
…mit viel Gebackenem, einigen Lokalen in Wien (Pumpui, Bab Al Yemen, El Reno Grill), Berlin und London, drei Ausstellungen (Ruin und Rausch in der Neuen Nationalgalerie Berlin, AzW, V&A und Tate Modern in London), zwei Magazinen und einem Roman (fluter, noble rot, fundamentally), zwei Strick- und einem Häkelprojekt (Kirby Top, Confetti Cardigan, MacBook-Hülle) – und wie immer, den besten Links der vergangenen Wochen.
Seit dem letzten Zuckersüß habe ich (fast) vegane Haferkekse mit Erdbeeren und weißer Schokolade, Kamillenkuchen (nach diesem Rezept von 2022), Nektarinen-Muffins mit Lavendel, Safran-Eis mit Vanillesahne (bald im Blog), Anis-Butterkekse (nach dem Knetteig in der Rhabarber-Baiser-Tarte mit Anis von 2020) und Mohn-Zitronen-Muffins mit weißer Schokolade gemacht.





Außerdem habe ich Holleressig angesetzt und Holler- und Rosen-Kirschen-Sirup gekocht. Und Wassermelonen-Pickles (s. Rezept von 2023)!


Gegessen
Püree, Spinat, Spiegelei. Gebratener Reis. Kaiserschmarrn mit Apfelmus. Tagliatelle mit Spargel, Erbsen und zitronigen Bröseln. Gemüsecremesuppe mit zitronigen Erbsen und Dinkelbrot. Pasta in Miso-Butter mit Erbsen und Jungzwiebeln.



Spaghettini mit Spinat, Erbsen, Zucchini mit Chili-Zitronen-Knoblauch-Bröseln. Fladenbrot mit mehreren Dips aus den Dachgarten-Kräutern eines Freundes. Reis mit Lachs und frittierten Algen. Penne mit Zucchini und viel Knoblauch.
Pumpui (1030)



Pak Yang (6,20€), d.h. frittierter Brokkoli und Karfio mit roten und Röstzwiebeln in heftig saurer Marinade – sehr gut! Pad Thai mit Ei, Erdnüssen und Tofu (13,50€). Khao Niaow (6,90€), Kokosklebreis mit Banane und großzügig Inländerrum.
Bab al Yemen


Vorspeisen-Mix: Hummus, Muhammara, Baba Ghanoush und Muttabbal, mein Favorit. Dazu Fladenbrot. Salat mit Mais. Hähnchen Mandy mit dem besten Gewürzreis. Picksüßer Adeni-Tee mit Milch. Weiterhin eines meiner liebsten Restaurants in Wien, leider gefühlt am anderen Ende (1100). Hier habe ich schonmal ausführlich über einen vergangenen Besuch geschrieben.
El Reno Grill


Über diesen (einigermaßen) neuen Burger-Spot in der Schwarzspanierstraße (1090) habe ich im März schon geschrieben. Auch bei meinem 2. Besuch war ich begeistert, diesesmal hatte ich einen Veggie Chicken Burger (mit Eisbergsalat, Gurkerl und Käse), dazu dünne ultraknusprige Pommes und ein alkoholfreies Bier (im Menü 16 €). Ich habe außerdem die hausgemachte Habanero-Sauce probiert, die war ziemlich fruchtig.
Berlin



Sudanesische Snacks bei Basmah in der Nähe vom Kotti. Jollof Rice in der Nähe der U-Bahn Seestraße. Linsensuppe in der Tschechischen Bahn (4€).
London


Ich muss unbedingt noch ausführlicher über meinen ersten Besuch in London schreiben, aber hier schon mal eine Auflistung der Lokale, in der ich war: Kova Soho (japanische Drinks und Pâtisserie). Impala (super! vage nordafrikanisch). Dishoom King’s Cross (indisch – ein Erlebnis, mit erinnerungswürdiger Alphonso Mango).



Aux Merveilleux du Fred (luffiges Brioche und beste Merveilleux), Tozi (Teure italienische Snacks). Noble Rot Lamb’s Conduit (Modern British Cuisine im Restaurant zum Magazin).
Bao (super Baos). Araw (lustige Eissorten, z.B. lila Ube oder Banane-Tahini). Enish Oxford (seltsame Atmosphäre, teure nigerianische Klassiker).



Außerdem getrunken: Eine für mich unüberblickbare Anzahl an Softdrinks in Dosen – die Engländer scheinen große Fans von functional drinks. Kaum etwas im Kühlregal kommt ohne CBD, lion’s mane o.Ä. aus.
Getrunken


Blue Jets (s. Rezept von 2025) und Cosmos in einer frozen version.
Gesehen
Ruin und Rausch in der Neuen Nationalgalerie Berlin


An einem Samstagnachmittag in die neue Nationalgalerie zu gehen war nicht unbedingt die beste Idee, es war so wuselig, dass man sich kaum umdrehen konnte. Ich ging in Ruin und Rausch (12€), das in der ganzen Stadt plakatiert war und war ehrlich gesagt ein bisschen enttäuscht, wie klein die Ausstellung war. Die Gegenüberstellung von Malerei und Literatur aus ähnlicher Zeit hat mir aber sehr gut gefallen. So habe ich Erich Kästners Besuch vom Lande (1929) mit Blick auf den Potsdamer Platz von Ernst Ludwig Kirchner (1914) gelauscht und es sehr gefühlt (Berlin ist mir als gelernter Wienerin VIEL zu groß, unübersichtlich und dreckig).
In der Eingangshalle war Regular Animals von Beeple zu sehen, eine creepy Installation von Roboterhunden mit hyperrealistischen Köpfen (u.a. Bezos und Musk), die herumgehen und ihre Umgebung wahrnehmen. Diese „verdauen“ sie mittels KI und scheiden dann gedruckte Bilder davon aus.
Architekturzentrum Wien
Ich bin eines späten Nachmittags mit einer Freundin ins AzW – eigentlich um die Jubiläumsausstellung des Stadtforschung-Magazins dérive zu sehen. Die stellte sich aber als eher dünn heraus (bzw. hätte man halt durch die dutzenden Ausgaben blättern und lesen können), also gingen wir gegenüber in Global – Neutral. Architektur aus Österreich in Afrika und Asien 1955–1989 (noch bis 5.10.).
Österreichische Architekten brachten sich demnach in der Vergangenheit stark in internationale Ausschreibungen – z.B. im Iran unter Schah Pahlavi, im Irak oder Indonesien ein. In den 1960ern waren Fernsehtürme als zukunftsweisende architektonische Monumente besonders beliebt.


V&A London
Das bemerkenswerte YouTube-Game des V&A hat mich zum Fan des Museums gemacht, bevor ich überhaupt nur einmal in London war. Es fühlte sich ein bisschen an, wie einen Schatz gefunden zu haben, wenn mir eines der Exponate aus mir bekannten Videos dann „in echt“ unterkam, wo dessen Feinheiten gleich noch viel beeindruckender waren. Darunter z.B. ein Schmuckset aus Mikromosaik aus dem 19. Jahrhundert, das in diesem Video besprochen wird.


Leider ergatterten wir auch Wochen vorher keine Tickets für die Schiaparell-Sonderausstellung, die ich gern gesehen hätte, und der Bereich zu einem meiner liebsten Nerdthemen – Mode und Textiles – ist für mindestens eineinhalb Jahre wegen Renovierung geschlossen. Dennoch gibt es täglich eine gratis Fashion-Führung durchs Haus, der ich mich angeschlossen habe.
Zunächst betrachteten wir in der Gruppe eine robe à la francais (ca. 1765-1770), hergestellt mit 18 Metern Seidenbrokat aus Lyon (damals liefen die Stoffe aber auch weit schmaler als die heute standardmäßigen 1,40m) und die unendlich komplexen Musterpläne dafür.
45 Jahre später hatte sich die Silhouette von Frauenkleidern komplett gewandelt, wie an einem Empire Dress aus Tüll (1810) zu sehen war. Dessen Stickereien waren aus Stroh – einem Material, von dem mir nicht klar war, dass es sich zum Sticken eignet.



In London wurden Anfang des 18. Jahrhunderts aufwändig gewebte Stoffe designt, etwa von der unabhängigen Lady Anna Maria Garthwaite. Von ihren Entwürfen und den daraus entstandenen Stoffbahnen hat das V&A viele in der Sammlung. Gleich daneben ist ein Hochzeitskleid zu sehen – den Trend zum Heiraten in weiß hatte die Namensgeberin des Museums, Queen Victoria gestartet.


Wie meine Begleitung anmerkte, ist es angesichts der Kolonialgeschichte des britischen Empires und der dadurch recht internationalen Sammlung des Hauses ziemlich schwach, in der Tour lediglich zentraleuropäische Stücke zu zeigen (wenn auch mit Grundmaterialien aus den Kolonien). Deshalb machten wir uns noch auf die Suche nach einer Vitrine, die ich ebenfalls schon von YouTube kenne: Im Bereich Islamic Middle East sind aufwändig bestickte palästinensische Kleidungsstücke zu sehen – historisch und zeitgenössisch.

Das V&A nimmt sein Versprechen des offenen Museums wirklich ernst – nachdem die meisten Räume keinen Eintritt kosten, kann man an mehreren Eingängen einfach hinein- und wieder hinausgehen und durchschlendern. Keine Ticket-Schlange, keine Taschenkontrolle. Dadurch fühlt sich das Museum zwar stellenweise ein bisschen nach Bahnhofshalle an, aber die Niedrigschwelligkeit ist das allemal wert.
Tate Modern


Auch das Tate Modern verlangt keinen Eintritt, wegen Sicherheitstheater (oberflächlicher Blick in Taschen) muss man jedoch dennoch Schlange stehen. Mich hat am meisten Nalini Malanis Schattenspiel angesprochen, hier hätte ich mich am liebsten auf eine (nicht vorhandene Bank) gesitzt und der Installation von vorne bis hinten beigewohnt.
Babel, ein aus UKW-Radios gebaute Turm von Cildo Meireles, kam mir enorm bekannt vor. Der Effekt der sich überlagenden Sender im blau schimmernden Licht des düsteren Raums ist jedenfalls seltsam fesselnd.
Gelesen
fluter Ausgabe #98 krank, wo es u.a. um die erste Entzugsklinik in Syrien geht. Ein paar Artikel in der aktuellen, 40. Ausgabe des noble rot.


fundamentally von Nussaibah Younis für meinen Buchclub. Habe sehr viel gelacht, trotz des bedrückenden Themas (Deradikalisierung von westlichen IS-Frauen, die in einem Lager im Irak interniert sind).
Gestrickt
Das Kirby Top (Pattern von BlueSquirrel Yoon auf ravelry) muss ich jetzt nur noch Blocken. Ich habe eine Confetti Cardigan Mini (Pattern von Nashwa Sakr auf ravelry) angeschlagen. Und meine gehäkelte MacBook-Hülle ist immer noch nicht fertig.
Veröffentlicht
Im Blog: Vegane Kuhfleckenkekse, Nektarinen-Muffins mit Lavendel
Anderswo: Drei Texte für die futurezone.at:
- Was bedeutet die geplante Paketsteuer für meine Online-Bestellungen? (27.05.2026): Der aktuelle Stand zum Gesetzesentwurf.
- Porno-Deepfakes: „Es gibt Gruppen, die diskutieren das als Hobby“ (21.05.2026, auch in Print): Ein Interview mit Kaylee Williams, die an der Columbia University zu „Nudification-Apps“ forscht und an mehreren Studien zu Online-Gewalt gegen Frauen für UN Women mitgewirkt hat.
- Soylent, Meta, Palantir: Wie sich Tech-Firmen an SciFi-Dystopien bedienen (06.05.2026, auch in Print): Ich habe mich schon länger gefragt, was es mit der Bennennungstaktik vieler Silicon-Valley-Unternehmen auf sich hat. Also habe ich Kulturwissenschaftlerin Julia Grillmayr dazu interviewt.
Hier folgen meine liebsten Links der vergangenen Wochen:
Rezepte
poppy flower syrup – @julescooking
Ich habe noch nie drüber nachgedacht, dass man Mohnblumen für Sirup nutzen könnte!
Texte
Billionaires in Borrowed Costumes: How Silicon Valley Loots Science Fiction to Justify Its Power Grab – Untold Mag
Ali Rıza Taşkale, der auch wissenschaftlich zum Thema publiziert, über die Verbandelung von Big Tech und SciFi.
This is “materialized science fiction”: the process by which science fiction stories are turned into real projects, with their original meaning stripped out and replaced with something that serves those already in power. These tech billionaires do not misread their source material by accident. They understand it well enough to know exactly which parts to keep and which to discard. The distortion is deliberate.
Willkommen in der Welt der «Dunklen Aufklärer» – Republik (via Krasse Links)
Weiter mit den Dystopien…
Vor diesem Hintergrund ist es auch einer der grössten Träume der autoritären, tech-oligarchischen Neoreaktionären, den Staat mit sogenannten freedom cities oder «Akzelerationszonen» erst zu zersetzen, dann zu ersetzen.
Diese Städte sollen als crowdfinanzierte, blockchainbasierte «Netzwerkstaaten» (Balaji Srinivasan) die Kraft des Kapitals technisch entfesseln und keinerlei Beschränkungen akzeptieren. Was dadurch möglich werden soll? Biomedizinische Experimente und autonomes Fahren ohne störende Auflagen, künstliche Intelligenzen oder Kernenergie ohne Kontrollen. Alles, was machbar ist, soll gemacht werden.
Why ATMs didn’t kill bank teller jobs, but the iPhone did – David Oks
Beim Lesen sollte man im Hinterkopf behalten, dass der Autor für die VC-Firma a16z arbeitet und großes Interesse zu haben scheint, KI zu hypen (bzw. die Welt so anzupassen, dass KI überall die Lösung ist). Dennoch interessante Geschichte/Argumentation, was Bankomaten betrifft (ich hab btw. letztes Jahr für die futurezone was über Bankomaten und deren Geschichte in Österreich geschrieben).
The ATM tried to do the teller’s job better, faster, cheaper; it tried to fit capital into a labor-shaped hole; but the iPhone made the teller’s job irrelevant. One automated tasks within an existing paradigm, and the other created a new paradigm in which those tasks simply didn’t need to exist at all. And it is paradigm replacement, not task automation, that actually displaces workers—and, conversely, unlocks the latent productivity within any technology. That’s because as long as the old paradigm persists, there will be labor-shaped holes in which capital substitution will encounter constant frictions and bottlenecks.
Seeing like a spreadsheet – David Oks (via Weekly Filet)
Nochmal ähnlich argumentiert: Wie Tabellenkalkulation heutige Firmenstrukturen ermöglicht hat.
But you can see the consequences of the spreadsheet far beyond the realm of private equity. Because the spreadsheet really did solidify, among a whole generation of managers and corporate leaders, “an unshakable belief that the way the world works can be embodied in rows and columns of numbers and formulas.” Where the technologies of the “control revolution” had promoted a view of the corporation as something to be managed, the spreadsheet promoted a view of the corporation as something to be optimized: a bundle of assets, liabilities, and agreements—a “nexus of contracts”—that could be understood completely with, well, a spreadsheet. VisiCalc and Lotus and Excel did not create the financial way of viewing the corporation: but by encoding that view within an apparently neutral idiom, they served to universalize it.
Zwischen Bestseller und Brainrot – Wie der Markt die Literatur sortiert – 54books
Berit Glanz über die re:publica-Vorschuss-Kontroverse und das Granta/Commonwealth-Foundation-KI-Debakel (über letzteres habe ich btw auch eine Meldung für die futurezone geschrieben).
Hypes und Aufmerksamkeit kommen im literarischen Betrieb besonders Debüts zugute, bereits beim zweiten Titel beginnt für viele Autor*innen der langsame Weg in die Unsichtbarkeit, wenn sie nicht sowieso schon eine große Bekanntheit haben, weil sie beispielsweise in einem anderen Feld erfolgreich sind. Das führt dazu, dass Literaturpreise als letzte Option zur Sichtbarkeit viel zu viel Macht erhalten; dementsprechend erbittert wird über die Preise gestritten.
130-Millionen-Sozialplan: Wie die Republik unsere Medien ins E-Mail-Zeitalter subventioniert – Die Tagespresse
Wäre lustig, wenns nicht so traurig wäre.
Was man hierzulande gemeinhin als Medienpolitik bezeichnet, ist eigentlich in Paragrafen gegossene Klientelpflege. Federführend dabei ist der VÖZ (Verband Österreichischer Zeitungsrelikte), der vor einigen Jahren ein Fördermodell nach Maß ins Staatsbudget diktiert hat: den Fonds zur „Digitalen Transformation“.
Dahinter verbirgt sich kein Innovationsschub, sondern Artenschutz für große, altersschwache Print-Dinosaurier, die den Einschlag des Internets überleben möchten, ohne sich an das 21. Jahrhundert anpassen zu müssen.
The Devil Wears Prada Is a Broken Promise to Millennials – Harper’s Bazaar
So viel wie ich schon über diesen Film gelesen habe, sollte ich ihn jetzt wirklich mal anschauen.
As the generation that entered the workforce at the precise intersection of the digital revolution and the financial crash, millennials were part of a culture anchored by work and self-promotion. In the mid-2010s, when I was at university, I distinctly remember feeling a peripheral pressure to financially optimize my life and have a “side hustle” before I’d even graduated. (I even did my requisite stint as an unpaid fashion intern one summer, delivering sushi orders to bosses who, like Miranda, didn’t know my name.) In the Instagram infographic era, millennial culture was all about how to “love your job” so much that you “never have to work a day in your life!” And I’m not saying that we invented the concept of having a fulfilling career or working hard, but this was a departure from my parents’ generation, most of whom viewed work primarily as a way of earning money. For online and image-conscious millennials, our jobs became an identity.
Remember when magazines were a thing – Oliver Franklin Wells
Zum selben Thema:
The Devil Wears Prada 2 seems to be asking: what even is a magazine, anymore? Are they worth saving? It’s a reasonable thing to ask. Different journalists will give you different answers, and those answers will likely touch on a few clichés: about taste, about storytelling, about community, about quality. They certainly stopped being about printed pages years ago.
Unraveling AI’s ‚Knitting Bullshit‘ – Katie Davies
AI-Slop ist *natürlich* auch schon in die Handarbeitsbubble vorgedrungen…
So, of course I went to listen to Inception Point AI’s “knitting” podcast. I heartily encourage you not to do the same, not least because this joyless experience would be contributing to the slop factory’s jaw-dropping (and depressing) number of downloads while simultaneously serving you ads for accounting software and small business insurance (your tailored marketing will, of course, be personal to you). No, I have now done that work for you; those few sad hours are forever lost to me, and I am here to tell you that this ai generated knitting “content” is just as bad as you imagine. Worse than you imagine. Much, much worse.
Die große Schwester – Wiederbegegnung mit „Wir Kinder vom Bahnhof Zoo“
Interessante Reflexion zum Buchklassiker (den ich nie gelesen habe – zu weit weg von meiner Realität als Jugendliche).
Wie aber konnte ich mich damals, als elf- oder zwölfjähriger Zehlendorfer Klein- oder Bildungsbürgersohn mit einer Sechzehnjährigen Erzählerin und ihren existenziell düsteren Erlebnissen identifizieren? Durch ein Gerichtsverfahren im Sommer 1978 wurden die Stern-Reporter Kai Hermann und Horst Rieck auf die verurteilte Christiane F. aufmerksam. „Nach Tonbandprotokollen aufgeschrieben“ , steht vorne im Buch. Tage- und wochenlang, während derer Christiane clean bei Verwandten in der norddeutschen Provinz lebte, erzählte sie ihnen ihre Geschichte. Kein Verlag interessierte sich für das Manuskript, einer empfahl, eine wissenschaftliche „case study“ daraus zu machen. Bis die Zeitschrift Stern kurzerhand einen eigenen Verlag gründete und das Buch, unterstützt durch eine große Serie im Heft, selbst auf den Markt brachte: ein unfassbarer Erfolg, von dem Christiane Felscherinow, wie sie es unter ihrem vollen Namen 2013 in einem weiteren Buch beschrieb, noch Jahrzehnte leben konnte, obwohl der Profit gedrittelt wurde.
Hiroshima – The New Yorker
Dieser Text vom August 1946 ist enorm lang und enorm unübersichtlich. John Hersey erzählt darin die Geschichten einiger Menschen, die den Atombombenabwurf über Hiroshima im Vorjahr überlebt hatten. Das beschriebene Leid ist fürchterlich.
The eyebrows of some were burned off and skin hung from their faces and hands. Others, because of pain, held their arms up as if carrying something in both hands. Some were vomiting as they walked. Many were naked or in shreds of clothing. On some undressed bodies, the burns had made patterns—of undershirt straps and suspenders and, on the skin of some women (since white repelled the heat from the bomb and dark clothes absorbed it and conducted it to the skin), the shapes of flowers they had had on their kimonos. Many, although injured themselves, supported relatives who were worse off. Almost all had their heads bowed, looked straight ahead, were silent, and showed no expression whatever.
Wem die Bäuche gehören – Über die Geschichte der Geburt – 54Books
TIL:
Seit ungefähr dem 4. Jahrhundert n. Chr., seit der Spätantike also, wurde die Konstellation im Geburtsraum komplizierter. Das hing vor allem mit einer Umdeutung des Geburtsgeschehens durch die Kirchenväter zusammen: Sie hatten in der Bibel ein paar Zitate zusammengesucht, aus denen hervorging, dass die Schmerzen unter der Geburt als Sühne für die Erbsünde zu werten seien. Gebärende waren also als Frauen grundsätzlich selber schuld an ihrem Leid. Damit sank das Interesse daran, den Gebärenden aktiv zu helfen und ihre Schmerzen zu lindern.
Hinzu kam, dass nun auch das Kind seinen großen Auftritt hatte – sogar schon vor der Geburt: War es zuvor rechtlos gewesen und erst zu einem Menschen geworden, wenn der Vater es vom Boden aufhob, ging man nun davon aus, dass es schon im Mutterleib mit einer Seele ausgestattet worden war. Diese Seele musste nun nicht unbedingt ein langes Leben haben – aber wenn das Kind starb, ehe es geboren und getauft war, landete diese Seele im Fegefeuer. Die Position des Kindes hatte sich damit entscheidend verbessert, doch gleichzeitig entstand so zum ersten Mal ein Interessenkonflikt zwischen Kind und Mutter.
Audio/Video
High Heels – Articles of Interest
Avery Trufelman greift eine Podcastfolge von 2014 – und den damaligen Trend zu UNENDLICH hohen Absätzen – wieder auf. Ich habe tatsächlich auch noch ein paar Schuhe aus dieser Zeit herumstehen, doch die Gelegenheiten, 9-Zentimeter-Absätze zu tragen hielten sich seit dem Kauf schwer in Grenzen.
High heels are no longer as high as they were twelve years ago. What happened? An analysis of a trend.
The xx – Song Exploder
Alle coolen tumblr-girls meiner Schule hörten Anfang der 10er Jahre The xx.
The xx formed in 2005, when they were still in high school. They signed to the UK label Young, and put out their first album in 2009. It won the prestigious Mercury Prize, and was named one of the best albums of the year by Rolling Stone, Pitchfork and more. Since then, the Guardian has named it one of the best albums of the 21st century. This year, the three band members, Romy Croft, Oliver Sim, and Jamie xx played together as The xx for the first time in 8 years. I spoke to them in between the weekends at Coachella, where they were opening their sets with the song “Crystalised.” It’s the first song they ever released, back in April 2009, when the lineup also included Baria Qureshi on guitar. I spoke to Romy, Jamie and Oliver, here at my studio, about how they first found each other, and how they made “Crystalised.”
Wie Deutschland die Apartheid verklärte – Deutschlandfunk Nova Hörsaal
Klingt logisch (und sehr falsch):
Nach dem Zweiten Weltkrieg wurden in der noch jungen Bundesrepublik Deutschland teilweise Diplomaten wieder eingestellt, die auch schon im Nationalsozialismus politische Ämter inne hatten. Ihre politische Sozialisation erleichterte ihnen die Zusammenarbeit mit Diktaturen und autoritären Regimen, sagt Johannes Darfinger, Historiker an der Uni Salzburg.
Traum von einer neuen Weltordnung – Radio Wissen
Über die Bandung-Konferenz im Jahr 1955. Südafrika war übrigens absichtlich nicht eingeladen.
Es waren wenige Tage, die die Weltpolitik verändert haben. In den 1950er Jahren spielen Staaten Afrikas und Asiens international keine Rolle. Um das zu ändern, solidarisieren sich Staaten beider Kontinente.
Sonst So
Landmarkr
Geoguessing mit sechs Fotos. Macht Spaß!
Keywords (via web curios)
Noch ein witziges Minigame – hier muss man zusammenhängende Wörter raten.
Dracula Daily
Witziges Konzept: Dracula Daily, the email newsletter that sends you Bram Stoker’s classic Dracula – in bite-sized pieces.
Photos Capture the Breathtaking Scale of China’s Wind and Solar Buildout – e360
Eine in meiner Bubble vielgeteilte Fotostrecke des chinesischen Fotografen Weimin Chu.
Backkatalog:
















- 2025: Ghriba mit Grapefruitmarmelade und Orangenblütenwasser
- 2024: Popcorn Cocktail
- 2023: Sesam-Eis mit schwarzem Tahini-Karamell
- 2022: „Lofthouse Style“ Cookies nach Bravetart
- 2021: Orange Sticky Buns
- 2020: Honig-Apfel-Walnuss-Muffins
- 2019: Vanilleeis mit Cookieteig
- 2018: Eine Reise nach Lille, Dunkerque und Bruxelles
- 2017: Bravetart’s Chocolate Chip Cookies
- 2016: Zitroneneis
- 2015: Corns de Gazelle – Backkurs in Essaouira
- 2014: Holunderblüteneis
- 2013:Rhabarber-Streusel-Tarte
- 2012: Waldmeister-Apfel-Kuchen
- 2011: Shortbread
- 2010: Vanille-Zitronen-Plätzchen

Hi, ich bin Jana. Seit 2009 veröffentliche ich hier wöchentlich Rezepte, Reiseberichte, Restaurantempfehlungen (meistens in Wien), Linktipps und alles, was ich sonst noch spannend finde. Ich arbeite als Redakteurin bei futurezone.at, als freie Audio-/Kulinarikjournalistin und Sketchnoterin. Lies mehr über mich und die Zuckerbäckerei auf der 

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