Archiv der Kategorie: Sketchnotes

Zuckersüß 310

Weil der letzte Sonntag mit dem Geburtstag der Zuckerbäckerei zusammenfiel (und mit Himbeer-Schoko-Torte!) erlaubte ich mir, ein Zuckersüß auszulassen. Aber eigentlich hätte ich auch überhaupt keine Zeit gehabt, eins zu schreiben, denn ich war die ganze Woche jeden Tag bei der Privacy Week. Auf der Konferenz des Wiener C3W sah ich mir sehr viele interessante Talks zu Digitalthemen an und hielt fast alle davon in Sketchnotes auf meinem iPad fest. Die findet ihr, bis ich einen Blogpost dazu getippt habe, hier auf Twitter, eines als Beispiel auch hier:

Montagabend habe ich mir ein paar Freund_innen für einen Geburtstagscocktailabend (s. Titelbild) eingeladen, um meine neue Ausrüstung auszuprobieren. Ein Shaker macht sich doch um einiges besser als ein ausrangiertes Gurkenglas. Und mein neuer supercooler gravierter Muddler stampft die ätherischen Öle eindeutig besser aus Zitronenschale und Basilikum als ein Kochlöffelstiel. Zusätzlich zu meinem allerliebsten Gin Basil Smash daraus habe ich auch noch Gin Rosmarin Fizz gemixt und Old Fashioned gerührt (endlich habe ich nämlich auch Angostura Bitters daheim). In Anlehnung an meinen Besuch im Botanical Garden im September habe ich zusätzlich noch Mohnsirup eingekocht und daraus mit Kaffee und Wodka den „Mohnshiner“ nachgebaut. Den übrigen ausgekochten Mohn ließ ich im Ofen trocknen und zerbrach die entstandene Platte in Dekostückchen.

In der gleichen Woche erfüllte ich dann auch den langgehegten Plan, einmal einen Cocktail im BirdYard zu trinken. Davor probierte ich aber noch den superknusprigen Pork Belly (voll vegetarisch. NICHT.) und eine Art Germknödel, gefüllt mit Pilzen, auf sehr nelkigem Blaukraut. Danach gabs mehr oder weniger zufällig (Bartenders Choice) den Kung Fu Pandan mit Gin, Limette, Koriander und Pandansirup, einer Zitrusfrucht, von der ich niemals zuvor gehört hatte. Mit dem Dekoblatt und der Mini-Reiswaffel sieht der auch ziemlich cool aus, allerdings fand ich letztere nur optisch spannend. Die Fotos der Birdyard-Cocktails auf ihrem Insta-Account können sich aber auf jeden Fall sehen lassen:

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The new menu is out now! Here we have "Kung Fu Pandan"! No, it's not misspelled – with Pandan leaves and refreshing cilantro. Die neue Karte ist da! Hier haben wir "Kung Fu Pandan"! Nein, wir haben uns nicht verschrieben – mit Pandanblätter und erfrischendem Koriander. Recipe: 4cl Sipsmith Gin 3cl Pandan syrup 1cl Cilantro essence 3cl fresh lime juice Shake, double strain Fill up with Soda water . . . . #thebirdyard #cocktailtime #craftedmixology #cocktails #cocktailart #drinkgram #drinkstagram #drinklove #bartending #bartenders #bartenderlife #mixeddrinks #mixologist #mixology #imbibe #imbibegram #mezcal #gin #whiskey #ginandtonic #tequilla #vodka #cognac #viennafood #viennabar #boozytalk #liqpic

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In der Folgewoche hatte ich alle Hände voll zu tun, *noch schnell* Unizeug aufzuholen. Da las ich zum Beispiel über Redefreiheit und Hate Speech oder über die politischen Aspekte von Gesichtserkennung – letztlich auch wieder nur Themen, die sehr gut auf die Privacy Week passen! Aber ich habe ja auch noch eine BA-Arbeit abzuliefern, nur damit, genauer gesagt der Themenfindung plage ich mich sehr. Gerade sieht es so aus, als würde sie ähnlich theoretisch wie meine letzte, nur dass es diesmal nicht so sehr um Verben und deren verschiedene funktionale Projektionen geht, sondern wahrscheinlich um complementizer agreement, aufgehängt an meiner Muttersprache, dem Niederbairischen.

Dennoch trieb ich mich weiter auf Abendveranstaltungen herum, am Montag bei den Aufmachern. In der Medienrunde war Hanna Herbst zu Gast, die über ihre Zeit bei VICE erzählte und sich alles mögliche fragen ließ, was ich in Sketchnotes festhielt.

Gut erkennbar: Mir ging am Ende der Platz aus.

Am Mittwoch machte ich mich auf eine übermäßig anstrengende Reise, mit Campobasso in Italien als Ziel. Dort war ich im September schon mal, (halbwegs) bequem mit dem Nachtzug. Der hätte kurz vor dem superlangen Wochenende Anfang November nur leider exakt doppelt so viel gekostet als der Flug mit einer Billigairline. Und so fuhr ich mit großzügigem Zeitpuffer nach Schwechat, trank kurz vor der Sicherheitskontrolle meine Wasserflasche leer und ärgerte mich tödlich, dass hinter den Metalldetektoren nur brennheißes Leitungswasser zu kriegen war. Dann schlängelte ich mich durch Richtung Gate – der Wartebereich hat eindeutig mehr Duty-Free-Geschäfte als Sitzplätze – und wartete ewig bis zum Boarding. Weil ich ein Handgepäcksstück brauchte, das größer ist als eine Laptoptasche, hatte ich mir ein „Priority Ticket“ gekauft, das mir zusätzlich erlaubte, als erstes in den Bus zu steigen, der uns über das Rollfeld zum Flugzeug bringen sollte. Diese Prioritybehandlung war vor allem deshalb *sehr* sinnvoll, weil alle Priorityreisenden nun im Bus warten mussten, bis die anderen durch die Ticketkontrollen waren. Eineinhalb Stunden später waren wir eh schon fast in Rom, doch in der Sitzplatzlotterie (um einen Auszusuchen hätte ich weitere 15€ zahlen müssen) hatte ich Pech und war mit als letzte aus dem Flugzeug draußen. Natürlich verpasste ich um fünf Minuten den einzigen Direkt-Bus nach Campobasso. Einziger Ersatz: Eine Zug-Bus-Verbindung mit zweimaligem Umsteigen und, tadaa – zweimaliger Verspätung. Wieder waren es fünf Minuten, diesmal erwischte ich die letzte Anbindung gerade noch. Und nach *nur* 11 Stunden war ich am Ziel! Diesen Nervenkitzel in Kombination mit ungleich höherer Umweltbelastung brauche ich wirklich nicht noch einmal. Nachtzüge, FTW!

In Campobasso war das Wetter leider so grau und nass, dass ich nicht viel von der Stadt sah. Dafür aber Call me by your name, der mein Lieblingsfilm 2018 bleibt (s. Zuckersüß 278). Neugierig auf *lokale* Zutaten verbrachte ich auch ziemlich viel Zeit in der Küche. Es gab Papardelle mit gebackenen Pilzen und Zucchini und Wein aus Molise. Außerdem Burratina mit geschmorten Tomaten und selbstgemachtem Kartoffelbrot. Und Olivenölbrownies nach Love & Olive Oil. Und Spaghetti Quadrato (nie vorher gesehen) Carbonara mit einer einzigen Scheibe Pancetta vom Feinkostladen (sooo gut!). Superfrische Kakis und Mandarinen. Selbstgebackene Oreos mit Zimt-Ganache-Füllung. Cacio Cavallo und Parmigiano. Frittata mit allem, was der Kühlschrank hergab. 10/10, gerne wieder.

Zurück gings glücklicherweise wieder mit dem Zug, wobei mich der Bahnhof in Rom auch Nerven kostete. Warum nur sieht der jetzt auch schon aus wie ein Flughafen? Statt festgelegten Bahnsteigen Anzeigetafeln, auf die alle starren (müssen), Gates mit Ticketkontrollen vor den Bahnsteigen und natürlich auch Prioritybehandlung (aka Sitzbänke in verschlossenen Wartebereichen, roter Teppich durch die Gates) für alle 1.-Klasse-Reisenden.

Genug Rant für heute, Lieblingslinks habe ich nämlich auch: Zuckersüß 310 weiterlesen

Zuckersüß 309

In dieser Woche war ich einmal wieder sehr froh, in Wien zu wohnen. So viele spannende Menschen zu treffen und so viele tolle Veranstaltungen besuchen zu können ginge auf dem Land bestimmt nicht.

Am Montag war ich für die Podiumsdiskussion „Unerhört? Frauenbewegungen in der arabischen Welt“ des VIDC in der Hauptbücherei. Das Thema gehört schon zu einem Bereich, in dem ich ein bisschen belesen bin (s. a. mein Rundbrief zu Frauen(rechten) in Marokko), aber lange habe ich nicht mehr so viele neue Erkenntnisse aus einem Panel mitgenommen.

Sketchnote zur Podiumsdiskussion in der Wiener Hauptbücherei

Nacheinander stellten die tunesische Journalistin Safa Belghith, die ägyptische Professorin Oumaima Abou-Bakr und die palästinensische Professorin Lena Meari die Situation verschiedener Frauenbewegungen und feministischer Aktionen in ihren Heimatländern vor. Spannend fand ich besonders, dass palästinensische grassroots-Zusammenschlüsse für Frauenrechte durch die „NGO-isierung“ in den 1990ern von „professionellen“ Akteur_innen verdrängt wurden, die oftmals den Kontakt zur breiten Masse verloren – wie Lena Meari erklärte. In Ägypten stünden „sekuläre“ Zusammenschlüsse schnell unter Verdacht, nicht neutral, sondern westlich-kolonisierend zu sein, in Tunesien dagegen überwiegt die Angst vor islamistischen Bestrebungen. Einig waren sich alle, dass Frauen in der arabisch-islamischen Welt sicher keine westlichen Retter_innen brauchen können, die Kontexte nicht berücksichtigen, sondern vor allem Solidarität – besonders in Europa. (Dazu schon einmal ein Hinweis auf meine Podcastfolge Nr. 11, die im November online gehen wird).

Workshop-Vorschlag Sketchnotes

Diese Live-Sketchnotes waren übrigens nicht die einzigen, die ich in dieser Woche gekritzelt habe. Für das Mediencamp habe ich einen Workshop-Vorschlag eingereicht, vielleicht werde ich ja am ersten Dezember versuchen können, meine Begeisterung für Sketchnotes weiterzugeben! Falls ihr auch hingehen wollt: Es gibt eine Blogparade, die einer_m Tickets bescheren kann!

Am Mittwoch wollte ich mir Waldheims Walzer anschauen, um ein bisschen mehr Ahnung von österreichischer Zeitgeschichte zu bekommen. Der Andrang im Votivkino war leider so groß, dass ich keine Tickets mehr bekam und letztlich in der Folgevorführung zwei Stunden später landete. An einigen Stellen im Film wusste ich echt nicht mehr weiter – Waldheims Wahlkampf und generelles Auftreten war dermaßen antisemitisch, und das hinderte ihn trotzdem nicht daran, volle vier Jahre im Amt zu bleiben! Sehr verstörend.

Und schließlich besuchte ich auch noch die Wiener Verkehrsleitzentrale – die erste Exkursion in meinen zweieinhalb Jahren Studium in Wien. Gemeinsam mit meinen Kolleg_innen im Technologie-und-Gesellschaft-Seminar erfuhr ich, dass in Wien etwa 1300 Ampeln stehen, die Öffis dem Individualverkehr bevorzugen (yay!) und dass 120 Kameras der Stadt Wien die Hauptverkehrswege überwachen, aber nichts aufzeichnen dürfen. Die Stadt ist für gewöhnlich so voll, dass jede Behinderung  auf dem Ring das ganze System ins Stocken bringt, oder wie der Guide uns erklärte „Es gibt viel zu viele Autos für zu wenig Straße“.

Weil das Rückgabedatum der Bücherei drohte, las ich *noch schnell* Laurie Pennys Bitch Doktrin fertig. Leider begeisterte mich dieses Buch nicht so sehr wie alle ihre anderen Texte (hier z.B. habe ich über Unspeakable Things geschrieben). Das mag  vielleicht der deutschen Übersetzung geschuldet sein, in der viel Witz verloren geht und alles nur noch deprimierend wirkt. Dennoch finde ich es nach wie vor sehr spannend, wie Laurie Penny Geschlechterverhältnisse mit Technologie und Kapitalismuskritik verwebt.

Im Internet habe ich nicht so viel gelesen, aber ein paar Lieblingslinks sind schon zusammengekommen:

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Digitalkonferenz

Auf die Digitalkonferenz wurde ich zufällig über das Facebook-Event aufmerksam. Sehr viele meiner Freund_innen (und noch viel mehr Menschen allgemein) gaben an, interessiert zu sein, was bestimmt mit der Vortragenden-Liste – Ingrid Brodnig, Richard Gutjahr, Max Schrems, Stefanie Sargnagel, Fritz Jergisch und Hanna Herbst – zu tun hatte. Und mit dem Preis: 0€ für sechs Stunden Programm inklusive Mittagssnack!

Die Plätze waren trotz des ziemlich komplizierten Anmeldeweges über E-Mails und das VHS-System (immerhin offizielle 5,98 Unterrichtseinheiten bei der Volkshochschule!) sehr schnell ausgebucht. Leider tauchten heute morgen (gut, Montag, 9 Uhr ist nicht die attraktivste Zeit) recht wenige auf, der Saal blieb anfangs halb leer. Das fand ich furchtbar schade, denn es hätte bestimmt genug Menschen gegeben, die gerne zugehört wurden, aber mit einem „leider ausgebucht“ vertröstet wurden.

Außerdem fand ich das Vormittagsprogramm sehr interessant (sogar interessanter als den Nachmittag, obwohl es da verstärkt um Feminismus ging, aber dazu später mehr).

Ingrid Brodnig, Luca Hammer, Josef Holnburger: Digitalreport 2018

Ingrid Brodnig, die Organisatorin der Konferenz, stellte zuerst den diesjährigen Digitalreport vor, der YouTube in Österreich zum Thema hat (letzes Jahr ging es um Facebook). Sie berichtete unter anderem von der großen österreichischen Landwirtschaftsbubble, die ein Video von einem Agrar-Gefährt (fragt mich nicht, was das war – Landwirtschaftsmaschinen sind nicht gerade mein Fachgebiet) zu mehreren Millionen Views bringt.

Außerdem stellte sie Ergebnisse zur Präsenz von politischen Organisationen vor: Die meistgeklickten Videos sind von der FPÖ oder der zumindest nahe und immer gelangt man zu rechten Positionen, niemals zu linken:

Natürlich bot sich die Veranstaltung super an, endlich mehr Übung im am-iPad-sketchnoten zu gewinnen, sodass ich von Anfang an mitkritzelte. Und feststellen musste, dass „Landwirtschaftscommunity“ noch keinen Eintrag in meinem visuellen Vokabular hat (hello Unimog-Hochhaus-Funktionsloser-Traktor).

Sketchnote Ingrid Brodnig
Sketchnote zum ersten Talk: Ingrid Brodnig stellt den Digitalreport vor

Digitalkonferenz weiterlesen

Zuckersüß 299

In meine zweite Praktikumswoche startete ich hochmotiviert und mit straffem Feierabendprogramm. Am Montag gab es einmal wieder eine Aufmacher-Medienrunde im Markhof. Bei dieser regelmäßigen (halbwegs jeden Monat) Veranstaltung war ich zuletzt im Januar. Damals erzählten Patrick Swanson und Michi Mayrhofer von ihrem Podcastprojekt „Was soll das?“ (Es lohnt sich immer noch, sich da durch zu hören, btw!), diesmal Anna Thalhammer von ihren Erfahrungen als Innenpolitik-Redakteurin bei der Presse. Zum Sketchnoten nahm ich erstmals iPad und Apple Pen, meine geschätzten gestrichenen 280g-Blanko-Karteikarten und mein Stiftemäppchen war nur Backup. Mit der App Autodesk Sketchbook (entdeckt in Nadine Roßas tollen Sketchnotebuch) bin ich zwar noch nicht ganz vertraut, aber die Vorteile des digitalen Kritzelns habe ich gut ausgenutzt: Rückstandsloses Wegradieren und Versetzen einzelner verlorener Elemente sind sehr hilfreich.

Sketchnote Aufmacher Anna Thalhammer
Mein erstes live gekritzeltes iPad-Sketchnote.

Am Dienstag habe ich ein paar der Weintrauben, die ich am Wochenende *am Land* geerntet habe zu Focaccia verarbeitet. Während der Hefeteig aufging, schaute ich ein paar Folgen „Big Mouth“, das mir von Freund_innen empfohlen worden ist. In der Netflixserie geht es um eine Gruppe Schüler_innen, die gerade an der Schwelle zur Pubertät stehen und zu den unpassendsten Momenten vom Hormonmonster heimgesucht werden. Den Zeichenstil der Figuren gefällt mir nicht so besonders gut, aber die Musik – vor allem der immer wechselnde Abspann und gelegentliche Musical-Einlagen – dagegen ziemlich. Überhaupt erinnert mich die Serie, vermutlich wegen der absurden Wendungen an meinen Soap-Allzeitfavoriten „Jane the Virgin“.

Am Donnerstag war es immer noch so heiß, dass mir mein Eis über die Finger schmelzen ließ, bevor ich dazukam, es aufzuschlecken – zwei bzw. drei Kugeln von Veganista sind aber auch nicht so wenig. Ich probierte „Dirty Banana“, Himbeere und Basilikum und vor allem bei letzterem fehlte mir die Cremigkeit, die nur Milch und Eier wirklich hinkriegen. Mein eigenes Basilikum-Eis von Juli 2014 ist mir da weitaus lieber und ich glaube das Bananen-Eis vom letzten Jahr ließe sich mit etwas Kakao zur Veganista-Sorte (in nicht-vegan) umbauen.

Gleich im Anschluss durchquerte ich halb Wien, um im Arsenal den Tänzer_innen des Impulstanz-Festivals beim Trainieren zuzuschauen. Täglich fünf Stunden verbrachten manche von ihnen in den Workshops, was mir unvorstellbar erschien.

Am Wochenende war ich auf einer Hochzeit in Niederösterreich eingeladen. Die Feier gefiel mir, die Organisator_innen hatten sich viel Tolles überlegt. Von den meisten Bräuchen, die im Laufe des Tages praktiziert wurden, hatte ich aber noch nie gehört. Das wundert mich doch ziemlich, denn das Mostviertel ist keine 250 km von der Gegend entfernt, in der ich aufgewachsen bin. Ist die Staatsgrenze schuld daran oder eher der Mangel an tatsächlich „traditionellen“ Hochzeiten in meinem Umfeld? Einem „Heiratsmann“ war ich jedenfalls bisher auf noch keiner Feier begegnet. Er wurde zusätzlich zur Band engagiert und war irgendetwas zwischen Stimmungsmacher, Zeitplan-Überwacher und latent misogyner Sprücheklopfer. Nichtmal Weihnachtsplätzerl am Ende der Feier konnten das wieder wettmachen, obwohl ich jetzt bekennender Schaumrollen-Fan bin.

Mit fast untragbarer Verspätung folgen hier meine liebsten Links der vergangenen Tage, am Sonntag gibts dann hoffentlich pünktlich die 300. Ausgabe meiner Linksammlungen:

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Zuckersüß 298

In dieser Woche habe ich mich ausgesprochen viel mit Audio beschäftigt. Am Montag habe ich nicht nur eine neue Podcastfolge aufgezeichnet, sondern auch gleich geshownotet und veröffentlicht.  In LP008 war ich mit Autorin, Datenschutz-Aktivistin und Privacy-Week-Organisatorin Klaudia Zotzmann-Koch an der Urania. Wir haben uns am Donaukanal über ihre Krimis, ihr Engagement für den C3W und ihre beiden Podcasts unterhalten. Außerdem ging es um Uploadfilter, noyb und eine mögliche Dissertation in Technikphilosophie – alles anzuhören in meinem Podcastprojekt Lieblings-Plätzchen.

Am Dienstag war ich wieder mit einem Podcast beschäftigt, aber nicht mit meinem eigenen. Nele Heise von den Podcastpatinnen hat mich nämlich an eine liebe Wahl-Wienerin vermittelt, die im Herbst einen Podcast über soziale Projekte in der Stadt starten will. Sobald es dazu etwas neues gibt, schreibe ich es natürlich sofort ins Zuckersüß!

Am allerspannendsten für mich – und das nicht nur im Bereich Audio, sondern ganz allgemein gesehen – war in dieser Woche aber mein erster Praktikumstag bei Ö1. Ich bin im Gesellschaftsressort des österreichischen Kulturradiosenders gelandet und werde dort in den nächsten vier Wochen zuschauen und mitmachen. In dieser ersten Woche gab es für alle Sommerpraktikant_innen zwei  Einführungsveranstaltungen. Einerseits ein Tag im ORF-Zentrum mit vielen Vorträgen und einer Führung durch das Gebäude, die Studios und den Newsroom.

https://twitter.com/jasowies_o/status/1025072974053994496

Andererseits eine Führung durch das Funkhaus in der Argentinierstraße, mit seinen (Hörspiel-)Studios und dem großen Sendesaal. Offenbar kann man solche Führungen auch einfach buchen – ich würde euch empfehlen mal vorbeizuschauen, bevor das Gebäude in den nächsten Jahren verkauft wird.

Abends wollte ich mir einen Snack für die kommenden Praktikumstage backen, doch das ging so schief wie schon lange nicht mehr. Der Plan war Quark-Mohn-Kringel, doch daraus wurde erst im zweiten Anlauf halbwegs was. Für meinen ersten Hefeteig hatte ich nämlich offenbar 250g Johannisbrotkernmehl, das fatalerweise in der „Mehl“-Dose war, verwendet. Ich kippte mehr als einen Liter Wasser in den Teig, doch das Johannisbrotkernmehl hat quasi magische Bindekapazitäten. Der Teig fühlte sich an wie brüchige Knetmasse und testweise schob ich ihn trotzdem in den Ofen. Leider musste ich am Schluss alles davon wegschmeißen, das Gebäck war einfach ungenießbar. Im zweiten Anlauf verwendete ich die Mehl-Restl-Mischung im Voratsschrank, die eigentlich zum Pizzateigbacken gedacht war. Das klappte zwar besser, aber für Feingebäck ist weißes Mehl trotzdem viel besser geeignet als Vollkornmehle, Grieß und Hafer in unbekanntem Mischungsverhältnis. Morgen sorge ich für Weizenmehlnachschub!

Trotz meiner vielen Projekte habe ich in einem Buch gelesen: „Wie wir Begehren“ von Carolin Emcke habe ich schon im letzten Jahr begonnen, dann weggelegt und jetzt an einem Abend fertig gelesen. Carolin Emcke springt recht abrupt zwischen so unterschiedlichen Erzählungen wie die eines ausgegrenzten ehemaligen Mitschülers, eines schwulen Palästinensers aus Gaza und Frauen auf dem Straßenstrich und trotzdem ist die Geschichte irgendwie rund. Überhaupt, Kreise kommen sehr oft vor – metaphorisch als Schutz, aber auch als größte Gefahr. Die persönliche Geschichte der Autorin ist verknüpft mit historischen Ereignissen und ihrer erinnerten, aber auch aktuellen Einschätzung. An einigen Stellen musste ich an #MeTwo und die vielen „Gegenstimmen“, die den rassistisch Diskriminierten die Legitimität entziehen wollen, denken, zum Beispiel hier:

So gleiten wir hinein in Normen wie in Kleidungsstücke, ziehen sie uns über, weil sie bereitliegen für uns, weil sie uns übergestülpt werden, weil sie sich anpassen oder weil wir, unbemerkt, uns anpassen. Normen als Normen fallen uns nur auf, wenn wir ihnen nicht entsprechen, wenn wir nicht hineinpassen, ob wir es wollen oder nicht. Wer eine weiße Hautfarbe hat, hält die Kategorie Hautfarbe für irrelevant, weil im Leben eines Weißen in der westlichen Welt Hautfarbe irrelevant ist. Wer heterosexuell ist, hält die Kategorie sexuelle Orientierung für irrelevant, weil die eigene sexuelle Orientierung im Leben eines Heterosexuellen irrelevant sein kann. Wer einen Körper besitzt, in dem er oder sie sich wiedererkennt, dem erscheint die Kategorie Geschlecht selbstverständlich, weil dieser Körper niemals in Frage gestellt wird.
Wer den Normen entspricht, kann es sich leisten zu bezweifeln, dass es sie gibt. (Carolin Emcke, Wie wir Begehren, S. 21)

Im Internet habe ich auch gelesen und das sind meine Favoriten der Woche:

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#rp18-Rückschau

Weil meine Kommentare zu den diesjährigen re:publica-Talks ein einziges Zuckersüß sprengen würden, schreibe ich einen extra Post drüber – obwohl ich nichtmal „in echt“ dort war (s. auch: re:publica 2016 und rp17-Rückschau). Die Live-Streams konnte ich auch nicht recht verfolgen, weil ich Anfang Mai mit Seminararbeiten und Prüfungsvorbereitung beschäftigt war. Nachdem das Semester hier in Nancy jetzt am Ende ist, kann ich mich wieder verstärkt den spannenden Teilen des Internets widmen. Und ich finde (nach fünf Jahren, in den ich die Konferenz jetzt mehr oder weniger verfolgt habe), die re:publica gehört eindeutig zu den spannenden Teilen des Webs. #rp18-Rückschau weiterlesen

Zuckersüß 272

Drei Prüfungen habe ich in dieser Woche hinter mich gebracht und nach langem Rätseln endlich auch den roten Faden meiner BA-Arbeit wiedergefunden. Das fast absurde Abstraktionslevel, das bei der Betrachtung von verbaler Syntax geboten ist, fasziniert mich nach wie vor. Auch wenn ich irgendwas nur langsam durchblicke, bin ich sehr froh, mich im Schwerpunkt nicht für die angewandte Sprachwissenschaft entschieden zu haben, sondern für die verwirrende Welt der funktionalen Projektionen. Und nein, Linguistik ist nicht möglichst viele Sprachen sprechen (auch wenn das mein persönliches Ziel ist).

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Aufzeichnung der Aufmacher-Medienrunde mit den Podcastern von „Was soll das?“

Hier im Blog habe ich eine Übersichtsseite zu Sketchnotes eingerichtet, was vor allem mit der Aufmacher-Medienrunde vom Dienstag zu tun hat. Bei dieser super interessanten Veranstaltung hatten Patrick Swanson und Michael Mayrhofer über ihren (leider abgeschlossenen) Was soll das?-Podcast  gesprochen – und ich habe natürlich mitgekritzelt. Das Sketchnote erfreute sich auf Twitter großer Beliebtheit und landete am Ende sogar in der Wiener Zeitung. Die Hälfte des Abends bestand geplanterweise aus Publikumsfragen und ich war doch sehr überrascht, wie wenig geläufig das Konzept eines „Podcasts“ (als abonnierbare Audiodatei – nicht gefangen auf irgendeiner Plattform) zu sein scheint. Die Anwesenden gehörten bestimmt alle in irgendeiner Weise zur Wiener-Medien-Bubble, doch viele Fragen klangen, als gäbe es außer Serial, den paar von Journalist_innen im letzten Jahr gestarteten Formate (eben Was soll das? oder Ganz offen gesagt) und den Podcasts der großen Verlagshäuser überhaupt nichts. Dabei ist schon die kleine österreichische Podcastlandschaft richtig vielfältig (siehe dazu auch den Talk von Lothar Bodingbauer und Melanie Bartos auf der Subscribe9) und die gesamtdeutschsprachige erst recht! Doch die Beobachtung der beiden Was soll das?-Podcaster, dass aktuell nicht Konkurrenz unter Podcastenden das Problem für Reichweite ist, sondern die mangelnde Verbreitung von Podcasts (oder das Wissen, was das überhaupt ist), wird dadurch nur bestätigt. Sehr schade drum!

Und nun zum Hauptteil dieser Serie, meinen Lieblingslinks:

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Zuckersüß 271

In dieser Woche habe ich erstmals „in Auftrag“ gesketchnotet, was mich sehr gefreut hat. Das Social Media Team der Uni Wien hat mich für ihre Semesterfrage-Abschlussveranstaltung engagiert, wo ich die wirklich sehr interessanten Reden von Heinz Fischer und Joachim Gauck und die folgende Podiumsdiskussion festgehalten habe:

https://twitter.com/univienna/status/952997943455436800

Was ich besonders cool finde: Es gibt auch ein Zeitraffer-Making-Of-Video des ersten Blatts:

https://twitter.com/univienna/status/953619953768386561

Am Donnerstag war ich dann noch beim Hörer_innentreffen des Zeitsprung-Podcasts. Die Führung durchs Globenmuseum (dessen Existenz mir bis dahin nicht einmal bewusst war), war ziemlich interessant; dort gab es Erd- und Himmelsgloben, indische, hebräische und auch welche für Puppenhäuser!

Noch viel schöner als das Museum fand ich dann aber die Gespräche mit den anderen Hörer_innen, unter denen viele selber podcasten. Ich bedaure jetzt schon, nicht beim nächsten Meetup (am 2. Februar, fyi), dabei sein zu können.

Obwohl ich mich so bemüht habe, in meinen letzten Zuckersüßposts nichts mehr zu vergessen, ist mir genau das passiert. Und zwar bei zwei Büchern! Da merkt man schon, wie wenig die in meiner Freizeit vorkommen. Jedenfalls habe ich es tatsächlich geschafft, mal wieder einen längeren fiktionalen Text zu lesen: Qualityland von Marc-Uwe Kling. Den kannte ich nur wegen des Kängurus, das ich sehr witzig finde. Witzig ist Qualityland auch (so viele kleine versteckte Späße, z.B. die Zahlen im Text!), nur wurde ich das ganze Buch lang das Gefühl nicht los, dass nur wenig überraschende einzelne Szenarien aneinandergereiht wurden. Die sind ziemlich dystopisch und leider nicht besonders unrealistisch. Viele Artikel, die ich in den letzten Jahren hier in meinen Linksammlungen geteilt habe, beschäftigen sich genau mit solchen Themen (Big data meets Big Brother as China moves to rate its citizens – WIRED UKI asked Tinder for my data. It sent me 800 pages of my deepest, darkest secrets – The Guardian, der Artikel von Zeynep Tufekci weiter unten im Post usw). Sensibilisieren für die Gefahren der Digitalisierung war wohl auch Intention des Romans und es funktioniert sehr gut verglichen mit platten Claims à la „Smartphones machen dumm“.

Das zweite Buch, das ich vergessen habe, hier zu erwähnen (Buchbloggerin werd ich nicht mehr, erst recht nicht für literarisches…), ist The Art of Fermentation von Sandor Ellix Katz. Ich habe die englische Original-Version gekauft, obwohl die um einiges teurer ist als die deutsche Übersetzung (dem schwurblerischen Kopp-Verlag will ich jedoch keinen Umsatz bescheren und Englisch kann ich ohnehin). Laut Food52 ist Katz DER Experte auf dem Gebiet der Fermentation und die ersten paar Seiten des Buchs lassen nichts gegenteiliges Erwarten. So genau beschriebene Zusammenhänge in Rezepten (wobei, ein Rezeptbuch ist es ja gerade nicht) kenne ich sonst nur von Stella Parks (Bravetart) oder Niki Segnit (Geschmacksthesaurus).

Und nun: Meine Lieblingslinks der vergangenen Woche:

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re:publica

Dieses Jahr war ich tatsächlich „in echt“ auf der re:publica – für alle, die sie nicht kennen: „Europe’s most exciting conference on Internet and Society“ – in Berlin. Und wie ich mir gedacht hatte, versank ich ganz und gar darin und tauchte an jedem der drei Tage erst spätabends, völlig vollgestopft mit Input wieder auf.

Und bevor ich die Hälfte wieder vergesse, folgt hier eine Liste meines persönlichen #rpTEN-Programms und was ich so davon hielt:

Am ersten Tag freute ich mich erstmal über mein silbernes Namensbadge und spazierte so lange über das Gelände, dass ich die Opening Ceremony verpasste. Dafür setzte ich zum ersten Mal in meinem Leben eine VR-Brille auf und hatte kurz das Gefühl, nicht mehr soo sicher auf meinen Beinen zu stehen. Die #TTIP-Leaks hätten mir wohl auch den Boden unter den Füßen weggezogen, doch der Saal war ohnehin zu überfüllt. Aber das lässt sich bestimmt noch irgendwo online nachlesen.

Der erste Talk, dem ich schließlich lauschte, war von netzpolitik.org-Chef Markus Beckedahl. In „Fight for your digital rights“ blickte er auf den netzpolitischen Diskurs der letzten Jahre zurück und rief zur aktiven Mitarbeit an einer digitalen Gesellschaft für alle auf:

Edward Snowden in einer Live-Diskussion mit Luciano Floridi über Digitalisierung wollte natürlich auch jede_r sehen, weshalb ich schon wieder keinen Platz bekam. Aber „The Fourth Revolution“ gibts hoffentlich auch bald bei YouTube.

Moritz Metz hat mich mit seiner Serie „Wo das Internet lebt“ ziemlich begeistert, weshalb ich auch seinen Talk „Fliegende Computer und ihre tollkühnen Piloten“ angeschaut habe, wo er sein neues Audiofeature zum Thema Drohnen multimedial vorstellte.

Im Sendezentrum, der Podcast-Ecke auf der re:publica, gaben die PodcastpatInnen eine Einführung in verschiedene Formate, die hoffentlich bald auch als Aufzeichnung zu hören ist.

Julia Reda forderte mit „Ending geoblocking: This content really ought to be available in your country“ die Abschaffung von Ländergrenzen im grenzenlosen Internet.

Mein Lieblingstalk des ersten Tages war eindeutig „Sexy or Sexist? Ads on the Facepalm Beach“. Elle Nerdinger redet wirklich unglaublich witzig und hat übrigens auch vor gar nicht so langer Zeit einen lesenswerten Artikel zu einem ähnlichen Thema geschrieben.

Durch einen Workshop von Annalena Schiller und Tanja Capell bin ich irgendwann mal auf Sketchnotes aufmerksam geworden, deshalb konnte ich mir „rpTENicons – re:publica-Geschichte zum Mitzeichnen“ nicht entgehen lassen. Die beiden kritzeln in einem unglaublichen Tempo und tollen Visualisierungsideen: #catcontent!

Selbstverständlich fehlte auch Sascha Lobo nicht zum zehnjährigen Jubiläum der Netzmenschenkonferenz, doch weils den sowieso auf YouTube zu sehen gibt („The Age of Trotzdem„), war ich bei „Six degrees of Wikipedia“. Das ist zwar ein unglaublich lustiges Spiel – zwei Spieler_innen müssen sich von einem vorgegebenen Begriff zu einem anderen durch Wikipedia klicken und bekommen je nach Schnelligkeit und Eleganz Punkte dafür – funktionierte nur wegen wackeliger Netzwerktechnik nicht.

Die Notfallkabel gabs leider erst später:


Kombucha

An Tag zwei startete ich wieder erstmal mit im-Hof-sitzen-und-sich-sonnen und einer Runde über das Gelände. Dabei begegnete ich einer großen Karaffe Kombucha, die aber nicht zum Trinken da war, sondern zurProduktion von „vegetarischem“ Leder. Das wiederum konnte man in einem Workshop zu Wearables verarbeiten – leider habe ich verpasst, mich dafür anzumelden.

Weiter gings mit Podcasting: Mit „Listen to me, Baby“ gab Sara Weber einen Überblick über die amerikanische Szene. Medienunternehmen dort produzieren professionell und persönlich und ermöglichen damit besonderes Storytelling.

Ex-Wikigeeks Claudia Krell und Ralf Stockmann nahmen das Publikum mit „Zurück in die Podcast-Zukunft“ und riefen 2016 als das letzte Jahr der schlechtklingenden Podcasts aus.

Sketchnote: Zurück in die Podcast-Zukunft (Claudia Krell, Ralf Stockmann)

Mein All-Time-Favorite der re:publica-Talks ist Friedemann Karigs „Überwachung macht impotent“ von 2014. Sein diesjähriger Talk „Die pubertäre Gesellschaft und das Netz“ war zwar auch nicht schlecht, aber kam meiner Meinung nach nicht an den vorherigen ran.

Ich hatte mich schon sehr auf Anne Wizorek gefreut, die gemeinsam mit Kübra Gümüsay auftreten sollte. Sie fiel zwar aus, doch der Vortrag zu Organisierter Liebe war trotzdem enorm berührend.

Gleich darauf verschlug es mich wieder ins Sendezentrum. Die PodcastpatInnen sprachen diesmal über Publikationsformen:

Die „Netzpublizisten im Gespräch“ mit Philipp Banse schaute ich mir hauptsächlich wegen dasNuf Patricia Cammarata an. Die geriet gegen Ende ziemlich an Tilo Jung, was aber das einzig Spannende der Runde war (ich habe die letzten 15 Minuten allerdings nicht gesehen, ist da noch etwas passiert?). Ich hätte auch gerne „Das islamische Empörium“ der superwitzigen Datteltäter und, weil ich Dialekte so gern mag und auch noch in Österreich wohne, „Oida Depperter, bist augrennt? – Shitstormen auf Österreichisch #oidaRP“ gesehen, aber diese drei Veranstaltungen waren leider alle zur gleichen Zeit…

xkcd-Zeichner Randall Munroe stellte im Anschluss mehr oder weniger sein neues Buch vor, allerdings gibts „What if you had a Thing Explainer“ nicht zum nachschauen. Das Store Check-Out Horse (Zebra) bleibt mir auf jedenfall im Gedächtnis:

https://twitter.com/blog_bleistift/status/727571645028806656

Den Übergang zur Party bildete die großartige Karaoke-Party „The Internet of Sings“.

https://www.instagram.com/p/BE9MukBkN6q/?taken-by=zuckerbaeckerei


Der dritte Tag begann mit einem weiteren Highlight. Wer meine sonntäglichen Linksammlungen liest, hat bestimmt schon bemerkt, dass ich ein Laurie-Penny-Fangirl bin. Ihren Vortrag „Change the story, change the world“ zu Fanfiction und dessen politischer Macht solltet ihr euch unbedingt anschauen (hoffentlich bald auf YouTube!), denn sie ist eine hervorragende Rednerin mit wichtiger Botschaft.

Auf der viel zu kleinen Stage J gabs im Anschluss eine Mitmachaktion: #bingecreating statt bingewatching. Als Erstes: Zeichne ein Huhn auf Stelzen, das gegen einen Star Wars-Charakter kämpft. Ich habe leider noch nie einen einzigen der Filme gesehen, Darth Vader und Lichtschwerter konnte ich glücklicherweise gerade noch damit assoziieren.

Als nächstes war etwas schwierigeres dran: Acht verschiedene Hände an einem Kraken.

Level drei war dann wenig spezifiziert: Zeichne etwas, das du nicht zeichnen kannst, „Alles“ zählt nicht:

Unter dem Hashtag #bingecreating finden sich auf twitter und Instagram noch viele mehr dieser „Kunstwerke“ – falls ihr ein bisschen Prokrastinationsinspiration braucht 😉

Zum kurzfristig im Programm aufgetauchten Food Blogger-MeetUp kam ich selbstverständlich auch, war allerdings nicht besonders begeistert. No offense an die anderen Teilnehmer_innen, aber ich blogge über Kuchen, weil ich den gerne mag, und nicht nur um irgendwelche Kooperationen mit PR-Menschen einzugehen… Unabhängig davon war ich aber mit Ineke von Das Leben ist süß Kaffeetrinken, was mir echt sehr gefallen hat 🙂

Weiter im re:publica-Programm – Ingrid Brodnig, die auch schon beim Netz-Publizisten-Panel war und außerdem einen äußerst sympathischen österreichischen Akzent hat, sprach in „Nichts als die „Wahrheit“ warum Lügengeschichten so gut funktionieren“ über die Mechanismen, die Falschmeldungen im Internet so schnell verteilen.

Ein vom Tricotautomaten gestricktes Selbstporträt

Anders als beim Kombucha-Basteln habe ich mich früh genug für den Tricotautomat angemeldet. So konnte ich mit der gehackten Strickmaschine unter Anleitung ein wahnsinnig treffendes Selbstporträt anfertigen.

Im Sendezentrum gabs am letzten Tag eine Liveshow der PodcastpatInnen. Drei Menschen mit Podcastambitionen (darunter auch ich) stellten ihre Idee vor. Diese Mini-Interviews wurden dann live bearbeitet und innerhalb nur einer Stunde hier zum Nachhören veröffentlicht. Im Gespräch mit Ulrike vom exponiert-Podcast zeigt sich auch, dass Standard-Deutsch-Sprechen nicht ganz so mein Ding ist…

Das Techniktagebuch gehört zu meinen Lieblingsblogs und auch die Blogs/Twitteraccounts der Speaker_innen lese ich richtig gern. Deshalb konnte ich mir das Live Let’s Play nicht entgehen lassen. Passend zum Thema traten auch gleich Probleme mit der Bühnentechnik auf, was allerdings gar nicht weiter störte. Unter anderem war Kathrin Passig als Telekom-Archäologin unterwegs, Anne Schüßler klickte sich durchs Labyrinth der Essener Stadtbibliothek und Alexander Matzkeit schimpfte ein bisschen über die re:publica-Webseite.

In der Closing Ceremony wurden die Zahlen zur #rpTEN vorgetragen (46% Speakerinnen finde ich auch gut, aber nicht so gut, dass man sich so enorm dafür feiern sollte…) und selbstverständlich wieder Bohemian Rhapsody gesungen.


Endlich mal in Berlin dabei zu sein und nicht nur via YouTube hat mir wirklich gut gefallen. Ich habe mit schlimmen Informationsoverkill gekämpft, tolle Vorträge gesketchnoted, das live-twittern ausprobiert und gleich wieder aufgegeben, in ein paar Mikrofone gesprochen, mit netten Menschen geredet und eine tolle Zeit verbracht. Hoffentlich schaff ichs nächstes Jahr Anfang Mai wieder nach Berlin!

— Nachtrag —

Auf der re:publica habe ich in ein paar Mikrofone gesprochen, mittlerweile sind die zugehörigen Podcasts veröffentlicht:

Im Innenhof habe ich zufällig Gregor von den Biertauchern getroffen, weshalb wir eine Außenbericht für Folge 255 aufgenommen haben. Torsten vom eGovernment Podcast habe ich im Sendezentrum kennengelernt; für seine Folge hat er neben mir auch noch mit fünf anderen Leuten über die re:publica geredet, darunter auch Claudia Krell vom Sendezentrum.