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Feigen-Apfel-Kuchen mit Kokos-Salzkaramell

Gestern mein erster Beitrag für die Ö1-Sendung Diagonal, sie hat diese Woche Yotam Ottolenghi zum Thema. Ich freue mich sehr, dass ich mitwirken durfte, denn es hat einerseits viel Spaß gemacht und andererseits fand ich die finale zwei-Stunden-Sendung ziemlich interessant. Anzuhören ist sie noch bis kommenden Samstag hier.

Hinter den sechs Lokalen, neun Büchern und Kolumnen für Guardian und NYT die seinen Namen tragen, steckt natürlich nicht nur Yotam Ottolenghi alleine. Das Team dahinter, nennt sich selbst „Ottolenghi-Familie“. Für „meine“ 10 Minuten der Sendung habe ich drei „Familienmitglieder“interviewt: Einerseits Sami Tamimi, Yotam Ottolenghis palästinensischer Geschäftspartner, der von Anfang an dabei war. Er erzählt im Beitrag ein wengi über sein neuestes Buch „Falastin“ (auf deutsch als „Palästina“ erschienen), bei dem Yotam Ottolenghi explizit nicht als Autor mitgearbeitet hat. Andererseits habe ich auch mit Tara Wigley gesprochen, die sozusagen Chef-Autorin der Marke „Ottolenghi“ ist. Sie formuliert die Rezepte und hält die Kochbücher mit einem Narrativ zusammen. Beim Interview via zoom saß sie gerade in der Ottolenghi-Testküche, in die ich so ein paar Blicke erhaschen konnte.

Am Schluss habe ich noch mit Helen Goh gesprochen, was mich besonders gefreut hat. Denn sie ist nicht nur Chef-Produktentwicklerin des Ottolenghi-„Imperiums“ sondern auch Co-Autorin des großartigen Backbuchs „Sweet“ und verantwortlich für Süßes. Ich finde ihre Rezepte wirklich superspannend, zwei habe ich hier schon verbloggt: Bananenkuchen mit Rumkaramell und Schoko-Cashewcookies mit Banane.

Ich finde Helen Gohs Karriere, wie sie sie mir erzählt hat, sehr erstaunlich: Sie hat in Melbourne Psychologie studiert und später in der Pharmabranche gearbeitet. Ihr Job sei es gewesen, beim Lunch Verkäufe abzuschließen – doch das Essen interessierte sie mehr als das Verkaufen. Sie fing also zusätzlich an, wochenends in einer Konditorei zu backen, um ihre Interessen unter einen Hut zu bringen.

2006 wanderte sie für ihren Ehemann nach London aus, wo sie aber erst als Psychologin arbeiten konnte, wenn ihr Abschluss samt Papierkram anerkannt war. Sie stolperte deshalb in einen Job im Ottolenghi-Deli nahe ihrer Wohnung und stieg später zur Store Managerin auf. Als ihre Psychologie-Arbeitserlaubnis da war, wollte sie aber nicht aufhören, für Ottolenghi zu arbeiten – die beiden einigten sich darauf dass sie einfach „nebenbei“ Rezepte entwickeln sollte. So arbeitete Helen Goh jahrelang als Psychologin und Pastry Chef.

Sie backe auf sehr sonnige, australische Art – keine üppigen Torten, dafür viel Geschmack, Farbe und Textur, so Helen Goh. Ihr Zugang zur Rezeptentwicklung ist außerdem ziemlich „akademisch“: „Sweet“ enstand in direktem Anschluss an ihre Dissertation, was dazu führte, dass sie für alle Rezepte den „papertrail“ nachgezeichnet hat. Zu Zubereitungstechniken und Zutatenkombinationen gebe sie immer die Quellen an, auf die sie aufbaut. Oft genug würden die am Ende wieder aus den Texten herauseditiert, denn kaum jemand interessiere sich dafür – Hauptsache das Rezept funktioniert.

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Ich muss zugeben, dass ich funktionierende Rezepte natürlich super finde, aber auch sehr interessiert daran bin, wie sie Zustande kommen. Bei diesen „Feigenküchlein mit Salzkaramell-Kokos-Topping“, wie sie in „Sweet“ heißen, steht dazu leider nicht so viel: Eine Variante dieser Küchlein mit Datteln statt Feigen sei Anfang der 2000er in Australien und Neuseeland sehr beliebt gewesen.

Eigentlich wird dieses Rezept in acht Dessertringen gebacken, aber solche habe ich leider nicht – genauso wenig wie Financier-, Madeleine- oder Tartelette-Förmchen. Das ist mein einziger Kritikpunkt an „Sweet“: Es braucht schon eine sehr gut ausgestattete Küche, um die Kuchen und Törtchen darin eins zu eins umsetzen zu können.

Im Interview meinte Helen Goh, dass sie bei der Rezeptentwicklung genau aus solchen Gründen Abstriche machen müsse: Frisch im Mörser gemahlener Kardamom sorge beispielsweise für weit besseren Geschmack als fertiggemahlener aus dem Supermarkt. Doch genau wegen dieses zusätzlichen Arbeitsschrittes könnte es sein, dass das Rezept abschreckend wirkt und sich the average homecook erst gar nicht daran traut.

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Mich hält weder Gewürze-Mahlen noch das Fehlen der geforderten Form vom Backen ab – ich habe hier einfach die beiden 15cm-Springformen, die ich zum Geburtstag geschenkt bekommen habe, verwendet und die Backzeit um knappe 10 Minuten verlängert.

Und: Die beiden Kuchen wurden super gut. Die Krume ist dank der Äpfel richtig locker-saftig, die getrockneten Feigen sorgen mit ihren Kernchen für ein bisschen Textur und einen leicht fermentigen Geschmack. Das Kokoskaramell obenauf ist süß und knusprig-zäh und wegen des Salzes trotzdem ausgewogen. Mit einem Klecks Sahne schmeckts noch besser!

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Ananastorte zum Geburtstag und 11 Jahre Zuckerbäckerei

In Pandemiezeiten lässt sich leider keine Geburtstagsfeier veranstalten, wie ich sie mir wünschen würde (so viele Freund_innen einladen, bis niemand mehr in der Wohnung Platz hat, laut Musik aufdrehen und Cocktails mixen), deshalb habe ichs lieber gleich gelassen.

Beim Geburtstagskuchen habe ich dafür aber keine Kosten (fast 20 € für Dekozeug…) und Mühen (bis 2 Uhr morgens in der Küche!) gescheut.

Torte
Die strahlend gelbe Torte kommt im grau-grünen Hinterhof besonders gut zur Geltung :D

Mein Mitbewohner brachte mich auf die Idee, die graue Herbst-Corona-Stimmung mit etwas „Tropischem“ aufzuhellen. Dieser Vorschlag war weit innovativer (und spaßiger umzusetzen), als alles, was mir bis dahin eingefallen war: Regenbogen-Pfannkuchen-Torte (zu 2018), Apfeltarte mit Misokaramell (zu 2016) oder Funfetti-Irgendwas (zu 2014).

Schließlich wurde es eine Ananas-Torte. Genauer gesagt White Cake, der wegen schwächelndem Mixer leider eher gelb als weiß wurde. Die „übrigen“ Eigelbe verwandelte ich in Ananas-Curd (aus selbstgepresstem Ananassaft!), den ich mit Frischkäse und Sahne aufschlug und zwischen zwei Tortenböden tupfte. Außerdem gabs eine Füllung aus Kokoscreme und Orangenzeste (und sonst nix, ein bisschen Sahne hätte der Cremigkeit halber wohl nicht geschadet). Obenauf eine Schicht Ananascurd mit Orangenzeste (Niki Segnit zu dieser Geschmackskombi: „Die ganze joie de vivre eines Hawaiihemds ohne das Stigma, eins anzuhaben“), Glitzerkugerln, getrockneten Ananasstückchen und Kokosflocken.

1 stück ananastorte

Und apropos Geburtstag: Gestern vor sagenhaften 11 Jahren habe ich hier den ersten Post veröffentlicht. Mürbteigplätzerl, mit Zuckerguss und bunten Zuckerkügelchen. Könnte ich echt auch mal wieder machen!

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Hawaiianisches Butter-Mochi

Beim Schreiben des letzten Zuckersüß blieb ich ziemlich lange bei Bon Appetit hängen. Diese Seite hat nicht nur sehr erfolgreiche Kochvideos auf YouTube (die mich eher mäßig interessieren, tbh), sondern auch enorm spannende Rezepte, z.B. diesen Sesame Mochi Cake with Black Sesame Caramel. Leider habe ich es in den letzten sieben Tagen (was wirklich viel ist für ein Rezept, das ich uuunbedingt sofort umsetzen will), nicht geschafft, diesen Kuchen zu backen.

buttermochi
Die Fotos entstanden, genau wie der Kuchen, in ziemlicher Zeitnot…

Aber Klebreismehl schien mir eine so interessante Zutat, dass ich mich nach einem schnellen, einfachen Rezept zur Überbrückung umschaute. Hawaiianisches Butter-Mochi stellte sich nach kurzer Recherche am vielversprechendsten heraus: nur sechs Zutaten (plus zwei optionale) und eine Schüssel – fertig.

Sieht aus wie nicht anständig gebacken, ist aber einfach nur typische Klebreismehl-Konsistenz.

Tatsächlich habe ich wohl lange kein so einfaches Rezept mehr hier veröffentlicht, das gleichzeitig so spannend (weil mir völlig fremd) war. Die Konsistenz des Kuchens ähnelt im Inneren schon ein bisschen den zähen Mochi, wie ich sie aus der japanischen Küche kenne. Die Kruste dagegen hat etwas von gut durchgebackenem Biskuit. Und der Geschmack: super buttrig und auch ein bisschen „exotisch“, was der Kokosmilch geschuldet ist.

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Kokos-Glitzer-Spitzbuben

Ich war vor einiger Zeit zu einer Glitzer-Mottoparty eingeladen und wollte deshalb Spitzbuben mit etwas Goldpulver bepinseln. Damit auch geschmacklich etwas Abwechslung auf den Weihnachtsteller kommt, nahm ich keinen gewöhnlichen Mürbteig, sondern den von den Zuckerstreusel-Plätzerln von Mitte Dezember. Leider wurden die Plätzerl nicht mehr rechtzeitig zur Party fertig, aber ein Vorrat kann ja auch nicht schaden.

kokosplätzerl
Glitzer!

Statt Zuckerstreuseln landeten diesmal ein paar Esslöffel Kokosflocken im Teig, die das Aroma des Kokosöls noch verstärkten. Eigentlich wollte ich sie mit Himbeermarmelade füllen, doch der berühmte WG-Vorrat gab leider nur Brombeere her – auch gut!

Zur Deko ein paar Spritzer dunkle Kuvertüre und, am allerwichtigsten, weil namensgebend: Goldglitzer-Kokosflocken!

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Kokos-Cupcakes mit Thai-Basilikum

Kürzlich war ich auf einer Geburtstagsparty eingeladen und zu Geburtstagen bringt man als Foodblogger-Gästin natürlich Kuchen mit. Ich wollte allerdings etwas, das so richtig was hermacht und setzte deshalb auf Cupcakes.

Kokos-Cupcakes mit Thai-Basilikum

Das Rezept für den Teig habe ich schon einmal hier in der Zuckerbäckerei veröffentlicht, nämlich Coconut Cupcakes von 2011. Die Deko hier ist aber etwas besonderes, denn das Frosting ist mit Thai-Basilikum aromatisiert.

Kokos-Cupcakes mit Thai-Basilikum

Ein bisschen fruchtiger Geschmack schadet auch nicht, deshalb gibts obenauf neben den Thai-Basilikum-Blättchen auch noch riesige Himbeeren.

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Kokos-Bananenbrot

Vor kurzem aß ich irgendwo sehr kurz aufeinander Kokos-Schokotorte und Bananeneis, was mich auf die Idee zu Kokos-Bananenbrot brachte. Bei Joy the Baker, meiner Lieblingsquelle für Bananenbrotrezepte, entdeckte ich nach kurzer Recherche eine Variante, wie ich sie mir vorgestellt hatte.

Durch den Rum ist dieses Bananenbrot nicht so frühstücksmäßig wie andere Bananenbrote (zum Beispiel das hier) und ich könnte mir vorstellen, dass es mit etwas geschlagener Sahne (oder Bananen-Chantilly, wie es Bravetart vorschlägt) auch ein tolles Dessert abgibt.

Kokos-Bananenbrot

Noch dazu ist es nicht besonders schwierig zu machen und bleibt gefühlt ewig frisch (drei Tage mindestens, länger hat es bei mir nicht überlebt). Viele Gründe, es gleich nachzubacken! ;)

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Goldglitzer-Kokosmakronen

Zu Weihnachten letztes Jahr habe ich ein kleines Glas essbares Goldglitzerpulver geschenkt bekommen. Leider hatte ich nie die Gelgenheit oder den Gedanken, es über irgendeine meiner Kreationen zu streuen… Bis ich mich mal wieder über meine Blogarchive hermachte, auf der Suche nach einem simplen Rezept, für das ich alle Zutaten schon daheim hatte. Meine Wahl fiel auf Kokosmakronen von vor fünf Jahren, die sich verziert mit Goldglitzer noch viel mehr als Partybuffet-Mitbringsel für später am Abend eigneten…

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9: Kokosmakronen mit Muskatblütenzucker

Muskat und Kokos ist eine meiner liebsten Geschmackskombinationen. Darauf gekommen bin ich durch diese Cupcakes im Jahr 2011. Kokosmakronen als Klassiker der Weihnachtsbäckerei waren mir ein bisschen zu fad, deshalb habe ich Muskat dazugetan. Und zwar nicht ganz gewöhnliche Muskatnuss, sondern Muskatblüte, auch Macis genannt. Das Ergebnis kann sich sehen lassen!

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