
Shiki Brasserie, Krugerstraße 3, 1010 Wien
Ich habe zum Geburtstag von ein paar Leuten einen Gutschein fürs Shiki bekommen und mit drei davon und noch zwei spontan dazustoßenden war ich vergangene Woche für ein Menü (135 Euro) in der Brasserie. Gegessen hatte ich hier noch nie – seit meinem Interview mit Inhaber Joji Hattori und Küchenchef Gerhard Bernhauer im Jahr 2022 für eine Ö1-Sendung über Dashi waren meine Erwartungen an das Lokal einigermaßen hoch.


Als erstes, kaum am Tisch angekommen schon serviert: Makrele in ziemlich guter Katsuo-Dashi mit Jungzwiebel und Schnittlauch-Öl. Zu Trinken bestellte ich mir ein „Soyokase“ mit Gurken-, Ingwer- und Zitronensaft, Wasabi und Calpis (10,50€), das schön dekoriert, aber ohne Erklärung daherkam (Calpis bei Wikipedia). Als Gedeck (5€) gabs ein Schüsserl gesalzene Edamame für jeweils zwei Leute.
Die Wagyu-Beef-Laiberl mit Walnüssen, Miso, Quitten und Sojajus im zweiten Gang wirkten irgendwie ein bisschen lieblos.


Fürs Sushi würd ich wiederkommen: Thunfisch-, Jakobsmuschel/Miso-, Lachs/Trüffel-Nigiri, Details zum Maki hab ich mir nicht gemerkt, dazu frisch von der Rochenhaut geriebenes Wasabi. Meine vegane Sitznachbarin hatte Nigiri mit geschmorter Melanzani, geflämmtem Mini-Mais und Shiitake, das Maki war ohne Fisch, nur mit Gurke und Avocado.


Die Hauptspeise, eine confierte Seeforelle fand ich eh ok. Die warm-weihnachtliche Kombi mit Apfel-, Pastinaken- und Ingwerwürferln hat sich mir allerdings nicht ganz erschlossen.
Das Dessert bestand aus vielen Komponenten, die irgendwie mehr nebeneinander statt miteinander passierten: Pistazienmousse (Trendzutat, überall??), Hippe, Marzipaneis-Kugerl, nebenbei ein Mochi mit Schoko-Marzipan-Füllung und kandierte Zwergorangen.
Um ehrlich zu sein: Für 135€ kann man anderswo besser und gemütlicher essen – der 1.Bezirk-Sehen-und-gesehen-Vibe war außerdem ein bisschen anstrengend.

Hi, ich bin Jana. Seit 2009 veröffentliche ich hier wöchentlich Rezepte, Reiseberichte, Restaurantempfehlungen (meistens in Wien), Linktipps und alles, was ich sonst noch spannend finde. Ich arbeite als Redakteurin bei futurezone.at, als freie Audio-/Kulinarikjournalistin und Sketchnoterin. Lies mehr über mich und die Zuckerbäckerei auf der 

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