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Mochi-Kuchen mit schwarzem Sesam

Das ist der BonAppetit-Kuchen, den ich in den letzten zwei Wochen gefühlte zehn Mal im Blog erwähnt habe, bevor ich ihn überhaupt getestet habe.

Der Guss ist so schwarz, dass er farblich fast mit meiner Teekanne mithalten kann.

Und was soll ich sagen: Das Rezept ist schrecklich. Nicht der Kuchen – der ist sehr interessant – nein, das Rezept. Amerikanische Mengenangaben (die Idee, die Menge *kalter* Butter in Cup-Volumenmaßen anzugeben?!?!?) bringen mich ohnehin regelmäßig zum Schimpfen. Aber die Anleitung für diesen Kuchen musste ich bestimmt fünfmal lesen (und ich bin eine doch halbwegs erfahrene Bäckerin), weil man an verschiedenen Schritten im Rezept Teilmengen der in Cups angegebenen Mengen in der Zutatenliste braucht und ich wieder alles deppert ausmessen (statt einfach zu wiegen!) musste. Meine Mitbewohner unterstellten mir dann erstmal „Freude am Sudern*“, aber ich schwörs**, am Kuchenbacken selbst lag mein Ärger sicher nicht!

* (dt.: jammern)
** warum will ich immer Wallah sagen, wenn ich irgendwo was von „schwören“ lese oder selber schreibe??

Eine Oberfläche, wie frisch geteert…

Ich habe mir natürlich alle Gewichtsangaben aufgeschrieben und versucht, das Rezept unten nicht nur aus dem Englischen zu übersetzen, sondern auch ein bisschen einfacher zu gestalten. Ganz einfach, straightforward, ist dieser Mochi-Kuchen mit schwarzem Sesam trotzdem nicht, aber das könnte man auch nicht von seinem Geschmack behaupten.

Als ich den schwarzen Sesam erst geröstet und dann gemahlen habe, breitete sich ein intensiver Duft von Blumenerde in der Küche aus und auch beim Reinbeißen lässt sich diese Note noch erahnen. Die Konsistenz ist dank des Klebreismehls ziemlich gummiartig, aber sonst wärs ja auch gar kein Mochikuchen. Der Karamellguss ist schwarz wie Teer und auch angeschnitten könnte eins glauben, der Kuchen ist völlig verbrannt. Und dennoch fand ich den Kuchen insgesamt richtig gut, er ist wirklich sehr anders als alles, was ich sonst so backe.

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Zuckersüß 354

In den letzten Tagen habe ich hawaiianisches Buttermochi, Scones, 3fach-Kokos-Muffins und Mochi-Kuchen mit schwarzem Sesam (bald im Blog!) gebacken.

Auf der Suche nach einem *guten* Krapfen in Wien (ein Vorhaben, das letztes Jahr gescheitert ist!) habe ich vier verschiedene probiert: von Oberlaa, Aida, Linsbichler und Waldherr – letzterer ist aktueller Favorit. Solange noch Fasching ist, werde ich aber in jeder Bäckerei, an der ich zufällig vorbeikomme, Krapfentesten. Katha Seiser hat das übrigens 2011 bei ihrem 3. jour doux mal supersystematisch getan – die Kriterien dort werde ich in Zukunft auch beherzigen.

Das rote Wien (Wien Museum MUSA)

„Das rote Wien“, die ausgelagerte Ausstellung des Wien Museums, lief jetzt schon ein paar Monate und ich hätte es beinahe nicht mehr hin geschafft. Beinahe – denn am vorletzten Ausstellungssonntag beschloss ich mit ca. 200 anderen Leuten hinzugehen und einer der letzten Führungen zu folgen.

Das klappte leider nicht so gut, weil man sich im Ausstellungsraum kaum umdrehen konnte, geschweige denn hören, was der Vermittler alles zu sagen hatte. Den ersten Teil schaute ich mir also „alleine“ an. Besonders in Erinnerung blieben mir dabei die Arbeiten von Margarete (Schütte-)Lihotzky, die nicht nur die Frankfurter Küche (s.a. Anke Gröners sehr informatives Referat oder Zeitsprung Folge 21 dazu) auf entwickelt hat, sondern z.B. auch eine funktionale, billig herzustellende Abwasch-/Badekombi für die Häuser der Siedlerbewegung. Sehr spannend fand ich auch das „Wiener Kinder 1. Buch“, eine Leselernfibel von 1927, die in sechs verschiedenen Schriften (Steinschrift, Akzidenz-Grotesk, Behrens-Fraktur, Augsburger-Fraktur, König-Schwabacher und Original-Schwabacher) gesetzt ist. Vor allem die letzten in der Liste sind mir sehr fremd, ich habe in der Grundschule Anfang der 2000er Jahre nämlich nur zweierlei Schriften gelernt…

Ab dem Bereich zur Frauenpolitik stieg ich dann in die Führung ein. Im roten Wien zwischen den Kriegen wurden ziemlich progressive Positionen, z.B. die Abschaffung des Abtreibungsverbots und Care-Arbeit diskutiert (s.a. „Es lebe drum: die Frau von heut! Frauenpolitik im Roten Wien“ von Marie-Noelle Yazdanpanah im Ausstellungskatalog, S.52). Was mir völlig neu war: die Rivalität zwischen Moskau als ideale kommunistische Stadt und Wien, als ideale sozialistische Stadt – „die rote Millionenstadt ist Hoffnung und Erhebung der arbeitenden Völker aller kapitalistischen Länder der Welt darum bleibe Wien rot immerdar“ (Cover des „Kuckuck“, April 1932). Insgesamt habe ich mir „Das Rote Wien“ aber umfangreicher vorgestellt, ohne ausführliches Hintergrundwissen oder eine Führung wär es wohl ein bisschen fad.

Ein paar Tage später war ich noch auf dem ersten Visualisierungsbarcamp, über das ich noch gesondert drüben im Sketchnote-Blog jasowieso.com bloggen werde. Und vergangenen Freitag lief dann auch noch meine Moment-Kulinarium-Sendung „Die Rennaissance des Rums“ auf Ö1, hier noch nachzuhören. Am Abend vor der Ausstrahlung gönnte ich mir einen Cocktail in der Halbestadt-Bar von Erich Wassicek, den ich tags zuvor interviewt habe. Er empfahl mir den „Pusser’s Painkiller“ aka, die „Piña Colada für Erwachsene“, mit kräftigem Rum, Kokoscreme, Orangensaft und Muskatnuss. Ich hatte völlig vergessen, wie gern ich die Kombi Kokos-Muskat habe (s.a.: Coconut Cupcakes von 2011).

Bücher

Mit Büchern abseits meiner Bachelorarbeit hatte ich auch endlich mal wieder zu tun: ich las das von Astrid Henn wunderschön illustrierte Kinderbuch Das Neinhorn von Mark-Uwe Kling durch (nicht besonders lang, ich gebs zu), diskutierte mit meinem Buchclub Saša Stanišićs Herkunft und blätterte Switched on Pop von Nate Sloan und Charlie Harding, das Buch zu einem meiner liebsten Podcasts, durch. Und ich habe mir Sara Farris In the Name of Women’s Rights: The Rise of Femonationalism bestellt, nachdem ich seit ihrem Vortrag im Dezember darüber nachdenke, ob ich wirklich *noch* ein Buch auf meinem ungelesenen Stapel brauchen kann (-> ja, weil ichs für eine Seminararbeit verwenden werde).

Hier folgen meine liebsten Links der letzten beiden Wochen:

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Hawaiianisches Butter-Mochi

Beim Schreiben des letzten Zuckersüß blieb ich ziemlich lange bei Bon Appetit hängen. Diese Seite hat nicht nur sehr erfolgreiche Kochvideos auf YouTube (die mich eher mäßig interessieren, tbh), sondern auch enorm spannende Rezepte, z.B. diesen Sesame Mochi Cake with Black Sesame Caramel. Leider habe ich es in den letzten sieben Tagen (was wirklich viel ist für ein Rezept, das ich uuunbedingt sofort umsetzen will), nicht geschafft, diesen Kuchen zu backen.

buttermochi
Die Fotos entstanden, genau wie der Kuchen, in ziemlicher Zeitnot…

Aber Klebreismehl schien mir eine so interessante Zutat, dass ich mich nach einem schnellen, einfachen Rezept zur Überbrückung umschaute. Hawaiianisches Butter-Mochi stellte sich nach kurzer Recherche am vielversprechendsten heraus: nur sechs Zutaten (plus zwei optionale) und eine Schüssel – fertig.

Sieht aus wie nicht anständig gebacken, ist aber einfach nur typische Klebreismehl-Konsistenz.

Tatsächlich habe ich wohl lange kein so einfaches Rezept mehr hier veröffentlicht, das gleichzeitig so spannend (weil mir völlig fremd) war. Die Konsistenz des Kuchens ähnelt im Inneren schon ein bisschen den zähen Mochi, wie ich sie aus der japanischen Küche kenne. Die Kruste dagegen hat etwas von gut durchgebackenem Biskuit. Und der Geschmack: super buttrig und auch ein bisschen „exotisch“, was der Kokosmilch geschuldet ist.

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Ufo-Muffins

An Halloween war ich auf einer Verschwörungstheorie-Party eingeladen. Obwohl es wirklich genug abstruse Verschwörungstheorien gibt (Echsenmenschen? Chemtrails? Weltuntergang?), konnte ich mich bis zum Nachmittag des 31. Oktobers selbst für kein Kostüm entscheiden.

Sehr kurzfristig wurde es dann „Außerirdische vom Mond“. Ich baute mir deshalb einen Halbmond-Hut aus Karton, der fast Ascot-würdig war, meine Begleitung ging als wunderschöner von oben bis unten silbrig-schimmernder (gut, dass ich Glitzriges so gerne mag, dass ich spontan Kleid, Cardigan, Strümpfe und Accessoires aus dem Schrank zaubern kann) Alien.

Mein Mitbringsel sollte auch noch dazupassen und schnell gehen (es waren ja nur noch ein paar Stunden bis zur Party), weshalb ich mich für die Schoko-Bananen-Muffins mit Kakaonibs und weißer Schokolade als Basis entschied. Nur, dass ich diesmal dunkle Schokolade (Nachthimmel!) verwendete und ein paar Zuckerstreusel-Sternchen (ferne Sonnensysteme!) draufstreute.

Und für noch mehr Verschwörungstheoriebezug bastelte ich noch Marzipan-Ufos, die ich mit Goldglitzer-Staub und Metallic-Zuckerguss verzierte. Mit diesem Ufo-Muffins fühlte mich fast an die goldenen Cupcake-Zeiten (2011: Peanut Butter Chocolate Chip Cupcakes mit Schokofrosting, Mandelcupcakes mit Schokofrosting, 2012: Christbaumcupcakes, Süßes Fastfood, Erdbeer-Kokos-Cupcakes usw.) dieses Blogs erinnert!

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Zuckersüß 353

Das letzte Zuckersüß ist jetzt schon wieder ein paar Wochen her. „Damals“ war noch nicht einmal Weihnachten, weshalb ich noch voll in der Plätzerlproduktion war – Kastanien-Biscotti mit Walnüssen, Ingwer-Shortbread, Hirschknöpf und Florentiner. Außerdem habe ich Zimtmarshmallows (wie die Vanillemarshmallows nur ohne Zuckerstreusel und mit Zimt in der Puderzucker-Wälzmischung), Kardamomeis mit Tahini-Karamell, Lemon Curd, Quark-Glückskekse und Olivenöl-Brownies gemacht. Sehr küchen-produktive Winterferien!

Über Silvester habe ich mit ein paar Freund_innen eine Schneeschuhwanderung abseits der Zivilisation (aka eine Berghütte die nur zu Fuß über verschneite Berge erreichbar ist) gemacht, wobei auch das Titelbild entstand. Auch unter erschwerten Bedingungen (Holzofen, keine Waage, kein Wasser im Haus sondern nur geschmolzener Schnee) habe ich gebacken: Bananen-Schokokuchen (ein kleines bisschen an diesen hier angelehnt), Zimtschnecken und Apfelstreuselkuchen (in etwa wie dieser Mispelstreuselkuchen).

Cocktails

Kurz vor Weihnachten war ich zum ersten Mal in der Matikibar und entschied mich für einen Klassiker: Mai Tai. Ich wusste, dass dieser Cocktail aus mehreren Rumsorten besteht (laut Karte: Rhum Agricole, Goslings Rum, Overproof Rum, Dry Curacao, Lime Juice, Orgeat Syrup, Demerara Syrup) und damit ziemlich stark ist. Aber dass er so stark ist, dass ich nach einem Drittel nicht mehr geradeaus schaue, hätte ich nicht gedacht. Das nächste Mal lass ich besser die Finger davon… Meine Begleitung hatte einen Dead Reckoning (laut Karte: Havana 7 Rum, Ruby Port Wine, Licor 43, Pinepple Juice, Lemon Juice, Maple Syrup, Angostura Bitters), der mir auch sehr gut geschmeckt hat. Besonders interessant: Die mit Vegeta gewürzten Popcorn!

Im Anschluss war ich noch im Puerta del Sol Tapas essen. Seit meinem ersten Besuch im Sommer 2016 (!) sind mir aber nicht die (sehr guten) Tapas besonders in Erinnerung geblieben, sondern der meiner Meinung nach beste Käsekuchen der Stadt. Ein Bröselboden aus dunklen Keksen, darauf eine (ungebackene) Frischkäseschicht und ganz oben ein Spiegel mit Kardamom, Chili und Limettensaft. So gut! Und noch immer nicht für die Zuckerbäckerei nachgebastelt…

Tags darauf war ich gleich nochmal Cocktails trinken und zwar in meinem allerliebsten Botanical Garden. Der hat leider zum Jahresende 2019 für immer zugesperrt, weshalb ich unbedingt nochmal meine Lieblingsdrinks dort trinken musste: Opium Espresso und Rioja Mule. Zwei „neue“ Getränke folgten noch für mich und meine Begleitung, nämlich der Beat Root und ein Corn & Oil.

Meinen Riesen-Bücherstapel habe ich leider nicht so weit bezwungen, wie ich vorhatte, aber dann muss ich mich jetzt im Januar halt mehr auf Postfeminismus, Personal Branding und Instagram (wissenschaftlich, nicht prokrastinierend) konzentrieren.

Hier folgen erstmal meine spärlichen Links der letzten Wochen:

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Jahresrückblick 2019

Ich lese sehr gerne die Jahresrückblicke anderer Leute (z.B. Soul Zeppelin, Heibie, Anke Gröner, Trois Etoiles), und deshalb will ich jetz auch noch *schnell* einen schreiben. Denn wofür habe ich sonst das ganze Jahr über eine digitale Strichliste geführt?

Im Blog landeten 31 Rezeptposts (Lieblinge: Buttermilcheis mit Obstbrand, Olivenöl-Brownies und Schoko-Bananen-Muffins)und 34 Zuckersüß-Linksammlungen (nicht unbedingt ein wöchentlicher Rhythmus…), außerdem noch 17 andere, denn insgesamt habe ich dieses Jahr 82 Posts veröffentlicht. Neu sind die Kategorien Cocktails, Bücher und Lokale, die letzten beiden ein Versuch, alles etwas übersichtlicher zu machen. Hat nicht so gut geklappt, denn am liebsten schreibe ich halt Rezept- und Zuckersüß-Posts, der Rest geht irgendwie unter.

Ich habe elfeinhalb Paar Socken gestrickt, das zwölfte ist sich gerade vor Jahreswechsel nicht mehr ausgegangen. Aber ein paar Fingerlinge habe ich auch noch zusammengebracht!

Ich habe 22 Bücher fertiggelesen: Versteckte Jahre von Anna Goldenberg, Alle, außer mir von Francesca Melandri, Super, und dir? von Kathrin Weßling, Frauen & Macht von Mary Beard, Das Millenial Manifest von Bianca Jankovska, Instagram Signature Style von Sylvia Fritzsch, Hunger von Roxane Gay, Helle Materie von Sina Kamala Kaufmann, Desintegriert euch von Max Czollek, Erinnerungen eines Europäers von Stefan Zweig, Wunderbare Jahre von Sybille Berg, Garten der verlorenen Seelen von Nadifa Mohammed, Middlesex von Jeffrey Eugenides, Makarionissi von Vea Kaiser, Warum ich nicht länger mit Weißen über Hautfarbe spreche von Reni Eddo-Lodge, Die neue ArbeiterInnenklasse von Veronika Bohrn-Mena, Aspekte des neuen Rechtsradikalismus von Adorno, Vom Ende der Einsamkeit von Benedict Wells, Die Hauptstadt von Robert Menasse, Half of a Yellow Sun von Chimamanda Ngozi Adichie, Eure Heimat ist unser Albtraum von Hengameh Yagoobifarah, und Herkunft von Sasa Stanisic.

Außer Wunderbare Jahre, Garten der verlorenen Seelen und Vom Ende der Einsamkeit würde ich davon alle weiterempfehlen. Angefangen und aufgegeben (weil zu uninteressant oder langwierig) habe ich Nullnummer von Umberto Eco, Bullshit Jobs von David Graeber, Stamped from the Beginning von Ibram X. Kendi und Profit over People von Noam Chomsky.

Ich war in neun Museen bzw. Ausstellungen: Im Weltmuseum Wien, bei Napoli Sotteranea und dem MANN Napoli, in der Kokoschka-Ausstellung im Leopold Museum, im Palazzo Massimo in Rom, im Computerspielemuseum in Berlin, im CO Berlin, im Haus der Geschichte Österreichs und in der Uncanny Values-Ausstellung im MAK.

Im Kino war ich dagegen nur fünfmal, und außer „Wie ich lernte, bei mir selbst Kind zu sein“ über das Leben von André Heller halte ich keinen Film für erwähnenswert.

Ich war in einigen tollen Restaurants, besonders in Erinnerung geblieben sind mir das Coda in Berlin (das erste Michelin-besternte Lokal, in dem ich gegessen habe! und dann habe ich nichtmal einen Post dazu geschrieben…) und La grotta da concetta in Campobasso. Mein allerliebstes Restaurant in Wien ist das Bruder, doch auch das Mochi und das marokkanische L’Orient fand ich sehr gut.

Ich habe versucht, mich ein bisschen durch die Wiener Barszene zu trinken, bin aber allzu oft wieder im allerliebsten Botanical Garden gelandet. Dort war ich kurz vor Weihnachten zum letzten Mal, denn leider hat die Bar zum Jahresende zugesperrt. Der Opium Espresso wird mir fehlen! Ich war auch im „Nachfolgelokal“ Moby Dick, dort war ich besonders beeindruckt vom Pairing Menu zu den Cocktails. Den besten Drink des Jahres hatte ich allerdings im Bruder: eine Boulevadier-Abwandlung mit Sauerkirschferment und rauchigem Speck.

Meine kulinarischen Entdeckungen des Jahres: Aubergine im Dessert im Coda, italienisches Grünzeug (Barba di Frate, Puntarelle, Cicoria tagliata), Guanciale, Spargel-Rhabarber-Salat und (selber-)fermentierte Getränke (Kombucha/Jun/Ginger Beer).

Ich war viel unterwegs: in Italien (Campobasso, Napoli, Rom, Bologna, Lecce, Brindisi, Alberobello, Putignano, Gioia del Colle, Matera), Ljubiljana, Berlin, Salzburg, auf der Alm (drei Mal, einmal sogar mit Schneeschuhen – Premiere!) und in Budapest.

Dann habe ich mich außerdem noch teilzeitselbstständig gemacht (engagiert mich für Sketchnotes von euren Events!), einen Bachelor in Sprachwissenschaft abgeschlossen, sieben Podcastfolgen veröffentlicht und 19 Beiträge/Sendungen für Ö1 gestaltet. Ach ja, und dann ist dieses Blog hier auch noch 10 (!??!?!) Jahre alt geworden!

Weihnachtsplätzerl für 2019

In diesem Jahr war ich mit Weihnachtsplätzerln vergleichsweise zurückhaltend (vergleiche 2010, 2011, 2012). In den WG-Keksdosen landete keine einzige neue Sorte, aber dafür liebgewonnene Klassiker:

verschiedene plätzerlschüsschen

Hirschknöpf teilen sich mit Vanillekipferln (die ich mangels gemahlenen Walnüssen im Vorrat nicht backen konnte) unbestritten Platz 1 meiner Weihnachtsplätzerl-Hitliste. Heidesand habe ich in den letzten Jahren auch schon in einigen Varianten gebacken (Zitronenheidesand, Gewürzheidesand, Glitzer-Heidesand) und bei Biscotti sieht es nicht anders aus (Pecanbiscotti, Orangenbiscotti mit dunkler Schokolade, Cantuccini, Cantuccini mit Walnüssen). Hier habe ich mich auf das Rezept für Kastanien-Biscotti gestützt und statt Walnüssen Mandeln verwendet.

verschiedene plätzerlschüsschen

Den Begriff „Plätzerl“ muss eins schon sehr dehnen, um die letzte Süßigkeit im Bild damit zu beschreiben: Gewürz-Schokokugeln aka heiße Schokolade am Stiel gehören für mich auch zur Adventszeit.

Nach den Fotos für diesen Post habe ich das Plätzerlsortiment noch mit Ingwer-Shortbread ergänzt, das ich sehr gerne mag (und andere ganz furchtbar finden – eindeutig das Polarisierendste Gebäck in dieser Liste).

Schöne Feiertage euch!

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Zuckersüß 352

In dieser Woche habe ich endlich meinen 35c3-Rückblickspost fertiggetippt und den Glühwein-Käsekuchen, den ich seit 8 Jahren mal wieder backen wollte, verbloggt. Ich habe Tajine gemacht und dabei über die mangelnde Meinungsfreiheit in Marokko nachgedacht (s. z.B. Guardian, NYTimes) und danach Cards Against Humanity gespielt.

Und ich war auf einer Weihnachtsparty eingeladen, als Mitbringsel habe ich Bravetart’s Zimtschnecken mit einer extra-weihnachtlichen Gewürzmischung (Zimt, Kardamom, Nelken, Ingwer, Cayennepfeffer) gebacken – auch sehr empfehlenswert fürs Katerfrühstück!

Podcasting-Meetup

Gemeinsam mit Maria Wegenschimmel vom SozialPod und Lisa Krammer vom Mundart Podcast werde ich zukünftig das Podcasting Meetup Österreich organisieren. Am Dienstag fand sozusagen das „Übergabe“-Meetup mit dem bisherigen Organisator Stefan Haslinger (meinem ersten Podcastgast!) statt, auf Twitter gibts einen Mini-Rückblick:

https://twitter.com/podcasterei/status/1204539298206437376

In meinem Podcast ist übrigens Folge 17 mit Anna Wielander am Nestroyplatz erschienen, es geht um ihren Podcast Jugendstil, Journalismus und Studieren in Prag.

ON

Ich hatte mir eigentlich vorgenommen, diese Woche ins Ansari zu gehen, um georgisches Essen zu probieren. Leider war dort kein Tisch zu haben und und ich schwenkte um auf chinesisch. Wien, wie es isst lobt das ON und seine Ableger ziemlich stark, die Entscheidung für ein Lokal fiel also nicht schwer.

In meiner Instastory habe ich schon „eine kleine Gastrokritik“ dazu geschrieben, ich übernehme sie jetzt aber auch noch ins Blog, sonst ist sie ja quasi verloren.

Zum Gedeck gabs eine etwas wirre Zusammenstellung von Mischbrot mit Olivenöl, gerösteten Erdnüssen, Krabbenchips und kalten Edamamebohnen, die mir mit ihrem leichten Sternanis-Aroma super geschmeckt haben. Als Vorspeise bestellten ich und meine Begleitung Pak Choi mit Shiitakepilzen und Knoblauchsauce, sowie Frühkraut mit Grammeln. Ersteres war mein liebstes Gericht des Abends: Der Pak Choi ist offensichtlich sehr scharf angebraten worden, sodass er sehr rauchig und alles andere als fad schmeckte. Die Pilze hatten eine fast fleischige Konsistenz, und die Sauce war karamellig-salzig. Das leicht sautierte Frühkraut war eigentlich als scharf angekündigt, erfüllte dieses Versprechen aber überhaupt nicht. Die Sauce dazu – dickflüssig-süß, vermutlich irgendetwas fermentiertes – schmeckte mir auch gut.

Als Hauptgang hatte ich eine Auswahl an gebratenen Teigtaschen, gefüllt mit Räuchertofu/chinesischem Bärlauch, Gemüse/Erdnüsse, Lammhack/Kümmel, Maishähnchen/Shiitake und Schwein/Sellerie. Am besten geschmeckt hat mir die Version mit Gemüse und Erdnüssen, die Schwein/Sellerie-Teigtasche war mir viel zu fettig und die mit Lammhack/Kümmel zu trocken. Aber mit der Sojasauce im Schälchen daneben ließ sich das einigermaßen ausgleichen. Wirklich beeindruckt hat mich der Mini-„Salat“ aus eingelegtem Rettich und Karotten, den es dazu gab. Das Gemüse war ziemlich scharf, aber durch Weinessig auch super frisch und immer noch knackig. Meine Begleitung hatte eine Schüssel scharfes Kimchi-Tofu-Ramen, das so scharf war, das ich nichts dazu sagen kann.

Beim Dessert wollte ich unbedingt etwas probieren, das ich nicht kenne. Die Wahl fiel deshalb einerseits auf Age Tofu in Sesam/Kokos-Mantel mit süßer Bohnensauce und Klebreisbällchen mit Sesamfüllung. Ersteres stellte sich als wirklich seltsam heraus: Der Tofu fühlte schien frittiert zu sein, war aber gleichzeitig recht wässrig und in der Konsistenz sehr quietschig. Der Geschmack kam hauptsächlich von Kokos, Sesam und der süß-salzigen Bohnensauce. Nicht unbedingt mein Fall. Die Reisbällchen sahen aus wie sehr weiße Mini-Germknödel, die schwarze Sesamfüllung erinnerte mich an Powidl. Leider schmeckte das Ganze ebenfalls relativ wässrig.

Für alles miteinander (inkl. Wein und Wasser) zahlten wir 55€, was ich für einen fairen Preis halte. Der Abend war interessant, aber nicht genug, als dass ich in naher Zukunft wieder ins ON gehen würde. Grund dafür war auch die Atmosphäre – sehr kühl und mit irgendwie reserviertem Service.

Gin

Zum Geburtstag habe ich jeweils eine Flasche Wien Gin, Wien Klimt Gin und Rauhbühl Gin geschenkt bekommen. Gemeinsam mit meiner WG habe ich diese drei Gins und irgendeinen, der von der letzten Party übrig geblieben ist, versucht, zu vergleichen. Es stellt sich heraus: es ist wirklich sehr schwierig, zu beschreiben, was sie unterscheidet. Beim klassischen Wien Gin glaubte ich, Zitrus herauszuriechen/schmecken, der Klimt kam mir im Vergleich viel sanfter vor (aber geschmacklich vermag ich ihn nicht zu beschreiben). Der Rauhbühl Gin riecht ziemlich nach Früchten, am ehesten nach Birne, der übrige Party-Gin war direkt nach dem Einschenken vor allem stechend in der Nase. Gemixt zum Gin Fizz taugte mir der Wien Gin am meisten, meine Mitbewohner fanden aber die anderen auch sehr gut. Ich glaub, ich muss mir noch einen Geruch- und Geschmacksüberblick antrinken…

Ich habe gut die Hälfte von Eure Heimat ist unser Albtraum durchgelesen und sehr viele Stellen eingemerkt. Das Buch besteht aus einzelnen Essays, wodurch es sich für mich ziemlich schnell liest. Am eindrucksvollsten fand ich bisher den Beitrag von Hengameh Yagoobifarah über Blicke und den von Fatma Aydemir zu Arbeit.

Hier folgen meine liebsten Links der Woche (sehr viele, ich hab mich mal wieder stundenlang durch meinen RSS-Reader geklickt):

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Ein sehr verspäteter 35c3-Rückblick

Wie beim Glitzer-Heidesand angekündigt, war ich letzten Dezember zum ersten Mal überhaupt auf dem Chaos Communication Congress, und zwar zu seiner 35. Ausgabe. Nun ist fast ein ganzes Jahr vergangen und ich hatte meinen Rückblickspost immer noch nicht so weit fertig geschrieben, dass ich ihn veröffentlichen hätte können. Aber der 36c3 steht vor der Tür und deshalb habe ich mich doch nochmal mit diesem monströs langen Text beschäftigt. Für den unwahrscheinlichen Fall, dass euch jetzt in der Vorweihnachtszeit fad wird: Klickt euch durch die Vorträge, die ich im Folgenden (inkl. Sketchnotes!) verlinkt habe, auf dem CCC kann eins wirklich interessantes lernen!

Glitzerheidesand passend zur Visual Identity des 35c3

Ich habe keinen Vergleich zu irgendwelchen, offenbar viel „kuschligeren“ früheren Kongressen, doch ich war sehr angetan, als ich am Vorabend (= Tag 0) am riesigen Leipziger Messegelände aufschlug. Ohne warten zu müssen, tauschte ich mein Ticket in ein Armband, in das glitzernd das Kongressmotto „Refreshing Memories“ eingewoben ist und landete ein paar Meter weiter gleich in einer beeindruckenden Sound- und Licht-Installation. In den Messehallen wurden langsam die Assemblies, sozusagen die regionalen oder thematischen Gruppierungen rund um den CCC fertigdekoriert.

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Glühwein-Käsekuchen

Zum 16. Geburtstag einer meiner damals besten Freundinnen habe ich einen Glühwein-Käsekuchen gebacken. Alle, die probiert haben, inklusive mir, fanden ihn richtig gut, nur leider habe ich das Rezept niemals ins Blog geschrieben und damit auch verloren.

2011 habe ich Kuchen mit Blitz fotografiert??

In den seither vergangenen 8 Jahren habe ich immer mal wieder daran gedacht, einen neuen Versuch zu starten, es aber nie gemacht. Bis jetzt!

glühweinkäsekuchen auf einer glasplatte

Diesmal habe ich gleich drei Mini-Käsekuchen (einer als Geschenk, einen für die WG und einen fürs Foto aka mich) daraus gemacht. Ganz unten ein einfacher Bröselboden aus Löffelbiskuits aka Eierbiskotten aka Savoiardi (Namensdiskussionen dank Mitbewohner_innen, die in drei verschiedenen Ländern aufgewachsen sind), gebräunter Butter und etwas Zimt statt des Biskuits, den ich offenbar beim ersten Versuch 2011 verwendet habe. Darauf eine simple Käsekuchen-Joghurt-Creme, die nur mit ein paar Löffeln Orangensaft aromatisiert ist.

angeschnittener glühwein-käsekuchen

Und obenauf natürlich noch eine Schicht Glühwein-Gelee mit Vanille, Zimt, Kardamom und großzügig Glitzerzuckerstreuseln.

Heraus kommt ein sehr weihnachtlich, aber dennoch frisch schmeckender ziemlich fancy Kuchen – ohne Backen!

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