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Erdbeer-Vanille-Éclairs

Éclairs sind einige der wenigen Sachen, die ich nur zu besonderen Anlässen aka schulfreien/freizeitvollen Tagen backe. Doch Brandteig ist auch nicht soo schwer zu machen. Glaube ich jedenfalls. Nach gut dreieinhalb Jahren Zuckerbäckerei und mindestens fünf mit dem Lieblingshobby Backen fällt es mir schon ein bisschen schwer, zu entscheiden, wie anspruchsvoll ein Rezept jetzt für eine(n) weniger Backverrückte(n) erscheint. Naja, was Éclairs wirklich zu einem „Feiertagsrezept“ macht, ist nicht der Schwierigkeitsgrad und Aufwand, sondern die Sahnefüllung. Diese macht das Gebäck nämlich kaum transportabel (in der Pausenbox in die Schule mitnehmen würde nicht gut enden) und am besten sollten es noch am Tag der Herstellung serviert werden.
Zum Muttertag wären Erdbeer-Vanille-Éclairs aber perfekt, meint ihr nicht?

nach einem Rezept aus „Éclairs“ von Marianne Magnier-Moreno 

Zutaten
Éclairs
80 ml Milch
80 ml Wasser
70 g Butter in kleinen Stückchen
2 g Salz
10 g Zucker
100 g Mehl
Füllung
120 g Sahne
2-3 EL Puderzucker
1 TL Speisestärke
3 Erdbeeren
Glasur
70 g Puderzucker
Mark von 1/2 Vanilleschote
Wasser

Milch, Wasser, Butter, Salz und Zucker in einem kleinen Topf erhitzen. Für ein paar Sekunden sprudelnd kochen lassen und dann das Mehl unterrühren. So lange weiterrühren, bis der Teig fest wird.

Den Ofen auf 180° C Umluft vorheizen und ein Backblech mit Backpapier belegen.

Den Topf unter ständigem Rühren nochmals auf den Herd stellen und etwa eine Minute „abbrennen“, d.h. so erhitzen, dass sich der Teig vom Topfrand löst.

Den Teig leicht abkühlen lassen und die Eier verquirlen.

Zwei Drittel der verquirlten Eier unter den Teig rühren und diesen in einen Spritzbeutel mit Lochtülle füllen.

Éclairs von etwa 7cm Länge auf das Backblech spritzen und mit dem restlichen Ei glattstreichen.

Etwa 30 Minuten backen und vollständig abkühlen lassen. Dann horizontal halbieren.

Dier Erdbeeren waschen, trocken tupfen und in feine Würfel schneiden. Die Sahne mit Puderzucker und Speisestärke steif schlagen und zuletzt die Erdbeerwürfel unterheben.

Die Éclair-Böden großzügig mit der Sahnefüllung bestreichen, dann den „Deckel“ daraufsetzen.

Puderzucker mit Vanillemark und Wasser zu einem recht dickflüssigen Guss verrühren und die Éclairs damit glasieren.

Am besten sofort servieren, ansonsten im Kühlschrank aufbewahren

Croissants – selbstgemacht!

In einem Anfall von plötzlichem Backwahn – ja, sowas passiert mir gelegentlich – und inspiriert von Love & Olive Oils Kitchenchallenge habe ich letzes Wochenende aus heiterem Himmel Croissants gebacken. Ich finde sie sind ganz passabel geworden für ein Erstlingswerk. Ich habe mich ganz an die wunderbar bebilderte Anleitung in einem meiner Lieblingsbackbücher, „Ofenfrisch“ von Michel Roux, gehalten und ich glaube diesem auch meinen recht großen Erfolg zuschreiben zu können. Vielleicht starte ich irgendwann nochmal einen Versuch, mal sehen ob das hier nur einmal wieder Anfängerglück war (s. Macarons).

nach einem Rezept aus Ofenfrisch von Michel Roux
Zutaten
25 g Hefe
250 ml lauwarme Milch
500 g Mehl
12 g Salz
50 g Zucker
275 g kalte, aber nicht zu harte Butter
+ 1 Eigelb und 1 EL Milch
Füllung (optional)
Schokostreusel
Marzipanrohmasse

Die Hefe in der Milch auflösen. Mehl, Salz und Zucker in einer großen Rührschüssel vermischen.
Die Milch bei rührenden Knethaken unter die Mehlmischung arbeiten. So lange kneten (ggf. im Anschluss mit den Händen), bis sich der Teig vom Schüsselrand löst.

Die Schüssel mit Frischhaltefolie abdecken und den Teig etwa 60 Minuten gehen lassen, bis er sein Volumen verdoppelt hat.

Die Luft wieder aus dem Teig kneten, die Schüssel wiederum abdecken und den Teig 4-8 Stunden kühlstellen.

Den Teig auf einer bemehlten Arbeitsfläche durchkneten und zu einer Kugel formen. Diese in der Mitte 3 cm tief kreuzweise einschneiden und so ausrollen, dass ein 1-1,5 cm dickes, gleichmäßiges Kreuz entsteht.

Die Butter auf ca. 1,5 cm Dicke ausrollen, in die Mitte des Teigkreuzes legen und komplett einschlagen. Die Teigränder gut aufeinanderdrücken.

Das Teig/Butterrechteck auf einer weiterhin gut bemehlten Arbeitsfläche auf 30×60 cm ausrollen. Die beiden Enden in die Mitte schlagen, sodass ein Teigrechteck mit drei Lagen entsteht. In Frischhaltefolie wickeln und 30 Minuten kühlstellen.

Den gekühlten Teig um 90° drehen und wieder auf 30×60 cm ausrollen. Wieder die beiden Enden in die Mitte schlagen, sodass wieder drei neue Lagen entstehen. In Frischhaltefolie wickeln und 30 Minuten kühlstellen.

Den gekühlten Teig ein letzes Mal falten. Dafür wieder um 90° (ursprüngliche Ausrichtung) drehen, auf 30×60 cm ausrollen und die beiden Enden in die Mitte schlagen, sodass nochmals drei neue Lagen entstehen. In Frischhaltefolie wickeln und 30-60 Minuten kühlstellen.

Den Teig auf einer gut bemehlten Arbeitsfläche auf 3 mm Dicke ausrollen. Mithilfe einer Schablone Dreiecke mit 9 cm Breite und 18 cm Höhe ausschneiden.

Diese an der Basis mit Schokostreuseln oder Marzipan belegen oder auch einfach leer lassen und von der breiten Seite her aufrollen. Die Spitze gut andrücken und die Enden etwas einwärts drehen. Auf zwei mit Backpapier belegten Blechen verteilen.

Eigelb und Milch verrühren und die Croissants von innen nach außen damit bestreichen, ohne die einzelnen Teigkanten zu verkleben.

Die Croissants an einem warmen, möglichst feuchtem Ort zu doppelter Größe aufgehen lassen. Ich habe dafür die beiden Bleche in den Ofen geschoben und eine Auflaufform gefüllt mit kochendem Wasser auf den Boden gestellt. Bei niedrigster Temperatur (30° C Ober- und Unterhitze) und geschlossener Ofentür ca. 2 Stunden gehen lassen.

Die beiden Bleche und die Auflaufform aus dem Ofen nehmen und diesen auf 170° C Umluft vorheizen.
*
Die Croissants nochmals mit Eigelb/Milch bestreichen. Jedes Blech einzeln 12-14 Minuten backen, bis die Croissants goldbraun sind.

Wer nicht alle Croissants backen will, kann sie vor dem zweiten Einstreichen mit Eigelb (*) in Gefrierdosen o. Ä. legen und höchstens zwei Wochen einfrieren.

Orientalische Frühstücksschnecken aka Middle Eastern Sticky Buns

Das Rezept dieser Middle Eastern Sticky Buns mochte ich schon, als ich den Titel las. Es stammt von dem wunderbaren saudiarabischen (!) Blog Yasmine’s Kitchen und ist im Original mit vielen Step-by-Step-Fotos ausgestaltet. Hier bei mir findet ihr eine etwas abgeänderte Version, die leider auch nicht recht viel schneller zuzubereiten ist. Für ein einfaches Sonntagsfrühstück sind die Frühstücksschnecken also eher ungeignet, für den nächsten Brunch würde ich sie aber uneingeschränkt weiterempfehlen. Hefeteig mit Aprikosen, Pistazien und das dann karamellisiert und gewürzt mit viel Zimt und Kardamom – das kann man doch nur mögen!

nach einem Rezept von Yasmine’s Kitchen
Teig
21 g (1/2 Würfel) Hefe
30 ml warmes Wasser
50 g Zucker
50 ml Milch
30 g weiche Butter
1 Ei
1 Eigelb
1 TL Zitronenschale
1 1/2 TL Salz
250 g Mehl
Füllung
33 g Zucker
50 g brauner Zucker
75 g getrocknete Aprikosen
50 g Pistazien
1 TL Kardamom
1/2 TL Zimt
25 g Butter
Boden
10 TL brauner Zucker
50 g Pistazien
30 g getrocknete Aprikosen

für 10 Stück

Die Hälfte des Mehls in eine große Schüssel geben und die Hefe darüberbröckeln. Das Wasser und einen Teelöffel Zucker dazugeben und mit einer Gabel verrühren. Etwa 10 Minuten stehen lassen.

Milch, Butter, Zitronenschale, Eier, Zucker und Salz einrühren. Die Hälfte des übrigen Mehls mithilfe eines Teigspatels einarbeiten. Das restliche Mehl mit den Händen einkneten, ggf. noch etwas mehr Mehl zugeben, wenn der Teig sehr klebrig ist.

Den Teig zu einer Kugel formen und in einer gefetteten Schüssel 1-2 Stunden gehen lassen, bis sich das Volumen verdoppelt hat.

Den Ofen auf 180° C Umluft vorheizen.

Währenddessen die Füllung zubereiten: Aprikosen und Pistazien fein hacken und in einer kleinen Schüssel vermischen. Braunen und weißen Zucker mit Zimt und Kardamom vermischen. Die Butter schmelzen.

Als nächstes den Boden der Förmchen vorbereiten. Dazu in jedes Förmchen einen Teelöffel braunen Zucker geben. Die Pistazien und die Aprikosen hacken und gleichmäßig auf die Förmchen verteilen.

Den Teig kurz durchkneten, dann zu einem 30×40 cm Rechteck ausrollen. Die Teigplatte mit der geschmolzenen Butter bestreichen, mit der Zuckermischung und den gehackten Pistazien und Aprikosen bestreuen. Über die Längsseite aufrollen und vorsichtig in 10 gleich große Stücke schneiden.

Jedes Stück vorsichtig in ein Förmchen setzen. Die Frühstücksschnecken für 30-35 Minuten goldbraun backen. Aus den Förmchen nehmen und noch warm servieren.

Aprikosen… Pistazien… Was könnte man noch so daraus machen?

24: Christbaumcupcakes

Meine lieben Leser, ich wünsche euch einen wunderbaren Heiligen Abend voller gutem Essen, vielen Geschenken unterm Baum und gemütlichem Familienbeisammensein.
Ich hoffe eure und auch meine Feiertage werden erholsam und verleiten euch nicht zu einer Radikaldiät im Nachhinein, das ist nämlich niemals eine gute Idee. Die nächsten paar Tage werde ich ausnahmsweise Mal abseits der Zuckerbäckerei verbringen, spätestens zum Jahreswechsel wird sie mir aber bestimmt fehlen 😉

Diese Christbaumcupcakes spuken mir schon seit dem Sommer im Kopf (bzw. in meinem Backvorhabentumblr) herum, doch so antizyklisch mag und kann ich dann doch nicht backen und ich hob mir das heutige Adventskalendertürl wirklich bis zum letzten Drücker auf. Glücklicherweise sind die Cupcakes dann doch noch fertig geworden und beenden den diesjährigen Adventskalender genauso bunt und so voller Royal Icing wie er begonnen hat.

Frohe Weihnachten!

Zutaten
Cupcakes nach einem Rezept von The Sophisticated Gourmet
165 g Zucker
105 g Mehl
30 g Kakao
1 TL Backpulver
1/2 TL Natron
Salz
1 Ei, Raumtemperatur (!)
120 g Saure Sahne
60 ml Öl
120 ml kochendes Wasser
Buttercreme
110 g weiche Butter
75 g Puderzucker
2 TL Speisestärke
Mark von 1/2 Vanilleschote
grüne Lebensmittelfarbe
Royal Icing
1 EL Meringue Powder
40 ml Wasser
250 g Puderzucker
grüne Lebensmittelfarbe
+ 12 Eiswaffeln
Zuckerperlen und -sterne

für 12 Stück

Den Ofen auf 180° C Umluft vorheizen und 12 Muffinsförmchen auf einem Backblech verteilen.

Zucker, Mehl, Kakao, Backpulver, Natron und Salz vermischen. Ei, saure Sahne und Öl mit einem Teigspatel unterarbeiten. Zuletzt das kochende Wasser einrühren, dabei von innen nach außen rühren, so geht es schneller.

Den Teig gleichmäßig auf die Muffinsförmchen verteilen und 15-20 Minuten backen. Vollständig abkühlen lassen.

Für die Buttercreme die Butter in eine Schüssel geben. Puderzucker und Speisestärke darübersieben und dann solange rühren, bis die Masse an Volumen gewinnt und fast weiß erscheint. Zuletzt das Vanillemark und die grüne Lebensmittelfarbe unterrühren. Anschließend die Masse zugedeckt kühlstellen.

In einer weiteren Schüssel Meringue Powder und Wasser schaumig rühren. Den Puderzucker darübersieben und steif aufschlagen. Die Lebensmittelfarbe einrühren.

Die Buttercreme in einen Spritzbeutel mit kleiner Sterntülle füllen.

Jeweils eine Eiswaffel auf einen Cupcake setzen und mithilfe eines Teigspatels mit Royal Icing einstreichen. Ruhig etwas Textur übrig lassen, denn Christbäume sind ja nicht glatt. Mit Zuckerperlen und -sternen verzieren. Rund um den Baum herum den Cupcake mit kleinen Buttercremetupfern bespritzen. Mit allen weiteren Cupcakes ebenso verfahren.

Am besten sofort servieren, ansonsten kühl aufbewahren.

15: Pecanbiscotti

Pecans an sich sind schon etwas besonderes: zumindest in meiner Gegend gibt es sie in keinem einzigen Supermarkt im regulären Sortiment. Hier wird die Pecanigkeit – dieses Wort erfinde ich zu diesem Zweck jetzt einfach – auf die Spitze getrieben. Zuerst werden die Pecans wie Gebrannte Mandeln kandiert und dann im Biscottiteig gleich doppelt gebacken. So lecker!

nach einem Rezept von Joy the Baker
Zutaten
Zum Kandieren
1 Eiweiß
50 g Zucker
1/2 TL Zimt
frisch geriebene Muskatnuss
Salz
1 Prise Pfeffer
100 g Pecans
Teig
150 g Mehl
1/2 TL Zimt
frisch geriebene Muskatnuss
1/2 TL Backpulver
Salz
75 g Zucker
40 g weiche Butter
1 Eigelb
1 Ei

Den Ofen auf 150° C Umluft vorheizen und ein Backblech mit Backpapier belegen.

Das Eiweiß schaumig schlagen, dann den Zucker, Zimt, Muskat, Salz und Pfeffer zugeben. Steif schlagen. Die Pecans zugeben und gründlich damit überziehen.
Auf dem Backblech verteilen und 20 Minuten rösten. Abkühlen lassen.

Den Ofen auf 180° C Umluft hochschalten und noch ein Blech mit Backpapier belegen.

Mehl, Zimt, Muskat, Backpulver und Salz vermischen.

Butter und Zucker schaumig schlagen, dann Eigelb und Ei einzeln unterrühren.
Die Mehlmischung einrühren und zuletzt die kandierten Pecans unterheben.

Zu einem Laib mit etwa 5×40 cm formen und 30 Minuten backen.
Aus dem Ofen nehmen, kurz abkühlen lassen und dann leicht schräg in 1-1,5cm dicke Scheiben schneiden. Diese flach auf dem Blech verteilen und nochmals 5 Minuten backen.
Abkühlen lassen.

Windbeutel

Nach einem Total-Fail beim Windbeutelbacken hat es beim zweiten Versuch richtig gut geklappt: Das Gebäck zum Sonntagskaffeeklatsch war einfach perfekt! Das Backbuch aus dem das Rezept stammt, nämlich „Éclairs“ von Marianne Magnier-Moreno, ist ebenfalls sehr empfehlenswert und gespickt mit wunderschönen Fotos.

nach einem Rezept aus „Éclairs“ von Marianne Magnier-Moreno
Zutaten
Windbeutel
80 ml Milch
80 ml Wasser
70 g Butter in kleinen Stückchen
2 g Salz
10 g Zucker
100 g Mehl
2 Eier
Füllung
200 g kalte Sahne
40 g Vanillezucker
1 EL Rum oder Cognac
+ Puderzucker zum Bestäuben

für 20 Windbeutel

Milch, Wasser, Butter, Salz und Zucker in einem kleinen Topf erhitzen. Für ein paar Sekunden sprudelnd kochen lassen und dann das Mehl unterrühren. So lange weiterrühren, bis der Teig fest wird.

Den Ofen auf 180° C Umluft vorheizen und ein Backblech mit Backpapier belegen.

Den Topf unter ständigem Rühren nochmals auf den Herd stellen und etwa eine Minute „abbrennen“, d.h. so erhitzen, dass sich der Teig vom Topfrand löst.

Den Teig leicht abkühlen lassen und die Eier verquirlen.

Zwei Drittel der verquirlten Eier unter den Teig rühren und diesen in einen Spritzbeutel mit Lochtülle füllen.

Tupfen mit etwa 3 cm Durchmesser auf das Backblech spritzen und mit dem restlichen Ei glattstreichen.

Etwa 30 Minuten backen und vollständig abkühlen lassen. Dann horizontal halbieren.

Die Sahne mit Vanillezucker und Cognac steifschlagen und in einen Spritzbeutel mit Sterntülle füllen. Die Windbeutel mit der Sahne füllen und den „Deckel“ wieder daraufsetzen.

Zuletzt mit Puderzucker bestäuben und sofort servieren.

Julia Childs Schokoroulade

Julia Child – genau, die aus Julie&Julia – wäre am heutigen Tag 100 Jahre alt geworden.
So habe ich mir gedacht, dass ich doch endlich einmal eines ihrer vielen Rezepte ausprobieren könnte. Als ganz einfach erwies sich das jedoch nicht, denn ich besitze keines ihrer Bücher, nicht einmal ihr berühmtestes Werk „Mastering the Art of French Cooking“. Julie Powells Buch, das als Vorlage für den gleichnamigen Film diente, ist zudem irgendwie auf unergründliche Weise von meinem Bücherregal verschlungen worden und nicht mehr auffindbar. Man glaubt es kaum, aber eine weitere amerikanische „Kochshowpersönlichkeit“, nämlich Martha Stewart, half weiter. Auf ihren zugegeben richtig guten Internetseiten (Julias Kochsendungen sind dafür viel lustiger als Marthas) habe ich Julia and Jacques’s Chocolate Roulade gefunden. Typisch für Julias „Epoche“ – oder bilde ich mir das nur ein? – ist der wahnsinnige Sahneverbrauch: Ein einziges Scheibchen davon reicht lange aus. Trotzdem, lecker ist sie, die Schokoroulade. Happy Birthday Julia Child!

nach einem Rezept von Julia Child und Jacques Pepin bei Marthastewart.com

Zutaten
Roulade
200 g Sahne
225 g Zartbitterschokolade
7 Eiweiß
60 g Zucker
Füllung
200 g sehr kalte Sahne
40 g Zucker
1-2 EL Cognac (oder Rum)
+ Kakao zum Bestäuben
frische Beeren als Deko

Den Ofen auf 180° C Umluft vorheizen und ein tiefes Backblech mit Backpapier auslegen. Die Ränder knicken, so dass eine Art Form entsteht, um den Teig am Auslaufen zu hindern.

Die Sahne in einem kleinen Topf erhitzen und die Schokolade darin auflösen. Anschließend etwas abkühlen lassen.

Währenddessen die Eiweiße und den Zucker jn einer großen Schüssel steif schlagen. Ein Viertel des steifgeschlagenen Eiweiß unter die abgekühlte Schokomasse rühren.

Die Schokomasse dann sehr vorsichtig unter den restlichen Eischnee heben, aber unbedingt alle Klümpchen durch weiterrühren beseitigen.

Die Masse gleichmäßig auf dem Backblech verstreichen und für 10-12 Minuten backen. Etwas auf dem Blech abkühlen lassen, dann das Backpapier auf ein feuchtes Geschirrtuch ziehen, damit sich der Kuchen später leichter davon löst.

Für die Füllung die Sahne mit Zucker und Cognac sehr steif schlagen.

Die steifgeschlagene Sahne gleichmäßig auf der Rouladenplatte verteilen. Diese dann sehr vorsichtig über die kürzere Seite aufrollen. Die beiden Enden schräg abschneiden und die Roulade anschließend auf eine Servierplatte setzen. Mit Kakao bestäuben und mit frischen Früchten garnieren.

Erdbeercakepops

Erdbeercakepops – schon mein zweiter Nachbau dieser Lieblingsfrühjahrsbeere (den ersten habe ich leider nicht gebloggt). Innen ganz schokoladig, außen candycoating-typisch pappsüß. Geschmacklich ist diese „Mogelpackung“ also ganz weit weg vom Original. Trotzdem echt lecker!
Ein kleiner Tipp meinerseits noch: Kauft euch weiße Zuckerperlen, denn diese aus den bunten Perlen herauszupicken ist echt unnötig aufwendig. (Nicht dass ich soetwas gelegentlich machen würde 😉
nach einem Rezept aus „Cake Pops“ von Angie Dudley
Zutaten
Kuchen
500 g Mehl
110 g Kakao
1 TL Natron
2 TL Backpulver
Salz
225 g Butter
350 g Zucker
3 Eier, Raumtemperatur (!)
350 ml Milch
Frosting
170 g Butter
100 g Puderzucker
Verzierung
1300 g rotes Candy Coating
weiße Zuckerperlen
etwas grün gefärbtes Marzipan oder Fondant


für etwa 50 Stück

Den Ofen auf 180° C Umluft vorheizen und eine 20×30 cm Form mit Backpapier auskleiden oder gut einfetten.

Mehl, Kakao, Natron, Backpulver und Salz vermischen.

In einer zweiten Schüssel die Butter mit dem Zucker cremig rühren und dann einzeln die Eier unterrühren. Anschließend abwechselnd die Mehlmischung sowie die Milch einrühren und zu einer homogenen Masse verarbeiten.

Den Teig in die vorbereitete Form füllen und für etwa 35 Minuten backen. Mit einem Holzstäbchen testen, ob der Kuchen gar ist.

Aus dem Ofen nehmen und den Kuchen klein schneiden, sodass dieser schneller abkühlt.

Währenddessen das Frosting zubereiten. Dazu die Butter cremig rühren und den Puderzucker darübersieben. Solange rühren, bis sich alles verbunden hat.

Den kleingeschnittenen Kuchen in eine große Schüssel fein zerbröseln. Das Frosting zugeben und mit den Händen zu einem weichen Teig verkneten.

Esslöffelgroße Portionen zu Erdbeeren formen und für 10-15 Minuten ins Gefrierfach stellen. Nicht durchfrieren lassen!

Derweil das grüne Marzipan/den grünen Fondant zu Blättern formen und ggf. mit einem nebelfeuchten Geschirrtuch darüber zur Seite stellen. Die Blätter dürfen nicht austrocknen, sonst zerbrechen sie beim Zusammensetzen der Cakepops.

Etwa ein Drittel des Candy Coatings in einem möglichst schmalen, hohen Gefäß schmelzen. Jeweils ein Stäbchen 1 cm ins Candy Coating tauchen und damit dann eine Teigerdbeere aufspießen. Diese dann vollständig ins Candy Coating eintauchen, leicht abtropfen lassen und dann die Blätter und die Zuckerperlen anbringen. Zum Trocknen in eine Styroporplatte stecken.

Mit den restlichen Erdbeeren ebenso verfahren.

Rhabarbertarte mit Vanillecreme

Und schon wieder Rhabarber… Und zwar in der Form, die ich eigentlich am Muttertag vorgehabt hätte (jedoch verschlafen habe): Eine Tarte, gefüllt mit Rhabarberkompott und Vanillecreme, die mindestens einen halben Tag zum Gelieren braucht. Im Grunde handelt es sich hier um eine Panna Cotta im Teigmantel, was gibts Besseres?

nach einem Rezept aus essen&Trinken, April 2011 Zutaten
Teig
140 g Mehl
80 g Speisestärke
1 Ei
1 Eigelb
1/2 TL Backpulver
80 g Puderzucker
Salz
100 g Butter
+ Hülsenfrüchte zum Blindbacken
Rhabarberkompott
400 g Rhabarber
50 g Zucker
Saft von 1/2 Orange
3 TL Speisestärke
Vanillecreme
500 ml Schlagsahne
80 g Zucker
1/2 Vanilleschote
4 Blatt Gelatine
100 g Mascarpone
+Kakao zum Bestäuben

für 8 Tarteformen 5×10 cm oder eine Tarteform mit 26 cm Durchmesser

Alle Zutaten für den Teig in eine Schüssel geben und zu einem Teig verkneten. In Frischhaltefolie wickeln und 30 Minuten kühlstellen.
Währenddessen Rhabarber schälen und in Stücke schneiden. Zucker mit etwas Wasser in einem Topf karamellisieren. Mit Orangensaft ablöschen und die Rhabarberstücke zugeben. Solange kochen, bis der Rhabarber weich ist und sich der entstandenene Zuckerklumpen wieder aufgelöst hat. Die Stärke in etwas kaltem Wasser lösen und das Rhabarberkompott damit binden. Abkühlen lassen.
Das Mark aus der Vanilleschote kratzen. Die Sahne mit Zucker, Vanillemark und der ausgekratzten Schote auf etwa 2/3 einkochen lassen. Danach vom Herd nehmen und die Schote herausnehmen. Die Gelatine in kaltem Wasser einweichen und ausdrücken. Anschließend die Gelatine in der Sahne auflösen und den Mascarpone einrühren.
Den Ofen auf 180° C Umluft vorheizen.
Den Teig auf einer bemehlten Arbeitsfläche ausrollen und die Form(en) damit auskleiden. Mit einer Gabel ein paar Löcher in den Boden stechen und für etwa 5 Minuten ins Gefrierfach stellen. Die Form(en) mit Backpapier belegen und mit Hülsenfrüchten beschweren, damit der Boden nicht zu sehr aufgeht. Die kleinen Tarteformen für 10 (die große Tarteform für 15) Minuten backen, dann das Backpapier mit den Hülsenfrüchten entfernen. Noch so lange weiterbacken, bis der Tarteboden goldbraun ist, etwa 10 Minuten. Danach abkühlen lassen.
Zuerst das Rhabarberkompott gleichmäßig auf die Tartes (in der einzelnen Tarte) verteilen. Dann die Vanillecreme daraufgießen und über Nacht im Kühlschrank gelieren lassen.
Vor dem Servieren mit Kakao bestäuben.