Schoko-Minz-Törtchen

Schoko-Minz-Törtchen
marokkanisch inspiriertes Sacher-style-Törtchen

Als ich im Herbst 2015 aus Rabat wegzog, machte ich zum Abschied einen Minz-Schoko-Kuchen nach einem Rezept von Molly Yeh, und schrieb mit Schokochips bslama, also tschüss drauf:

bslama

Minze ist in Marokko allgegenwärtig – also wirklich an jeder Straßenecke für ein paar Dirham zu finden – aber wird fast ausschließlich für Tee verwendet. Dass ich sie After-Eight-mäßig in Schokokuchen gebacken habe, fanden meine Gäste damals recht seltsam. Doch ein guter Freund schwärmte noch Jahre danach davon, und so wusste ich sehr genau, was ich ihm beim nächsten Besuch mitbringen würde. Neulich war ich endlich mal wieder in Marokko und das heißt, der Kuchen ging in die Neuauflage.

Diesmal füllte ich ihn mit Beerenmarmelade und statt der Minzsahne außenherum, die meine fast ganztägige Anreise niemals überstehen würde, machte ich einen Schokoguss à la Sacher, den ich auch mit Minze aromatisierte. Zum einfacheren Transport sollte es auch keine ganze, eckige Torte werden, sondern lieber mehrere kleine Törtchen.

Schoko-Minz-Törtchen

Ich war etwas zu ungeduldig beim Überziehen (das Tageslicht fürs Foto rann mir davon!) weshalb der Guss einen Tick zu flüssig war und deshalb nicht so schön am Rand herunterlief. Mit dem Schokoguss ist das Minzaroma auch nicht so intensiv wie mit der Minzsahne in der Ursprungsversion, aber ich finde, mir ist ein schönes wienerisch-marokkanisches Crossover gelungen.

Schoko-Minz-Törtchen – Rezept

Kuchen
nach diesem Rezept von Molly Yeh

4 Stängel Minze
295 ml Milch
300 g Zucker (im Originalrezept mehr)
225 g Mehl
90 g Kakao
1 1/2 TL Backpulver
1 1/2 TL Natron
Salz
115 g neutrales Öl
2 Eier
180 ml kochendes Wasser
1/2 TL Zitronensaft (nicht im Originalrezept, aber nachdem der „österreichische“ Kakao säurereguliert ist, dachte ich mir, ich geb dem Natron lieber was, mit dem des reagieren kann, nicht, dass der Kuchen dann nach Seife schmeckt)

Guss
angelehnt an das Rezept von Sacher

200 g Kuvertüre mit 55% Kakaoanteil
200 g Zucker
125 ml Wasser
4 Stängel Minze
+ ein Glas Erdbeer-Himbeer-Marmelade
+ Minze zum Garnieren

für ein Backblech, d.h. 4-10 Törtchen, je nach Größe und Form

Für den Kuchen die Minze waschen, trockenschleudern, zwischen die Hände nehmen und zusammenklatschen, um die ätherischen Öle freizusetzen. Die „geklatschte“ Minze in einen Topf geben und die Milch daraufschütten. Bei mittlerer Hitze für 15 Minuten köcheln lassen, dann von der Hitze nehmen und vollständig abkühlen lassen. Die Minzblätter heraussieben.

Den Ofen auf 180° C Umluft vorheizen, ein tiefes Backblech mit Backpapier auslegen.

In einer Rührschüssel Zucker, Mehl, Backpulver, Natron und eine Prise Salz vermischen.

Die abgekühlte, abgeseihte Minzmilch mit Eiern und Öl glattrühren und in die Mehlmischung rühren. Das kochende Wasser und den Zitronensaft unter Rühren einarbeiten und glattrühren.

Die Masse auf dem vorbereiteten Backblech glattstreichen und etwa 30 Minuten lang backen. Mit einem Holzsstäbchen testen, ob der Kuchen durch ist, ggf. noch kurz im Ofen lassen. Vollständig abkühlen lassen.

Für den Guss die Kuvertüre fein hacken.

Zucker, Wasser und Minze in einen kleinen Topf geben, aufkochen und bei mittlerer Hitze etwa 5 Minuten lang köcheln lassen. Die Minzblätter abseihen. Die Kuvertüre nach und nach zum heißen Sirup geben und umrühren, bis diese geschmolzen ist. Etwa 15-20 Minuten bei gelegentlichem Rühren fester werden lassen, sodass sie sehr zäh und langsam läuft.

In der Zwischenzeit den Kuchen halbieren und mit Marmelade wieder zusammensetzen. In Würfel schneiden oder mithilfe eines runden Ausstechers kleine Törtchen ausstechen. Mit großem Abstand auf ein feines Gitter stellen (ich habe keins, deshalb nur auf ein anderes Blech mit Backpapier) und vorsichtig mit dem zähen Schokoguss überziehen. Bei Raumtemperatur fest werden lassen, mit Minzblättern garnieren.



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Seit 2009 veröffentliche ich hier wöchentlich Rezepte, Reiseberichte, Restaurantempfehlungen (meistens in Wien), Linktipps und alles, was ich sonst noch spannend finde. Lies mehr über mich und die Zuckerbäckerei auf der About-Seite.

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Im Zuckersüß sammle ich (fast) jeden Sonntag meine liebsten Links der Woche: Rezepte für die Nachback-Liste, lesenswerte Blogposts, Zeitungsartikel und Longreads, Podcasts oder Musik, die mir gerade gefällt und oft genug auch Internet-Weirdness. Außerdem schreibe ich auf, was ich sonst so interessant fand: neue Rezepte in meiner Küche, Lokale, in denen ich gegessen, Pullover, die ich gestrickt oder Texte, die ich geschrieben habe.