Archiv der Kategorie: Zuckersüß

Zuckersüß 317

2018 war jetzt schnell vorbei. Und in der letzten Woche des Jahres habe ich nochmal richtig viel gemacht. Einerseits Weihnachten gefeiert (so viel gutes Essen!), andererseits war ich auf dem 35c3 (s. Glitzer-Heidesand). Dazu will ich später noch einen eigenen Post schreiben, denn meine Eindrücke dort sprengen jedes Zuckersüß.

Weil es internetweit so beliebt ist, und weil ich dieses Jahr explizit mehr Wochenrückblicke in meine Sonntagsposts gepackt habe, gibts stattdessen noch eine kleine 2018-Statistik.

Hier in der Zuckerbäckerei habe ich 90 Posts veröffentlicht, davon 48 Zuckersüß. Das heißt, ich habe nur vier Mal sonntags „geschwänzt“, so viel Disziplin hätte ich nicht erwartet.

Ich habe einen Buchclub gestartet und deshalb 19 Bücher gelesen, 12 davon fertig (Qualityland von Marc-Uwe Kling, Der große Glander von Stevan Paul, Der Trafikant von Robert Seethaler, Animal Farm von George Orwell, Untenrum frei von Margarete Stokowski, 4-3-2-1 von Paul Auster, Wie wir Begehren von Carolin Emcke, The Bell Jar von Sylvia Plath, Bitch Doktrin von Laurie Penny, Wenn Männer mir die Welt erklären von Rebecca Solnit, Ich bin kein Sexist aber und Mehr Kopf als Tuch herausgegeben von Amani Abuzahra) . Zwei davon habe ich aufgegeben (Terre des hommes von Antoine de Saint-Exupery, We were feminists once von Andi Zeisler), weil sie mir zu mühsam wurden und die restlichen fünf (Hunger von Roxane Gay, Emanzipation von Kathrin Rönicke, Deutschland Schwarz Weiß von Noah Sow, Gomorrha von Roberto Saviano und Versteckte Jahre von Anna Goldenberg) liegen noch herum.

Ich habe sieben paar Socken gestrickt und dafür #segglstricka auf Twitter eingeführt.

Ich war nur sechsmal im Kino (Shape of Water, Call me by your name, Jusqu‘à la garde, 2001 A Space Odyssey, Blackkklansman und Waldheims Walzer), dafür aber mehr als doppelt so oft im Museum (Musée de l‘école de Nancy, Musée archaeologique in Strasbourg, Musée historique in Strasbourg, Musée Alsacien in Strasbourg, Musée Dunkerque 1940, Centre Pompidou Metz, Musée des Beaux-Arts in Nancy, Villa Majorelle Nancy, Otto-Wagner-Ausstellung Wien-Museum, Salzwelten Bad Dürnberg, Keltenmuseum Hallein und zweimal beim kunstschatzi im KHM in Wien).

Bei Konzerten sieht es ebenfalls mau aus, außer Eau Rouge in Stuttgart und Omar Souleyman in Nancy hörte ich keine Band live.

Ich war auf der Digitalkonferenz, der PrivacyWeek, dem Mediencamp und dem 35c3 und habe sehr viel gesketchnotet.

Gereist bin ich ziemlich viel, vor allem in kürzenen Wochenendtrips quer durch Mitteleuropa. Alle meine Posts aus meinem Erasmus-Semester sind auch als Reise getaggt, was den Überblick ein bisschen verfälscht. Echte Berichte gibts aus Prag, Nancy, Liège, Lille, Dunkerque und Brüssel und Metz.

Rückblickend war dieses Jahr schrecklich anstrengend, aber fast durchgehend toll. Neujahrsvorsatz deshalb: Weniger machen (neben Uni, Nebenjob, Blog, Podcast…)! Ich wünsche euch, meine lieben Leser_innen, das Allerbeste für 2019!

Meine liebsten Links der Woche gibts auch noch:

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Zuckersüß 316

Die vergangene Woche habe ich hauptsächlich in Campobasso verbracht. Und die meiste Zeit davon hatte ich in irgendeiner Weise mit Essen zu tun. Auf dem Weihnachtsmarkt probierte ich mich durch sechs verschiedene Sorten Lakritze (tl;dw: reine Lakritze ohne Zucker schmeckt so schrecklich, dass nicht einmal ein Becher Glühwein den Geschmack vertreiben kann) und aß eine ganze Tüte Maroni. Täglich gab es Pizza, mal alla Romana mit Sardellen, mal mit Ricotta, mal ganz einfach Margerita.

Im Miseria e Nobiltà in der Altstadt von Campobasso aß ich ziemlich nobel. Als Amuse Bouche gab es Karottenpüree und knuspriges Brot mit super Olivenöl. Weiße Bohnen mit Cicoria (das ich erst seit September kenne), einem Polentataler und knusprigem Guiancale (Speck-Erklärung bei Wikipedia) gab es als Vorspeise. Die Hauptspeise war der Grund, warum ich unbedingt diesen Menüvorschlag (es gab vier davon) auswählen wollte: Tintilia-Pasta auf Caciocavallo-Sauce (Käse-Erklärung bei Wikipedia) mit Wirsing (?) und gebratenen Maroni. Dazu tranken wir Tintilia aus der Region. Als Nachspeise gab es Vanille-Semifreddo mit Nusskaramell. Alles ziemlich gut und nicht besonders teuer (25€/Person ohne Getränke).

Daheim kochte ich grandiose Pasta mit Salsiccia-Bällchen (Salsiccia ist wirklich wahnsinnig lecker):

pastasalsiccia
Super Pasta!

Und dann machte ich noch Olivenölbrownies (Rezept folgt!) und  Unmengen an kandierten Zitrusschalen – wieder nach Katharina Seisers Rezept, nur anders als im Sommer auch mit Orangen.

Wirkliche Juwelen: Kandierte Orangen- und Zitronenschalen

Als Dessert für den Abschiedsabend in Italien (mit österreichischem Erdäpfelgulasch) entstanden dann noch Zimtschnecken. Der Teig dazu war angelehnt an Highfoodality’s Brioche Burger Buns, in die Füllung aus Butter, Zucker und Zimt warf ich gleich noch eine handvoll gehackter kandierter Zitrusschalen. So super!

Ich glaube, ich mache nie wieder Zimtschnecken ohne kandierte Zitrusfrüchte in der Füllung!

Am Freitag pünktlich zu Sonnenaufgang frühstückte ich dann ein trockenes Nachtzug-Semmerl und eine ebenfalls trockene, aber um Welten bessere Zimtschnecke und schoss sehr viele verwackelte Fotos aus dem Abteilfenster (s. Titelbild). In Wien war ich gleich zum Tee und Kuchen (das Rezept für Apfelkuchen mit Sauerrahm-Schicht muss ich mir noch besorgen!) eingeladen und am Abend folgte das jährliche WG-Weihnachtsessen.

Einer meiner Mitbewohner und seine zwei besten Freunde kochen jeden Dezember einmal unendlich aufwändig (5 Gänge) für gefühlt unendlich viele (etwa 40) Leute. Diniert wird auf umfunktionierten Schreibtischen und langen Holztafeln auf Bücherstapeln mit ständig wechselnder Sitzordnung. Letzes Jahr steuerte ich mit Quitten-Zimt-Eis einen Dessertgang bei, dieses Jahr einen Cocktail ohne Namen:

Sieht super künstlich aus, ist aber alles selbstgemacht!

In Ermangelung von Gläsern und Schnaps gab es den zwar nur in Shotbechern, begeistert waren aber fast alle. Umgerechnet auf ein ganzes Cocktailglas: 5 cl Wodka, 3 cl Mandarinensaft, 2 cl Zitronensaft, 3 cl selbstgemachter Vanillesirup. Der Glasrand in Zitronensaft und selbstgemachtem Vanillezucker und dazu selbstkandierte Orangenschalen.

Ansonsten gab es noch Pho mit Pak Choi und/oder Rindfleisch, Thunfisch-Lachs-Tartar oder Mango-Avocado-Tartar mit Brot, Krautwickerl mit Speck- und Blunzenknödeln oder Semmelknödeln und als Dessert Tarte au Citron, Cheesecake-Brownies und Glühwein.

Am nächsten Tag machte ich mich Richtung Niederbayern auf (drei Länder in >48h, das schaffe ich auch nicht oft), wo der nächste Kaffee-Tee-Restaurant-Bar-Marathon losging. Bemerkenswert für den 23. Dezember: Es gab Fasanbraten mit Orangen und Zitronen unter der Haut (Vegetarierin kann ich mich jetzt wirklich nicht mehr nennen). Die nächsten Tage werden kulinarisch sicher nicht weniger spannend, ich berichte im nächsten Zuckersüß.

Und jetzt weiter mit (wenigen) Lieblingslinks:

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Zuckersüß 315

Gleich drei Posts in zwei Wochen, aber kein Zuckersüß am vorletzten Sonntag, das habe ich im ganzen Jahr noch nicht geschafft. Aber ich bin auch viel herumgekommen, war in Bayern, im Burgenland und bin mittlerweile sogar in Italien, wo ich mich viel über Busfahren im allgemeinen und Busbahnhöfe im besonderen geärgert habe. So viel Zeit unterwegs bedeutet aber auch genug Zeit zum Lesen, jedenfalls solange der Akku hält. Auf Papier habe ich deshalb auch noch den aktuellen biber gelesen (der mit dem viralen Dönerliebe-Text) und Roberto Savianos Gomorrha angefangen (Reiseziellektüre).

Meine liebsten Links der letzten Tage:

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Zuckersüß 314

Weihnachten ist nah! Das fiel mir diese Woche eher abrupt auf, weil ich einerseits für Ö1 über Lichterketten recherchierte, andererseits (nur beim durch-die-Stadt-spazieren) irgendwie von Weihnachtsmarkt zu Weihnachtsmarkt stolperte . Deshalb fing ich auch pünktlich zum ersten Adventswochenende mit dem Plätzerlbacken an und habe jetzt immerhin schon zwei Sorten in der Keksdose – die Rezepte folgen.

Am Mittwoch war ich wegen Buch im Beisl im AU (supersympathische Bar, btw). Dort hat Annemarie Andre von fairfetzt (die übrigens mal bei mir im Podcast zu Gast war) aus ihrem Romanmanuskript gelesen. Hoffentlich schreibt sie ihn fertig, die Geschichte würde mich wirklich interessieren!

Weil der letzte Tag des Monats in diese Woche fiel, ging eine neue Folge meines Podcasts online. In LP011 war ich mit Naomi Günes-Schneider im café afro – und ich war sehr begeistert von unserem Gespräch. In eurem Podcatcher oder hier nachzuhören.

Am Samstag besuchte ich zum ersten Mal ein Barcamp: Das Mediencamp im ImpactHub. Dort habe ich auch zum ersten Mal einen Sketchnote-Workshop gegeben, darüber werde ich aber in einem extra Blogpost berichten.

Bis dahin folgen meine liebsten Links der Woche:

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Zuckersüß 313

In dieser Woche passierte das, was mir normalerweise erst Anfang Dezember passierte: Vollkommener Termin- und Deadlineoverkill. Abgesehen von *ein paar* Uni-Angelegenheiten (meine BA-Arbeit lässt grüßen), recherchierte ich einen Beitrag für Ö1 help, der gestern schon im Radio lief: Vanille oder Vanillin: Was den Unterschied ausmacht (noch bis Samstag nachzuhören).  Dazu schrieb ich selbstverständlich auch noch einen Artikel, hier nachzulesen.

Freitagabend drohte ich schon fast einzuschlafen (mein größter Traum: erst Montagmorgen wieder aufstehen), doch ich ging trotzdem zum Podcasting-Meetup, was eine sehr gute Idee war. Ich habe viele liebe Podcaster_innen getroffen und auch einige, die es noch werden wollen. Sketchnotes gibts auch, Florian hat ein schriftliches Protokoll mit allen Links getippt.

Das Wochenende habe ich mit den seichtesten Rom-Coms, die mir Netflix nur vorschlagen konnte (To all the boys I’ve loved before, Sierra Burgess is a Loser und ¿Qué culpa tiene el niño?) verbracht, das sechste Paar Socken des Jahres fertiggestellt, Mascarpone-Orangen-Eis gemacht und weiter an meiner Häkelstern-Galaxie gearbeitet.

Und ein paar Lieblingslinks der Woche gehen sich auch noch aus:

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Zuckersüß 312

In dieser Woche war ich zum ersten Mal seit sehr langer Zeit im Theater. Eine liebe Freundin hatte mich nämlich ins Volkstheater eingeladen, wo wir uns die „Verteidigung der Demokratie“ (Trailer) anschauten. Ich war nie ganz sicher, ob die Geschichte(n) über Aufstieg und Verfall von Demokratien, Diktaturen und verschiedenen Denkschulen (v.a. Neoliberalismus), die darin erzählt wurden historische Fakten oder dramaturgisch abgewandelt waren, was etwas schade war (vielleicht les ich ja mal ein Buch darüber). Die Musik von Eva Jantschitsch fand ich jedenfalls großartig und die Bezüge zur aktuellen Situation auch.

Ich habe außerdem weiter an neuen Socken gestrickt – dem siebten Paar für 2018 – und mich einem Näh-Projekt gewidmet. Mir war ein cooler Second-Hand-Rock in die Hände gefallen, nur leider eine Nummer zu groß. Eine neue Herausforderung also, denn genäht hatte ich schon ziemlich lange nicht mehr und eine Nähmaschine habe ich auch nicht zur Hand. Ohne YouTube hätte ich sicher nicht gewusst, wie ich mit dem Nahtreißverschluss umzugehen habe, aber es klappte ganz gut – wieder was gelernt!

Am Wochenende war ich gleich auf drei Geburtstagsfeiern eingeladen, sodass sich ein aufwändigeres Kuchenprojekt lohnte. Das Rezept für meine Biskuittörtchen mit Spekulatiuscreme gibts in Kürze! Lustigerweise war eine der Parties in einer WG, über die es sogar einen vice-Artikel gibt: „Die erste Frage ist immer: ‚Wie machst du das mit dem Masturbieren?'“ – Zu Besuch in einer funktionalen WG. Sehr erstaunliches Lebenskonzept!

Jetzt aber zu meinen liebsten Links der Woche:

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Zuckersüß 311

Nachdem ich am Dienstag direkt aus dem Nachtzug in den Hörsaal  aus meinem verlängerten Wochenende zurückgekommen war, ging es zügig weiter mit mehr Uni-Zeug. Meine BA-Arbeit hat nach einem Referat ein kleines bisschen mehr Form bekommen und dank eines weiteren Referats sind  Links zu Gesichtserkennung in diesem Post gelandet.

Ansonsten habe ich einiges in Büchern gelesen, oder zumindest darin geblättert. Darunter Katrin Rönickes 100 Seiten über Emanzipation und  Noah Sows deutschland schwarz weiss, die ich aber noch genauer lesen muss, um etwas darüber zu schreiben. Wer meine Instagram-Story gesehen hat, sollte auch mitbekommen haben, dass ich Fermentation recht spannend finde. Deshalb war es ein schöner Zufall, dass ein Bekannter den neuen Noma Guide to Fermentation in meine WG mitbrachte. Anders als Sandor Katz Art of Fermentation (s. Zuckersüß 271) setzt der Guide auf exakt und technisch kontrollierte Umgebung zu Fermentation und lässt auch (alkoholische) Getränke komplett außen vor. Aber die Bilder darin scheinen sehr hilfreich (und manchmal etwas eklig: *guter* Schimmel überall) und das Design ist, wie es das skandinavische Spitzenrestaurant erwarten lässt, sehr schön anzuschauen. Bei der Gelegenheit googelte ich auch nach dem Noma und fand heraus, dass es dort sogar ein vergünstigtes Studi-Paket gibt, das mit 1000 dk (134 Euro) überraschend günstig ist. Ein Besuch dort wird sich für mich wohl zwischenzeitlich trotzdem nicht ausgehen…

Und wie das Titelbild vermuten lässt, mixte ich wieder Cocktails, allesamt aus dem Cocktailian, oder zumindest daran angelehnt. Von links nach rechts waren das eine Bramble-Variation (Gin/Zitrone/beeriger Likör), ein Aperol Sour, ein Income Tax (Gin/Wermut/Orange/Angostura), und zwei Fizzes (Wodka/Rosmarin/Zitrone und Wodka/Vanille/Mandarine).

Meine liebsten Links der Woche gibts auch noch:

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Zuckersüß 310

Weil der letzte Sonntag mit dem Geburtstag der Zuckerbäckerei zusammenfiel (und mit Himbeer-Schoko-Torte!) erlaubte ich mir, ein Zuckersüß auszulassen. Aber eigentlich hätte ich auch überhaupt keine Zeit gehabt, eins zu schreiben, denn ich war die ganze Woche jeden Tag bei der Privacy Week. Auf der Konferenz des Wiener C3W sah ich mir sehr viele interessante Talks zu Digitalthemen an und hielt fast alle davon in Sketchnotes auf meinem iPad fest. Die findet ihr, bis ich einen Blogpost dazu getippt habe, hier auf Twitter, eines als Beispiel auch hier:

Montagabend habe ich mir ein paar Freund_innen für einen Geburtstagscocktailabend (s. Titelbild) eingeladen, um meine neue Ausrüstung auszuprobieren. Ein Shaker macht sich doch um einiges besser als ein ausrangiertes Gurkenglas. Und mein neuer supercooler gravierter Muddler stampft die ätherischen Öle eindeutig besser aus Zitronenschale und Basilikum als ein Kochlöffelstiel. Zusätzlich zu meinem allerliebsten Gin Basil Smash daraus habe ich auch noch Gin Rosmarin Fizz gemixt und Old Fashioned gerührt (endlich habe ich nämlich auch Angostura Bitters daheim). In Anlehnung an meinen Besuch im Botanical Garden im September habe ich zusätzlich noch Mohnsirup eingekocht und daraus mit Kaffee und Wodka den „Mohnshiner“ nachgebaut. Den übrigen ausgekochten Mohn ließ ich im Ofen trocknen und zerbrach die entstandene Platte in Dekostückchen.

In der gleichen Woche erfüllte ich dann auch den langgehegten Plan, einmal einen Cocktail im BirdYard zu trinken. Davor probierte ich aber noch den superknusprigen Pork Belly (voll vegetarisch. NICHT.) und eine Art Germknödel, gefüllt mit Pilzen, auf sehr nelkigem Blaukraut. Danach gabs mehr oder weniger zufällig (Bartenders Choice) den Kung Fu Pandan mit Gin, Limette, Koriander und Pandansirup, einer Zitrusfrucht, von der ich niemals zuvor gehört hatte. Mit dem Dekoblatt und der Mini-Reiswaffel sieht der auch ziemlich cool aus, allerdings fand ich letztere nur optisch spannend. Die Fotos der Birdyard-Cocktails auf ihrem Insta-Account können sich aber auf jeden Fall sehen lassen:

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The new menu is out now! Here we have "Kung Fu Pandan"! No, it's not misspelled – with Pandan leaves and refreshing cilantro. Die neue Karte ist da! Hier haben wir "Kung Fu Pandan"! Nein, wir haben uns nicht verschrieben – mit Pandanblätter und erfrischendem Koriander. Recipe: 4cl Sipsmith Gin 3cl Pandan syrup 1cl Cilantro essence 3cl fresh lime juice Shake, double strain Fill up with Soda water . . . . #thebirdyard #cocktailtime #craftedmixology #cocktails #cocktailart #drinkgram #drinkstagram #drinklove #bartending #bartenders #bartenderlife #mixeddrinks #mixologist #mixology #imbibe #imbibegram #mezcal #gin #whiskey #ginandtonic #tequilla #vodka #cognac #viennafood #viennabar #boozytalk #liqpic

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In der Folgewoche hatte ich alle Hände voll zu tun, *noch schnell* Unizeug aufzuholen. Da las ich zum Beispiel über Redefreiheit und Hate Speech oder über die politischen Aspekte von Gesichtserkennung – letztlich auch wieder nur Themen, die sehr gut auf die Privacy Week passen! Aber ich habe ja auch noch eine BA-Arbeit abzuliefern, nur damit, genauer gesagt der Themenfindung plage ich mich sehr. Gerade sieht es so aus, als würde sie ähnlich theoretisch wie meine letzte, nur dass es diesmal nicht so sehr um Verben und deren verschiedene funktionale Projektionen geht, sondern wahrscheinlich um complementizer agreement, aufgehängt an meiner Muttersprache, dem Niederbairischen.

Dennoch trieb ich mich weiter auf Abendveranstaltungen herum, am Montag bei den Aufmachern. In der Medienrunde war Hanna Herbst zu Gast, die über ihre Zeit bei VICE erzählte und sich alles mögliche fragen ließ, was ich in Sketchnotes festhielt.

Gut erkennbar: Mir ging am Ende der Platz aus.

Am Mittwoch machte ich mich auf eine übermäßig anstrengende Reise, mit Campobasso in Italien als Ziel. Dort war ich im September schon mal, (halbwegs) bequem mit dem Nachtzug. Der hätte kurz vor dem superlangen Wochenende Anfang November nur leider exakt doppelt so viel gekostet als der Flug mit einer Billigairline. Und so fuhr ich mit großzügigem Zeitpuffer nach Schwechat, trank kurz vor der Sicherheitskontrolle meine Wasserflasche leer und ärgerte mich tödlich, dass hinter den Metalldetektoren nur brennheißes Leitungswasser zu kriegen war. Dann schlängelte ich mich durch Richtung Gate – der Wartebereich hat eindeutig mehr Duty-Free-Geschäfte als Sitzplätze – und wartete ewig bis zum Boarding. Weil ich ein Handgepäcksstück brauchte, das größer ist als eine Laptoptasche, hatte ich mir ein „Priority Ticket“ gekauft, das mir zusätzlich erlaubte, als erstes in den Bus zu steigen, der uns über das Rollfeld zum Flugzeug bringen sollte. Diese Prioritybehandlung war vor allem deshalb *sehr* sinnvoll, weil alle Priorityreisenden nun im Bus warten mussten, bis die anderen durch die Ticketkontrollen waren. Eineinhalb Stunden später waren wir eh schon fast in Rom, doch in der Sitzplatzlotterie (um einen Auszusuchen hätte ich weitere 15€ zahlen müssen) hatte ich Pech und war mit als letzte aus dem Flugzeug draußen. Natürlich verpasste ich um fünf Minuten den einzigen Direkt-Bus nach Campobasso. Einziger Ersatz: Eine Zug-Bus-Verbindung mit zweimaligem Umsteigen und, tadaa – zweimaliger Verspätung. Wieder waren es fünf Minuten, diesmal erwischte ich die letzte Anbindung gerade noch. Und nach *nur* 11 Stunden war ich am Ziel! Diesen Nervenkitzel in Kombination mit ungleich höherer Umweltbelastung brauche ich wirklich nicht noch einmal. Nachtzüge, FTW!

In Campobasso war das Wetter leider so grau und nass, dass ich nicht viel von der Stadt sah. Dafür aber Call me by your name, der mein Lieblingsfilm 2018 bleibt (s. Zuckersüß 278). Neugierig auf *lokale* Zutaten verbrachte ich auch ziemlich viel Zeit in der Küche. Es gab Papardelle mit gebackenen Pilzen und Zucchini und Wein aus Molise. Außerdem Burratina mit geschmorten Tomaten und selbstgemachtem Kartoffelbrot. Und Olivenölbrownies nach Love & Olive Oil. Und Spaghetti Quadrato (nie vorher gesehen) Carbonara mit einer einzigen Scheibe Pancetta vom Feinkostladen (sooo gut!). Superfrische Kakis und Mandarinen. Selbstgebackene Oreos mit Zimt-Ganache-Füllung. Cacio Cavallo und Parmigiano. Frittata mit allem, was der Kühlschrank hergab. 10/10, gerne wieder.

Zurück gings glücklicherweise wieder mit dem Zug, wobei mich der Bahnhof in Rom auch Nerven kostete. Warum nur sieht der jetzt auch schon aus wie ein Flughafen? Statt festgelegten Bahnsteigen Anzeigetafeln, auf die alle starren (müssen), Gates mit Ticketkontrollen vor den Bahnsteigen und natürlich auch Prioritybehandlung (aka Sitzbänke in verschlossenen Wartebereichen, roter Teppich durch die Gates) für alle 1.-Klasse-Reisenden.

Genug Rant für heute, Lieblingslinks habe ich nämlich auch: Zuckersüß 310 weiterlesen

Zuckersüß 309

In dieser Woche war ich einmal wieder sehr froh, in Wien zu wohnen. So viele spannende Menschen zu treffen und so viele tolle Veranstaltungen besuchen zu können ginge auf dem Land bestimmt nicht.

Am Montag war ich für die Podiumsdiskussion „Unerhört? Frauenbewegungen in der arabischen Welt“ des VIDC in der Hauptbücherei. Das Thema gehört schon zu einem Bereich, in dem ich ein bisschen belesen bin (s. a. mein Rundbrief zu Frauen(rechten) in Marokko), aber lange habe ich nicht mehr so viele neue Erkenntnisse aus einem Panel mitgenommen.

Sketchnote zur Podiumsdiskussion in der Wiener Hauptbücherei

Nacheinander stellten die tunesische Journalistin Safa Belghith, die ägyptische Professorin Oumaima Abou-Bakr und die palästinensische Professorin Lena Meari die Situation verschiedener Frauenbewegungen und feministischer Aktionen in ihren Heimatländern vor. Spannend fand ich besonders, dass palästinensische grassroots-Zusammenschlüsse für Frauenrechte durch die „NGO-isierung“ in den 1990ern von „professionellen“ Akteur_innen verdrängt wurden, die oftmals den Kontakt zur breiten Masse verloren – wie Lena Meari erklärte. In Ägypten stünden „sekuläre“ Zusammenschlüsse schnell unter Verdacht, nicht neutral, sondern westlich-kolonisierend zu sein, in Tunesien dagegen überwiegt die Angst vor islamistischen Bestrebungen. Einig waren sich alle, dass Frauen in der arabisch-islamischen Welt sicher keine westlichen Retter_innen brauchen können, die Kontexte nicht berücksichtigen, sondern vor allem Solidarität – besonders in Europa. (Dazu schon einmal ein Hinweis auf meine Podcastfolge Nr. 11, die im November online gehen wird).

Workshop-Vorschlag Sketchnotes

Diese Live-Sketchnotes waren übrigens nicht die einzigen, die ich in dieser Woche gekritzelt habe. Für das Mediencamp habe ich einen Workshop-Vorschlag eingereicht, vielleicht werde ich ja am ersten Dezember versuchen können, meine Begeisterung für Sketchnotes weiterzugeben! Falls ihr auch hingehen wollt: Es gibt eine Blogparade, die einer_m Tickets bescheren kann!

Am Mittwoch wollte ich mir Waldheims Walzer anschauen, um ein bisschen mehr Ahnung von österreichischer Zeitgeschichte zu bekommen. Der Andrang im Votivkino war leider so groß, dass ich keine Tickets mehr bekam und letztlich in der Folgevorführung zwei Stunden später landete. An einigen Stellen im Film wusste ich echt nicht mehr weiter – Waldheims Wahlkampf und generelles Auftreten war dermaßen antisemitisch, und das hinderte ihn trotzdem nicht daran, volle vier Jahre im Amt zu bleiben! Sehr verstörend.

Und schließlich besuchte ich auch noch die Wiener Verkehrsleitzentrale – die erste Exkursion in meinen zweieinhalb Jahren Studium in Wien. Gemeinsam mit meinen Kolleg_innen im Technologie-und-Gesellschaft-Seminar erfuhr ich, dass in Wien etwa 1300 Ampeln stehen, die Öffis dem Individualverkehr bevorzugen (yay!) und dass 120 Kameras der Stadt Wien die Hauptverkehrswege überwachen, aber nichts aufzeichnen dürfen. Die Stadt ist für gewöhnlich so voll, dass jede Behinderung  auf dem Ring das ganze System ins Stocken bringt, oder wie der Guide uns erklärte „Es gibt viel zu viele Autos für zu wenig Straße“.

Weil das Rückgabedatum der Bücherei drohte, las ich *noch schnell* Laurie Pennys Bitch Doktrin fertig. Leider begeisterte mich dieses Buch nicht so sehr wie alle ihre anderen Texte (hier z.B. habe ich über Unspeakable Things geschrieben). Das mag  vielleicht der deutschen Übersetzung geschuldet sein, in der viel Witz verloren geht und alles nur noch deprimierend wirkt. Dennoch finde ich es nach wie vor sehr spannend, wie Laurie Penny Geschlechterverhältnisse mit Technologie und Kapitalismuskritik verwebt.

Im Internet habe ich nicht so viel gelesen, aber ein paar Lieblingslinks sind schon zusammengekommen:

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Zuckersüß 308

In dieser Woche war ich wieder beim #kunstschatzi im KHM, denn einen Cocktail spätabends im Museum kann ich mir nicht entgehen lassen. Erst recht nicht, weil der Eintritt mit Jahreskarte nichts kostet, viele Freund_innen dort sind und die Führungen kostenlos. Supercoole Veranstaltungsreihe!

Außerdem habe ich den Spanischkurs angefangen, den ich im Frühjahr beim Fotowettbewerb der Uni Wien gewonnen habe. Mal sehen, wie viel ich dort lerne, ein ähnlicher Italienischkurs hatte mich ja leider letztes Jahr nicht viel weiter gebracht als Duolingo…

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Das Foto, das mir einen Platz im Spanischkurs des Instituto Cervantes verschafft hat

Am Donnerstag war ich zum ersten Mal bei einem Live-Podcast zu Gast. Das Team vom Sendegarten hatte mich nämlich freundlicherweise auf ihre Gartenbank eingeladen. Leider war der Abend voller technischer Probleme, die mich ein bisschen aus der Ruhe brachten. Mein Versuch, meine BA-Arbeit über die No Agent Idiom Hypothesis zu erklären, ging etwas schief. Die Zuckerbäckerei, meinen Podcast Lieblings-Plätzchen und Sketchnotes zu erklären viel mir da schon leichter. Glücklicherweise fiel mir auch noch spontan ein Blütenschatz ein – Anna Goldenbergs Buch „Versteckte Jahre“ auf dessen Präsentation ich vergangene Woche war. Wenn ihr wollt, könnt ihr in der 60. Folge „Cookiegarden“ hören, wie ich noch nie vom Weltmädchentag (auch am Donnerstag!) gehört habe und gefühlte 10000 Mal „tatsächlich“ sage 😉

Das vielleicht letzte Eis der Saison habe ich mir beim allerliebsten Eisgreißler gegönnt und der Herbst schlug sehr in den Aromen durch: Sturm (richtig pink!) und Zirbe sind sehr interessante Sorten.

Ansonsten habe ich noch Bravetart’s Ricotta Lace Cookies gebacken, die schmeckten wie Karamell in Keksform,  und in einer sehr langwierigen Aktion Germknödel mit Vanillesauce gekocht. Die Rezept-Posts dazu folgen in Kürze, bis dahin meine liebsten Links der Woche:

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