Zuckersüß 303

Wie letzten Sonntag angekündigt, blieb ich für eine ganze Woche offline. Mit drei kurzen Ausnahmen – mein Telefon wählte sich nämlich auf Berggipfeln ins Netz und ich konnte ein paar Tweets lesen. Mangels Strom (Solaranlagen funktionieren halt auch nur, wenn die Sonne scheint) stieg ich bald auf Papierbücher um und las gleich vier davon. Meine Ferienlektüre war ziemlich feministisch: Mehr Kopf als Tuch (Amani Abuzahra), Unspeakable Things (Laurie Penny), Wenn Männer mir die Welt erklären (Rebecca Solnit) und Ich bin kein Sexist, aber (Yasmina Banaszczuk, Nicole von Horst, Jasna Strick und Mithu M. Sanyal). Zu Virginia Woolf’s A Room of One’s Own kam ich nicht mehr und Sylvia Plaths The Bell Jar habe ich schon im letzten Zuckersüß beschrieben.


Die Textsammlung Mehr Kopf als Tuch war mir vor einiger Zeit auf Instagram begegnet und praktischerweise in der Bücherei erhältlich. Innerhalb eines einzigen Tages las ich mich durch die elf Artikel, die Amani Abuzahra zusammengetragen hat. Muslimische Frauen aus dem deutschsprachigen Raum schreiben über Alltägliches und Strukturelles und auch wegen der Unterschiedlichkeit der angesprochenen Themen fühlte sich das Buch irgendwie wie ein Blog an. Tatsächlich habe ich die Blogs bzw. Social Media Accounts einiger Autorinnen schon länger abonniert, z.B. Kübra Gümüşay, Dudu Kücükgöl (die offenbar leider ihr Twitterprofil deaktiviert hat), Nadia Shehadeh und Soufeina Hamed. Die ersten zwei habe ich auch bei Vorträgen schon gehört, Kübra Gümüsay prägte mit Organisierte Liebe sogar ein re:publica-Motto. So platt es klingt – ich habe mit den elf Artikeln einige neue Perspektiven gewonnen. Ich hatte zum Beispiel noch nie darüber nachgedacht, dass es für sichtbare Musliminnen in den Straßen des  ach-so-gefährlichen 10. Bezirk Wiens viel angenehmer sein kann, als in „nobleren“ Gegenden – einfach, weil sie dort als „normal“ durchgehen und nicht besonders auffallen.


Laurie Pennys Unspeakable Things liegt schon seit mehr als einem Jahr bei mir herum, und obwohl ich ihre Texte praktisch ausnahmslos super finde (mein Lieblingsartikel ist jetzt recht genau drei Jahre alt), habe ich es nie durchgelesen. Dieses Mal konnte ich es aber nicht mehr weglegen und Laurie Pennys Wut auf das Patriarchat (und den Kapitalismus), die sie explizit nicht kaschiert, aber doch mit Lösungsvorschlägen kombiniert, steckte mich an. Sie ist ziemlich radikal, persönlich und nimmt niemals ein Blatt vor den Mund – ihre Absätze enden oft unerwartet zynisch und bleiben dadurch wie spitze Stacheln der Ungerechtigkeit im Gedächtnis:

It should not, therefore, be as difficult as it is to explain to the average human male that while you, individual man, going about your daily business, eating crisps and playing BioShock 2, may not hate and hurt women, men as a group – men as a structure – certainly do. I do not believe that the majority of men are too stupid to understand this distinciton, and if they are, we really need to step up our efforts to stop them running almost every global government. (S. 68)

In fünf Kapiteln spannt sie den Bogen von ihrer eigenen Vergangenheit mit Esstörungen, „verlorenen Jungs“ in der Männlichkeitskrise über Sexismus im Internet zu Liebe als oft ausbeuterisches Verhältnis. An einigen Stellen fand ich Anknüpfungspunkte zu meiner eigenen Biografie, vor allem was das Internet angeht (wobei ich glücklicherweise von schlimmen sexistischen Shitstorms bisher verschont blieb):

[…] I learned how to be a writer online, and so did millions of other women all over the world. And not just how to write, but how to speak and listen, how to understand my own experience and raise my voice. I educated myself online. Grew up online. And on blogs and journals and, later, in the pages of digital magazines, I discoverd that I wasn‘t the only pissed-off girl out there. The Internet made misogyny routine and sexual bullying easy, but first it did something else. It gave women, girls and queer people space to speak to each other without limits, across borders, sharing stories and changing our reality. (S. 157)

Mein liebstes Zitat, das ich außerdem für halbwegs zugänglich halte und deshalb Menschen, die in der Thematik der (versteckten) Geschlechterhierarchien nicht so bewandert sind, ans Herz legen werde, ist folgendes:

„Men grow up expecting to be the hero of their own story. Women grow up expecting to be the supporting actress in somebody else‘s.“ (S. 216)

Ich habe auch noch Laurie Pennys neuestes Buch, Bitch Doktrin (leider übersetzt und nicht in der Originalfassung) daheim, ich denke, ich werde es bald anfangen!


Als nächstes las ich Rebecca Solnits Wenn Männer mir die Welt erklären. Das hatte ich nur deshalb ausgeliehen, weil ich vor kurzem irgendwo über den Namen der Autorin gestolpert war. Gleich nach Laurie Pennys mitreißender Kampfansage kamen mir die Texte darin regelrecht fad vor. Ich hatte auch eher mit einem durchdachten Gesamtwerk gerechnet denn mit einer losen Essaysammlung ohne Übergänge und mit vielen Dopplungen. Ich fand es zwar spannend, den titelgebenden Text zu lesen, weil in dessen Zusammenhang der Begriff „mansplaining“ entstanden war und dementsprechend oft darauf verwiesen wird. Der Rest hingegen war entweder nicht mehr aktuell (im Text zu Strauss-Kahn ging es um Argentinien und Venezuela, die sich aus den Fesseln des IWF befreien konnten – letzteres ist zur Zeit nicht unbedingt Musterbeispiel für einen gesunden Staatshaushalt), verwirrend oder eine oberflächliche Behandlung von Themen, die ich woanders schon ausführlicher gelesen habe. Schade!


Zuletzt nahm ich mir noch einen schmalen Band vor: „Ich bin kein Sexist, aber“. Sexismus erlebt, erklärt und wie wir ihn beenden vereint vier Essays von Frauen, die mit #aufschrei zu tun hatten. Nicole von Horst (@vonhorst) beginnt die Textsammlung mit Überlegungen zum Platz, den sich Frauen in Gesprächen und im öffentlichen Diskurs nehmen (trauen). Ihre Zwischenüberschriften – allesamt Zitate aus Büchern und Blogposts- muss ich unbedingt noch nachgoogeln. Yasmina Banaszczuk (@lasersushi) erzählt von Sexismus am Arbeitsplatz und wie er Machtungleichgewicht herstellt. Jasna Strick (@tugendfurie) schreibt über den Backlash der auf #aufschrei folgte und Mithu Sanyal (@Msanyal) geht sehr theoretisch an das Thema heran – ihren Text fand ich stellenweise recht anstrengend.

Weil ein #aufschrei nicht reicht von Anne Wizorek, die auch mit der Erfindung des Hashtags zu tun hatte, habe ich schon vor ein paar jahren gelesen und zu einem meiner liebsten feministischen Sachbücher auserkoren. Das Buch der anderen Initiatorinnen geht viel mehr auf den Hashtag selbst ein (jedenfalls, wenn ich mich recht erinnere) und erschien relativ bald nach dem das Thema hohe Wellen geschlagen hatte. Damals habe ich nur am Rande davon mitbekommen, sodass ich diese Einordnungen jetzt gerne gelesen habe.


Und weil so viel Bücher nicht reichen, war ich auch noch im Museum: Zuerst im Salzbergwerk Bad Dürnberg. Dort kann man – gut eingewickelt in große Schutzkleidung – eine mehr als einstündige Führung durch die Stollen, die in Teilen schon von den Kelten gegraben wurden, mitmachen. Mit gut zwanzig Euro ist die ziemlich teurer, aber das Programm ist mit einer Bergbahn-Fahrt, zwei Holzrutschen und einer Bootsfahrt über einen unterirdischen Salzsee schon cool. Unter der Erde passiert man sogar mal die Grenze nach Deutschland und sieht in mehreren Filmen, wie Salzabbau im Laufe der Zeit funktionierte. Mit dem Ticket kommt man auch gratis ins Keltenmuseum im nahegelegenen Hallein. Dort kam ich in mehr als eineinhalb Stunden nicht über das Erdgeschoss hinaus, doch die beiden Ausstellungen dort sind sehr gut gemacht. Zeitsprünge-Ursprünge sieht man an, dass sie aufwändig und vor nicht langer Zeit konzipiert wurde. Beginnend mit der heutigen Zeit gelangt man in der Ausstellung zurück bis in die vorrömische Zeit und was sich damals in der Salzburger Gegend abgespielt hatte. Die Austellung ist mit futuristischen Schaukästen und vielen Klappen, die man öffnen kann sehr interaktiv gestaltet. Ich hatte auch meine Freude mit dem „Urgeschichte-Wurm Kurt“, der Angebote für Kinder markiert, z. B. eine mechanische Waage mit Gewichten, bei der man die Grundeinheit der Kelten herausfinden kann, oder Suchrätseln für die Vitrinen.

Die aktuelle Sonderausstellung im Keltenmuseum beschäftigt sich mit der Himmelscheibe von Nebra, von der ich vorher noch nie gehört hatte. Diese Bronzeplatte wurde vor etwa 4000 Jahren aus Kupfer aus dem Salzburger Land hergestellt und vor gut 20 Jahren in der Nähe der Stadt Nebra in Sachsen-Anhalt gefunden. Sie gilt als eine der ältesten Himmelsdarstellungen der Welt und wurde zeitweise sogar als Umrechnungsmittel zwischen Mond- und Sonnenkalender benutzt. Die Ausstellung ist ebenfalls sehr modern aufgemacht, großformatige Fotos zeigen auch die archäologische Aufarbeitung des Fundes.


Jetzt habe ich meine Linksammlung wirklich genug verzögert (es ist schon Mittwoch!), deshalb hier meine Empfehlungen der Woche: Zuckersüß 303 weiterlesen

Zuckersüß 302

Diese Woche war ich zum ersten Mal in einem der berühmtesten Eissalons Wiens: Tichy am Reumannplatz. Der Laden ist sehr liebenswert altmodisch und hat eine erstaunliche Zusammensetzung von Kundschaft. Die Theke ist mit dunklem Holz vertäfelt, an den Glasbausteinen kleben transparente Früchte-Bilder und die Speisekarte ist voller Begriffe wie „Schiwago“ und „Frühlingssymphonie“. Außerdem gibts Plastikblumen und metallene Eiswaffelhalter auf jedem Tisch. Weil ich gegen Haselnüsse allergisch bin, konnte ich leider nicht die berühmten Eis-Marillenknödel essen und probierte deshalb einen Mohnknödel und einen Ribisel-Topfenknödel (oder ähnlich). Die schmeckten genauso altmodisch wie es im Eissalon aussieht, was vor allem am Schnaps darin liegt. Mein liebstes Eis wird das von Tichy deshalb nicht, aber das Lokal ist schon einen Besuch wert.

Am Dienstag habe ich mich mit einigen Podcaster_innen (u.a.Erklär mir die WeltJeanne’s HeldinnenballverliebtGanz offen Gesagt) im Café Sperlhof getroffen und über Podcastiges geredet. Tatsächlich habe ich es dann auch noch geschafft, die neunte Folge Lieblings-Plätzchen zu veröffentlichen: Im ImpactHub mit Annemarie Harant. Mal schauen, ob ich in Zukunft mit meinem neuen Veröffentlichungsrhythmus (immer am letzten des Monats) mithalten kann!

Bei Ö1 habe ich an meinem allerletzten Praktikumstag auch noch zwei Beiträge fertigbekommen. Bei help gibt es in den nächsten Wochen also eine Geschichte über Fake-Online-Shops und eine über Marmeladeneinkochen von mir (yay!). Mir fiel außerdem der ORF-Styleguide für die Texte auf der Webseite in die Hände. Den zu lesen fand ich sehr interessant, nur leider half er mir auch nicht recht, bessere Titel für meine Beiträge zu finden. Ich hätte nicht gedacht, dass ich in meinem Praktikum genau damit die meisten Probleme haben würde. Texte für help zu schreiben fiel mir nicht besonders schwer, auch bei den Manuskripten wusste ich nach dem zweiten, was ich zu tun hatte. Jahrelanges Bloggen half dafür sicher. Nur schreibe ich hier in der Zuckerbäckerei niemals irgendwelche Titel, die so klingen, dass möglichst viele Menschen draufklicken. Und Teaser zum Artikel gibts hier sicherlich auch nicht. Mit noch Übung wird das aber bestimmt besser und vielleicht laufe ich dann auch weniger Gefahr, den „seriösen“ Schreibstil in meine Sonntagsposts zu tragen.

Meine Mitbewohnerin ließ vor ein paar Tagen *strategisch* ein Buch am Esstisch liegen: The Bell Jar von Sylvia Plath. An einem Feierabend begann ich deshalb darin zu lesen und konnte nicht mehr aufhören.  Der Roman wurde 1963 veröffentlicht und spielt noch ein paar Jahre früher, weshalb mich solche Passagen anfangs stark überraschten:

I tried to imagine what it would be like if Constantin were my husband. It would mean getting up at seven and cooking him eggs and bacon and toast and coffee and dawdling about in my nightgown and curlers after he‘d left for work to wash up the dirty plates and make the bed, and then when he came home after a lively, fascinating day he‘d expect a big dinner, and I‘d spend the evening washing up even more dirty plates till I fell into bed, utterly exhausted.
This seemed a dreary and wasted life for a girl with fifteen years of straight A‘s, but I knew that‘s what marriage was like, because cook and clean and wash was just what Buddy Willard‘s mother did from morning till night, and she was teh wife of a university professor and had been a private school teacher herself. (S.89)

Ich könnte noch tausend Reportagen und Blogeinträge über mentale Gesundheit lesen, aber so eindrücklich wie in einem Roman kann man dort wahrscheinlich niemals die Perspektive einer depressiven Person abbilden. Mein Vorhaben, mehr Bücher zu lesen, hat sich mit „The Bell Jar“ noch verstärkt. Beim Lesen der richtigen Romane „lerne“ ich mindestens so viel Neues (zugegeben vielleicht auf einer anderen Ebene), wie beim Lesen *im Internet* (mind blown, ich weiß). Deshalb: Mehr Bücher! Nachdem ich nun drei Wochen lang hin und her überlegt habe, ob ich wirklich 26€ dafür ausgeben soll, habe ich mir endlich Francesa Melandris „Alle, außer mir“ zugelegt. Und noch etwa vier Bücher aus der Bücherei ausgeliehen – ich bin für die kommenden Tage nämlich off-grid.

Wie ich mehr als eine Woche ohne Internet überstehe, zeigt sich mit dem nächsten Zuckersüß, hier folgen erstmal meine Lieblingslinks:

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Zuckersüß 301

In dieser Woche habe ich nicht nur weiter bei meinem Ö1-Praktikum Audio gesammelt, sondern auch gleich schon wieder eine neue Folge meines Podcasts aufgezeichnet. Ich war mit Annemarie Harant von der erdbeerwoche im Impacthub. Wenn alles gut geht, ist das Ganze bis nächste Woche geshownotet und online.

Meinen monatelang gewachsenen Zeitschriftenstapel habe ich ebenfalls in Angriff genommen und die Effilee vom Sommer schon halb durchgelesen. Nach fünf Jahren Abo immer noch mein liebstes Food-Magazin (das All You Can Eat ist ja leider eingegangen)!

Ich war auch noch im Kino: Blackkklansmen war ziemlich cool (und der Soundtrack erst)! Es geht um den ersten Afroamerikaner, der Mitglied beim KuKluxKlan wurde, um dort undercover zu ermitteln.  Die Kulissen und Kostüme erinnerten mich an American Hustle, aber das ist wegen des zeitlichen Settings nicht weiter erstaunlich. Aus Sparfuchsgründen schaute ich den Film auf deutsch, was ganz bestimmt ein Fehler war (die Übersetzungen für Black Vernacular Englisch waren schrecklich). Und in der ersten Hälfte kam mir die „Rassismus-ist-furchtbar-tut-was-dagegen“-Message mit Anspielungen auf aktuelle Ereignisse ein bisschen zu Holzhammer-mäßig herüber, spätestens mit dem Schluss – Originalaufnahmen aus Charlottesville, Virginia – war ich aber sprachlos. Dieser Film will kein gutes Gefühl bei seinen Zuschauer_innen hinterlassen. Aber Anschauen solltet ihr ihn trotzdem (und bei Flip the Truck gibt es eine Kritik von jemandem, der besser über Filme schreiben kann als ich)!

Am Freitag gab es eine große Party in meiner WG und dafür stellte ich mich erstmal ein paar Stunden in die Küche. Ich machte Sirup mit Rosmarin- und Pfirsichgeschmack, Salz-Pfeffer-Cracker und (veganes!) Knusperfladenbrot.

Hier folgen meine Link-Empfehlungen der Woche:

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Pfirsich-Rosmarin-Scones

Wegen meines Praktikums bei Ö1 bin ich in den letzten Tagen nicht so oft dazu gekommen, etwas zu backen. Aber nach einer Woche ohne frisch Gebackenem wurde ich *leicht* unruhig, weshalb ich für etwas Snack-Nachschub sorgen wollte.

In einer von Joy the Bakers Linklisten (Lieblings-Blogpost-Genre!) entdeckte ich das Rezept für „Peach Cobbler Scones“ aus ihren Archiven. Weil ich noch Rosmarin herumliegen hatte, hackte ich ein bisschen davon und schmiss ihn statt der Vanille in den Teig.

pfirsich-rosmarin-scones

Herausgekommen sind fruchtige (Pfirsich!), fluffige (Buttermilch!) Scones, die eine_n nicht mit Süße erschlagen. Deshalb finde ich sie auch als Frühstück sehr empfehlenswert – oder als essbare Mitbringsel für die Redaktion.

pfirsich-rosmarin-scones

Übrigens braucht es auch nur ein paar Minuten, eine Schüssel und einen Messbecher,  um dieses Rezept umzusetzen. Weder Mixer noch Geschirrberge werden davon dreckig – sehr gut für eine Feierabend-Backaktion. Pfirsich-Rosmarin-Scones weiterlesen

Zuckersüß 300

Bei meinem Ö1-Praktikum hat sich in dieser Woche einiges getan. Ich habe bei der live-Sendung punkteins „In welchem Land liegen die Pole und wem gehört der Mond?“ mit Xaver Forthuber von der Regie aus zugeschaut und nebenbei mit-gesketchnotet:

Dann ging nicht nur mein erster Text für help (Postkarten-Apps im Test) online, sondern auch mein erster Radiobeitrag. Cannabis-Trend CBD: Kaum erforscht, nicht reguliert konnte ich zwar nicht selbst einsprechen (meine Aussprache ist einfach zu bairisch, schade!), aber sonst habe ich alles weitestgehend in Eigenverantwortung gemacht, eine spannende Erfahrung! Der Beitrag ist bis nächsten Samstag nachzuhören, der zugehörige Text noch viel länger zu lesen.

Vor dem Feiertag leistete ich mir mal wieder einen Restaurantbesuch. Im Karma Ramen war ich vor ein paar Monaten schon einmal gewesen. Damals kämpfte ich sehr lange mit dem Ramen, diesmal sprang ich über meinen Schatten und bat gleich zu Beginn um eine Gabel. Edamame gehört nach wie vor zu meinen liebsten simplen Vorspeisen, das Tempuragemüse war auch nicht schlecht. Das Seidentofu mit Kimchi dagegen schmeckte mir leider gar nicht, freundlicherweise tauschte meine Begleitung seine sehr leckere Schüssel Ramen mit mir. Der Matcha-Brownie (hier im Blog gibts auch ein Rezept für Matcha-Blondies, btw) war etwas zu dunkel geraten, das sehr interessant schmeckende Misokaramell konnte darüber aber hinwegtäuschen.

Zuhause versuchte ich mich noch an einer spontanen Cocktail-Kreation ohne Zitrusfrüchte, die der Vorrat nicht hergab. Nach Konsultation meiner Cocktail-Bibel bastelte ich einen Drink aus Pfirsisch und Rosmarin (4cl weißer Rum, 1/2 gekochter Pfirsich, Rosmarinnadeln 1/2 TL Zucker, 2cl Sprudelwasser), der gar nicht mal so schlecht war. Dazu gab es eine veganisierte Version meiner allerliebsten Salz-Pfeffer-Cracker (übrigens das erste Rezept, das ich mit meiner DSLR bebildert habe!). Die übrigen Pfirsiche  und Rosmarin verarbeitete ich am nächsten Tag zu Scones, der Post dazu folgt bald.

Zum Wochenende hin wurde ich wieder zur Stadtführerin, die selbst noch einiges an Wien entdecken konnte. So besuchte ich mit meinem Gast erstmals den Dachboden des 25 hours hotel. Abgesehen vom sehenswerten Ausblick über die Stadt gibts dort oben echt spannende Cocktails zu halbwegs vernünftigen Preisen (13€/Cocktail). Ich trank einen „smashing pumpkin“ (Zimt-Rum, Ingwer-Likör, Hokkaido-Fruchtfleisch, Vanille, Limette und Kürbiskerne). Weil wir der beleuchteten Wand in Schwedenplatznähe auf den Grund gehen wollten, begaben wir uns eben dorthin, wo ich natürlich noch ein Eis (Walnuss-Feige, gar nicht schlecht) kaufte.

Außerdem machte ich zum ersten Mal eine richtige Radltour durch Wien. Mit dem citybike gings durch Döbling, über die Donauinsel, durch die Leopoldstadt bis zum Stephansplatz. Zum Mexikoplatz gelangten wir eher zufällig auf unserem Weg zur architektonisch interessanten WU. Doch an den Litfaßsäulen mit Texten und Grafiken zur österreichisch-mexikanischen Geschichte blieb ich einige Zeit kleben. Die Posterausstellung gibt es laut Webseite noch bis Oktober, also radelt/spaziert doch mal dran vorbei!

Zur Stärkung aßen wir dann thematisch passend Tacos bei Max&Benito, dass ich mir als gute und günstige Mittagessensgelegenheit in der Mariahilfer Straße merken werde. Danach gabs noch das unverzichtbare Eis vom Greißler: Topfen-Stachelbeere (sehr gut), Karamell-Salzbrezel (etwas langweilig in meinen Augen).

Abends wagten wir uns noch an ein aufwändiges Essens-Projekt: Selbstgemachte Pasta. Zwei Teige (einer mit, einer ohne Ei) formten wir zu Spaghetti und Tagliatelle, die es mit viel Knoblauch, etwas Rosmarin, Tomatenmark und frischen Kirschtomaten gab. Als Nachspeise gab es, wenig abwechslungsreich, aber sehr gut, die gleichen Nudeln mit gequetschtem Mohn und Puderzucker. Dazu abermals Cocktails, diesmal mit Zitrone: Rosmarin Gin Fizz (6 cl Gin, 3 cl Zitronensaft, 2 cl selbstgemachter Rosmarinsirup, Sprudel).

Der Sonntag war Ausstellungstag. Im Wien Museum spazierten wir kurz durch „Mit Haut und Haar. Frisieren, Rasieren, Verschönern“, das zwar sehr schön eingerichtet, aber inhaltlich irgendwie nicht besonders ergiebig war. Abgesehen von der Tatsache, dass wasserfeste Wimperntusche offenbar in Wien patentiert wurde, habe ich wenig daraus mitgenommen. Für die zweite Sonderausstellung des Hauses über Otto Wagner schlossen wir uns dann aber der Führung an und ich bekam sehr viel Input. So viel, dass selbst meine Live-Notizen in den Insta-Stories nicht alles fassen konnten. Der Architekt hat wirklich sehr viele Bauwerke in Wien verantwortet (z.B. die Stadtbahn aka U6 oder das Majolikahaus in der Wienzeile) und war tatsächlich so etwas wie ein Immobilienentwickler. Er entwarf und baute zahlreiche Mietshäuser, nur um sie kurze Zeit später weiterzuverkaufen. Als Professor an der Akademie der bildenden Künste ließ er nur sehr wenige Schüler in seine Klasse und verstand offenbar auch sonst  viel von Exklusivität und wie er sich am besten vermarkten konnte. Er legte viel Wert auf Symmetrie, aber vor allem auf die Zweckmäßigkeit seiner Entwürfe – was nicht praktisch sei, könne auch nicht schön sein. Zum Schluss gab es noch einen überraschenden Fakt: das typische „Otto-Wagner-Grün“, in dem u.a. die Geländer der Stadtbahn angestrichen sind, gab es nie. Ursprünglich waren die Metallteile nämlich cremefarben lackiert. Genug Ausstellungsnotizen für einen Blogpost – hier folgt nun die 300. Ausgabe meiner Sonntagsserie mit leider recht wenigen Links (zu viel offline-Zeitvertreib in den vergangen Tagen):

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Gurken-Gin-Steckerleis

Die Popsicle Week ist eine meiner liebsten „Blogevents“. Mitgemacht habe ich noch nie, aber ich finde es jeden Juni wieder aufs Neue spannend, welche der Foodblogger_innen, denen ich folge, sich etwas dafür ausgedacht haben.

Molly Yeh, die für gewöhnlich sehr marzipanlastige Kuchen bäckt, hat mich mit dieser ungewöhnlichen Steckerleis-Kreation sofort überzeugt.

Gurke, Gin, Honig und Za’atar! Erstere passen nicht nur in Longdrinks (Gin Tonic, anyone?) super zusammen, sondern auch in Salat, wie ich herausgefunden habe. Mit Honig kann man eh nix verkehrt machen und Za’atar wollte ich endlich einmal in meiner eigenen Küche haben. Als Aperitif für meine fast vegane Dinnerparty vor Kurzem machte ich deshalb Gurken-Gin-Steckerleis.

De Kombination schmeckte mir so gut, dass ich im Folgenden, als ich schon keine Papierbecher als Förmchen mehr hatte, die Wiener Sommerhitze aber noch kein bisschen geschwunden war, eine große Box Gurken-Honig-Za’atar-Slushies nach dem gleichen Rezept (nur ohne Gin, weil mir Nachmittagserfrischungen ohne Alkohol lieber sind) im Gefrierfach hortete.

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Zuckersüß 299

In meine zweite Praktikumswoche startete ich hochmotiviert und mit straffem Feierabendprogramm. Am Montag gab es einmal wieder eine Aufmacher-Medienrunde im Markhof. Bei dieser regelmäßigen (halbwegs jeden Monat) Veranstaltung war ich zuletzt im Januar. Damals erzählten Patrick Swanson und Michi Mayrhofer von ihrem Podcastprojekt „Was soll das?“ (Es lohnt sich immer noch, sich da durch zu hören, btw!), diesmal Anna Thalhammer von ihren Erfahrungen als Innenpolitik-Redakteurin bei der Presse. Zum Sketchnoten nahm ich erstmals iPad und Apple Pen, meine geschätzten gestrichenen 280g-Blanko-Karteikarten und mein Stiftemäppchen war nur Backup. Mit der App Autodesk Sketchbook (entdeckt in Nadine Roßas tollen Sketchnotebuch) bin ich zwar noch nicht ganz vertraut, aber die Vorteile des digitalen Kritzelns habe ich gut ausgenutzt: Rückstandsloses Wegradieren und Versetzen einzelner verlorener Elemente sind sehr hilfreich.

Sketchnote Aufmacher Anna Thalhammer
Mein erstes live gekritzeltes iPad-Sketchnote.

Am Dienstag habe ich ein paar der Weintrauben, die ich am Wochenende *am Land* geerntet habe zu Focaccia verarbeitet. Während der Hefeteig aufging, schaute ich ein paar Folgen „Big Mouth“, das mir von Freund_innen empfohlen worden ist. In der Netflixserie geht es um eine Gruppe Schüler_innen, die gerade an der Schwelle zur Pubertät stehen und zu den unpassendsten Momenten vom Hormonmonster heimgesucht werden. Den Zeichenstil der Figuren gefällt mir nicht so besonders gut, aber die Musik – vor allem der immer wechselnde Abspann und gelegentliche Musical-Einlagen – dagegen ziemlich. Überhaupt erinnert mich die Serie, vermutlich wegen der absurden Wendungen an meinen Soap-Allzeitfavoriten „Jane the Virgin“.

Am Donnerstag war es immer noch so heiß, dass mir mein Eis über die Finger schmelzen ließ, bevor ich dazukam, es aufzuschlecken – zwei bzw. drei Kugeln von Veganista sind aber auch nicht so wenig. Ich probierte „Dirty Banana“, Himbeere und Basilikum und vor allem bei letzterem fehlte mir die Cremigkeit, die nur Milch und Eier wirklich hinkriegen. Mein eigenes Basilikum-Eis von Juli 2014 ist mir da weitaus lieber und ich glaube das Bananen-Eis vom letzten Jahr ließe sich mit etwas Kakao zur Veganista-Sorte (in nicht-vegan) umbauen.

Gleich im Anschluss durchquerte ich halb Wien, um im Arsenal den Tänzer_innen des Impulstanz-Festivals beim Trainieren zuzuschauen. Täglich fünf Stunden verbrachten manche von ihnen in den Workshops, was mir unvorstellbar erschien.

Am Wochenende war ich auf einer Hochzeit in Niederösterreich eingeladen. Die Feier gefiel mir, die Organisator_innen hatten sich viel Tolles überlegt. Von den meisten Bräuchen, die im Laufe des Tages praktiziert wurden, hatte ich aber noch nie gehört. Das wundert mich doch ziemlich, denn das Mostviertel ist keine 250 km von der Gegend entfernt, in der ich aufgewachsen bin. Ist die Staatsgrenze schuld daran oder eher der Mangel an tatsächlich „traditionellen“ Hochzeiten in meinem Umfeld? Einem „Heiratsmann“ war ich jedenfalls bisher auf noch keiner Feier begegnet. Er wurde zusätzlich zur Band engagiert und war irgendetwas zwischen Stimmungsmacher, Zeitplan-Überwacher und latent misogyner Sprücheklopfer. Nichtmal Weihnachtsplätzerl am Ende der Feier konnten das wieder wettmachen, obwohl ich jetzt bekennender Schaumrollen-Fan bin.

Mit fast untragbarer Verspätung folgen hier meine liebsten Links der vergangenen Tage, am Sonntag gibts dann hoffentlich pünktlich die 300. Ausgabe meiner Linksammlungen:

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Zuckersüß 298

In dieser Woche habe ich mich ausgesprochen viel mit Audio beschäftigt. Am Montag habe ich nicht nur eine neue Podcastfolge aufgezeichnet, sondern auch gleich geshownotet und veröffentlicht.  In LP008 war ich mit Autorin, Datenschutz-Aktivistin und Privacy-Week-Organisatorin Klaudia Zotzmann-Koch an der Urania. Wir haben uns am Donaukanal über ihre Krimis, ihr Engagement für den C3W und ihre beiden Podcasts unterhalten. Außerdem ging es um Uploadfilter, noyb und eine mögliche Dissertation in Technikphilosophie – alles anzuhören in meinem Podcastprojekt Lieblings-Plätzchen.

Am Dienstag war ich wieder mit einem Podcast beschäftigt, aber nicht mit meinem eigenen. Nele Heise von den Podcastpatinnen hat mich nämlich an eine liebe Wahl-Wienerin vermittelt, die im Herbst einen Podcast über soziale Projekte in der Stadt starten will. Sobald es dazu etwas neues gibt, schreibe ich es natürlich sofort ins Zuckersüß!

Am allerspannendsten für mich – und das nicht nur im Bereich Audio, sondern ganz allgemein gesehen – war in dieser Woche aber mein erster Praktikumstag bei Ö1. Ich bin im Gesellschaftsressort des österreichischen Kulturradiosenders gelandet und werde dort in den nächsten vier Wochen zuschauen und mitmachen. In dieser ersten Woche gab es für alle Sommerpraktikant_innen zwei  Einführungsveranstaltungen. Einerseits ein Tag im ORF-Zentrum mit vielen Vorträgen und einer Führung durch das Gebäude, die Studios und den Newsroom.

https://twitter.com/jasowies_o/status/1025072974053994496

Andererseits eine Führung durch das Funkhaus in der Argentinierstraße, mit seinen (Hörspiel-)Studios und dem großen Sendesaal. Offenbar kann man solche Führungen auch einfach buchen – ich würde euch empfehlen mal vorbeizuschauen, bevor das Gebäude in den nächsten Jahren verkauft wird.

Abends wollte ich mir einen Snack für die kommenden Praktikumstage backen, doch das ging so schief wie schon lange nicht mehr. Der Plan war Quark-Mohn-Kringel, doch daraus wurde erst im zweiten Anlauf halbwegs was. Für meinen ersten Hefeteig hatte ich nämlich offenbar 250g Johannisbrotkernmehl, das fatalerweise in der „Mehl“-Dose war, verwendet. Ich kippte mehr als einen Liter Wasser in den Teig, doch das Johannisbrotkernmehl hat quasi magische Bindekapazitäten. Der Teig fühlte sich an wie brüchige Knetmasse und testweise schob ich ihn trotzdem in den Ofen. Leider musste ich am Schluss alles davon wegschmeißen, das Gebäck war einfach ungenießbar. Im zweiten Anlauf verwendete ich die Mehl-Restl-Mischung im Voratsschrank, die eigentlich zum Pizzateigbacken gedacht war. Das klappte zwar besser, aber für Feingebäck ist weißes Mehl trotzdem viel besser geeignet als Vollkornmehle, Grieß und Hafer in unbekanntem Mischungsverhältnis. Morgen sorge ich für Weizenmehlnachschub!

Trotz meiner vielen Projekte habe ich in einem Buch gelesen: „Wie wir Begehren“ von Carolin Emcke habe ich schon im letzten Jahr begonnen, dann weggelegt und jetzt an einem Abend fertig gelesen. Carolin Emcke springt recht abrupt zwischen so unterschiedlichen Erzählungen wie die eines ausgegrenzten ehemaligen Mitschülers, eines schwulen Palästinensers aus Gaza und Frauen auf dem Straßenstrich und trotzdem ist die Geschichte irgendwie rund. Überhaupt, Kreise kommen sehr oft vor – metaphorisch als Schutz, aber auch als größte Gefahr. Die persönliche Geschichte der Autorin ist verknüpft mit historischen Ereignissen und ihrer erinnerten, aber auch aktuellen Einschätzung. An einigen Stellen musste ich an #MeTwo und die vielen „Gegenstimmen“, die den rassistisch Diskriminierten die Legitimität entziehen wollen, denken, zum Beispiel hier:

So gleiten wir hinein in Normen wie in Kleidungsstücke, ziehen sie uns über, weil sie bereitliegen für uns, weil sie uns übergestülpt werden, weil sie sich anpassen oder weil wir, unbemerkt, uns anpassen. Normen als Normen fallen uns nur auf, wenn wir ihnen nicht entsprechen, wenn wir nicht hineinpassen, ob wir es wollen oder nicht. Wer eine weiße Hautfarbe hat, hält die Kategorie Hautfarbe für irrelevant, weil im Leben eines Weißen in der westlichen Welt Hautfarbe irrelevant ist. Wer heterosexuell ist, hält die Kategorie sexuelle Orientierung für irrelevant, weil die eigene sexuelle Orientierung im Leben eines Heterosexuellen irrelevant sein kann. Wer einen Körper besitzt, in dem er oder sie sich wiedererkennt, dem erscheint die Kategorie Geschlecht selbstverständlich, weil dieser Körper niemals in Frage gestellt wird.
Wer den Normen entspricht, kann es sich leisten zu bezweifeln, dass es sie gibt. (Carolin Emcke, Wie wir Begehren, S. 21)

Im Internet habe ich auch gelesen und das sind meine Favoriten der Woche:

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Schokocreme-Tarte mit Meringue und Orangenmarmelade

Meine Backbuchsammlung ist nach wie vor gut in irgendwelchen Umzugskartons verpackt, sodass ich schon ziemlich lange nicht mehr offline nach neuen Rezepten stöbern konnte. In meiner Übergangs-WG fiel mir glücklicherweise ein Backbuch einer Mitbewohnerin in die Hände: Pies & Tartes von Phoebe Wood & Kirsten Jenkins, im DK-Verlag erschienen.

Das Buch ist wirklich wunderbar zum Durchblättern, aber statt Post-Its hineinzukleben (es gehört mir ja nicht), fotografierte ich mir eine ganze Reihe Rezepte ab. Die legte ich dann gut verschlagwortet in meiner immer wachsenden Sammlung in Evernote ab. Damit wird die Chance viel höher, dass ich das Rezept tatsächlich umsetze, denn wenn ich etwas Backen will, schaue ich zu allererst dort nach.

Schokocreme-Tarte

Eigentlich hatte ich die Mandel-Pflaumen-Crostata mit Orangenblütenwasser und Thymian im Sinn. Doch weil ich in Wien nicht einfach mal in den Garten gehen kann, um ein paar Kräuterzweige abzuschneiden und ich schon oft genug Probleme hatte, das richtige Grünzeug zu finden (s. Schoko-Rosmarin-Shortbread-Tarte), verwarf ich das schnell wieder.

Meine zweite Wahl war eine Schokoladen-Dattel-Tarte mit Meersalz. Im Supermarkt musste ich feststellen, dass es auch bei dieser an zwei essentiellen Zutaten scheiterte: Datteln und Schokokekse für den Bröselboden. Gut, dass die anderen Rezeptfavoriten samt Zutatenliste in meinem immer synchronisierten digitalen Notizbuch lagen! (Jetzt klinge ich schon, als würde ich schlecht versteckte Schleichwerbung machen…)

Schokocreme-Tarte

So kam es letztlich dazu, dass ich diese vierschichtige Tarte in Angriff nahm. Unten sehr dünn ausgerollter Schokomürbteig, darauf leicht bittere Orangenmarmelade. Dann eine seidige Schoko-Creme, die mit der Zeit im Kühlschrank immer besser wurde, fast wie Mousse au Chocolat. Und obenauf noch fluffige Meringue mit goldenen Spitzen und Kakaopuder.

Schokocreme-Tarte

Diese Tarte ist eine super Sache als Dessert zu einem tollen Abendessen, oder auch für eine Geburtstagsparty. Als Frühstücks- oder Snackkuchen ist sie mir tatsächlich zu mächtig und süß. Nur gut, dass bei so vielen Leuten in und um die WG eh nichts übrigbleibt!

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Eine fast vegane Dinnerparty

Ich lade für mein Leben gerne Freund_innen zum Essen ein. Und damit meine ich nicht nur spontane Spaghetti-mit-Tomatensauce-Abende oder Mittagessen zwischen zwei Vorlesungen, sondern auch wochenlang herbeigefieberte Dinnerpartys mit allem Drum und Dran.

Zu einer solchen Dinnerparty habe ich letzte Woche geladen. Sechs Gänge für zehn Gäst_innen, davon einige (ich!) vegetarisch, einer vegan. Challenge accepted.

Das Menü und die improvisierte Tischdeko

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Ein zuckersüßes, zuckerbäckereipinkes Foodblog