Archiv der Kategorie: Zuckersüß

Zuckersüß 369

Jetzt bin ich schon wieder ziemlich lange nicht dazu gekommen, einen Sonntagspost zu tippen. Aber gebacken habe ich in der Zwischenzeit sehr viel: eine spontane Pfirsichbiskuittorte, Lavendel-Earl-Grey-Kekse, ein Limetten-Chili-Kardamom-Käsekuchen und eine Schoko-Mandel-Kirschtarte (letztere drei bald im Blog). Ich habe außerdem falsche „Stars on 33“ gemixt und aus der ersten Basilikumernte vom Fensterbrett Sirup gekocht.

Ich habe außerdem allerhand andere Rezepte ausprobiert: i am a foodblog’s vegan taiwanese popcorn chicken (quasi Falafel mit taiwanesischen Gewürzen) und dazu better than takeout sesame noodles. Dafür das das (inklusive Einkauf im chinesischen Supermarkt) enorm viel Aufwand war, schmeckte es gar nicht sooo gut. Zufriedener war ich mit dem Mexican Street Corn Salad (Esquites) nach SeriousEats und den Chinese Smashed Cucumbers von der NYT, deren Dressing wirklich großartig ist.

Und dann war ich noch in drei verschiedenen Restaurants – im spanischen Puerta del Sol, im persischen Arezu und im schnöseligen Pizza Senza Danza – essen, über die ich noch gesondert bloggen will.

Hier folgen meine liebsten Links der letzten Wochen:

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Zuckersüß 368

Ich habe nochmal Bananenkuchen mit Rumkaramell gebacken (bald im Blog!), außerdem eine Ringelotten-Pfirsisch-Vanillepuding-Tarte (ungefähr wie diese hier), Tiramisu-Cookies, mit so viel Espresso drin, dass ich ganz zittrig wurde, Rhabarber-Focaccia, das mich nicht ganz überzeugt hat und dann noch eine Lauch-Quiche und Arancini aus übrigem Risotto.

Ein Besuch im MAK

Ich war auch endlich mal wieder in einem Museum, und zwar in der MAK-Ausstellung „Human by Design“, die zu einem fünf-Jahres-Projekt zwischen österreichischen und slowakischen Gestalter_innen gehört. Besonders spannend fand ich die Versuche mit Bioplastik, aus dem testweise schon Sonnenbrillen hergestellt wurden und die Überlegungen zu Reparierbarkeit. Letztere wurden im repairably-manifest zusammengefasst. Demnach braucht es Ersatzteile, einfachen (Wieder-)Zusammenbau und keine rechtlichen Hürden. Dass das Fairphone dabei viele Kriterien erfüllte fand ich wenig überraschend, ganz im Gegensatz zum Samsung Galaxy S4mini.

Raus aus Wien

Für zwei Radiointerviews kam ich raus aus Wien, ziemlich weit sogar: Ich war in der Senferei AnnaMax im Salzkammergut und auf einem Senffeld im Weinviertel – nur um daheim festzustellen, dass die SD-Karte im Aufnahmegerät fehlerhaft beschrieben wurde. Mit ausschließlich unlesbaren Dateien lässt sich aber keine Sendung gestalten, sodass ich nochmal von vorne anfangen muss, außerordentlich ärgerlich.

Und als wären zwei Landflucht-Versuche in drei Monaten (coronabeschränkungsbedingter) Daheimbleiberei noch nicht genug, bin ich durch die oberösterreichische Stillsteinklamm gewandert. Oder eher spaziert, denn besonders weit, anstrengend, oder ab vom Weg fand ich es nicht. Danach aß ich noch ein Eis beim Kaffeehaus Schörgi in Grein und wurde herb enttäuscht. Was so gut klang (Birne-Melisse, Marille), vor etlichen Jahren mit vielen Urkunden ausgezeichnet wurde und erst nach langem Anstehen zu haben war – schmeckte superkünstlich. Die Konsistenz des Eis war auch interessant, mit den vielen Luftlöchern erinnerte sie mich an die Textur von noch warmer Marshmallowmasse… Die Torten dort waren allerdings ziemlich gut (z.B. Heidelbeer-Joghurt mit Mürbteig- und Schokobiskuitschicht), aber auch außerordentlich teuer (3,70€ für ein ziemlich kleines Stückchen).

#amland konnte ich dann auch noch ein paar Rosen (Tischdeko), Lavendel (für Sirup oder Gebackenes, das muss ich mir noch überlegen) und grüne Walnüsse abstauben. Letztere werde ich in den nächsten Wochen nach La mia cucinas Anleitung zu schwarzen Nüssen verarbeiten:

Hier folgt noch eine sehr lange Linkliste, zwei Wochen Internet-leer-lesen geschuldet:

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Zuckersüß 367

In dieser Woche habe ich Ka’ak el Eid aka Mahlep-Ringerl (bald im Blog!) und Bananenküchlein mit Rumkaramell aus Ottolenghi’s „Sweet“ gebacken.

Außerdem war ich in der großartigen Fahrradwerkstatt des WUK (Wiener_innen, schauts dort vorbei!), in der eins unter fachkundiger Anleitung für nur vier Euro pro Nachmittag am eigenen Gefährt herumschrauben kann – nach Wochen Zwangspause sind meine Einradpedatwle jetzt wieder stabil. Und für einen kurzen Beitrag im Ö1-Konsumentenmagazin help war ich Anfang der Woche in Wiens ältester Messerschleiferei. „Wie Messer lange scharf bleiben“ ist noch bis Samstag nachzuhören, der Text dazu bleibt länger online.

Zwei Highlights waren aber eindeutig meine zwei ersten Restaurantbesuche nach der Corona-Gastrosperre.

ALMA Gastrothèque

In die ALMA Gastrothèque wollte ich schon sehr lange gehen, das Konzept (viele Kräuter, besonderes Brot und Naturwein) klang nämlich sehr interessant. Das kleine Lokal in der großen Neugasse stellte sich letztlich als sehr gute Wahl für den ersten Auswärts-Essen-Abend nach langer Pause heraus. Wegen besserer Wiederfindbarkeit habe ich meinen Restaurant-Bericht hierhin ausgelagert und hoffe, die Kategorie „Lokale“ hier im Blog wiederbeleben zu können.

BRUDER

Das Bruder ist mein liebstes Lokal der ganzen Stadt und ich habe hier und hier schon einmal drüber geschrieben. Ein ausführlicher Rückblick auf den Besuch am Freitag gibts ebenfalls in einem eigenen Lokal-Post.

Hier folgen meine liebsten Links der letzten Tage, wenn auch mit sehr vielen negativen Themen. black lives matter.

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Zuckersüß 366

In der vergangenen Woche habe ich Rhabarbersirup, Rhabarber-Frangipane-Tarte, Kokospudding, Walnuss-Scones und zweierlei Burger Buns gemacht: Highfoodality’s Brioche Burger Buns und Golden Pull-Apart Butter Buns. Diese wurden dann teilweise zu White Castle Style Burgern, inspiriert vom eher dämlichen Film Harold & Kumar, den ich vor ein paar Tagen mit meiner WG angeschaut habe („Was, du kennst den nicht? Das geht nicht!)

Außerdem war ich Teetrinken (in einem richtig echten Café! so schön, dass die Gastro wieder offen hat), habe online die Ibiza-Fellner-Lesung mitverfolgt (hoffentlich auch bald wieder IRL im Schikaneder) und meinen Party-Top-Pullover fertiggestrickt.

Danach habe ich mir gleich Wolle für ein neues Projekt gekauft, weil ich dank Instagram bemerkt habe, dass die lillebutik, ein Wollgeschäft ganz in meiner Nähe, erstens existiert und zweitens gute Garne für wenig Geld verkauft. Mal sehen, ob aus meinem ersten gehäkelten Kleidungsstück etwas wird!

Oldschool Blog Rabbit Hole

Über eine Empfehlung von Rhoneisms bin ich gestern auf 20 Blogs I Read in 2020: Quarantine Edition von Foley Music and Arts gestoßen. Und mit jedem geklickten Hyperlink fiel ich tiefer in ein rabbit hole des persönlichen Bloggens und öffentlichen Nachdenkens. Die ebenfalls verlinkte Rebecca Toh schreibt:

„life as an early internet person was a lot of fun. There was always this feeling of childish excitement and this sense that really interesting things were waiting to be discovered just around the corner, a hyperlink or two away. People living halfway across the world from us, in Belgium and Iceland and the very far ends of Vladivostock, were making things they wanted to make just for the heck of it — websites and blogs were born out of hobbies, not ambitions“

Und obwohl es zur Zeit wirklich viele SEO-optimierte, seelenlose Marketing-Content-Schleuder-Blogs gibt, ist dieses „early internet“ (ich kenne es erst ab 2009, wo aber auch die Foodblogwelt noch sehr anders war als heute) doch immer noch irgendwie da. Das beweisen die Blogs in meiner „Tagebuchblog“-Auflistung von 2017 und die, die ich gerade erst entdeckt habe. So fand ich Ness Labs Idee der (online) „mind gardens“ so spannend, das ich ihr Blog in meinen Feedreader packte, obwohl es gar nicht so persönlich, sondern mehr als Guideline zur Selbstoptimierung gedacht scheint.

„A mind garden is not a mind backyard. It’s not about dumping notes in there and forgetting about them. To tend to your garden, you need to plant new ideas. The best way to do this is by replanting stems and cuttings from existing ideas you’ve added to your garden—by consistently taking notes, and combining them together“

In meinem Kopf waren Online-Gärten bisher immer mit den monopolistischen walled gardens Facebook, Spotify usw. verknüpft. Ich bin froh, dass neben denen jetzt auch das Konzept der blühenden, einladenden, freien Blog-Gärten steht.

In den Beispielen für besonders gelungene mind gardens listet Ness Labs Tom Critchlow’s digital garden wiki, das mit Jekyll gebaut ist. Wer die Anfangsgeschichte meines Podcasts kennt, weiß, dass ich mit dieser Static-Site-Software nie warm geworden bin – ich bin halt doch Kind des Web 2.0 mit seinen bequemen Web-Editoren. Aber die zugrundeliegende Idee von Tom Critchlow’s digitalem Garten ist fast die gleiche, wie die hinter diesen Sonntagsposts (und meinen unendlichen Evernote-Notizen), in denen ich immer wieder auf Gegessenes, Gelesenes und Überlegtes zurückkomme:

„Creative research is all about collecting the dots. It’s more common to think of “connecting the dots” but the truth is that you can’t connect the dots you can’t see. And we can only hold a tiny number of things in our brains at once. So a space for collecting (and organizing) the dots is a crucial foundation for thinking, creativity and more“

Das, was ich oben als Tagebuchblogs bezeichne, nennt Tom Critchlow in einem anderen Post „small b blogging“. Es steht dem „big B blogging“, das auf maximale Skalierbarkeit und shareability aus ist, entgegen.

„Small b blogging is deliberately chasing interesting ideas over pageviews and scale. An attempt at genuine connection vs the gloss and polish and mass market of most “content marketing”. […]“

Jedenfalls, Tom Critchlows Blog ist jetzt auch in meinem Feedreader. Und Paul Jarvis‘ auch (den Weg zu seinem Blog kann ich gerade nicht mehr nachvollziehen) – sein sehr minimalistisches Design mit der kleinen roten Ratte erinnert mich ein bisschen an wirres.net, und auch daran, das ich seit circa drei Jahren ein neues Design für die Zuckerbäckerei haben will und immer noch keines gefunden habe.

In den 20 Blogs to Read stolperte ich dann noch über den Namen Ann Helen Peterson, die statt eines Blogs einen Newsletter schreibt (dank Substack glücklicherweise RSS-abonnierbar). Ein Blick auf ihr Twitterprofil verriet mir, wieso sie mir so bekannt vorkam: Sie hat den buzzfeed(!)-Artikel „How Millenials Became The Burnout Generation“ geschrieben und dabei bei mir enorm viel Eindruck hinterlassen.

Über noch ein paar Links kam ich dann noch zu Robin Sloans Blog, seine Posts schauten beim Überfliegen so interessant aus, dass ich es auch gleich abonniert habe. Normalerweise folge ich der/m Blogger_in in so einem Fall erstmal auf Twitter, um nicht unnötig Zeug in meinem feedly zu haben, das mich vielleicht eh nicht so interessiert. Aber Robin Sloans Twitter scheint mir weitaus fader als sein Blog und außerdem hat Joël aka soulzeppel.in (sehr empfehlenswertes Tagebuchblog, btw!) mal seinen Roman „Sourdough“ empfohlen, d.h. sein Schreiben kann so schlecht nicht sein.

Das Einzige, was meine Freude über diese vielen neuen „Tagebuchblog“-Entdeckungen trübt, ist ihre mangelnde Diversität. Die meisten der oben genannten Blogger sind mittelalt, weiß, amerikanisch und vermutlich einigermaßen gut situiert. Meine Twitter-Timeline voller vieler kleiner Alltagsnotizen hat gefühlt zehnmal so viele unterschiedliche Perspektiven – falls irgendwer von euch Blogger_innen kennt, die in diesem Sinne meinen Feedreader bereichern könnten: immer her damit!

Und jetzt: „gewöhnliche“ Sonntagslinks:

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Zuckersüß 365

In der vergangenen Woche habe ich Walnuss-Apfel-Muffins und gescheiterte Roggenmehlscones gebacken, war ein bisschen interviewend fürs Radio unterwegs (einmal um die Welt, aber in Wien! zu hören dann am 22.5. im Ö1 Moment Kulinarium) und habe die restliche Zeit viel am Schreibtisch verbracht, wie fad.

Aber es war quasi jeden Abend WG-Kino bei uns, mit sehr unterschiedlichen Filmen: zuerst das Elton-John-Bio-Musical Rocket Man, dann Long Shot, eine überraschend lustige und gar nicht besonders cringe-ige/problematische RomCom, außerdem den eeeeewig langen Once Upon a Time in Hollywood und dann noch First Man, einer Neil-Armstrong-Biografie, in der Ryan Gosling gar nicht so oft hundeblicks-/hey-girl-mäßig dreinschaut wie sonst.

Und: Ich war auch endlich mal wieder „fort“, nämlich mit daheim gemixten Aperol Spritz im Glasfläschchen und zwei Freund_innen am äußerst vollen Donaukanal. Was könnte das für ein schöner Sommer werden!

Hier folgen ein paar interessante Links:

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Zuckersüß 364

In der letzten Woche habe ich erstaunlicherweise nur ein einziges Mal gebacken, und zwar Cookies aus dem momofuku-milkbar-Backbuch (~bald~ hier im Blog). Zum ersten Mal seit gut zwei Monaten habe ich mich einen ganzen Nachmittag in einen Park gesetzt und mit Freund_innen gepicknickt. Natürlich mit Sicherheitsabstand und einer eigenen Picknickdecke pro Haushalt. Neben besagten Cookies habe ich auch Cong you bing, chinesische Frühlingszwiebel-Fladen aus Katharina Seisers „Immer schon vegan“ mitgenommen:

Es gab auch mal wieder Take-Out, leider ein wirklicher Reinfall. Schon auf Insta wollte ich keinen Verriss über das vietnamesische Restaurant schreiben, also mache ich es hier auch nicht. Die Desserts waren allerdings ziemlich lecker, eines davon will ich mir merken: Banh Troi Nuoc, Klebreisbällchen gefüllt mit schwarzer Sesampaste in einer warmen, karamelligen Kokos-Ingwersauce mit Erdnüssen.

re:publica

Mehr Sketchnotes zur #rpREMOTE gibts drüben bei jasowieso.com!

Ich habe fast den ganzen Donnerstag auf der #rpREMOTE verbracht und diesmal drüben im Sketchnoteblog drüber geschrieben (s.a. rp16, rp17, rp18).

Was mir sonst noch im Internet untergekommen ist:

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Zuckersüß 363

In dieser Woche habe ich Rhabarber-Baiser-Tarte mit Anis und gleich zweimal Grießschmarren gebacken. Außerdem gabs Rhabarber-Fenchel-Wermut-Cocktails nach HonestlyYum und Schoko-Cookies mit karamellisierter weißer Schokolade.

Der wöchentliche Lieferservice-Restaurantabend ging sich diesmal leider nicht aus, aber *bald* könnte ja schon wieder ein IRL Restaurantbesuch herausspringen, yay!

Musik

Wegen des Pitchfork-Artikels (Why Do We Even Listen to New Music?), den ich letzte Woche verlinkt habe, erinnerte ich mich an die Zeiten, in denen ich sehr motiviert nach neuer Musik gesucht habe. Hier habe ich mal erzählt, dass ich zu einem gewissen Zeitpunkt quasi das gesamte Backbuchsortiment der Bücherei in meiner Heimatstadt auswendig konnte. Vermutlich um 2010 herum blätterte ich in dieser Bücherei auch durch jede neu erschienene (deshalb noch nicht ausleihbare) Musikexpress-Ausgabe. Dabei schrieb ich mir jedes Album und jeden Song, der mir cool erschien, auf einen Zettel und suchte sie daheim auf YouTube (?) heraus. Außerdem kopierte ich die meisten Songs auf den Promo-CDs auf meinen displaylosen Billig-mp3-Player. Dort gab es auch sehr viele Songs, die ich via Tonspion heruntergeladen hatte. Mittlerweile ist diese Seite eine SEO-Schlagwort-Wüste ohne wirklichen Content, aber Promo-mp3s gibts halt in Streaming-Zeiten kaum mehr (AVEC’s „Dance Solo“ war dabei!). Leider ist meine gesamte Musiksammlung aus dieser Zeit vor ein paar Jahren verloren gegangen (wobei vielleicht noch irgendwo ein Backup-USB-Stick herumliegt?) und ich versuchte, mit wenigen Erinnerungen an Titel/Interpret_innen ein par Songs wiederzufinden. Das war ziemlich schwierig, weil aus dem Promo-Titeln nicht immer unbedingt die größten Hits wurden, die leicht zu ergoogeln sind.

Bei drei ists mir trotzdem gelungen: Darwin Deez’s Bad Day finde ich noch immer großartig (und das Fanvideo erst!), Deep Blue Sea von I Am Kloot hat schockierenderweise nur 88 Aufrufe auf Youtube und ich glaube bei Written in Reverse von Spoon habe ich nie vorher auf den Text geachtet. Peter, Björn and John’s Young Folks hatte ich nie wirklich vergessen, weil es immer noch recht allgegenwärtig ist, genauso Marina & the Diamond’s grandiose Acoustic-Version von Hollywood.

Unrelated, meine liebsten Links der letzten Tage:

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Zuckersüß 362

In den vergangenen zwei Wochen habe ich Zimtschnecken nach Bravetart gebacken und zwei Biskuitrouladen zu unterschiedlichem Grad ruiniert (einmal „links“ herum aufgerollt, einmal völlige Gummikonsistenz), das erste Mal halbwegs akzeptables Chebakia aka Speckia frittiert und dazu gleich noch Harira gekocht. Und dann habe ich superspontan spätabends Crêpes Suzettes gemacht, weil mich drei Freunde im Videocall an eine ähnliche IRL-Runde mit diesem Dessert erinnert haben.

Essen von der Curryinsel

Vor mittlerweile 10 Tagen (wöchentlich bloggen ist schon wieder gescheitert) habe ich mich beim traditionellen Lieferserviceabend (ich freu mich echt auf die Öffnung der Lokale!) für ein Restaurant entschieden, in dem ich schon mal essen war: Die Curryinsel, ein srilankisches Lokal in der Josefstadt.

Gemüse Pakoda (links) und Kadalai Vadai (rechts) mit tollem Krautsalat

Als Vorspeise gab es Kadalai Vadai (oben rechts) und Gemüse Pakoda (links davon im Bild). Ersteres waren handtellergroße Laibchen aus gelben Linsen mit Curryblättern, Fenchelsamen und großzügig Chili. Die Beilage dazu, ein überraschender Krautsalat, mit Karotten (die ich allergiebedingt geflissentlich herausfischen musste), Gurken und Ananasstückchen (!) in einer cremigen Joghurtsauce mit grobem Senf.

Den gleichen Salat gab es zum Pakoda, das die Lieferfahrt leider eher schlecht überstanden hat. Der Kichererbsenteig mit Karottenstückchen darin (also keine Karotten im Teigmantel)wurde offenbar einfach in spontaner Form herausfrittiert, sodass die Teiggebilde an manchen Stellen weich und an anderen knusprig sein sollten. Durch die vergangene Zeit bis zum Tisch im Wohnzimmerrestaurant waren sie leider ziemlich zäh.

Ich hatte als Hauptspeise Masala Thosai mit Sambar, also gefüllte Pfannkuchen mit scharfer flüssiger Gemüsesauce. Ohne einen Blick in die Karte hätte ich auf Kichererbsen- oder Sojamehl getippt, tatsächlich waren die Fladen aus Reismehl und u. a. mit Kartoffeln gefüllt. Die Konsistenz-Kombination aus recht dicken, elastischen Reispfannkuchen, weich gekochter Gemüsefüllung und sehr flüssiger Sauce fand ich sehr spannend. Nicht-süß-gefüllte Pfannkuchen/Palatschinken/Fladen habe ich bis jetzt echt unterschätzt.

Meine übliche Restaurantbegleitung entschied sich für ein Gericht mit sehr vielen verschiedenen Geschmäckern: veganes Saadam, also fünf verschiedene Curries mit Reis. Dazu gab es das knusprigfrittierte Papadam-„Brot“, das mich geschmacklich und von der Konsistenz an Pombären erinnert, obwohl die aus Kartoffel- und nicht Linsenmehl gemacht sind. Das zusätzlich bestellte Parota ist ein gerolltes in der Pfanne gebackenes Fladenbrot, das offenbar die srilankische Variante von marokkanischem Msimn, das zu Rfissa gereicht wird.

Pizza-/Cocktail-Take-Away-Spaziergang

Beste Margherita der Nachbarschaft von der Pizzeria Luna Rossa

Letzten Freitag war ich dann das erste Mal seit Wochen wieder (halbwegs) aus. Also eigentlich nur für einen langen Spaziergang, aber dank guter Planung und Handdesinfektionsmittel mit Pizza und Cocktails.

Von der Pizzeria Luna Rossa an der Währingerstraße (beste der ganzen Gegend, wirklich!) gabs ofenfrische Margherita to go. Als die aufgegessen war (irgendwo beim Übergang vom 9. in den 8. Bezirk) fing ich an, durch das Take-Away-Menü der Matikibar zu scrollen und entschied mich schließlich für eine Bride from Ipanema, meine Begleitung wollte einen Wabelabedabdab haben.

zwei cocktails im schraubglas
Bride from Ipanema und Wabelabedabdab an der Fensterdurchreiche der Matikibar

Nur ein paar Minuten später waren wir in der Gardegasse angekommen und unsere bestellten Drinks wurden frisch zusammengeschüttelt und im Schraubglas durch das Fenster ausgegeben. Mein blassrosa Bride from Ipanema-Cocktail bestand aus Chachaca, Maraschino, Limette, Cranberry, Kokos und Orangenbitters und erinnerte mich insgesamt ein bisschen an ein nicht zu süßes Sahnebonbon. Der Drink war mit einem schönen Cranberry-Spießchen dekoriert und damit eins nicht vom Schraubverschluss weg trinken muss, gabs einen Papierstrohalm dazu. Die mag ich leider überhaupt nicht, da sie superschnell aufweichen und dem Getränk ein komisches Mundgefühl und einen komischen Geschmack verleihen…

Der Wabelabedabdab, etwas dunkler im Rotton und mit gecrushtem Eis, Thymian und einem Maraschino-Kirschen-Spießchen im Glas, bestand laut Karte aus Gin, Strega, Chambord, Zitrone, Amarenakirschsirup, simple Sirup und Pfirsichbitters. Beeindruckt hat er mich vor allem deshalb, weil er mit Strega einen ziemlich intensiven Kräuterlikör enthält, der durch die Fruchtaromen des Beerenlikörs und Sirups aber gut aufgefangen wurden. Zum gemütlichen Trinken fanden wir schließlich eine Parkbank unter einem Baum ein paar Straßenzüge von der Bar entfernt. Auf dem Weg sahen wir noch einige Paare (as in 2 Leute, nicht offensichtlich Liebesbeziehungen) , die es sich auf Eingangstreppchen, Picknickbänken, aufgelassenen Restauranttischen mit Getränken und Snacks bequem gemacht haben – ein wenig Hoffnung für gemütliche Sommerabende gibt es also noch…

Wir kamen auch beim Moby Dick, der Nachfolgebar meines allerliebsten Botanical Garden, vorbei und holten uns dort noch eine To-Go-Tüte mit meiner allerliebsten Espresso-Martini-Variation, Opium Espresso (der jetzt endlich auch auf der Moby Dick-Karte steht!). Diese Bar verfolgt ein etwas anderes Konzept, statt einzelner bereits dekorierter Drinks gibt es „Kits“ mit jeweils zwei Portionen. In unserem Fall ein kleines Fläschchen mit Opium Espresso (Wodka, Espresso, Schokoladenlikör, Mohnsirup), Deko-Mohn-Chips, Snackerdnüssen, Nachschub-Eiswürfel im Plastiksackerl und einer Zusammenbau-Anleitung. Die ignorierte ich aber geflissentlich und trank meine Hälfte des Cocktails mit meinem mitgebrachten Metallstrohhalm (Planung ist alles!) schon auf dem Heimweg. Doch auch hier musste ich feststellen: Aus der dünnwandigen Coupette, schön schaumig aufgeschüttelt, schmeckt Opium Espresso sehr viel besser, da der starke Kaffee so nicht alle anderen Aromen ausstechen kann…

Ansonsten habe ich auch noch an vielen gleichzeitigen Deadlines (Planung wäre alles gewesen) gearbeitet, sodass ich eine Radiosendung zum Thema Konserven (noch bis Freitag auf Ö1 nachzuhören), ein Videoreferat über Risikokommunikation und zwei kleine Essays für die Uni abgeben konnte. Und ich habe die Schütte-Lihotzky-Biografie fertiggelesen, die ich Anfang April bei einer Uni-Wien-Alumni-Verlosung gewonnen habe, dazu hoffentlich bald ein Buchpost. In der Zwischenzeit: Meine liebsten Links der letzten Tage.

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Zuckersüß 361

In dieser Woche habe ich versucht, Baghrir, marokkanische Pfannkuchen „mit 1000 Löchern“ zu backen, was leider nicht so richtig geklappt hat. Zwar habe ich mir Rezepte auf englisch und französisch durchgelesen, sogar YouTube-Videos auf Darija angeschaut und meine ehemalige Arabischlehrerin um Rat gefragt, doch konnte ich nicht herausfinden, welche Art von Grieß ich verwenden sollte. Ich nahm schließlich normalen Nockerl-Weizengrieß (also keinen Hartweizen) und weiß nicht, ob es an dieser Komponente scheiterte oder an irgendetwas anderem… Ganz schrecklich waren die Baghrir am Ende nicht, aber ich werde noch ein paar Runden backen müssen, bis ich sie richtig hinbekomme. Eine Gemüsetajine, ein weiterer Verweis auf meine abgesagten Ferien in Marokko, habe ich dafür aber ziemlich gut hinbekommen.

Außerdem habe ich mich an einer italienischen Spezialität, der neapolitanischen Osterspezialität Pastiera di grano, versucht. Das ziemlich supere Ergebnis (und Rezept!) bald hier im Blog. Und so wie ich diesen Post tippe, ist ein weiterer Mitbewohner-Wunschkuchen (s. Schoko-Kaffee-Cheesecake und Eierlikörguglhupf aka Kuchenkuchen) im Ofen.

Am Ostersonntag habe ich außerordentlich aufwändig aufgekocht (wobei das Einkaufen unter gegebenen Abstandsregeln fast genauso lang gedauert hat…) und mit meiner WG im Hinterhof diniert. Weil das hier den Rahmen sprengt, bald ein extra Post mit allen Rezeptlinks dazu.

Essen vom Mamamon

„Auswärts“ habe ich diese Woche auch gegessen und zwar dank Lieferservice vom Mamamon. Von thailändischer Küche habe ich wohl noch weniger Ahnung wie von persischer (s. Lieferservice von Arezu letzte Woche), was mir bei der Gerichteauswahl fast zum Verhängnis wurde. Die Speisekarte auf der Webseite ist äußerst dürftig und durcheinaner, bei Lieferando (über die als einziges Lieferung bis zu meiner Wohnung möglich war, wie ich herausfand) waren die Gerichte weit besser beschrieben. Leider waren viele der Vorspeisen von der Webseite dort nicht aufgezählt, sodass wir uns zu zweit die einzige (fast) vegetarische teilten:

Rosenkohlsalat
Rosenkohl in Fischsaucen-Vinaigrette

Der Rosenkohl in Fischsaucen-Vinaigrette teilt sich mit dem Dessert den Titel meines liebsten Gerichts. Der Rosenkohl war superknusprig frittiert, einzelne Blätter davon erinnerten fast an Grillhendlhaut. Röstzwiebel sorgten für eine leicht süße, crunchige Komponente, frische Minze und Chili für Frische und Schärfe. Und die Vinaigrette selbst war perfekt zwischen süß, salzig und umami ausgewogen.

Spicy Laab: North Eastern Thai Style, ein warmer Salat mit frittiertem Tofu, Koriander, Minze und laut Karte auch „Roasted Rice Powder“ (als Panande vielleicht?) hat die Lieferfahrt leider sehr schlecht überstanden. Das Dressing hat die wohl ursprünglich sehr knusprigen Tofustücke sehr aufgeweicht und alles war nur mehr lauwarm. Aufwärmen ging aber wegen der frischen Bestandteile auch nicht. Der Wild Sticky Rice als Beilage hat sich aber sehr gut gehalten, ich mochte ihn sehr. Als zweite Hauptspeise hatten wir Pad Thai mit Tofu bestellt, das auch ein wenig unter der halben Stunde zwischen Küche und Tisch gelitten hat: die fast transparenten, breiten Reisnudeln waren zu einem festen Blob zusammengeklebt. Die klebrig-süße Sauce dazu fand ich aber sehr lecker und auch der Konsistenzkontrast durch Frühlingszwiebel, Sprossen und Erdnüsse taugte mir. In der Schüssel waren außerdem Tofuwürfel, die in Ei angebraten waren und eine Zitrone, deren Säure das ganze Gericht erst so richtig rund machte.

Klebreis mit Banane, Adzukibohnen und Kokossauce

Das Dessert, das ich beinahe nicht bestellt hätte, weil es so fad klang, stellte sich dann aber mit am interessantesten heraus: Klebreis, geformt wie ein Müsliriegel, eingewickelt in einem Bananenblatt und gefüllt mit fruchtiger (!) (Koch-?)Banane und roten Adzukibohnen. Dazu ein Dip aus leicht gesalzener Kokosmilch, der nach super wenig aussah, aber dann genau richtig portioniert war.

Maskennähen

Weil meine Winterfell Aran-Cardigan fertiggestrickt war und ich keine Wolle für ein Folgeprojekt zur Hand hatte, brauchte ich eine neue Handarbeitsbeschäftigung. Die Aussicht auf mehrere Wochen Maskenpflicht im öffentlichen Raum hat mich schließlich motiviert, mich mal durch meine Prop-Stoffe zu wühlen, um geeignete kochfeste Baumwolle zu finden. Im Laufe der Woche nähte ich – ohne Nähmaschine oder Gummiband – drei gefaltete Masken nach dieser Anleitung: zwei geblümt und eine mit absurdem Matroschkenmuster. Inspiriert von einem Blogpost von Anke Gröner, den ich gerade nicht mehr finde, zerlegte ich ein paar Heftstreifen, um das Blechteil davon für besseren Sitz in meine Masken einzuarbeiten, musste aber feststellen, dass dieses Blech nicht rostfrei ist. Damit die Masken die Wäsche überstehen, nähte ich also jeweils noch einen extra Tunnel daran, um das Blech herausnehmbar zu befestigen. Und nachdem das Maskenfoto das erste von mir veröffentliche Selfie (Insta-Stories) aller Zeiten war, landet es hier auch noch im Blog, denn alle 10 Jahre lässt sich sowas schon mal aushalten (…oder?).

Hier folgen meine liebsten Links der letzten Tage.

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Zuckersüß 360

In dieser Woche habe ich erstaunlicherweise nur zwei Kuchen gebacken: Kardamom-Pistazien-Karottenkuchen und Eierlikörguglhupf aka Kuchenkuchen (beides bald im Blog). Aber ich habe auch Eier gefärbt (mehr oder weniger fürs Radio, der entsprechende Beitrag für Ö1-help ist noch ein paar Tage nachzuhören) und einen Cocktail gemixt. Letzteres hauptsächlich deshalb, weil ich drei supercoole handgetöpferte Tiki-Becher von der Matikibar gekauft habe (ich mag dort unbedingt nochmal Cocktails trinken, die Bar darf also nicht pleitegehen!).

Einigermaßen viel Zeit habe ich strickend in der Sonne verbracht und kaum ist es draußen warm, ist auch meine dicke Winterfell-Strickjacke endlich fertig. Ich habe behelfsmäßig ein paar unterschiedliche Knöpfe darangenäht, damit sie auch funktionstüchtig ist – sobald Kurzwarengeschäfte wieder öffnen, kann ich mir ja passende kaufen.

Unter Aufsicht meines Mitbewohners (der hobbymäßig viel Elektronik zerlegt und neu zusammenbaut) habe ich mich auch mal darangetraut, meinen Laptop aufzuschrauben und sauberzumachen. Es ist wirklich erstaunlich, wie viel Dreck aus einer Tastatur fallen kann, wenn man sie erst einmal aus einem Thinkpad genommen hat. Die ganze Aktion erinnerte mich an eine Stelle am Anfang von Permanent Record, Edward Snowdens Buch, das ich nun endlich fertiggelesen habe:

„To refuse to inform yourself about the basic operation and maintenance of the equipment you depended on was to passively accept that tyranny and agree to its terms: when your equipment works, you’ll worrk, but when your equipment breaks down you’ll break down, too. Your possessions would possess you.“ (S. 29)

Danach wollte ich mal wieder eine *mitreißende* Geschichte lesen und wurde von TC Boyles Das Licht in der Hinsicht nicht enttäuscht – ich habe es in drei Tagen durchgelesen. Es handelt von der Entdeckung von LSD 1943 und dessen psychologischer Erforschung durch Timothy Leary und Kollegen in Harvard ab 1961. Letzterer baute schnell eine Art Sekte um sich auf, die regelmäßig „das Sakrament“ (LSD) einnahmen und abgeschottet vom Rest der Welt auf einem Anwesen in Upstate NY lebten. Die ganze Zeit fragte ich mich, wie viel Wahres an dieser Geschichte war und nach ein bisschen Wikipedialeserei stellt sich heraus: sehr viel. Timothy Leary gab es wirklich und sein ganzes Leben war noch viel spektakulärer als es die paar Jahre im Buch schon erahnen ließen. Sehr lustig fand ich auch diesen Spiegel-Artikel von 1974, der den echten Namen seiner Gruppierung, „Brotherhood of Love“, aufgreift.

Im Anschluss daran bin ich wieder bei Non-Fiction, genauer gesagt beim Schreiben über Essen, gelandet und lese jetzt Ruth Reichls Save me the Plums.

Arezu

Den donnerstäglichen Restaurantbesuch habe ich erstmals durch Lieferservice ersetzt, denn mein Budget dafür gibts glücklicherweise noch (und auch die coolsten Restaurants der Stadt dürfen jetzt nicht pleitegehen!). Das Arezu in der Lange Gasse steht schon länger auf meiner Ausprobieren-Liste, weil ich über persische Küche kaum was weiß. Das sollte mir und meiner üblichen Begleitung (die glücklicherweise im selben Haushalt wohnt) dann auch zum Verhängnis werden, denn woher sollte ich wissen, wie die vielen Komponenten in kleinen Plastikbehältern zusammengehören?

Als Vorspeise gab es einerseits Kuku Sabzi aka persisches Kräuteromlett mit Joghurt und getrockneten Ribisel (glaube ich – vielleicht auch Berberitzen?) und Fladenbrot. Das Ganze ähnelte eher kleinen Puffern als Omlett und die Kräuter waren Hauptbestandteil und nicht nur Würzmittel – ich könnte sie mir auch gut als vegetarische Burgerpatties vorstellen. Andererseits haben wir Kashke Bademdjan also gebratene Melanzani mit Knoblauch, Minze und iranischem Trockenjoghurt bestellt. Versehentlich aßen wir Reis statt Fladenbrot dazu, aber das war auch nicht schlecht. Die gebratenen kleinen, fleischigen Melanzani waren durchzogen von geschmorten Zwiebeln und könnten ein super Dip sein. Der Trockenjoghurt erinnerte mich ein bisschen an bröseligen Ziegenkäse, ich mochte ihn nicht besonders.

Als Hauptgang hatten wir zweierlei Eintöpfe: Yatimcheh und Fesendjan. Ersterer bestand aus festen Kartoffeln, fleischiger kleiner Melanzani, Zucchini und Zwiebeln in großen Stücken in säuerlicher Tomatensauce. Ziemlich gut, aber auch nicht besonders überraschend. Ganz im Gegenteil zu Fesendjan, einer dicken Sauce aus geriebenen Walnüssen, saurer Granatapfelmelasse, großzügig Öl und frischer Petersilie und Minze obenauf. Die Konsistenz hat mich sehr überrascht und der Geschmack, irgendwo zwischen Trockenpflaumen und sauren Früchten, noch viel mehr. In der Speisekarte gab es optional Hühnchen oder Rindshackfleischbällchen dazu, ich glaube, als Sauce zu Fleisch wäre Fesendjan noch viel beeindruckender.

Safraneis
Natürlich schmolz das Eis, bevor ich ein Foto schießen konnte…

Als Nachspeise gab es dann noch Safran-Eis, das zwar sehr gelb war, aber kaum nach Safran schmeckte. Stattdessen war es ziemlich süß, hatte es ein intensives Rosenwasseraroma und ein paar versteckter Pistaziensplitter. Ich mochte es sehr, wenn ich mal Rosenwasser zur Hand habe, bastle ich es nach!

Dieser Abend mit persischem Essen war eine tolle Abwechslung zum täglichen Selberkochen, aber leider trotzdem kein Vergleich zu einem echten Restaurantbesuch. Mir bleibt also nix anderes übrig, als in ein paar Wochen dann IRL ins Arezu zu gehen!

Lohnarbeit! Außer Haus!

Und dann war ich tatsächlich das erste mal seit mehr als zwei Wochen in den Öffis unterwegs zur Arbeit und interviewte unter erschwerten Bedingungen (Mikrofonangel in kleinem Feinkostladen und ein Gespräch im Resselpark statt im Studio) zwei Feinkostladenbesitzer zum Thema Delikatessen in Dosen. Mal sehen, wie daraus eine Radiosendung wird.

Der kurze Weg durch die Innenstadt war jedenfalls sehr befremdlich – kaum wer auf der Straße, alles sehr leise und tatsächlich Grablichter und Heiligenbilder an der Pestsäule?!?!

Hier folgen jetzt mal meine liebsten Links der letzten paar Tage:

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