Schlagwort-Archive: nähen

Zuckersüß 391

mit Gebackenem, Arabischlernen, Töpfern, Stricken, Nähen, Lesen (Swing Time) – und wie immer, den besten Links der letzten Tage.

In den letzten paar Tagen habe ich langweiligen Rührkuchen, Pudding mit karamellisierten Bananen, Bravetart’s Zimtschnecken, best cocoa brownies und Mandel-Ghriba gemacht.

Ich habe mein letztes Uni-Essay für dieses Semester abgegeben, aber dabei noch ausführlich prokrastiniert – mit… Duolingo. Im Gegensatz zu der Zeit, in der ich schon mal mit dieser App sprachenlernen wollte (2015?) wird jetzt nach jeder Lektion eine Werbeanzeige eingeblendet, was ziemlich nervt. Andererseits wird im Gegesatz zu damals (wo ich wahrscheinlich mein Französisch verbessern wollte?), auch arabisch angeboten, das ich spätestens seit meinen kulinarischen Ausflügen in die Region (Namoura bil ashta, Mandel-Ghriba, eine Quittentajine am Wochenende) unbedingt wieder auffrischen will. Das Programm der App passt leider nicht ganz auf meine Lernsituation: ich kann zwar ohne Probleme arabisch lesen (ziemlich langsam), und habe auch einen groben Plan von den meisten grammatischen Regeln. Allerdings weiß ich kaum Vokabeln, geschweige denn, wie sie geschrieben werden. Die Umschriftübungen vom arabischen ins lateinische Alphabet, die zu Beginn jeder Lektion stehen nerven mich deshalb sehr, aber alles was danach kommt, scheint mir sehr hilfreich. Mal schauen, ob aus meinem 5. Anlauf (davor: Langenscheidt-Selbstlernkurs, Sprachkurs an der VHS, Sprachkurs in Marokko, Sprachkurs an der Uni) endlich wirklich Standardarabisch zu lernen, was wird.

Töpfern, Stricken und Nähen: Peak Pandemiezeitvertreib?

Mit Backen, Sprachenlernen und Stricken habe ich eh schon drei klassische Pandemiehobbies auf der Liste, aber vergangene Woche konnte ich in Sachen Klischee noch eins draufsetzen: Töpfern. Genauer gesagt eigentlich Glasieren, denn die Teller und Schalen hatte ich schon im September 2019 getöpfert. Seither warteten sie im Atelier meiner Tante auf Fertigstellung, doch wegen ~Corona~ war ich dort seit mehr als einem Jahr nicht mehr vorbeigekommen.

Jetzt muss das Ganze (übrigens klar inspiriert von @kchossak_pottery, Izy Hossack aka Top With Cinnamon’s Mutter) nur noch ein zweites Mal gebrannt werden und, was wohl das langwierigere Unterfangen wird: ich muss alles abholen kommen.

fertiger Pulli!

Nochmal zurück zum Stricken: Im letzten Zuckersüß habe ich ja ein bisschen über Pulloverkonstruktion geschrieben. Besagter Pullover ist jetzt fertig (hier bei ravelry), der Hauptgrund dafür liegt ganz einfach darin, dass ich die ganze Wolle (mit DM-Preisschild, viel zu vintage um welche nachzukaufen) aufgebraucht hab. Ganz zufrieden bin ich nicht, denn ich hätte die Ärmel gerne ein paar Zentimeter länger gestrickt. Die Passform ist leider auch nicht ganz so super: Unter den Armen ist der Pulli zu breit, die Ärmel sind an den Schultern weit, sodass sie pludern. Ich habe allerdings keine Lust, alles wieder aufzutrennen und werde den Pullover jetzt einfach so tragen, das geht schon.

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Titelbild von Zuckersüß 375:

Mit einem ähnlichen Mindset bin ich auch wieder ans Nähen herangegangen, mit dem Ziel, mein Zitronenkleid (zugeschnitten vergangenen August) endlich fertigzustellen. Laut Anleitung ist es für Nähanfänger_innen geeignet, ich habe aber das Gefühl, mir am rutschigen Stoff und meiner Abweichung (ein zusätzliches Futter) die Zähne auszubeißen. Egal wie oft ich es zusammenhefte, an irgendeiner Stelle ist immer etwas ungenau, leicht schief oder verzogen. Aber seis drum, ich versuche mein bestes und hoffe, dass am Ende etwas Tragbares herauskommt.

Lesen: Swing Time

Meine letzte Buchclublektüre war Zadie Smith’s Swing Time, das zweite fertiggelesene Buch für 2021. Am erstaunlichsten daran fand ich, dass man die Ich-Erzählerin 600 Seiten lang begleitet, es aber irgendwie viel mehr um alle anderen geht als um sie (ihren Namen erfährt man auch nie!). Es kommen unzählige Figuren mit den unterschiedlichsten Lebensrealitäten (vom australischen Popstar, über den jamaikanischen Kleinkriminellen in London bis zu einer Lehrerin im ländlichen Gambia) vor und Zadie Smith schneidet sehr viele Themen an. Anstatt einer Geschichte erzählt der Roman eher dutzende und springt dabei wild zwischen der Kindheit der Ich-Erzählerin und ihren frühen 30ern hin und her. Auserzählt wird nichts davon, aber die Perspektiven bleiben hängen.

Online habe ich auch einiges gelesen, hier folgen meine Lieblingslinks:

Rezepte

Krebsen und Aluette: Blutorangen Sirup Küchlein
Schönes Wintergebäck.

Chez Panisse Almond Tart (via Joy the Baker)
Die mach ich bald!

How to Make Snow Ice Cream | Real Simple
Klingt… nicht so wahnsinnig lecker.

How to make an Ethiopian vegetarian feast | The Star
So ähnlich zu Sauerteigpfannkuchen (fast Injera, fast) nachgekocht.

Texte

Why Has Critique Run out of Steam? From Matters of Fact to Matters of Concern – Bruno Latour
Diesen Text, ursprünglich ein Vortrag in Stanford im Jahr 2004, habe ich für die Uni gelesen. Ich fand Latour bringt vieles, dass wieder (noch?) sehr aktuell ist sehr treffend auf den Punkt und ich linke deshalb auch hier drauf.

entire Ph.D. programs are still running to make sure that good American kids are learning the hard way that facts are made up, that there is no such thing as natural, unmediated, unbiased access to truth, that we are always prisoners of language, that we always speak from a particular standpoint, and so on, while dangerous extremists are using the very same argument of social construction to destroy hard-won evidence that could save our lives (p. 227)

Historiker über Fitnesskultur: „Fitnesskult ist hochpolitisch“ – taz.de
Der Zwang zur Fitness regt mich furchtbar auf.

Unsere moderne Gesellschaft organisiert sich wesentlich um den Körper und dessen Leistungsfähigkeit herum. Im Zentrum steht ein Versprechen, das mit einer Aufforderung beziehungsweise einer Verpflichtung verbunden ist: Wenn wir uns gut um uns kümmern, unseren Körper pflegen und in Form halten, kommen Glück und Erfolg. Die soziologische Stigmaforschung zeigt sehr genau, dass dicke Menschen heute von Schule bis Jobmarkt diskriminiert werden, es ihnen also schwerer gemacht wird, Erfolg zu haben. Der Fitnesskult ist hochpolitisch, es geht um Teilhabe an Gesellschaft, um Zugriff auf Ressourcen: Gesellschaftliche Anerkennung wird stark vom Körper abhängig gemacht.

In der Stadt ist das Corona-Infektionsrisiko nicht größer – futurezone.at
Mehr Compliance in der Stadt?

Dass es am Land oft zu höheren Fallzahlen an einzelnen Punkten komme, liege vermutlich an sozialen Gepflogenheiten, meint Kalasek. „Wenn es eine starke Verwurzelung in der örtlichen Kultur gibt, eine Gewohnheit, sich zu treffen oder am Vereinsleben teilzunehmen, wenn das seit Jahrzehnten Standard ist, kann man das schwieriger herunterfahren. In einer Gemeinde nahe Wien, wo drei Viertel der Bevölkerung erst in den vergangenen 30 Jahren dazugekommen sind, ist die Kontakthäufigkeit vielleicht nicht so hoch. Aber das sind Vermutungen und wie will man die stichhaltig belegen?“

What to Make When You’re Dying | Seamwork Magazine
Ein sehr trauriger Text, die Autorin ist mittlerweile gestorben.

I believe that my sick body is worth making clothing for. Yet, at a certain point it feels wasteful to create a garment for a body that won’t be around to use it for very long. My doctors can’t tell me how long I will live; the statistics do not suggest I have another half-decade left. So when do I leave behind my sewing queue, and what do I do when that time comes?I do have one project in mind, and it gets to my sewing roots and the first thing I learned to make—quilts. I want my immediate family to have physical reminders of my love for them, something they can wrap around themselves as proof that I existed and spent my time thinking of them.

Understanding Ease & How It Affects Fit — Making Stories
Noch mehr Strickkonstruktion.

Another key area to pay attention to when you’re sizing up or down is the back neck measurement. It doesn’t matter how amazing the rest of your sweater is, if the neck doesn’t fit right it’s guaranteed to never make it out of your wardrobe. The neck is calculated based on the back neck measurement, so if you move sizes based on the bust measurement to get the ease you want, you are moving for those measurements also, and they may not work for you.

Mit den Augen strukturieren. Von der Kunst, den Moment zu reportieren. | Radio machen
Sehr Meta: Eine Radiomacherin fragt einen anderen zu dessen Arbeitsprozess.

TV Characters Don’t Have Text History. This Is Not OK | WIRED
Das ist mir noch nie aufgefallen:

Directors know that after spending the day hunched over a screen and trying to detox in front of a bigger screen, audiences are reluctant to spend much time squinting to read a text. Why devote a precious 10 seconds to ensuring the audience can read some inconsequential past messages about ordering pizza and the texts that matter to move the story forward when you can get in, get out, and cut back to actors acting? But the attempt to avoid distraction with brevity only introduces a slew of new distractions. Did Emily get a fresh French phone and not back up her iCloud?

Subs? Stacked. – Brain Dump
Zum Newsletterhype:

Even better is the simplicity of the email list as the key graph: Everyone has a fucking email address! But not everyone has a Facebook account, and even fewer still have a Twitter handle. The email address is the lowest common denominator of the consumer internet. And hence, the perfect component of creating a personal graph.

Audio/Video

Bodyguard
Zufällig beim Zappen (!) im ZDF entdeckt und dann fast am Stück weggeschaut (gibts auch bei Netflix). Spannende Politthriller-Serie mit vielen Wendungen und argem schottischen Akzent.

GAG279: Muskat und Manhattan – Geschichten aus der Geschichte
Zum Zimtschneckenbacken angehört.

Wir springen in das 17. Jahrhundert: New York hieß noch Nieuw Amsterdam und auf einer kleinen Inselgruppe im heutigen Indonesien, den Molukken, kämpften zwei Kolonialmächte um die Vorherrschaft. Es ging um ein Handelsmonopol auf ein begehrtes Gewürz, das zu diesem Zeitpunkt weltweit nur auf den Banda-Inseln wuchs: Muskat.

17 Die Buch – Extended! Beatrice Frasl zu “Die Liebhaberinnen” von Elfriede Jelinek – Die Buch
Tolles Buch, tolle Gästin und toller Podcast.

Blumen, Pralinen und Romantik? Nicht in unserer Valentinstagsfolge! Wir stellen euch dafür eine besondere Gästin vor: Beatrice Frasl (aka @fraufrasl). Mit der Feministin und Podcasterin von “Große Töchter. Der feministische Podcast für Österreich” reden wir über “Die Liebhaberinnen” (Rowohlt, 1975) von Elfriede Jelinek.

Warum Esoteriker und Rechtsextreme nicht zufällig gemeinsam auf die Straße gehen ZÜNDFUNK – Generator

Esoterik, Rechtspopulismus und Neofaschismus haben Verbindungen, die lange unterschwellig waren. Die Demonstrationen gegen die Corona-Maßnahmen haben diese jetzt jedoch offen gelegt. Sie liegen in der gemeinsamen Ablehnung moderner Prinzipien von Gesellschaftsvertrag, Wissenschaft und Solidarität.

Foto

Zuckerstreusel, vorerst zum letzten Mal, wirklich!

Backkatalog

Zuckersüß 374

Seit dem letzten Sonntagspost habe ich Bananencupcakes (sehr gut, aber sehr unfotogen), super fancy Biskuitschnitten mit Verveine-Sahne, Erdbeeren und Kombucha-Gelee (inspiriert von einem Instapost des 2*-Lokals Mraz&Sohn), Apfel-Karotten-Körndl-Muffins nach Ottolenghi und Limetten-Kardamom-Cupcakes gebacken – die Rezepte dazu werde ich *bald* veröffentlichen.

Im Garten meiner Familie habe ich gefühlt hunderte Tomaten geerntet, aber nur einen einzigen Pfirsich (wie 2017 auch?). Und weil ich auch in den Ferien immer was zu tun brauche, hab ich noch eine Webseite gebastelt (bzw. von gefühlt 2006 ins jetzt geholt) und die Webseite mit den Schnitzereien meines Vaters um eine Kategorie ergänzt: IRL-Ausstellungen.

Ein tapferes motiviertes Schneiderlein

Und ich habe mir endlich eine Nähmaschine zugelegt! Das war schon länger der Plan („Nähen lernen“ und „Darija auffrischen“ sind die einzigen zwei Punkte auf meiner summer bucket list, wenn eins das so nennen will), aber wegen Corona gabs nicht nur Klopapier-, Hefe- und Seifen-Craze, sondern auch einen argen Näh-Hype, der zu Lieferengpässen und wochenlangen Bestellfristen bei Nähmaschinen aller Art geführt hat… Im fünfzehnten Bezirk (wo ich fast noch nie war?) fand ich dann aber einen alteingessenen Nähmaschinenladen mit einem vorrätigen Modell in meiner Preisklasse: eine elna explore 240.

Nachdem ich in diesem Jahr schon meine erste Strickjacke und meinen ersten Pullover gemeistert habe, gehts jetzt also ans Schneidern. Vor gut zehn Jahren habe ich mir schon ein paar Kleidungsstücke genäht, ein völliger Nähnoob bin ich also nicht. Aber Kleidung nähen ist wirklich gar nicht einfach. Mit meinem Erstlingswerk, einer baumwollenen Pyjamahose mit seitlichen Eingriffstaschen und einem Bund mit Tunnel und Bindeband, bin ich ziemlich zufrieden – auch wenn ich absurd lange dafür gebraucht habe und die „Knopflöcher“ fürs Bindeband dreimal wieder auftrennen musste, weil ich mich zu doof für die Knopflochautomatik angestellt habe. Doch die Hose hatte auch nur gerade Nähte und auch ohne Anleitung konnte ich eigentlich nix falsch machen.

https://twitter.com/jasowies_o/status/1294370570553958401?s=20

Am Wochenende wollte ich unbedingt *sofort* das nächste Kleidungsstück nähen, musste mir aber natürlich ein Modell aus meinem burda-Stapel aussuchen, für das ich einerseits alles da hatte (also keine Reißverschlüsse, Vlieseline, Futterstoffe etc) und das andererseits meinem sehr geringen Erfahrungslevel entsprach. Ich entschied mich für dieses Sommerkleid, war aber mit der Materialangabe Köper reichlich überfordert. Materialkunde und „Stoffe erkennen/einschätzen“ stellte sich als überraschender Stolperstein heraus – das einzige Material in meinem Stoffstapel, das ich mit einigermaßener Sicherheit bestimmen konnte, war eine alte Leinentischdecke mit Blumenbordüre. Doch immerhin hatte ich davon genau die richtige Menge, sodass ich das Ding einfach zum Kleid upcycelte (und mich ein bisschen fühlte wie Amy Adams in Verwünscht, wie sie sich aus Vorhängen ein Prinzessinnenkleid schneidert). Nur „einfach“ wars wirklich nicht – obwohl ich mir alle Mühe der Welt gab, dank einiger YouTube-Videos die Abnäher an meine Figur anpasste und alles geflissentlich zusammenheftete (mehrmals!), bevor ich letztlich die Nähte steppte, wurde das Kleid am Ende ein bisschen schief. Und anders als das Original m burda-Heft sah meines nicht clean und cool aus, sondern irgendwie fad. Schließlich nähte ich noch die Blumenbordüre an den Saum und so habe ich jetzt ein Leinensommerkleid mit 70er-Jahre-Tischdecken-Vibe, yay! :)

Neben Strick- und Häkelcontent gibts hier in meinen Sonntagsposts jetzt wohl bald auch einiges Genähtes (doch wieder ein bisschen Lerntagebuch-Blogging?) und wie immer auch Lieblingslinks:

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Zuckersüß 361

In dieser Woche habe ich versucht, Baghrir, marokkanische Pfannkuchen „mit 1000 Löchern“ zu backen, was leider nicht so richtig geklappt hat. Zwar habe ich mir Rezepte auf englisch und französisch durchgelesen, sogar YouTube-Videos auf Darija angeschaut und meine ehemalige Arabischlehrerin um Rat gefragt, doch konnte ich nicht herausfinden, welche Art von Grieß ich verwenden sollte. Ich nahm schließlich normalen Nockerl-Weizengrieß (also keinen Hartweizen) und weiß nicht, ob es an dieser Komponente scheiterte oder an irgendetwas anderem… Ganz schrecklich waren die Baghrir am Ende nicht, aber ich werde noch ein paar Runden backen müssen, bis ich sie richtig hinbekomme. Eine Gemüsetajine, ein weiterer Verweis auf meine abgesagten Ferien in Marokko, habe ich dafür aber ziemlich gut hinbekommen.

Außerdem habe ich mich an einer italienischen Spezialität, der neapolitanischen Osterspezialität Pastiera di grano, versucht. Das ziemlich supere Ergebnis (und Rezept!) bald hier im Blog. Und so wie ich diesen Post tippe, ist ein weiterer Mitbewohner-Wunschkuchen (s. Schoko-Kaffee-Cheesecake und Eierlikörguglhupf aka Kuchenkuchen) im Ofen.

Am Ostersonntag habe ich außerordentlich aufwändig aufgekocht (wobei das Einkaufen unter gegebenen Abstandsregeln fast genauso lang gedauert hat…) und mit meiner WG im Hinterhof diniert. Weil das hier den Rahmen sprengt, bald ein extra Post mit allen Rezeptlinks dazu.

Essen vom Mamamon

„Auswärts“ habe ich diese Woche auch gegessen und zwar dank Lieferservice vom Mamamon. Von thailändischer Küche habe ich wohl noch weniger Ahnung wie von persischer (s. Lieferservice von Arezu letzte Woche), was mir bei der Gerichteauswahl fast zum Verhängnis wurde. Die Speisekarte auf der Webseite ist äußerst dürftig und durcheinaner, bei Lieferando (über die als einziges Lieferung bis zu meiner Wohnung möglich war, wie ich herausfand) waren die Gerichte weit besser beschrieben. Leider waren viele der Vorspeisen von der Webseite dort nicht aufgezählt, sodass wir uns zu zweit die einzige (fast) vegetarische teilten:

Rosenkohlsalat
Rosenkohl in Fischsaucen-Vinaigrette

Der Rosenkohl in Fischsaucen-Vinaigrette teilt sich mit dem Dessert den Titel meines liebsten Gerichts. Der Rosenkohl war superknusprig frittiert, einzelne Blätter davon erinnerten fast an Grillhendlhaut. Röstzwiebel sorgten für eine leicht süße, crunchige Komponente, frische Minze und Chili für Frische und Schärfe. Und die Vinaigrette selbst war perfekt zwischen süß, salzig und umami ausgewogen.

Spicy Laab: North Eastern Thai Style, ein warmer Salat mit frittiertem Tofu, Koriander, Minze und laut Karte auch „Roasted Rice Powder“ (als Panande vielleicht?) hat die Lieferfahrt leider sehr schlecht überstanden. Das Dressing hat die wohl ursprünglich sehr knusprigen Tofustücke sehr aufgeweicht und alles war nur mehr lauwarm. Aufwärmen ging aber wegen der frischen Bestandteile auch nicht. Der Wild Sticky Rice als Beilage hat sich aber sehr gut gehalten, ich mochte ihn sehr. Als zweite Hauptspeise hatten wir Pad Thai mit Tofu bestellt, das auch ein wenig unter der halben Stunde zwischen Küche und Tisch gelitten hat: die fast transparenten, breiten Reisnudeln waren zu einem festen Blob zusammengeklebt. Die klebrig-süße Sauce dazu fand ich aber sehr lecker und auch der Konsistenzkontrast durch Frühlingszwiebel, Sprossen und Erdnüsse taugte mir. In der Schüssel waren außerdem Tofuwürfel, die in Ei angebraten waren und eine Zitrone, deren Säure das ganze Gericht erst so richtig rund machte.

Klebreis mit Banane, Adzukibohnen und Kokossauce

Das Dessert, das ich beinahe nicht bestellt hätte, weil es so fad klang, stellte sich dann aber mit am interessantesten heraus: Klebreis, geformt wie ein Müsliriegel, eingewickelt in einem Bananenblatt und gefüllt mit fruchtiger (!) (Koch-?)Banane und roten Adzukibohnen. Dazu ein Dip aus leicht gesalzener Kokosmilch, der nach super wenig aussah, aber dann genau richtig portioniert war.

Maskennähen

Weil meine Winterfell Aran-Cardigan fertiggestrickt war und ich keine Wolle für ein Folgeprojekt zur Hand hatte, brauchte ich eine neue Handarbeitsbeschäftigung. Die Aussicht auf mehrere Wochen Maskenpflicht im öffentlichen Raum hat mich schließlich motiviert, mich mal durch meine Prop-Stoffe zu wühlen, um geeignete kochfeste Baumwolle zu finden. Im Laufe der Woche nähte ich – ohne Nähmaschine oder Gummiband – drei gefaltete Masken nach dieser Anleitung: zwei geblümt und eine mit absurdem Matroschkenmuster. Inspiriert von einem Blogpost von Anke Gröner, den ich gerade nicht mehr finde, zerlegte ich ein paar Heftstreifen, um das Blechteil davon für besseren Sitz in meine Masken einzuarbeiten, musste aber feststellen, dass dieses Blech nicht rostfrei ist. Damit die Masken die Wäsche überstehen, nähte ich also jeweils noch einen extra Tunnel daran, um das Blech herausnehmbar zu befestigen. Und nachdem das Maskenfoto das erste von mir veröffentliche Selfie (Insta-Stories) aller Zeiten war, landet es hier auch noch im Blog, denn alle 10 Jahre lässt sich sowas schon mal aushalten (…oder?).

Hier folgen meine liebsten Links der letzten Tage.

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