Archiv der Kategorie: Zuckersüß

Zuckersüß 274

Mein Wochenrückblick fällt heute etwas knapp aus, dafür habe ich nämlich schon Neues aus Nancy 2 mit den Erlebnissen meiner ersten Uniwoche aufgeschrieben.

Über meine erste Begegnung mit gendergerechter Sprache auf Französisch habe ich im erwähnten Post allerdings nicht berichtet. Ich habe es mir mittlerweile angewöhnt, hier im Blog, in Chatnachrichten, Uniarbeiten und praktisch jedem geschriebenen Text zu gendern (meistens mit einem Strich, also Blogger_in) und auch in der gesprochenen Sprache verwende ich größtenteils beide Formen statt des generischen Maskulins. Ich der gesprochenen Sprache hier scheint sich Geschlechtergerechtigkeit zumindest in der Begrüßung (bonjour à toutes et tous) niederzuschlagen. Anders als an der Uni Wien, wo geschlechtergerechte Sprache in wissenschaftlichen Arbeiten vorgeschrieben ist, ist es an der Uni Lorraine nicht gern gesehen. Das meinte zumindest eine Studentin, die ich auf ihre Schriftvariante createur.ices bzw. tou.te.s hin ausfragte. In dieser Sache muss ich mich noch ein bisschen umhören, denn das Thema interessiert mich sehr.

Jetzt folgt erst einmal eine sehr bunte Mischung an Lieblingslinks der vergangenen Woche:

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Zuckersüß 273 – Neues aus Nancy!

In der vergangenen Woche habe ich einmal wieder viel zu viel auf einmal gemacht. Ich habe Prüfungen geschrieben, Abschied gefeiert und war im Botanical Garden etwas trinken. Und zwar drei (ich war lange da!) wahnsinnig gute Cocktails. Als erstes den Beetroot Smash, mit Gin, Basilikum, und wie der Name schon sagt, schaumigem Rote-Bete-Saft. Als nächstes einen mit Espresso, Wodka und Mohnsirup und zuletzt „Slutty Alice“. Leider kann ich mich dabei schon nicht mehr an die Zutaten erinnern, die coole Servierform (Glasflasche mit bunten Federn) landete aber in meiner IG-Story, womit ich sie nicht so schnell vergesse. Die Bar unter dem Café Stein ist nicht unbedingt günstig und bei voller Besetzung  (reservieren schadet nicht!) auch ziemlich laut, aber ich würde sie sofort weiterempfehlen. Die Cocktails sind super lecker, die Popcorn mit Rosmarin und das Personal sehr freundlich.

Und dann am Mittwoch – jetzt kommt der spannende Teil – habe ich den Nachtzug nach Frankfurt genommen, um Donnerstag Mittag in Nancy aufzuschlagen. Hier verbringe ich nämlich die nächsten Monate für ein ERASMUS-Semester. Ich hatte mich schon sehr auf den Zeitpunkt des Ankommens gefreut, weil dann der supernervige Papierkram endlich eine reale Entsprechung hätte. Leider gings mit dem Papierkram erstmal weiter und das bestimmt auch noch ein paar Wochen. Ich habe jedenfalls zum ersten Mal in meinem Leben ein Wohnheimszimmer bezogen und bin (noch?) nicht ganz überzeugt. Der etwas „gebrauchte“ Zustand des Zimmers selbst stört mich eigentlich nicht, aber ein nicht-funktionierender (eigener) Kühlschrank und die „Küche“ deprimieren mich als Foodbloggerin schon ein bisschen. Die „Küche“, das sind zwei Induktionsplatten, eine Spüle, eine Mikrowelle, ein Mülleimer sowie ein Tisch mit zwei Stühlen für meine Etage und die darunter. Yay.

Einen Wasserkocher, einen Teller, Besteck, Plastikschüsseln und ein paar Grundvorräte habe ich mir mittlerweile besorgt. Doch meine Mikrowellen-Kochversuche am ersten Abend ließen mich gleich zum Salatessen übergehen. Fertiggerichte (wenn auch nur „halbe“, wie Mikrowellen-Reis) sind einfach nicht mein Ding. Und ich befürchte, das Resto Universitaire auch nicht so, denn eine vegetarische Option gab es zumindest am Freitag nicht. Dafür ist es unschlagbar günstig: 3,25€ für fünf Komponenten. Das sind ein Vorspeisensalat, Joghurt oder Dessert, eine Frucht, eine Semmel sowie eine Hauptspeise mit Fleisch/Fisch und Beilage. Für mich ist das Ganze ziemlich ungeeignet, denn im Salat ist wohl meistens rohes Gemüse (gegen das ich allergisch bin), das rohe Obst fällt aus dem gleichen Grund flach und die Hälfte der Hauptspeise esse ich auch nicht (#firstworldproblems). Aber dann muss ich mir eben einen *supergünstigen* Induktionskochtopf kaufen und Nudeln essen.

Was mich noch ziemlich schockiert hat, ist das WLAN-Netzwerk im Wohnheim (hier eine technische Abhandlung über die Funktionsweise, vielleicht versteht sie im Gegensatz zu mir jemand von euch?) . Es funktioniert nur, wenn man im Browser Pop-Ups und Drittanbieter-Cookies aktiviert und trennt sich bei Nicht-Aktivität  (*super* für Downloads/Uploads) von selbst. Außerdem ist es nicht mit Mobilgeräten zu benutzen! Glücklicherweise gibt es hier auch eduroam, dass ich (zwar mit einigem Herumbasteln an den Netzwerkeinstellungen, aber immerhin zuverlässig auf allen Geräten) mit meinem Uni-Wien-Account nutzen kann. Meine Bloggerei (und mein allgemeiner Gemütszustand) ist gerettet!

In der Stadt bin ich nur ein bisschen spazieren gegangen, beizeiten nehme ich mal meine Kamera mit und schieße ein paar Fotos davon. Und die Uni beginne ich erst morgen (um acht Uhr morgens, wie furchtbar), mehr dazu also irgendwann später. Allerdings war ich vor zwei Jahren schon mal kurz in Nancy, genaueres dazu ist hier nachzulesen.

Hier folgen derweil meine Lieblingslinks der Woche: Zuckersüß 273 – Neues aus Nancy! weiterlesen

Zuckersüß 272

Drei Prüfungen habe ich in dieser Woche hinter mich gebracht und nach langem Rätseln endlich auch den roten Faden meiner BA-Arbeit wiedergefunden. Das fast absurde Abstraktionslevel, das bei der Betrachtung von verbaler Syntax geboten ist, fasziniert mich nach wie vor. Auch wenn ich irgendwas nur langsam durchblicke, bin ich sehr froh, mich im Schwerpunkt nicht für die angewandte Sprachwissenschaft entschieden zu haben, sondern für die verwirrende Welt der funktionalen Projektionen. Und nein, Linguistik ist nicht möglichst viele Sprachen sprechen (auch wenn das mein persönliches Ziel ist).

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Aufzeichnung der Aufmacher-Medienrunde mit den Podcastern von „Was soll das?“

Hier im Blog habe ich eine Übersichtsseite zu Sketchnotes eingerichtet, was vor allem mit der Aufmacher-Medienrunde vom Dienstag zu tun hat. Bei dieser super interessanten Veranstaltung hatten Patrick Swanson und Michael Mayrhofer über ihren (leider abgeschlossenen) Was soll das?-Podcast  gesprochen – und ich habe natürlich mitgekritzelt. Das Sketchnote erfreute sich auf Twitter großer Beliebtheit und landete am Ende sogar in der Wiener Zeitung. Die Hälfte des Abends bestand geplanterweise aus Publikumsfragen und ich war doch sehr überrascht, wie wenig geläufig das Konzept eines „Podcasts“ (als abonnierbare Audiodatei – nicht gefangen auf irgendeiner Plattform) zu sein scheint. Die Anwesenden gehörten bestimmt alle in irgendeiner Weise zur Wiener-Medien-Bubble, doch viele Fragen klangen, als gäbe es außer Serial, den paar von Journalist_innen im letzten Jahr gestarteten Formate (eben Was soll das? oder Ganz offen gesagt) und den Podcasts der großen Verlagshäuser überhaupt nichts. Dabei ist schon die kleine österreichische Podcastlandschaft richtig vielfältig (siehe dazu auch den Talk von Lothar Bodingbauer und Melanie Bartos auf der Subscribe9) und die gesamtdeutschsprachige erst recht! Doch die Beobachtung der beiden Was soll das?-Podcaster, dass aktuell nicht Konkurrenz unter Podcastenden das Problem für Reichweite ist, sondern die mangelnde Verbreitung von Podcasts (oder das Wissen, was das überhaupt ist), wird dadurch nur bestätigt. Sehr schade drum!

Und nun zum Hauptteil dieser Serie, meinen Lieblingslinks:

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Zuckersüß 271

In dieser Woche habe ich erstmals „in Auftrag“ gesketchnotet, was mich sehr gefreut hat. Das Social Media Team der Uni Wien hat mich für ihre Semesterfrage-Abschlussveranstaltung engagiert, wo ich die wirklich sehr interessanten Reden von Heinz Fischer und Joachim Gauck und die folgende Podiumsdiskussion festgehalten habe:

Was ich besonders cool finde: Es gibt auch ein Zeitraffer-Making-Of-Video des ersten Blatts:

https://twitter.com/univienna/status/953619953768386561

Am Donnerstag war ich dann noch beim Hörer_innentreffen des Zeitsprung-Podcasts. Die Führung durchs Globenmuseum (dessen Existenz mir bis dahin nicht einmal bewusst war), war ziemlich interessant; dort gab es Erd- und Himmelsgloben, indische, hebräische und auch welche für Puppenhäuser!

Noch viel schöner als das Museum fand ich dann aber die Gespräche mit den anderen Hörer_innen, unter denen viele selber podcasten. Ich bedaure jetzt schon, nicht beim nächsten Meetup (am 2. Februar, fyi), dabei sein zu können.

Obwohl ich mich so bemüht habe, in meinen letzten Zuckersüßposts nichts mehr zu vergessen, ist mir genau das passiert. Und zwar bei zwei Büchern! Da merkt man schon, wie wenig die in meiner Freizeit vorkommen. Jedenfalls habe ich es tatsächlich geschafft, mal wieder einen längeren fiktionalen Text zu lesen: Qualityland von Marc-Uwe Kling. Den kannte ich nur wegen des Kängurus, das ich sehr witzig finde. Witzig ist Qualityland auch (so viele kleine versteckte Späße, z.B. die Zahlen im Text!), nur wurde ich das ganze Buch lang das Gefühl nicht los, dass nur wenig überraschende einzelne Szenarien aneinandergereiht wurden. Die sind ziemlich dystopisch und leider nicht besonders unrealistisch. Viele Artikel, die ich in den letzten Jahren hier in meinen Linksammlungen geteilt habe, beschäftigen sich genau mit solchen Themen (Big data meets Big Brother as China moves to rate its citizens – WIRED UKI asked Tinder for my data. It sent me 800 pages of my deepest, darkest secrets – The Guardian, der Artikel von Zeynep Tufekci weiter unten im Post usw). Sensibilisieren für die Gefahren der Digitalisierung war wohl auch Intention des Romans und es funktioniert sehr gut verglichen mit platten Claims à la „Smartphones machen dumm“.

Das zweite Buch, das ich vergessen habe, hier zu erwähnen (Buchbloggerin werd ich nicht mehr, erst recht nicht für literarisches…), ist The Art of Fermentation von Sandor Ellix Katz. Ich habe die englische Original-Version gekauft, obwohl die um einiges teurer ist als die deutsche Übersetzung (dem schwurblerischen Kopp-Verlag will ich jedoch keinen Umsatz bescheren und Englisch kann ich ohnehin). Laut Food52 ist Katz DER Experte auf dem Gebiet der Fermentation und die ersten paar Seiten des Buchs lassen nichts gegenteiliges Erwarten. So genau beschriebene Zusammenhänge in Rezepten (wobei, ein Rezeptbuch ist es ja gerade nicht) kenne ich sonst nur von Stella Parks (Bravetart) oder Niki Segnit (Geschmacksthesaurus).

Und nun: Meine Lieblingslinks der vergangenen Woche:

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Zuckersüß 270

In dieser Woche begann der Semesterendspurt so richtig – mir stehen noch einige Prüfungen bevor und auch die Abgabe meiner ersten Bachelorarbeit. Und, was ich noch gar nicht in der Zuckerbäckerei erwähnt habe: Ich ziehe wieder um! Zwar nur für ein paar Monate, aber dafür einmal wieder ins Ausland. Erstaunlicherweise bin ich trotz dieser tausend Sachen sehr viel in der Küche gestanden („Vorräte aufbrauchen“ ist eine super Ausrede!): Ich habe vegane Schokokekse und Haferflocken-Schoko-Cranberry-Cookies gebacken, außerdem nochmal veganes Kokoseis gemacht, das ich auch schon an Silvester ausprobiert habe. Die Blogposts mit den Rezepten dazu folgen irgendwann. Übrig ist auch nichts mehr davon, die Kekse habe ich nämlich an Marcel, den virtuellen Umzugshelfer für mein Zweitprojekt Lieblings-Plätzchen (in dem auch noch einiges an Arbeit wartet) verschickt:

https://twitter.com/marcelstuht/status/951854641423187969

Und weil das noch lange nicht reicht, habe ich für eine befreundete WG superleckere Germknödel nach diesem Rezept (inkl. „veganisierter“ Version!) gekocht. Ich war sehr erstaunt, wie fluffig die werden können, wenn man sie in einem Nudelsieb über Dampf ziehen lässt, statt sie direkt im Wasser zu kochen. Ach, und weil ich nicht ohne Abschiedsparty umziehen kann und auch keine Leute einladen kann, ohne genügend selbstgemachte Getränke/Kuchen vorzubereiten, gab es nochmal weißen Glühwein und dieses Kokos-Bananenbrot. Gestern war ich dann auch noch Eislaufen (bald sind meine Schlittschuhe ja in irgendeinem Umzugskarton versteckt eingelagert!), trotz ekligem Nieselwetter war das sehr spaßig. Und jetzt, wo ich diesen Rückblick tippe, freue ich mich gleich nochmal über das alles und bin recht erstaunt, wie viele Sachen eigentlich in sieben Tage passen. Vielleicht mache ich doch weiter mit diesen Rückblicken… Hier folgen jedenfalls meine Lieblingslinks der Woche:

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Zuckersüß 269

In der vergangenen Woche habe ich einen recht spontanen eineinhalb-Tages-Trip nach Prag gemacht und jetzt habe ich noch mehr Fotos dieser schönen Stadt – ich muss irgendwann einfach darüber schreiben! Außerdem hatte ich Besuch in Wien, sodass ich auch hier sehr viel durch die Gegend lief und vor allem in so vielen Restaurants aß, wie sonst in einem ganzen Monat nicht. Unbedingt weiterempfehlen mag ich nochmal das Puerta del Sol in der Josefstadt (sehr leckere Tapas und der beste Käsekuchen der Stadt!) und das Wirtshaus Brandstetter in Hernals (mein Tipp für Wiener Küche mit vielen vegetarischen Optionen abseits der touristischen Innenstadt).

Überraschenderweise bekam ich durch einen unabsichtlich angeklickten Evernote-Newsletter mit dem Hinweis auf Getting Things Done dann auch noch einen großen Motivationsschub. Meinen Kalender samt To-Do-Listen hielt ich bis zu dem Zeitpunkt schon für ans Limit optimiert, doch die Einführung einer Kategorie „Warten Auf“ und einem kleinen Post-It voller „irgendwann“-Aufgaben, das ich nun von Seite zu Seite mitnehmen werde, statt immer alles abzuschreiben, lässt meinen Aufgabenberg viel leichter erklimmbar erscheinen. Verpackung ist alles, deshalb will ich auch noch ein bisschen Bullet Journalling einbauen und mehr Sketchnotes. Der Grund, warum ich das jetzt auch noch hier ins Blog schreibe, ist meine Faszination für Blogger_innen wie Anke Gröner, Maximilian Buddenbohm, Caspar Clemens Mierau und selbst die Foodbloggerin Joy Wilson die ich teilweise schon im Post Über den Tellerrand: Tagebuchblogs zusammengetragen habe. Sie schreiben so über ihren Alltag, dass es auch für mich als Außenstehende interessant und hilfreich zu lesen ist, ganz anders als die unzähligen Influencer_innen, die einen mit kurzen Insta-Video-Storys in ihren „echten“ Alltag mitzunehmen vorgeben (no judgement). Ich weiß noch nicht, ob meine Zuckerbäckerei der richtige Ort für persönliche Wochenrückblicke ist, Sue Reindke hat ihre beispielsweise in einen Newsletter ausgelagert (das ist für mich jedoch keine Option). Wenn dann, wäre es genau hier, im Absatz vor meinen Lieblingslinks. Die sind insgeheim ja auch ein kleiner Einblick in das, womit ich mich so beschäftige. Möglicherweise erwarten euch in Kürze also Zuckersüß-Posts in neuem Gewand, möglicherweise schaffe ich es aber auch nicht, so viel zu schreiben – soweit ist die Zuckerbäckerei für 2018 auf jeden Fall verändert: Weniger (lange im Voraus) geplante Posts, mehr Ideen und Spontanität und Rezepte in der Reihenfolge, wie sie aus meiner Küche kommen.

Und jetzt endlich, für alle, die diesen Post nur deshalb lesen: Meine liebsten Links der ersten Januarwoche: Zuckersüß 269 weiterlesen