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#rp18-Rückschau

Weil meine Kommentare zu den diesjährigen re:publica-Talks ein einziges Zuckersüß sprengen würden, schreibe ich einen extra Post drüber – obwohl ich nichtmal „in echt“ dort war (s. auch: re:publica 2016 und rp17-Rückschau). Die Live-Streams konnte ich auch nicht recht verfolgen, weil ich Anfang Mai mit Seminararbeiten und Prüfungsvorbereitung beschäftigt war. Nachdem das Semester hier in Nancy jetzt am Ende ist, kann ich mich wieder verstärkt den spannenden Teilen des Internets widmen. Und ich finde (nach fünf Jahren, in den ich die Konferenz jetzt mehr oder weniger verfolgt habe), die re:publica gehört eindeutig zu den spannenden Teilen des Webs. #rp18-Rückschau weiterlesen

Zuckersüß 287

Zwei Feiertage in einer Woche! Diese Tatsache wurde mir allerdings auch erst am Dienstag klar, als alle Bibliotheken und der Bäcker ums Eck geschlossen waren. Beim nächstgelegenen Bäcker kam ich dann ins Gespräch über die Gründe des Feiertags und kann mir jetzt nicht mehr erklären, wie mir der Tag der Befreiung (Wikipedia, FTW) bisher kein Begriff sein konnte. Immerhin ist der in Frankreich, Tschechien und der Slowakei Feiertag, aber auch in Mecklenburg-Vorpommern und Brandenburg. Am Donnerstag folgte dann Christi Himmelfahrt, aber dieser Feiertag ist mir natürlich aus Bayern und Österreich bekannt.

Trotz der „freien“ Tage verbrachte ich meine Zeit mit Prüfungsvorbereitung – in Form zweier sehr aufwendiger Zusammenfassungs-Sketchnotes:

Vorlesung „Connaissance du champ médiatique“
Vorlesung „Stratégie de Communication“

Außerdem habe ich meine letzte Team-Seminararbeit des Semesters abgegeben, aber die kennt ihr ja vielleicht eh schon: Drei Museen in Straßburg, hier in der Zuckerbäckerei veröffentlicht. Ich finde es ziemlich cool, dass wir in diesem Seminar enorm viel Gestaltungsfreiheit in unserer Abschlussarbeit zugesprochen bekommen haben. Ziel sollte es sein, unsere Ergebnisse so zu präsentieren, dass die Arbeit als Bewerbungsunterlage für Masterstudiengänge (nicht dass ich dafür nochmal in dieses seltsame französische Hochschulsystem kommen wollen würde) oder Praktika taugt. Ich weiß nicht, ob des das bei mir wirklich tut, aber ich habe immerhin ein paar schöne Fotos und Übersichts-Sketchnotes untergebracht!

Heute war ich passend zum grausligen Wetter noch in der Opéra Nationale de Lorraine. All die deutschen Namen aus „Werther“ in der französischen Inszenierung waren ziemlich amüsant. Und was ich richtig super fand: die Petit Fours in der Pause (-> Opern-Banausin)!

Mit Prüfungen geht es in der nächsten Woche auch noch weiter (also jedenfalls wenn kein weiterer Streik oder so dazwischenkommt), aber bevor ich mich damit beschäftige, schreibe ich lieber erst noch meine liebsten Links zusammen:

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Drei Museen in Straßburg – Trois Musées à Strasbourg

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Im Rahmen eines Projektes hat das gesamte TD Médiations Culturelles der Uni Lorraine im März einen Ausflug nach Strasbourg gemacht, um dort drei Museen zu besichtigen und ihre Kommunikation und Vermittlung zu untersuchen. Unsere Ergebnisse sollten wir allerdings nicht in einem „langweiligen“ Aufsatz zusammenfassen, sondern möglichst kreativ. Meine Teampartnerin Billy und ich haben deshalb beschlossen, unseren Museumsvergleich in einen zweisprachigen Empfehlungs-Blogpost zu packen, damit unsere Ergebnisse nicht in einer Schublade verschwinden.

Es folgt ein gereihter Überblick (das erste Museum empfehlen wir unbedingt weiter, das letzte überhaupt nicht) der besuchten Museen. Die Hintergründe zu unserer Einschätzung und Fotos von unserem Besuch gibts weiter unten und/oder nach Klick auf den entsprechenden Link.

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Billy und ich im historischen Museum.

Übrigens gibts auf Instagram (@zuckerbaeckerei) in meinen „Highlights“ die spontanen Eindrücke des Museumsvergleichs!

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Zuckersüß 286

Die vergangene Woche war für mich das komplette Gegenteil der vorherigen: Ich war (fast) ausschließlich mit Seminararbeiten und Prüfungsvorbereitungen beschäftigt. Um mich nicht ständig von #rp18 auf Twitter ablenken zu lassen, verabredete ich mich zum Arbeiten in der Stadtbibliothek von Nancy (der Campus ist nicht mehr zugänglich, dazu unten mehr). Zum „Feierabend“ schaute ich dann doch hin und wieder in den re:publica Livestream rein, und sketchnotete sogar zweimal:

Nach meinen Prüfungen werde ich mich bestimmt noch ausführlicher mit den diesjährigen Talks beschäftigen, denn die re:publica gehört nach wie vor zu meinen liebsten Konferenzen.

Ansonsten gibt es Neuigkeiten vom Blocus, aber ziemlich unerfreuliche: Nachdem die Besetzung des Campus in der vorherigen (Ferien-!)Woche durch die Polizei aufgelöst wurde, veranstalteten einige der Besetzer_innen in dieser Woche erneut eine Generalversammlung im Campus-Innenhof. Also zumindest haben sie es versucht, denn der Präsident schickte gleich wieder die Polizei. Mit Helm und Schildern (Deeskalation geht anders) vertrieben sie die Aktivist_innen, die ab sofort wohl wirklich nicht mehr dorthin kommen können, vom Gelände. Die Sicherheitsvorkehrungen wurden nämlich ins fast absurde gesteigert: Zutritt zum Campus bekommt nur, wer Studierendenausweis und einen Nachweis einer stattfindenden Prüfung hat. Es gibt genau zwei benutzbare Eingänge, und es ist „vorsichtshalber“ mit etwa 45 Minuten Wartezeit zu rechnen. Im Endeffekt stand ich für meine Prüfung heute (Montag) nur fünf Minuten an, aber die zwei Kontrolletappen (Ausweiskontrolle durch Uni-Mitarbeiter_innen, Taschenkontrolle durch Sicherheitsfirma) finde ich trotzdem unsagbar. Ein paar hundert Meter neben den einzigen offenen Campuseingängen steht vorsichtshalber auch noch die Polizei mit Mannschaftswägen bereit.

Mein Französisch-Professor fasste die aktuelle Situation der Uni Lorraine vor der Prüfung recht schön zusammen: Um den Unterricht und dessen Qualität schert sich keiner, Hauptsache die Prüfungen können (wenn auch unter Polizeischutz) stattfinden. Einige andere Professor_innen verlegten die Abgabe-Treffen für Papier-Seminararbeiten gleich in irgendwelche Cafés, nicht nur aus praktischen Gründen, sondern auch im Protest gegen die Präsenz der Sicherheitskräfte.

Und überhaupt, die Polizei hier kommt mir öfters recht unverhältnismäßig vor. Ich war am Freitag auf einer (zugegeben sehr großen, sehr club-mäßigen – Virgae legte auf) WG-Party, die gegen drei Uhr morgens aufgelöst wurde. Sechs (!) Polizeistreifen rückten an, um alle Gäst_innen hinauszueskortieren – nicht ohne den Leuten vor dem Hauseingang die Getränkebecher auszuleeren. Meines Wissens war das Ganze nichts anderes als Ruhestörung (ab einem gewissen Punkt sicher ein legitimer Grund, die Polizei zu schicken), niemand schlägerte oder zerstörte irgendwelche Sachen, weshalb mir dieser Einsatz reichlich übertrieben vorkam. Ob freitagabends sonst nix los ist in dieser Stadt?

Am Samstag fuhr ich gemeinsam mit einem Schwung anderer ERASMUS-Studierender nach Strasbourg. Dort liefen wir ein bisschen durch die Stadt und begegneten dann gleich in den ersten Minuten acht Maschinenpistolen-bewaffneten Soldat_innen. Ob man sich an diesen Dauer-Ausnahmezustand irgendwann gewöhnt?

Abgesehen davon war es in Strasbourg aber wirklich cool, denn es stand nicht (nur) Sightseeing auf dem Plan, sondern vor allem der ERASMUS Day 2018. Diese Veranstaltung fand im Lieu d’Europe statt und versammelte ERASMUS-Studierende aus Strasbourg, Nancy, Dijon, Bruxelles, Heidelberg (und wahrscheinlich noch mehr) zu einer Gartenparty. Die war superfancy organisiert: repräsentative Villa, Stehempfang mit Häppchen, Reden von *superwichtigen* Leuten und Live-Musik, alles davon kostenlos! Ich probierte mich durch das internationale Buffet – aserbaidschanischer Kichererbsen-Joghurt-Dip mit Fladenbrot, Sesamkuchen aus El Salvador, Kochbananen mit Sauce aus Kolumbien, Lakritz-Marshmallows aus den Niederlanden usw – und sprach mit sehr vielen jungen Leuten aus der ganzen Welt. Es freute mich sehr, wie einig wir (sowohl Europäer_innen als auch alle anderen) uns waren, dass die EU eine super Sache ist.

Zurück in Nancy musste ich mich leider gleich nochmal furchtbar ärgern, denn in meinem Wohnheim war das WLAN ausgefallen. Es gibt wirklich kaum etwas, das mich mehr nervt, als ein Berg Arbeit (noch mehr Seminararbeiten!) und ein geplantes Zuckersüß ohne Internetzugang. Ich twitterte also das CROUS an, ohne am Sonntag tatsächlich Antwort zu erwarten. Ich sprach mit dem Nachtwächter, der mir immerhin kurz vor Mitternacht einen Gruppenarbeitsraum am anderen Ende des Gebäudes aufsperrte, nachdem ich zufällig den einzigen scheinbar funktionierenden Router ausgemacht hatte. Montagmorgen ging ich natürlich gleich zum Büro, wo ich nur ein unzufriedenstellendes „Der Techniker ist informiert“ erhielt. Am frühen Nachmittag ging dann alles wieder, und ich hatte meine 24h ohne WLAN überstanden. Sicher kann man meine Aufregung darüber als lächerlich abtun, aber wenn mobiles Datenvolumen begrenzt ist und öffentliche Arbeitsplätze (looking at you, Unibibliothek hinter Polizeiautos) unzugänglich sind, ist fehlendes WLAN *daheim* wirklich ein Problem…

Ich hoffe, ihr habt weiterhin Internetzugriff, sonst könntet ihr euch leider nicht einmal durch meine liebsten Links der vergangenen Woche klicken:

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Zuckersüß 284

Mit der Absage aller Kurse am CLSH in Nancy stand am Montag fest, dass mein Erasmus-Semester praktisch vorbei war. Mitte Mai sind zwar noch Prüfungen (über den Stoff von Mitte Januar bis Mitte März), aber mich erwartet keine einzige Lehrveranstaltung mehr. Deshalb habe ich gleich am Dienstag die Chance auf ein bisschen Wissens-Input ergriffen und mich in einen Vortrag des RING-Theaterfestivals gesetzt: Intelligence artificielle, quel avenir pour les artistes et créateurs d’aujourd’hui ? (Künstliche Intelligenz, welche Zukunft für die Künstler_innen und Kreative von heute?). Leider war das Panel mit Wissenschaftler_innen und Künstlern (nur eine Frau und fünf Männer auf der Bühne) am Anfang ziemlich zäh und am Ende fehlte die Zeit für die spannenden Fragen. Ich habe erstmals auf französisch gesketchnotet:

Picknicken und im Park herumsitzen war in dieser Woche auch endlich so richtig möglich, wobei ich noch ein bisschen Jahreszeiten-antizyklisch blieb und das dritte Paar Socken für 2018 fertiggstrickte. Was mich sehr schockierte, waren die bis zu den Zähnen bewaffneten Soldaten, die zwischen den Parkbesucher_innen in der Pépinière patroullierten – Frankreichs Sicherheitsvorstellungen decken sich nicht unbedingt mit meinen…

Ansonsten habe ich noch Spargel gegessen, Pudding gekocht, und meinen Kühlschrank leerfrittiert. Das heißt ich habe sämtliches Gemüse (Brokkoli und eine ganze Sellerieknolle) blanchiert und dann in Parmesan und Grieß paniert. Dazu selbstgemachtes Ketchup (ungefähr wie der Salsa-Dip nur ohne Paprika) und schon hatte ich Abend- und Mittagessen und auch noch einen super Reisesnack.

Am Freitag machte ich mich nämlich auf eine ziemlich lange Zugreise: Von Nancy via Strasbourg nach Frankfurt, wo ich mit einer Freundin Kaffeetrinken war, bis nach Niederbayern. In den gut 11 Stunden las ich knappe 300 Seiten in Paul Austers 4-3-2-1, das mir immer mehr gefällt. Es ist ein bisschen anstrengend zu lesen, denn die Sätze sind manchmal schier endlos lang. Doch wie unterschiedlich sich die verschiedenen Leben des Ferguson entwickeln, wenn sich nur ein Detail ändert, ist sehr spannend. Und die vielen Geschichten (also erfundene Dialoge und Zeitungsartikel und was sonst noch nicht alles) innerhalb der Geschichten finde ich super.

Im Internet habe ich auch herumgesurft (und dank zu viel Instagram den Großteil meines Datenvolumens verprasst…) und das sind meine Favoriten daraus:

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