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Apfelradl – Frittierte Apfelringe

Apfelradl sind ein Dessert, das ich mit Omas verbinde und mit Bayern. Dabei habe ich – glaube ich – noch niemals bei einer meiner Omas Apfelradl gegessen. Die Bayern-Assoziation kommt wahrscheinlich davon, dass in vielen Rezepten ein Schluck Bier vorkommt.

Als ich kürzlich in den Bergen war, konnte ich nur dann Backen, wenn der Holzofen gut angeheizt war. Deshalb habe ich vorsichtshalber einer Flasche Pflanzenöl mitgenommen, um im Zweifel immerhin Frittieren zu können – was ich zuhause nie mache, weil ich den Fettgeruch in der ganzen Wohnung nicht ertrage.

Foodstyling auf der Alm: spartanisch wie die Küche

Eines Nachmittags wollte ich unbedingt einen süßen Snack haben. Ich hatte Äpfel zur Hand und die Möglichkeit zu frittieren, also wagte ich mich an Apfelradl. Ohne Bier (hatte ich nicht) oder Puderzucker (war aus). Dennoch waren sie außerordentlich gut, vielleicht frittiere ich zuhause doch mal wieder?

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Backen auf der Alm

Kürzlich war ich für einige Tage in den Bergen. Dort war ich nicht etwa für einen Aktiv-Wander-Urlaub, sondern hauptsächlich zur Entspannung. Und zum Bücherlesen. Und Backen!

Doch die Hütte, in der ich die Woche über geblieben bin, ist nicht ans Stromnetz angeschlossen. Das heißt, es gibt keinen klassischen Backofen! Wenn der Holzofen nicht zufällig angeheizt ist, z.B. weil es ziemlich warm ist (auch auf 1500m wirds im August noch heiß), bleibt nur der Gasherd als Alternative, auf dem ich deshalb allerlei frittiert habe – z.B. Churros (die nicht besonders gut geworden sind) oder Apfelradl:

Frittierte Apfelradl mit Zimt und knirschigem Zucker

Abends wurde es dann aber doch hin und wieder so kalt, dass der Ofen eingeheizt werden musste und mir eine Steilvorlage zum Backen gab. Zum Ratatouille, das wir darauf schmoren ließen, machte ich das Polenta Cornbread vom April:

Polenta Cornbread
Polenta Cornbread

Und auf der einzigen Wanderung, die mehr als ein kleiner Spaziergang war, verbrachte ich mehr als eine Stunde am Berghang, um Heidelbeeren zu sammeln.

Stacheldrahtzaun, dahinter Heidelbeerstauden, dahinter weitere Berggipfel
So viele Heidelbeeren hinterm Stacheldrahtzaun!
Die Trinkflasche musste als Sammelgefäß herhalten
Die Trinkflasche musste als Sammelgefäß herhalten

Ich kam insgesamt auf gerade einmal 500 Gramm, doch die schmeckten dafür umso besser. Bergheidelbeeren sind wirklich kein Vergleich zu den wässrigen, aufgeblasenen Früchtchen aus dem Supermarkt.

Ich nutzte die Gunst der Stunde (kühle Temperaturen = Holzofen brennt und „Kühlschrank“ ist trotzdem gegeben) und setzte den Teig für Bravetart’s Zimtschnecken an, der über Nacht ruhte. Statt mit Zimt-Zucker-Butter füllte ich den Teig dann aber mit Heidelbeer-Butter und konnte zum Frühstück außerordentlich gute Heidelbeerschnecken servieren:

Heidelbeerschnecken vogelperspektive
Im Holzofen für gleichmäßige Hitze zu sorgen ist nicht unbedingt meine Stärke…
Ein bisschen unförmig, aber so gut!

Ansonsten begegnete ich auch noch ein paar Tieren…

Die Kuh chillt
Die Kuh chillt
Freilaufende Pferde gibts auch!

…und dem weltbesten Zirm auf der Wimmer-Alm.

mehrere schnapsgläser mit oranger flüssigkeit
So guter Likör!

Eine Reise nach Napoli

Im Februar habe ich ein Wochenende in Napoli verbracht. Die Stadt interessierte mich natürlich wegen ihrer kulinarischen Tradition, doch ein da muss ich unbedingt mal hin – Reiseziel war sie nicht. Bis ich feststellte, dass der Regionalzug von Campobasso, wo ich einen Teil meiner Semesterferien verbrachte, nur etwas länger als drei Stunden in die kampanische Hauptstadt braucht und das für 10,25€!

So wenig informiert war ich auch noch nie in einen Städtetrip gestartet, doch die Empfehlungen von und Spaziergänge mit befreundeten Locals (Erasmussemester sei dank!) waren am Ende eh viel besser als jeder Reiseführer. Es stellte sich heraus, dass Napoli doch recht anders war, als ich es mir vage vorgestellt hatte. Ein wirklich konkretes Bild hatte ich nicht im Kopf, nur so lose Ideen einiger breiter Straßen und viel Müll (Mafia sei dank).

Geht man eine Viertelstunde, ändert sich das Stadtbild nämlich ziemlich schnell. Rund um den Bahnhof – eine nicht besonders einladende Gegend, btw – stehen einige Hochhäuser, deren goldene Zeiten offensichtlich vorüber sind.

Viele Hochhäuser und eine Riesenbaustelle vorm Bahnhof Napoli Centrale.

Auf dem Weg ins historische Stadtzentrum werden die Straßen enger, die Autos und Mofas aber nicht weniger.

Überall Wäscheleinen, Klischee erfüllt!

Und es gibt so unendlich viele Kirchen. Manchmal konnte ich nicht unterscheiden, wo die eine anfing und die nächste aufhörte. Die wichtigste Kirche, der Duomo di Napoli, besteht selbst schon aus so vielen Kapellen, dass ich den Überblick verlor. Der wunderschöne Steinfußboden in der Krypta blieb mir aber in Erinnerung.

Eine Kirche links, eine Kirche rechts und dazu noch eine monumentale Heiligenstatue.
Der Heiligenschein strahlt mit der Litfaßsäule und der Ampel um die Wette.

Nicht nur die Kirchen zeugen von der Frömmigkeit Napolis, auch eine andere Tradition, die ich recht befremdlich finde: Hausaltäre. Die gibt es in sehr groß und in Schaukasten-klein, ebenerdig und hoch oben an Hausmauern. Darin drapiert sind Heiligenbilder, Fotos Verstorbener, Blumen und Kerzen. Nachts sind sie häufig beleuchtet.

Dieser Altar befindet sich gegenüber eines Supermarkts
Ein besonders prächtiger Hausaltar.

Im Dunklen fühlte ich mich manchmal wie nach Marokko versetzt. Einige Gegenden Napolis könnten mit ihren schlecht gepflasterten Straßen, Straßenständen für Waren aller Art und absurd schnell fahrenden Mofas genauso auch in einer marokkanischen Medina platz finden.

Napoli oder Rabat?
So einen günstigen Gemüsehändler hätte ich auch gern in Wien.

Der Eindruck ändert sich ein paar Gehminuten später wieder vollständig. Auf der Piazza Bellini steht nicht nur eine Statue des Komponisten, sondern auch viel Grün, das sich die Straße den Hügel hinunterzieht. Undenkbar in Marokko: Die Studis (und wir), die ab dem späten Nachmittag einen Spritz für nur 2€ im Freien schlürfen.

Noch ein Altar und ein paar Graffiti dazu.
Eine Mini-Allee im historischen Zentrum!

Durch ein teilweise überdachtes Gässchen gelangt eins zur Piazza Dante, die an diesem Februarsonntag voller kostümierter Kinder und Konfetti war.

Fasching!

Auf der Via Toledo, der Haupteinkaufsstraße, sah das nicht viel anders aus. In den Menschenmassen kam ich kaum vorwärts und hätte außerdem beinahe die Galleria Umberto I. übersehen. Die Geschäfte darin interessierten mich zwar überhaupt nicht, aber das Gebäude ist ziemlich schön anzuschauen.

Die Galleria Umberto I erinnert mich an die Galeries Royales in Brüssel
Fasching auf der Piazza Plebiscito

Von der riesigen Piazza Plebiscito aus, in den sowohl die Via Toledo als auch die Luxuseinkaufsstraße Via Chiaia mündet, ist schon das Meer zu sehen. Einen Stadtstrand gibt es nicht, sondern nur eine befestigte Promenade, an der es sich aber gut flanieren lässt.

Meer! Nur viel zu dreckig, um darin zu schwimmen.
Luftballonverkäufer gibt es ziemlich viele in Napoli.

Irgendwann war mir das mehr-oder-weniger-planlos-durch-die-Stadt-spazieren aber zu anstrengend (viele Kilometer und Höhenmeter kann eins auf einem Städtetrip eigentlich machen?) und ich wollte ein bisschen *Kultur* (mit Vermittlung).

Der Eingang zu Napoli Sotteranea ist – wer hätte das gedacht – neben einer Kirche.

Napoli Sotteranea, der Untergrund der Stadt war mir von vielen Seiten empfohlen worden. Gleich morgens um zehn schlossen wir uns (für 10€ pro Person) der italienischsprachigen Führung an. Englisch hätte es auch gegeben, aber erst eine Stunde später und die wollte ich nicht warten. Überhaupt halte ich es für eine super Sprachlern-Herausforderung, einer Museumsführung zu folgen. Mein Italienisch ist ungefähr auf 3-Monate-Duolingo-Level, aber dank meiner doch recht brauchbaren Französischkenntnisse verstehe ich meistens doch ziemlich viel. Und tatsächlich, ich konnte dem Rundgang weitestgehend folgen.

Die Geschichte des Museums ist schon ziemlich beeindruckend, denn eigentlich waren die Räume vor mehr als 2000 Jahren griechische Zisternen. Genutzt wurden sie, bis im 18. (oder 19.? – ich erinnere mich nicht) die Cholera ausbrach. Anschließend lagen sie einige Jahrzehnte brach, bis ihnen im zweiten Weltkrieg die Nutzung als Bunker zufiel.

Sehr nichtssagend an der Oberfläche, dabei ist im Keller ein antikes Theater.

Über einen anderen Eingang zu erreichen, aber ebenfalls in der Führung war das römische Theater. Versteckt im Fundament ganz normaler neapolitanischer Wohnhäuser war es sehr lange niemandem aufgefallen. Irgendwann geriet allerdings jemand mit Fachkenntnis zu antiker römischer Mauertechnik in einen der Keller dort – und erkannte das 2000 Jahre alte Bauwerk. An der Oberfläche ist bis heute nichts davon zu sehen, denn nach wie vor sind die Wohnungen bewohnt.

Haupteingang des Museo Archaeologico Nazionale di Napoli

Das Museo Archeologico Nazionale di Napoli hatte mir ein Freund wegen der umfangreichen Pompeii-Dauerausstellung (es gibt noch fünf weitere Bereiche und eine Sonderausstellung) empfohlen.

Am Anfang war ich halbwegs enttäuscht: 15 € (7,50 € ermäßigt) ist echt ziemlich teuer für einen einzelnen Eintritt. Und der erste Saal, den ich angeschaut habe (keine brauchbaren Wegweiser!) schien in den 1980ern stehen geblieben. Gläserne Vitrinen ohne jeglichen Erklärungstext, hin und wieder ein vergilbter schreibmaschinengetippter Absatz auf italienisch.

Die Palme wächst aus dem antiken Blumentopf!
Der Blick aus dem Fenster auf den Innenhof gibt ein 1A-Insta-Motiv, findet ihr nicht?

Doch mit der Zeit konnte mich die Ausstellung über Pompeii immer mehr begeistern, die Fresken waren nämlich sehr wohl beschriftet (wenn auch die Schilder häufig 5 Meter entfernt von den Ausstellungsstücken standen) und erzählten von Figuren, die ich mit meiner mangelnden Altertumskenntnis zumindest ein bisschen einordnen konnte: Ikarus und Dädalus, Iphigenia, Europa.

Nach mehr als zwei Stunden, als ich eigentlich wegen einer Verabredung schon fast gehen musste, entdeckte ich dann noch die Sonderaustellung zu Essen in Pompeii, auf die ich leider nur einen kurzen Blick werfen konnte.

Die Asche des Vesuv hatte nicht nur die Häuser, Wandbemalungen und Alltagsgegenstände der antiken Stadt konserviert, sondern auch viele Lebensmittel. So sind in den zwei Austellungsräumen Knoblauchzehen, Datteln, Feigen, Mandeln und sogar zwei Laib Brot zu sehen (und ausführlich/zeitgemäß/zweisprachig beschrieben):

Brot aus Pompeii

Apropos Essen. Ich habe versucht, alles, was nur annähernd als „Spezialität“ Napolis gilt, zu probieren. Natürlich Pizza, aber nicht beim berühmten Sorbillo in der Via Tribunali, vor dessen Lokal sich mittags und abends eine riesige Menschentraube bildete, sondern ein paar Meter weiter bei Vesù. Pizza Fritta (Pizzateig gefüllt mit Ricotta, Speck und Tomaten, als Calzone frittiert) erinnerte an den Teigstellen ziemlich an Langos ohne Knoblauch und war mir insgesamt viel zu mächtig. Pizza Portafoglio, eine zusammengeklappte Margerita, die es gefühlt an jeder Ecke gibt, würde ich am liebsten auch in Wien als verbreiteten Snack haben.

Was ich vor meinem Besuch nicht wusste: Frittiertes hat eine große Tradition in Napoli. Arancini, panierte Reisbällchen mit unterschiedlichen Füllungen (z.B. Erbsen und Hackfleisch, Auberginen) mochte ich am liebsten, aber auch Crochetti di Patate (Kroketten mit Käsefüllung) und Frittatina di Pasta (Macaroni in Bechamelsauce oder so, in Teig frittiert) waren gut. Auf der Via Tribunali, einer wichtigen Straße in der Altstadt gibt es alle paar Meter winzige Geschäfte, die Frittiertes verkaufen. Mir schien aber, dass nicht alle davon alles selber machen, sondern auf Tiefgekühltes setzen. Empfehlenswert ist auf jeden Fall Matteo, von dem die Frittatine di Pasta auf dem Foto stammen. Bei einer zweiten Frigittoria, an deren Namen ich mich nicht genau erinnere – irgendetwas mit Präsidenten oder Prinzen oder so schmeckte es auch sehr gut.

Faschingsfrittiertes

Weil gerade Karneval ist, gab es auch viele frittierte Süßigkeiten. Chiacchiere, flache Teigplatten mit ein paar Löchern und leichtem Orangenblütenwasseraroma, scheinen die Klassiker des italienischen Faschingsgebäcks zu sein. Es gibt sie mit Puderzucker bestäubt oder in Kakaoglasur. Sie sind ziemlich knusprig und mir fällt keine deutsche/österreichische Entsprechung dafür ein, denn bei uns scheint sämtliches Frittiertes immer aus fluffigem Hefeteig zu sein.

Das Herz ist wohl eher für Porträts von Menschen gedacht, aber Sfogliatelle machen sich auch gut darin.

Ein Gebäckklassiker Napolis sind Sfogliatelle. Das sind kleine Hörnchen aus vielen Schichten Filoteig (oder so ähnlich, bestimmt kein klassischer Blätterteig!) mit unterschiedlichen Füllungen. Die verbreitetste Füllung besteht hauptsächlich aus Ricotta, der durch etwas Grieß eine spannende Konsistenz und durch kandierte Orangenschalen ein süditalienisches Aroma bekommt. Die Version mit Haselnüssen habe ich allergiebedingt nicht probiert. Ofenwarm sind sie am Besten, vielleicht versuche ich mal, selbst welche zu backen!

Taralli gibt es auch im Supermarkt, die vom Bäcker haben mich wirklich begeistert.

In der Auslage der Pannetteria Coppola auf der Via Tribunali entdeckte ich beim Frühstückseinkauf Taralli. Die kenne ich eigentlich nur als Miniatur-Aperitivo-Gebäck mit Rosmarin oder ähnlichen Kräutern. Die beim Bäcker bestanden allerdings zu mindestens einem Drittel aus grob gehackten Mandeln und waren handtellergroß. Intuitiv hielt ich sie zuerst für süßes Gebäck, aber sie waren mit Salz und Pfeffer gewürzt. Sehr spannend, auch etwas, das ich mal nachbacken könnte.

Trotz des großartigen Streetfoods wollte ich zumindest einmal im Restaurant essen. Leider wusste ich überhaupt nicht, wie ich ein Gutes finden sollte. Keiner der Blogs meines Vertrauens hatte Tipps für Napoli, TripAdvisor-Restaurantbewertungen geben in der Hinsicht fast nie etwas her und lokale professionelle Restaurantkritiker kenne ich nicht. Im Michelin (nicht, dass ich spontan ein Sterne-Restaurant im Sinn gehabt hätte), stieß ich auf Il Gobbeto:

Not far from lively Via Toledo, this authentic family trattoria serves a selection of much-loved, classic Neapolitan dishes. The traditional ambience is enhanced by the typical costumes of Naples worn by the owners. House specialities include gnocchi del gobbetto, pasta with potatoes and Provola cheese, and dried salted cod.

Via Michelin
Muscheln!

Das Restaurant war ziemlich voll und trotz Reservierung mussten wir kurz vor der Tür warten. Der Kellner war mir unsympathisch (hauptsächlich weil er alle Kellnerinnen so ruppig unfreundlich behandelte) und hatte überhaupt keine Geduld (also nichtmal 2 Minuten) für uns übrig. Wir bestellten Miesmuscheln als Vorspeise, die mit Zitrone und ziemlich gutem Weißbrot serviert wurden. Aus den Primi suchte mein Begleiter Spagetti alle vongole aus, die noch sehr bissfest waren. Die sehr simple „Sauce“ aus Butter, Petersilie und Cocktailtomaten (kein Pfeffer!) war dafür so gut, dass ich sie mit dem Brot aufsaugte. Mein erster Gang, Manfredi (breite gewellte Bandnudeln) mit Tomaten-Ricotta-Sauce war ein bisschen fade, da konnte selbst meine große Ricotta-Begeisterung nicht mehr helfen.

Und Fisch!

Ich bestellte als Hauptgang gegrillten Schwertfisch, weil es das einzige nicht frittierte Fischgericht auf der Karte war. Schwertfisch habe ich vorher noch nie gegessen, die Konsistenz erinnerte mich fast an Geflügelfleisch, so fest und mager wie sie ist.

Für meinen Begleiter gab es Alici fritte, fritierre Sardellen. Mit viel Zitrone und Weißbrot schmeckten die wirklich gut. doch nach nur wenigen Minuten verlor die Panade schon an Knackigkeit, schnell essen (teilen!) lohnt sich hier.

Dazu tranken wir den außerordentlich günstigen und ganz guten (hab immer noch keine Anhung von Wein, aber er schmeckte mir) Hauswein (4 € für eine Flasche). Eine Nachspeise ging sich nicht mehr aus, weil wir relativ bestimmt darauf hingewiesen wurden, dass nun die nächsten Gäst_innen kommen würden. Insgesamt war der Restaurantbesuch also vor allem stressig – die Atmosphäre unruhig, die Kellner gehetzt (was sie gut auf die Gäst_innen übertragen konnten, wie unser Beispiel zeigt) – beim nächsten Besuch in Napoli würde ich nicht mehr dort essen gehen.

So gutes Eis, so schlechtes Foto.

Bestimmt nochmal essen würde ich jedoch Eis von Leopoldo Infante auf der Via Toledo. Das Pistazieneis, genauer die Pistaziencreme, war das beste seiner Art, das ich jemals probiert habe. Es erinnerte mich in der Konsistenz an gefrorene Erdnussbutter – unglaublich cremig und fett – und schmeckte einfach sehr pistaz-ig (ganz anders als die vielen Pistazieneis-Verschnitte aus künstlichem Aroma, wie sie in Deutschland verbreitet sind). Die zweite Sorte in meiner Waffel nannte sich Benvenuti al Sud („Willkommen im Süden“) und war gespickt mit gerösteten Mandeln und kandierten Orangenschalenstückchen.

Mein Begleiter suchte sich aus der unglaublichen Sortenvielfalt (bestimmt 4 m Thekenbreite, 3 Eissorten „tief“) dunkle Schokolade und Haselnuss aus.

Ich freue mich schon sehr, wenn in Wien endlich wieder alle Eissalons aufmachen, hoffentlich mit vergleichbar gutem Pistazieneis.

Coole Aktion: („Wenn du mich psst psst, fiuu fiuu rufst… dreh ich mich nicht um. Ich bin nicht deine Katze!“

Was ich in Wien auch cool fände: Eine Posteraktion gegen Alltagssexismus. Vor allem rund um die Uni sind mir in Napoli viele Plakate aufgefallen, deren Message ich sehr sympathisch fand. In Brüssel gibt es mit „Laisse les filles tranquilles“ („Lass die Mädchen in Ruhe“) übrigens eine ähnliche Aktion.

Coole Graffiti gibts auch in Napoli!
Und schöne Schriftarten!

Das wars mit meinem Wochenende in Napoli, im besten Fall schreibe ich auch noch einen Post von meinen 25 Stunden in Rom ein paar Tage später.

Bunte Krapfen

Krapfen habe ich noch nie ausgebacken, denn den damit einhergehenden Geruch wollte ich nicht im Haus haben. So kam ich auf eine Idee: Wieso nicht einfach außerhalb der Küche frittieren? Mit mobiler Herdplatte und Wok stellte ich mich also auf die Terasse und frittierte meine Krapfen im Freien.

bunte krapfen1Basis für meine Krapfen ist wieder einmal mein neuer Lieblingshefeteig nach HighFoodality, den ich auch schon beim Schokoladen-Hefezopf-Brot verwendet habe. Gefüllt habe ich die Krapfen dann mit Aprikosenmarmelade und verziert habe ich sie mit ganz viel buntem Zuckerguss und natürlich Streuseln.

bunte krapfen3Mit meinem Zuckerthermometer und großzügiger Zeitungsverkleidung des umfunktionierten Gartentisches konnte auch gar nichts schiefgehen!

bunte krapfen 2Und siehe da, es hat wirklich geklappt, mein erster Krapfenversuch ist geglückt. Außen nicht eingebacken, innen trotzdem durch!

Bunte Krapfen weiterlesen

Sopapillas

Auf meiner Nachbackliste steht so einiges Frittiertes. Doch bei mir in der Küche in einem großen Topf zu frittieren ist mir viel zu viel Aufwand. Deshalb habe ich mich sehr gefreut, dass mir meine Tante in der Bäckerei Siebenhandl die Friteuse zur Verfügung gestellt hat, damit ich meine Frittierpläne umsetzen kann. Mir fiel die Auswahl eines Rezeptes mal wieder nicht leicht, doch mit den Sopapillas von A Beautiful Mess lag ich goldrichtig. Der Hefeteig geht in der Friteuse auf, sodass meine Schmetterlinge innen hohl wurden. Mit Honig, Marmelade oder Nutella in diesem Hohlraum schmecken die Sopapillas noch besser, als sie pur schon sind! Sopapillas weiterlesen

Österreichische Pofesen

Wie ich euch vor kurzem ja schon berichtet habe, war ich in den Sommerferien in den Bergen. Dort habe ich die Wirtin der Wimmeralm, die wirklich sehr leckere Pofesn macht, um ihr Rezept gefragt. Das muss ich natürlich mit euch, meine lieben Leser, teilen und praktischerweise kommen wir dadurch auf der Zuckerbäckerei-Weltreise gemeinsam um eine Station weiter.
Pofesen zu backen ist wirklich nicht schwer, außerdem eignen sie sich hervorragend, um hartgewordenes Toastbrot noch lecker zu verarbeiten. Die einizig schwierig aufzutreibende Zutat ist das österreichische Powidl, ein extrem dunkles Zwetschgengelee. Ich habe es noch nie in einem deutschen Supermarkt gesehen, vielleicht heißt es aber einfach anders, was bei den unzähligen österreichischen Sonderbezeichnungen für Lebensmittel nicht verwunderlich wäre. Wenn ihr nicht das Glück habt und von einer Almwirtin eine Dose davon bekommt, lasst es einfach weg, Zwetschgenmarmelade ist ja auch noch drin 😉

Zutaten
8 Toastbrotscheiben
Zwetschgenmarmelade
Powidl
Teig
250 ml Milch
1 Ei
1 TL Rum
150 g Mehl
1/2 TL Salz
+ Fett (am besten Rapsöl) zum Ausbacken
Puderzucker zum Bestäuben

Die Hälfte der Toastbrotscheiben mit Zwetschgenmarmelade, die andere Hälfte mit Powidl bestreichen, dann jeweils eine mit Zwetschgenmarmelade und eine mit Powidl „zusammenkleben“.

Für den Teig alle Zutaten miteinander verrühren.

Das Fett in einem großen, tiefen Topf erhitzen.

Die zusammengeklebten Toastbrotscheiben nacheinander in den Teig tunken, etwas abtropfen lassen und dann im heißen Fett goldbraun ausbacken.

Evtl. auf etwas Küchenpapier abtropfen lassen, mit Puderzucker bestäuben und noch warm servieren.

Schoko-Mandel-Donuts

Kakao, Vanillezucker, karamellisierte Mandeln und dann auch noch frittiert! Nicht gerade das, was man von einem Fastenzeitgebäck erwartet. Aber die Zeit bis Ostern ist noch so lange, ein einziger Donut – oder zwei oder drei – können doch wohl nicht schaden…

Zutaten
Donuts
300 g Mehl
3 EL Kakao
50 g gemahlene Mandeln
1 Pck. Backpulver
50 g weiche Butter
50 g (Vanille-)Zucker
1 Ei
100 ml Milch
+ Fett zum Frittieren (750 g Fett oder 1l Öl)
Verzierung
300 g Schokoglasur
100 g gehobelte Mandeln
1 TL Butter
2 TL brauner Zucker


für 25 Donuts mit 5 cm Durchmesser

Mehl, Kakao, Mandeln und Backpulver vermischen.

In einer zweiten Schüssel Butter und Zucker cremig rühren. Dann Ei und Milch einrühren und die Mehlmischung zugeben. Etwas durchrühren, dann mit den Händen zu einer Teigkugel verarbeiten.

Den Teig auf einer leicht bemehlten Arbeitsfläche 0,5 cm dick ausrollen und Kreise mit einem Durchmesser von 5 cm ausstechen. Dafür eignet sich z.B. ein Wasserglas. Aus jedem Teigkreis ein Loch ausstechen, dafür z.B. eine Spritztülle verwenden.

Das Fett in einem großen Topf stark erhitzen. Die Teigringe portionsweise herausbacken und auf Küchenpapier abtropfen lassen.

Die abgetropften Donuts auf einem mit Backpapier belegten Backblech ausbreiten und etwas abkühlen lassen.

Währenddessen die Schokoglasur nach Packungsanweisung schmelzen und die gehobelten Mandeln mit Butter und Zucker in einer Pfanne karamellisieren lassen.

Die Donuts gleichmäßig mit der Schokoglasur überziehen und die karamellisierten Mandelblättchen darüberstreuen. Fest werden lassen und am besten noch am gleichen Tag verzehren.

Polnische Faworki mit 1000 Luftblasen

Heute landet die Zuckerbäckerei im Zuge der Weltreise bei Aga in Polen. Leider habe ich sozusagen den Flug verpasst, denn dieses unglaublich leckere Faschingsgebäck wird traditionell am letzten Donnerstag vorm Aschermittwoch gebacken. Und bekanntermaßen war das in diesem Jahr der 16. Februar. An diesem Tag, der in Polen „Fetter Donnerstag“ genannt wird, werden die Faworki und anderes Fettgebackenes überall angeboten. In der Schule bekommt jeder einen Krapfen und auch alle Arbeitgeber spendieren ihren Angestellten etwas Süßes. Nachmittags wird das „große Fressen“ nocheinmal so richtig gefeiert und alle treffen sich zum Tanzen und natürlich Faworki-Essen. Weil es angeblich Pech bringt, gar nichts Fettes vor Beginn der Fastenzeit zu essen, übertreiben es nicht wenige Polen mit dem Faworki- und Krapfenverzehr nach dem Motto „Je mehr Kalorien, desto mehr Glück“.
Praktrischerweise ist die Zubereitung, besonders das Schlagen des Teigs, anstrengend genug, wenigstens ein paar der später gegessenen Kalorien wieder auszugleichen. Danke Aga für das super Rezept!

Zutaten
Teig
300 g Mehl
5 Eigelb
4 EL Saure Sahne
1 TL Zucker
1 EL Rum
Salz
+ Fett zum Frittieren (ca. 1,5 l Öl oder 750 g Fett)
Zuckermischung
3 EL Puderzucker
3 EL Zucker
Mark einer Vanilleschote

für 25-30 Stück

Mehl, Eigelbe, Saure Sahne, Zucker, Rum und Salz zu einem geschmeidigen Teig verkneten.

Diesen 15 Minuten lang abwechselnd mit einem Nudelholz schlagen und wieder verkneten. So erhält der Teig die „1000“ Luftblasen.

Den Teig portionsweise so dünn wie möglich ausrollen, den restlichen Teig dabei immer in Folie wickeln, um austrocknen zu verhindern. Die Teigplatte in 3 cm breite und 10 cm lange Streifen schneiden. Jeden Streifen in der Mitte einschneiden und ein Teigende durchziehen.

Das Fett in einem großen Topf erhitzen. Um zu prüfen, ob das Fett heiß genug ist, einen kleinen Teigstreifen hineingeben. Wenn dieser unmittelbar zur Oberfläche aufsteigt und eine goldgelbe Farbe annimmt, hat das Fett die richtige Temperatur.

Die Faworki goldgelb frittieren und auf etwas Küchenpapier abtropfen lassen.

Puderzucker, Zucker und Vanillemark vermischen und die Fawori damit bestäuben.