Schlagwort-Archive: vegan

Vegane Schokosplitter-Cookies

In meinem engeren Umfeld gibt es mittlerweile mehrere Menschen, die sich vegan ernähren, oder auf Milchprodukte oder Eier verzichten. Ich bin nach wie vor der Meinung, dass veganes Gebäck nur selten an „normales“ herankommt. Eine so perfekte Zutat wie ein Ei, das gleichzeitig binden, emulgieren, Luft halten, bräunen und bestimmt noch viel mehr kann, lässt sich nur durch viele verschiedene Zutaten ersetzen. Bei Milchprodukten ist es ähnlich: Eine schöne Bräunung wird mit Margarine nichts.

Die meisten #health-Rezepte in die vegane häufig fallen, werden als dairy- grain- nut- sugar- whatever-free, aber man merkts gar nicht! beworben. Das nervt mich tödlich. Niemand braucht mir erzählen, dass rohe Dattelpaste mit Kakao auch nur irgendetwas mit einem klassischen Schokocookie zu tun hat. Gut mag das Ganze schon schmecken, aber wieso wird es dann nicht einfach innovativ benannt, statt ein Ideal nachzuahmen, dass sowieso unerreichbar ist?

Und die „nimm doch einfach eine zerdrückte Banane/eingeweichte Leinsamen/etc statt einem Ei“ Variante stellt mich auch nicht zufrieden. Meine Ansprüche an Gebäck (und auch Rezepte!) sind höher, als unüberlegte, unabgestimmte Ersatzzutaten.

vegane-cookies3

Nach fast neun Jahren (bald gibts Jubiläum!) foodbloggen kann ich ohne nachlesen Mürbteig, Biskuit, Pie-Teig, Eisgrundmasse und vieles mehr aus dem Stegreif zubereiten. Und weil 2018 ist, hätte ich in der Liste auch gerne ein veganes go-to-Rezept. Cookies erschienen mir da als gute Wahl und mangels Erfahrungswerten stürzte ich mich auf das erstbeste Rezept, dass meine Internetrecherche ausspuckte.

Diese Schokosplitter-Cookies hier habe ich dreimal hintereinander gebacken, denn so recht zufriedenstellend finde ich das Rezept nicht, obwohl es bei Betty Crocker „carefully tested“ genannt wird. Beim ersten Versuch, bei dem ich das Kokosöl bei Raumtemperatur verwendete, flockte das Eiweiß in der Mandelmilch aus. Im Endeffekt war das nicht weiter schlimm, denn die gebackenen Cookies fand ich trotzdem gut. Aber eine Stella Parks – also jemanden der Rezepte und Zutaten fast wissenschaftlich analysiert – für vegane Rezepte würde mir weiterhelfen. Bin ich auf so eine Quelle nur noch nicht gestoßen?

Beim zweiten Mal schmolz ich das Kokosöl (wie im Originalrezept angegeben), wodurch aber die Kekse beim Backen auseinanderliefen und sehr hart wurden. Ich habe die zwei Bleche testweise unterschiedlich lange gebacken, und musste feststellen, dass ich meiner Intuition bei veganen Rezepten nicht mehr trauen kann: Die Cookies, die einen schönen goldbraunen Farbton hatten, waren nach dem Abkühlen so hart, dass ich sie vor dem Essen in meinen Tee tunken musste. Aber ohne Milchbestandteile oder Eier gibts halt wenig, das für die schöne Farbe sorgen kann. Veganes Gebäck werde ich in Zukunft immer schon dann aus dem Ofen nehmen, wenn es noch nicht einmal fertig aussieht.

Den dritten Versuch würde ich als geglückt bezeichnen, obwohl ich diese Tatsache zwei Variablen verdanken könnte. Einerseits habe ich Sojamilch statt Mandelmilch verwendet, weil ich dieser emulgierende Fähigkeiten unterstelle. Auch diesmal flockte das Eiweiß aus, aber daran störte ich mich nicht länger. Andererseits war das Kokosöl ziemlich fest, denn die Raumtemperatur war dank noch-nicht-eingeschalteter Heizung weitaus kälter als beim ersten Versuch. In diesem Zustand ließ sich das Kokosöl, wie Butter in klassischen Cookies, gemeinsam mit weißem und braunem Zucker richtig gut aufschlagen und wurde schön fluffig.

Die fertigen Cookies können es durchaus mit nicht veganen aufnehmen. Das Kokosöl schmeckt man zwar stark heraus, bei Butter ist das aber auch nicht anders. Außerdem braucht es keine superfancy Zutaten (Kokosöl und Nicht-Milch sollte mittlerweile in jedem Supermarkt zu haben sein).

Und falls ihr jetzt trotzdem nicht-vegane Cookies backen wollt, kann ich Bravetart’s Chocolate Chip Cookies, Gewürzcookies mit Chilli und Vanilla Cookies mit Haferflocken empfehlen, ansonsten folgt einfach dem Rezept unten.

Vegane Schokosplitter-Cookies weiterlesen

Gurken-Gin-Steckerleis

Die Popsicle Week ist eine meiner liebsten „Blogevents“. Mitgemacht habe ich noch nie, aber ich finde es jeden Juni wieder aufs Neue spannend, welche der Foodblogger_innen, denen ich folge, sich etwas dafür ausgedacht haben.

Molly Yeh, die für gewöhnlich sehr marzipanlastige Kuchen bäckt, hat mich mit dieser ungewöhnlichen Steckerleis-Kreation sofort überzeugt.

Gurke, Gin, Honig und Za’atar! Erstere passen nicht nur in Longdrinks (Gin Tonic, anyone?) super zusammen, sondern auch in Salat, wie ich herausgefunden habe. Mit Honig kann man eh nix verkehrt machen und Za’atar wollte ich endlich einmal in meiner eigenen Küche haben. Als Aperitif für meine fast vegane Dinnerparty vor Kurzem machte ich deshalb Gurken-Gin-Steckerleis.

De Kombination schmeckte mir so gut, dass ich im Folgenden, als ich schon keine Papierbecher als Förmchen mehr hatte, die Wiener Sommerhitze aber noch kein bisschen geschwunden war, eine große Box Gurken-Honig-Za’atar-Slushies nach dem gleichen Rezept (nur ohne Gin, weil mir Nachmittagserfrischungen ohne Alkohol lieber sind) im Gefrierfach hortete.

Gurken-Gin-Steckerleis weiterlesen

Vegane Rhabarber-Tarte

Praktischerweise fiel mein Heimaturlaub genau in die Rhabarber-Erntezeit. Ausgestattet mit Küchenmesser und Kamera radelte ich deshalb schnellstmöglich zu meiner Oma, um großzügig Rhabarber mit nach Hause nehmen zu können.

Rhabarber-Ernte

Rhabarber-Ernte

Rhabarber-Ernte

Auf besonderen Wunsch wollte ich zumindest einen veganen Kuchen daraus backen, deshalb wandelte ich dieses Rezept von Linda Lomelino (entdeckt auf Instagram, wo auch sonst) ein kleines bisschen ab.

Ich hatte Angst, dass mir die Tarte, die ja ohne Form gebacken wird, wegen der Margarine zu sehr auseinander laufen würde. Das passierte glücklicherweise nicht, wahrscheinlich auch, weil ich den Teig recht lange kühlstellte.

vegane Rhabarber-Tarte

vegane Rhabarber-Tarte

Ein zweites Problem für eine vegane Version des Rezepts war das Ei, dank dem die Mandelsplitter kleben bleiben und die Ränder der Tarte beim Backen schön goldbraun werden sollten. Natürlich half auch hier das Internet weiter und ich lernte die gefühlt tausendste Zutaten-Kombination kennen, die ein Ei für einen ganz spezifischen Einsatzbereich ersetzen konnte. Getreidemilch und Agavensirup (zwei Dinge, die der ausgeprägten Vorratshaltung meiner Familie zu verdanken sind) erfüllten tatsächlich ihren Zweck!

vegane Rhabarber-Tarte vegane Rhabarber-Tarte

Und bevor ich das alles jetzt gleich wieder vergesse (s. vegane Schokocookies), verblogge ich es lieber gleich. Es folgt das erste (und dafür auch super einfache!) Rezept seit drei Monaten:

Vegane Rhabarber-Tarte weiterlesen

Vegane Karottenkekse

Meine Küchenutensilien fehlen noch in der neuen Küche, doch der Haushalt ist nicht arm an interessanten Gerätschaften wie Entsafter und Waffeleisen. Ebendieser Entsafter kommt recht häufig für Karotten zum Einsatz. Dank meiner Allergie kann ich zwar den Saft nicht trinken, doch habe ich mir vorgenommen, wenigstens das übrige Karottengehächselte zu verarbeiten. Nach Suppe kam mir natürlich gleich wieder Süßes in den Sinn.

vegane karottenkekse-1

Hier in der Zuckerbäckerei gibt es ja schon Carrot Cake Whoopie Pies mit Cream Cheese Filling, Rüblitarte, Rübli-Plätzle von lecker lezmi, Karottenkuchen und Karotten-Zucchini-Kuchen. Was also noch? Eine kurze Foodgawker-Recherche brachte mich zu einem Rezept von Baking is A Science, die, ganz trendy, vegan, ohne raffinierten Zucker und noch dazu ohne Gluten backt. So viele Einschränkungen wollte ich dann doch nicht eingehen, deshalb ist diese Version nurmehr vegan (vom Honig mal abgesehen).

vegane karottenkekse-2

Vegane Karottenkekse weiterlesen