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Zuckersüß 310

Weil der letzte Sonntag mit dem Geburtstag der Zuckerbäckerei zusammenfiel (und mit Himbeer-Schoko-Torte!) erlaubte ich mir, ein Zuckersüß auszulassen. Aber eigentlich hätte ich auch überhaupt keine Zeit gehabt, eins zu schreiben, denn ich war die ganze Woche jeden Tag bei der Privacy Week. Auf der Konferenz des Wiener C3W sah ich mir sehr viele interessante Talks zu Digitalthemen an und hielt fast alle davon in Sketchnotes auf meinem iPad fest. Die findet ihr, bis ich einen Blogpost dazu getippt habe, hier auf Twitter, eines als Beispiel auch hier:

Montagabend habe ich mir ein paar Freund_innen für einen Geburtstagscocktailabend (s. Titelbild) eingeladen, um meine neue Ausrüstung auszuprobieren. Ein Shaker macht sich doch um einiges besser als ein ausrangiertes Gurkenglas. Und mein neuer supercooler gravierter Muddler stampft die ätherischen Öle eindeutig besser aus Zitronenschale und Basilikum als ein Kochlöffelstiel. Zusätzlich zu meinem allerliebsten Gin Basil Smash daraus habe ich auch noch Gin Rosmarin Fizz gemixt und Old Fashioned gerührt (endlich habe ich nämlich auch Angostura Bitters daheim). In Anlehnung an meinen Besuch im Botanical Garden im September habe ich zusätzlich noch Mohnsirup eingekocht und daraus mit Kaffee und Wodka den „Mohnshiner“ nachgebaut. Den übrigen ausgekochten Mohn ließ ich im Ofen trocknen und zerbrach die entstandene Platte in Dekostückchen.

In der gleichen Woche erfüllte ich dann auch den langgehegten Plan, einmal einen Cocktail im BirdYard zu trinken. Davor probierte ich aber noch den superknusprigen Pork Belly (voll vegetarisch. NICHT.) und eine Art Germknödel, gefüllt mit Pilzen, auf sehr nelkigem Blaukraut. Danach gabs mehr oder weniger zufällig (Bartenders Choice) den Kung Fu Pandan mit Gin, Limette, Koriander und Pandansirup, einer Zitrusfrucht, von der ich niemals zuvor gehört hatte. Mit dem Dekoblatt und der Mini-Reiswaffel sieht der auch ziemlich cool aus, allerdings fand ich letztere nur optisch spannend. Die Fotos der Birdyard-Cocktails auf ihrem Insta-Account können sich aber auf jeden Fall sehen lassen:

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The new menu is out now! Here we have "Kung Fu Pandan"! No, it's not misspelled – with Pandan leaves and refreshing cilantro. Die neue Karte ist da! Hier haben wir "Kung Fu Pandan"! Nein, wir haben uns nicht verschrieben – mit Pandanblätter und erfrischendem Koriander. Recipe: 4cl Sipsmith Gin 3cl Pandan syrup 1cl Cilantro essence 3cl fresh lime juice Shake, double strain Fill up with Soda water . . . . #thebirdyard #cocktailtime #craftedmixology #cocktails #cocktailart #drinkgram #drinkstagram #drinklove #bartending #bartenders #bartenderlife #mixeddrinks #mixologist #mixology #imbibe #imbibegram #mezcal #gin #whiskey #ginandtonic #tequilla #vodka #cognac #viennafood #viennabar #boozytalk #liqpic

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In der Folgewoche hatte ich alle Hände voll zu tun, *noch schnell* Unizeug aufzuholen. Da las ich zum Beispiel über Redefreiheit und Hate Speech oder über die politischen Aspekte von Gesichtserkennung – letztlich auch wieder nur Themen, die sehr gut auf die Privacy Week passen! Aber ich habe ja auch noch eine BA-Arbeit abzuliefern, nur damit, genauer gesagt der Themenfindung plage ich mich sehr. Gerade sieht es so aus, als würde sie ähnlich theoretisch wie meine letzte, nur dass es diesmal nicht so sehr um Verben und deren verschiedene funktionale Projektionen geht, sondern wahrscheinlich um complementizer agreement, aufgehängt an meiner Muttersprache, dem Niederbairischen.

Dennoch trieb ich mich weiter auf Abendveranstaltungen herum, am Montag bei den Aufmachern. In der Medienrunde war Hanna Herbst zu Gast, die über ihre Zeit bei VICE erzählte und sich alles mögliche fragen ließ, was ich in Sketchnotes festhielt.

Gut erkennbar: Mir ging am Ende der Platz aus.

Am Mittwoch machte ich mich auf eine übermäßig anstrengende Reise, mit Campobasso in Italien als Ziel. Dort war ich im September schon mal, (halbwegs) bequem mit dem Nachtzug. Der hätte kurz vor dem superlangen Wochenende Anfang November nur leider exakt doppelt so viel gekostet als der Flug mit einer Billigairline. Und so fuhr ich mit großzügigem Zeitpuffer nach Schwechat, trank kurz vor der Sicherheitskontrolle meine Wasserflasche leer und ärgerte mich tödlich, dass hinter den Metalldetektoren nur brennheißes Leitungswasser zu kriegen war. Dann schlängelte ich mich durch Richtung Gate – der Wartebereich hat eindeutig mehr Duty-Free-Geschäfte als Sitzplätze – und wartete ewig bis zum Boarding. Weil ich ein Handgepäcksstück brauchte, das größer ist als eine Laptoptasche, hatte ich mir ein „Priority Ticket“ gekauft, das mir zusätzlich erlaubte, als erstes in den Bus zu steigen, der uns über das Rollfeld zum Flugzeug bringen sollte. Diese Prioritybehandlung war vor allem deshalb *sehr* sinnvoll, weil alle Priorityreisenden nun im Bus warten mussten, bis die anderen durch die Ticketkontrollen waren. Eineinhalb Stunden später waren wir eh schon fast in Rom, doch in der Sitzplatzlotterie (um einen Auszusuchen hätte ich weitere 15€ zahlen müssen) hatte ich Pech und war mit als letzte aus dem Flugzeug draußen. Natürlich verpasste ich um fünf Minuten den einzigen Direkt-Bus nach Campobasso. Einziger Ersatz: Eine Zug-Bus-Verbindung mit zweimaligem Umsteigen und, tadaa – zweimaliger Verspätung. Wieder waren es fünf Minuten, diesmal erwischte ich die letzte Anbindung gerade noch. Und nach *nur* 11 Stunden war ich am Ziel! Diesen Nervenkitzel in Kombination mit ungleich höherer Umweltbelastung brauche ich wirklich nicht noch einmal. Nachtzüge, FTW!

In Campobasso war das Wetter leider so grau und nass, dass ich nicht viel von der Stadt sah. Dafür aber Call me by your name, der mein Lieblingsfilm 2018 bleibt (s. Zuckersüß 278). Neugierig auf *lokale* Zutaten verbrachte ich auch ziemlich viel Zeit in der Küche. Es gab Papardelle mit gebackenen Pilzen und Zucchini und Wein aus Molise. Außerdem Burratina mit geschmorten Tomaten und selbstgemachtem Kartoffelbrot. Und Olivenölbrownies nach Love & Olive Oil. Und Spaghetti Quadrato (nie vorher gesehen) Carbonara mit einer einzigen Scheibe Pancetta vom Feinkostladen (sooo gut!). Superfrische Kakis und Mandarinen. Selbstgebackene Oreos mit Zimt-Ganache-Füllung. Cacio Cavallo und Parmigiano. Frittata mit allem, was der Kühlschrank hergab. 10/10, gerne wieder.

Zurück gings glücklicherweise wieder mit dem Zug, wobei mich der Bahnhof in Rom auch Nerven kostete. Warum nur sieht der jetzt auch schon aus wie ein Flughafen? Statt festgelegten Bahnsteigen Anzeigetafeln, auf die alle starren (müssen), Gates mit Ticketkontrollen vor den Bahnsteigen und natürlich auch Prioritybehandlung (aka Sitzbänke in verschlossenen Wartebereichen, roter Teppich durch die Gates) für alle 1.-Klasse-Reisenden.

Genug Rant für heute, Lieblingslinks habe ich nämlich auch: Zuckersüß 310 weiterlesen

Zuckersüß 308

In dieser Woche war ich wieder beim #kunstschatzi im KHM, denn einen Cocktail spätabends im Museum kann ich mir nicht entgehen lassen. Erst recht nicht, weil der Eintritt mit Jahreskarte nichts kostet, viele Freund_innen dort sind und die Führungen kostenlos. Supercoole Veranstaltungsreihe!

Außerdem habe ich den Spanischkurs angefangen, den ich im Frühjahr beim Fotowettbewerb der Uni Wien gewonnen habe. Mal sehen, wie viel ich dort lerne, ein ähnlicher Italienischkurs hatte mich ja leider letztes Jahr nicht viel weiter gebracht als Duolingo…

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Das Foto, das mir einen Platz im Spanischkurs des Instituto Cervantes verschafft hat

Am Donnerstag war ich zum ersten Mal bei einem Live-Podcast zu Gast. Das Team vom Sendegarten hatte mich nämlich freundlicherweise auf ihre Gartenbank eingeladen. Leider war der Abend voller technischer Probleme, die mich ein bisschen aus der Ruhe brachten. Mein Versuch, meine BA-Arbeit über die No Agent Idiom Hypothesis zu erklären, ging etwas schief. Die Zuckerbäckerei, meinen Podcast Lieblings-Plätzchen und Sketchnotes zu erklären viel mir da schon leichter. Glücklicherweise fiel mir auch noch spontan ein Blütenschatz ein – Anna Goldenbergs Buch „Versteckte Jahre“ auf dessen Präsentation ich vergangene Woche war. Wenn ihr wollt, könnt ihr in der 60. Folge „Cookiegarden“ hören, wie ich noch nie vom Weltmädchentag (auch am Donnerstag!) gehört habe und gefühlte 10000 Mal „tatsächlich“ sage 😉

Das vielleicht letzte Eis der Saison habe ich mir beim allerliebsten Eisgreißler gegönnt und der Herbst schlug sehr in den Aromen durch: Sturm (richtig pink!) und Zirbe sind sehr interessante Sorten.

Ansonsten habe ich noch Bravetart’s Ricotta Lace Cookies gebacken, die schmeckten wie Karamell in Keksform,  und in einer sehr langwierigen Aktion Germknödel mit Vanillesauce gekocht. Die Rezept-Posts dazu folgen in Kürze, bis dahin meine liebsten Links der Woche:

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Zuckersüß 305

In dieser Woche habe ich viel gebacken, gelesen und getrunken, allerdings nicht unbedingt in dieser Reihenfolge.

Das Dutch Baby vom Montag war am Ende eher flacher Biskuitkuchen (lag vermutlich an der dünnen Springform statt einer schweren Gusseisenpfanne) und die veganen Cookies überzeugten mich auch nach dem zweiten Versuch noch nicht zu hundert Prozent. Gelungen sind dafür die Red Curry Eggs nach dem Rezept der Effilée und meine Mohn-Marzipan-Plätzerl mit Traubengelee, die ich zuletzt zum Abitur gebacken habe.


Gelesen habe ich ein paar wissenschaftliche Texte (der Semesterstart naht!), den ganzen (!) Falter und ein bisschen in Laurie Pennys Bitch Doktrin gelesen. In der Bücherei gibt es das leider nur auf Deutsch, was mir das Lesevergnügen ein bisschen trübt.


Und getrunken habe ich einen ganzen Abend lang in meinen liebsten Cocktailbars der Stadt. Seit ich den Cocktailian daheim habe (der mittlerweile ausverkauft und deshalb um mehrere hundert Euro gehandelt wird!), kann ich mich noch besser in Getränke nerden.

cocktails
Außerordentlich schlechte Fotos von außerordentlich guten Getränken. L.o.: Dachboden, r.u.: Währingerstraßenfest, alle anderen botanical garden

Als Startpunkt am frühen Abend bot sich der Dachboden auf dem 25hours-Hotel an. Dort sind die Cocktails mit 13€ zwar gar nicht günstig, aber kaum sonst wo gibt es eine so schöne Aussicht dazu. Die Bar ist im achten Stock und von der Terrasse kann man (fast) ganz Wien überblicken. Ich trank einen duke of earl (earl grey tea & mint infused tanqueray gin, ingwerer, sugar, lime, fresh mint), den ich so ähnlich schon einmal in Prag getrunken hatte. Mein Begleiter bestellte einen walnut old fashioned (walnut infused bulleit bourbon, homemade portwine, cranberry & maple syrup, fee brothers barrel aged bitters).

Zwischendrin hielten wir uns an Wasser, aber nur bis wir unsere Schüsseln im Es gibt Reis aufgegessen haben.

Weiter gings in den botanical garden, das seit meinem Besuch im Januar mein absoluter Barfavorit der Stadt ist. Diesmal war fast nichts los, sodass die supercoole Playlist nicht von Gesprächen übertönt worden ist. Vor allem aber hatten die zwei hinter der Bar wenig zu tun und mehr Zeit für die Gäst_innen. Schon für den ersten Drink bekamen wir Geschmacksberatung von Marcel Katzer und ich entschied mich für den „instagrammable“ Made in China. Der wird in einer Take-Out-Box mit Metallstrohalm serviert und schmeckt unter anderem nach Kaffirblatt. Das erinnerte mich sogleich an meine südostasiatische Suppe im Restaurant vorher, aber auf eine sehr gute Weise. Außerdem im Rezept steht Wodka, Zitronengras, Kokos, Limette und Mineralwasser.

Leider hat die Bar ihre Karte nicht online, sodass ich nicht rekonstruieren kann, was mein Begleiter als erstes trank. Doch die Deko darauf- kandierte Orangenscheiben – habe ich nicht vergessen, denn der Bartender fing sogleich an, die Herstellungsprozesse zu erklären: Orangenscheiben mit Läuterzucker bestreichen und stundenlang bei niedriger Ofentemperatur trocknen oder den Mohn aus der Sirupherstellung zu Chips backen. Nebenbei knabberten wir an supergutem Rosmarinpopcorn und tranken großzügig Leitungswasser aus ausrangierten Ginflaschen (Katervorbeugung ist bei so einem Abend essentiell!).

Für die zweite Runde lachte uns lustigerweise der gleiche Drink an, doch bei so einer Vielfalt nicht aus dem Vollen zu schöpfen kam nicht in Frage. Zum Opium Espresso (Espresso, Mohnsirup und Wodka, wenn ich mich recht erinnere) gabs deshalb auf Empfehlung unseres Bartenders einen ähnlichen Drink, der eigentlich als Shot verkauft wird.

Zum dritten Drink landeten wir letztlich direkt am Tresen, um ganz genau aufzupassen, wie unsere Spezialanfertigungen gemixt wurden. Ich bekam eine Amaretto-Sour-Abwandlung, an der mich vor allem die Deko begeisterte. Der Bartender mischte Zucker mit Angosturabitters, verstrich ihn auf einer Limette und karamellisierte ihn mit einem Flämmer zu einem superguten Lolli. Im zweiten Glas landete eine Margaritaabwandlung, die ich so faszinierend fand, dass ich die Zutaten mitschrieb: halb Mezcal, halb Tequila, geklärter Limettensaft (mit Agar Agar und einfrieren!), Agavendicksaft. Der Mezcal schmeckt selbst schon sehr rauchig, doch geflämmter Rosmarin verstärkte dieses Aroma noch zusätzlich.

An den Mix für den Shot aufs Haus kann ich mich – abgesehen vom geklärten Limettensaft – nicht mehr erinnern, dafür aber an die Deko des letzten Drink des Abends: Den drei Finger Joe Punch zieren Camparistreusel.

Nach so vielen Cocktails war auch die letzte Tram schon abgefahren, was mir die Chance bot, ein berühmt-berüchtigtes Gürtel-Pita-Falafel zu essen. Das schmeckte erstaunlicherweise so gut wie noch nie (verdächtigt: mein Alkoholpegel). Auch lecker: Der rote Sturm auf dem Währingerstraßenfest am Freitag.

Und jetzt zum Hauptteil der Sonntagspost – meine liebsten Links der vergangenen Woche:

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Zuckersüß 304

Mit dem Bücher (oder Prüfungsstoff) lesen klappte es in dieser Woche leider nicht, aber dafür war ich bei mehreren *Kulturveranstaltungen*. Beim „kunstschatzi“ im Kunsthistorischen Museum wurde das ohnehin schon eindrucksvolle Gebäude mit bunter Beleuchtung, Diskokugeln, DJ und Cocktails noch beeindruckender. Ich gehe gerneins Museum, aber unter diesen Bedingungen macht es noch viel mehr Freude (wenn auch der Signature Cocktail meiner Meinung nach nix taugte). Passend zum Motto des Abends „Wild Thing“ gab es stündlich Führungen durch verschiedene Ausstellungen.

Bei der ersten, die den Titel „Wilde Kerle“ trug, erfuhr ich zum Beispiel, dass Einhörner ursprünglich eher wie „Wolpertinger“ gedacht wurden statt so knuffig und süß wie heute. In „Freestyle – Künstler auf dem Holzweg“ ging es um Peter Paul Rubens Werke auf Holz, die leicht kaputt gingen und aufwändig restauriert werden müssen. In einer Restaurierungsaktion von 1815 passierte dann sogar mal ein Fehler, den man getrost Photoshop-Fail (Shoutout an Jana) nennen könnte: Ein Fuß aus einer Skizze unter dem Gemälde wurde freigelegt und steht jetzt ohne Körper im Bild!

In der Altertumssammlung folgte ich der Tour „Die jünglingsraubende Sphinx“. Selbige steht als Statue im KHM und führte viele heroische junge Männer mit einem einfachen Rätsel ins Verderben: „Was hat am Morgen vier Beine, am Mittag zwei und am Abend drei?“ (Kommt wer von euch lieben Leser_innen auf die Lösung?).


alterlaa
*Wunderschönes* Alterlaa

Am Wochenende war Open House, auf das ich schon seit einigen Wochen hinfiebere. Bei dieser Aktion stehen ansonsten (halbwegs) private Gebäude zur Besichtigung offen. Ich wollte unbedingt mal den Wohnpark Alt-Erlaa  sehen, weshalb ich gleich am Samstagmorgen in den 23. Bezirk fuhr. Ich wäre sicher nicht *zufällig* dorthin gekommen, aber ohne Führung durch das Gelände wäre der Besuch auch nur halb so spannend gewesen.

Auf dem Dach
Dachpool
Dachpool, FTW

Eigentlich ist der Gebäudekomplex ja außerordentlich hässlich, doch die Wohnqualität darin ist so hoch, dass alle der 3000 (oder mehr?) Wohnungen vermietet sind. Jede davon hat eine Loggia oder einen Balkon, und alle Bewohner_innen können kostenlos die Pools und Saunen am Dach nutzen. Ein Einkaufszentrum, mehrere Schulen und eine Kirche (die einzige in Österreich, die nicht der Kirche gehört!) gibts dort auch noch.

Oft siehts aus, als wäre der ganze Wohnpark in den 1980ern stehen geblieben
Die U6-Station passt in ihrer Gestaltung super zum Wohnpark

Die Atmosphäre im riesigen Gebäudekomplex ist wirklich angenehm, obwohl sehr vieles enorm altmodisch wirkt. Im Rahmen der Führung durften wir Besucher_innen sogar in eine Einzimmerwohnung schauen. Daran hat mich am meisten der Balkon begeistert, in den Trögen darauf wächst nämlich nicht nur ein halbes Gemüsebeet, sondern auch kleinere Bäume.

Eingangshalle der Länderbank

Zurück in der *Stadt* schaute ich mir die Länderbank an. Die stammt von Otto Wagner, weshalb ich den Plänen dazu schon in der Ausstellung im Wien Museum (s. Zuckersüß 300) begegnet bin. Die Führung hier war nicht uninteressant, aber ich konnte mich nicht so für das Gebäude begeistern wie in Alterlaa.

Viel Tageslicht überall

Danach gings noch weiter zur WU, wo ich an einer Führung durch das Library & Learning Center teilnahm. Leider ist dort fotografieren verboten, sodass ihr entweder selbst zum Prater fahren, oder euch die offizielle Webseite anschauen müsst, um das futuristische Bauwerk von Zaha Hadid zu sehen. Im ganzen Gebäude gibt es nicht einen rechten Winkel und sehr viele Flächen sind weiß, sodass sogar ein jährliches Malerbudget zur Instandhaltung eingeplant wurde. Der Prestigebau kostete fast 500 Millionen Euro und ist seit 2013 eröffnet – jetzt sieht er noch immer sehr cool aus. Ich frage mich allerdings, ob das Gebäude in dreißig oder vierzig Jahren auch so furchtbar wirkt wie heute die Wohnblöcke in Alterlaa.

Bis es soweit ist, könnt ihr ja meine liebsten Links der Woche lesen, heute mit recht viel politischem Inhalt:

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Zuckersüß 300

Bei meinem Ö1-Praktikum hat sich in dieser Woche einiges getan. Ich habe bei der live-Sendung punkteins „In welchem Land liegen die Pole und wem gehört der Mond?“ mit Xaver Forthuber von der Regie aus zugeschaut und nebenbei mit-gesketchnotet:

Dann ging nicht nur mein erster Text für help (Postkarten-Apps im Test) online, sondern auch mein erster Radiobeitrag. Cannabis-Trend CBD: Kaum erforscht, nicht reguliert konnte ich zwar nicht selbst einsprechen (meine Aussprache ist einfach zu bairisch, schade!), aber sonst habe ich alles weitestgehend in Eigenverantwortung gemacht, eine spannende Erfahrung! Der Beitrag ist bis nächsten Samstag nachzuhören, der zugehörige Text noch viel länger zu lesen.

Vor dem Feiertag leistete ich mir mal wieder einen Restaurantbesuch. Im Karma Ramen war ich vor ein paar Monaten schon einmal gewesen. Damals kämpfte ich sehr lange mit dem Ramen, diesmal sprang ich über meinen Schatten und bat gleich zu Beginn um eine Gabel. Edamame gehört nach wie vor zu meinen liebsten simplen Vorspeisen, das Tempuragemüse war auch nicht schlecht. Das Seidentofu mit Kimchi dagegen schmeckte mir leider gar nicht, freundlicherweise tauschte meine Begleitung seine sehr leckere Schüssel Ramen mit mir. Der Matcha-Brownie (hier im Blog gibts auch ein Rezept für Matcha-Blondies, btw) war etwas zu dunkel geraten, das sehr interessant schmeckende Misokaramell konnte darüber aber hinwegtäuschen.

Zuhause versuchte ich mich noch an einer spontanen Cocktail-Kreation ohne Zitrusfrüchte, die der Vorrat nicht hergab. Nach Konsultation meiner Cocktail-Bibel bastelte ich einen Drink aus Pfirsisch und Rosmarin (4cl weißer Rum, 1/2 gekochter Pfirsich, Rosmarinnadeln 1/2 TL Zucker, 2cl Sprudelwasser), der gar nicht mal so schlecht war. Dazu gab es eine veganisierte Version meiner allerliebsten Salz-Pfeffer-Cracker (übrigens das erste Rezept, das ich mit meiner DSLR bebildert habe!). Die übrigen Pfirsiche  und Rosmarin verarbeitete ich am nächsten Tag zu Scones, der Post dazu folgt bald.

Zum Wochenende hin wurde ich wieder zur Stadtführerin, die selbst noch einiges an Wien entdecken konnte. So besuchte ich mit meinem Gast erstmals den Dachboden des 25 hours hotel. Abgesehen vom sehenswerten Ausblick über die Stadt gibts dort oben echt spannende Cocktails zu halbwegs vernünftigen Preisen (13€/Cocktail). Ich trank einen „smashing pumpkin“ (Zimt-Rum, Ingwer-Likör, Hokkaido-Fruchtfleisch, Vanille, Limette und Kürbiskerne). Weil wir der beleuchteten Wand in Schwedenplatznähe auf den Grund gehen wollten, begaben wir uns eben dorthin, wo ich natürlich noch ein Eis (Walnuss-Feige, gar nicht schlecht) kaufte.

Außerdem machte ich zum ersten Mal eine richtige Radltour durch Wien. Mit dem citybike gings durch Döbling, über die Donauinsel, durch die Leopoldstadt bis zum Stephansplatz. Zum Mexikoplatz gelangten wir eher zufällig auf unserem Weg zur architektonisch interessanten WU. Doch an den Litfaßsäulen mit Texten und Grafiken zur österreichisch-mexikanischen Geschichte blieb ich einige Zeit kleben. Die Posterausstellung gibt es laut Webseite noch bis Oktober, also radelt/spaziert doch mal dran vorbei!

Zur Stärkung aßen wir dann thematisch passend Tacos bei Max&Benito, dass ich mir als gute und günstige Mittagessensgelegenheit in der Mariahilfer Straße merken werde. Danach gabs noch das unverzichtbare Eis vom Greißler: Topfen-Stachelbeere (sehr gut), Karamell-Salzbrezel (etwas langweilig in meinen Augen).

Abends wagten wir uns noch an ein aufwändiges Essens-Projekt: Selbstgemachte Pasta. Zwei Teige (einer mit, einer ohne Ei) formten wir zu Spaghetti und Tagliatelle, die es mit viel Knoblauch, etwas Rosmarin, Tomatenmark und frischen Kirschtomaten gab. Als Nachspeise gab es, wenig abwechslungsreich, aber sehr gut, die gleichen Nudeln mit gequetschtem Mohn und Puderzucker. Dazu abermals Cocktails, diesmal mit Zitrone: Rosmarin Gin Fizz (6 cl Gin, 3 cl Zitronensaft, 2 cl selbstgemachter Rosmarinsirup, Sprudel).

Der Sonntag war Ausstellungstag. Im Wien Museum spazierten wir kurz durch „Mit Haut und Haar. Frisieren, Rasieren, Verschönern“, das zwar sehr schön eingerichtet, aber inhaltlich irgendwie nicht besonders ergiebig war. Abgesehen von der Tatsache, dass wasserfeste Wimperntusche offenbar in Wien patentiert wurde, habe ich wenig daraus mitgenommen. Für die zweite Sonderausstellung des Hauses über Otto Wagner schlossen wir uns dann aber der Führung an und ich bekam sehr viel Input. So viel, dass selbst meine Live-Notizen in den Insta-Stories nicht alles fassen konnten. Der Architekt hat wirklich sehr viele Bauwerke in Wien verantwortet (z.B. die Stadtbahn aka U6 oder das Majolikahaus in der Wienzeile) und war tatsächlich so etwas wie ein Immobilienentwickler. Er entwarf und baute zahlreiche Mietshäuser, nur um sie kurze Zeit später weiterzuverkaufen. Als Professor an der Akademie der bildenden Künste ließ er nur sehr wenige Schüler in seine Klasse und verstand offenbar auch sonst  viel von Exklusivität und wie er sich am besten vermarkten konnte. Er legte viel Wert auf Symmetrie, aber vor allem auf die Zweckmäßigkeit seiner Entwürfe – was nicht praktisch sei, könne auch nicht schön sein. Zum Schluss gab es noch einen überraschenden Fakt: das typische „Otto-Wagner-Grün“, in dem u.a. die Geländer der Stadtbahn angestrichen sind, gab es nie. Ursprünglich waren die Metallteile nämlich cremefarben lackiert. Genug Ausstellungsnotizen für einen Blogpost – hier folgt nun die 300. Ausgabe meiner Sonntagsserie mit leider recht wenigen Links (zu viel offline-Zeitvertreib in den vergangen Tagen):

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Zuckersüß 299

In meine zweite Praktikumswoche startete ich hochmotiviert und mit straffem Feierabendprogramm. Am Montag gab es einmal wieder eine Aufmacher-Medienrunde im Markhof. Bei dieser regelmäßigen (halbwegs jeden Monat) Veranstaltung war ich zuletzt im Januar. Damals erzählten Patrick Swanson und Michi Mayrhofer von ihrem Podcastprojekt „Was soll das?“ (Es lohnt sich immer noch, sich da durch zu hören, btw!), diesmal Anna Thalhammer von ihren Erfahrungen als Innenpolitik-Redakteurin bei der Presse. Zum Sketchnoten nahm ich erstmals iPad und Apple Pen, meine geschätzten gestrichenen 280g-Blanko-Karteikarten und mein Stiftemäppchen war nur Backup. Mit der App Autodesk Sketchbook (entdeckt in Nadine Roßas tollen Sketchnotebuch) bin ich zwar noch nicht ganz vertraut, aber die Vorteile des digitalen Kritzelns habe ich gut ausgenutzt: Rückstandsloses Wegradieren und Versetzen einzelner verlorener Elemente sind sehr hilfreich.

Sketchnote Aufmacher Anna Thalhammer
Mein erstes live gekritzeltes iPad-Sketchnote.

Am Dienstag habe ich ein paar der Weintrauben, die ich am Wochenende *am Land* geerntet habe zu Focaccia verarbeitet. Während der Hefeteig aufging, schaute ich ein paar Folgen „Big Mouth“, das mir von Freund_innen empfohlen worden ist. In der Netflixserie geht es um eine Gruppe Schüler_innen, die gerade an der Schwelle zur Pubertät stehen und zu den unpassendsten Momenten vom Hormonmonster heimgesucht werden. Den Zeichenstil der Figuren gefällt mir nicht so besonders gut, aber die Musik – vor allem der immer wechselnde Abspann und gelegentliche Musical-Einlagen – dagegen ziemlich. Überhaupt erinnert mich die Serie, vermutlich wegen der absurden Wendungen an meinen Soap-Allzeitfavoriten „Jane the Virgin“.

Am Donnerstag war es immer noch so heiß, dass mir mein Eis über die Finger schmelzen ließ, bevor ich dazukam, es aufzuschlecken – zwei bzw. drei Kugeln von Veganista sind aber auch nicht so wenig. Ich probierte „Dirty Banana“, Himbeere und Basilikum und vor allem bei letzterem fehlte mir die Cremigkeit, die nur Milch und Eier wirklich hinkriegen. Mein eigenes Basilikum-Eis von Juli 2014 ist mir da weitaus lieber und ich glaube das Bananen-Eis vom letzten Jahr ließe sich mit etwas Kakao zur Veganista-Sorte (in nicht-vegan) umbauen.

Gleich im Anschluss durchquerte ich halb Wien, um im Arsenal den Tänzer_innen des Impulstanz-Festivals beim Trainieren zuzuschauen. Täglich fünf Stunden verbrachten manche von ihnen in den Workshops, was mir unvorstellbar erschien.

Am Wochenende war ich auf einer Hochzeit in Niederösterreich eingeladen. Die Feier gefiel mir, die Organisator_innen hatten sich viel Tolles überlegt. Von den meisten Bräuchen, die im Laufe des Tages praktiziert wurden, hatte ich aber noch nie gehört. Das wundert mich doch ziemlich, denn das Mostviertel ist keine 250 km von der Gegend entfernt, in der ich aufgewachsen bin. Ist die Staatsgrenze schuld daran oder eher der Mangel an tatsächlich „traditionellen“ Hochzeiten in meinem Umfeld? Einem „Heiratsmann“ war ich jedenfalls bisher auf noch keiner Feier begegnet. Er wurde zusätzlich zur Band engagiert und war irgendetwas zwischen Stimmungsmacher, Zeitplan-Überwacher und latent misogyner Sprücheklopfer. Nichtmal Weihnachtsplätzerl am Ende der Feier konnten das wieder wettmachen, obwohl ich jetzt bekennender Schaumrollen-Fan bin.

Mit fast untragbarer Verspätung folgen hier meine liebsten Links der vergangenen Tage, am Sonntag gibts dann hoffentlich pünktlich die 300. Ausgabe meiner Linksammlungen:

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Zuckersüß 296

Französischer Besuch Anfang der Woche bewegte mich zu sehr ausführlichen Stadtspaziergängen und Sightseeing in Wien. Spannend zu sehen, wie sich meine allerliebste Stadt im letzen halben Jahr verändert hat! Und im Juli bei hochsommerlichen Temperaturen Quasi-Tourist_in zu sein und z. B. durch den Schlosspark von Schönbrunn zu latschen oder auch am Stephansplatz herumzustehen ist erstaunlich ermüdend. Gut, dass es genügend Heurige am Stadtrand und nicht-überlaufene Gegenden außerhalb des Stadtkerns gibt, in denen es man sich mit einem Spritzer gut gehen lassen kann.

Und dann gibt es ja auch noch meinen liebsten Sommersnack: Eis! Meine Ferien-„Diät“ (=täglich ein Eis) konnte ich zwar leider nicht durchsetzen. Immerhin habe ich zwei mir neue Greissler-Sorten – Sachertorte und eine, an die ich mich nicht mehr erinnere (meine Favoriten werden beide nicht) – probiert, und bei Gefrorenes ein enorm gutes Birnensorbet mit Straciatella gegessen (schon auf der „Nachbau“-Liste!). Und dann noch ein nicht weiter besonderes Magnum-Steckerl-Eis , dem ich neben sichtbar künstlich aromatisierten und gefärbten Eissorten (ich Snob!) den Vorzug gab.

Apropos Farbe: der Twitter-Hashtag #kunstgeschichtealsbrotbelag, bei denen u. a. auf Initative von @MlleReadOn (die auch dazu gebloggt hat) berühmte Werke auf Brot statt Leinwand nachgebaut wurden, hat mich in dieser Woche sehr begeistert. Schaut mal:

Und wenn ich schon von Twitter rede, kann ich gleich noch was von meinem Lieblings-Social-Network in mein Blog tragen. Die Situationen im folgenden Thread sind mir so oder so ähnlich (so genau liest irgendwie keiner, was ich in die Zuckerbäckerei schreib, aber „irgendwas mit Feminismus“ wird offenbar immer mit mir assoziiert) auch schon einmal passiert und jetzt weiß ich immerhin, dass es nicht nur mir so geht.

Weil Ferien sind, oder vielleicht auch nur, weil ich gerade motiviert genug bin, habe ich auch in Büchern und nicht nur durch 280-Zeichen-Häppchen gelesen. Endlich habe ich nach fast vier Monaten auch die letzten paar Seiten von Paul Austers „4 3 2 1“  geschafft (s. a. Zuckersüß 282, 283, 284 und 290). Irgendwie hatte ich kurz vorm „Ziel“, die Lust verloren, wurde aber am Ende mit einem Twist – oder vielleicht noch einer Metaebene? – belohnt. Schon beim Lesen durch die ganzen 1070 Seiten der englischen Taschenbuchversion hatte ich den Eindruck, dass mich die Themen, mit denen die Hauptfigur Ferguson konfrontiert ist (US-Zeitgeschichte v. a. die Protestbewegungen der 1960er und der Vietnamkrieg, Literatur) noch länger beschäftigen werden, wenn sie es nicht eh schon vorher taten (Uni und Politik, Schreiben). Auch die Form des Romans hat mich beeindruckt: Aus heiterem Himmel tauchen im Fließtext Stichpunkte auf oder seitenlange Begriffsaufzählungen auf und die Schreibexperimente des angehenden Autors Ferguson nehmen teilweise mehrere Seiten ein. Dieser Roman ist eindeutig einer, der dazu motiviert, noch viel mehr Bücher zu lesen. Mich hat er auch angestiftet, mich mehr mit Literaturwissenschaft auseinandersetzen zu wollen, um mehr „Werkzeug“ an der Hand zu haben, wenn ich Bücher lese. Am Ende handele ich mir jetzt noch ein Nebenfach für mein Studium ein!

Leider habe ich noch kein nächstes Werk für meinen Mini-Buchclub gefunden, sicher ist aber, dass diesmal eine Autorin dahinterstehen sollte. Die Bilanz bisher ist eher ernüchternd: 5 von 6 Büchern, die ich 2018 gelesen habe, waren von Männern. Das Eine, das von einer Frau geschrieben wurde, war außerdem ein Sachbuch, zählt also nicht mal so richtig ( „Untenrum frei“ von Margarete Stokowski ist trotzdem sehr lesenswert!).

In ein paar andere Bücher habe ich auch ohne meinen Buchclub hineingelesen, darunter Harry Potter 4 auf Französisch, der hoffentlich das erste Buch in dieser Sprache wird, das ich jemals schaffe, fertigzulesen. Meine aktuelle Mitbewohnerin hatte gerade „Hunger“ herumliegen, das ich deshalb auch einfach zu lesen begann. Von diesem neuesten Buch von Roxane Gay hatte ich schon in der aktuellen Ausgabe des Rookie-Podcast, in dem es auch um so abstruses wie Tarot-Karten (?!) geht, gehört, wodurch mein Interesse geweckt wurde.

Und dann beschloss ich auch noch, mich endlich bei der Wiener Stadtbücherei einzuschreiben. Ich war aber so knapp vor der Schließzeit dort, dass mir nicht viel Zeit zum Stöbern blieb und ich mich für ein Sachbuch entschied, das mir schon länger durch den Kopf geistert. „We were feminists once. From RIOT GRRRL to COVERGIRL, the buying and selling of a political movement“ von Andi Zeisler war mir (vermutlich seit der Veröffentlichung) aus dem bitch media-Kontext ein Begriff, in meinem ersten Publizistik-Semester kam es auch einmal vor und schließlich hatte Annemarie von fairfetzt kürzlich darüber gebloggt. Die ersten beiden Kapitel über Werbung und (Hollywood-)Filme lasen sich schon mal sehr angenehm, mal sehen, wie es weitergeht.

Am Donnerstag machte ich mich auf nach Kärnten, um mein ÖBB-Sommerticket so richtig auszunutzen. Die Fahrt dauert von Wien aus ziiiiiemlich lang, aber mit Podcasts und Socken (ich konnte das fünfte Paar des Jahres fertigstellen!) war es halbwegs erträglich. In diesem Bundesland war ich vorher noch nie gewesen und wurde erstmal von der Schönheit der Berge und Seen dort erschlagen. Und das Essen war auch super! Ich verbrachte einige Zeit im Regenbogenland, wo ich in den Genuss des besten Sonnenblumenöls, das ich jemals gekostet habe, kam. Auf einem Berg mit Blick auf den Millstätter See trank ich Most, aß Fritattensuppe und Fleischnudeln. Letztere probierte ich nur, weil die vegetarische Version aus war und ich nicht ohne einmal DAS Regionalgericht probiert zu haben, wieder fahren wollte. Ehrlich gesagt war ich aber nicht überzeugt vom Faschierten und den Grammeln – dem ersten Fleisch, das ich seit Monaten gegessen habe. Aber die Marillenknödel retteten dann wieder alles!

Und jetzt, wie (fast) jeden Sonntag: Meine liebsten Links der Woche

Zuckersüß 296 weiterlesen

Zuckersüß 294

Jetzt habe ich ein halbes Jahr durchgehalten und nun tatsächlich einen Sonntag ausgelassen mit den wöchentlichen Linksammlungen. Nicht etwa, weil ich keine Zeit hatte, einen Post zu tippen, was sonst immer den Veröffentlichungsrhythmus gestört hatte, sondern weil ich so wenig wie wohl noch nie im Internet gelesen habe.

Stattdessen habe ich den größten Teil meiner freien Zeit in der Küche meiner Familie verbracht. Einerseits, weil ich das nun endlich konnte und noch dazu auf richtig viele super tolle Zutaten aus dem Garten (letzter Rhabarber, Zitronen, Lavendel, Kräuter) zurückgreifen konnte. Andererseits, weil meine Schwester ihr Abitur verliehen bekam und es deshalb Grund zum Feiern (= sehr gut Essen) gab.

Zu der Gelegenheit dachte ich auch noch einmal an mein eigenes Abi (vor mittlerweile vier Jahren!) zurück und was ich in der endlich schulfreien Zeit bzw. als Prüfungsvorbereitung so alles machte: Studentenfutter-Haferkekse, Classic Chocolate Chip Cookies, Mohn-Marzipan-Plätzerl mit Traubengelee, Brown Butter Banana Bread, Basilikum-Eis und Holunderblüten-Eis.

In den nächsten Tagen werde ich mir noch die Mühe machen und die gefühlt tausend Rezepte, die ich zum Abi-Party-Buffet zusammengestellt habe, in einen Post tippen, damit ich sie nicht vorher wieder vergesse.

Apropos vergessen, ich hätte es beinahe versäumt, rechtzeitig ein Geschenk für meine Schwester zu besorgen. Glücklicherweise gibt es in meiner Heimatstadt aber einen großartigen Buchladen, der in weniger als 24h Bestellungen ausführt. Auf Empfehlung von shutterbean und slanted entschied ich mich für Wasserfarben für Gestalter. Das Buch ist super zum Durchblättern (im Zweifel wirds ein „Coffee Table Book“) und scheint sehr bedacht gemacht zu sein – das genaue Gegenteil von den gefühlt tausenden (und oft sehr billig produzierten) Publikationen, die aktuell versuchen, auf den Lettering-Trend aufzuspringen.

Meine „nicht“ freie Zeit verbrachte ich mit der letzten Seminararbeit für dieses Semester. Es war die erste und einzige auf französisch, die ich nicht in einer Gruppe schrieb und ich mühte mich ziemlich. Umso schöner war der Kommentar meines Studienkollegen-Korrekturlesers, der meinte, dass sich mein Französisch enorm verbessert hätte. Beim offiziellen ERASMUS-OLS-Sprachtest schnitt ich lustigerweise (wesentlich!) schlechter ab als im Januar – so viel zur Repräsentativität von standardisierten Online-Sprachtests…

Dann machte ich auch noch einen kurzen „Ausflug“ nach Wien (endlich wieder da gewesen!). Dort erledigte ich ERASMUS-Papierkram und holte mir zwei unverzichtbare Kugeln (Grießschmarrn und Graumohn) vom Eis-Greissler. Und weil ich ausnahmsweise Termin-Glück hatte, picknickte ich auch mal wieder mit meinen (Ex-)Studienkolleg_innen.

Und nach zwei Wochen habe ich genug spannende Links zusammengetragen:

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Vanilleeis mit Kürbiskernöl

Kürbiskernöl scheint mir hier in Österreich einen sehr wichtigen Stellenwert zu haben. Traditionell verwendet für Salat und auf Kürbissuppen ist mir allerdings auch eine süße Verwendung ans Herz gelegt worden, die mich anfangs stutzig machte: Offenbar kippt man in diesem Land auch Kürbiskernöl über Vanilleeis!

Vanilleeis mit Kürbiskernöl

Interessiert an Feinheiten „ausländischer“ Küche wie ich bin, musste ich das früher oder später selbst (aus-)probieren. Früher dann eher zufällig, als ich beim Eisgreissler gleich eine eigene Sorte Kürbiskernöl-Eis entdeckte und sofort überzeugt war. Später mit diesem Rezept für selbstgemachtes Vanilleeis. Selbstverständlich mit Kürbiskernölgarnitur.

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Zuckersüß 206

Vergangenes Wochenende war ich mal wieder genug unterwegs, um zu vergessen, meine Lieblingslinks hier zu veröffentlichen. Grund war vor allem das Donauinselfest, das genau wie das Mawazine in Rabat mehrere Bühnen mit kostenlosen Konzerten aller musikalischer Stile und viel Rahmenprogramm ohne Eintrittsgebühr bietet. Witzigerweise spielte auch hier (wie beim Mawazine 2015) Sean Paul, dessen Auftritt ich aber schrecklich fand. Richtig begeistert war ich dagegen von Waldeck (s. u.). Interessante Sachen gabs letzte Woche aber nicht nur in Wien, sondern auch im Internet – aber seht selbst:

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