Rhabarber-Vanille-Fizz

Wenn ich z. B. für eine Party eine ganze Auswahl an verschiedenen Sirupsorten zur Verfügung habe, mache ich als Willkommensdrinks besonders gerne Fizzes in allen möglichen Variationen. Neben Gin-Rosmarin-Fizz (hoffentlich auch bald mal mit Foto im Blog) mag ich Rhabarber-Vanille-Fizz am liebsten.

eine liegende flasche rhabarberwodka
Selbstgemachter Rhabarberwodka

Dieses Getränk basiert auf der Rhabarber-Wodka-Infusion, die ich schon im letzten Frühjahr angesetzt habe. Um die Säure des Rhabarbers auszugleichen, mische ich vergleichsweise viel Vanillesirup dazu.

Ein Glas Rhabarber Vanille Fizz auf einem pink-weiß-karierten Stofffetzen auf einem Fensterbrett

Am besten ist der Rhabarber-Vanille-Fizz eindeutig mit selbstgemachtem Sirup mit *echter* Vanille. Aber ersatzweise tut es gekaufter Vanillinsirup wohl auch.

Rhabarber-Vanille-Fizz weiterlesen

Holunder- und Rhabarber-Wodka

Letztes Frühjahr, als ich zu Besuch bei meiner Familie war, wollte ich so viel wie möglich aus den Gärten #amland nach Wien mitbringen. Deshalb machte ich unter anderem zweierlei Wodka-Infusionen. Auf der Suche nach einem entsprechenden Post dazu im Blog fiel mir auf, dass ich nie einen geschrieben habe und eine Festplattensuche sorgte für die Erkenntnis, dass ich nicht einmal die Fotos dazu aussortiert habe.

Aber nachdem jetzt bald wieder Holunder- und Rhabarbersaison ist, habe ich das schnell nachgeholt und kann jetzt die „Rezepte“ für Holunderblüten- und Rhabarber-Wodka-Infusion präsentieren. Das Ganze ist so einfach (wenn eins denn Zugriff auf Blüten direkt vom Baum und frischen Rhabarber hat), das der Begriff „Rezept“ fast zu viel dafür wäre.

eine liegende flasche holunderblütenwodka

Für den Holunderblütenwodka ist nichts weiter nötig als 10-15 Blüten und eine Flasche Wodka. Zuerst die Holunderblüten vorsichtig von Fremdkörpern wie Käfern oder anderen Blättern befreien. Nicht abwaschen, denn der Blütenstaub soll im Wodka, nicht im Abfluss landen!

Die gesäuberten Blüten in ein weites Gefäß legen und mit dem Wodka übergießen. Für einige Stunden oder über Nacht zugedeckt ziehen lassen – die Dauer ist dabei ganz eurem Geschmack überlassen, also einfach hin und wieder mal probieren. Zuletzt durch ein feines Sieb seihen und zurück in die Flasche füllen. Dunkel lagern und innerhalb von ein paar Wochen aufbrauchen, da der Wodka sich sonst braun verfärbt und den Geschmack verändert.

eine liegende flasche rhabarberwodka
Rhabarberwodka ist so schön rosa!

Für den Rhabarberwodka eine handvoll pinke Rhabarberstängel gut waschen und abtropfen lassen. Die Schalen abziehen und in einem großen Gefäß mit dem Wodka übergießen. Ebenfalls ein paar Stunden oder über Nacht zugedeckt ziehen lassen. Abseihen und zurück in die Flasche füllen.

Übrigens folgt in den nächsten Tagen ein Cocktailrezept für den Rhabarberwodka!

Zuckersüß 362

In den vergangenen zwei Wochen habe ich Zimtschnecken nach Bravetart gebacken und zwei Biskuitrouladen zu unterschiedlichem Grad ruiniert (einmal „links“ herum aufgerollt, einmal völlige Gummikonsistenz), das erste Mal halbwegs akzeptables Chebakia aka Speckia frittiert und dazu gleich noch Harira gekocht. Und dann habe ich superspontan spätabends Crêpes Suzettes gemacht, weil mich drei Freunde im Videocall an eine ähnliche IRL-Runde mit diesem Dessert erinnert haben.

Essen von der Curryinsel

Vor mittlerweile 10 Tagen (wöchentlich bloggen ist schon wieder gescheitert) habe ich mich beim traditionellen Lieferserviceabend (ich freu mich echt auf die Öffnung der Lokale!) für ein Restaurant entschieden, in dem ich schon mal essen war: Die Curryinsel, ein srilankisches Lokal in der Josefstadt.

Gemüse Pakoda (links) und Kadalai Vadai (rechts) mit tollem Krautsalat

Als Vorspeise gab es Kadalai Vadai (oben rechts) und Gemüse Pakoda (links davon im Bild). Ersteres waren handtellergroße Laibchen aus gelben Linsen mit Curryblättern, Fenchelsamen und großzügig Chili. Die Beilage dazu, ein überraschender Krautsalat, mit Karotten (die ich allergiebedingt geflissentlich herausfischen musste), Gurken und Ananasstückchen (!) in einer cremigen Joghurtsauce mit grobem Senf.

Den gleichen Salat gab es zum Pakoda, das die Lieferfahrt leider eher schlecht überstanden hat. Der Kichererbsenteig mit Karottenstückchen darin (also keine Karotten im Teigmantel)wurde offenbar einfach in spontaner Form herausfrittiert, sodass die Teiggebilde an manchen Stellen weich und an anderen knusprig sein sollten. Durch die vergangene Zeit bis zum Tisch im Wohnzimmerrestaurant waren sie leider ziemlich zäh.

Ich hatte als Hauptspeise Masala Thosai mit Sambar, also gefüllte Pfannkuchen mit scharfer flüssiger Gemüsesauce. Ohne einen Blick in die Karte hätte ich auf Kichererbsen- oder Sojamehl getippt, tatsächlich waren die Fladen aus Reismehl und u. a. mit Kartoffeln gefüllt. Die Konsistenz-Kombination aus recht dicken, elastischen Reispfannkuchen, weich gekochter Gemüsefüllung und sehr flüssiger Sauce fand ich sehr spannend. Nicht-süß-gefüllte Pfannkuchen/Palatschinken/Fladen habe ich bis jetzt echt unterschätzt.

Meine übliche Restaurantbegleitung entschied sich für ein Gericht mit sehr vielen verschiedenen Geschmäckern: veganes Saadam, also fünf verschiedene Curries mit Reis. Dazu gab es das knusprigfrittierte Papadam-„Brot“, das mich geschmacklich und von der Konsistenz an Pombären erinnert, obwohl die aus Kartoffel- und nicht Linsenmehl gemacht sind. Das zusätzlich bestellte Parota ist ein gerolltes in der Pfanne gebackenes Fladenbrot, das offenbar die srilankische Variante von marokkanischem Msimn, das zu Rfissa gereicht wird.

Pizza-/Cocktail-Take-Away-Spaziergang

Beste Margherita der Nachbarschaft von der Pizzeria Luna Rossa

Letzten Freitag war ich dann das erste Mal seit Wochen wieder (halbwegs) aus. Also eigentlich nur für einen langen Spaziergang, aber dank guter Planung und Handdesinfektionsmittel mit Pizza und Cocktails.

Von der Pizzeria Luna Rossa an der Währingerstraße (beste der ganzen Gegend, wirklich!) gabs ofenfrische Margherita to go. Als die aufgegessen war (irgendwo beim Übergang vom 9. in den 8. Bezirk) fing ich an, durch das Take-Away-Menü der Matikibar zu scrollen und entschied mich schließlich für eine Bride from Ipanema, meine Begleitung wollte einen Wabelabedabdab haben.

zwei cocktails im schraubglas
Bride from Ipanema und Wabelabedabdab an der Fensterdurchreiche der Matikibar

Nur ein paar Minuten später waren wir in der Gardegasse angekommen und unsere bestellten Drinks wurden frisch zusammengeschüttelt und im Schraubglas durch das Fenster ausgegeben. Mein blassrosa Bride from Ipanema-Cocktail bestand aus Chachaca, Maraschino, Limette, Cranberry, Kokos und Orangenbitters und erinnerte mich insgesamt ein bisschen an ein nicht zu süßes Sahnebonbon. Der Drink war mit einem schönen Cranberry-Spießchen dekoriert und damit eins nicht vom Schraubverschluss weg trinken muss, gabs einen Papierstrohalm dazu. Die mag ich leider überhaupt nicht, da sie superschnell aufweichen und dem Getränk ein komisches Mundgefühl und einen komischen Geschmack verleihen…

Der Wabelabedabdab, etwas dunkler im Rotton und mit gecrushtem Eis, Thymian und einem Maraschino-Kirschen-Spießchen im Glas, bestand laut Karte aus Gin, Strega, Chambord, Zitrone, Amarenakirschsirup, simple Sirup und Pfirsichbitters. Beeindruckt hat er mich vor allem deshalb, weil er mit Strega einen ziemlich intensiven Kräuterlikör enthält, der durch die Fruchtaromen des Beerenlikörs und Sirups aber gut aufgefangen wurden. Zum gemütlichen Trinken fanden wir schließlich eine Parkbank unter einem Baum ein paar Straßenzüge von der Bar entfernt. Auf dem Weg sahen wir noch einige Paare (as in 2 Leute, nicht offensichtlich Liebesbeziehungen) , die es sich auf Eingangstreppchen, Picknickbänken, aufgelassenen Restauranttischen mit Getränken und Snacks bequem gemacht haben – ein wenig Hoffnung für gemütliche Sommerabende gibt es also noch…

Wir kamen auch beim Moby Dick, der Nachfolgebar meines allerliebsten Botanical Garden, vorbei und holten uns dort noch eine To-Go-Tüte mit meiner allerliebsten Espresso-Martini-Variation, Opium Espresso (der jetzt endlich auch auf der Moby Dick-Karte steht!). Diese Bar verfolgt ein etwas anderes Konzept, statt einzelner bereits dekorierter Drinks gibt es „Kits“ mit jeweils zwei Portionen. In unserem Fall ein kleines Fläschchen mit Opium Espresso (Wodka, Espresso, Schokoladenlikör, Mohnsirup), Deko-Mohn-Chips, Snackerdnüssen, Nachschub-Eiswürfel im Plastiksackerl und einer Zusammenbau-Anleitung. Die ignorierte ich aber geflissentlich und trank meine Hälfte des Cocktails mit meinem mitgebrachten Metallstrohhalm (Planung ist alles!) schon auf dem Heimweg. Doch auch hier musste ich feststellen: Aus der dünnwandigen Coupette, schön schaumig aufgeschüttelt, schmeckt Opium Espresso sehr viel besser, da der starke Kaffee so nicht alle anderen Aromen ausstechen kann…

Ansonsten habe ich auch noch an vielen gleichzeitigen Deadlines (Planung wäre alles gewesen) gearbeitet, sodass ich eine Radiosendung zum Thema Konserven (noch bis Freitag auf Ö1 nachzuhören), ein Videoreferat über Risikokommunikation und zwei kleine Essays für die Uni abgeben konnte. Und ich habe die Schütte-Lihotzky-Biografie fertiggelesen, die ich Anfang April bei einer Uni-Wien-Alumni-Verlosung gewonnen habe, dazu hoffentlich bald ein Buchpost. In der Zwischenzeit: Meine liebsten Links der letzten Tage.

Zuckersüß 362 weiterlesen

ein Hinterhofsfestessen

Zu Ostern (relativ arbiträr gewählt, aber doch ein bisschen angelehnt an den WG-Osterbrunch 2015) habe ich für meine WG einen ganzen Tag lang gekocht und im Hinterhof drei Gänge serviert. Ich fand sie alle ziemlich gut, weshalb ich hier zumindest auf die Rezepte verlinken will.

salat
Schwarze Nüsse sind wirklich super.

Als Vorspeise gab es Radicchio in Orangensaft-Olivenöl-Dressing, dazu milden Ziegenkäse und schwarze Nüsse, die meine Tante letztes Jahr eingemacht hat. Ich habe mir vorgenommen, in ein paar Wochen nach diesem Rezept von la mia cucina selbst welche einzulegen.

Beef Wellington
Foodstyling verbesserungswürdig – aber kalt werden sollte es nicht!

Obwohl ich quasi vegetarisch lebe, wollte ich schon lange einmal Beef Wellington machen. Dieses Video von Joshua Weissman (der leider nur mehr youtubed und nicht mehr bloggt) hat mich kurz vor Ostern wieder an diesen Plan erinnert. Letztlich habe ich mich an Kenji Lopez-Alts/Serious Eats Rezept orientiert, aber die Idee der Pfannkuchen aus Joshua Weissmans Rezept übernommen. Ich wollte außerdem ein bisschen Grünzeug dabei haben, weshalb es noch eine zusätzliche Spinatschicht um das Filet herum gab.

Als Beilage gab es Kartoffelgratin (mit nichts als sehr viel Sahne, ein paar Knoblauchzehen und Salz) und einen grünen Salat mit Sonnenblumenkernen und Honig-Senf-Vinaigrette.

Eis mit Kürbiskernkaramell und Kernöl
In echt war das Kernöl noch viel grüner!

Als Dessert wollte ich unbedingt Eis und entschied mich schließlich für simpel, aber fancy: Vanille (glücklicherweise habe ich sechs Schoten zu Weihnachten bekommen!). Dazu gabs Kürbiskernöl und ein Kürbiskernkaramell, wie ich es fürs Kernöl-Eis schon einmal gemacht habe.

Außerdem ist vom Blätterteig des Beef Wellington etwas übrig geblieben. Den Teigrest verarbeitete ich mit etwas braunem Zucker und Ei zu Mini-Palmiers.

Eis mit Kürbiskernkaramell und Kernöl Vogelperspektive
Wein gabs auch! Und Kreidezeichnungen der Nachbarskinder am Betonboden

Am liebsten würde ich alle meine Freund_innen an die Hinterhoftafel einladen, ich hoffe, das lässt sich irgendwann diesen Sommer noch einrichten, ohne unser aller Gesundheit zu gefährden :/

Pastiera di Grano

Letztes Jahr um Ostern habe ich in Campobasso, genauer im Restaurant Grotta da Concetta, als Dessert einen sehr interessanten Kuchen gegessen: Eine Mürbteigtarte, gefüllt mit Ricotta, Weizenkörnern und kandierten Zitrusschalen. Durch ein bisschen Recherche fand ich heraus, dass diese Pastiera di grano auch als Pastiera napoletana bekannt ist, weil sie in Neapel traditionell zu Ostern serviert wird.

Ein Jahr später habe ich mich wieder an diese Tarte erinnert, und beschlossen, sie nachzubacken. Ich las mir verschiedene Rezepte durch (dafür ist mein italienisch schon gut genug, yay!) und fragte italienische Freund_innen nach Tipps. Letztlich orientierte ich mich hauptsächlich an diesem ausführlich bebilderten Rezept von Giallo Zafferano, zu dem es sogar ein Video gibt.

Stück Pastiera di Grano, Vogelperspektive
Die Fotos entstanden schon wieder bei sehr schlechten Lichtverhältnissen und sind deshalb wackelig…

Ich habe noch nie vorher einen Mürbteig mit Schmalz statt Butter gemacht und auch gekochter Weizen in Kuchen war Neuland für mich. Letzterer lässt sich in Italien offenbar fertiggegart im Glas oder in der Dose kaufen, ich nahm stattdessen einfach „Zartweizenkörner“ (auch bekannt unter dem Markennamen Ebly) und kochte sie selbst. Auch die kandierten Zitronenschalen sind selbstgemacht, noch cooler wären zusätzliche Orangenschalen gewesen. Aber noch mehr Arbeit wollte ich mir für dieses Kuchenprojekt wirklich nicht mehr antun (wobei Orangeat/Zitronat aus dem Supermarkt wohl ein akzeptabler Ersatz wären).

angeschnittene pastiera di grano
Hier sieht man, dass die Springform zu hoch war – besser wäre eine tiefe Tarteforme (die ich nicht habe)

Fertig gebacken erinnerte mich die pastiera di grano wegen der Konsistenz und des zitronigen Aromas ein bisschen an Milchreis, der in sandigem Mürbteig eingebacken ist. Wirklich kein gewöhnlicher Kuchen!

stück pastiera di grano
Auf diesem Foto lassen sich die einzelnen Weizenkörner in der Füllung noch gut erkennen.
Pastiera di Grano weiterlesen

Erdnuss-Apfel-Streuselkuchen

Und schon wieder ein Wunschkuchen im Blog: Nach dem Schoko-Kaffee-Cheesecake und dem Eierlikörguglhupf aka Kuchenkuchen durfte sich auch mein dritter Mitbewohner ein Geburtstagsgebäck bei mir wünschen.

Seine Schlagwörter waren Äpfel und Streusel. Doch das allein fand ich zu fad, und kam durch Blättern in Niki Segnits Geschmacksthesaurus auf die Kombination von Apfel und Erdnuss.

Kerze wird ausgeblasen
Und noch ein GIF, weils so schön ist!

Das saure Äpfel und Erdnussbutter einen guten Snack ergeben, konnte ich lange nicht glauben, bis mich ein amerikanischer Bekannter vor einigen Jahren mal dazu überredete, es zu probieren. Und es schmeckt super! Sauer-Süß-salzig-fettig-knackig-cremig, alles gleichzeitig. Dieses Erlebnis lässt sich zwar nicht eins zu eins auf Kuchen übertragen, da die Äpfel während des Backens logischerweise an Knackigkeit und Säure verlieren, aber Crunch lässt sich durch gehackte Erdnüsse erzeugen und zusätzliche Säure mit etwas Zitronensaft.

In den Rührteig habe ich auch noch zwei großzügige Löffel Erdnussbutter gegeben, um so weit wie möglich vom langweiligen Rührteigflair wegzukommen. Und trotzdem: Den fertigen Kuchen könnte ich mir sehr gut auf einer klassischen Kaffeetafel, mit einem großen Blob Schlagsahne vorstellen.

Erdnuss-Apfel-Streuselkuchen weiterlesen

Zuckersüß 361

In dieser Woche habe ich versucht, Baghrir, marokkanische Pfannkuchen „mit 1000 Löchern“ zu backen, was leider nicht so richtig geklappt hat. Zwar habe ich mir Rezepte auf englisch und französisch durchgelesen, sogar YouTube-Videos auf Darija angeschaut und meine ehemalige Arabischlehrerin um Rat gefragt, doch konnte ich nicht herausfinden, welche Art von Grieß ich verwenden sollte. Ich nahm schließlich normalen Nockerl-Weizengrieß (also keinen Hartweizen) und weiß nicht, ob es an dieser Komponente scheiterte oder an irgendetwas anderem… Ganz schrecklich waren die Baghrir am Ende nicht, aber ich werde noch ein paar Runden backen müssen, bis ich sie richtig hinbekomme. Eine Gemüsetajine, ein weiterer Verweis auf meine abgesagten Ferien in Marokko, habe ich dafür aber ziemlich gut hinbekommen.

Außerdem habe ich mich an einer italienischen Spezialität, der neapolitanischen Osterspezialität Pastiera di grano, versucht. Das ziemlich supere Ergebnis (und Rezept!) bald hier im Blog. Und so wie ich diesen Post tippe, ist ein weiterer Mitbewohner-Wunschkuchen (s. Schoko-Kaffee-Cheesecake und Eierlikörguglhupf aka Kuchenkuchen) im Ofen.

Am Ostersonntag habe ich außerordentlich aufwändig aufgekocht (wobei das Einkaufen unter gegebenen Abstandsregeln fast genauso lang gedauert hat…) und mit meiner WG im Hinterhof diniert. Weil das hier den Rahmen sprengt, bald ein extra Post mit allen Rezeptlinks dazu.

Essen vom Mamamon

„Auswärts“ habe ich diese Woche auch gegessen und zwar dank Lieferservice vom Mamamon. Von thailändischer Küche habe ich wohl noch weniger Ahnung wie von persischer (s. Lieferservice von Arezu letzte Woche), was mir bei der Gerichteauswahl fast zum Verhängnis wurde. Die Speisekarte auf der Webseite ist äußerst dürftig und durcheinaner, bei Lieferando (über die als einziges Lieferung bis zu meiner Wohnung möglich war, wie ich herausfand) waren die Gerichte weit besser beschrieben. Leider waren viele der Vorspeisen von der Webseite dort nicht aufgezählt, sodass wir uns zu zweit die einzige (fast) vegetarische teilten:

Rosenkohlsalat
Rosenkohl in Fischsaucen-Vinaigrette

Der Rosenkohl in Fischsaucen-Vinaigrette teilt sich mit dem Dessert den Titel meines liebsten Gerichts. Der Rosenkohl war superknusprig frittiert, einzelne Blätter davon erinnerten fast an Grillhendlhaut. Röstzwiebel sorgten für eine leicht süße, crunchige Komponente, frische Minze und Chili für Frische und Schärfe. Und die Vinaigrette selbst war perfekt zwischen süß, salzig und umami ausgewogen.

Spicy Laab: North Eastern Thai Style, ein warmer Salat mit frittiertem Tofu, Koriander, Minze und laut Karte auch „Roasted Rice Powder“ (als Panande vielleicht?) hat die Lieferfahrt leider sehr schlecht überstanden. Das Dressing hat die wohl ursprünglich sehr knusprigen Tofustücke sehr aufgeweicht und alles war nur mehr lauwarm. Aufwärmen ging aber wegen der frischen Bestandteile auch nicht. Der Wild Sticky Rice als Beilage hat sich aber sehr gut gehalten, ich mochte ihn sehr. Als zweite Hauptspeise hatten wir Pad Thai mit Tofu bestellt, das auch ein wenig unter der halben Stunde zwischen Küche und Tisch gelitten hat: die fast transparenten, breiten Reisnudeln waren zu einem festen Blob zusammengeklebt. Die klebrig-süße Sauce dazu fand ich aber sehr lecker und auch der Konsistenzkontrast durch Frühlingszwiebel, Sprossen und Erdnüsse taugte mir. In der Schüssel waren außerdem Tofuwürfel, die in Ei angebraten waren und eine Zitrone, deren Säure das ganze Gericht erst so richtig rund machte.

Klebreis mit Banane, Adzukibohnen und Kokossauce

Das Dessert, das ich beinahe nicht bestellt hätte, weil es so fad klang, stellte sich dann aber mit am interessantesten heraus: Klebreis, geformt wie ein Müsliriegel, eingewickelt in einem Bananenblatt und gefüllt mit fruchtiger (!) (Koch-?)Banane und roten Adzukibohnen. Dazu ein Dip aus leicht gesalzener Kokosmilch, der nach super wenig aussah, aber dann genau richtig portioniert war.

Maskennähen

Weil meine Winterfell Aran-Cardigan fertiggestrickt war und ich keine Wolle für ein Folgeprojekt zur Hand hatte, brauchte ich eine neue Handarbeitsbeschäftigung. Die Aussicht auf mehrere Wochen Maskenpflicht im öffentlichen Raum hat mich schließlich motiviert, mich mal durch meine Prop-Stoffe zu wühlen, um geeignete kochfeste Baumwolle zu finden. Im Laufe der Woche nähte ich – ohne Nähmaschine oder Gummiband – drei gefaltete Masken nach dieser Anleitung: zwei geblümt und eine mit absurdem Matroschkenmuster. Inspiriert von einem Blogpost von Anke Gröner, den ich gerade nicht mehr finde, zerlegte ich ein paar Heftstreifen, um das Blechteil davon für besseren Sitz in meine Masken einzuarbeiten, musste aber feststellen, dass dieses Blech nicht rostfrei ist. Damit die Masken die Wäsche überstehen, nähte ich also jeweils noch einen extra Tunnel daran, um das Blech herausnehmbar zu befestigen. Und nachdem das Maskenfoto das erste von mir veröffentliche Selfie (Insta-Stories) aller Zeiten war, landet es hier auch noch im Blog, denn alle 10 Jahre lässt sich sowas schon mal aushalten (…oder?).

Hier folgen meine liebsten Links der letzten Tage.

Zuckersüß 361 weiterlesen

Eierlikörguglhupf aka Kuchenkuchen

Nachdem ich den vagen Wunsch eines meiner Mitbewohner nach Schichten-Schoko-Cheesecake in einen Schoko-Kaffee-Cheesecake verwandelt habe, forderte ein anderer „Kuchen-Kuchen“. Was das sein sollte? Kuchen mit Kuchengeschmack halt – inspiriert von asdf’s Pie mit Pieflavor (eine Memekultur-Referenz, die mir kein Begriff war).

Ich habe GIFs liebgewonnen!

In meiner Vorstellung entspricht „Kuchengeschmack“ einem einfachen Rührkuchen, nur einfache Rührkuchen mag ich nicht besonders gerne (laaaaangweilig!). Guglhupfs mit Eierlikör habe ich dagegen als zumindest richtig saftig in Erinnerung – für Eierlikör-Marmorguglhupfs gibt es auch schon ein Rezept im Blog, und übrigens auch eines für selbstgemachten Eierlikör.

Marmorkuchen war aber in der Vorstellung meines Mitbewohners wegen der paar Löffel Kakao schon wieder zu viel des Guten und damit sicher kein Kuchenkuchen. Also wurde es Eierlikörguglhupf ohne irgendetwas, angelehnt an ein Rezept des wohl bekanntesten Eierlikörherstellers (ich habe irgendeinen anderen genommen, der sich hinter den für Cocktails brauchbaren Spirituosen auf dem Küchenkastl fand).

Im Teig sind so viele Eier, dass meine Schüssel fast überging, als ich sie luftig schlug. Dann noch großzügig Eierlikör, sodass der Kuchen nicht nur Ei-Fluffig sondern auch Ei-gelb wurde. Die Konstistenz erinnert außerdem fast an Biskuit, was ich neben der vielen Luft auch dem hohen Stärkeanteil im Teig zuschreibe.

Eierlikör-Guglhupf, Vogelperspektive

Die Kerzerl sind übrigens nicht wegen meines Mitbewohners auf dem Kuchen, denn es war ein ganz gewöhnlicher Kuchenwunsch, kein Geburtstagsgeschenk. Grund dafür waren zwei digitale Geburtstagspartys, auf die ich am Backtag eingeladen war. Praktischerweise konnte ich den gleichen Kuchen zweimal „mitbringen“ und die Geburtstagskinder über die Webcam die Kerzen ausblasen lassen. Nur dumm, dass sich Kuchenstücke nicht übers Web verschicken lassen…

Eierlikörguglhupf aka Kuchenkuchen weiterlesen

Kardamom-Pistazien-Karottenkuchen mit Karottenhalwa-Guss

Das letzte Rezept, das ich hier gepostet habe – Low-Carb-Schokokuchen – habe ich (sehr untypisch!) auf Twitter entdeckt. Und über dieses hier, das Teil der basically-Backserie von Bon Appetit ist, bin ich auch irgendwie dank Twitter gestolpert.

Kardamom-Pistazien-Karottenkuchen gif
Trotz dämmerungsbedingter Zeitnot beim Foto: ein animiertes GIF ist schon cool!
Kardamom-Pistazien-Karottenkuchen

Bon Appetit als großes amerikanisches Food-Magazin war mir natürlich schon lange ein Begriff, doch als solches war es ungefähr so interessant für mich wie Essen&Trinken (no offense). Dass es von BA auch einen großartigen YouTube-Channel und „coole“, ganz eindeutig an „Millenials“ gerichtete Rezepte im Web gibt, weiß ich nur dank der gefühlt tausenden Fanboy-Tweets von @i_am_fabs und @auermike.

https://twitter.com/i_am_fabs/status/1239950139369889793
https://twitter.com/auermike/status/1243586279088050177

In diesem Zusammenhang auch spannend: How Bon Appétit Accidentally Made YouTube’s Most Beloved Stars (Buzzfeed News) und:

Wegen solcher Tweet-Schwärmereien habe ich Bon Appetit und einzelne der Autorinnen (Sohla El-Waylly und Sarah Jampel) gleich auf Instagram abonniert (neben RSS-Feeds von Foodblogs meine übliche Quelle für Rezept-Inspiration) und so in den letzten Wochen sehr viele BA-Rezepte in meinen Lieblingslinks untergebracht. Keines davon ist auch nur ansatzweise fad, immer kommt eine besondere Technik oder Zutat zum Einsatz: z.B. Camouflage Chocolate Fudge Brownies, Apple-Honey-Pecan Muffins oder der Black Sesame Mochi Cake With Black Sesame Caramel, den ich sogar schon nachgebacken habe:

Mochi Kuchen mit schwarzem Sesam
Mochi-Kuchen mit schwarzem Sesam

Mittlerweile habe ich auch angefangen, hin und wieder BA-YouTube-Videos zu schauen – obwohl ich (Koch-)Videos eigentlich überhaupt gar nicht mag!

Tl;dr: Bon Appetit hat jetzt ein Fangirl mehr.

Noch ein paar Worte zum Kuchen: Aus unerklärlichen Gründen mache ich fast jedes Jahr um Ostern herum einen neuen Karottenkuchen (2012: Karottenkuchen, 2013: Rüblitarte, 2016: Karotten-Scones) – obwohl ich gegen rohe Karotten außerordentlich allergisch bin und deshalb immer wen anderen zum schälen/schneiden engagieren muss. Dieses Rezept hat mich besonders wegen des Karotten-Halwa-Guss interessiert, der tatsächlich so gut schmeckt, dass ich ihn auch pur essen könnte (oder z. B. auf Zimteis?). Kardamom-Pistazie-Karotte stellte sich außerdem als unschlagbare Geschmackskombination heraus.

Kardamom-Pistazien-Karottenkuchen
So saftig im Inneren!
Kardamom-Pistazien-Karottenkuchen mit Karottenhalwa-Guss weiterlesen

Zuckersüß 360

In dieser Woche habe ich erstaunlicherweise nur zwei Kuchen gebacken: Kardamom-Pistazien-Karottenkuchen und Eierlikörguglhupf aka Kuchenkuchen (beides bald im Blog). Aber ich habe auch Eier gefärbt (mehr oder weniger fürs Radio, der entsprechende Beitrag für Ö1-help ist noch ein paar Tage nachzuhören) und einen Cocktail gemixt. Letzteres hauptsächlich deshalb, weil ich drei supercoole handgetöpferte Tiki-Becher von der Matikibar gekauft habe (ich mag dort unbedingt nochmal Cocktails trinken, die Bar darf also nicht pleitegehen!).

Einigermaßen viel Zeit habe ich strickend in der Sonne verbracht und kaum ist es draußen warm, ist auch meine dicke Winterfell-Strickjacke endlich fertig. Ich habe behelfsmäßig ein paar unterschiedliche Knöpfe darangenäht, damit sie auch funktionstüchtig ist – sobald Kurzwarengeschäfte wieder öffnen, kann ich mir ja passende kaufen.

Unter Aufsicht meines Mitbewohners (der hobbymäßig viel Elektronik zerlegt und neu zusammenbaut) habe ich mich auch mal darangetraut, meinen Laptop aufzuschrauben und sauberzumachen. Es ist wirklich erstaunlich, wie viel Dreck aus einer Tastatur fallen kann, wenn man sie erst einmal aus einem Thinkpad genommen hat. Die ganze Aktion erinnerte mich an eine Stelle am Anfang von Permanent Record, Edward Snowdens Buch, das ich nun endlich fertiggelesen habe:

„To refuse to inform yourself about the basic operation and maintenance of the equipment you depended on was to passively accept that tyranny and agree to its terms: when your equipment works, you’ll worrk, but when your equipment breaks down you’ll break down, too. Your possessions would possess you.“ (S. 29)

Danach wollte ich mal wieder eine *mitreißende* Geschichte lesen und wurde von TC Boyles Das Licht in der Hinsicht nicht enttäuscht – ich habe es in drei Tagen durchgelesen. Es handelt von der Entdeckung von LSD 1943 und dessen psychologischer Erforschung durch Timothy Leary und Kollegen in Harvard ab 1961. Letzterer baute schnell eine Art Sekte um sich auf, die regelmäßig „das Sakrament“ (LSD) einnahmen und abgeschottet vom Rest der Welt auf einem Anwesen in Upstate NY lebten. Die ganze Zeit fragte ich mich, wie viel Wahres an dieser Geschichte war und nach ein bisschen Wikipedialeserei stellt sich heraus: sehr viel. Timothy Leary gab es wirklich und sein ganzes Leben war noch viel spektakulärer als es die paar Jahre im Buch schon erahnen ließen. Sehr lustig fand ich auch diesen Spiegel-Artikel von 1974, der den echten Namen seiner Gruppierung, „Brotherhood of Love“, aufgreift.

Im Anschluss daran bin ich wieder bei Non-Fiction, genauer gesagt beim Schreiben über Essen, gelandet und lese jetzt Ruth Reichls Save me the Plums.

Arezu

Den donnerstäglichen Restaurantbesuch habe ich erstmals durch Lieferservice ersetzt, denn mein Budget dafür gibts glücklicherweise noch (und auch die coolsten Restaurants der Stadt dürfen jetzt nicht pleitegehen!). Das Arezu in der Lange Gasse steht schon länger auf meiner Ausprobieren-Liste, weil ich über persische Küche kaum was weiß. Das sollte mir und meiner üblichen Begleitung (die glücklicherweise im selben Haushalt wohnt) dann auch zum Verhängnis werden, denn woher sollte ich wissen, wie die vielen Komponenten in kleinen Plastikbehältern zusammengehören?

Als Vorspeise gab es einerseits Kuku Sabzi aka persisches Kräuteromlett mit Joghurt und getrockneten Ribisel (glaube ich – vielleicht auch Berberitzen?) und Fladenbrot. Das Ganze ähnelte eher kleinen Puffern als Omlett und die Kräuter waren Hauptbestandteil und nicht nur Würzmittel – ich könnte sie mir auch gut als vegetarische Burgerpatties vorstellen. Andererseits haben wir Kashke Bademdjan also gebratene Melanzani mit Knoblauch, Minze und iranischem Trockenjoghurt bestellt. Versehentlich aßen wir Reis statt Fladenbrot dazu, aber das war auch nicht schlecht. Die gebratenen kleinen, fleischigen Melanzani waren durchzogen von geschmorten Zwiebeln und könnten ein super Dip sein. Der Trockenjoghurt erinnerte mich ein bisschen an bröseligen Ziegenkäse, ich mochte ihn nicht besonders.

Als Hauptgang hatten wir zweierlei Eintöpfe: Yatimcheh und Fesendjan. Ersterer bestand aus festen Kartoffeln, fleischiger kleiner Melanzani, Zucchini und Zwiebeln in großen Stücken in säuerlicher Tomatensauce. Ziemlich gut, aber auch nicht besonders überraschend. Ganz im Gegenteil zu Fesendjan, einer dicken Sauce aus geriebenen Walnüssen, saurer Granatapfelmelasse, großzügig Öl und frischer Petersilie und Minze obenauf. Die Konsistenz hat mich sehr überrascht und der Geschmack, irgendwo zwischen Trockenpflaumen und sauren Früchten, noch viel mehr. In der Speisekarte gab es optional Hühnchen oder Rindshackfleischbällchen dazu, ich glaube, als Sauce zu Fleisch wäre Fesendjan noch viel beeindruckender.

Safraneis
Natürlich schmolz das Eis, bevor ich ein Foto schießen konnte…

Als Nachspeise gab es dann noch Safran-Eis, das zwar sehr gelb war, aber kaum nach Safran schmeckte. Stattdessen war es ziemlich süß, hatte es ein intensives Rosenwasseraroma und ein paar versteckter Pistaziensplitter. Ich mochte es sehr, wenn ich mal Rosenwasser zur Hand habe, bastle ich es nach!

Dieser Abend mit persischem Essen war eine tolle Abwechslung zum täglichen Selberkochen, aber leider trotzdem kein Vergleich zu einem echten Restaurantbesuch. Mir bleibt also nix anderes übrig, als in ein paar Wochen dann IRL ins Arezu zu gehen!

Lohnarbeit! Außer Haus!

Und dann war ich tatsächlich das erste mal seit mehr als zwei Wochen in den Öffis unterwegs zur Arbeit und interviewte unter erschwerten Bedingungen (Mikrofonangel in kleinem Feinkostladen und ein Gespräch im Resselpark statt im Studio) zwei Feinkostladenbesitzer zum Thema Delikatessen in Dosen. Mal sehen, wie daraus eine Radiosendung wird.

Der kurze Weg durch die Innenstadt war jedenfalls sehr befremdlich – kaum wer auf der Straße, alles sehr leise und tatsächlich Grablichter und Heiligenbilder an der Pestsäule?!?!

Hier folgen jetzt mal meine liebsten Links der letzten paar Tage:

Zuckersüß 360 weiterlesen

Ein zuckersüßes, zuckerbäckereipinkes Foodblog