über den tellerrand

Tagebuchblogs

Im ersten Teil meiner Empfehlungsserie habe ich euch erzählt, warum ich sie überhaupt schreibe. tl;dr: Ich finde RSS-Feed-Reader viel besser als Social Media und ich habe „mein Eck“ vom Internet so gerne, dass ich es gerne mit euch teilen will.

Die Blogger_innen, die ich euch im Folgenden vorstellen will, eint dabei genau das: Sie teilen ziemlich viel von dem, was sie tun und was sie beschäftigt (so sieht es zumindest von meiner Leserinnen-Perspektive aus). Das sind naturgemäß ziemlich unterschiedliche Sachen, aber das macht es gerade so spannend. Ich habe die heutigen Empfehlungen unter „Tagebuchblogs“ zusammengefasst, weil auch viel Alltag in diesen Texten steckt. Allerdings nicht gänzlich banaler Alltag, sondern viele Ideen, Probleme und Lösungen und ganz oft ganz viele Links(ammlungen).

Anke Gröner | Feed

Anke Gröner studiert aktuell Kunstgeschichte in München und war vorher in der Werbebranche. Fast täglich schreibt sie in Was schön war eben genau das. Die Begeisterung für ihre Uniarbeiten springt dabei meistens fast auf mich über und wenn nicht, erfahre ich nebenbei immerhin Kunstgeschichtliches. Ihre Referatsnotizen zur Frankfurter Küche (1926) zum Beispiel fand ich so interessant, dass ich es sehr bedaure, dieses Referat nie zu hören zu bekommen.

Buddenbohm & Söhne / Herzdamengeschichten | Feed

Maximilian Buddenbohm schreibt unterhaltsam über Alltagserlebnisse in Hamburg, mit Lindy Hop, Schreiben, Lesen und gelegentlich einfach auch Was schön war. Außerdem sammelt er manchmal witzige Tweets und die abstrusesten Suchanfragen, die zu seiner Seite führten. Seine Söhne schreiben hin und wieder Buchempfehlungen o. Ä. (dazu Was man Kindern beibringt: Bloggen als Familienhandwerk) und seine Frau, die Herzdame, steuert den Food-Teil des Blogs bei. Besonders gerne habe ich die Linksammlungen (darunter den Wirtschaftsteil für eine Bank), die niemals bloß Auflistung sind, sondern immer in einen Fließtext eingebaut sind, der eine_n nie so genau wissen lässt, was genau eigentlich zu erwarten ist.

chez @heibie | Feed

Heiko Bielinskis Blog kommt mir ein bisschen vor wie die Münchner Variante der Herzdamengeschichten. Tanzen wird durch Wandern ersetzt (oder Fahrradfahren – er und seine Frau waren Mit Kindern auf dem Isarradweg von München nach Passau unterwegs und kamen dabei sogar in meinem Heimatkaff vorbei…) und Linksammlungen schrieb er ebenfalls mal für andere (die Zeitschrift Nido). Er führt außerdem ein Stammtisch- aka Jour-Fix-Protokoll, was ich eine sehr nette Idee finde. Bonuspunkte gibts für Hört mehr Podcasts! (Kurze Eigenwerbung: Hört doch auch meinen Lieblings-Plätzchen-Podcast 😉 !)

Das Nuf Advanced | Feed

Patricia Cammarata schreibt über „Mommy“-Themen, Feminismus, Popkultur und das Internet (der zweitschönste Platz der Welt, nach Berlin). Außerdem rantet sie auch ganz nett: Den armen triebgesteuerten Menschen muss doch geholfen werden. Genauso amüsant wie sie schreibt, spricht sie auch im Der Weisheit-Podcast.

Frau Gehlhaar | Feed

Laura Gehlhaar schreibt über ihr Leben in Berlin und Inklusion (sie lebt mit Rollstuhl). Die Situationen, die sie im Alltag erlebt, schildert sie ziemlich selbstironisch, aber bringt ihre Leser_innen (zumindest mich) damit immer zum Nachdenken über ihr Verhalten gegenüber behinderten Menschen. Im Monatszyklus berichet sie über ihre Highlights und Begegnungen und verlinkt natürlich auf andere interessante Seiten/Videos/Songs.

Groschenphilosophin | Feed

Dieses Blog habe ich erst vor Kurzem entdeckt, aber wegen des Themenfokus Popkultur/Internet/Feminismus sofort liebgewonnen und quergelesen. Außerdem schreibt es eine Wienerin (die noch dazu PuKW studiert hat, wie ich gerade u.a.!) und Stimmen aus Österreich fehlten in meiner Blog-Bubble weitestgehend. Schön: das letzte was du schließt, ist dein twitter feed oder „Ich arbeite jetzt bei dieser supergeilen Firma“: Über die Möglichkeit, andere live am eigenen Erfolg teilhaben zu lassen.

wirres.net | Feed

Felix Schwenzel schreibt in seinem Fachblog für Irrelevanz über alles Mögliche. Aktuell lässt er seine Leser_innen bei der eigenständigen Automatisierung seines Zuhauses teilhaben, dazu gibt es weiterhin fast tägliche Linklisten, die sehr oft als via-Links in meinen Sonntags-Zuckersüß auftauchen. Er rezensiert viele Filme und Serien; diese Posts haben zum Beispiel dazu geführt, dass ich begonnen habe The Good Wife oder Chef’s Table (beide auf Netflix) anzuschauen. In ia, amp, rss, syndikation, bloggen dachte er Mal darüber nach, ob Facebook zum einfach zu bedienenden Feedreader wird oder gar Blogs „wiederbelebt“.

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2 Gedanken zu „Tagebuchblogs“

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