Archiv der Kategorie: Zuckersüß

Zuckersüß 380

…mit veganen Rezepten, einem Besuch bei der Herknerin, Food-Magazinen, einem neuen Studium – und wie immer, den besten Links der letzten Tage.

In den letzten paar Tagen habe ich gleich drei Rezepte aus Katharina Seisers „Immer schon vegan“ (hier im Bücher-Teil besprochen) nachgekocht: Cong you bing (chinesische Frühlingszwiebelfladen), Aloo matar (Kartoffel-Erbsen-Curry) und Maafe (Süßkartoffel-Erdnuss-Eintopf). Außerdem habe ich unförmige Brandteigkrapferl gebacken und à la constellation inspiration mit Boba-(Bubble-Tea)-Tapioka-Perlen und Pudding gefüllt.

Bei der Herknerin

Ich war ausnahmsweise mal im Wirtshaus essen und zwar sehr sehr supere Sarma-Rouladen bei der Herknerin. Die Spinatknödel mit Parmesan dort waren die fluffigsten der Welt und mein Dessert, Orangencreme mit Himbeergrütze wunderbar altmodisch serviert: im gläsernen Eisbecher, mit Schlagsahnegupf und einer papierenen Tortenspitze.

Toothache Magazine

Meine drei Toothache-Magazine, für die ich absurd viel Porto (an die 40$, bei gleichem Bestellwert) gezahlt habe, sind endlich bei der Post angekommen, wo ich für 1,89€ Zoll erstmal noch 10 € Zollgebühren nachlegen musste. Ärgerlich. Aber soweit ich schon hineingelesen habe, bin ich sehr begeistert: Ehrliche Interviews mit Küchenchefs unterschiedlichster Restaurants, spannende, alles andere als alltägliche Rezepte und tolle Fotos.

Ich freue mich schon sehr auf mein nächstes freies Wochenende, an dem ich mich an eines der sehr komplexen Dessertprojekte (erstmal die Zutaten aufzutreiben könnte schon herausfordernd werden) wagen kann, z.B. Gianduja Stollen ChipWhich nach Andrés Lara, ein Sandwichcookie mit zweierlei Eis-/Sorbetfüllung (Ausgabe 2)oder Humita nach Albert Adrià, Maiscreme mit Zimteis, Kaffee-Toffe und karamelisiertem Quinoa (Ausgabe 3).

Das Toothache Magazin ist daneben auch wunderschön produziert – tolles Layout, hochwertiges Papier. Schade, dass dieses ein-Mann-Projekt keinen besseren (erschwinglicheren) Vertriebsweg nach Mitteleuropa hat, sonst hätte ich es längst abonniert.

Überhaupt, im deutschsprachigen Raum gibt es glaube ich keine vergleichbare Zeitschrift. Die (wirklich supere!) Effilée hat zwar Rubriken, die dem Konzept von Toothache ähneln, aber keinen so klaren Fokus „by chefs for chefs“ und in meinen Augen viel zu wenig Pâtisserie. Das österreichische All You Can Eat Magazin ist leider nach zwei Ausgaben eingegangen und Port Culinaire ganz schön altbacken. Und Essen&Trinken, Gusto und Konsorten scheinen sich nur mehr ständig selbst zu wiederholen (so wars zumindest vor ein paar Jahren, als ich in diese Magazine noch regelmäßig reinschaute), correct me if I’m wrong.

Uni!

Am Montag habe ich das MA-Programm Science Technology Studies angefangen und bin jetzt erstmal erschlagen von der sehr komplexen Terminsituation (hauptsächlich den strengen Corona-Regeln der Uni und daraus resultierenden Kleingruppen geschuldet). Es scheint jedenfalls inhaltlich und organisatorisch ein aufregendes Semester zu werden: Zu den (eher theoretischen) Seminaren gibt es fünf Beispielfälle, die jeweils von einer Kleingruppe zu einem kompletten Forschungsexposé ausgearbeitet werden müssen. Ich bin per Los bei „Data, health & responsibility“ gelandet und werde mich bis Januar mit „The case of tracing COVID-19“ beschäftigen. Mein Kalender quillt jetzt schon über, aber vielleicht schaffe ich es, doch hie und da ein paar Worte zum MA ins Zuckersüß zu schreiben, wie ich das auch bei meinem Erasmus-Semester in Nancy gemacht habe. Lernnotizen – egal ob von anderen Blogger_innen (wie der großartigen Anke Gröner, die sporadischen von Pascoda oder die Lehrnotizen im Techniktagebuch oder von Philippe Wampfler) oder meine eigenen mit ein paar Semestern Abstand – lese ich wirklich sehr gerne (wieder).

Apropos lesen, als ob drei buch-artige Magazine und 1200 Seiten Semester-Pflichtliteratur (wirklich!) nicht genug Lesestoff ist, habe ich für meinen Buchclub „Spaltkopf“ von Julya Rabinowich begonnen… und im Internet gelesen! Hier folgen meine liebsten Links der letzten Tage:

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Zuckersüß 379

…mit Germknödeln, einem Besuch im Mochi Ramen – und wie immer, den besten Links der letzten Tage.

Ich habe seit dem letzten Zuckersüßpsot „nur“ Germknödel gemacht, die aber gleich auch zum Frühstück am nächsten Tag gegessen – sehr empfehlenswert.

Mochi

In meiner WG haben wir endlich, gerade noch rechtzeitig, einen Termin gefunden, unseren Gastrogutschein einzulösen. Den hatte die Stadt Wien schon vor zwei (drei?) Monaten an alle Haushalte verschickt, um den Konsum anzukurbeln / die heimische Gastwirtschaft zu unterstützen. Nachdem unser letzter gemeinsamer „Ausflug“ prä-corona in die Mochi-Ramen Bar ging, wollten wir auch die 50€ dort einlösen. Leider gilt dort noch immer first-come-first-serve und wir mussten fast eine Stunde lang auf einen Tisch warten. Die nutzen wir, um in der nahegelegenen Lamperie – einer erstaunlich hipsterigen Bar, von der ich aber noch nie zuvor gehört habe – Sturm zu trinken. Den (und auch den Sake im Mochi) finanzierte dann unsere WG-Kasse (durch ungewollten-Hausrat-auf-Willhaben-Verkaufen ganz gut gefüllt), denn für alkoholische Getränke kommt die Stadt natürlich nicht auf (was würde Michael „man bringe den Spritzwein!“ Häupl nur dazu sagen?). Mehr zum Besuch im Mochi Ramen bald in der Lokale-Rubrik.

Übrigens ging am Freitag meine neueste Moment-Kulinarium-Sendung on air: „Die Karotte – ein unterschätztes Gemüse“ ist noch bis Freitag in der Radiothek anzuhören (und hier gibts einen sehr langen Blogpost dazu).

Hier folgen meine aktuellen Linkempfehlungen:

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Zuckersüß 378

…mit Archivrezepten, einem Bücherstapel, Webseitenbasteln, einem „unfreiwilligen“ Zitat in der SZ, dreierlei Eis – und wie immer, den besten Links der letzten Tage.

Seit der letzten Linksammlung sind jetzt schon mehr als zwei Wochen vergangen, aber was solls. Ich habe Aroniabeerengelee gekocht, und allerlei aus dem Archiv gebacken: Bananen-Karamell-Kuchen, Mandel-Zitruskuchen, Pfirsich-Rosmarin-Scones und Zimtschnecken nach Bravetart. Außerdem habe ich einen Mohn-Käsekuchen getestet (braucht noch eine Runde), ein Ottolenghi-Rezept ausprobiert (bald im Blog) und Bananenkuchen mit Rumkaramell aus dem Mai verbloggt.

Außerdem habe ich endlich aufgeschrieben, was ich mir zu meinem Sommerlesestapel gedacht habe – hier nachzulesen.

bücher im sommer
Bücher im Sommer

Ich habe in meiner „Ferien“-Woche für die Bäckerei/Konditorei meines Onkels eine neue Webseite gebastelt und dafür unendlich viel Gebäck und behind-the-scenes fotografiert. Diese Fotos landen nach und nach dann bei @siebenhandl_osterhofen auf Insta.

Karotten im Radio

Für eine kommende Radiosendung (morgen um 15.30 auf Ö1!) war ich in Langenlebarn in Niederösterreich und habe alle möglichen Presseberichte zur Karottenverkostung, an der ich vor ein paar Wochen teilgenommen habe, gelesen. In der SZ stieß ich über diesen Absatz hier und konnte mir vor Lachen fast nicht mehr einkriegen (it me…):

Die Teilnehmer an den Tischen ringen um Attribute, die über süß, bitter, erdig, fruchtig oder würzig hinausgehen. „Darf man karottig schreiben?“ – „Der Saft hier riecht wie meine Handcreme!“, sagt eine Gastrokollegin des ORF etwas ratlos. „Notieren Sie das! Und die Marke gleich dazu! Alles ist wichtig!“, ruft Johann Reisinger.

Apropos Radio, am Freitag wurde meine Reis-Sendung vom letzten Sommer wiederholt, falls ihr wissen wollt, wo in Österreich Reis wächst, wie das perfekte Risotto sein sollte oder in welchen Farben Reis auf der ganzen Welt auftaucht, hier entlang: Ö1 Moment Kulinarium – Reis und seine vielen Sorten.

Eis

Meinen ein-Eis-täglich-Plan habe ich diesen Sommer nicht recht eingehalten, aber in letzter Zeit sind mir dennoch ein paar interessante Sorten untergekommen, die ich mir merken will: Joghurt-Pfirisch-Safran von Gefrorenes in Währing (die Pfirsiche hatten eine sehr erstaunliche Konsistenz, fast als wären Trockenfrüchte nochmal in Sirup gekocht worden), vegane Basilikum und Himbeere von Veganista im Siebten (erstaunlich cremig!) und Mela, Arancia e Bergamotto von der Gelateria Romana, ebenfalls Wien-Neubau (Apfelsorbet mit sehr bitteren kandierten Bergamottenschalen und Orangenzesten – hatte was von Orangeat/Zitronat).

Hier folgen meine liebsten Links der letzten Tage:

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Zuckersüß 377

…mit einem 3- oder eher 6-Gänge-Menü im Freyenstein, einem neuen Strickprojekt, einem Zuckerbäckerei-Porträt bei ZEIT online – und wie immer, den besten Links der letzten Tage.

Ich habe eine Zwetschgen-Frangipane-Tarte mit Orangenblütenwasser gebacken (bald im Blog!) und mal wieder Katharina Seisers Grießschmarrn gemacht:

Durch den Tipp einer Freundin bin ich letztes Wochenende über die Wiener Restaurantwoche gestolpert und hab bei der Gelegenheit gleichmal einen Tisch im Freyenstein reserviert. Drei Gänge bei zwei Hauben für knapp 40 Euro klang nach einem fairen Deal und in Laufnähe wars auch noch. Viele Überraschungen gab es nicht, gut geschmeckt hats aber auf jeden Fall.

Außerdem war ich im Minoo in Passau, das zwar ziemlich hip ist und mit seinem persischen Einschlag (die Inhaberin stammt offenbar aus dem Iran) doch anders, als das niederbayrische Durchschnittscafé. Leider hat mich weder mein Falafelwrap mit Salat, noch das irgendwie nichtssagende Basilikumsamen-Getränk Sharbat überzeugt.

Zuckerbäckerei bei ZEIT online

Schon vor einigen Monaten hatte mich Eva Biringer angeschrieben, ob ich Lust hätte für das ZEIT online Sonntagsessen ein paar Fragen zu beantworten. Und natürlich hatte ich Lust, immerhin las ich die Serie auch sehr gerne! Nun wurde mein Porträt – das sich um die Geschichten und Einflüsse hinter meinen Rezepten dreht – veröffentlicht.

Leider ist die Serie mittlerweile hinter einer Paywall versteckt (zum Interviewzeitpunkt war sie das nicht), was ich nicht ganz fair finde, denn Rezepte und Fotos kommen von Blogger_innen wie mir, die als Gegenleistung halt ein bisschen exposure bekommen. Wie viel Aufmerksamkeit eine Verlinkung bei ZEIT online so bringt, kann ich nichtmal sagen, denn ich sammle keinerlei Daten über meine Blog-Leser_innen, weshalb ich auch nicht weiß, ob es seit gestern mehr geworden sind – aber, wenn du neu hier bist: Herzlich Willkommen!

Worauf ich hinaus wollte: Natürlich hat die Autorin Arbeit damit, Interviews einzufädeln und zu einem Artikel verwurschteln, und ich (als recht prekär beschäftigte Journalistin) hoffe sehr, dass sie dafür anständig entlohnt wird. Aber ich finde trotzdem, dass es ein unguter Move der Zeitung war, diese Rubrik in eine exklusiv für Abonnenten zu verwandeln.

Für alle ohne ZEIT online-Abo (was nicht das gleiche ist, wie ein ZEIT Print-Abo, wie ich gestern erstmals feststellte): Diese fünf Rezepte kommen im Artikel vor: Pastiera di Grano, Basilikum-Eis, Qrichlat, Lakritzkekse und Heidelbeer-Apfel-Birnen-Pie.

Stricken und Lesen

Diese Woche habe ich die Sunday Cardigan von Petit Knit angeschlagen und bin sehr begeistert, wie viel schneller als beim Cinna Top (7mm vs. 2,5mm-Stricknadeln) ich vorankomme.

Ich habe endlich ein Buch angefangen, das schon seit letzten Herbst bei mir herumliegt: Utopien für Realisten. Die Zeit ist reif für die 15-Stunden-Woche, offene Grenzen und das bedingungslose Grundeinkommen von Rutger Bregman. Und dann kam noch die bpb-Version von Karolin Schwarz Hasskrieger. Der neue globale Rechtsextremismus bei mir an, in das ich auch gleich hineinlas.

Apropos lesen: Hier folgen meine liebsten Links der letzten Tage:

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Zuckersüß 376

…mit zwei tollen Abendessen (Frittwoch und Dinnerparty), einem gehäkelten Sommerkleid im Frühherbst, Törtchen im Crème de la Crème und neuer alter Lektüre (Elfriede Jelineks Die Liebhaberinnen) – und wie immer, den besten Links der letzten Tage.

In der letzten Woche kam es mir vor, als hätte ich zu wenig zu tun. Deshalb beschloss ich kurzerhand, für sechs Freund_innen superspontan fünf Gänge aufzutischen. Mehr dazu hier.

Am Vorabend war ich noch bei Freund_innen mit tollem Balkon und Fritteuse eingeladen, um Frittwoch (könnte ein regelmäßiger Feiertag werden, wenns nach mir ginge) zu feiern. Es gab Gemüse im Bierteig, mit Cornflakesbröseln, Knoblauch-Chips-Bröseln, Fried Pickles in Maisgrieß, Mozarellabällchen und weiteres superes Fettgebackenes.

Schnitzel (Figlmüller) und Zitronentörtchen (Crème de la crème)

Apropos Ausbacken: Mit Besuch aus Berlin war ich bei Figlmüller’s essen, der zwar echt schön eingerichtet ist und sehr Wienerische Kellner hat, aber doch fast unverschämt teuer ist (15,50€ für ein Schweinsschnitzel ohne Beilage — der zugegeben sehr leckere Erdäpfel-Vogerlsalat mit senfigem Dressing und Kernöl kostete nochmal 4,90€).

Ebenfalls halbwegs teuer, aber sehr fein war mein Besuch im Crème de la Crème, einer Pâtisserie in der Josefstadt, in die ich es nach dem fünften (oder so?) Versuch endlich mal geschafft habe (zuvor: geschlossen, kein Tisch frei etc). Ich bestellte eine klassische Tarte au Citron (5,50€), die einerseits sehr schön aussah, andereseits auch super schmeckte: zitronig-sauer, cremig, süß, mit knusprigem, dünnen, recht dunklen Mürbteigboden. Meine Begleitung bestellte etwas „österreicherisches“, nämlich eine Ribiselschnitte, die sehr mächtig aussah, aber mit Biskuit, Vanillecreme und Baiser letztlich sehr luftig daherkam.

Häkeln und Lesen

Kaum wird das Wetter herbstlich, ist auch mein Frühsommer-Häkelprojekt, ein Kleid nach dem waveafterwave-Muster, *wirklich* fertig (ich musste den Ausschnitt oben nochmal neu machen). Genaueres hier bei ravelry. Mein Buchclub hat Elfriede Jelineks Die Liebhaberinnen angefangen, das mich schon in den ersten paar Seiten sehr mitgenommen hat –a lles andere als seichte Sommerlektüre.

Hier folgen meine liebsten Links der letzten Tage:

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Zuckersüß 375

…mit einem Wochenrückblick in Kuchen, Essen in dreierlei Restaurants (Floh, Bruder, Mochi Ramen) und einem Besuch im MAK (Show Off und Sitzen 69 revisited).

In dieser Woche habe ich zweimal Kaiserschmarrn gemacht, Mini-Cheesecakes gebacken und Cocktails gemixt (Painkiller, Jungle Bird).

Floh, Bruder und Mochi Ramen

Außerdem war ich gleich dreimal in spannenden Restaurants. In der Gastwirtschaft Floh in Langenlebarn habe ich für eine Radiosendung beim Karotten-Verkostungsworkshop mitgemacht und anschließend ein fünfgängiges Karotten-Menü gegessen, über das ich noch extra schreiben werde. Tags darauf war ich endlich mal wieder im Bruder, wo ich auch dieses Mal zwei völlig überraschende und auch ansonsten beeindruckende neue Gerichte kennengelernt habe. Und dann war ich auch noch im Mochi-Ramen am Vorgartenmarkt, obwohl es für Suppe eigentlich viel zu heiß war.

MAK: Show Off & Sitzen 69 Revisited

Als Ferienprogramm habe ich mir einen Besuch in der Bakelit-Ausstellung im MAK vorgenommen. Dort angekommen bin ich aber schließlich für fast drei Stunden in der Show Off-Ausstellung über Mode in Österreich versumpft und war dann auch noch schnell in die mittlerweile geschlossene Sitzen 69 revisited.

Zeitgenössische Mode designed/made in Austria steht im Fokus der ersten umfassenden Großausstellung zu österreichischem Modedesign. Eine Zeitreise durch das Modedesign mit all seinen Facetten von den 1980er Jahren bis heute zeigt das vielfältige Spektrum von DesignerInnen, die aus Österreich stammen, hier arbeiten oder hier eine Modeausbildung absolviert haben.

MAK, SHOW OFF. Austrian Fashion Design

Die Mode-Ausstellung begann mit „Talking Heads“, mehreren überdimensionierten Videowänden, mit minutenlangen Clips im Loop und einer großen Videoinstallation zu den Abschlusswerken vergangener Modeklassen an der Angewandten. Sowas nervt mich in Ausstellungen für gewöhnlich sehr, denn wenn eins nicht zufällig den Beginn eines Videos erwischt, muss eins einfach damit klarkommen – fast so schlimm wie im linearen Fernsehen, nur dass es eben irgendwann wieder von vorne anfängt. Wie ich gerade bemerkt habe, gibt es die Videos erfreulicherweise auch auf der Webseite der Ausstellung, und, wenn auch nicht gelistet, auf Youtube.

Letztlich hab ich mich doch bei zwei Wänden hingesetzt und so mehr als eine halbe Stunde mit schwarz-weiß-Interviews u.a. mit Gery Keszler (Life-Ball-Initiator), Elisabeth Längle (Modejournalistin) und Monica Titton (Modesoziologin) geschaut. Letztere führte das Aufkommen von Mode- und Streetstyleblogs als wichtiges „Karrierestarter“-Moment an, weil Mode(medien) so aufeinmal zugänglich für „alle“, oder zumindest etwas demokratischer wurde(n).

Von den maßgeblichen frühen österreichischen Modeblogs blicablica und Tschilp hatte ich noch nie gehört, beide sind seit Jahren eingestellt. Sie atmen mit ihrem Design und der Blogroll in der Sidebar noch die prä-Instagram-Blogosphäre, die ich so viel lieber habe als alle „Blogger_innen“, deren Content hauptsächlich auf Social Media stattfindet. Das Vorletzte, was vor recht genau fünf Jahren bei Tschilp veröffentlicht wurde, handelt von der Customer Experience beim Luxusonlinehändler Net-a-Porter – ein Beitrag, der weit über meine Fashionblog-Klischeevorstellungen der Style-Posts und „schön-Aussehen-als-Hauptaufgabe“ hinausgeht.

Nach gefühlten Stunden kam ich dann zu dem Part der Ausstellung, in dem auch tatsächlich Kleidung anzuschauen war. Dass die Seiten des zweistöckigen„Modeturms“, an der die Entwürfe österreichischer Designer_innen ausgestellt sind, nach Themen sortiert sind, habe ich vor Ort nicht verstanden. Nach einem Blick auf die Webseite ist mir das Konzept aber klar geworden: Vorne sind die österreichischen „Modehelden“ Helmut Lang und Rudi Gernreich, der sich in den 1960ern z.B. den Monokini hat einfallen lassen, zu sehen. An einer Seite gehts um Muster, an einer zweiten um skulpturale Shilouetten, an der dritten um Modernes. Im Inneren ist Mode zum Thema Tradition zu sehen, z.B. ein über und über mit Bändern besticktes Rüschen-Tüllkleid von Lena Hoschek, das mich sehr beeindruckt hat, und verfremdete Trachten von Vivienne Westwoods österreichischem Ehemann Andreas Kronthaler. An den Wänden hängt Modefotografie aus Magazinen und für Werbungen, mit denen ich größtenteils wenig anfangen konnte.

Im letzten Raum der Ausstellung geht es dann um Kataloge und Mode-Magazine. Obwohl ich sehr begeisterte (Indie-)Zeitschriften-Sammlerin war/bin, finde ich die meistens eher uninteressant, geht es doch oft nur um Oberflächliches (und nicht etwa darum, wie bestimmte Kleidungsstücke hergestellt werden, in welcher Tradition irgendwelche Muster stehen, was sich Designer_innen/Fotograf_innen bei ihren Werken gedacht haben…). Aus diesem Grund habe ich auch nur kurz über die ausgestellten Magazine geschaut, bei einem bin ich allerdings wegen des aufgeschlagenen Artikels hängengeblieben: Der DIVA vom April 2016 mit einem Feature über Elfie Semotan. Die Arbeit der österreichischen Fotografin ist mir letzten Sommer im C/O Berlin, wo ich eigentlich für eine Food-Fotografie-Ausstellung war (über die ich bedauerlicherweise nie geschrieben habe), erstmals begegnet und ich finde sie als Person ziemlich cool.

Eigentlich hatte ich mir ja nach einem Jahr im Business (mehr oder weniger…) bei Migrants du Monde in Rabat vom Thema Mode entfernt, weil es auf meiner ellenlangen Interessensliste eigentlich schon immer eine ziemlich untergeordnete Rolle spielt. Doch seit ich 2020 (auch dank Corona-Slowdown) angefangen habe, Anziehsachen abseits von Socken zu stricken und neuerdings auch Kleidung für mich nähe, ändert sich das wieder – über Mode(herstellung) nachzudenken finde ich auf einmal sehr interessant. Deshalb habe ich auch zwei Bücher aus dem Museumsshop – Die Welt der Stoffe von Kassia St Clair und Zur Hölle mit der Mode von Elizabeth Hawes (hier ein interessanter Blogpost der Übersetzerin dazu) – auf meine Wunschliste gesetzt.

Und wenn ich so drüber nachdenke, habe ich in den letzten Monaten auch einiges im Internet gelesen/gehört, das sich dem Thema Mode zuordnen lässt. Der tolle 99% invisible-Spinoff-Podcast Articles of Interest zum Beispiel oder Zadie Smith’s Überlegungen zu transatlantischem Stil oder Anke Gröners Posts über Mode-Ausstellungen (Thierry Mugler oder Jean Paul Gaultier).

In der Mini-Ausstellung „Sitzen 69 revisited“ ging es um die Diskrepanz zwischen dem, was 1969 als DIE neuen Sitzmöbel vorgestellt wurden (sehr altmodisch, spießig, s. Bild links) und dem, was wir heute im Kopf haben, wenn wir an 60er-Jahre-Möbel denken (bunt, plastik, s. Bild rechts).

Im Jahr 1969 fand im Österreichischen Museum für angewandte Kunst (dem heutigen MAK) die Möbelausstellung Sitzen 69 statt, bei der eine umfangreiche Auswahl an gediegenen „Tischlersesseln“ aus Skandinavien, Italien, Deutschland und Österreich präsentiert wurde. Von den vielen bunten und poppigen Sitzgelegenheiten, die uns heute so charakteristisch für diese Epoche erscheinen, war indes keine dabei: Die Ausstellung hatte einen letzten heroischen Versuch unternommen, einer sich immer deutlicher ausprägenden Konsum- und Wegwerfgesellschaft die Tradition qualitativ hochwertiger und handwerklich produzierter Möbel entgegenzuhalten.

MAK, „Sitzen 69“ revisited

Ich fand es recht lustig, die Reihe gediegener Holz- und Korbsessel gegenüber berühmten Designklassikern wie dem Panton Chair oder dem Eames Chair zu sehen, aber mit einer Führung oder anderen Vermittlung wärs wohl noch spannender gewesen…

Hier folgen jetzt noch meine liebsten Links der letzten Woche:

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Zuckersüß 374

Seit dem letzten Sonntagspost habe ich Bananencupcakes (sehr gut, aber sehr unfotogen), super fancy Biskuitschnitten mit Verveine-Sahne, Erdbeeren und Kombucha-Gelee (inspiriert von einem Instapost des 2*-Lokals Mraz&Sohn), Apfel-Karotten-Körndl-Muffins nach Ottolenghi und Limetten-Kardamom-Cupcakes gebacken – die Rezepte dazu werde ich *bald* veröffentlichen.

Im Garten meiner Familie habe ich gefühlt hunderte Tomaten geerntet, aber nur einen einzigen Pfirsich (wie 2017 auch?). Und weil ich auch in den Ferien immer was zu tun brauche, hab ich noch eine Webseite gebastelt (bzw. von gefühlt 2006 ins jetzt geholt) und die Webseite mit den Schnitzereien meines Vaters um eine Kategorie ergänzt: IRL-Ausstellungen.

Ein tapferes motiviertes Schneiderlein

Und ich habe mir endlich eine Nähmaschine zugelegt! Das war schon länger der Plan („Nähen lernen“ und „Darija auffrischen“ sind die einzigen zwei Punkte auf meiner summer bucket list, wenn eins das so nennen will), aber wegen Corona gabs nicht nur Klopapier-, Hefe- und Seifen-Craze, sondern auch einen argen Näh-Hype, der zu Lieferengpässen und wochenlangen Bestellfristen bei Nähmaschinen aller Art geführt hat… Im fünfzehnten Bezirk (wo ich fast noch nie war?) fand ich dann aber einen alteingessenen Nähmaschinenladen mit einem vorrätigen Modell in meiner Preisklasse: eine elna explore 240.

Nachdem ich in diesem Jahr schon meine erste Strickjacke und meinen ersten Pullover gemeistert habe, gehts jetzt also ans Schneidern. Vor gut zehn Jahren habe ich mir schon ein paar Kleidungsstücke genäht, ein völliger Nähnoob bin ich also nicht. Aber Kleidung nähen ist wirklich gar nicht einfach. Mit meinem Erstlingswerk, einer baumwollenen Pyjamahose mit seitlichen Eingriffstaschen und einem Bund mit Tunnel und Bindeband, bin ich ziemlich zufrieden – auch wenn ich absurd lange dafür gebraucht habe und die „Knopflöcher“ fürs Bindeband dreimal wieder auftrennen musste, weil ich mich zu doof für die Knopflochautomatik angestellt habe. Doch die Hose hatte auch nur gerade Nähte und auch ohne Anleitung konnte ich eigentlich nix falsch machen.

https://twitter.com/jasowies_o/status/1294370570553958401?s=20

Am Wochenende wollte ich unbedingt *sofort* das nächste Kleidungsstück nähen, musste mir aber natürlich ein Modell aus meinem burda-Stapel aussuchen, für das ich einerseits alles da hatte (also keine Reißverschlüsse, Vlieseline, Futterstoffe etc) und das andererseits meinem sehr geringen Erfahrungslevel entsprach. Ich entschied mich für dieses Sommerkleid, war aber mit der Materialangabe Köper reichlich überfordert. Materialkunde und „Stoffe erkennen/einschätzen“ stellte sich als überraschender Stolperstein heraus – das einzige Material in meinem Stoffstapel, das ich mit einigermaßener Sicherheit bestimmen konnte, war eine alte Leinentischdecke mit Blumenbordüre. Doch immerhin hatte ich davon genau die richtige Menge, sodass ich das Ding einfach zum Kleid upcycelte (und mich ein bisschen fühlte wie Amy Adams in Verwünscht, wie sie sich aus Vorhängen ein Prinzessinnenkleid schneidert). Nur „einfach“ wars wirklich nicht – obwohl ich mir alle Mühe der Welt gab, dank einiger YouTube-Videos die Abnäher an meine Figur anpasste und alles geflissentlich zusammenheftete (mehrmals!), bevor ich letztlich die Nähte steppte, wurde das Kleid am Ende ein bisschen schief. Und anders als das Original m burda-Heft sah meines nicht clean und cool aus, sondern irgendwie fad. Schließlich nähte ich noch die Blumenbordüre an den Saum und so habe ich jetzt ein Leinensommerkleid mit 70er-Jahre-Tischdecken-Vibe, yay! :)

Neben Strick- und Häkelcontent gibts hier in meinen Sonntagsposts jetzt wohl bald auch einiges Genähtes (doch wieder ein bisschen Lerntagebuch-Blogging?) und wie immer auch Lieblingslinks:

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Zuckersüß 373

In der vergangenen Woche habe ich Joy the Bakers Peanut Butter and Jelly Fudge Brownies gebacken, mal wieder SeriousEats Esquites und Miso-Aubergingen (sehr lose nach dem Rezept im IZAKAYA-Kochbuch des Mochi) gemacht und außerdem eine handvoll neuer Cocktails ausprobiert: Midnight Stinger (nicht ganz mein Fall, weil sehr rauchig/bitter), Endless Summer und Giuseppe Gonzalez Jungle Bird, letzteren wirds bald hier im Blog geben.

Fürs Radio habe ich ein Interview zum Thema Sake geführt und bei der Gelegenheit auch gleich ein paar Schlucke probiert – sehr erstaunlich welche Vielfalt sich aus demselben Grundprodukt erreichen lässt (andererseits: wie Wein halt).

Und dann habe ich noch angefangen „Der Ursprung der Liebe“ von Liv Strömquist zu lesen und das „Cinna Top“ angeschlagen, denn ein drittes Handarbeitsprojekt kann nicht schaden :D

Hier folgen meine liebsten Links der Woche:

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Zuckersüß 372

In der vergangenenn Woche habe ich Erdnussbutter-Miso-Cookies gebacken (bald im Blog!), mein halbes Fensterbrettgrünzeug mit Burrata und geschmorten Tomaten gegessen und Basilikum-Cupcakes mit Zitronen-Ricotta-Frosting gemacht (sehr stark angelehnt an die Zitronen-Basilikum-Cupcakes von vor fünf Jahren).

Außerdem habe ich drei Interviews fürs Radio geführt, was einerseits dazu geführt hat, dass ich um 10 Uhr morgens den signature dish des Mochi – Crispy Prawn Salad mit scharfer Mayo und Yuzu-Dressing – probiert habe und andererseits eine halbe Stunde in dem Restaurant verbracht habe, das seit fast zwei Jahren auf meiner „Da muss ich unbedingt mal essen“-Liste an erster Stelle steht: Das Mraz&Sohn in der Brigittenau. Und dann (etwas weniger spektakulär, aber genauso interessant) habe ich noch im DiningRuhm besten Fisch für Sushi angeschaut.

Apropos Radio: Meine Senf-Sendung für Moment Kulinarium lief am Freitag auf Ö1, hier ist sie noch ein paar Tage nachzuhören, hier habe ich ein paar Worte zu ihrer Entstehung aufgeschrieben.

Hier folgt eine SEHR lange Linkliste:

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Zuckersüß 371

In der vergangenen Woche habe ich einen gelatinelosen no-bake-Käsekuchen nach Ottolenghi gemacht (hat nicht überzeugt), Haferkekse mit Orangenfüllung (ebenfalls eher seltsam) gebacken, smitten kitchens corn chowder gekocht (frischer Mais im Supermarkt, juhu!), mit einem marokkanischen Freund eine Tajine zubereitet und alles überreife Obst in unserer Küche in einen Pie geschmissen (in etwa wie der Pfirsich-Heidelbeer-Pie hier).

Ansonsten bin ich ein bisschen auf der Donauinsel herumgelungert (dass mir erst in meinem fünften Jahr in dieser Stadt auffällt, wie toll es dort ist?), quer durch Wien spaziert, habe Socken fertiggestrickt und – nicht so sommerferienmäßig – erwerbs-gearbeitet.

Wie immer habe ich mich auch im Internet herumgetrieben, das ist mir dabei aufgefallen:

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