Archiv der Kategorie: Weihnachtsplätzerl

Hamantaschen mit Frischkäse und Heidelbeergelee

Von Hamantaschen, einem traditionellen Gebäck zum jüdischen Purimfest, las ich vermutlich zum ersten Mal bei Molly Yeh. In echt gesehen oder probiert hatte ich bis dahin noch nie welche. Zufälligerweise war Mitte März Purim und so machte ich einfach selber welche.

Im Teig ist nicht etwa Butter oder Margarine, wie meistens in Teigen, die ausgerollt werden, sondern Öl. Dadurch bekommen die fertigen Hamantaschen trotz ihrer eindeutigen Keks-Eigenschaften (klein, knusprig, mit Marmelade gefüllt) einen „kuchigen“ Charakter, den ich sehr spannend finde. Diese hier – nach einem Rezept von Molly Yeh – sind außerdem mit Frischkäse gefüllt, was einen stark an Käsekuchen denken lässt.

Natürlich wollte ich am Ende auch wissen, wieso Hamantaschen so dreieckig geformt sind und was es mit dem recht deutsch/jiddisch klingenden Namen auf sich hat. Das Time Magazine bot Antwort:

Sometime in the 18th or 19th century in Germany and Eastern Europe, a triangular pastry pocket filled with poppy seeds often called Mohntaschen — mohn meaning meaning poppy seed, and tasch meaning pocket — came onto the scene. The word became a pun around Purim: oznei Haman plus mohntaschen created hamantaschen.

A Real Purim Story: How Hamantaschen Cookies Got Their Name – Time.com

Haman ist übrigens ein Bösewicht im alten Testament (und oznei sind seine Ohren auf hebräisch), der von einer mutigen Frau besiegt wurde:

“King Ahasuerus loved to have parties and he had this giant event where he asked his wife Vashti to dance for him,” she says. “But Vashti refused, so he sent her away to be executed and held a beauty pageant to find another wife, which is how we got to Queen Esther.” In the story, Esther, whose cousin Mordechai was a leader in their Jewish community, kept her religion to herself until Haman, one of the king’s advisers, hatched a plan to exterminate the Jews. By speaking up, Esther saved her people—and in the end Haman was the one executed on the gallows he had hoped to use to hang Mordechai.

The Feminist History of the Jewish Holiday of Purim – Time.com

Weihnachtsplätzchen schmecken auch im Sommer, Ramadansüßigkeiten (Speckia <3) könnte ich ganzjährig essen und seit neuestem kann ich das auch für jüdisches Festtagsgebäck bestätigen. Backt euch doch auch welches!

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Kastanien-Biscotti mit Walnüssen

Vergangenen Freitag lief mein erster Beitrag für Moment Kulinarium, die „Food“-Sendung von Ö1 im Radio. Für „Maroni in der Küche“ recherchierte ich den Esskastanien abseits vom Maroni-Standl hinterher.

Ich verbrachte u.a. einen Nachmittag bei den Kaestnklauban im Burgenland, wo ich nicht nur erstmals eine Kastanienverarbeitung sah, sondern auch lernte, wie man mit Kastanienmehl umgeht. Weil Kastanien botanisch Nüsse sind, ist das Mehl daraus glutenfrei und bindet fast nicht. Etwa ein Drittel der (glutenhaltigen, bindenden) Mehlmenge kann man durch Kastanienmehl ersetzen, bevor das Ergebnis zerbröselt, sagte mir die Rezeptentwicklerin des Vereins, Herta Pichler.

Ich habe mir gedacht, ich ersetze statt Mehl einfach andere Nüsse, das wertvolle Kastanienmehl wollte ich nämlich keinesfalls verschwenden. Deshalb habe ich die Cantuccini mit Walnüssen von vor gut zwei Jahren leicht abgewandelt. Sehr lecker!

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Glitzer-Heidesand für den 35c3

Heute werde ich zum ersten Mal zum Chaos Communication Congress des Chaos Computer Club in Leipzig fahren. Das Orga-Team der PrivacyWeek (ich habe immer noch keinen Rückblickspost getippt!!) hatte mich nämlich ausreichend angestupst, und jetzt wird aus einem Besuch wirklich etwas!

Für meine Gastgeber_innen und Chaospatinnen wollte ich unbedingt ein kleines Dankeschön parat haben, deshalb habe ich nochmal den Zitronenheidesand von 2011 gebacken, nur diesmal mit vielen schimmernden Streuseln statt Hagelzucker.

Wer das ganze noch nachbacken will, hier ist das Rezept:

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Kokos-Glitzer-Spitzbuben

Ich war vor einiger Zeit zu einer Glitzer-Mottoparty eingeladen und wollte deshalb Spitzbuben mit etwas Goldpulver bepinseln. Damit auch geschmacklich etwas Abwechslung auf den Weihnachtsteller kommt, nahm ich keinen gewöhnlichen Mürbteig, sondern den von den Zuckerstreusel-Plätzerln von Mitte Dezember. Leider wurden die Plätzerl nicht mehr rechtzeitig zur Party fertig, aber ein Vorrat kann ja auch nicht schaden.

kokosplätzerl
Glitzer!

Statt Zuckerstreuseln landeten diesmal ein paar Esslöffel Kokosflocken im Teig, die das Aroma des Kokosöls noch verstärkten. Eigentlich wollte ich sie mit Himbeermarmelade füllen, doch der berühmte WG-Vorrat gab leider nur Brombeere her – auch gut!

Zur Deko ein paar Spritzer dunkle Kuvertüre und, am allerwichtigsten, weil namensgebend: Goldglitzer-Kokosflocken!

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Marzipan-Marillen-Augen

Mein zwei-Sorten-Plätzerl-Vorrat hat sich in den letzten Tagen leider in Luft aufgelöst, also musste Nachschub her. Irgendetwas mit Marzipan sollte es werden und die erste Anlaufstelle im Internet war deshalb my name is yeh (so wie esskultur für Zitrusfrüchte, Bravetart für Amerikanisches aller Art oder Minimalist Baker für Veganes). Dort fand ich ein Rezept für wunderschöne Marzipan Sprinkle Hamantaschen, die es zum jüdischen Purimfest gibt. Der Teig für diese Plätzchen müsste aber mehrere Stunden kühlstehen, und diese Zeit hatte ich nicht.

Nach ein bisschen Herumgooglen bastelte ich mir deshalb einfach mein eigenes Rezept zusammen. Die Marzipan-Marillen-Augen kommen dank den ziemlich fetten Mandlen und Marzipan ohne Butter aus. Der Marillenschnaps sorgt auch in den ungefüllten Plätzerl für ein interessantes zweites Aroma. Und mit Marillenmarmelade aus den von Mamas, Omas und Tanten bestückten WG-Vorrat kann man sowieso nichts falsch machen.

Wer keine Zeit hat, Teig stundenlang kühlzustellen, auszurollen und auszustechen, ist mit diesem Rezept gut beraten. Nur eine Schüssel wird dreckig und es es braucht nichtmal einen Mixer.

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Zuckerstreusel-Plätzerl

In meinem Entwürfe-Ordner werden die Rezepte zur Zeit immer mehr und ich habe gefühlte 1000 unbearbeitete Kuchen- und Plätzerlfotos auf meinem Laptop. Was mir fehlt ist die Zeit, das alles in Blogposts zu verwandeln (oder auch nur ein Zuckersüß zu schreiben!). Gut, dass ich diese Plätzerl schon im Januar gebacken, bei gerade-noch-Tageslicht aus dem Handgelenk fotografiert (die Bildqualität hier war auch schon mal besser…)  und den Post in weiser Voraussicht aufgehoben habe. Dezember-Terminoverkill und trotzdem Qualitäts-Content, yay!

Diese Plätzerl sind gleich doppelt anders: Erstens ist der Teig kein klassisches 3-2-1-Mürbteigrezept, sondern basiert zu großen Teilen auf Kokosöl. Zweitens sind die Zuckerstreusel nicht in Zuckerguss obenauf ertränkt, sondern gleich direkt im Teig versteckt, was einige Zeitersparnis (wer kann die im Dezember nicht brauchen!) bedeutet.

Streusel-Plätzerl

Dank des Kokosöls und ein paar Tropfen Bittermandelaroma schmeckt das Gebäck auch recht ungewohnt – zumindest für mich, die noch nie vorher Weihnachtsplätzerl auf anderer Basis als Butter gebacken hat. Die Idee dafür stammt, wie so oft, von der grandiosen Stella Parks aka Bravetart, die bei SeriousEats die Vorteile dieses Teigs beschreibt. Das mit den Streuseln im Teig habe ich von einem Instagrampost von Take A Megabite, deren Kekse dank der Augen noch viel lustiger ausschauen:

https://www.instagram.com/p/BcZxJ2Hj74A/?taken-by=takeamegabite

Beim Aussuchen der Ausstecher fiel mir einmal wieder auf, welche seltsame Sammlung ich mit der Zeit zusammenbekommen habe. Motorräder, Fische, Glühbirnen und Schlittschuhe. Bei den ganz kleinen fand ich nur ein Herzchen und einen Vogel, mit Sternen sah es schlecht aus. Aber eigentlich sind die ja auch richtig schön!

Streusel-Plätzerl

Das Titelbild zeigt übrigens meine Geschenkverpackung, inklusive selbstgestrickter Christbaumkugel nach dieser Anleitung.

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Birnen- und Traubenkaramell

Neulich habe ich Muffins mit Apfelkaramell überzogen. Dabei habe ich mir überlegt, dass das doch eigentlich nicht nur mit Apfelsaft, sondern auch mit anderen Fruchtsäften als Basis funktionieren sollte.

Kandidat dafür wurde zuerst naturtrüber Birnensaft, den ich aus Unachtsamkeit anstatt zu Sirup zu einem kohlenschwarzen Klumpen reduzieren ließ. Nicht nur musste ich dann fast eine Stunde lang den Topf schrubben, auch die ganze Wohnung roch einige Tage lang nach verbrannten Birnen. Merke: Unbedingt neben dem Herd stehen bleiben, wenn Sirup eingekocht wird!

Trauben- und Birnenkaramell

Für den zweiten Versuch hatte ich leider keinen naturtrüben Birnensaft mehr bekommen, sondern lediglich -Nektar. Der wurde beim Einkochen erstaunlicherweise zu Püree, was dem fertigen Karamell eine ganz andere, fluffigere und weichere Konsistenz gab. Den Unterschied zwischen Fruchtsaftsirup, wie beim Traubenkaramell oder dem originalen Apfelkaramell von 2013, und Püree als Rezeptbasis lässt sich auch gut auf den Fotos erkennen. Das Püree-Karamell behält seine Form, während das Sirup-Karamell schnell auseinander läuft.

Das Birnenkaramell habe ich außerdem mit etwas Zimt und Kardamom gewürzt, während das Traubenkaramell „pur“ blieb. Anders als beim Apfelkaramell habe ich auch keine Meersalzflocken daraufgegeben, das aber nur weil ichs vergessen hatte…

Trauben- und Birnenkaramell

Ich finde jedenfalls, dass das Fruchtsaftkaramell – egal ob jetzt Apfel, Birne oder Traube – eine erfrischende Abwechslung auf den klassischen Weihnachtsplätzerl-Tellern ist. Vielleicht wage ich mich im Laufe des Dezembers noch an weitere Varianten!

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Lebkuchenhaus-Tiramisu

Meine Mitbewohnerin machte in letzter Zeit sehr oft Tiramisu (Konkurrenz für die Zuckerbäckerin der WG!). Das ist zwar richtig lecker, aber wer mich kennt, weiß, dass ich gar nicht gerne das gleiche mehrmals esse. Beim Nachdenken über mögliche Abwandlungen kam mir – natürlich wegen Weihnachten – die Idee für ein Lebkuchentiramisu. Und weil ich ja noch ein wunderschönes Lebkuchenhaus rumstehen hatte, hab ich das einfach mal ausprobiert.

Lebkuchenhaus-Tiramisu

Statt Löffelbiskuit habe ich also Teile des Lebkuchenhauses in Kaffee und Amaretto getränkt. Zusätzlich zum klassischen Kakao habe ich die Mascarpone-Crème dann noch mit Zimt und Lebkuchengewürz bestäubt.

Lebkuchenhaus-Tiramisu

Lebkuchenhaus-Tiramisu

Und: es hat bestens funktioniert! Die kleinen Tiramisugläser sehen nicht nur supersüß aus (allein die kleinen Sternchen-Streusel vom Lebkuchenhausdach, die hin und wieder durchblitzen!!!) sondern schmecken auch noch so gut, dass ich sie sicher nochmal mache.

Nachdem für dieses Dessert gerade einmal eine Dachschräge und der Hauseingang draufgingen, bleibt noch genug übrig, im Weihnachtsmenü an Heiligabend Lebkuchenhaus-Tiramisu einzubauen!

Lebkuchenhaus-Tiramisu

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Mandel-Spitzbuben

Die ersten Weihnachtsplätzerl der Saison: klassische Spitzbuben, mit ein bisschen gemahlenen Mandeln im Teig. Für den österreichischen Touch gefüllt mit Marillenmarmelade. Für ein bisschen Unkonventionalität bestäubt mit Kardamom-Puderzucker.

Mandel-Spitzbuben

Mandel-Spitzbuben

Schöne letzte Adventswoche, meine liebsten Leser_innen!

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Lebkuchenhaus

Ich präsentiere: Das sechste Lebkuchenhaus der Zuckerbäckerei. Leider ist es wieder kein Nachbau der Wiener Secession geworden, dafür hat es aber immerhin einen überdachten Hauseingang :D

Lebkuchenhaus 2016

Lebkuchenhaus 2016

Zusammengesetzt habe ich das Kunstwerk gemeinsam mit einer SpraWi-Studienkollegin. Und sprachenbegeistert wie wir sind, haben wird das Dach kurzerhand mit Weihnachtswünschen in vielen Sprachen verziert. Nicht alle davon sprechen wir (Nein, das Studium lehrt uns nicht alle Sprachen der Welt sprechen und verstehen), und haben sie deshalb einfach ergoogelt. Falls euch, meinen liebsten Leser_innen also Fehler in den Übersetzungen auf Swahili, Serbisch, Norwegisch etc auffallen, schreibt doch einen Kommentar (Schreibt auch sonst gern einen Kommentar!).

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