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Erdbeerkuchen mit Verbenencreme und Kombuchagelee

Seit gut zwei Jahren verfolge ich das Brigittenauer Restaurant Mraz&Sohn auf allen Kanälen. Ich glaube Katharina Seisers „Lokaltermin“ in der SZ war einer der Auslöser dafür:

Warum der Spannungsbogen hier mühelos bis zum Schluss hält? Die Herren Mraz machen das, was ihnen gefällt, und zwar mit ordentlich Feuer und Professionalität. Nebenbei erfinden sie eine neue Wiener Küche, die mit dem, was die Zuwanderer im Gepäck haben, so spielt, wie es Wiens Küche seit Jahrhunderten tut. In Zeiten des Populismus wird das natürlich gern unter den Teppich gekehrt. Ein wenig weltoffen und begeisterungsfähig sollte man aber schon sein. Beim Mraz servieren sie nicht wienerisch-servil, sondern großstädtisch-selbstbewusst.

Ich nahm mir fest vor, mich *irgendwann* selbst dorthin einzuladen (spoiler: ich war vergangenen Mittwoch dort!) und bis dahin einfach alles über dieses in meinen Augen spannendste Lokal der Stadt zu lesen. Zwischenzeitlich ergab es sich auch noch, Lukas Mraz für meine Kulinarium-Sendung zum Ö1-Japan-Schwerpunkt zu interviewen, wofür ich als Vorbereitung erst recht *alle* ergooglebaren Texte zum Mraz&Sohn las – besonders interessant: Lukas Mraz brilliert in der Küche seines Vaters (Falstaff), Wie die Healthy Boy Band Österreich auf der Gourmet-Landkarte platziert (der Standard) und Die große Healthy Boy Band Cooking Show (FM4).

Außerdem wurde ich begeisterte Followerin des Insta-Accounts des Restaurants, wo ich im Sommer diesen Kuchen hier entdeckte:

Eine „Kopie“ (jedenfalls optisch) einer McCafé-Schnitte, nur in *spannend*. Ich beschloss, den Kuchen nachzubauen – mit dem Handicap, dass ich ihn niemals probiert hatte und Foto und Beschreibungstext nicht wahnsinnig ausführlich waren.

erdbeer-verbenen-kombucha vogelperspektive

Meine Interpretation sieht ein bisschen anders aus (das Kuchen-Creme-Verhältnis ist eindeutig nicht wie auf dem Foto) und ist technisch wohl auch noch optimierbar. Den Kombucha-Guss zwischen auf den Erdbeeren habe ich nämlich mit Gelatine angedickt, was wohl keine besonders gute Wahl war (das nächste Mal „Tortenguss“ oder vielleicht Pektin?). Der vorbereitete Guss in meiner Schüssel wurde erst nach einer Stunde fest genug, um ihn über die Schnitten zu gießen. Davor „versickerte“ er einfach im Biskuit, was mir einen zur Hälfte Kombucha-getränkten Kuchen bescherte (noch dazu, weil ich den oberen Boden verkehrtherum, also mit der krume- statt kruste-Seite auf die Cremefüllung gesetzt habe…).

Die Verbenencreme-Füllung dagegen war richtig super. Das Zitroneneisenkraut, wie es auf deutsch heißt, kenne ich eigentlich nur als marokkanischen Teeersatz-Aufguss „Louisa“, doch als Dessertkomponente kann es sich auch sehen lassen.

Um einen Vergleich der besten Verarbeitungsmethode zu haben, habe ich einen Teil der Sahne mit getrockneten Blättern aufgekocht und abkühlen lassen, den Rest der Sahne für zwanzig Stunden mit getrockneten Blättern darin in den Kühlschrank gestellt. Wenig überraschend war die erhitzte Variante weit intensiver und damit auch die, die ich nächstes Mal wählen würde. Wie die Mrazes (wie setzt man diesen Namen in die Mehrzahl??) ihre Füllung so grün bekommen haben wie die (vermutlich farbstoffbunte) im McCafé-Vorbild, kann ich nicht nachvollziehen – meine Sahne war nur einen Hauch gefärbt.

erdbeer-verbenen-kombucha, seitenansicht

Ich bin dennoch zufrieden mit meiner Kopie der Kopie. Überhaupt: wer weiß, ob die Mraz&Sohn-Köche das McCafé-Original jemals probiert haben, oder auch nur vom Foto aus „nachgebaut“ haben? Der Schwarzteekombucha ist ein überraschender, leicht säuerlicher Kontrast zu den saftig-süßen Erdbeeren und die Verbenencreme mag ich, wie gesagt, super gerne. Dann noch fluffiger Biskuitboden mit ganz leichtem Zitronenzesten-Aroma und dank einer lieben Kollegin mit Verbenenbäumchen auch noch frische Blätter zur Deko.

Den Aufwand (und der war groß: Kombucha von Freund_innen organisieren, einen Teeladen mit Verbene im Sortiment auftun, absurde 12€ für okaye Erdbeeren zahlen, stundenlang in der Küche stehen) war es wert!

Das folgende Rezept, ist wie beim Milcheis mit Karottenkaramell („nachgebaut“ von der Gastwirtschaft Floh in Langenlebarn), eher als „Werkstattbericht“ zu lesen denn als gelingsichere Anleitung, aber ich glaube, das versteht sich nach obiger Einführung eh von selbst.

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Feigen-Sahne-Eis mit Karamellisierten Oliven

Feige + karamellisierte Olive im Eis. Das passt zusammen?

Hätte ich das Rezept (entwickelt von Anne Katrin Weber) nicht in der Effilee (noch immer meine liebste Food-Zeitschrift, btw) entdeckt, hätte ich es wohl verworfen. Denn grüne Oliven in süßem Eis gingen in meinem Kopf zu weit — obwohl ich großer Fan von eher unüblichen Desserts bin (s.a.: Basilikum-Eis, Chili-Kardamom-Limetten-Cheesecake, Erdnussbutter-Miso-Cookies).

Für meine Spätsommerdinnerparty vergangene Woche wollte ich unbedingt ein Dessert mit Eis haben und auch endlich mal die gläsernen Retroeisbecher, die seit einem Jahr (oder länger?) ungenutzt in meinem Geschirrkastl stehen, benutzen. So machte ich mich waghalsig ans Eismachen, hob Feigenkonfitüre unter und schnabulierte schon vorm einrühren ein paar karamellisierte Oliven, die ich letztlich richtig super fand.

feigen-sahne-eis-karamelloliven

Auf den Boden des Eisbechers kamen schließlich ein paar Mandelbiskuitstückchen, um eine Verbindung zu den Mandelblättchen in der Feigenkonfitüre (in meinem Fall von Stauds) herzustellen. Obenauf kam geschlagene Sahne, ein Stückchen Feige, Mandelblättchen, und frisch geriebene Orangenzeste (weil Orange und Feige laut Niki Segnits allwissendem Geschmacksthesaurus ein gutes Pairing sind).

Feigen-Sahne-Eis mit karamellisierten Oliven
Feigen-Sahne-Eis mit karamellisierten Oliven

Nur wenige meiner Gäst_innen kamen auf Anhieb darauf, was die Geheimzutat in diesem Eis war. Überhaupt könnte es eine gute Idee sein, heiklen Esser_innen nicht gleich zu verraten, dass grüne Oliven im Eis versteckt sind…

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Spätsommerdinnerparty

Letzte Woche war mir irgendwie fad, doch Dienstag Mitternacht hatte ich dann einen tollen Einfall: Wieso nicht einfach ein paar lieben Freund_innen das Beste des Spätsommers in mehreren Gängen auftischen und so einen ganzen Tag mit Zutaten heranschaffen und vorbereiten beschäftigt sein – und, nebenbei, gut essen?

Gesagt, getan. Mitten in der Nacht schrieb ich einer handvoll Freund_innen, mit einem besonderen Anliegen: Jede_r sollte eine mir nicht/kaum bekannte Person, die gut zum Abend passen würde, mitbringen. Leider bin ich von vielbeschäftigten Leuten umgeben, sodass das gar nicht so gut klappte, wie ich wollte, und schließlich nur eine mir liebe Unbekannte +1 dabei war. Aber das Konzept finde ich immer noch toll, hoffentlich schaffe ich es, in den nächsten Wochen nochmal einen ähnlichen Abend auf die Beine zu stellen.

Die folgenden Fotos sind ziemlich schlecht, was der mauen Beleuchtung unserer WG-Küche geschuldet ist und auch den maximal 30 Sekunden, die ich pro Gericht dafür aufgewendet habe, aber eins kann sich schon was damit vorstellen.

burrata / schmortomaten-marillen / kräuter
Burrata <3333

Zuerst: Mein liebstes Sommer-Spendierlaunengericht (weil €€€!). Cremige Burrata mit geschmorten Tomaten und Marillen, dem dabei entstandenen süß-fruchtigen Olivenöl, frischem Pfeffer und Fensterbrettkräutern. Und Weißbrot (in diesem Fall das beste Fladenbrot der Gegend, von Tanis am Kutschkermarkt) zum Auftunken. Hätte ich vielleicht nicht zu allererst Servieren sollen, weil die großartige Burrata allem die Show stahl.

tortitas de maiz
Mexikanisch inspiriert.

Mit diesem Teller bin ich letztlich nicht so zufrieden. Die Tortitas de maìz (Rezept gesehen auf @annaburghardts’s Insta-Account) fielen beim Anbraten auseinander oder wurden sehr dunkel. Die Tomatensalsa mit Chili und Limette habe ich von meinem Hauptgericht im Bruder letzte Woche (Pfannkuchen-Tortillas mit Tomatensalsa, Mais, Käferbohnencreme und gebratenem Wels) kopiert, leider übertönte sie den sommerlichen, eigentlich sehr intensiven Maisgesschmack der „Pfannkuchen“.

pfifferlingsrisotto
So schön wie Uwe von Highfoodality kann ich Teller nicht anrichten, aber ich finde es sieht ganz hübsch aus.

Spätsommer bedeutet nicht nur beste Tomaten und Steinfrüchte im Überfluss, sondern auch Schwammerl in großer Vielfalt. Leider sind die in der Stadt (oder jedenfalls in meiner Umgebung) nur zur Apothekerpreisen zu haben und dann von nichtmal besonders guter Qualität – jedenfalls Welten von dem entfernt, was mein Papa daheim aus dem Wald trägt.

Deshalb habe ich dieses Pfifferlingrisotto nach Highfoodality mit ein paar getrockneten Steinpilzen aus dem letzten Jahr (von meinem Papa!) gepimpt und dafür die Menge der Pfifferlinge aka Eierschwammerl reduziert. Die Heidelbeeren schmecken übrigens wunderbar dazu!

Eisbecher
Eisbecher, die den Rest des Jahres im Kastl stehen

Das Eis im Dessert ist mir schon vor ein paar Wochen in der Effilee untergekommen und nicht mehr aus dem Kopf gegangen: Feige/karamellisierte Olive ist einfach eine sehr außergewöhnliche Geschmackskombi, die sich Anne Katrin Weber da überlegt hat. Ich habe das Eis mit Staud’s Feigenmarmelade gemacht, in der auch noch Mandelsplitter verarbeitet sind und diese Geschmackskomponente dann auch noch in Form von Mandelbiskuit im Eisbecher untergebracht. Dazu gabs auch noch geschlagene Vanillesahne, Mandelsplitter, Feigen und Orangenzeste – das genaue Rezept folgt in den nächsten Tagen hier im Blog!

ein „halbes“ Dessert zum Abschluss

Ein Dessert ist in meinen Augen nicht genug, deshalb gabs ganz zum Schluss noch ein halbes dazu. Gin Basil Smash in der Coupette, mit einem Spießchen bestehend aus Heidelbeeren, in Heidelbeerlikörlikör getränkten Mandelbiskuitwürfeln, Basilikum und Zitronenzeste.

Der Abend hat (auch wegen sehr überlegter Vorbereitung und einem Anrichte/Servierassistenten) sehr gut geklappt und viel Spaß gemacht. Ich konnte mal mein bestes Geschirr aus dem Kastl holen (wobei ich nur Gläsernes in ausreichend großer Zahl habe) und Zutaten kaufen, die mir für den Alltag zu kostspielig wären (Burrata!? Pfifferlinge!? Heidelbeeren!?). Und ich weiß jetzt, dass ich sieben Leute bekochen kann und auch alle bequem sitzen, wenn wir alle Sessel der WG zusammensammeln. Wieder was gelernt, Ferienvorsatz erfüllt :)

Punschkrapferl

Inspiriert, oder eher gezwungen von den rosa-herzerl-glitzer-Posts, die in der vergangenen Woche das Internet überfluteten, beschloss ich spontan, mal Punschkrapferl zu machen. Diese österreichische Spezialität hatte ich zwar schon oft gesehen, aber noch nicht ein einziges Mal gekostet.

Punschkrapferl

Laut Wikipedia handelt es sich dabei um einen Würfel (seltener auch Zylinder) aus Biskuitteig, der mit einer Masse aus Marmelade, Rum oder Punsch und Schokolade gefüllt und mit einer rosa Glasur (sog. Punschglasur, als solche in Österreich erhältlich) überzogen ist.

Punschkrapferl

Soweit so einfach – Punschkrapferl scheinen die österreichische Variante von Granatsplittern (die ich zuletzt 2010 gebacken habe) zu sein. Ich wollte es allerdings nicht so halten wie z.B. mit Oreos und eine „berühmte“ Speise nachbacken, ohne vorher einmal das „Original“ probiert zu haben. Deshalb stattete ich den Konditoreien in meinem Umfeld einen Besuch ab und machte einen Punschkrapferltest:

punschkrapferl-verkostung
v.l.: Punschkrapferl vom MANN, Konditorei Hübler und meine zwei Varianten – einmal mit, einmal ohne Kakao

Auf die Idee hatte mich dieser Post von Katharina Seiser gebracht, die 2010 die besten Punschkrapferl Wiens gesucht hatte. Richtig überzeugt hat mich aber keines meiner, zugegeben recht wenigen, Testexemplare. Aber immerhin hatte ich einen Anhaltspunkt!

Ich kombinierte einige Rezepte, die ich im Internet gefunden hatte, und wurde zumindest bezüglich des Biskuits gründlich enttäuscht. Vielleicht habt ihr es meiner Instagramstory gesehen – mir fiel einfach der ganze Biskuit gänzlich zusammen. Gut, dass ich schier endlose Vorräte hege und auch nach Mitternacht einfach einen zweiten – diesmal nach meinem Rezept – backen konnte. Auch gut: Punschkrapferl als „Resteverwertung“ – der ruinierte Boden fand trotzdem Verwendung. Damit ihr euch nicht genauso ärgern müsst, habe ich euch hier aber mein oft getestetes und funktionierendes Biskuitrezept aufgeschrieben, es ergibt genauso viel fertigen Biskuit wie das andere.

Auf jeden Fall sind Punschkrapferl ziemlich viel Arbeit, aber solltet ihr größere Mengen an übrigem Biskuit haben, gehts schon viel schneller. Außerdem besteht die Füllung in meinem Rezept aus Blutorangensaft und gar nicht so viel Zucker, sodass die dann nicht pappsüß und schrecklich künstlich schmeckt wie häufig bei gekauften Exemplaren.

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Biskuitroulade mit Aprikosenfüllung und Kardamom

Über die Ferien war ich mehrere Wochen weg aus meiner WG. Wieder da freute ich mich ziemlich, endlich wieder eine (fast) eigene Küche und, wichtiger, Entscheidungsfreiheit über alles was ich Kochen und Backen wollte, zu haben.

Eines späten Abends wollte ich dann etwas fürs Semesterstart-Picknick, das am nächsten Vormittag stattfinden sollte, backen. Ich öffnete meine wohl sortierte Vorratsschublade – und es flatterten mir zahlreiche Motten entgegen. Nachdem ich alle (offensichtlich undichten) Boxen überprüft hatte, musste ich feststellen, dass nur Zucker, Mehl, Speisestärke und Kakao nicht von Ungeziefer befallen waren. Alles andere – Nüsse, Mandeln, Trockenfrüchte, weitere Mehlsorten, Grieß, Polenta und so viel mehr – musste ich leider in den Müll werfen.

Meine Vorrats-Schublade

Das alleine war schon ärgerlich genug. Doch was sollte aus meinem Picknick-Mitbringsel werden? Butter hatte ich auch kaum mehr zu Hause, die Milch fast leer. In Marokko wäre ich einfach zum Hanut gegangen, um auch um 22 Uhr alles, was für Gebäck notwendig war, einzukaufen. In Wien musste ich kreativ werden. Nach langem hin- und herüberlegen hatte ich endlich einen Einfall: Biskuitrouladen!

Dafür bräuchte es nicht mehr als viele Eier, Zucker, ein wenig Mehl, Stärke und Butter. Als Füllung könnte ein selbstgemachtes Glas Konfitüre aus dem Vorrat herhalten, zur Deko ein bisschen Puderzucker.

Biskuitrouladen mit Aprikosenfüllung und Kardamom

Das Ergebnis meiner nächtlichen Notnagel-Backaktion erwies sich allerdings als richtig lecker – Aprikose-Kardamom ist einfach unschlagbar.

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Himbeer-Mascarpone-Charlotte

An Torten wage ich mich nur selten, denn ich finde sie ziemlich unpraktisch. Sie sind aufwendig zu machen, schlecht zu transportieren, nur in großer Menge (also für weit mehr als 2 Leute) sinnvoll und nicht lange haltbar.

Himbeer-Mascarpone-Charlotte

Hin und wieder, so zum Beispiel auch für die diesjährige Osterbrunch-Tafel meiner Familie, packt mich aber der Ehrgeiz und ich sinniere über luftige Biskuitböden, cremige Sahnefüllungen und süße Früchte zur Dekoration. Eine zusätzliche Herausforderung für das Ostersonntagsexemplar: Möglichst viel von den ausgeblasenen Eiern (also Eiweiß-Eigelb-Gemisch) aufbrauchen, am Besten auch noch den unendlichen Vorrat an selbstgemachter Marmelade schrumpfen lassen.

Himbeer-Mascarpone-Charlotte

Nichts einfacher als das: die Übrigbleibsel der ausgeblasenen Eier wanderten in die Biskuitböden, ein kleines Glas Himbeer-Rhabarber-Konfitüre dazwischen. Außenherum selbstgemachtes Löffelbiskuit, das die Cremeschicht aus Mascarpone und Himbeerpüree an ihrem Platz hielt. Zur Deko noch ein paar unverschämt luxoriöse frische Himbeeren und Heidelbeeren (vermutlich importiert von der anderen Seite der Welt) und fertig ist der Hingucker!

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Godori-Torte

Vor ein paar Monaten habe ich auf einem Konzert einen Kanadier kennengelernt, der an einer Sprachschule in Rabat koreanisch unterrichtet. Er hatte die Jahre zuvor in Korea gelebt und hielt auch in Marokko noch eine Tradition dieses Landes aufrecht, das Godori-Kartenspiel. Innerhalb kürzester Zeit wurde auch ich Fan und spielte bis spätnachts mit Freunden aus aller Welt an seinem Wohnzimmertisch Go-Stop, wie das Spiel auch genannt wird. An einem Abend wurde die Spielrunde zu mir verlegt, da bot ich natürlich einen Kuchen an. So entstand die Godori-Torte.

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Bitte entschuldigt die mittelmäßigen Fotos, sie entstanden „live“, mit Gästen und bei funzeligem 60-Watt-Glühbirnen-Licht und nicht extra gestylt.

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Godori, aka Go-Stop, ein koreanisches Kartenspiel in Marokko… Godori-Torte weiterlesen

Victorias Torte

Meine liebste Mitbewohnerin Victoria geht diese Woche leider wieder zurück nach Belgien. Zur Abschiedsparty am Wochenende musste deshalb unbedingt eine tolle Torte her.

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Zwei Chocolate-Chip-Biskuit-Böden mit einer Lage Brownie, getrennt von Vanille-Marillen-Konfitüre und gesalzenem Karamell. Dazu Chocolate Cream Cheese Frosting, Haselnusskrokant und – Wunderkerzen!

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Diese Kalorienbombe von Torte ist sehr reichhaltig und dank der Karamellfüllung auch ziemlich süß. Ich habe deshalb den Zuckeranteil in der Brownielage und im Frosting reduziert, damit sie keinen Zuckerschock verursacht, wie gewöhnliche marokkanische Torten… Und trotzdem kam sie auch bei den Marokkanern gut an. Lecker!

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5 Jahre Zuckerbäckerei – Funfetti Lemon Curd Torte

FÜNF Jahre Zuckerbäckerei!
Ende September wurde mir zum ersten Mal richtig bewusst, dass bald das „Blogiversary“ meiner Zuckerbäckerei nahte. Und zwar das fünfte! Ein halbes Jahrzehnt ist schon ganzschön lang, wenn man selbst noch nicht einmal ganz zwei auf dem Buckel hat…

Mit meinem Blog habe ich Geburtstage gefeiert (15, 16, 18, 19), Reisen unternommen (SudanWien, Barcelona,…), Adventskalender zusammengestellt (2010, 2011, 2012, 2013). Ich habe mir eine DSLR zugelegt, bin zum selbsgehosteten WordPress umgezogen, habe mein Abitur gemacht und so vieles mehr. Insgesamt macht das 571 Posts, davon gut 400 Rezepte und 137 Ausgaben meiner Linksammlung Zuckersüß.

Die Gesamtzahl der Besucher kann ich leider nicht mehr rekonstruieren, seit dem Umzug zu WordPress im Sommer letzten Jahres bringt es die Zuckerbäckerei aber auf knapp 47.000 eindeutige Seitenaufrufe. Ein bisschen Social Media mache ich auch, das heißt 338 Facebook-Likes und 73 Instagram-Follower. Dazu kommen noch gut 500 Kommentare und ungezählte E-Mails.

funfetti lemon curd torte_1

Foodbloggen macht mir immer noch genauso viel Spaß wie in den Anfangstagen der Zuckerbäckerei. Backen, Fotografieren und das Internet sind noch immer meine liebsten Hobbies und werden mir bestimmt auch nicht so schnell langweilig. Vom ursprünglich ausschließlichen Rezeptblog hat sich die Zuckerbäckerei zu meiner digitalen Spielwiese weiterentwickelt, in der ich auch einiges andere veröffentliche. Damit meine ich zum Einen Posts über Reisen, kleine DIYs oder Gastblogger, die ich zu bestimmten Anlässen einlade. Vor allem meine ich aber meine Linksammlungen, in denen ich mich bemühe, meine beiden Filterbubbles (Food/alles andere) ein bisschen näher zusammenzubringen. Damit will ich euch, meine liebsten Leser, vielleicht auch mal in neue Ecken des Internets entführen und eine kleine Brücke zwischen diesen zwei Welten schlagen. Ich finde es nämlich ziemlich schade, dass Foodblogs meistens ausschließlich in ihrer schönen, wortwörtlichen Friede-Freude-Eierkuchen-Welt bleiben und kaum andere Themen behandeln.

Nachdem ich jetzt ein Jahr in Marokko lebe, will ich euch natürlich auch davon ein bisschen zeigen, seien es nun Rezepte oder Geschichten in „Neues aus Marokko“-Posts. Ansonsten werdet ihr hier in Zukunft immer das sehen, was mir gerade so einfällt. Die Ideen gehen mir, bei so viel Inspiration um mich herum, bestimmt so bald nicht aus.

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Zurück zum Kuchen: Zur Feier des Tages musste unbedingt ein ganz besonderer Kuchen her. Eine Torte sollte es sein, mit mindestens drei Böden, am besten mit großzügig Zuckerstreuseln und einer leckeren, aber nicht zu süßen Cremefüllung.
Inspiriert von My Name is Yehs Funfetti Cake habe ich dann schließlich Biskuitböden mit reichlich bunten Streuseln gebacken und mit selbstgemachtem Lemon Curd, beziehungsweise einer Creme daraus gefüllt. Mit noch mehr Streuseln und ein paar Fähnchen aus Zeitschriftenseiten dekoriert ist er einem fünften Jubiläum durchaus würdig.

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Diese tolle Torte dann noch entsprechend fotografisch in Szene zu setzen erwies sich dann leider als gar nicht so einfach. Ich besitze nämlich weder einen anständigen Tisch (deshalb steht die Torte auf meinem selbstgebasteltem Papp-Regal), noch eine Tortenplatte (deshalb mussten khakigrüne Teller herhalten) und Kuchengabeln oder einen Tortenheber sowieso nicht. Deshalb aßen meine Gäste und ich diese Torte bei meiner Geburtstagsparty schließlich von Packpapier (aka marokkanische Servietten) und zwar wahlweise mit der Hand (sehr marokkanisch) oder mit dem Löffel (für alle, die Cremetorten lieber im Bauch als an den Fingern haben). Geschmeckt hat sie offensichtlich, denn es blieb kein Krümel übrig.

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Zum Schluss würde mich noch eins interessieren, meine liebsten Leser: Was gefällt euch an der Zuckerbäckerei am Besten (sei es nun ein bestimmtes Rezept, eine Rubrik, etc.)? Eure Meinung interessiert mich wirklich sehr und ich freue mich immer wie eine Schneekönigin über eure Kommentare oder E-Mails. Liebe Grüße!

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Blogiversary: Zuckerbäckerei-Petit Fours

Happy Blogiversary!

Stellt euch vor: Die Zuckerbäckerei feiert ihren 2. Geburtstag!
Nun könnte ich mich über die angeblich recht amüsante Wortneuschöpfung Blogiversary auslassen, wie es ein paar meiner Leser/Freunde schon getan haben (zwei englische Wörter in einem deutschen Satz verschmelzen?). Ich könnte auch einmal wieder schwärmen, wie einfach es mit meiner neuen Kamera ist, qualitativ hochwertige Fotos zu schießen (zumindest Vollautomatik: total einfach). Sogar noch etwas fiele mir ein: Eine Top-10-Liste meiner Lieblingsrezepte (ganz klar dabei: der erste Post überhaupt). Aber das Alles vielleicht ein anderes Mal. 
Denn heute, mit der Veröffentlichung des 196. Post, will ich mich vor allem bei euch lieben Lesern bedanken: Nur durch euch kann ich jetzt mehr als 12000 Klicks, 72 Kommentare und 39 Facebook-Likes zählen!

Danke :)


Zutaten
Biskuit
60 g Mehl
30 g Speisestärke
3 Eier, Raumtemperatur (!)
1 Prise Salz
80 g Zucker
Vanillezucker
+ 3-4 EL Zucker
Füllung
3 EL „gelbe“ Konfitüre (in meinem Fall Marille)
40 g Zartbitterschokolade
3 EL Sahne
Überzug
ca. 300 g Fondant oder angewirktes Marzipan(leider habe ich diesen nicht abgewogen)
+ Puderzucker für die Arbeitsfläche
Verzierung
1 EL Puderzucker
rote/rosa Lebensmittelfarbe
etwas Wasser oder klarer Schnaps (wird schneller trocken)

für etwa 40 Stück

Den Ofen auf 170° C Umluft vorheizen und ein Backblech mit Backpapier belegen. Dieses so falten und evtl. zusammentackern, dass eine Form mit 30×40 cm entsteht.
Das Mehl und die Speisestärke vermischen und die Eier trennen.
Die Eiweiße schaumig schlagen, Salz, Zucker und Vanillezucker einrieseln lassen und schließlich steif schlagen.
Vorsichtig die Eigelbe unterrühren und anschließend die Mehlmischung darübersieben.
Mit einem Schneebesen vorsichtig vermengen.
Die Masse gleichmäßig in die Backpapierform streichen und 10 Minuten goldbraun backen (bei Berührung sollte eine Druckstelle auf dem Biskuit sofort wieder zurückspringen).
Sofort auf ein mit Zucker bestreutes, sauberes Geschirrtuch stürzen und abkühlen lassen.
Die Biskuitplatte in drei gleich große Rechtecke teilen.
Die Schokolade im Wasserbad schmelzen und die Sahne mit einem Schneebesen unterrühren (für die herkömmliche Herstellungsmethode von Ganache sind die Mengen zu gering).
Auf dem ersten Biskuitrechteck die Konfitüre verteilen, dann das nächste daraufsetzen.
Dieses Biskuitrechteck gleichmäßig mit der Ganache bestreichen und die letzte Biskuitplatte daraufsetzen.
Mit einem scharfen Messer die Biskuitplatten in Quadrate mit etwa 2cm zerteilen.
Den Fondant portionsweise auf einer mit Puderzucker bestäubten Arbeitsfläche ausrollen und in Streifen, die so breit sind wie die Biskuitwürfel hoch, schneiden. Außerdem Quadrate mit 2 cm als „Deckel“ zuschneiden.
Zuerst einen Streifen außen um ein Pétit four wickeln, dann die oberen Kanten mit Wasser benetzen und einen „Deckel“ daraufsetzen.
Mit allen anderen ebenso verfahren.
Für die Verzierung Puderzucker, Lebensmittelfarbe und Wasser/Schnaps zu einem dickflüssigen Guss anrühren.
Mit einem Pinsel pinke Verzierungen auf die Pétit fours malen.