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Milcheis mit Karottenkaramell + Koch.Campus-Terroir-Karottenverkostung

Für meine Radiosendung über Karotten (heute um 15.30h auf Ö1!) war ich im August bei einer Terroir-Karotten-Verkostung in der Gastwirtschaft Floh in Langenlebarn (NÖ). Die war mindestens so verrückt wie interessant, denn das Team des Koch.Campus (Koch/Gemüseexperte Johann Reisinger, Biolandwirt Robert Brodnjak, Artenvielfaltsbewahrer Klaus Brugger und „Hausherr“ Josef Floh) hatte sehr viel über das Wurzelgemüse zu erzählen.

Ziel des Workshops war es, den Einfluss des Terroirs, d.h. Boden und Mikroklima, auf den Geschmack einer einzigen Karottensorte zu erschmecken und zu beschreiben. Dafür wurden auf sechs Feldern gleichzeitig dieselbe Karottensorte, „Milan“, ausgesät, am gleichen Tag geerntet und vom Koch.Campus-Team in sechs verschiedenen Varianten zubereitet.

Karotte 6×6×6

Dass gerade ich zu einer Karottenverkostung ging, wo ich kreuzallergiebedingt nichtmal rohe Karotten essen kann, war ein bisschen doof, hinderte mich aber nicht völlig am Mitmachen. Die ganze Karotte zu Beginn schlug ich aus, probierte aber den dazu servierten „Tee“ aus Karottengrün. Der schmeckte ziemlich genau so wie man sich ihn vorstellt: kräuterig-grün und ein bisschen nach Karotte.

Im ersten Verkostungsflight gab es frisch gepressten rohen Karottensaft. Auch hier konnte ich nicht kosten, aber allein Geruch (blumig, erdig, zitronig!) und Farbe verrieten, dass Karotte eben nicht einfach Karotte ist. In Runde zwei war der Saft erhitzt und reduziert, sodass ich ein paar Schlückchen davon trank. Zur Freude, dass die Allergene durch die Hitze offenbbar ausreichend eliminiert waren, kam die Überraschung des absolut unterschiedlichen Geschmacks. Während Saft Nummer eins (vom Lerchenhof) fruchtig-blumig schmeckte, war der von Standort vier (Kleine Farm) leicht säuerlich und der von Standort fünf (City Farm) geradezu bitter.

Der folgende Maillard-Sud, der später auch im Dessert vorkommen sollte, faszinierte mich sehr. Dafür wurden die Schalen langsam in Öl geröstet, sodass ihre karamelligen Noten zum Vorschein kamen. Alle sechs Varianten schmeckten sahning-karamellig, teilweise mit kräuterigen oder bitteren Noten.

Die gedämpften Karotten in Flight vier sahen zwar ein bisschen aus wie langweiliges Baby-Püree aus dem Gläschen, stellten sich aber natürlich als weitaus komplexer heraus. Nummer eins erinnerte mich an Suppengemüse, so als wären Petersilienwurzel und Sellerie gleich mitgekocht worden, Nummer drei (vom Jaklhof) war am süßesten von allen und ein starker Kontrast zu Nummer sechs (vom Krautwerk), das sehr kräuterig und leicht sauer schmeckte.

Man könnte meinen, die getrockneten Pressrückstände wären eher fad, da ihr ganzer Geschmack ja schon in den Säften der ersten beiden Runden steckt, das war aber nicht (immer) so. Mich erinnerte Nummer eins zum Beispiel an Handcreme, was dank meinem Tischnachbarn Marten Rolff nun in der SZ verewigt ist (wenn auch bezogen auf den Saft, aber egal):

Die Teilnehmer an den Tischen ringen um Attribute, die über süß, bitter, erdig, fruchtig oder würzig hinausgehen. „Darf man karottig schreiben?“ – „Der Saft hier riecht wie meine Handcreme!“, sagt eine Gastrokollegin des ORF etwas ratlos. „Notieren Sie das! Und die Marke gleich dazu! Alles ist wichtig!“, ruft Johann Reisinger.

– „Welche Wirkung haben Boden und Klima auf das Karotten-Aroma?“ – Süddeutsche Zeitung

Den Geschmack der gerösteten Maillard-Schalen entsprach quasi dem des entsprechenden Suds: karamellig, sahnig, teilweise auch ein bisschen holzig.

Super interessant das alles! Für den Fall, dass ihr euch komplett ins Thema hineinnerden wollt: Stevan Paul hat ebenfalls über das Event geschrieben und es gibt auch mehrere IGTV-Videos zum Thema.

Ein Karotten-Menü

Zum Abschluss gabs für alle Teilnehmer_innen noch ein Menü von Josef Floh, Johann Reisinger und Team, bei dem die Karotte wieder eine maßgebliche Rolle spielte. Leider war ich wegen des vielen Radio-Machens und Karotten-Beschreibungen-Findens am Vormittag nicht mehr besonders konzentriert, sodass meine Notizen zu den Gerichten weit weniger ausführlich sind als ich sie gerne hätte.

Normalerweise poste ich in diesem Blog ausschließlich *meinen* Content, aber die Fotos, die der Koch.Campus zur Verfügung gestellt hat, sind doch weitaus schöner als meine Smartphone-Schnappschüsse, für die ich wegen Mikrofonangel und Aufnahmeequipment meistens nicht mal die Hände frei hatte…

Bio-Berg-Forelle & Karotten-Salsa ©Koch.Campus – Helge Kirchberger
Bio-Berg-Forelle & Karottensalsa ©Koch.Campus – Helge Kirchberger

Als der erste Gang serviert wurde, stand ich noch interviewend im Innenhof. Ich bin aber sehr froh, dass ich kurz nachträglich auch noch einen Teller davon bekommen habe, denn die Bio-Berg-Forelle allein war schon wahnsinnig gut.

Quinoa mit fermentierten Ethel-Karotten ©Koch.Campus – Helge Kirchberger
Quinoa mit fermentierten Ethel-Karotten ©Koch.Campus – Helge Kirchberger

Im zweiten Gang war die Karotte, von einer Köchin namens Ethel fermentiert (Josef Floh erzählte, wie er sie um ein Glas davon angefleht hatte, leider erinnere ich mich nicht mehr an den Rest der Geschichte), mehr Würzmittel denn Hauptdarsteller. Der Quinoasalat mit spannendem Grünzeug (war das Queller oder so?) ruhte auf einer Karottencreme, die mich an Mayo erinnerte.

Beim dritten Gang standen im Ganzen geschmorte Karotten und wilder Karfiol, der mehr wie lang gewachsener Brokkoli aussah, im Mittelpunkt. Dazu gabs eine fruchtig-saure, erstaunlich samtige Pfirsichsauce und gewürfelte Pfirsiche.

Ich fand es sehr gut, mit wie wenig Fleisch dieses Menü auskam: Eine millimeterdünne Scheibe Leber vom Molkeschwein auf dem vorletzten Teller, ansonsten quasi vegetarisch. Auch hier gabs Karotten im Ganzen, allerdings knackig gedünstet (wenn ich mich richtig erinnere, jedenfalls) und auf einer Cold-Brew-Karottensauce. Dazu sehr fasriges Grünzeug, das mich an Kohlrabi erinnert hat (vielleicht warens aber auch die Blätter vom wilden Karfiol?) und zum Würzen geriebene, geräucherte Salzkarotte.

Und dann eine Karottennachspeise: „Milcheis mit Karotten-Karamell“ beschreibt sie in meinen Augen nur ungenügend. Denn das Eis wurde mit dem karamellig-süßen Maillard-Sud und dem Pulver aus den Schalen davon serviert, außerdem gabs eine „Terroir“-Hippe dazu. Ich glaube, auch den Abrieb der geschmorten eingesalzenen Karotte, der auch beim Fleisch dabei war, geschmeckt zu haben – jedenfalls kamen mir einige Löffel des Desserts wie gesalzenes Karamell vor.

Johann Reisinger erzählte mir später im Interview, dass es ihm ein großes Anliegen war, den Boden, der für gutes Gemüse das allerwichtigste sei, auch im Menü unterzubringen. Deshalb verrührte er Erde von den sechs Anbauorten der Milan-Karotte mit Wasser, Flohsamenmehl, Eiweiß und Honig und machte kurzerhand „Eiswaffeln“ daraus. Die knirschte schon ziemlich stark zwischen den Zähnen, aber sorgte auf jeden Fall für einen Überraschungsmoment im Menü.

Nachgebaut: Milcheis mit Karottenkaramell

Beim Menü hat es mir das Dessert mal wieder besonders angetan. Einem meiner Tischnachbarn ging es nicht anders, und er fragte nach dem Eisrezept, dessen Zutatenliste ich mir sogleich abfotografierte.

milcheis mit karotte
Im Eis ist genauso viel Honig wie Zucker – aber insgesamt gar nicht besonders viel.

Für den Karottenpart des Desserts quetschte ich dann noch Johann Reisinger am Rande eines Interviews für meine Radiosendung aus. Mit dieser Erklärung konnte ich dann noch Maillard-Sud und „Brösel“ nachbauen. Mit ersterem bin ich nicht so besonders zufrieden, denn er wurde weitaus weniger süß als der, den ich beim Floh in der Schüssel hatte.

Ich weiß nicht, ob ich in der Zubereitung was falsch gemacht habe (zu viel Öl? zu dunkel karamellisiert?) und/oder ob die Karotten, die ich benutzt habe, einfach nicht die richtigen/gleichen Eigenschaften hatten. Ich bin zwar sogar zum Karmelitermarkt geradelt, um beim Krautwerk-Stand Milan-Karotten zu kaufen, aber die gab es leider nicht. Die Person vor mir in der Schlange kaufte dann auch noch den letzten Bund junger Karotten und mir blieben „nur“ Lagerkarotten einer anderen Sorte.

milcheis mit karotte
Obenauf: Maillard-Sud, eingekochter Karottensaft, getrocknete Saftpressrückstände und zerbröselte Maillardschalen

Den Saft, den ich aus den ganzen Karotten presste, kochte ich ein, bis er ganz zäh wurde, sodass ich doch noch zu einer richtig süßen Sauce fürs Eis kam. Die „Brösel“ aus den getrockneten Saft-Pressrückständen und zerriebenen Maillard/Karamell-Karottenschalen waren ein interessanter Texturkontrast. Doch letztere waren fast zu dunkel, tendierten stellenweise zur Bitterkeit – das schiebe ich jetzt aber einfach mal unserem schrecklich schlechten WG-Ofen in die Schuhe. Bei 40° C, wie von Johann Reisinger empfohlen, wurden meine Schalen auch nach Stunden kein bisschen trockener, da sich mangels Umluft und/oder anständiger Belüftung einfach nur alles Wasser am Boden sammelte. Ofentürl aufmachen half auch nix, also erhöhte ich die Temperatur auf knappe 120°C.

Das folgende Rezept ist mehr ein „Werkstattbericht“ und eine Anregung, wie es funktionieren könnte. „Gelinggarantie“ (schreckliches Dr-Oetker-Hausfrauenrezept-Wort, no offense) gibts deshalb natürlich nicht, aber ich glaube ein so stundenlanges Dessertprojekt ist eh eher was für Nerds ;)

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Zuckersüß 378

…mit Archivrezepten, einem Bücherstapel, Webseitenbasteln, einem „unfreiwilligen“ Zitat in der SZ, dreierlei Eis – und wie immer, den besten Links der letzten Tage.

Seit der letzten Linksammlung sind jetzt schon mehr als zwei Wochen vergangen, aber was solls. Ich habe Aroniabeerengelee gekocht, und allerlei aus dem Archiv gebacken: Bananen-Karamell-Kuchen, Mandel-Zitruskuchen, Pfirsich-Rosmarin-Scones und Zimtschnecken nach Bravetart. Außerdem habe ich einen Mohn-Käsekuchen getestet (braucht noch eine Runde), ein Ottolenghi-Rezept ausprobiert (bald im Blog) und Bananenkuchen mit Rumkaramell aus dem Mai verbloggt.

Außerdem habe ich endlich aufgeschrieben, was ich mir zu meinem Sommerlesestapel gedacht habe – hier nachzulesen.

bücher im sommer
Bücher im Sommer

Ich habe in meiner „Ferien“-Woche für die Bäckerei/Konditorei meines Onkels eine neue Webseite gebastelt und dafür unendlich viel Gebäck und behind-the-scenes fotografiert. Diese Fotos landen nach und nach dann bei @siebenhandl_osterhofen auf Insta.

Karotten im Radio

Für eine kommende Radiosendung (morgen um 15.30 auf Ö1!) war ich in Langenlebarn in Niederösterreich und habe alle möglichen Presseberichte zur Karottenverkostung, an der ich vor ein paar Wochen teilgenommen habe, gelesen. In der SZ stieß ich über diesen Absatz hier und konnte mir vor Lachen fast nicht mehr einkriegen (it me…):

Die Teilnehmer an den Tischen ringen um Attribute, die über süß, bitter, erdig, fruchtig oder würzig hinausgehen. „Darf man karottig schreiben?“ – „Der Saft hier riecht wie meine Handcreme!“, sagt eine Gastrokollegin des ORF etwas ratlos. „Notieren Sie das! Und die Marke gleich dazu! Alles ist wichtig!“, ruft Johann Reisinger.

Apropos Radio, am Freitag wurde meine Reis-Sendung vom letzten Sommer wiederholt, falls ihr wissen wollt, wo in Österreich Reis wächst, wie das perfekte Risotto sein sollte oder in welchen Farben Reis auf der ganzen Welt auftaucht, hier entlang: Ö1 Moment Kulinarium – Reis und seine vielen Sorten.

Eis

Meinen ein-Eis-täglich-Plan habe ich diesen Sommer nicht recht eingehalten, aber in letzter Zeit sind mir dennoch ein paar interessante Sorten untergekommen, die ich mir merken will: Joghurt-Pfirisch-Safran von Gefrorenes in Währing (die Pfirsiche hatten eine sehr erstaunliche Konsistenz, fast als wären Trockenfrüchte nochmal in Sirup gekocht worden), vegane Basilikum und Himbeere von Veganista im Siebten (erstaunlich cremig!) und Mela, Arancia e Bergamotto von der Gelateria Romana, ebenfalls Wien-Neubau (Apfelsorbet mit sehr bitteren kandierten Bergamottenschalen und Orangenzesten – hatte was von Orangeat/Zitronat).

Hier folgen meine liebsten Links der letzten Tage:

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Spätsommerdinnerparty

Letzte Woche war mir irgendwie fad, doch Dienstag Mitternacht hatte ich dann einen tollen Einfall: Wieso nicht einfach ein paar lieben Freund_innen das Beste des Spätsommers in mehreren Gängen auftischen und so einen ganzen Tag mit Zutaten heranschaffen und vorbereiten beschäftigt sein – und, nebenbei, gut essen?

Gesagt, getan. Mitten in der Nacht schrieb ich einer handvoll Freund_innen, mit einem besonderen Anliegen: Jede_r sollte eine mir nicht/kaum bekannte Person, die gut zum Abend passen würde, mitbringen. Leider bin ich von vielbeschäftigten Leuten umgeben, sodass das gar nicht so gut klappte, wie ich wollte, und schließlich nur eine mir liebe Unbekannte +1 dabei war. Aber das Konzept finde ich immer noch toll, hoffentlich schaffe ich es, in den nächsten Wochen nochmal einen ähnlichen Abend auf die Beine zu stellen.

Die folgenden Fotos sind ziemlich schlecht, was der mauen Beleuchtung unserer WG-Küche geschuldet ist und auch den maximal 30 Sekunden, die ich pro Gericht dafür aufgewendet habe, aber eins kann sich schon was damit vorstellen.

burrata / schmortomaten-marillen / kräuter
Burrata <3333

Zuerst: Mein liebstes Sommer-Spendierlaunengericht (weil €€€!). Cremige Burrata mit geschmorten Tomaten und Marillen, dem dabei entstandenen süß-fruchtigen Olivenöl, frischem Pfeffer und Fensterbrettkräutern. Und Weißbrot (in diesem Fall das beste Fladenbrot der Gegend, von Tanis am Kutschkermarkt) zum Auftunken. Hätte ich vielleicht nicht zu allererst Servieren sollen, weil die großartige Burrata allem die Show stahl.

tortitas de maiz
Mexikanisch inspiriert.

Mit diesem Teller bin ich letztlich nicht so zufrieden. Die Tortitas de maìz (Rezept gesehen auf @annaburghardts’s Insta-Account) fielen beim Anbraten auseinander oder wurden sehr dunkel. Die Tomatensalsa mit Chili und Limette habe ich von meinem Hauptgericht im Bruder letzte Woche (Pfannkuchen-Tortillas mit Tomatensalsa, Mais, Käferbohnencreme und gebratenem Wels) kopiert, leider übertönte sie den sommerlichen, eigentlich sehr intensiven Maisgesschmack der „Pfannkuchen“.

pfifferlingsrisotto
So schön wie Uwe von Highfoodality kann ich Teller nicht anrichten, aber ich finde es sieht ganz hübsch aus.

Spätsommer bedeutet nicht nur beste Tomaten und Steinfrüchte im Überfluss, sondern auch Schwammerl in großer Vielfalt. Leider sind die in der Stadt (oder jedenfalls in meiner Umgebung) nur zur Apothekerpreisen zu haben und dann von nichtmal besonders guter Qualität – jedenfalls Welten von dem entfernt, was mein Papa daheim aus dem Wald trägt.

Deshalb habe ich dieses Pfifferlingrisotto nach Highfoodality mit ein paar getrockneten Steinpilzen aus dem letzten Jahr (von meinem Papa!) gepimpt und dafür die Menge der Pfifferlinge aka Eierschwammerl reduziert. Die Heidelbeeren schmecken übrigens wunderbar dazu!

Eisbecher
Eisbecher, die den Rest des Jahres im Kastl stehen

Das Eis im Dessert ist mir schon vor ein paar Wochen in der Effilee untergekommen und nicht mehr aus dem Kopf gegangen: Feige/karamellisierte Olive ist einfach eine sehr außergewöhnliche Geschmackskombi, die sich Anne Katrin Weber da überlegt hat. Ich habe das Eis mit Staud’s Feigenmarmelade gemacht, in der auch noch Mandelsplitter verarbeitet sind und diese Geschmackskomponente dann auch noch in Form von Mandelbiskuit im Eisbecher untergebracht. Dazu gabs auch noch geschlagene Vanillesahne, Mandelsplitter, Feigen und Orangenzeste – das genaue Rezept folgt in den nächsten Tagen hier im Blog!

ein „halbes“ Dessert zum Abschluss

Ein Dessert ist in meinen Augen nicht genug, deshalb gabs ganz zum Schluss noch ein halbes dazu. Gin Basil Smash in der Coupette, mit einem Spießchen bestehend aus Heidelbeeren, in Heidelbeerlikörlikör getränkten Mandelbiskuitwürfeln, Basilikum und Zitronenzeste.

Der Abend hat (auch wegen sehr überlegter Vorbereitung und einem Anrichte/Servierassistenten) sehr gut geklappt und viel Spaß gemacht. Ich konnte mal mein bestes Geschirr aus dem Kastl holen (wobei ich nur Gläsernes in ausreichend großer Zahl habe) und Zutaten kaufen, die mir für den Alltag zu kostspielig wären (Burrata!? Pfifferlinge!? Heidelbeeren!?). Und ich weiß jetzt, dass ich sieben Leute bekochen kann und auch alle bequem sitzen, wenn wir alle Sessel der WG zusammensammeln. Wieder was gelernt, Ferienvorsatz erfüllt :)

Vanilleeis mit Cookieteig

In letzter Zeit leiste ich mir in der Kantine häufig einen kleinen Becher Ben&Jerry’s Eis. Nachdem ich mich nun durch fast alle Varianten durchprobiert habe, kann ich mit Bestimmtheit sagen, dass das Chocolate Chip Cookie Dough die beste Sorte ist.

Aber eigentlich ist es auch schrecklich teuer. Deshalb, und auch weil ich Herausforderungen mag, habe ich das Eis einfach mal nachgebaut.

drei kugeln cookieteig-eis in einem glas, auf einem rosa unterteller mit drei teigkügelchen, auf rot-lila-blau-gemusterter tischdecke
Fensterbrettfotografie

Und mein Vanilleeis mit Cookieteig ist schon beim ersten Versuch richtig gut geworden! Damit hat es mich halbewegs über die Tatsache getröstet, dass der Ofen in meiner WG irreparabel kaputt ist. Bis wir einen neuen haben, wird leider noch einige Zeit vergehen…

Die Eissaison in der Zuckerbäckerei ist also eingeläutet!

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Buttermilcheis mit Obstbrand

Buttermilcheis war mir vor diesem Rezept von Bravetart noch nie begegnet, doch es klang leicht und frisch – und dank dem Stamperl Obstbrand darin auch ein bisschen ausgefallen.

Tatsächlich ist es supercremig und durch die Buttermilch ganz leicht sauer. Je nach Obstbrandsorte – ich habe einmal Zwetschgenbrand und einmal Marillenbrand genommen – bekommt das Eis dann auch noch eine subtile Fruchtnote. Frühlings-Eis-Favorit!

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Zuckersüß 328

Diese Woche lief endlich wieder besser, ich kann wieder beißen und habe deshalb gleich mehrmals gebacken: Frischkäse-Cookies (bald im Blog) und Best Cocoa Brownies aus dem Archiv. Gerade-noch-Winter-mäßig habe ich Chicorée gratiniert und frühlingshaftig erstmals Spargel (mit selbstgemachter Hollandaise!) gekocht. Im AAKH stolperte ich in einen sizilianischen Foodtruck, bei dem ich mir ein Arancino alla Norma (mit Melanzani und Tomate gefüllt) holte, das fast so gut war, wie die in Napoli. Und wieder auf der frühlingshafteren Seite: Bei Gefrorenes kaufte ich mir eine Kugel Birnen-Sorbet mit Schokolade, das so gut ist, dass ich es endlich mal nachbauen muss! Ebenfalls sehr gut: Der „Bouquet de la mer“ (Cognac, Kokosmilch, Lavendel, Kaffee, Port und Dry Curacao) im BirdYard. Die Einrichtung dieser Bar beeindruckt mich immer wieder und auch das auf die Cocktails abgestimmte Geschirr!

Außerdem habe ich für mein kleines Sketchnote-Business einen Insta-Account angelegt, @jasowies_o, folgt mir doch alle mal! Am Donnerstag habe ich dann auch gleich wieder gesketchnotet (nur aus Spaß, nicht im Auftrag), weil diese Woche der FemKongress der ÖH Uni Wien stattfand.

„Sexismus im Netz. #metoo, shitstorm und staatliches Versagen“ auf dem FemKongress der ÖH Uni Wien

Meine feministische Heldin Anne Wizorek (ihr #aufschrei-Buch gehört nach wie vor zu einem meiner Favoriten zum Thema) eröffnete die Konferenz und diskutierte danach auch beim überaus interessanten Panel mit Caroline Kerschbaum, Sigi Maurer, Maria Sagmeister und Tanja Malle zu Sexismus im Netz mit. Und kaum hatte ich das Sketchnote auf Twitter gepostet, kam auch schon der erste Masku-Troll-Kommentar…

Aber eindeutig das Beste an dieser Woche: Ich habe die finale Version meiner BA-Arbeit abgegeben! Texte zu Complementizer Agreement lasse ich deshalb jetzt erstmal links liegen und widme mich den Weiten den Blogosphäre. Meine liebsten Links der Woche:

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Vanille-Eis mit Tahini-Karamell

Meine Eismaschine steht jetzt seit einiger Zeit ungenutzt herum und das war mir ganz und gar nicht recht. Außerdem war ich bei einer Freundin zum Tapas-Essen eingeladen und wollte nicht ohne kulinarisches Mitbringsel auftauchen.

Fruchteis ist jetzt im Winter mangels Zutaten in Saison nicht besonders spannend, „gewöhnliche“ Sorten wie Schoko oder pure Vanille zu langweilig. Ein Blick in den WG-Kühlschrank brachte drei angebrochene Tahini-Gläser zum Vorschein.

Tahini-Eis habe ich schon einmal gemacht und zwar in Kombination mit Oreo-Keksen, das kam also nicht in Frage. Aber dann erinnerte ich mich an die Apfel-Tarte mit Tahini-Karamell nach Izy Hossack.

Ich hatte meine Eisidee: Vanilleeis mit Tahini-Karamell-Marmorierung und großzügig Tahini-Karamell dazu!

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Gurken-Gin-Steckerleis

Die Popsicle Week ist eine meiner liebsten „Blogevents“. Mitgemacht habe ich noch nie, aber ich finde es jeden Juni wieder aufs Neue spannend, welche der Foodblogger_innen, denen ich folge, sich etwas dafür ausgedacht haben.

Molly Yeh, die für gewöhnlich sehr marzipanlastige Kuchen bäckt, hat mich mit dieser ungewöhnlichen Steckerleis-Kreation sofort überzeugt.

Gurke, Gin, Honig und Za’atar! Erstere passen nicht nur in Longdrinks (Gin Tonic, anyone?) super zusammen, sondern auch in Salat, wie ich herausgefunden habe. Mit Honig kann man eh nix verkehrt machen und Za’atar wollte ich endlich einmal in meiner eigenen Küche haben. Als Aperitif für meine fast vegane Dinnerparty vor Kurzem machte ich deshalb Gurken-Gin-Steckerleis.

De Kombination schmeckte mir so gut, dass ich im Folgenden, als ich schon keine Papierbecher als Förmchen mehr hatte, die Wiener Sommerhitze aber noch kein bisschen geschwunden war, eine große Box Gurken-Honig-Za’atar-Slushies nach dem gleichen Rezept (nur ohne Gin, weil mir Nachmittagserfrischungen ohne Alkohol lieber sind) im Gefrierfach hortete.

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Zuckersüß 299

In meine zweite Praktikumswoche startete ich hochmotiviert und mit straffem Feierabendprogramm. Am Montag gab es einmal wieder eine Aufmacher-Medienrunde im Markhof. Bei dieser regelmäßigen (halbwegs jeden Monat) Veranstaltung war ich zuletzt im Januar. Damals erzählten Patrick Swanson und Michi Mayrhofer von ihrem Podcastprojekt „Was soll das?“ (Es lohnt sich immer noch, sich da durch zu hören, btw!), diesmal Anna Thalhammer von ihren Erfahrungen als Innenpolitik-Redakteurin bei der Presse. Zum Sketchnoten nahm ich erstmals iPad und Apple Pen, meine geschätzten gestrichenen 280g-Blanko-Karteikarten und mein Stiftemäppchen war nur Backup. Mit der App Autodesk Sketchbook (entdeckt in Nadine Roßas tollen Sketchnotebuch) bin ich zwar noch nicht ganz vertraut, aber die Vorteile des digitalen Kritzelns habe ich gut ausgenutzt: Rückstandsloses Wegradieren und Versetzen einzelner verlorener Elemente sind sehr hilfreich.

Sketchnote Aufmacher Anna Thalhammer
Mein erstes live gekritzeltes iPad-Sketchnote.

Am Dienstag habe ich ein paar der Weintrauben, die ich am Wochenende *am Land* geerntet habe zu Focaccia verarbeitet. Während der Hefeteig aufging, schaute ich ein paar Folgen „Big Mouth“, das mir von Freund_innen empfohlen worden ist. In der Netflixserie geht es um eine Gruppe Schüler_innen, die gerade an der Schwelle zur Pubertät stehen und zu den unpassendsten Momenten vom Hormonmonster heimgesucht werden. Den Zeichenstil der Figuren gefällt mir nicht so besonders gut, aber die Musik – vor allem der immer wechselnde Abspann und gelegentliche Musical-Einlagen – dagegen ziemlich. Überhaupt erinnert mich die Serie, vermutlich wegen der absurden Wendungen an meinen Soap-Allzeitfavoriten „Jane the Virgin“.

Am Donnerstag war es immer noch so heiß, dass mir mein Eis über die Finger schmelzen ließ, bevor ich dazukam, es aufzuschlecken – zwei bzw. drei Kugeln von Veganista sind aber auch nicht so wenig. Ich probierte „Dirty Banana“, Himbeere und Basilikum und vor allem bei letzterem fehlte mir die Cremigkeit, die nur Milch und Eier wirklich hinkriegen. Mein eigenes Basilikum-Eis von Juli 2014 ist mir da weitaus lieber und ich glaube das Bananen-Eis vom letzten Jahr ließe sich mit etwas Kakao zur Veganista-Sorte (in nicht-vegan) umbauen.

Gleich im Anschluss durchquerte ich halb Wien, um im Arsenal den Tänzer_innen des Impulstanz-Festivals beim Trainieren zuzuschauen. Täglich fünf Stunden verbrachten manche von ihnen in den Workshops, was mir unvorstellbar erschien.

Am Wochenende war ich auf einer Hochzeit in Niederösterreich eingeladen. Die Feier gefiel mir, die Organisator_innen hatten sich viel Tolles überlegt. Von den meisten Bräuchen, die im Laufe des Tages praktiziert wurden, hatte ich aber noch nie gehört. Das wundert mich doch ziemlich, denn das Mostviertel ist keine 250 km von der Gegend entfernt, in der ich aufgewachsen bin. Ist die Staatsgrenze schuld daran oder eher der Mangel an tatsächlich „traditionellen“ Hochzeiten in meinem Umfeld? Einem „Heiratsmann“ war ich jedenfalls bisher auf noch keiner Feier begegnet. Er wurde zusätzlich zur Band engagiert und war irgendetwas zwischen Stimmungsmacher, Zeitplan-Überwacher und latent misogyner Sprücheklopfer. Nichtmal Weihnachtsplätzerl am Ende der Feier konnten das wieder wettmachen, obwohl ich jetzt bekennender Schaumrollen-Fan bin.

Mit fast untragbarer Verspätung folgen hier meine liebsten Links der vergangenen Tage, am Sonntag gibts dann hoffentlich pünktlich die 300. Ausgabe meiner Linksammlungen:

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Quitten-Zimt-Eis

Freunde von mir veranstalten jedes Jahr ein großes Weihnachtsfest, eine Art experimentellen Supper Club mit künstlerischer Untermalung. In diesem Jahr waren fast 40 Gäst_innen dabei, sodass der Aufwand für den Abend ziemlich groß wurde. Teile des Menüs wurden deshalb ausgelagert – ich steuerte einerseits den Zwischengang (Rote-Bete-Kumin-Sorbet) bei, andererseits war ich für die Eiskomponente des Desserts verantwortlich. Und weil es so gut geworden ist, blogge ich trotz unsäglichem Nacht-Foto darüber.

Für eine Tarte aux Pommes (ein Post dazu folgt bald!) brauchte ich vergangene Woche ohnehin Quittenpüree, also beschloss ich, einfach ganz viel davon vorzubereiten und dieses dann zum Star meines Crème-Eis zu machen. Orientiert habe ich mich einerseits am Rezept für Pfirsich-Eis vom letzten Sommer und andererseits am Eis-Grundrezept in Stella Parks Bravetart-Buch (jedes zweite Rezept in diesem Blog ist von ihr beeinflusst, ich fühle mich schon fast wie in Julie&Julia in anderer Besetzung!). Anders als in meinen vorherigen Eisrezepten habe ich nämlich etwas Likör (Birne, selbstgemacht) dazugegeben, damit das Eis nicht so hart gefriert – und es hat funktioniert!

Der letzte Gang des Abends – ziemlich spät, da es zwischendurch Auftritte einer ziemlich lustigen Comedyband und eine Ausstellung großformatiger Kunstwerke gab – wurde mit dem Eis ein voller Erfolg: Quitte-Zimt im Karamellkörbchen harmonierte wunderbar mit Topfenknödeln in Mandelbröseln.

Ach, und falls es euch interessiert, das war die gesamte Menüfolge (die Grafik war neben den grandiosen Acrylbildern mein bescheidener Beitrag zur Ausstellung):

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