LiuLiu

Neues Jahr, neuer Versuch, meine Restaurant“besuche“ nicht nur auf Insta, sondern auch im Blog zu dokumentieren.

LiuLiu, Schopenhauerstraße 40, 1180 Wien

Wegen vagem Gusto auf „Asiatisch“, schaute ich mich (online) diesbezüglich ein bisschen in der Gegend um und kam schließlich auf das Restaurant LiuLiu in Währing. Obwohl ich dort relativ häufig vorbeispaziere, habe ich noch nie dort gegessen. Weil Freund_innen von mir und auch das Internet davon schwärmten, bestellte ich mit meiner üblichen Begleitung dort unser wöchentliches Restaurant-Abendessen.

Als erstes gab es eine Auswahl an Teigtaschen: Xiao Long Bao, Chao Shou, welche deren Namen ich nicht kenne und Frühlingsrollen (3,50€, geschmacklich nicht der Rede wert. Und kalt.).

liuliu-dumplings
Das einzige Bild, das ich von den Vorspeisen gemacht habe (nicht, dass sie kalt werden!), ist leider verwackelt.

Die Xiao Long Bao (5,90€) hatten was von Germknödeln, nur halt mit Kohl-Karotten-Pilz-Sesam-Füllung und unten angebraten. Die dazu gelieferte klebrige süß-sauer-scharfe Standard-Asiasauce verstand ich gar nicht, denn sie überdeckte den gesamten Eigengeschmack der Dumplings. Mario Moser, der sich ziemlich gut mit China und chinesischem Essen auskennt, hat mir erzählt, dass man für Xiao Long Bao eigentlich Suppe zu Würfeln friert und die dann in die Dumplings füllt. Wenn die gegart sind, kann man die Suppe dann herausschlürfen. Das Gericht stammt aus Shanghai, wo es in Wien originalgetreu zu haben ist, wusste er leider nicht.

Chao Shou (5,90€) stellten sich als Nudelteigtaschen heraus, die in absurd scharfem Chiliöl schwammen. Gefüllt waren sie mit Faschiertem und Lauch. Gut abgetropft, also von (in meinen Augen) überflüssiger Schärfe befreit, schmeckten sie mir super, denn Chili und süß-fettiges Schweinefleisch spielen gut zusammen. Die namenlosen Teigtaschen waren ebenfalls mit Faschiertem und Lauch gefüllt, allerdings frittiert. Weil sie bei Ankunft noch ein kleines bisschen warm waren, aß ich sie sofort auf, ohne ein Foto zu schießen. Sie waren sehr knusprig-bröselig, eine Sauce dazu wäre gut gewesen.

liuliu-hauptspeisen
Oben: Veggie Cashew Tofu. Unten: Veggie Trio.

Meine Hauptspeise nannte sich schlicht Veggie Trio (12,90€). Dieser unscheinbare Name wird diesem beeindruckenden Gericht nicht gerecht. Denn das, was auf den ersten Blick wie grüne Stangenbohnen wirkte, waren in Wahrheit Knoblauchsprossen. Dass so etwas überhaupt existiert, wusste ich nicht. Sie waren gemeinsam mit Karottenscheiben, eingelegtent Shiitake-Plizen, Cashews und frittierten Tofuwürfeln scharf im Wok angebraten und schmeckten dadurch leicht rauchig.

Meine Restaurantbegleitung wählte das Veggie Cashew Tofu (10,90€). Das war genau das, was der Name versprach, aber insgeheim nicht besonders außergewöhnlich. Die Zutaten: Zucchini, Pak Choi, Brokkoli, Sojabohnen, Sprossen, Cashews und fritterte Tofuwürfel, ebenfalls mit rauchigem Wok-Aroma, das man allerdings zuhause kaum so hinbekommen könnte.

Ein bisschen fad, so ohne alles.

Als Nachspeise gab es Ei Kokoskugeln (4,90€). Die wurden warm geliefert, ich schätze, sie waren gedämpft und nicht gebacken. Die Krume hatte was von dichten Cake Pops in weniger süß und mit viel Kokosgeschmack. Ich fand sie nicht schlecht, doch für sich alleine irgendwie fad. Eine Sauce, Obst oder zumindest ein dekoratives Minzblatt wär schon schön gewesen…

Genau wie bei den meisten anderen Delivery-Restaurantabenden der letzten Zeit ist das Fazit klar: Im Restaurant wärs fix besser gewesen.

Mir schien, dass alle Dumplings sehr darunter gelitten haben, nicht sofort serviert worden zu sein. Bei den gedämpften und denen in Chilisauce war das weniger schlimm als bei Frittiertem, aber schade ists trotzdem.

Obwohl mir eigentlich alles schmeckte (nur die pikant-saure Suppe, die meine Begleitung bestellt hat, taugte mir nicht), bin ich insgesamt nicht so zufrieden. Denn es haperte an den Details: Wieso so klebrige Standardsauce, die den Geschmack der Teigtaschen völlig übertüncht (wo noch dazu etwas ganz anderes auf der Restaurantkarte steht)? Wieso nicht irgendetwas, dass das Dessert weniger lieblos wirken lässt und wenns nur ein Minzblatt ist? Klar, ich meckere hier auf hohem Niveau, aber wenn Severin Corti im Standard von „einem der besten Chinesen Wiens“ schreibt, erwarte ich ein bisschen mehr als vom nächstbesten Asia-Imbiss…



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Im Zuckersüß sammle ich (fast) jeden Sonntag meine liebsten Links der Woche: Rezepte für die Nachback-Liste, lesenswerte Blogposts, Zeitungsartikel und Longreads, Podcasts oder Musik, die mir gerade gefällt und oft genug auch Internet-Weirdness. Außerdem schreibe ich auf, was ich sonst so interessant fand: neue Rezepte in meiner Küche, Lokale, in denen ich gegessen, Pullover, die ich gestrickt oder Texte, die ich geschrieben habe.

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