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L’Orient

Rotensterngasse 22, 1020 Wien

Ich habe schon viel zu lange nicht mehr marokkanisch gegessen, weshalb ich Anfang Oktober dem L’Orient erstmals einen Besuch abstattete. Dass das Restaurant schön aussieht, habe ich mir bereits durch die Webseite denken können, doch in echt war es fast noch schöner: marokkanische Blechlampen an der Decke, in den Wänden gemauerte Bögen mit Ornamentmuster, ein großes Mosaik hinter der Theke und bequeme Bänke mit vielen Lagen von Webstoffen.

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Veggiezzz

Opernring 6, 1010 Wien

Weil ich kürzlich für Ö1 help einen Beitrag über vegane Burgerpatties gestaltet habe, hatte ich Lust, mal wieder Burger essen zu gehen – in dem Fall natürlich veganen. In der Swing Kitchen habe ich schon fast alle Burger durchprobiert, weshalb ich mal in einen anderen (explizit veganen) Burgerladen gehen wollte. Nach dem Besuch im MAK lag das Veggiezzz am Opernring am Weg.

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Zuckersüß 345

Letzten Sonntag war ich so sehr mit der Vorbereitung der 3. Staffel meines Lieblings-Plätzchen-Podcasts beschäftigt, dass ich gar nicht dazugekommen bin, ein Zuckersüß zu schreiben, sodass dieses hier doppelt Links enthält. Aber wenn ich schon mal dabei bin: Heute ging Folge 13 mit Maria Wegenschimmel vom Sozial-Pod online! Also abonniert Lieblings-Plätzchen im Podcatcher eures Vertrauens, und auch bei Facebook, Instagram (mit Puzzlegrid, wie so ein Lifestyle-Account!) und Twitter (Trailervideos! Podcastsnippets!).

Vienna Humanities Festival

Vergangenes Wochenende war ich beim Vienna Humanities Festival, auf das ich durch ein U-Bahn-Plakat aufmerksam geworden war. Die verschiedenen Veranstaltungen machten mir einmal wieder klar, wie froh ich bin, in Wien zu wohnen und wie cool die Stadt eigentlich ist (so viel kostenloses Kulturzeug!). Los gings am Donnerstag im Volkstheater mit „Paradox Europa. In memoriam Ágnes Heller“, einem Vortrag von Shalini Randeria und einer Diskussion zwischen Ludger Hagedorn und Paul Lendvai, moderiert von Lisa Nimmervoll. Von Shalini Randeria hatte ich schonmal ein Paper für die Uni gelesen, doch sonst kannte ich keine_n einzige_n der Vortragenden.

Ich ärgerte mich ziemlich, dass ich mein iPad nicht dabei hatte, denn gerne hätte ich Shalini Randerias Gedanken grafisch festgehalten. Ihr Vortrag handelte vom Spannungsfeld Menschenrechte/Bürgerrechte und universeller/nationaler Identität und wie Europa von einem Paradox geprägt ist: gleichzeitig „Wiege“ der Menschenrechte und des Kolonialismus und Imperialismus, gleichzeitig „einzigartige“ Erfolgsgeschichte und universelles/universalisierbares Vorbild für den Rest der Welt (zumindest von Europa aus gesehen).

In der Diskussionsrunde beeindruckte mich vor allem Paul Lendvai. Er sprach sehr ruhig (und mit starkem ungarischen Akzent) und wirkte auf den ersten Blick gebrechlich, doch seine Worte trafen wie Messerstiche. Der Philosophieprofessor Ludger Hagedorn daneben ging durch die enorme Redegewandtheit Paul Lendvais fast unter.

Am nächsten Abend, in der Marxhalle, hatte ich dann mein iPad dabei und konnte sketchnoten (s.a. mein Post auf jasowieso.com). „Social Networks or Social Nightmares“ war eine Diskussionsrunde zwischen Evgeny Morozov, Max Schrems und Roger McNamee, hier moderierte Shalini Randeria. Ich war abermals sehr beeindruckt, diesmal von der Moderatorin, die extrem komplexe Themen aufbrachte und doch alles wieder zu einem roten Faden zusammenspinnen konnte. Allerdings kam es kaum zu „echten“ Diskussionen, eher stellten die drei „Internetexperten“ verschiedene Perspektiven zu Shalini Randerias Fragen vor.

„Social Networks or Social Nightmares“ Vienna Humanities Festival mit Evgeny Morozov, Max Schrems, Roger McNamee und Shalini Randeria

Am Sonntag war ich dann noch im Wien Museum bei einem Gespräch zum Roten Wien (eine Austellung, die ich auch noch unbedingt anschauen will), doch es war so unendlich schlecht moderiert, dass ich vor Ende wieder ging.

Anders dann „Werden Social EntrepreneurInnen die Welt retten?“ mit Marie Ringler und Florian Pollack. Erstere ist Europa-Chefin von Ashoka, einer Art Stipendiumsprogramm für Unternehmer_innen mit sozialem Geschäftsmodell (s.a. mein Post auf jasowieso.com)

„Werden Social EntrepreneurInnen die Welt retten?“ – Vienna Humanities Festival mit Marie Ringler und Florian Pollack

Kuchen!

Natürlich habe ich auch allerlei gebacken. Nachdem ich die Bouffons-Episode über Flan gehört hatte, versuchte ich mich erstmals an diesem französischen Dessert, war allerdings nicht besonders überzeugt vom Ergebnis (obwohl ich mich an ein Rezept von Michel Roux hielt!). Mein nächstes Backprojekt, ein einfacher Hefezopf, scheiterte ebenfalls, weil die Trockenhefe nicht mehr arbeitete (kein Wunder, war schon 2 Monate abgelaufen…).

Wenigstens smitten kitchens chocolate peanut butter cup cookies stellten sich als super heraus, das übersetzte Rezept folgt *in Kürze*. Auch immer gut ist der Schoko-Bananen-Guglhupf von 2013, den ich am Freitag gleich in doppelter Ausführung machte. Am Samstag gab es auch eine Zwetschgenvariante des Marillen-Mascarpone-Kuchen vom Sommer und einen Zwetschgen-Streusel-Kuchen mit Germteig in etwa wie der Mispelstreuselkuchen, den ich in Marokko immer machte, um Butter zu sparen.

Vier Kuchen in weniger als 24 Stunden sind sogar für meine Verhältnisse großzügig. Grund für diese Backaktion war eine Kleidertauschparty, die ich für meine Freund_innen organisiert habe. Ich bin sehr begeistert vom Konzept, einfach alle möglichen Leute mitsamt ihren nicht mehr benötigten Kleidungsstücken einzuladen, alles nach Kategorien zu sortieren und für einen Nachmittag einen gratis Second-Hand-Laden in der Wohnung zu haben. Ich wurde ein paar lange nicht getragene Kleider los und kam an eine handvoll Pullover für den Winter – wirklich super!

Uncanny Values im MAK

Gestern Nachmittag stellte ich mit Entsetzen fest, dass die Ausstellung „Uncanny Values“ im MAK, die ich schon seit dem Sommer besuchen wollte, den letzten Tag offen war. Es folgte also ein spätnachmittaglicher Ausflug ins überfüllte Museum, in dem ich offenbar vor zwei Jahren zuletzt war. Die damalige „Hello, Robot“-Ausstellung hatte mit Robotern und Digitalisierung ein ganz ähnliches Thema wie die aktuelle, in der es um die Auswirkungen von Künstlicher Intelligenz ging. „Uncanny Values“ (eine Anspielung auf Masahiro Moris „Uncanny Valleys“) hat sogar eine eigene Webseite, auf der alle Werke nochmals beschrieben sind (im folgenden jeweils verlinkt), sie „lebt“ hoffentlich noch länger als die Ausstellung selbst.

Eines der visuell beeindruckendsten Werke war „Probably Chelsea“ von Heather Dewey-Hagborg und Chelsea Manning, das aus 3D-gedruckten Gesichtern bestand, die von der Decke hingen. Sie waren alle auf Basis Chelsea Mannings DNA algorithmisch generiert, sahen aber ziemlich unterschiedlich aus. Die Message ist klar: Gesichtserkennungssoftware und „neutraler“ DNA-Verarbeitung ist nicht zu trauen.

In der Videoinstallation „Behold These Glorious Times“ von Trevor Paglen (2017) konnte man quasi einem Bilderkennungssystem beim „lernen“ zusehen – schnell zusammengeschnittene Videoausschnitte von Menschen, die alle kauen/laufen/etwas schieben/etc. Die Hintergrundmusik dazu gefiel mir gut, Holly Herndon hatte sie ebenfalls mithilfe eines Algorithmus geschrieben – leider finde ich sie nirgends online…

Es gab einerseits viele Mitmach-Werke in der Ausstellung, z.B. den Uralt-Chatbot ELIZA an einem Röhrenbildschirm oder die Poetry Machine 1.0, die eher sinnlose Gedichte fabrizierte. Andererseits fand ich einige Ausstellungsstücke nur sehr schwer zugänglich – mit der Fotoserie „MoMA’s Baby (The Human Who Taught Computers To See)“ von Mladen Bizumic (2019) konnte ich genauso wenig anfangen wie mit „Centralized vs Decentralized“ von Simon Denny (2018).

Für das Video „Se ti sabir“ von James Bridle (2019) muss sich eins Zeit nehmen, am besten die ganzen 19 Minuten, sonst sind es auch nur Natur-Sequenzen mit scheinbar unzusammenhängendem Text. James Bridle spannt darin den Bogen von der originalen Lingua Franca des Mittelmeerraumes im Mittelalter (auch bekannt als „sabir“/wissen), den Bogen zu Intelligenz im Allgemeinen und bei Oktopussen, KIs und Menschen im Speziellen.

Lokale

Der Vollständigkeit halber seien nach dieser monströs langen Einleitung auch noch die Lokale erwähnt, in denen ich in den vergangenen Tagen zum ersten Mal war: Im marokkanischen Restaurant L’Orient (1020), im supersüßen Strickcafé Wiedehopf&Wolle (1180) und im sehr enttäuschenden veganen Burgerladen Veggiezzz (1010). Sobald ich dazukomme, auch mit ausführlicherem Bericht.

Jetzt aber endlich Lieblingslinks!

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Kikko Bā

Schleifmühlgasse 8, 1040 Wien

In der Vergangenheit habe ich alle meine Restaurant-/Café-/Barbesuche in den Sonntags-Linksammlungen verwurschtelt, doch ich glaube, dass es sinnvoller ist, sie in eine extra-Kategorie im Blog auszulagern. Hier kommt deshalb mein erster Lokalbericht zum Kikko Bā, mit ziemlich schlechen Handyfotos (besser als nix).

Das Popup-Restaurant der Mochi-Leute hat einen kleinen Schanigarten (ohne Reservierungsmöglichkeit!), in dem schon Fliesdecken auslagen, als ich endlich mal dorthin kam (schon seit der Eröffnung Ende Juni auf meiner To-Do-Liste). Das Konzept ist schnell erklärt: häufig wechselnde Tapas-Variationen mit asiatischem Einfluss und oft viel Chili.

Zu zweit aßen wir insgesamt sieben Tellerchen (wirklich schönes Geschirr!), doch mit großem Hunger sollte eins besser nicht dorthin gehen, denn die Portionen sind eher sparsam bemessen. Zu Beginn bestellten wir Spicy Edamame, Gekochte Sojabohnen mit einer Sauce aus fruchtig-scharfen Chilis. Die färbte ziemlich stark, wer also mit den Fingern isst wie ich (ich kann immer noch nicht mit Essstäbchen umgehen?!) sollte aufpassen, keine strahlend roten Flecken zu verursachen (been there, done that). Vorm Dessert orderten wir (Hunger!) noch ein zweites Schüsselchen Edamame und ich glaube, ich sollte endlich herausfinden, wo es Sojaschoten zu kaufen gibt, damit ich sie auch zuhause snacken kann.

Als nächstes: Bing Bread – Humus – Chili Oil – Sesame. Das warme Bing Bread stellte sich als dünnes, in Fett ausgebackenes Hefefladenbrot heraus, das mich an eine Mischung aus marokkanischem Batbot und Msimn erinnerte. Stellenweise war es so dünn, dass es beim Reinbeißen knisterte, der Rand war aber weich genug, um das sehr sesamlastige Humus aufzustippen. Im Teig war wohl auch etwas Zucker, anders kann ich mir den Geschmack des Brotes nach Faschingskrapfen nicht erklären. Dieses Gefühl wurde von der großzügigen Menge an flockigem Salz, mit dem die Oberseite bestreut war, gut abgedämpft. Ich hätte gern noch mehr Brot gehabt, denn es reichte nicht für die recht üppige Dip-Menge und schmeckte auch pur ziemlich gut.

Anschließend folgte Portobello Sando – BBQ – Chimichurri Cabbage, ein aufgespießtes Sandwich gefüllt mit paniertem Pilz und extrem fein gehobelten Kraut. Das Weißbrot ähnelte Brioche, es schmeckte nach Zimt und Zitrone und war karamellisiert getoastet. Geschmacklich war das mein Favorit des Abends, doch mit 8,90€ für ein paar Bissen auch ziemlich teuer. Dann noch Greek Piri Piri Salad – Feta – Olive Salsa, ein Salat aus Gurken, rotem und gelben Paprika und Tomaten in groben Stückchen, darüber krümeliger Feta und pestoartige Olivensauce. Insgesamt recht unspektakulär.

2 mochi bällchen und eine schüssel mit eis und walnusscrumble
Die beiden Desserts

Die Nachspeisen wollte ich beide probieren: Elderberries – Walnut Crumble – Lychee Ice Cream sowie Ice Cream Mochi. Ersteres stellte sich als spannende Geschmackskombination heraus, wobei das Dessert eiskalt viel besser war als nur wenige Minuten später, als es zu einer einheitlichen Suppe zusammengeschmolzen war (die Eisnocke war nicht besonders groß). Die Eismochi fand ich ziemlich enttäuschend, denn das Eis (einmal Vanille, einmal Erdbeer) schmeckte sehr künstlich. Und die Reisteigschicht außen herum war zu spärlich für meinen Geschmack (nicht, dass ich mich besonders gut mit Mochi auskenne).

Zum Essen tranken wir Holunder-Minz-Soda bzw. Zwetschgen-Jasmin-Limonade. Ersteres fand ich halbwegs fade, doch die Kombination aus Zwetschge und Jasmin (und ein bisschen Ingwer) werde ich mir merken. Auf der Weinkarte stehen genauso viele Punkte wie auf der Speisekarte, außerdem gibt es Sake und anderen Schnaps für „after dinner“.

Fazit: Ich habe einen schönen Abend im Kikko Ba verbracht, das Essen war größtenteils sehr gut, doch ein wow blieb aus.

Zuckersüß 328

Diese Woche lief endlich wieder besser, ich kann wieder beißen und habe deshalb gleich mehrmals gebacken: Frischkäse-Cookies (bald im Blog) und Best Cocoa Brownies aus dem Archiv. Gerade-noch-Winter-mäßig habe ich Chicorée gratiniert und frühlingshaftig erstmals Spargel (mit selbstgemachter Hollandaise!) gekocht. Im AAKH stolperte ich in einen sizilianischen Foodtruck, bei dem ich mir ein Arancino alla Norma (mit Melanzani und Tomate gefüllt) holte, das fast so gut war, wie die in Napoli. Und wieder auf der frühlingshafteren Seite: Bei Gefrorenes kaufte ich mir eine Kugel Birnen-Sorbet mit Schokolade, das so gut ist, dass ich es endlich mal nachbauen muss! Ebenfalls sehr gut: Der „Bouquet de la mer“ (Cognac, Kokosmilch, Lavendel, Kaffee, Port und Dry Curacao) im BirdYard. Die Einrichtung dieser Bar beeindruckt mich immer wieder und auch das auf die Cocktails abgestimmte Geschirr!

Außerdem habe ich für mein kleines Sketchnote-Business einen Insta-Account angelegt, @jasowies_o, folgt mir doch alle mal! Am Donnerstag habe ich dann auch gleich wieder gesketchnotet (nur aus Spaß, nicht im Auftrag), weil diese Woche der FemKongress der ÖH Uni Wien stattfand.

„Sexismus im Netz. #metoo, shitstorm und staatliches Versagen“ auf dem FemKongress der ÖH Uni Wien

Meine feministische Heldin Anne Wizorek (ihr #aufschrei-Buch gehört nach wie vor zu einem meiner Favoriten zum Thema) eröffnete die Konferenz und diskutierte danach auch beim überaus interessanten Panel mit Caroline Kerschbaum, Sigi Maurer, Maria Sagmeister und Tanja Malle zu Sexismus im Netz mit. Und kaum hatte ich das Sketchnote auf Twitter gepostet, kam auch schon der erste Masku-Troll-Kommentar…

Aber eindeutig das Beste an dieser Woche: Ich habe die finale Version meiner BA-Arbeit abgegeben! Texte zu Complementizer Agreement lasse ich deshalb jetzt erstmal links liegen und widme mich den Weiten den Blogosphäre. Meine liebsten Links der Woche:

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Mediencamp 2018

Letztes Wochenende war ich zum ersten Mal auf einem Barcamp. Für das Mediencamp im ImpactHub hatte ich schon im Oktober einen Session-Vorschlag eingereicht (drüben im Podcast-Blog – meine multiplen Online-Identitäten kommen langsam durcheinander…), nachdem mich gleich zwei Podcastmenschen (danke Marcel und Teri!) zur Veranstaltung genudged haben.

Nach dem Frühstück stellten sich alle Teilnehmer_innen mit jeweils drei Hashtags vor. Ich entschied mich für #foodblog #podcast und #sketchnotes und wenigstens der Podcast kam noch bei einigen anderen vor – z.B. bei Maria vom Wiener SozialPod.

https://twitter.com/jasowies_o/status/1068806046062395392

Für die Programmaufstellung durfte außerdem jede_r Session-Vorschläge machen. Ich hatte mit einem Beliebtheitskampf um die insgesamt 20 Slots gerechnet, doch tatsächlich kamen dann (fast?) alle der 16 Vorschläge ins Programm.

Ich wollte mir den Barcamp-Ablauf noch etwas genauer anschauen, weshalb ich noch um einen Nachmittags-Slot bat – und schon stand ich für halb zwei im Programm.

Der erste Talk

Trotzdem wollte ich natürlich von Anfang an mit-sketchnoten und setzte mich in Matthias Huters Talk zum Amtsgeheimnis. Ich wäre noch nie auf die Idee gekommen, den Staat irgendetwas zu fragen, aber jetzt weiß ich immerhin wie es geht (hint: fragdenstaat.at).

Podcasting-Zeug konnte ich mir natürlich nicht entgehen lassen

Weiter gings mit Podcasts – was schon Grund genug wäre, sich die Session anzusehen – doch hier sprach auch noch mein „Umzugshelfer“ der Lieblings-Plätzchen-Seite. Der Überblick über die „Pritlove’schen Podcastwellen“ (s. Talk auf der Subscribe9), das Podlove-Projekt und das Sendezentrum war nichts Neues für mich, im Publikum war das alles aber offenbar noch nicht so bekannt. Sehr interessant fand ich, wieso verschiedene Plattformen oder Dienstleister „gut“ oder „schlecht“ sind – nur wirklich betroffen davon ist mein Podcast aktuell nicht.

In der Mittagspause gab es supergutes Käferbohnen-Kürbisgulasch mit Brot, und ich lernte Romana von VinoServus kennen (#teamfoodblog!). Doch lange blieb ich nicht beim Quatschen, denn ich wollte vor Workshop-Start die Technik testen. Extra für meinen Workshop (und hoffentlich noch ein paar zukünftige) habe ich mir nämlich ein schrecklich überteuertes Adapterkabel gekauft, um meine iPad-Kritzeleien direkt auf die Wand zu projezieren. Das Ganze funktionierte ohne Probleme innerhalb von Sekunden, Papier und Stifte für die Teilnehmer_innen war dann auch noch schnell aufgetrieben. Wie sich herausstellte, gab es im Innovation Lab des ImpactHub sogar ein Smartboard, das ich aber nicht ausprobierte.

Ein "Cheat-Sheet"
Mein „Cheat-Sheet“, auf dem ich den Workshop aufbaute

Nachdem ich mich erkundigt hatte, ob eh alle wüssten, was Sketchnotes sind, fragte ich erst einmal nach einem Freiwilligen. Maximilian Werner (der #venividimaxi!) beschrieb mir in fünf Sätzen seinen bisherigen Tag und ich hielt das ganze in leicht krakeligen (Aufregung! Daran hatte ich nicht gedacht…) Zeichnungen fest.

Maxl kam mit einem zu kalten Railjet nach Wien zu seinem 1. Barcamp, aß Gulasch und wunderte sich über die Unsitte, Butter unter die Nutella zu schmieren.

Anschließend zeigte ich, wie sich Grundformen zu Strichfiguren und Objekten zusammenbauen ließen und wie viel mehr diese Kritzeleien mit einem Farbtupfer und hellgrauem hermachen. Weiter gings mit der Strukturierung von Notizen durch Kästen/Blasen/Pfeile und Schrift, sowie verschiedenen Trennelementen und der Anordnung auf dem Blatt.

Frontal nutzt ein Sketchnote-Workshop aber gar nichts, deshalb durften alle Teilnehmer_innen in Zweier-Teams genau das machen, was ich zu Beginn tat: Den Tagesablauf der/s jeweils anderen sketchnoten.

Zum Schluss überlegten wir uns noch gemeinsam Begriffe und Visualisierungen, die im Laufe des Mediencamps noch nützlich werden könnten. Und fünf Minuten vor Schluss war ich mit meinem Programm durch!

Den Workshop zu halten war ziemlich anstrengend, aber ich habe viel positives Feedback bekommen, was mich sehr freut. Mehr Sketchnotes braucht die Welt (und natürlich auch Foodblogs und Podcasts!)!

Wahnsinnig gut moderierte Session

Nach einem Stärkungs-Donut setzte ich mich in Christoph Jeschkes Session, die hauptsächlich auf einer einzigen kontroversen Frage aufbaute: „Müssen die Medien in Österreich die Rolle der Opposition übernehmen?“. Die Diskutierenden kamen vom Hundersten ins Tausendste, aber Christoph Jeschke fing alle wieder ein.

Während ich (mit gewohntem Tunnelblick) vor mich hin sketchnotete, schoss Roland Giersig ein ziemlich tolles Bild von mir:

https://twitter.com/RolandGiersig/status/1068868450850881536

Nach dieser Session war ich leider zu kaputt, um mich auf eine weitere zu konzentrieren, weshalb ich mich einfach mit ein paar Leuten im Eingangsbereich unterhielt (so viele neue Tabs im Browser offen!) und mit Freuden dem Hashtag folgte (das beste an Medienevents!).

Insgesamt hat mir mein erstes Barcamp wirklich gut gefallen, ich habe bekannte Gesichter wiedergetroffen und einige neue kennengelernt.  Gelernt habe ich auch was und meinen Rückblicksblogpost nicht so lange verzögert, dass ich zwischenzeitlich wieder alles vergessen hätte (hoffentlich passiert mir das nicht mit der #pw18!). Übrigens hat Horst Gassner auch über das Mediencamp gebloggt, hier nachzulesen. Und den 16.11.2019 merke ich mir schon mal vor!

Zuckersüß 314

Weihnachten ist nah! Das fiel mir diese Woche eher abrupt auf, weil ich einerseits für Ö1 über Lichterketten recherchierte, andererseits (nur beim durch-die-Stadt-spazieren) irgendwie von Weihnachtsmarkt zu Weihnachtsmarkt stolperte . Deshalb fing ich auch pünktlich zum ersten Adventswochenende mit dem Plätzerlbacken an und habe jetzt immerhin schon zwei Sorten in der Keksdose – die Rezepte folgen.

Am Mittwoch war ich wegen Buch im Beisl im AU (supersympathische Bar, btw). Dort hat Annemarie Andre von fairfetzt (die übrigens mal bei mir im Podcast zu Gast war) aus ihrem Romanmanuskript gelesen. Hoffentlich schreibt sie ihn fertig, die Geschichte würde mich wirklich interessieren!

Weil der letzte Tag des Monats in diese Woche fiel, ging eine neue Folge meines Podcasts online. In LP011 war ich mit Naomi Günes-Schneider im café afro – und ich war sehr begeistert von unserem Gespräch. In eurem Podcatcher oder hier nachzuhören.

Am Samstag besuchte ich zum ersten Mal ein Barcamp: Das Mediencamp im ImpactHub. Dort habe ich auch zum ersten Mal einen Sketchnote-Workshop gegeben, darüber werde ich aber in einem extra Blogpost berichten.

Bis dahin folgen meine liebsten Links der Woche:

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Zuckersüß 310

Weil der letzte Sonntag mit dem Geburtstag der Zuckerbäckerei zusammenfiel (und mit Himbeer-Schoko-Torte!) erlaubte ich mir, ein Zuckersüß auszulassen. Aber eigentlich hätte ich auch überhaupt keine Zeit gehabt, eins zu schreiben, denn ich war die ganze Woche jeden Tag bei der Privacy Week. Auf der Konferenz des Wiener C3W sah ich mir sehr viele interessante Talks zu Digitalthemen an und hielt fast alle davon in Sketchnotes auf meinem iPad fest. Die findet ihr, bis ich einen Blogpost dazu getippt habe, hier auf Twitter, eines als Beispiel auch hier:

Montagabend habe ich mir ein paar Freund_innen für einen Geburtstagscocktailabend (s. Titelbild) eingeladen, um meine neue Ausrüstung auszuprobieren. Ein Shaker macht sich doch um einiges besser als ein ausrangiertes Gurkenglas. Und mein neuer supercooler gravierter Muddler stampft die ätherischen Öle eindeutig besser aus Zitronenschale und Basilikum als ein Kochlöffelstiel. Zusätzlich zu meinem allerliebsten Gin Basil Smash daraus habe ich auch noch Gin Rosmarin Fizz gemixt und Old Fashioned gerührt (endlich habe ich nämlich auch Angostura Bitters daheim). In Anlehnung an meinen Besuch im Botanical Garden im September habe ich zusätzlich noch Mohnsirup eingekocht und daraus mit Kaffee und Wodka den „Mohnshiner“ nachgebaut. Den übrigen ausgekochten Mohn ließ ich im Ofen trocknen und zerbrach die entstandene Platte in Dekostückchen.

In der gleichen Woche erfüllte ich dann auch den langgehegten Plan, einmal einen Cocktail im BirdYard zu trinken. Davor probierte ich aber noch den superknusprigen Pork Belly (voll vegetarisch. NICHT.) und eine Art Germknödel, gefüllt mit Pilzen, auf sehr nelkigem Blaukraut. Danach gabs mehr oder weniger zufällig (Bartenders Choice) den Kung Fu Pandan mit Gin, Limette, Koriander und Pandansirup, einer Zitrusfrucht, von der ich niemals zuvor gehört hatte. Mit dem Dekoblatt und der Mini-Reiswaffel sieht der auch ziemlich cool aus, allerdings fand ich letztere nur optisch spannend. Die Fotos der Birdyard-Cocktails auf ihrem Insta-Account können sich aber auf jeden Fall sehen lassen:

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The new menu is out now! Here we have "Kung Fu Pandan"! No, it's not misspelled – with Pandan leaves and refreshing cilantro. Die neue Karte ist da! Hier haben wir "Kung Fu Pandan"! Nein, wir haben uns nicht verschrieben – mit Pandanblätter und erfrischendem Koriander. Recipe: 4cl Sipsmith Gin 3cl Pandan syrup 1cl Cilantro essence 3cl fresh lime juice Shake, double strain Fill up with Soda water . . . . #thebirdyard #cocktailtime #craftedmixology #cocktails #cocktailart #drinkgram #drinkstagram #drinklove #bartending #bartenders #bartenderlife #mixeddrinks #mixologist #mixology #imbibe #imbibegram #mezcal #gin #whiskey #ginandtonic #tequilla #vodka #cognac #viennafood #viennabar #boozytalk #liqpic

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In der Folgewoche hatte ich alle Hände voll zu tun, *noch schnell* Unizeug aufzuholen. Da las ich zum Beispiel über Redefreiheit und Hate Speech oder über die politischen Aspekte von Gesichtserkennung – letztlich auch wieder nur Themen, die sehr gut auf die Privacy Week passen! Aber ich habe ja auch noch eine BA-Arbeit abzuliefern, nur damit, genauer gesagt der Themenfindung plage ich mich sehr. Gerade sieht es so aus, als würde sie ähnlich theoretisch wie meine letzte, nur dass es diesmal nicht so sehr um Verben und deren verschiedene funktionale Projektionen geht, sondern wahrscheinlich um complementizer agreement, aufgehängt an meiner Muttersprache, dem Niederbairischen.

Dennoch trieb ich mich weiter auf Abendveranstaltungen herum, am Montag bei den Aufmachern. In der Medienrunde war Hanna Herbst zu Gast, die über ihre Zeit bei VICE erzählte und sich alles mögliche fragen ließ, was ich in Sketchnotes festhielt.

Gut erkennbar: Mir ging am Ende der Platz aus.

Am Mittwoch machte ich mich auf eine übermäßig anstrengende Reise, mit Campobasso in Italien als Ziel. Dort war ich im September schon mal, (halbwegs) bequem mit dem Nachtzug. Der hätte kurz vor dem superlangen Wochenende Anfang November nur leider exakt doppelt so viel gekostet als der Flug mit einer Billigairline. Und so fuhr ich mit großzügigem Zeitpuffer nach Schwechat, trank kurz vor der Sicherheitskontrolle meine Wasserflasche leer und ärgerte mich tödlich, dass hinter den Metalldetektoren nur brennheißes Leitungswasser zu kriegen war. Dann schlängelte ich mich durch Richtung Gate – der Wartebereich hat eindeutig mehr Duty-Free-Geschäfte als Sitzplätze – und wartete ewig bis zum Boarding. Weil ich ein Handgepäcksstück brauchte, das größer ist als eine Laptoptasche, hatte ich mir ein „Priority Ticket“ gekauft, das mir zusätzlich erlaubte, als erstes in den Bus zu steigen, der uns über das Rollfeld zum Flugzeug bringen sollte. Diese Prioritybehandlung war vor allem deshalb *sehr* sinnvoll, weil alle Priorityreisenden nun im Bus warten mussten, bis die anderen durch die Ticketkontrollen waren. Eineinhalb Stunden später waren wir eh schon fast in Rom, doch in der Sitzplatzlotterie (um einen Auszusuchen hätte ich weitere 15€ zahlen müssen) hatte ich Pech und war mit als letzte aus dem Flugzeug draußen. Natürlich verpasste ich um fünf Minuten den einzigen Direkt-Bus nach Campobasso. Einziger Ersatz: Eine Zug-Bus-Verbindung mit zweimaligem Umsteigen und, tadaa – zweimaliger Verspätung. Wieder waren es fünf Minuten, diesmal erwischte ich die letzte Anbindung gerade noch. Und nach *nur* 11 Stunden war ich am Ziel! Diesen Nervenkitzel in Kombination mit ungleich höherer Umweltbelastung brauche ich wirklich nicht noch einmal. Nachtzüge, FTW!

In Campobasso war das Wetter leider so grau und nass, dass ich nicht viel von der Stadt sah. Dafür aber Call me by your name, der mein Lieblingsfilm 2018 bleibt (s. Zuckersüß 278). Neugierig auf *lokale* Zutaten verbrachte ich auch ziemlich viel Zeit in der Küche. Es gab Papardelle mit gebackenen Pilzen und Zucchini und Wein aus Molise. Außerdem Burratina mit geschmorten Tomaten und selbstgemachtem Kartoffelbrot. Und Olivenölbrownies nach Love & Olive Oil. Und Spaghetti Quadrato (nie vorher gesehen) Carbonara mit einer einzigen Scheibe Pancetta vom Feinkostladen (sooo gut!). Superfrische Kakis und Mandarinen. Selbstgebackene Oreos mit Zimt-Ganache-Füllung. Cacio Cavallo und Parmigiano. Frittata mit allem, was der Kühlschrank hergab. 10/10, gerne wieder.

Zurück gings glücklicherweise wieder mit dem Zug, wobei mich der Bahnhof in Rom auch Nerven kostete. Warum nur sieht der jetzt auch schon aus wie ein Flughafen? Statt festgelegten Bahnsteigen Anzeigetafeln, auf die alle starren (müssen), Gates mit Ticketkontrollen vor den Bahnsteigen und natürlich auch Prioritybehandlung (aka Sitzbänke in verschlossenen Wartebereichen, roter Teppich durch die Gates) für alle 1.-Klasse-Reisenden.

Genug Rant für heute, Lieblingslinks habe ich nämlich auch: Zuckersüß 310 weiterlesen

Zuckersüß 308

In dieser Woche war ich wieder beim #kunstschatzi im KHM, denn einen Cocktail spätabends im Museum kann ich mir nicht entgehen lassen. Erst recht nicht, weil der Eintritt mit Jahreskarte nichts kostet, viele Freund_innen dort sind und die Führungen kostenlos. Supercoole Veranstaltungsreihe!

Außerdem habe ich den Spanischkurs angefangen, den ich im Frühjahr beim Fotowettbewerb der Uni Wien gewonnen habe. Mal sehen, wie viel ich dort lerne, ein ähnlicher Italienischkurs hatte mich ja leider letztes Jahr nicht viel weiter gebracht als Duolingo…

zuckersuess282
Das Foto, das mir einen Platz im Spanischkurs des Instituto Cervantes verschafft hat

Am Donnerstag war ich zum ersten Mal bei einem Live-Podcast zu Gast. Das Team vom Sendegarten hatte mich nämlich freundlicherweise auf ihre Gartenbank eingeladen. Leider war der Abend voller technischer Probleme, die mich ein bisschen aus der Ruhe brachten. Mein Versuch, meine BA-Arbeit über die No Agent Idiom Hypothesis zu erklären, ging etwas schief. Die Zuckerbäckerei, meinen Podcast Lieblings-Plätzchen und Sketchnotes zu erklären viel mir da schon leichter. Glücklicherweise fiel mir auch noch spontan ein Blütenschatz ein – Anna Goldenbergs Buch „Versteckte Jahre“ auf dessen Präsentation ich vergangene Woche war. Wenn ihr wollt, könnt ihr in der 60. Folge „Cookiegarden“ hören, wie ich noch nie vom Weltmädchentag (auch am Donnerstag!) gehört habe und gefühlte 10000 Mal „tatsächlich“ sage ;)

Das vielleicht letzte Eis der Saison habe ich mir beim allerliebsten Eisgreißler gegönnt und der Herbst schlug sehr in den Aromen durch: Sturm (richtig pink!) und Zirbe sind sehr interessante Sorten.

Ansonsten habe ich noch Bravetart’s Ricotta Lace Cookies gebacken, die schmeckten wie Karamell in Keksform,  und in einer sehr langwierigen Aktion Germknödel mit Vanillesauce gekocht. Die Rezept-Posts dazu folgen in Kürze, bis dahin meine liebsten Links der Woche:

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