisten in riot gear an Pariser Hauswände kleistert. Damit will er das Machtungleichgewicht zwischen der Staatsgewalt und Bürger_innen problematesieren: Erstere nimmt sich heraus, letztere jederzeit mit Gesichtserkennungssoftware zu identifizieren, während die Angehörigen der Exekutive anonym bleiben.

Leider ließ mich der größte Teil der übrigen Ausstellung ratlos zurück, ich konnte mit den wenigsten Werken etwas anfangen bzw. nachvollziehen, worauf sie sich bezogen. Ausnahme davon war einerseits Agnieszka Kurant’s Collective Rorschach Test, ein Lentikulardruck (aka Wackelbild) von dem Pixelkampf um r/place (o. Ä., jedenfalls auf reddit). Andererseits fand ich die GuiltCoin von Coleman Collins sehr lustig. Dabei handelt es sich sowohl um eine Installation als auch um ein ironisches „Finanzinstrument“, denn mit einem Investment in diese Kryptowährung kann eins sich symbolisch von Schuld freikaufen:

Under our current economic system, the most logical and efficient thing to do with any type of social relation is to financialize it. GuiltCoin harnesses the power of the blockchain – utilizing the logic of capitalism to provide an unparalleled mechanism for the reduction of existential guilt.

Die case studies, die die Kunstwerke außenherum historisch einordnen, fand ich spannend. Dort geht es z.B. um (frühe) Kybernetik in der Musik (ich musste an dieses Video denken, das seit Wochen in meinen offenen Tabs „lebt“) oder um die Künstliche Schildkröte der TU Wien (mit einem Abdruck dieses Artikels des „Erfinders“ Heinz Zemanek). Beim Tippen dieses Posts fiel mir auf, dass es auch eine Podcastreihe (mit gut verstecktem Feed…) zur Ausstellung gibt, vielleicht höre ich da noch rein und werde etwas schlauer aus den gezeigten Werken.

In die zweite Ausstellung, Želimir Žilnik. Shadow Citizens, schaute ich dann nur kurz, denn für Filme hatte ich keinen Nerv mehr (und außerdem mag ich in einer Pandemie keine „öffentlichen“ Kopfhörer aufsetzen). Die neun Minuten von „Inventur – Metzstraße 11“ von 1975 gab ich mir dann aber trotzdem (tonlos). Darin stellen sich die Bewohner_innen eines Mietshauses nahe des Münchner Ostbahnhofs vor: Gastarbeiterfamilien aus der Türkei, Italien oder Jugoslawien, alte Leute und eine junge Sekretärin erzählen am Treppenabsatz ein paar Sätze über sich. Ich frage mich, wer wohl heute in diesem Gebäude wohnt…

Nach so viel Museumscontent folgen hier meine liebsten Links der letzten Woche:

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Buttermilch-Stracciatella-Eis

In Wien scheint das Wetter zur Zeit zwischen Winter und Frühsommer abzuwechseln. Fast 20 Grad und Sonnenschein führten vergangene Woche dazu, dass ich mir mein erstes Eis des Jahres kaufte (Birnen-Schoko-Sorbet bei Gefrorenes in 1180, immer noch nicht „nachgebaut“) und auch dazu, dass ich meine Eismaschine mal wieder vom Küchenkastl holte.

Als mein Eis aus der Eismaschine kam (und das nicht besonders gute Foto entstand), war es noch schön genug, es zu einem Frühlingsspaziergang mitzunehmen. Heute, wo es so durchgefroren ist, dass es nicht in dreißig Sekunden davonläuft, ist es draußen schon wieder zehn Grad kälter.

Buttermilch-Stracciatella-Eis

Aber auf dem Sofa schmeckt das Eis auch super. Es basiert übrigens auf einem Rezept von Bravetart, das ich vor gut eineinhalb Jahren verbloggt habe: Buttermilcheis mit Obstbrand.

Eine Schüssel Buttermilcheis, Vogelperspektive
Buttermilcheis mit Obstbrand
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Zuckersüß 391

mit Gebackenem, Arabischlernen, Töpfern, Stricken, Nähen, Lesen (Swing Time) – und wie immer, den besten Links der letzten Tage.

In den letzten paar Tagen habe ich langweiligen Rührkuchen, Pudding mit karamellisierten Bananen, Bravetart’s Zimtschnecken, best cocoa brownies und Mandel-Ghriba gemacht.

Ich habe mein letztes Uni-Essay für dieses Semester abgegeben, aber dabei noch ausführlich prokrastiniert – mit… Duolingo. Im Gegensatz zu der Zeit, in der ich schon mal mit dieser App sprachenlernen wollte (2015?) wird jetzt nach jeder Lektion eine Werbeanzeige eingeblendet, was ziemlich nervt. Andererseits wird im Gegesatz zu damals (wo ich wahrscheinlich mein Französisch verbessern wollte?), auch arabisch angeboten, das ich spätestens seit meinen kulinarischen Ausflügen in die Region (Namoura bil ashta, Mandel-Ghriba, eine Quittentajine am Wochenende) unbedingt wieder auffrischen will. Das Programm der App passt leider nicht ganz auf meine Lernsituation: ich kann zwar ohne Probleme arabisch lesen (ziemlich langsam), und habe auch einen groben Plan von den meisten grammatischen Regeln. Allerdings weiß ich kaum Vokabeln, geschweige denn, wie sie geschrieben werden. Die Umschriftübungen vom arabischen ins lateinische Alphabet, die zu Beginn jeder Lektion stehen nerven mich deshalb sehr, aber alles was danach kommt, scheint mir sehr hilfreich. Mal schauen, ob aus meinem 5. Anlauf (davor: Langenscheidt-Selbstlernkurs, Sprachkurs an der VHS, Sprachkurs in Marokko, Sprachkurs an der Uni) endlich wirklich Standardarabisch zu lernen, was wird.

Töpfern, Stricken und Nähen: Peak Pandemiezeitvertreib?

Mit Backen, Sprachenlernen und Stricken habe ich eh schon drei klassische Pandemiehobbies auf der Liste, aber vergangene Woche konnte ich in Sachen Klischee noch eins draufsetzen: Töpfern. Genauer gesagt eigentlich Glasieren, denn die Teller und Schalen hatte ich schon im September 2019 getöpfert. Seither warteten sie im Atelier meiner Tante auf Fertigstellung, doch wegen ~Corona~ war ich dort seit mehr als einem Jahr nicht mehr vorbeigekommen.

Jetzt muss das Ganze (übrigens klar inspiriert von @kchossak_pottery, Izy Hossack aka Top With Cinnamon’s Mutter) nur noch ein zweites Mal gebrannt werden und, was wohl das langwierigere Unterfangen wird: ich muss alles abholen kommen.

fertiger Pulli!

Nochmal zurück zum Stricken: Im letzten Zuckersüß habe ich ja ein bisschen über Pulloverkonstruktion geschrieben. Besagter Pullover ist jetzt fertig (hier bei ravelry), der Hauptgrund dafür liegt ganz einfach darin, dass ich die ganze Wolle (mit DM-Preisschild, viel zu vintage um welche nachzukaufen) aufgebraucht hab. Ganz zufrieden bin ich nicht, denn ich hätte die Ärmel gerne ein paar Zentimeter länger gestrickt. Die Passform ist leider auch nicht ganz so super: Unter den Armen ist der Pulli zu breit, die Ärmel sind an den Schultern weit, sodass sie pludern. Ich habe allerdings keine Lust, alles wieder aufzutrennen und werde den Pullover jetzt einfach so tragen, das geht schon.

zuckersuess375
Titelbild von Zuckersüß 375:

Mit einem ähnlichen Mindset bin ich auch wieder ans Nähen herangegangen, mit dem Ziel, mein Zitronenkleid (zugeschnitten vergangenen August) endlich fertigzustellen. Laut Anleitung ist es für Nähanfänger_innen geeignet, ich habe aber das Gefühl, mir am rutschigen Stoff und meiner Abweichung (ein zusätzliches Futter) die Zähne auszubeißen. Egal wie oft ich es zusammenhefte, an irgendeiner Stelle ist immer etwas ungenau, leicht schief oder verzogen. Aber seis drum, ich versuche mein bestes und hoffe, dass am Ende etwas Tragbares herauskommt.

Lesen: Swing Time

Meine letzte Buchclublektüre war Zadie Smith’s Swing Time, das zweite fertiggelesene Buch für 2021. Am erstaunlichsten daran fand ich, dass man die Ich-Erzählerin 600 Seiten lang begleitet, es aber irgendwie viel mehr um alle anderen geht als um sie (ihren Namen erfährt man auch nie!). Es kommen unzählige Figuren mit den unterschiedlichsten Lebensrealitäten (vom australischen Popstar, über den jamaikanischen Kleinkriminellen in London bis zu einer Lehrerin im ländlichen Gambia) vor und Zadie Smith schneidet sehr viele Themen an. Anstatt einer Geschichte erzählt der Roman eher dutzende und springt dabei wild zwischen der Kindheit der Ich-Erzählerin und ihren frühen 30ern hin und her. Auserzählt wird nichts davon, aber die Perspektiven bleiben hängen.

Online habe ich auch einiges gelesen, hier folgen meine Lieblingslinks:

Rezepte

Krebsen und Aluette: Blutorangen Sirup Küchlein
Schönes Wintergebäck.

Chez Panisse Almond Tart (via Joy the Baker)
Die mach ich bald!

How to Make Snow Ice Cream | Real Simple
Klingt… nicht so wahnsinnig lecker.

How to make an Ethiopian vegetarian feast | The Star
So ähnlich zu Sauerteigpfannkuchen (fast Injera, fast) nachgekocht.

Texte

Why Has Critique Run out of Steam? From Matters of Fact to Matters of Concern – Bruno Latour
Diesen Text, ursprünglich ein Vortrag in Stanford im Jahr 2004, habe ich für die Uni gelesen. Ich fand Latour bringt vieles, dass wieder (noch?) sehr aktuell ist sehr treffend auf den Punkt und ich linke deshalb auch hier drauf.

entire Ph.D. programs are still running to make sure that good American kids are learning the hard way that facts are made up, that there is no such thing as natural, unmediated, unbiased access to truth, that we are always prisoners of language, that we always speak from a particular standpoint, and so on, while dangerous extremists are using the very same argument of social construction to destroy hard-won evidence that could save our lives (p. 227)

Historiker über Fitnesskultur: „Fitnesskult ist hochpolitisch“ – taz.de
Der Zwang zur Fitness regt mich furchtbar auf.

Unsere moderne Gesellschaft organisiert sich wesentlich um den Körper und dessen Leistungsfähigkeit herum. Im Zentrum steht ein Versprechen, das mit einer Aufforderung beziehungsweise einer Verpflichtung verbunden ist: Wenn wir uns gut um uns kümmern, unseren Körper pflegen und in Form halten, kommen Glück und Erfolg. Die soziologische Stigmaforschung zeigt sehr genau, dass dicke Menschen heute von Schule bis Jobmarkt diskriminiert werden, es ihnen also schwerer gemacht wird, Erfolg zu haben. Der Fitnesskult ist hochpolitisch, es geht um Teilhabe an Gesellschaft, um Zugriff auf Ressourcen: Gesellschaftliche Anerkennung wird stark vom Körper abhängig gemacht.

In der Stadt ist das Corona-Infektionsrisiko nicht größer – futurezone.at
Mehr Compliance in der Stadt?

Dass es am Land oft zu höheren Fallzahlen an einzelnen Punkten komme, liege vermutlich an sozialen Gepflogenheiten, meint Kalasek. „Wenn es eine starke Verwurzelung in der örtlichen Kultur gibt, eine Gewohnheit, sich zu treffen oder am Vereinsleben teilzunehmen, wenn das seit Jahrzehnten Standard ist, kann man das schwieriger herunterfahren. In einer Gemeinde nahe Wien, wo drei Viertel der Bevölkerung erst in den vergangenen 30 Jahren dazugekommen sind, ist die Kontakthäufigkeit vielleicht nicht so hoch. Aber das sind Vermutungen und wie will man die stichhaltig belegen?“

What to Make When You’re Dying | Seamwork Magazine
Ein sehr trauriger Text, die Autorin ist mittlerweile gestorben.

I believe that my sick body is worth making clothing for. Yet, at a certain point it feels wasteful to create a garment for a body that won’t be around to use it for very long. My doctors can’t tell me how long I will live; the statistics do not suggest I have another half-decade left. So when do I leave behind my sewing queue, and what do I do when that time comes?I do have one project in mind, and it gets to my sewing roots and the first thing I learned to make—quilts. I want my immediate family to have physical reminders of my love for them, something they can wrap around themselves as proof that I existed and spent my time thinking of them.

Understanding Ease & How It Affects Fit — Making Stories
Noch mehr Strickkonstruktion.

Another key area to pay attention to when you’re sizing up or down is the back neck measurement. It doesn’t matter how amazing the rest of your sweater is, if the neck doesn’t fit right it’s guaranteed to never make it out of your wardrobe. The neck is calculated based on the back neck measurement, so if you move sizes based on the bust measurement to get the ease you want, you are moving for those measurements also, and they may not work for you.

Mit den Augen strukturieren. Von der Kunst, den Moment zu reportieren. | Radio machen
Sehr Meta: Eine Radiomacherin fragt einen anderen zu dessen Arbeitsprozess.

TV Characters Don’t Have Text History. This Is Not OK | WIRED
Das ist mir noch nie aufgefallen:

Directors know that after spending the day hunched over a screen and trying to detox in front of a bigger screen, audiences are reluctant to spend much time squinting to read a text. Why devote a precious 10 seconds to ensuring the audience can read some inconsequential past messages about ordering pizza and the texts that matter to move the story forward when you can get in, get out, and cut back to actors acting? But the attempt to avoid distraction with brevity only introduces a slew of new distractions. Did Emily get a fresh French phone and not back up her iCloud?

Subs? Stacked. – Brain Dump
Zum Newsletterhype:

Even better is the simplicity of the email list as the key graph: Everyone has a fucking email address! But not everyone has a Facebook account, and even fewer still have a Twitter handle. The email address is the lowest common denominator of the consumer internet. And hence, the perfect component of creating a personal graph.

Audio/Video

Bodyguard
Zufällig beim Zappen (!) im ZDF entdeckt und dann fast am Stück weggeschaut (gibts auch bei Netflix). Spannende Politthriller-Serie mit vielen Wendungen und argem schottischen Akzent.

GAG279: Muskat und Manhattan – Geschichten aus der Geschichte
Zum Zimtschneckenbacken angehört.

Wir springen in das 17. Jahrhundert: New York hieß noch Nieuw Amsterdam und auf einer kleinen Inselgruppe im heutigen Indonesien, den Molukken, kämpften zwei Kolonialmächte um die Vorherrschaft. Es ging um ein Handelsmonopol auf ein begehrtes Gewürz, das zu diesem Zeitpunkt weltweit nur auf den Banda-Inseln wuchs: Muskat.

17 Die Buch – Extended! Beatrice Frasl zu “Die Liebhaberinnen” von Elfriede Jelinek – Die Buch
Tolles Buch, tolle Gästin und toller Podcast.

Blumen, Pralinen und Romantik? Nicht in unserer Valentinstagsfolge! Wir stellen euch dafür eine besondere Gästin vor: Beatrice Frasl (aka @fraufrasl). Mit der Feministin und Podcasterin von “Große Töchter. Der feministische Podcast für Österreich” reden wir über “Die Liebhaberinnen” (Rowohlt, 1975) von Elfriede Jelinek.

Warum Esoteriker und Rechtsextreme nicht zufällig gemeinsam auf die Straße gehen ZÜNDFUNK – Generator

Esoterik, Rechtspopulismus und Neofaschismus haben Verbindungen, die lange unterschwellig waren. Die Demonstrationen gegen die Corona-Maßnahmen haben diese jetzt jedoch offen gelegt. Sie liegen in der gemeinsamen Ablehnung moderner Prinzipien von Gesellschaftsvertrag, Wissenschaft und Solidarität.

Foto

Zuckerstreusel, vorerst zum letzten Mal, wirklich!

Backkatalog

Mandel-Ghriba

Schon wieder was Arabisches! Nach levantinischem Namoura bil ashta vergangene Woche folgen nun Kekse aus dem Maghreb.

Entdeckt habe ich sie als „Moroccan Semolina and Almond Cookies“ bei der NYT. Ganz habe ich mich nicht ans Rezept gehalten, denn die Zitronenzeste darin kam mir etwas seltsam vor – ein marokkanischer Freund bestätigte mir außerdem, dass das nicht unbedingt üblich wäre.

Ich finde es ein bisschen schade, diesen Keksen den arabischen Namen Ghriba b louz zu nehmen (s.a. When It Comes to a Recipe, What’s in a Name?). Aber weil ich hier schonmal eine Variation davon als Matcha-Ghriba gepostet habe, übersetze ich einfach die Hälfte des Begriffs, und bin damit immerhin schon näher am Original als die NYT…

Mandel-Ghriba

Aber mal abgesehen vom Namen: Diese Kekse sind außen knusprig, innen mürbe, durch den Grieß ein bisschen knirschig und durch das Orangenblütenwasser unverkennbar arabisch. Super zum Nachmittagskaffee, oder besser noch, einem atay b n3n3, (marokkanischem) Minztee.

atay b nana
Atay b n3n3, fotografiert im Sommer 2014
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Namoura bil ashta

Bei meinen Stadtspaziergängen hole ich mir zwischendurch gerne einen Snack. Manchmal einen Chai, manchmal Bubble Tea, aber auch sehr gerne Gebäck. Zu meinen liebsten Anlaufstellen dafür gehören arabische Bäckereien, weil man dort für wenige Euro eine schöne Auswahl an kleinem, picksüßen Gebäck bekommt und viel probieren kann ohne viel essen (oder tragen) zu müssen.

Mit der Zeit habe ich festgestellt, dass mir die Arten arabischen Gebäcks am liebsten sind, die als Kontrast zum klebrigen Sirup und meist fettigem Teig eine Creme- oder Käsefüllung haben. Ein Rezept zum Nachbacken zu finden, gestaltete sich aber gar nicht so einfach, denn ich wusste nicht, wie diese Art von Gebäck heißt. Noch dazu gibt es gefühlt tausend verschiedene Möglichkeiten, arabische Begriffe im lateinischen Alphabet zu schreiben.

Grießgebäck fand sich unter dem Namen Namoura, aber auch als Maamoul oder Basbousa – je nach Dialekt. Viele Rezepte waren in Cups oder noch ungenaueren Maßeinheiten geschrieben, was mir ein bisschen zu heikel war. Nach sehr viel Herumsucherei kam ich dann endlich zu einem deutschsprachigen Rezept mit Zutatenangaben in Gramm: Namura bil ashta von Hudas Welten.

Namoura bil Ashta

Wegen der riesigen Menge und ein paar kritischen Kommentaren wollte ich es dann aber auch nicht eins zu eins übernehmen und entwickelte meine eigene Variante. Der „Boden“ und „Deckel“ folgt dem Rezept der NYT, das ich vor zwei Jahren schon mal als simples „Namoura“ hier verbloggt habe.

Namoura
Namoura, ohne Cremefüllung

Die Füllung (also das „ashta„) ist ein Pudding aus Milch, Sahne, Mehl und Grieß und ähnelt zumindest von den Zutaten her der Vorlage von Hudas Welten.

Gerade so abgekühlt fand ich den Kuchen trotz der Cremefüllung noch viel zu klebrig und bröselig, nach 48 Stunden (gekühlt in der Winterkälte) war er dann perfekt.

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Zuckersüß 390

mit Gebackenem, endlich Ferien, Strickkonstruktion – und wie immer, den besten Links der letzten Tage.

Seit letztem Sonntag habe ich Bananen-Biscotti, Namoura mit Cremefüllung (ohne Füllung schon im Blog), und eine Birnen-Mandeltarte (so ähnlich schon im Blog) gebacken.

Ferien!

Nach einem furchtbar anstrengenden Semester mit eineinhalb Nebenjobs und Pandemie hab ich endlich mal Pause. Und deshalb habe ich beschlossen, Sachen zu tun, denen ich sonst keine Zeit einräume. Zum Beispiel Printzeitungen von vorne bis hinten lesen. Einige Artikel fand ich interessant/lehrreich/bemerkenswert, weshalb ich sie am liebsten hier in meiner Lieblingslinksammlung hätte. Weil sie aber alle hinter einer Paywall stecken und ich Zitate aus der Zeitung sicherlich nicht hierfür abtippe, gibts nur eine knappe Titelliste:

Stricken

Gefühlt den Rest meiner wachen Zeit habe ich strickend verbracht. Ich habe einerseits meinen Party-Top-Pullover (Design auf Ravelry) geändert (längere Ärmel) und an meinen Monkeysocks (Design auf Ravelry) weitergestrickt.

Viel spannender allerdings: ich habe alle möglichen Wollreste geschenkt bekommen und will sie möglichst gut verwerten. Der größte Teil davon ist Baumwolle, weshalb sich ein lockerer Frühjahrspulli anbieten würde. Am liebsten hätte ich mir den Lina Genser Pulli gestrickt, so gerne, dass ich mich fast mit der norwegischen Gratis-Anleitung befasst hätte. Zwar habe ich am Ende noch eine deutsche Übersetzung davon gefunden (hier bei Ravelry), musste aber feststellen, dass mir die Wolle niemals reichen würde, weil sie nicht weit genug läuft. Geld für eine Anleitung wollte ich nicht ausgeben, also beschloss ich, das Party-Top (für das ich in der ersten Version nur ~650 Meter gebraucht hatte) abzuwandeln. Mein allererster Versuch ging schief und wurde wieder aufgetrennt. Gut, dass es das Internet gibt, das mir einen Crashkurs in Strick-Konstruktion ermöglicht hat:

kragen eines pullis
So sieht mein Raglan-Konstrukt aus (in echt weniger schief als am Bild)

Nach alldem habe ich jetzt zumindest eine kleine Ahnung von Pulloverkonstruktion und bin wieder fasziniert davon wie viel Wissen (so viele Berechnungen!) und Können (Maschenarten, Gleichmäßigkeit) hinter einem scheinbar simplen (aber gut sitzenden!) Kleidungsstück steckt. Hoffentlich strickt sich mein neustes Projekt weiterhin gut und passt mir am Ende auch!

Bevor ich euch jetzt noch mit weiterer Stricknerderei (in Wahrheit ein neuerlicher halbernstgemeinter Versuch von „Lerntagebuch“) nerve, folgen hier meine liebsten Links der letzten Tage:

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Bananen-Biscotti

Neulich fand ich eine völlig schwarze Banane in der Obstschüssel. Auf das Pandemie-Klischee banana bread hatte ich allerdings keine Lust.

Ein Blick in die unendliche irgendwann-mal-backen-Liste brachte mich auf The Candid Appetite’s Banana Bread Biscotti. Die Idee von doppelt gebackenen Knabberkeksen mit ein wenig Banane und einer handvoll Nüssen taugte mir schon mehr.

Bananen Biscotti
Wintersonne!

Die Kekse stellten sich als ziemlich schnell zusammengerührt heraus. Gebacken schmeckten sie nur ganz leicht nach Banane, und ziemlich biscotti-haft (s.a. Kastanien-Biscotti mit Walnüssen, Pecanbiscotti, Cantuccini).

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Brownies ohne Ei

Hin und wieder kommt es tatsächlich vor, dass in meiner WG wichtige Backzutaten (Eier!!) ausgehen. Aber wenn mir um 22 Uhr einfällt, dass ich unbedingt was Süßes brauche, der Mitbewohner dringend nach Brownies verlangt, kann ich einfach nicht darauf warten, bis die Supermärkte wieder offen haben.

In so einer Situation hilft eine Rezeptsuche im WWW, selbstverständlich mit ein bisschen Skepsis gegenüber den bestgereihten (s. Why Google’s recipe results are meaningless. – Slate). Als ich die Zutatenliste dieser Fudgy Eggless Brownies las war ich aber sofort fasziniert: Joghurt, kochendes Wasser und Stärke für Brownies, die auf den Fotos wirklich aussehen wie Brownies!

Brownies ohne Ei

Bei „ohne“-Rezepten (ohne Ei, Milchprodukte, Zucker, Weizenmehl etc) bin ich meistens sehr skeptisch. Denn oft genug strotzen sie vor fraglicher Ideologie à la „Gluten ist böse“ oder „raffinierter Zucker ist Gift“ und die Ersatzrezepte haben mit dem eigentlichen Gebäck gar nix zu tun. Kann schon sein, dass „rohe Brownies“ aus pürierten Datteln und Kakao gut schmecken, aber Brownies sind sie halt nicht. Dass irgendetwas nicht im Teig ist, will ich nicht als Qualitätsmerkmal akzeptieren (höchstens als Notwendigkeit bei Allergien).

Außerdem halte ich die ganze Rhetorik von „guilt free“ oder „clean“ Desserts für gefährlich. Einerseits vermitteln sie ein völlig verzerrtes Bild von „guter“ Ernährung – als ob der menschliche Stoffwechsel so simpel wäre. Und andererseits, weil ich Team riot don’t diet bin und normative Schönheitsideale für eine Plage halte.

Das alles hat mit dem folgenden Rezept recht wenig zu tun, denn es verzichtet zwar auf Eier, enthält aber sonst fast alles, was Brownies zu Brownies machen: Butter, Schokolade, Zucker und Mehl. In der Konsistenz kommt es nicht an meine liebsten Brownies heran, denn es ist ein bisschen krümelig. Trocken sind die Brownies aber keinesfalls, außerdem angenehm süß und gut schokoladig. Die Kruste wurde nicht so schön splittrig-glänzend wie auf den Fotos des Originalrezepts, aber weil ich ansonsten rundum zufrieden damit war, landen sie jetzt trotzdem hier im Blog.

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Honig-Tahini-Cookies

Für diese Cookies wird Honig karamellisiert. Das führt einerseits dazu, dass er fast verbrannt riecht (die halbe Wohnung auch), andererseits zu spannenden Cookies!

Wie der Sesam außenherum schon andeutet, ist auch noch Tahini im Teig, und das schadet bekanntlich nie. (Siehe auch: Schoko-Tahini-Cookies, Schoko-Tahini-Kekse mit Nori und Schwarzem Sesam, Tahini-Trauben-Plätzerl).

Der Teig erinnert mich ziemlich an Lebkuchen (bei einem so großen Honiganteil auch kein Wunder), seine Konsistenz ist erstaunlich fließend-zäh. Beim Backen läuft er auch ziemlich auseinander, wer also keine riesigen Coffeeshop-Kekse haben will, sollte kleine Teigkügelchen aufs Blech bringen.

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Foodblog von Jana Wiese