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24: Marokkanisches Mandelgebäck

Meine liebsten Leser, heute ist es so weit: das 24. Türchen öffnet sich (wenn auch mit etwas Verspätung) und die Weihnachtsfeiertage sind da. Das Marokkanische Mandelgebkäck habe ich erst gestern gebacken, um es heute an alle meine Tanten zu verschenken, ich hoffe, keine von ihnen hat bis dahin diesen Post gelesen, sonst ist die ganze Überraschung weg. Falls doch, können sie es ja trotzdem erst heute Abend probieren. Und das solltet auch ihr, denn sowohl mit Orangenblüten- (wie sie traditionell hergestellt werden) als auch mit Rosenwasser (das ich zuerst mangels Orangenblütenwasser verwendet habe) schmeckt dieses Gebäck richtig orientalisch und vor allem lecker.

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Ich verschwinde jetzt wieder in die Küche, damit es heute Abend auch ein Dessert (diese Aufgabe fällt natürlich der Zuckerbäckerin zu…) gibt. Spätestens Silvester bin ich wieder zurück hier in der Zuckerbäckerei, bis dahin wünsche ich euch frohe Feiertage mit ein paar schönen Geschenken und ganz viel unverschämt gutem Festtagsessen!

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Österreichische Pofesen

Wie ich euch vor kurzem ja schon berichtet habe, war ich in den Sommerferien in den Bergen. Dort habe ich die Wirtin der Wimmeralm, die wirklich sehr leckere Pofesn macht, um ihr Rezept gefragt. Das muss ich natürlich mit euch, meine lieben Leser, teilen und praktischerweise kommen wir dadurch auf der Zuckerbäckerei-Weltreise gemeinsam um eine Station weiter.
Pofesen zu backen ist wirklich nicht schwer, außerdem eignen sie sich hervorragend, um hartgewordenes Toastbrot noch lecker zu verarbeiten. Die einizig schwierig aufzutreibende Zutat ist das österreichische Powidl, ein extrem dunkles Zwetschgengelee. Ich habe es noch nie in einem deutschen Supermarkt gesehen, vielleicht heißt es aber einfach anders, was bei den unzähligen österreichischen Sonderbezeichnungen für Lebensmittel nicht verwunderlich wäre. Wenn ihr nicht das Glück habt und von einer Almwirtin eine Dose davon bekommt, lasst es einfach weg, Zwetschgenmarmelade ist ja auch noch drin 😉

Zutaten
8 Toastbrotscheiben
Zwetschgenmarmelade
Powidl
Teig
250 ml Milch
1 Ei
1 TL Rum
150 g Mehl
1/2 TL Salz
+ Fett (am besten Rapsöl) zum Ausbacken
Puderzucker zum Bestäuben

Die Hälfte der Toastbrotscheiben mit Zwetschgenmarmelade, die andere Hälfte mit Powidl bestreichen, dann jeweils eine mit Zwetschgenmarmelade und eine mit Powidl „zusammenkleben“.

Für den Teig alle Zutaten miteinander verrühren.

Das Fett in einem großen, tiefen Topf erhitzen.

Die zusammengeklebten Toastbrotscheiben nacheinander in den Teig tunken, etwas abtropfen lassen und dann im heißen Fett goldbraun ausbacken.

Evtl. auf etwas Küchenpapier abtropfen lassen, mit Puderzucker bestäuben und noch warm servieren.

Irakische Klaischa

Kulinarisch bin ich jetzt im Zuge meiner Weltreise im Irak gelandet. Das Rezept zu diesen Klaischa habe ich von meiner Arabischlehrerin Tara, von der ich auch noch gleich die Originalschreibweise gelernt habe: كليجا   . Gefüllt mit karamellisierten Datteln, die mit Rosenwasser abgelöscht werden, unterstreichen diese leckeren Kekse geradezu ihre orientalische Herkunft. Und sie sind so lecker!
Eigentlich sollten sie in traditionellen Holzmodeln gebacken werden, doch in Ermangelung solcher musste ein einfaches Gabelmuster herhalten. Mit etwas passender Tischdeko fällt dieser Fauxpas schon gleich gar nicht mehr auf 😉

Zutaten
Teig
100 g weiche Butter
50 g Zucker
Salz
175 g Mehl
1 EL Rosenwasser
Füllung
150 g getrocknete Datteln
20 g Butter
2 EL Rosenwasser

für 16 Stück

Für den Teig Butter, Zucker, Salz, Mehl und Rosenwasser verkneten und in Frischhaltefolie gewickelt 30 Minuten kühlstellen.

Währenddessen die Füllung herstellen: Die Datteln entkernen und fein hacken. Die Butter in einer Pfanne erhitzen und die Datteln darin anbraten. Mit Rosenwasser ablöschen und die Masse weichkochen. Abkühlen lassen.

Den Ofen auf 175° C Umluft vorheizen und ein Backblech mit Backpapier belegen.

Den Teig in 16 Portionen teilen. Jede davon auf einer bemehlten Arbeitsfläche plattdrücken, mit einem Teelöffel der Dattelmasse befüllen und den Rand einschagen. Die Nahtstellen gut zusammendrücken und die Klaischas auf das Blech setzen. Mit einer Kuchengabel ein Muster eindrücken.

Die Klaischas etwa 25 Minuten goldbraun backen.

Russische Kulitsch



Auf meiner Weltreise bin ich nun endlich eine Station weitergekommen! Von meiner Nachbarin Kathrin bekam ich das Rezept für Russische Kulitsch. Dieses Hefegebäck wird immer um die Osterzeit herum gebacken. Das besondere daran: Der Teig wird nicht etwa in Muffinsformen o.Ä. gefüllt, sondern in ganz normalen Konservendosen aus Blech gebacken! Das erklärt auch, wieso ich dieses Rezept nicht schon im März gepostet habe, als ich den brasilianischen Pudding ruinierte – ich hatte einfach noch nicht genug Dosen! Einige Tomatensoßen (mit geschälten Tomaten aus der Dose) später war es jedoch soweit und nun sind sie fertig, endlich einmal völlig innerhalb meines Zeitplans 😉

Zutaten
100 ml lauwarme Milch
1 Würfel Hefe (42 g)
220 g Zucker
1 Ei
1 Eigelb
460 g Mehl
3 EL Schmand
80 g Butter
Salz
70 g Rosinen
+ Öl und Semmelbrösel für die Dosen

für 4 Blechdosen mit 5 cm Durchmesser, 10 cm hoch

Für den Vorteig 70 ml lauwarme Milch, 1 EL Zucker und zerbröselte Hefe in einer großen Schüssel (!) mit einem Schneebesen gut verrühren. Mit einem sauberen Geschirrtuch zudecken und 20 Minuten gehen lassen.

Währenddessen die Butter schmelzen. 150 g Zucker, Ei und Eigelb schaumig schlagen. Schmand, abgekühlte Butter, Salz und Rosinen zufügen. Dann die restliche Milch und den Vorteig zugeben und verrühren.

Das Mehl portionsweise zugeben und dann mit den Händen zu einer Teigkugel verkneten. So lange weiterkneten, bis sich der Teig vom Schüsselrand löst. Die Schüssel nochmals zudecken und den Teig 30 Minuten gehen lassen.

Den Ofen auf 180° C Umluft vorheizen und die Blechdosen einfetten und mit Semmelbröseln ausstäuben.

Den Teig in vier gleich große Portionen teilen und jede in eine Blechdose setzen. Für 35-40 Minuten backen, Garprobe mit einem Holzstäbchen machen und ggf. länger backen.

Polnische Faworki mit 1000 Luftblasen

Heute landet die Zuckerbäckerei im Zuge der Weltreise bei Aga in Polen. Leider habe ich sozusagen den Flug verpasst, denn dieses unglaublich leckere Faschingsgebäck wird traditionell am letzten Donnerstag vorm Aschermittwoch gebacken. Und bekanntermaßen war das in diesem Jahr der 16. Februar. An diesem Tag, der in Polen „Fetter Donnerstag“ genannt wird, werden die Faworki und anderes Fettgebackenes überall angeboten. In der Schule bekommt jeder einen Krapfen und auch alle Arbeitgeber spendieren ihren Angestellten etwas Süßes. Nachmittags wird das „große Fressen“ nocheinmal so richtig gefeiert und alle treffen sich zum Tanzen und natürlich Faworki-Essen. Weil es angeblich Pech bringt, gar nichts Fettes vor Beginn der Fastenzeit zu essen, übertreiben es nicht wenige Polen mit dem Faworki- und Krapfenverzehr nach dem Motto „Je mehr Kalorien, desto mehr Glück“.
Praktrischerweise ist die Zubereitung, besonders das Schlagen des Teigs, anstrengend genug, wenigstens ein paar der später gegessenen Kalorien wieder auszugleichen. Danke Aga für das super Rezept!

Zutaten
Teig
300 g Mehl
5 Eigelb
4 EL Saure Sahne
1 TL Zucker
1 EL Rum
Salz
+ Fett zum Frittieren (ca. 1,5 l Öl oder 750 g Fett)
Zuckermischung
3 EL Puderzucker
3 EL Zucker
Mark einer Vanilleschote

für 25-30 Stück

Mehl, Eigelbe, Saure Sahne, Zucker, Rum und Salz zu einem geschmeidigen Teig verkneten.

Diesen 15 Minuten lang abwechselnd mit einem Nudelholz schlagen und wieder verkneten. So erhält der Teig die „1000“ Luftblasen.

Den Teig portionsweise so dünn wie möglich ausrollen, den restlichen Teig dabei immer in Folie wickeln, um austrocknen zu verhindern. Die Teigplatte in 3 cm breite und 10 cm lange Streifen schneiden. Jeden Streifen in der Mitte einschneiden und ein Teigende durchziehen.

Das Fett in einem großen Topf erhitzen. Um zu prüfen, ob das Fett heiß genug ist, einen kleinen Teigstreifen hineingeben. Wenn dieser unmittelbar zur Oberfläche aufsteigt und eine goldgelbe Farbe annimmt, hat das Fett die richtige Temperatur.

Die Faworki goldgelb frittieren und auf etwas Küchenpapier abtropfen lassen.

Puderzucker, Zucker und Vanillemark vermischen und die Fawori damit bestäuben.

Französische Crêpes

31. Januar – gerade nocheinmal gutgegangen mit meinem Vorhaben… Mit diesem Post startet nämlich eine neue monatliche Serie. Wie ihr vielleicht schon am Foto bemerkt habt, geht es um eine Weltreise. Das bedeutet für euch, dass ihr ab jetzt jeden Monat des Jahres 2012 hier bei der Zuckerbäckerei etwas Süßes aus einem fremden Land präsentiert bekommt!

Der heutige Beitrag stammt von meiner Grundschulfreundin Alice, die vor ein paar Jahren zurück nach Frankreich gezogen ist. Dank Facebook konnte ich sie dennoch um ein Rezept bitten und so kam es dazu, dass ich heute Crêpes gemacht habe. Ich kann mich entfernt erinnern, dass es diese auch auf einer von Alice Geburtstagsfeiern gab, aber so hoch gestapelt wie damals habe ich keine Pfannkuchen mehr gesehen. Vermutlich würde man einen derartigen Stapel bloß durch die zehnfache Menge der Zutaten zustande bringen, aber so viele Crêpes müssen es in Anbetracht mancher Neujahrsvorsätze (eurer, nicht meiner 😉 auch wieder nicht sein…

Ihr wollt auch mitmachen? Wenn ihr aus einem anderen Land stammt und ein super Rezept zu bieten habt, das auf keinen Fall bei der Weltreise fehlen darf – ich freue mich über jede eurer E-mails!

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