
Aus Gründen, die nicht mehr nachvollziehbar sind, mache ich fast jedes Jahr im Frühjahr (um Ostern herum) irgendwas mit Karotten. Zum Beispiel 2011 Carrot Cake Whoopie Pies mit Cream Cheese Filling, 2012 Karottenkuchen, 2016 Karotten-Scones mit Rosinen oder 2020 Kardamom-Pistazien-Karottenkuchen mit Karottenhalwa-Guss. Man könnte meinen, ich hätte dadurch bald sämtliche Varianten durch, Karotten in Süßgebäck unterzubringen.




Aber mir fiel auf: Immer waren die Karotten roh geraspelt im Teig, und nicht etwa gekocht als Püree – so wie man auch Apfelmus oder Kürbispüree in Gebäck rühren würde. Also wollte ich genau das ausprobieren, am liebsten in Keksform, was wegen des erhöhten Flüssigkeitsgehalts gar nicht so einfach werden würde. Leider fand ich im Internet weit und breit kein brauchbares Rezept von jemanden, der dieser Idee schon vor mir nachgegangen war, also probierte ich es auf gut Glück.
Und während ich da so Karotten köchelte und pürierte, erinnerte ich mich plötzlich an das erste Mal, dass ich einem indischen Restaurant war. Das war auf einer Reise in den Oman, bei der ich etwa 12 gewesen sein muss. Als Dessert gab es eine Art Karottenpudding mit Kardamom und Cashews – es muss sich um Gajar Ka Halwa gehandelt haben, wie ich mir jetzt ergoogle.
Von diesem Moment an war mir klar, dass meine Cookies mit Kardamom gewürzt und gehackten Cashews aufgelockert sein sollten. Wie warm und gemütlich sich diese Geschmackskombination anfühlt, hat mich dann beim ersten Probieren (ja, ich esse immer rohen Teig, sue me!) sehr begeistert.



An die Reise in den Oman habe ich übrigens kaum mehr klare Erinnerungen, die einzigen Bilder, die ich fand, habe ich mit meinem ersten Handy, einem Sony K660i aufgenommen – mit sagenhaften 640p Auflösung. Souvenirs habe ich allerdings immer noch, nämlich zwei verschiedene Brokatstoffe, die ich hin und wieder als Fotohintergrund hier im Blog verwendet habe, z.B. beim Rezept für Irakische Klaischa (كليجا) 2012.
Aber ich schweife ab, zurück zu den Cookies.

Wie erwartet hat das Karottenpüree viel Flüssigkeit in den Teig gebracht, die Konsistenz wurde damit etwas kuchiger als erhofft. Doch durch das Wälzen in einer Rohrzucker-Kardamom-Mischung bekamen sie donnoch eine crunchige Kruste rundherum. Ich finde, sie sind wirklich super geworden.

Karotten-Cashew-Kardamom-Cookies – Rezept
Karottenpüree
125 g Karotten, gewürfelt
50 g Wasser
Teig
110 g weiche Butter
150 g brauner Zucker
1 Ei
110 g Karottenpüree (s.o.)
Salz
1/2 TL Kardamom
1/4 TL Backpulver
1/4 TL Natron
190 g Mehl
100 g Cashews, gehackt
Zum Wälzen
ca. 50 g braunen Zucker
1/2 TL Kardamom
für etwa 20 Cookies
Für das Karottenpüree die Karotten schälen und würfeln. Mit dem Wasser in einen Topf geben und bei mittlerer Hitze ganz weich dämpfen (hat bei mir 20 Minuten gedauert). Pürieren und vollständig abkühlen lassen. Achtung, das ergibt womöglich etwas mehr Püree als nötig!
Butter und Zucker cremig rühren. Das Ei und 110 g Karottenpüree einarbeiten. Eine Prise Salz, Kardamom, Backpulver und Natron einrühren.
Mehl und Cashews zugeben und mit einem Teigschaber vermischen, bis der Teig glatt ist. Er wird sehr klebrig sein, deshalb mindestens eine Stunde kühlstellen.
Den Ofen auf 180° C Umluft vorheizen und zwei Backbleche mit Backpapier bereitstellen.
Zucker und Kardamom zum Wälzen in einer flachen Schüssel vermischen.
30-Gramm-Portionen des Teiges abstechen und mit bemehlten Händen rundkugeln. In der Zuckermischung wälzen, leicht plattdrücken und mit großzügigem Abstand auf den Blechen verteilen.
Für 12-14 Minuten backen, ggf. bei der Hälfte der Backzeit die Bleche vertauschen, damit alle Cookies gleichmäßig bräunen. Aus dem Ofen nehmen und abkühlen lassen.
Luftdicht verpackt bei Raumtemperatur aufbewahren.

Hi, ich bin Jana. Seit 2009 veröffentliche ich hier wöchentlich Rezepte, Reiseberichte, Restaurantempfehlungen (meistens in Wien), Linktipps und alles, was ich sonst noch spannend finde. Ich arbeite als Redakteurin bei futurezone.at, als freie Audio-/Kulinarikjournalistin und Sketchnoterin. Lies mehr über mich und die Zuckerbäckerei auf der 

Über den Tellerrand
Bücher
Zuckersüß

