Zuckersüß 276

Ferien! Oder auch nicht. Morgen beginnt eine Woche vorlesungsfrei, die ich vermutlich trotzdem mit ziemlich viel Unikram füllen werde. Im Korrekturdurchgang meiner BA-Arbeit bin ich zwar bereits ein motivierendes Stückchen weitergekommen, doch die Anmerkungen meiner Dozentin/Betreuerin spornen mich genug an, mich noch einmal gänzlich in meinen Text zu stürzen.

Hier in Nancy war ich in der vergangenen Woche zusätzlich zu meinen Info-Com-Veranstaltungen auch in einer aus „Sciences de Langage“ (aka Linguistik), nämlich Microsyntax. Es stellte sich heraus, dass dieser Kurs mehr Seminar denn Vorlesung war, es ging nämlich hauptsächlich um die praktische Anwendung von Lexikalisch-Funktionaler Grammatik (mit der ich an der Uni Wien praktisch noch keinen Kontakt hatte) mithilfe von XLFG. Allein wegen dieses Online-Tools hat es sich aber gelohnt, hinzugehen.

Meine *Lieblings*-Montagfrühmorgen-Vorlesung, diesmal zum Thema Cloud Computing regte mich noch mehr auf als an den zwei vorhergehenden Terminen. Von einer Univeranstaltung erwarte ich mehr als die ach-so-tollen Vorteile dieser brandneuen Technologie oberflächlich (aus einer Werbebroschüre eines französischen Anbieters, i kid you not!) auszubreiten und mit keinem Wort die Abhängigkeit von großen Konzernen oder so etwas wie Datenschutzbedenken zu erwähnen… (Ja, ich benutze auch Dropbox und gelegentlich GoogleDocs, weil ich es einfach sehr bequem finde.) Gut, dass ich diesmal mein Strickzeug mit hatte und meine verhinderte Produktivität und sich aufstauende Aggression immerhin in Socken übersetzen konnte. Apropos, mein Lieblingstweet der Woche:

Abgesehen davon fand ich die Uni überaus interessant: Ich bekam ein Bild von der französischen Printlandschaft (alle anderen langweilten sich sichtlich), las erstmals einen wissenschaftlichen Artikel auf Französisch (eine große Herausforderung – wäre er auf Deutsch oder Englisch geschrieben, hätte ich bestimmt nicht einmal halb so lang dafür gebraucht) und hörte ein bisschen Kontext zu Bourdieu und sozialem Kapital.

Bei Professor Captain America (ich hoffe, das klingt jetzt nicht respektlos – es ist einfach nur das beste Erkennungsmerkmal bei halbwegs gewahrter Anonymität) ging es um Storytelling und organisationelle Kommunikationsstrategien. Wieder einmal war ich sehr fasziniert von seiner Art, die Vorlesung zu gestalten: Anhand von Star Wars erklärte er Erzählschemata, zeigte uns einen Comic und ein Video zum Monomythos (schaut es euch an, wenn ihr französisch könnt, super interessant!) und ließ uns das Ganze dann auf den Start der Falcon Heavy von SpaceX anwenden (Außer mir schien in meinem direkten Sitznachbar_innen-Umfeld noch nie wer was von Elon Musk gehört zu haben, was mich ziemlich wunderte). Den im Vorhinein zu lesenden Artikel (auf Englisch, Yay!) arbeitete er mit McDonald’s als Beispiel auf, sodass wirklich jede_r etwas damit anfangen konnte.

Das Thema Geschichten-Erzählen ließ mich in der Folge nicht los: Im Atelier d’écriture galt es, erst das Tagebuch eines Gegenstands (ich schrieb über mein armes Smartphone, das psychisch und physisch sooo viel aushalten muss) und dann einer Person, die vor einem großen Ereignis steht, zu schreiben. Bei letzterem hatte ich großen Spaß, den Alltag einer Programmiererin in den letzten Tagen des Jahres 1999 festzuhalten, in loser Anlehnung an DamalsTM 48 zum Dotcom Wahnsinn und dem Y2k-Bug. Ich habe auch eine Podcastfolge gehört, die mich wegen der Erzählweise beeindruckte: The Feast zu Alexandre Dumas fesselte mich nur mit einer Erzählstimme und ein bisschen Musikbett darunter. Selbst auf Twitter wurden mir von @luca Gedanken (ein ganzer Thread) zum Schreiben in die Timeline gespült:

Dank einer Facebook-Erwähnung stolperte ich dann noch über die Webseite von Klaudia Zotzmann-Koch, die bei der letzten Privacy Week einen Talk gehalten hatte. Sie hat einen Podcast übers Schreiben, in den ich mich noch reinhören werde, und stellt „Morgenseiten“ zur Verfügung. Das Konzept, sich täglich ein paar Minuten Zeit zu nehmen und nach einem Impuls einfach draufloszuschreiben finde ich sehr reizvoll. Aber ich will hier mal nicht übermütig werden – wöchentlich so ausführliche Rückblicke ins Zuckersüß zu schreiben, zusätzlich zu meinen ganzen „Hausaufgaben“, reicht vorerst.

Im Kulturvermittlungsseminar wurde uns das zweite Semesterprojekt (bald ist die Hälfte der 12 Wochen Vorlesungszeit um!) vorgestellt. Wir werden einen Ausflug nach Strasbourg machen, wo wir eigenständig drei Museen/Kultureinrichtungen besuchen sollen, um ihren kommunizierten (Web, Flyer…) Auftritt mit dem Tatsächlichen zu vergleichen. Ich musste sofort an Ines Häufler und ihre Berichte aus dem Museum (Weltmuseum, Galerie Westlicht) denken, und daran, wie ich mich im Pariser Louvre letzten Sommer an etwas ähnlichem versucht habe. Ich freue mich schon sehr auf dieses Projekt, besonders wegen der Formvorschriften: „Alles, außer ein klassisches Uni-Dossier“.

Ansonsten habe ich in der vergangenen Woche angenehm abwechslungsreich (=nicht nur Brot mit irgendwas oder Nudeln mit Sauce) gegessen. Am Sonntag wurde ich wegen des Chinesischen Neuen Jahrs zu einem asiatischen Abend eingeladen und am Mittwoch war ich bei marokkanischen Bekannten (Speckia!!!). Ich nahm zudem noch sehr langes in-der-unsymphatischen-Küche-Stehen in Kauf, um superleckeren panierten Blumenkohl zu machen. Und wenn ich schon vom Frittieren rede (Shoutout an STDAU, die hoffentlich bald mehr von ihrer Musik online werfen!) kann ich auch gleich noch von einer erfreulichen Kühlregal-Entdeckung erzählen (*spaaaaaaannend*, ich weiß.). Ich habe nämlich tatsächlich einen Butterersatz gefunden, der mich genauso überzeugt hat wie die Veganen Schokocookies von neulich. Zuallererst schmeckt die Margarine von St. Hubert nämlich gut, enthält kein Palmöl und ist dafür bio, ohne unverhältnismäßig teuer zu sein (1,99€/250g entspricht wohl etwa dem aktuellen Butterpreis in Österreich). Bonus: Zutaten und Herstellung aus/in der Lorraine (sagt der Hersteller). Nachdem ich keinen Ofen habe, kann ich nichts zu den Backeigenschaften (nur halb so viel Fettgehalt wie Butter!) sagen und auch die Plastikschachtel-Verpackung mit Alufolie ist doof. Aber die wäre hier bei Butter blöderweise meistens auch nicht zu umgehen. Überhaupt, selbst Milch wird hier in PET-Flaschen verkauft?

Und bevor ich euch jetzt noch weiter mit Belanglosigkeiten langweile, weise ich noch kurz auf meine endlich veröffentlichte Podcastfolge LP007 An der Wiedner Hauptstraße mit Max Schnürer hin und gehe zu meinen Lieblingslinks der Woche über:

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Zuckersüß 275

In dieser Woche hatte ich so viele Ideen, was ich auf jeden Fall in den Zuckersüßpost packen wollte, dass ich erstmals Notizen dafür machte.

Am vergangenen Sonntag habe ich nämlich schon wieder vergessen, meine aktuelle Papier-Lektüre zu erwähnen (Bücher kommen mir einfach nicht in den Sinn, wenn ich an meinem Laptop tippe): Der große Glander von Stevan Paul. Nachdem ich mit Qualityland (ein paar Wörter dazu hier) seit gefühlten Ewigkeiten endlich mal wieder eine längere fiktionale Geschichte gelesen habe, habe ich beschlossen, eine Art Mini-Buchclub zu starten. Mini deshalb, weil das einzige andere Mitglied mein Freund ist, der für gewöhnlich viel mehr Bücher liest als ich. Wir einigten uns nach Marc-Uwe Klings aktuellem Buch auf Stevan Pauls ersten Roman als nächste Lektüre. Und ich muss sagen, das ich das Buch nach gut 100 von knappen 280 Seiten bisher sehr gern habe. Wenig überraschend sind besonders die Beschreibungen von Essen sehr ausführlich und bildhaft – so sehr, dass ich seit Tagen unbedingt ein Pastrami-Sandwich haben will (obwohl ich für gewöhnlich kein Fleisch esse). Stevan Pauls Schreibstil war mir schon sympathisch, als ich nur seine journalistischen Texte und Rezepte, z. B. für das Food-Magazin Éfilée, kannte. Auch seine Erzählung liest sich sehr angenehm, trotz der vielen Details fühlt sich der Text sehr locker und luftig an. (Ok, eine Literatur-Bloggerin wird aus mir nicht mehr, ich kenn mich einfach nicht besonders aus mit dem Thema. Aber meine Bemerkungen klatsche ich trotzdem ins Blog, ha.)

Interessanterweise passte die Welt der Galerien und Museen, die in der Geschichte des Eat-Art-Künstlers Glander natürlich eine große Rolle spielen, auch irgendwie zu einer meiner Lehrveranstaltungen in dieser Woche. In Médiations Culturelles geht es nämlich um Kulturvermittlung und französische Kulturpolitik. Ich weiß nicht, wie es in Deutschland oder Österreich damit aussieht (dazu ist mir im Studium noch gar nichts untergekommen!). Aber laut der Dozentin ist besonders die französische Kulturpolitik in einem Sinne sehr ideologisch, weil sie sehr stark in den Kultursektor eingreift und damit versucht, Kultur soweit zu demokratisieren, dass jede_r dazu Zugang hat. Ohne Kunst und Museen würde den Bürger_innen nämlich etwas wichtiges fehlen; Kultur mache sie aktiv zu „besseren“ Menschen.

Von diesem Ansatz konnte ich dann auch noch konkret profitieren: Das Symphonieorchester von Nancy spielte am Valentinstagsabend ein Gratiskonzert. Ich war noch nie vorher bei einem Auftritt dieses Orchesters, aber das Publikum schien mir doch erstaunlich heterogen. Ich glaube nicht, dass so viele Studierende sich für klassische Musik begeistern könnten/würden, wenn sie teuren Eintritt kosten würde.  Ich war jedenfalls sehr froh hingegangen zu sein, ich hatte ganz vergessen, wie toll es ist, 50+ Musiker_innen in einem wunderschönen Saal zuzuhören.

Ansonsten habe ich mich weitestgehend aus dem Valentinstagskitsch überall herausgehalten, nichtmal thematisch gebacken habe ich (vgl. Herzschlagplätzerl, Topfenpalatschinken und Herzpancakes). In der Stadt wurden gratis „Pommes d’Amour“ verteilt, mit knallrotem Karamell überzogene Äpfel am Stil. Die Pâtisserien hatten rosa Törtchen und Herzförmiges in ihren Auslagen, das tatsächlich doppelt so viel kostete wie der Rest.
Ich trank lediglich einen Herztee – schwarzer Tee mit einer kleiner Rosenblüte, der in Herzform gepresst wurde. Der war leider schöner anzusehen als er dann schmeckte, aber immerhin gab er ein schönes Instagram-Story-Boomerang her. Apropos, ich habe endlich die App geupdatet und befürchte, jetzt noch mehr Zeug in meine Story zu werfen, weil es einfach so viel Spaß macht! Und die Archivfunktion finde ich auch überaus praktisch, ich glaube sie könnte mir als visuelles Notizheft (u. a. für die Zuckersüßposts) nützen.

Und jetzt doch nochmal zurück zur Literatur: Ich fange an, das Atelier d’écriture wirklich lieb zu gewinnen. Die zwei Stunden sind zwar mental so anstrengend für mich, dass ich danach am liebsten ein Nachmittagsschläfchen einlegen würde, aber ich nehme so viel daraus mit! In dieser Woche ging es um „Twittérature“. Nach mehr oder weniger berühmten Beispielen dieses 140-Zeichen-Genres (nicht up-to-date!) mussten wir uns selbst etwas ausdenken, natürlich wieder mit verschiedenen Einschränkungen. Zum Beispiel sollten wir verschiedene Stilmittel verwenden oder eine bestimmte Metrik. Aktuell gibt es sogar einen Twitterature-Wettbewerb für Schüler_innen und Studierende, bei dem drei von zehn vorgegebenen Wörtern (von denen ich die Hälfte erstmal nachschlagen musste) und Stilmittel in 140 Zeichen untergebracht werden müssen. Wegen meines Linguistikhintergrunds (Prescriptivism = evil, meistens) finde ich das Auswahlkriterium „La qualité de langue“ (Sprachqualität) ziemlich fragwürdig, aber was solls.

Davon einmal abgesehen, wie cool ist es eigentlich, twitter in der Uni zu verwenden statt ewigliches „Social Media/WhatsApp/bla macht unsere Sprache kaputt!!1!11!!“ zu hören? Für alle ohne twitter-Account stand die geschlossene Lernplattform zur Abgabe der Twitteratur zur Verfügung, dort wurden aber auch alle Tweets mit dem entsprechenden Hashtag eingespielt.

Am Freitag, meinem Uni-freien Tag habe ich dann noch ein winziges bisschen an meiner BA-Arbeit gefeilt (es nervt mich sehr, noch „Altlasten“ aus Wien zu haben, wo ich doch viel lieber voll und ganz in Nancy sein würde) und dann einen mordslangen Spaziergang gemacht. Mehr als zwei Stunden bin ich ohne Pause durch die Stadt gelaufen und habe alles fotografiert, was mir fotogen erschien. Nancy ist wirklich schön, aber stellenweise unglaublich hässlich. Ich frage mich, wie die architektonischen Sünden von Riesen-Wohnbauten neben den süßen Jugendstilhäusern gebaut werden konnten. Noch dazu sind viele dieser Hochhäuser/Plattenbauten ziemlich schlecht in Schuss, was das Stadtbild meiner Meinung nach doch recht verschandelt. Sobald ich dazu komme, landet eine Auswahl meiner Fotos natürlich hier im Blog.

Nebenbei bemerkt: In meinem Wohnheim wurde diese Woche im Ergeschoss kräftig renoviert, ein Zimmer wurde von der Wandfarbe bis zu den Möbeln komplett erneuert und gestern fand ich heraus, warum: Es war Tag der offenen Tür! Bei mir fiel derweil die Dusche (also die Duschkopf-Stange, oder wie das Teil heißt) auseinander, aber das wird bestimmt bald jemand reparieren – hoffe ich.

Und jetzt, nach 1000 Wörtern Einleitung: Meine Lieblingslinks der Woche:

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Zuckersüß 274

Mein Wochenrückblick fällt heute etwas knapp aus, dafür habe ich nämlich schon Neues aus Nancy 2 mit den Erlebnissen meiner ersten Uniwoche aufgeschrieben.

Über meine erste Begegnung mit gendergerechter Sprache auf Französisch habe ich im erwähnten Post allerdings nicht berichtet. Ich habe es mir mittlerweile angewöhnt, hier im Blog, in Chatnachrichten, Uniarbeiten und praktisch jedem geschriebenen Text zu gendern (meistens mit einem Strich, also Blogger_in) und auch in der gesprochenen Sprache verwende ich größtenteils beide Formen statt des generischen Maskulins. Ich der gesprochenen Sprache hier scheint sich Geschlechtergerechtigkeit zumindest in der Begrüßung (bonjour à toutes et tous) niederzuschlagen. Anders als an der Uni Wien, wo geschlechtergerechte Sprache in wissenschaftlichen Arbeiten vorgeschrieben ist, ist es an der Uni Lorraine nicht gern gesehen. Das meinte zumindest eine Studentin, die ich auf ihre Schriftvariante createur.ices bzw. tou.te.s hin ausfragte. In dieser Sache muss ich mich noch ein bisschen umhören, denn das Thema interessiert mich sehr.

Jetzt folgt erst einmal eine sehr bunte Mischung an Lieblingslinks der vergangenen Woche:

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Neues aus Nancy 2

In meinen fast vierzehn Monaten in Marokko gelang es mir nicht öfter als zweimal (Neues aus Marokko I und II) ein paar Erlebnisse aus meinem Alltag aufzuschreiben, einmal abgesehen von den Geschichten, die in meinen Rezeptposts Platz fanden.

Die Anzahl der neuen Rezepte hier wird sich in den nächsten Monaten mangels Ofen stark in Grenzen halten, aber immerhin habe ich von Anfang an, schon im letzten Zuckersüß, festgehalten, was mir so passiert ist.  Die Geschichten der ersten Woche an der Uni Lorraine sprengen aber die Grenzen meiner sonntäglichen Linksammlung, also mache ich einfach einen eigenen Post daraus:

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Eine Reise nach Prag

Ich war innerhalb von drei Monaten zweimal in Prag, seit meinem letzten Besuch sind schon wieder fünf Wochen vergangen – Zeit für einen Reiseblogpost also!

Die Stadt ist von Wien aus ziemlich gut erreichbar, ich habe mir über die tschechische Bahn einen günstigen Nachtzug für die Hinfahrt gebucht. Der Luxus dieses 3-Liegen-Abteil hat mich überrascht: Kleines Waschbecken mit Handtuch, Bett mit bereits überzogener Decke, eine (zwar geteilte, aber tadellose) Dusche und ein Willkommenspaket mit Schlafmaske, Ohrstöpseln und Pantoffeln. Nicht zu vergessen das Frühstück: drei Scheiben Brot, Butter, Marmelade, ein Keks, Orangensaft und Tee!

Tram
Die alten Trams der Stadt sind noch knuffiger als die in Wien! (Foto vom Oktober)

Die Ankunftszeit des Nightjet ist doch recht früh angesetzt (sechs Uhr morgens!) doch selbst zu dieser frühen Stunde war die Schlange am Öffi-Schalter (Automaten verkaufen nur Einzelfahrten, keine Zeitkarten) schon sehr lange. Weniger Tourist_innen wurden es im Laufe des Tages auch nicht.

Veitsdom
Der Veitsdom in der Prager Burg (Foto vom Oktober)

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Zuckersüß 273 – Neues aus Nancy!

In der vergangenen Woche habe ich einmal wieder viel zu viel auf einmal gemacht. Ich habe Prüfungen geschrieben, Abschied gefeiert und war im Botanical Garden etwas trinken. Und zwar drei (ich war lange da!) wahnsinnig gute Cocktails. Als erstes den Beetroot Smash, mit Gin, Basilikum, und wie der Name schon sagt, schaumigem Rote-Bete-Saft. Als nächstes einen mit Espresso, Wodka und Mohnsirup und zuletzt „Slutty Alice“. Leider kann ich mich dabei schon nicht mehr an die Zutaten erinnern, die coole Servierform (Glasflasche mit bunten Federn) landete aber in meiner IG-Story, womit ich sie nicht so schnell vergesse. Die Bar unter dem Café Stein ist nicht unbedingt günstig und bei voller Besetzung  (reservieren schadet nicht!) auch ziemlich laut, aber ich würde sie sofort weiterempfehlen. Die Cocktails sind super lecker, die Popcorn mit Rosmarin und das Personal sehr freundlich.

Und dann am Mittwoch – jetzt kommt der spannende Teil – habe ich den Nachtzug nach Frankfurt genommen, um Donnerstag Mittag in Nancy aufzuschlagen. Hier verbringe ich nämlich die nächsten Monate für ein ERASMUS-Semester. Ich hatte mich schon sehr auf den Zeitpunkt des Ankommens gefreut, weil dann der supernervige Papierkram endlich eine reale Entsprechung hätte. Leider gings mit dem Papierkram erstmal weiter und das bestimmt auch noch ein paar Wochen. Ich habe jedenfalls zum ersten Mal in meinem Leben ein Wohnheimszimmer bezogen und bin (noch?) nicht ganz überzeugt. Der etwas „gebrauchte“ Zustand des Zimmers selbst stört mich eigentlich nicht, aber ein nicht-funktionierender (eigener) Kühlschrank und die „Küche“ deprimieren mich als Foodbloggerin schon ein bisschen. Die „Küche“, das sind zwei Induktionsplatten, eine Spüle, eine Mikrowelle, ein Mülleimer sowie ein Tisch mit zwei Stühlen für meine Etage und die darunter. Yay.

Einen Wasserkocher, einen Teller, Besteck, Plastikschüsseln und ein paar Grundvorräte habe ich mir mittlerweile besorgt. Doch meine Mikrowellen-Kochversuche am ersten Abend ließen mich gleich zum Salatessen übergehen. Fertiggerichte (wenn auch nur „halbe“, wie Mikrowellen-Reis) sind einfach nicht mein Ding. Und ich befürchte, das Resto Universitaire auch nicht so, denn eine vegetarische Option gab es zumindest am Freitag nicht. Dafür ist es unschlagbar günstig: 3,25€ für fünf Komponenten. Das sind ein Vorspeisensalat, Joghurt oder Dessert, eine Frucht, eine Semmel sowie eine Hauptspeise mit Fleisch/Fisch und Beilage. Für mich ist das Ganze ziemlich ungeeignet, denn im Salat ist wohl meistens rohes Gemüse (gegen das ich allergisch bin), das rohe Obst fällt aus dem gleichen Grund flach und die Hälfte der Hauptspeise esse ich auch nicht (#firstworldproblems). Aber dann muss ich mir eben einen *supergünstigen* Induktionskochtopf kaufen und Nudeln essen.

Was mich noch ziemlich schockiert hat, ist das WLAN-Netzwerk im Wohnheim (hier eine technische Abhandlung über die Funktionsweise, vielleicht versteht sie im Gegensatz zu mir jemand von euch?) . Es funktioniert nur, wenn man im Browser Pop-Ups und Drittanbieter-Cookies aktiviert und trennt sich bei Nicht-Aktivität  (*super* für Downloads/Uploads) von selbst. Außerdem ist es nicht mit Mobilgeräten zu benutzen! Glücklicherweise gibt es hier auch eduroam, dass ich (zwar mit einigem Herumbasteln an den Netzwerkeinstellungen, aber immerhin zuverlässig auf allen Geräten) mit meinem Uni-Wien-Account nutzen kann. Meine Bloggerei (und mein allgemeiner Gemütszustand) ist gerettet!

In der Stadt bin ich nur ein bisschen spazieren gegangen, beizeiten nehme ich mal meine Kamera mit und schieße ein paar Fotos davon. Und die Uni beginne ich erst morgen (um acht Uhr morgens, wie furchtbar), mehr dazu also irgendwann später. Allerdings war ich vor zwei Jahren schon mal kurz in Nancy, genaueres dazu ist hier nachzulesen.

Hier folgen derweil meine Lieblingslinks der Woche: Zuckersüß 273 – Neues aus Nancy! weiterlesen

Zuckersüß 272

Drei Prüfungen habe ich in dieser Woche hinter mich gebracht und nach langem Rätseln endlich auch den roten Faden meiner BA-Arbeit wiedergefunden. Das fast absurde Abstraktionslevel, das bei der Betrachtung von verbaler Syntax geboten ist, fasziniert mich nach wie vor. Auch wenn ich irgendwas nur langsam durchblicke, bin ich sehr froh, mich im Schwerpunkt nicht für die angewandte Sprachwissenschaft entschieden zu haben, sondern für die verwirrende Welt der funktionalen Projektionen. Und nein, Linguistik ist nicht möglichst viele Sprachen sprechen (auch wenn das mein persönliches Ziel ist).

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Aufzeichnung der Aufmacher-Medienrunde mit den Podcastern von „Was soll das?“

Hier im Blog habe ich eine Übersichtsseite zu Sketchnotes eingerichtet, was vor allem mit der Aufmacher-Medienrunde vom Dienstag zu tun hat. Bei dieser super interessanten Veranstaltung hatten Patrick Swanson und Michael Mayrhofer über ihren (leider abgeschlossenen) Was soll das?-Podcast  gesprochen – und ich habe natürlich mitgekritzelt. Das Sketchnote erfreute sich auf Twitter großer Beliebtheit und landete am Ende sogar in der Wiener Zeitung. Die Hälfte des Abends bestand geplanterweise aus Publikumsfragen und ich war doch sehr überrascht, wie wenig geläufig das Konzept eines „Podcasts“ (als abonnierbare Audiodatei – nicht gefangen auf irgendeiner Plattform) zu sein scheint. Die Anwesenden gehörten bestimmt alle in irgendeiner Weise zur Wiener-Medien-Bubble, doch viele Fragen klangen, als gäbe es außer Serial, den paar von Journalist_innen im letzten Jahr gestarteten Formate (eben Was soll das? oder Ganz offen gesagt) und den Podcasts der großen Verlagshäuser überhaupt nichts. Dabei ist schon die kleine österreichische Podcastlandschaft richtig vielfältig (siehe dazu auch den Talk von Lothar Bodingbauer und Melanie Bartos auf der Subscribe9) und die gesamtdeutschsprachige erst recht! Doch die Beobachtung der beiden Was soll das?-Podcaster, dass aktuell nicht Konkurrenz unter Podcastenden das Problem für Reichweite ist, sondern die mangelnde Verbreitung von Podcasts (oder das Wissen, was das überhaupt ist), wird dadurch nur bestätigt. Sehr schade drum!

Und nun zum Hauptteil dieser Serie, meinen Lieblingslinks:

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Vegane Schokocookies (ohne Rezept )

Es ist schrecklich. Zum ersten Mal habe ich etwas Veganes gebacken, das mich wirklich überzeugt hat und dann verliere ich nicht nur den Rezeptnotizzettel, sondern finde auch keinerlei Hinweis mehr in meiner Browser-History.

vegane schokocookies

Diese Cookies basieren auf Margarine, verzichten auf Eier und punkten dafür mit viel Haselnussgeschmack, den ich mit einem Haselnuss-Kakao-Getränkepulver (kein Nesquik oder Kaba, nein: richtig dunkler Kakao mit superfein vermahlenen Haselnüssen) hineinbekam.

An genaueres kann ich mich jetzt schon nicht mehr erinnern, aber sollte ich den Rezeptzettel wieder finden, werde ich diesen Post aktualisieren. Wenn das Papierl überhaupt noch existiert, dann als Lesezeichen in einem meiner gefühlt 1000 Backbücher, die nun aber fein säuberlich in Kisten gepackt sind… So schade!

Zuckersüß 271

In dieser Woche habe ich erstmals „in Auftrag“ gesketchnotet, was mich sehr gefreut hat. Das Social Media Team der Uni Wien hat mich für ihre Semesterfrage-Abschlussveranstaltung engagiert, wo ich die wirklich sehr interessanten Reden von Heinz Fischer und Joachim Gauck und die folgende Podiumsdiskussion festgehalten habe:

Was ich besonders cool finde: Es gibt auch ein Zeitraffer-Making-Of-Video des ersten Blatts:

https://twitter.com/univienna/status/953619953768386561

Am Donnerstag war ich dann noch beim Hörer_innentreffen des Zeitsprung-Podcasts. Die Führung durchs Globenmuseum (dessen Existenz mir bis dahin nicht einmal bewusst war), war ziemlich interessant; dort gab es Erd- und Himmelsgloben, indische, hebräische und auch welche für Puppenhäuser!

Noch viel schöner als das Museum fand ich dann aber die Gespräche mit den anderen Hörer_innen, unter denen viele selber podcasten. Ich bedaure jetzt schon, nicht beim nächsten Meetup (am 2. Februar, fyi), dabei sein zu können.

Obwohl ich mich so bemüht habe, in meinen letzten Zuckersüßposts nichts mehr zu vergessen, ist mir genau das passiert. Und zwar bei zwei Büchern! Da merkt man schon, wie wenig die in meiner Freizeit vorkommen. Jedenfalls habe ich es tatsächlich geschafft, mal wieder einen längeren fiktionalen Text zu lesen: Qualityland von Marc-Uwe Kling. Den kannte ich nur wegen des Kängurus, das ich sehr witzig finde. Witzig ist Qualityland auch (so viele kleine versteckte Späße, z.B. die Zahlen im Text!), nur wurde ich das ganze Buch lang das Gefühl nicht los, dass nur wenig überraschende einzelne Szenarien aneinandergereiht wurden. Die sind ziemlich dystopisch und leider nicht besonders unrealistisch. Viele Artikel, die ich in den letzten Jahren hier in meinen Linksammlungen geteilt habe, beschäftigen sich genau mit solchen Themen (Big data meets Big Brother as China moves to rate its citizens – WIRED UKI asked Tinder for my data. It sent me 800 pages of my deepest, darkest secrets – The Guardian, der Artikel von Zeynep Tufekci weiter unten im Post usw). Sensibilisieren für die Gefahren der Digitalisierung war wohl auch Intention des Romans und es funktioniert sehr gut verglichen mit platten Claims à la „Smartphones machen dumm“.

Das zweite Buch, das ich vergessen habe, hier zu erwähnen (Buchbloggerin werd ich nicht mehr, erst recht nicht für literarisches…), ist The Art of Fermentation von Sandor Ellix Katz. Ich habe die englische Original-Version gekauft, obwohl die um einiges teurer ist als die deutsche Übersetzung (dem schwurblerischen Kopp-Verlag will ich jedoch keinen Umsatz bescheren und Englisch kann ich ohnehin). Laut Food52 ist Katz DER Experte auf dem Gebiet der Fermentation und die ersten paar Seiten des Buchs lassen nichts gegenteiliges Erwarten. So genau beschriebene Zusammenhänge in Rezepten (wobei, ein Rezeptbuch ist es ja gerade nicht) kenne ich sonst nur von Stella Parks (Bravetart) oder Niki Segnit (Geschmacksthesaurus).

Und nun: Meine Lieblingslinks der vergangenen Woche:

Zuckersüß 271 weiterlesen

Zuckersüß 270

In dieser Woche begann der Semesterendspurt so richtig – mir stehen noch einige Prüfungen bevor und auch die Abgabe meiner ersten Bachelorarbeit. Und, was ich noch gar nicht in der Zuckerbäckerei erwähnt habe: Ich ziehe wieder um! Zwar nur für ein paar Monate, aber dafür einmal wieder ins Ausland. Erstaunlicherweise bin ich trotz dieser tausend Sachen sehr viel in der Küche gestanden („Vorräte aufbrauchen“ ist eine super Ausrede!): Ich habe vegane Schokokekse und Haferflocken-Schoko-Cranberry-Cookies gebacken, außerdem nochmal veganes Kokoseis gemacht, das ich auch schon an Silvester ausprobiert habe. Die Blogposts mit den Rezepten dazu folgen irgendwann. Übrig ist auch nichts mehr davon, die Kekse habe ich nämlich an Marcel, den virtuellen Umzugshelfer für mein Zweitprojekt Lieblings-Plätzchen (in dem auch noch einiges an Arbeit wartet) verschickt:

https://twitter.com/marcelstuht/status/951854641423187969

Und weil das noch lange nicht reicht, habe ich für eine befreundete WG superleckere Germknödel nach diesem Rezept (inkl. „veganisierter“ Version!) gekocht. Ich war sehr erstaunt, wie fluffig die werden können, wenn man sie in einem Nudelsieb über Dampf ziehen lässt, statt sie direkt im Wasser zu kochen. Ach, und weil ich nicht ohne Abschiedsparty umziehen kann und auch keine Leute einladen kann, ohne genügend selbstgemachte Getränke/Kuchen vorzubereiten, gab es nochmal weißen Glühwein und dieses Kokos-Bananenbrot. Gestern war ich dann auch noch Eislaufen (bald sind meine Schlittschuhe ja in irgendeinem Umzugskarton versteckt eingelagert!), trotz ekligem Nieselwetter war das sehr spaßig. Und jetzt, wo ich diesen Rückblick tippe, freue ich mich gleich nochmal über das alles und bin recht erstaunt, wie viele Sachen eigentlich in sieben Tage passen. Vielleicht mache ich doch weiter mit diesen Rückblicken… Hier folgen jedenfalls meine Lieblingslinks der Woche:

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