Eine Reise nach Marrakech

In den Faschingsferien war ich mit meiner Familie in Marrakech, Marokko. Das Wetter war wunderbar und die Stadt hat mir wahnsinnig gut gefallen. Obwohl Nebensaison war, waren sehr viele Touristen, vor allem Franzosen, in der Stadt. In den unübersichtlichen Souks verlief sich das Ganze jedoch und es fiel nur abends am Jemaa El Fna, dem großen „Stadplatz“, auf.

Dort kaufte ich mir nach dem Essen bei einer der unzähligen Garküchen eine Schachtel voller marokkanischer Plätzchen. Zufällig endeckte ich in einem Postkartengeschäft auch noch ein Backbuch für marokkanische Spezialitäten – und das sogar auf Englisch! Sowohl mein Französisch als auch mein Arabisch waren wie zu erwarten (absolut) unzureichend, mit Englisch kommt man glücklicherweise auch einigermaßen durch.

Wenn ich schon bei Backwaren bin: Das Brot ist soo lecker! Ein Fladenbrot kostet zudem nur einen Dirham, das sind nicht einmal zehn Cent. Ich glaube das Geheimnis um das Brotrezept zumindest teilweise ergründet zu haben; das außen herum scheint sehr feines Couscous, also Hartweizengrieß, zu sein.

Was mir noch auffiel, waren neben den tausenden Mofas, die durch die engen Gassen rasten, die vielen Bienen in der Innenstadt. Sobald irgendetwas Süßes auf dem Tisch stand, fielen sie in Scharen darüber her. Gestochen hat mich aber keine einzige.

Komisches Getier gab es tagsüber auch auf dem Jemaa El Fna zu sehen. Schlangenbeschwörer, Falkner und Affenbesitzer waren stets von einer Menschentraube umringt.

Wenn man stadtauswärts ging, kam man immer weiter in die Kunsthandwerks-Souks hinein. Diese Gasse hat mir besonders gefallen. Hier stellten die Handwerker Bilderrahmen, Schuhe, Taschen und Allerlei anderes aus gebrauchten Fahrrad- und Autoreifen her.

Am Place des Ferblantiers haben sich, wie der Name schon sagt, die Blechschmiede Marrakechs niedergelassen. Außer Windlichtern, Lampenschirmen und Katzen gibt es hier aber auch ein tolles Café/Restaurant. Die Kosybar ist ziemlich hip und auch entsprechend teuer, die Aussicht von der obersten Dachterasse ist es auf jeden Fall wert dort einzukehren.

Am besten gegessen habe ich in einem eher zwielichtigen Straßencafé zu dem ich leider nie wieder hinfinden würde. Naja, das Kefta dort war jedenfalls unglaublich lecker!
Auf der Dachterasse des Maison de la Photographie gibt es allerdings auch ziemlich leckere Sachen. Das Tagesmenü mit Salat, Tagine au Poulet mit Zitrone und Oliven und Erdbeersalat schmeckte ebenfalls total gut.
Kein Foto habe ich leider vom Café Bakchich, das eine sehr europäische, fast großstädtische Atmosphäre ausstrahlte. Es ist mit Hockern aus Getreidesäcken und Tischen mit Blechdosenüberzug ziemlich alternativ aber modern eingerichtet und schien bei Ausländern sehr beliebt. Es liegt genauso wie das Café Baganziz nur wenige Gehminuten vom Jemaa El Fna entfernt.
Für den unwahrscheinlichen Fall, dass einer von euch, meine lieben Leser, auch mal in Marrakech weilt und meinen Empfehlungen folgen will, versuche ich mal den Weg zu beschreiben. Vom Jemaa El Fna aus in die Straße beim Café France einbiegen und so lange weitergehen, bis sich der Weg gabelt. Dann eher links halten, die beiden Cafés sind dann schnell zu entdecken.
Nochmal zum Café Baganziz – tagsüber ertönt hauptsächlich Reggae, abends kommen hier scheinbar alle Musiker der Nachbarschaft zusammen und jammen so vor sich hin. Wirklich toll zum Zuhören, dazu am besten eine Lait Lipton (Schwarztee gekocht in Milch) trinken! In dieses überaus sympathische Café würde ich auf jeden Fall nochmal kommen, wenn ich wieder in Marrakech wäre.

Kurz vor dem Heimflug gönnten wir uns noch ein bisschen Festtagsbemalung für die Hände. Mein Henna (auf dem Bild das meiner Schwester) hielt mehr als eine Woche!

2 Gedanken zu „Eine Reise nach Marrakech“

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