Archiv der Kategorie: Zuckersüß

Zuckersüß 325

In dieser Woche war ich im Le Cèdre libanesisch essen, was leider nicht so wunderbar war, wie es in der Falter-Empfehlung stand. Aber schlecht war es auch nicht: das sehr rauchige Baba Ghanoush hat mir sehr gut geschmeckt und die Bratkartoffeln mit spannenden Gewürzen (fragt mich nicht, was das war), Knoblauch und Zitronensaft auch. Und superklebrigem Namoura als Nachspeise, dass ich gleich ein paar Tage später selbst nachgebacken habe.

Dann war ich auch noch kurz im Palmenhaus, das architektonisch wirklich beeindruckend ist. Außerdem war ich schon wieder auf dem Zentralfriedhof spazieren (s. a. meine aktuellste Podcastfolge mit pascoda) und hab beim Oberlaa dort ein pappsüßes Punschkrapferl (vor zwei Jahren habe ich mich mal selbst daran versucht) gegessen.

Im Botanical Garden, meiner *allerliebsten Lieblingsbar* in Wien, habe ich erstmals etwas von der neuen Karte probiert, auf der sehr viele Beerenbrände vorkommen, die ich erstmal nicht in Cocktails erwartet hätte. Der „Marry Me! Biatch!“ ( Bacardi Cuatro Rum, Himbeere, Tonkabohne, Limette, Rubino Espuma, Stardust) war nicht mein Fall, viel zu süß und die Dekostreusel schmeckten wie diese Kirschlollis aus der Apotheke. Der Lady Bird (Bacardi 44,5 Rum, Gölles Vogelbeer-Edelbitter, Limette, Zucker) dagegen taugte mir sehr.

Am Freitag habe ich beim Podcasting Meetup einen Workshop zu Sketchnotes gehalten und konnte deshalb leider zu keiner der unzähligen interessant klingenden Frauenkampftags-Veranstaltungen gehen. Glücklicherweise gab es auch am Samstag noch ein interessantes Event zum Thema, das frauentagsfest im ega. Dort habe ich erstmals Kidsncats, die Band von Jeanne’s Heldinnen-Podcasterin Jeanne Drach gehört. Die Bühnenshow hat sehr viel Spaß gemacht und Jeannes Kostüm war unglaublich cool – ein weißer, langer Pelzmantel, der am Rücken durchsichtig war, darunter eine „Pumphose“ und ein Tütü. Anschließend spielten noch Fatima Spar & Freedom Fries, eine Band von der ich vorher noch nie gehört habe. Der Balkan Brass mit vielen türkischen Texten hat mich noch eineinhalb Stunden tanzen lassen.

Hier folgen meine Lieblingslinks der Woche:

Rezepte

How to make Sourdough Crumpets – Top With Cinnamon
Von Crumpets habe ich noch nie gehört.

Burrata mit gegrillten Trauben und Basilikum – Anke Gröner
Ein Rezept von Ottolenghi.

Texte

Frauen-Shaming in der Musikrezeption und wieso ich meine Mädchenmusik liebe – Blogrebellen
Nadja Shehadeh über unverdient abfällig besprochene Rockmusikerinnen.

Das Musik-Business wird halt insgesamt anstrengend und auslaugend sein denke ich mir dann, wenn ich an alle Menschen denke die bewaffnet mit ihrem Arsenal an Tool-Platten über das Genre “Frauen-Musik” lachen (dass es ein eigenes Genre ist ist ja genau wie beim Label Frauen-Literatur auch schon ein Ärgernis), und natürlich hege ich selbstverständlich den Verdacht, dass sexistische Strukturen im Musik-Business alles noch mal anstrengender machen. Systematische Verkennung ist dabei ein Sympton, das nicht nur die betreffenden Musiker_innen disst, die außerhalb cis-männlicher Repräsentation operieren, sondern auch deren Fanbase treffen soll (also: “Leute ,die keine Ahnung von Musik haben”). 

Frauendings-Literatur: Nicht Reizthema, sondern Randthema – Der Standard
Nicht nur in der Musik werden „Frauenthemen“ belächelt.

Was Frauendings bedeutet? Das heißt, in den Büchern geht’s vorrangig um Frauen, die Frauenprobleme haben. Die rumjammern, weil sie betatscht worden sind, zu wenig Geld kriegen oder weil sie ach so unterdrückt sind. Oder um die schreckliche Last von Kindern und Haushalt, die sie ganz allein stemmen müssen. Gähn.

Do Not Disturb: How I Ditched My Phone and Unbroke My Brain – The New York Times
Ein Digital Detox-Text, der nicht komplett technikfeindlich ist.

For the rest of the week, I became acutely aware of the bizarre phone habits I’d developed. I noticed that I reach for my phone every time I brush my teeth or step outside the front door of my apartment building, and that, for some pathological reason, I always check my email during the three-second window between when I insert my credit card into a chip reader at a store and when the card is accepted.Mostly, I became aware of how profoundly uncomfortable I am with stillness. For years, I’ve used my phone every time I’ve had a spare moment in an elevator or a boring meeting. I listen to podcasts and write emails on the subway. I watch YouTube videos while folding laundry. I even use an app to pretend to meditate.

The science of knitting, unpicked – EurekAlert! Science News
Stricken ist offenbar mathematisch sehr komplex.

„By picking a stitch you are not only choosing the geometry but the elastic properties, and that means you can build in the right mechanical properties for anything from aerospace engineering to tissue scaffolding materials,“ said Matsumoto.

Concrete is tipping us into climate catastrophe. It’s payback time – The Guardian (via DasFilter)
Mir war nicht klar, wie umweltschädlich Zement ist.

Conventional, or Portland, cement is trusted to be safe and strong and developers continue to specify it because it is cheap and the alternatives are not well-known. Without major demonstration projects showing what is possible, and the education of architects and planners, progress will be incremental and possibly too late.

Konfektionsgrößen ade! Die #zozorevolution – so frisch so gut
Ein Anzug für Maßmode, was es nicht alles gibt!

Aber der Zozsuit ist kein gewöhnlicher Overall: Man trägt ihn weder als eng geschnittene, elegante Abendrobe, noch als locker sitzenden, entspannten Freizeitlook. Man muss ihn auch nicht mit Taschen, Ohrringen, Gürteln oder sonstigen Accessoires kombinieren. Vielleicht kann man es sich nun schon denken: Der Zozosuit ist kein Kleidungsstück – sondern ein Messgerät. Er ist eine echte Innovation, weil er maßgeschneiderte Mode für alle Körperformen ermöglichen soll – auch finanziell.

Elyas M’Barek möchte nicht euer „guter Ausländer“ sein – VICE
Lesenswertes Porträt:

„Ich hatte so was vorbereitet wie: ‚Schön, dass man im Osten mit Migrationshintergrund noch Preise kriegt'“, sagt M’Barek und muss ein bisschen lachen. Ernst ist es ihm trotzdem. Als er 2016 nach den Wahlerfolgen der FPÖ verkündete, seinen österreichischen Pass verschenken zu wollen, bekam er Morddrohungen: „Zu den harmlosen Sachen gehörte noch: ‚Der Kamelficker soll aufgehängt werden‘.“ Mehrere Magazine griffen seinen Tweet auf, über die rassistischen Anfeindungen danach berichteten Medien erst, als er sie selbst zum Thema machte.

Passentzug: Jetzt wird ausgedeutscht! – ZEIT ONLINE
WTF wird aktuell diskutiert?!

Neu ist, dass man nun auch die Ausdeutschung von „Eingedeutschten“ ermöglichen will, also von solchen, die die deutsche Staatsangehörigkeit haben. Genau genommen wäre das ein Rauswerfen aus dem Land, dem sie angehörig sind.Noch nie in der Geschichte der Bundesrepublik Deutschland sollte so etwas umgesetzt werden. Bislang kennt man diese Praxis der Ausbürgerung nur aus dem NSDAP-geführten Deutschland und der DDR. Seither hat sich keine Partei getraut, diese Idee wiederzubeleben.

Lasst uns über Kritik reden – FALTER Think-Tank
Laura Wiesböck, die diesen Text geschrieben hat, hat auch ein Buch geschrieben, das ich gerne lesen würde.

Eine Strategie ist es, Kritik als Meinungsverbot zu inszenieren. Meinungsfreiheit wird so gedeutet, dass eigene Aussagen widerspruchslos und ohne Konsequenzen hingenommen werden müssen. Das Konzept von Meinungsfreiheit als Grundlage der Demokratie sieht allerdings vor, immer auch mit Meinungen konfrontiert zu sein, denen man nicht zustimmt. Und zwar ohne staatliche Repressionen befürchten zu müssen. Hetze, Rassismus und andere Formen gruppenbezogener Menschenfeindlichkeit sind davon im Übrigen nicht eingeschlossen.

The case of the 500-mile email – ibiblio (via Kottke)
Ich verstehe nicht viel von der beschriebenen Technik, aber witzig ist die Geschichte allemal:

„We can’t send mail farther than 500 miles from here,“ he repeated.  „Alittle bit more, actually.  Call it 520 miles.  But no farther.““Um… Email really doesn’t work that way, generally,“ I said, trying tokeep panic out of my voice.  One doesn’t display panic when speaking to adepartment chairman, even of a relatively impoverished department likestatistics.  „What makes you think you can’t send mail more than 500miles?“

Audio/Video

The Voice Within – Fatima Spar & JOV
Cooles Album!

Blue Angel – Fatima Spar & The Freedom Fries
Cooler Song!

Top 40 Activism with Justin Tranter – Switched on Pop
Justin Tranter ist ein sehr sympathischer Podcastgast und erzählt aufschlussreiches übers Songwriting.

Untouchable Face – Ani Difranco
Gehört in der Switched on Pop-Folge.

Wir sind zu viele: Warum deutscher Pop nicht mehr weiß bleibt – ZÜNDFUNK – Generator
Viel Deutschrap im „Pop mit Migrationshintergrund“.

Foto

Der wunderschöne Fußboden in der Krypta des Duomo in Napoli.

Backkatalog

Zuckersüß 324

Es ist (gerade noch) Fasching, und das sieht man glücklicherweise nicht nur an völlig fehlplatzierten „Witzen“ und rassistischen Kostümierungen, sondern auch an Krapfen überall! Leider hatte ich Pech in der letzten Woche, als ich mich durch Faschingsgebäck verschiedener Wiener Bäcker probierte. Am schlechtesten war eindeutig der Faschingskrapfen vom Ströck, der staubtrocken war, der von Oberlaa war da schon besser, ließ aber ein bisschen zu viel vom Frittierfett durchschmecken. Krapfen aus der Großpackung von Hofer habe ich auch noch probiert, aber überzeugt war ich auch nicht. Schade!

In meiner WG gab es außerdem eine sehr coole Party mit sehr vielen Gäst_innen, Live-Band (STDAU!) und Cocktails. Dafür hatte ich Rosmarin-, Mohn- und Vanillesirup vorbereitet, was sich vor allem in Rosmarin Gin Fizzes (6cl Gin, 3cl Zitronensaft, 2cl Rosmarinsirup aufgespritzt mit Soda) und Vanille-Aperol Sours (6cl Aperol, 3cl Zitronensaft, 2cl Blutorangensaft, 2cl Vanillesirup) niederschlug. Dämlicherweise habe ich nicht an simplen Sirup gedacht, weshalb meine fünf verschiedenen Zitrussorten (über die ich mich den ganzen Abend freute) nicht so gut zur Geltung kamen.

Übrig blieben auch ein paar Zitrusfrüchte, weshalb ich mich am Sonntag an einer Limetten-Kokos-Tarte versuchte, deren Rezept leider nicht blogbar ist . Aber ich habe eh noch ein Zitrus-Käsekuchen-Rezept in der Warteschlange!

Vorerst gibts jetzt mal meine liebsten Links der letzten Tage:

Rezepte

Nachgekocht: Winterpasta mit Radicchio, Walnüssen, Thymian-Semmelbröseln und Weißwein-Schmand-Sößchen – Schöner Tag noch!
Bevor der Winter *wirklich* aus ist, muss ich nochmal Radicchio essen.

Small Batch Japanese Cheesecake – i am a foodblog
Eine Mischung aus Biskuit und Käsekuchen.

Texte

The Curious Case of Key Lime Pie -Epicurious.com
Ich hatte zu viele Limetten übrig am Wochenende und deshalb gegoogelt.

Battle lines in the crust camp are drawn between traditional pastry crust and graham cracker crust. The topping dissension is equally binary. Some believe that a lime pie can only be considered „Key“ if modeling a lofty bonnet of meringue. Others argue that a slice of any self-respecting Key lime pie always sports a rakish dollop of whipped cream, preferably one that falls off to the side à la a French beret.

Words you’ll never see me use in restaurant reviews – SF Chronicle
Wieder eine Restaurantkritikerin, die aus dem Nähkästchen plaudert.

I don’t use this word because of the harm it does to our relationship to food, especially because “guilt” in this context never actually refers to things that do carry ethical weight, like cannibalism or stealing food from the hungry. Why should anyone besides the Hamburglar, who seems to enjoy the act of larceny for the sheer thrill of it, feel guilty about their food choices? The overwhelmingly majority of the time I’ve encountered this word in food writing or a marketing context has been about diet food, mainly directed toward girls and women: “guilt-free snacks,” “ice cream without the guilt,” and so on. 

Der Kompromiss um 219a ist ein Witz – und das Frauenbild der Rechtsprechung erbärmlich – Edition F
Aus diesem Text hätte ich am liebesten 10 Zitate ausgeschnitten.

Hilfe finde ich superklasse und sehr viele Menschen brauchen mit dieser „Leben mit dem Kind“- Sache ganz in echt Hilfe, so wie es im §219 StGB so blumig steht. Und wir wissen auch genau, wo der Hilfebedarf liegt, denn der Hashtag #regrettingmotherhood vor drei Jahren lieferte der Politik ein wahres Füllhorn an Ansätzen, wie der Staat bei „Perspektiven für ein Leben mit dem Kind“ so richtig ermutigen und unterstützen kann. Nur kosten diese „Perspektiven für ein Leben mit dem Kind“ eine Menge Geld, da ist so ein ideologischer Abtreibungsparagraf und „Unrechtgemurmel“ und „Kreuzgeschwinge“ sehr viel billiger. Selbst fünf Millionen Euro aus Steuergeldern für eine ideologische Studie, die keinerlei progressive Reform für Familien zum Ziel hat, ist ein echtes Schnäppchen als Ablenkungsmanöver von den wahren Aufgaben des Staates beim Lebensschutz. Bei #regrettingmotherhood hieß es übrigens landauf-landab: „Die hätte ja kein Kind kriegen müssen, wenn sie Muttersein so scheiße findet.  Ist ja keine Pflicht.“ Abwarten, Freund*innen. Abwarten. 

Herkunft: Keine Antwort schuldig – ZEIT Campus
Einfach mal nicht als Gesprächseinstieg nach der Herkunft fragen.

Man kann sich das wie Nadelstiche vorstellen: Ein Pikser verletzt kaum, aber alle paar Tage gestochen zu werden, macht die Haut wund. Und niemand bringt Salbe. Niemand entschuldigt sich. Niemand fragt, was er oder sie für mich tun kann. Die Leute beschweren sich stattdessen über meinen Schmerz, etikettieren ihn als Diskursunfähigkeit und reden darüber, wie sie es gemeint haben. Dass sie keine Rassisten sind. Als ginge es in dem Moment um sie.

Decoding Dodpo Momaubatg: A very welcoming mess-up – Isoglosse.
Was mit verschiedenen Schriftsystemen schief gehen kann.

Dodpo momaubatg’ did not look like a phrase from any of the languages I speak. The ‘-tg’ ending of the second word seemed to give it a Catalan tinge (but I knew that the Catalan word for ‘welcome’ is ‘benvinguts’). As a whole, the phrase was not recognisably related to any of the terms for ‘welcome’ I was aware of. I did a quick online search, but it did not turn up anything relevant, so I forgot about it .

L’Académie française se résout à la féminisation – INFO L’EXPRESS
Komische „Sprachbewahrer“ da…

une ambassadrice, dont le dictionnaire de l’Académie française de 1694 précisait bien qu’il s’agissait d’une „femme chargée d’une ambassade“, sera peu à peu reléguée au seul statut d'“épouse de l’ambassadeur“. Tandis qu’auteur sera réservé aux hommes, une femme ayant la prétention d’écrire n’étant qu’une „précieuse ridicule“. Ce qui nous amène au troisième argument en faveur de ce changement : il est conforme à l’évolution des moeurs et traduit à sa façon les conquêtes récentes du sexe dit faible. Car, au fond, la langue française ne manquait de rien pour créer des noms de métiers féminins. Les blocages relevaient surtout de la sociologie.

The Guardians of the French Language Are Deadlocked, Just Like Their Country – The New York Time
Académie française, die zweite:

Actually, it is mostly old white men. There are just five women among the members, and Mr. Laferrière is the only person of color. The average age was well over 70 in a recent tally by the French media.
Whether the academy is struggling to update or diversify itself, or even wants to, is difficult to divine. The deliberations of its members, under the graceful 17th-century dome of the Institut de France, are swathed in mystery.

The hipster effect: Why anti-conformists always end up looking the same – MIT Technology Review (via Ann Friedman’s Newsletter)
Wofür Mathe nicht alles gut ist!

And his conclusion is that in a vast range of scenarios, the hipster population always undergoes a kind of phase transition in which members become synchronized with each other in opposing the mainstream. In other words, the hipster effect is the inevitable outcome of the behavior of large numbers of people.

Pflegeprodukte für Männer: Hart im Cremen – Süddeutsche.de
Ich versuche, mich an geschlechtsneutrale Pflegeprodukte zu halten, aber der Trend geht woanders hin…

Ja, es ist schon ein Kreuz mit den Männern und der Körperpflege-Routine. Allein das Wort „Pflege“ ist heikel, denn Pflege ist doch etwas, von dem Männer denken, dass es nur Frauen nötig haben. Sich mit Lotions und dem Inhalt teurer Ampullen verwöhnen, alles geduldig einmassieren, die Haut fürs hübsche Aussehen pampern, quasi die Jugendlichkeit mit Fingerspitzen aus dem Inneren hervorkitzeln – Männer tun so etwas nicht. Eigentlich. Doch zum Glück gibt es Gender-Marketing. Es erklärt den Männern, dass das, was sie da gerade machen – und was sie ja immer häufiger machen, denn der Markt für Männerkosmetik wächst stetig -, etwas ganz anderes ist. Etwas sehr Männliches nämlich. So männlich wie James Bond, mindestens.

Audio/Video

STDAU – Für Elfriede
Die Band hat am Wochenende auf unserer WG-Party gespielt und einfach die allerbesten Musikvideos.

Sonst so

A Designer’s Little Helpers – Hinderling Volkart – Medium
Nützliche Web-Tools, vorsichtshalber gebookmarked.

Foto

Faschingskonfetti in Napoli.

Backkatalog:

2018: Neues aus Nancy 3 – Ein Fotospaziergang
2017: Cantuccini mit Walnüssen
2016: Baisers de Namur
2015: Kardamom-Vanille-Scones
2014: Schokoladen-Hefezopf-Brot
2013: Eine Reise nach Marrakech
2012: Schoko-Mandel-Donuts
2011: Mohnkuchen
2010: Honigkuchen

Zuckersüß 323

In dieser Woche habe ich es tatsächlich das erste Mal überhaupt geschafft, meine ganzen 4GB an Datenvolumen zu verbrauchen. Die restlichen Zugfahrten (das war nicht wenig Strecke vom Süden Italiens bis nach Wien) verbrachte ich also zwangsweise mit aus dem Fenster schauen und ein bisschen Stricken.

Ein paar Lieblingslinks gibts trotzdem:

Rezepte

Extra thick and fluffy Japanese pancakes – Chopstick Chronicles
In dem Pfannkuchenteig ist Mayonaise!?!?!!

Fluffy Japanese Pancakes: Souffle Pancake Recipe – i am a food blog
Hab mich nicht getraut, Mayo in meinen Teig zu rühren und deshalb dieses Rezept ausprobiert. Hat leider nicht so gut geklappt (vielleicht weil ich statt Milch Sahne verwenden musste).

Matcha Amaretti Cookies – Love and Olive Oil
Die erinnern mich an die Matcha-Ghribas von vor zweieinhalb Jahren.

The Easiest Cacio e Pepe: 4 Ingredients, One Pot, No Draining – i am a food blog
Letzte Woche war ich in Rom und habe kein Original Cacio e Pepe probiert und jetzt habe ich dieses Rezept im Feed. Ein Wink mit dem Zaunpfahl?

Texte

How to Write About Food: In the Classroom with Jonathan Gold – Foodaism
Ich habe vor diesem Blogpost noch nie von Jonathan Gold, einem mittlerweile verstorbenen US-Restaurantkritiker gehört. Das aufgezeichnete Gespräch hat mich sehr beeindruckt und ich würde jetzt auch gern ein Uni-Seminar zu Food Writing besuchen. Ich muss mich wohl mit Restaurantkritiken-Lesen im Selbststudium abgeben…

One, if you’re a food writer, your opinion of the food is really uninteresting. I don’t care. None of your readers really care whether you think it’s a good burrito or a bad burrito. What they care about it knowing what was—what’s in the burrito and how it was put together and… You just got to think about it—what are sensations you’re getting from this particular thing of food than you—that are the same as things you’ve had before, that are different from things you’ve had before.How does it fit into your experience of a burrito? How does it compare in the context of the world of burritos? What is this burrito saying about the person who makes it? Does it, is it one of those gigantic overstuffed, over-steamed San Francisco monstrosities that has grilled meat and black beans and handfuls of cheese and a salad and everything else you can think of stuffed in there?

„Eure Heimat ist unser Alptraum“-Vorabdruck: Das Ende des German Dream – SPIEGEL ONLINE
Noch ein Buch auf meiner zu-lesen-Liste.

Ich bin im Deutschland der Neunzigerjahre aufgewachsen, in dem die widersprüchlichen Parolen „Ausländer sind faul“ und „Ausländer nehmen uns die Arbeit weg“ teilweise aus denselben Mündern miteinander konkurrierten. In meiner eigenen Familie, die über das Anwerbeabkommen zwischen der BRD und der Türkei in den frühen Siebzigerjahren eingewandert ist, konnte es sich weder jemand leisten, faul zu sein, noch, irgendwem die Arbeit wegzunehmen. Alle arbeiteten immer in den Jobs, die nicht für Deutsche, sondern für sie vorgesehen waren. Leute wie mein Großvater wurden angeworben, weil sie leichter ausgebeutet werden konnten als inländische Arbeiter_innen: gewerkschaftlich kaum organisiert, flexibel, dankbar um jede Sonntagszulage.

Offener Brief an die Mitglieder des Europäischen Parlaments betreffend Urheberrechtsreform – Vienna Writer Authorpreneur
Hoffentlich wird aus der EU-Urheberrechtsnovelle nix. Hier noch etwas, das sehr beunruhigend klingt:

Im März 2018 wurde in den USA der CLOUD Act [beschlossen. Kurz gesagt geht es darum, dass US Behörden (und jene befreundeter Staaten, wenn ich es recht verstanden habe) jederzeit Zugriff auf alle Daten auf Servern von in den USA tätigen Unternehmen haben, unabhängig davon, wo diese Server physisch stehen. Selbst wenn Microsoft anbietet, Daten auf Servern in Europa zu speichern, sind sie dort nicht vor Zugriff von US Behörden (oder Behörden, die dort anfragen) sicher. Dieses Gesetz steht bereits der DSGVO genau entgehen und mit der Urheberrechtsreform würden ggf. weitere Gesetze geschaffen, die sich mit dem Behördenzugriff der USA spießen. Jedes Unternehmen kann sich jetzt bereits aussuchen, gegen welches Gesetz es verstoßen möchte – im Falle eines in den USA ansässigen Unternehmens gegen das »Heimrecht« oder gegen das europäische Datenschutzrecht.

U.S. Is a Rich Country With Symptoms of a Developing Nation – Bloomberg.com
Der Autor zieht Parallelen zum heruntergewirtschafteten Italien.

These little examples are the kind of incidents that one might expect to see in a developing country where things are built cheaply or badly. […] across the country, construction costs for both the public and private sectors have swelled as productivity has stagnated or fallen. It costs much more to build each mile of train in the U.S. than in heavily unionized France. No one seems to be able to put their finger on the reason — instead, the U.S. simply seems riddled with corruption, inefficient bidding, high land-acquisition costs, overstaffing, regulatory barriers, poor maintenance, excessive reliance on consultants and other problems. These seemingly minor inefficiencies add up to a country that has forgotten how to build. Unsurprisingly, much  much of the country’s infrastructure remains in a state of disrepair.

Audio/Video

Chilly Gonzales – FM4 Radio Session
Hab beim Arbeiten fast nur Chilly Gonzales gehört in dieser Woche.

Drive – Rebecca Gärtner (via Insta-Stories von Ninia LaGrande)
Popmusik auf der Harfe, ziemlich cool (leider keine besonders gute Aufnahme).

Sonst So

Gogo goes Chinguetti
Mein Papa ist wieder auf Reisen und bloggt darüber.

Weekend reading – Soulzeppelin
Joël (vor einiger Zeit zu Gast in meinem Podcast, btw) schreibt jetzt regelmäßige Linklisten. Find ich super!

It’s about Time we Reinvented the Autochrome – MessyNessyChic (via Buddenbohm&Söhne)
Farbfotos vom Anfang des 20. Jahrhunderts!

Foto

Bergblick in Süditalien.

Backkatalog

Zuckersüß 321

Planänderung. Ich schreib doch wieder ein paar Worte ins Zuckersüß! Ich war nämlich vergangenen Sonntag erstmals im Weltmuseum. Dort habe ich mir zuerst die Verhüllt, enthüllt!-Kopftuch-Ausstellung (noch bis 26. Februar) angeschaut, die mir ziemlich gut gefallen hat. Die Beschreibungstexte der verschiedenen Stücke waren von unterschiedlichen Leuten geschrieben, was dem Ganzen einen sympathischen, persönlicheren Anstrich gab. Die Rolle des Kopftuchs in verschiedenen Religionen war, wie zu erwarten, ein großer Teil, aber viel interessanter fand ich, wie das Kopftuch in den 1950er und 60er Jahren zum Accessoire der anständigen Österreicherin stilisiert wurde. Es gehörte zur Trachtennode, war Teil vieler Reisesouvenirs und auch Werbesujets. Ebenfalls spannend: die „Metamorphose der Kufiya“. Bennant nach einer irakischen Stadt, wurde es in den 1970ern zum Pali-(Soli-)Tuch und ist heute weitesgehend entpolisiert. Trotzdem ist es weiterhin in Protesten zu finden. Außer Bildern, Fotos, Performance-Videos und Installationen gab es auch eine Menge verschiedener Tücher (teilweise schon an die zweihundert Jahre alt!) zu betrachten. Am allerschönsten fand ich ein über und über besticktes El Gounaa aus dem südlichen Marokko.

In der Dauerausstellung des Weltmuseums war ich ziemlich verloren, mir fehlte die Einordnung zu praktisch allen Gegenständen. Zwei Räume blieben mir aber besonders in Erinnerung: Der zur Geschichte der österreichischen Völkerkunde (katholische Priester, die mit anthropologischer „Forschung“ zu belegen versuchten, dass monogame Beziehungen gottgegeben sind?!?) und der zu Fragen des Kolonialismus und der Zukunft von Sammlungen wie im Weltmuseum.

Dann kaufte ich mir spontan Das Millenial Manifest der groschenphilosophin aka Bianca Jankovska und las es in einem Rutsch durch. In der Uni-Lehrbuchsammlung viel mir zufällig ein weiteres Manifest – Frauen und Macht – von Mary Beard in die Hände, mehr dazu dann in meinem Extra-Bücher-Post (s.a.: Bücher im Januar).

Am Dienstag bin ich dank Twitter zufällig in den Creative Writing-Workshop von F.u.C.K. geraten. Frauen, non-binary, trans und inter Personen und Computer-Kram ist allein schon ein großartiges Akronym, aber die chaosnahe Initiative dahinter erst recht. In halbwegs regelmäßigen Abständen treffen sich ein paar Leute in angenehmen, sicherem Rahmen, um ihr Wissen zu teilen, Neues zu lernen und ein bisschen zu netzwerken. Klaudia Zotzmann-Koch (die übrigens in Folge 8 meines Podcasts zu Gast war) hat uns vom Bücherschreiben, Schreibenden-Organisationen, writing prompts, der Heldenreise und anderen Plotmodellen erzählt. Und dann haben wir uns noch am free writing versucht: 10 Minuten auf Papier schreiben, ohne den Stift abzusetzen, egal was passiert. Ich stellte fest, dass ich am Ende (genau eine A4-Seite ging sich aus!) nicht mehr wusste, was ich am Anfang geschrieben hatte.

Nachdem ich mich die vorherigen Tage mit meiner BA-Arbeit geplagt hatte, die ich schon längst abgegeben haben wollte, aber die einfach nicht vorangeht, war es schön zu sehen, dass ich doch noch Sachen „herunterschreiben“ kann.

Schokoladen-Hefezopf-Brot vom März 2014

Ebenfalls gut bei Schreibblockaden: Backen um Mitternacht. Ich habe mal wieder das Schokoladen-Hefezopf-Brot von 2014 gemacht und außerdem das Kartoffelkibbeh aus Katharina Seisers Immer schon vegan ausprobiert.

Hier folgen mal meine Links der Woche, ich muss jetzt doch wieder weiter über complementizer agreement im Niederbairischen schreiben, statt über andere Sachen, die mir in den letzten Tagen begegnet sind.

Zuckersüß 321 weiterlesen

Zuckersüß 320

Meine liebsten Links der vergangenen Woche:

Rezepte

Chocolate Chip Cookie Dough Cupcakes – The Candid Appetit
Allein der Rezepttitel verrät mir schon, dass mir diese Cupcakes viel zu süß sein werden, aber sie sehen so schön aus!

Birthday Cake Petit Fours – PureWow
Die Zutatenliste hier sieht auch aus, als könnte ich nicht mal ein halbes Petit Four essen, aber schaut sie euch an, so schön!

Texte

Protecting your online privacy is tough—but here’s a start – Quartz (via piqd)
Gut verständlich erklärt:

Market players do not care about you—they care about numbers. Algorithms make decisions based on statistical correlations. If you happen to not be a typical individual, showing unusual characteristics, there is a chance that an algorithm will misinterpret your behavior. It may make a mistake regarding your employment, your loan, or your right to cross the border. As long as those statistical correlations remain true, nobody will care to revise this particular judgement. You’re an anomaly.If the result of this algorithmic analysis is discriminatory or unfair—for example, your credit application is refused because you live in the “wrong” district, or your job application does not make it through because your social network is not “robust enough”—there is no market incentive to correct it.

What Is Glitter? – The New York Times (via i am a foodblog)
Der Stil dieses Textes ist nicht besonders NYT-typisch und irritierte mich sehr. Aber Glitzer ist interssant genug, diesen Artikel trotzdem zu lesen.

For people who love glitter, there is wonderful news: all the modern plastic glitter that has ever been created is still right here with us. According to Dr. Victoria Miller, a materials science and engineering professor at North Carolina State University, the plastic film from which most glitter is made takes about 1,000 years to completely biodegrade on Earth.

Time for Happiness – Harvard Business Review (via Krautreporter Morgenpost)
Der Text ist gefühlt ewig lang und wurde mir ob tausender Fallbeispiele irgendwann etwas fad, aber die Kernaussage ist doch erstaunlich: Zeit zu kaufen macht glücklicher als Dinge zu kaufen.

Last, we suffer from something called future time slack — the belief that we’ll have more time in the future than we do in the present. So, we decide to make some sacrifices now with the promise of enjoying more time later. Of course, when the future comes, we don’t have more time. We just repeat the same mistake.

Siezen Sie noch, oder duzt du schon? – brand eins online
Also ich duze euch hier und im Podcast alle.

„Wir leben in einer Duz-Welt“, sagt auch der Soziologe Ronny Jahn von der International Psychoanalytic University in Berlin. „Allgemein ist eine Tendenz zur Entgrenzung festzustellen. Privates und Geschäftliches vermischen sich zunehmend.“ Und so versuchen die Firmen, sich in unser Leben zu schleichen. Da sollen Kunden im Internet von ihrem schönsten Erlebnis mit einem Produkt erzählen oder sich damit auf Bildern präsentieren.

Turn Bluetooth Off When You’re Not Using It – WIRED
Gruselige Sicherheitslücken, von denen ich wenig verstehe.

When Bluetooth is on in a device, it is constantly open to and waiting for potential connections. So a BlueBorne attack starts by going through the process Webroot’s Dufour describes—scanning for devices that have Bluetooth on and probing them for information such as device type and operating system to see if they have the relevant vulnerabilities. Once an attacker identifies vulnerable targets, the hack is quick (it can happen in about 10 seconds) and flexible. The impacted devices don’t need to connect to anything, and the attack can even work when the Bluetooth on the victim device is already paired to something else. BlueBorne bugs can allow attackers to take control of victim devices and access—even potentially steal—their data. The attack can also spread from device to device once in motion, if other vulnerable Bluetooth-enabled targets are nearby.

Audio/Video

Breezes – Chad Crouch (via DLF Breitband)
Schöne beruhigende Hintergrundmusik.

Colors
Diesen YouTube-Channel finde ich großartig: Künstler_innen präsentieren einen Song (englisch, spanisch, französisch, koreanisch…) vor pastellfarbener Wand.

Ta Reine – Angèle
Bei Colors entdeckt, wegen des tollen Texts geblieben.

Foto

Schnee von letzter Woche.

Backkatalog

Zuckersüß 319

Meine liebsten Links der vergangenen Tage:

Rezepte

Beet Salad with Poppy Seed and Chive Dressing – shutterbean.com
Schon ausprobiert und für sehr gut befunden.

Käsehörnli nach Massimo Bottura – lamiacucina
Faszinierende Zubereitungsfor

Aquafaba Grapefruit Gin Sour Cocktail (+ a Chickpea Pomegranate Dip) – Izy Hossack – Top With Cinnamon
Kichererbsenwasser in einem Cocktail?

Banana Granola Recipe – Serioius Eat
Das klingt spannend

oat and maple syrup scones – smitten kitchen
Auf smitten kitchens Instagram-Account springt mir einfach jede Woche mindestens ein Rezept entgegen

Text

The Rise of the Luxurious Suburban Master Bathroom – Atlas Obscura
Supernerdig: Technik- und Architekturgeschichte der USA.

Indoor plumbing coincided with the discovery of germ theory—the idea that disease is spread by germs. More importantly, germ theory linked cleanliness to the prevention of illness.  The intersection of science, technology, and societal pressures for cleanliness ultimately led to the development of the “hygienic” bathroom—one clad in tile and other hard surfaces, absent of carpet, heavy drapery, or other porous soft goods thought to be good places for germs to fester. The easier a bathroom was to clean, the more proper, safe, and sanitary it (and the people who used it) was. 

Küchenschubladen – Peter Breuer
Ich bin recht froh, dass sich meine Ansammlung unnötiger Küchenwerkzeuge in Grenzen hält.

Stattdessen denke ich über den Tod all der Menschen nach, die noch viel mehr Müll hinterlassen als einen zerzausten Backpinsel. Die zwischen all diesen Gerätschaften kaum zu Lebzeiten die Symbiose von Kochen und Genießen erleben werden. Und ihre unendliche Traurigkeit über den nutzlosen Besitz nicht mal mit einem ordentlichen Schluck herunterspülen können. Weil auf der Flasche der patentierte „Shot Measure“-Stöpsel von „Bar Craft“ steckt, der nur exakt 25 Milliliter freigibt.

Wirf weg, was nicht Joy sparkt – Das Nuf Advanced
Eine Antwort auf den Marie Kondo – Hype.

Himmelherrgott! Die ausgefranste Hose kann man abschneiden und eine Sommerhose daraus machen. Den Kuschelhasen näht man. Die Dose hat Pfand und wird recycelt. Besser noch man campatrit und kauft das alles nicht und wenn man es kauft, dann pflegt man es ordentlich und repariert es, wenn es kaputt geht.

‚The goal is to automate us‘: welcome to the age of surveillance capitalism – The Guardian
Sehr spannender Gedanke:

„digital natives” is a tragically ironic phrase. I am fascinated by the structure of colonial conquest, especially the first Spaniards who stumbled into the Caribbean islands. […]
The sailors could not have imagined that they were writing the first draft of a pattern that would echo across space and time to a digital 21st century. The first surveillance capitalists also conquered by declaration. They simply declared our private experience to be theirs for the taking, for translation into data for their private ownership and their proprietary knowledge. They relied on misdirection and rhetorical camouflage, with secret declarations that we could neither understand nor contest.

Why Are Young People Pretending to Love Work? – The New York Times
Siehe auch den nicht weniger pessimistischen Text zu Millenials und Burnout.

But today, as tech culture infiltrates every corner of the business world, its hymns to the virtues of relentless work remind me of nothing so much as Soviet-era propaganda, which promoted impossible-seeming feats of worker productivity to motivate the labor force. One obvious difference, of course, is that those Stakhanovite posters had an anticapitalist bent, criticizing the fat cats profiting from free enterprise. Today’s messages glorify personal profit, even if bosses and investors — not workers — are the ones capturing most of the gains. Wage growth has been essentially stagnant for years

How to Join a Social Network in 1998 – Ironic Sans
Witziges Dokument aus lange vergangenen Zeiten.

an open letter to my thesis – frankie magazine
Glücklicherweise stehe ich mit meiner BA-Arbeit noch nicht auf Kriegsfuß.

It went downhill fast. All of a sudden you were keeping me up until 4am highlighting dates and erasing unnecessary adjectives. With no one’s company but our own, we started to develop a weird odour – kind of a mix between urine and gin. You had me eating toast crumbs off the bench and wearing pyjamas as day-time clothes. I cut you down and then pasted you back together more times than I can count. Friends stopped calling, and when they did they were all: “I guess you’re staying in with thesis, again?”

Der Winter verlangsamt die Zeit – ZEIT
Dank Bauarbeiten in meinem Haus bleibt mir zur Zeit auch nix anderes übrig, als mich im Bett zu verkriechen…

Da die Häuser früher meist schlecht isoliert waren, blieb im Winter nichts anderes übrig, als sich ins Bett zu begeben. Oder man zog sich in einen Alkoven zurück, eine in die Wand eingebaute Bettnische. Das „Himmelbett“ trug mit seinen Vorhängen dazu bei, ein wenig mehr Wärme im Innenraum zu halten, dennoch waren Mützen, Jacken und Schuhe auch im Bett notwendig. Dichter sollen im Bett geschrieben haben, indem sie ihre Hände durch zwei Löcher im Leintuch steckten.

Audio/Video

Die Orte unserer Arbeit – Moment am Sonntag Ö1
Interessante Sendung

Foto

Schnee und Bach am späten Winternachmittag.

Backkatalog

Zuckersüß 318

Vergangenen Januar hatte ich beschlossen, meine sonntägliche Linksammlung ausführlicher zu machen. Das Experiment war halbwegs erfolgreich, aber auch ziemlich anstrengend. Deshalb gibts hier vorerst wieder „nur“ meine liebsten Links der letzten Wochen:

Rezepte

Broccoli-Quinoa Salad with Buttermilk Dressing – Bon Appetit
Ich habe gefühlt schon ewig keinen Quinoa mehr gegessen und Brokkoli ist sowieso immer gut. Lunchbox-Plan!

How to Make Kombucha At Home – Shutterbean
Spannend!

Knoblauch in Honig fermentieren – BIORAMA (via @JollySea)
Fermentation überall – aber davon habe ich noch nie gehört

Schokoladen-Käsekuchen – Klitzeklein
Festtagsbäckerei!

Mascarpone Ricotta Cheesecake mit Biscotti-Boden – Backbube
Und gleich noch ein krasser Käsekuchen.

Lemon Ginger Turmeric Wellness Shots – Minimalist Baker Recipes
WTF? Die #health-Bubble hat ja langsam wirklich einen Vogel – wer trinkt den sowas statt einem Schnaps?

Texte

How Millennials Became The Burnout Generation – Buzzfeed News
Dieser Text beschäftigte mich sehr lange in dieser Woche, an viel zu vielen Stellen erkenne ich mich selbst wieder…

Yet the more work we do, the more efficient we’ve proven ourselves to be, the worse our jobs become: lower pay, worse benefits, less job security. Our efficiency hasn’t bucked wage stagnation; our steadfastness hasn’t made us more valuable. If anything, our commitment to work, no matter how exploitative, has simply encouraged and facilitated our exploitation. We put up with companies treating us poorly because we don’t see another option. We don’t quit. We internalize that we’re not striving hard enough. And we get a second gig.

Warum ich weiße Männer als weiße Männer bezeichne – divers
Arpana Berndt hat einen der interessantesten/lehrreichsten Instagram-Accounts, die ich kenne. Dort erschienen auch Teile dieses Texts zuerst:

Wenn ich also von weißen Männern spreche, geht es nie darum, dass alle weißen Männer scheiße sind und sich unreflektiert verhalten. Wenn weiße heterosexuelle cis-Männer von safer spaces ausgeschlossen werden, geht es nicht darum, dass alle weißen heterosexuellen cis-Männer sich immer daneben benehmen, sondern in erster Linie Betroffene zu schützen. Ich bin mit weißen Männern befreundet, wohne mit weißen Männern zusammen, habe weiße männliche Familienmitglieder und bin mit einem weißen Mann zusammen. Ich würde es mir ja nicht antun etwas mit diesen Personen zu tun zu haben, wenn sie sich ständig unreflektiert verhalten würden. Es heißt auch nicht, dass weiße heterosexuelle cis-Männer nicht von Diskriminierung betroffen sein können, schließlich gibt es viele weitere Diskriminierungsformen wie z.B. Klassismus und Ableismus. Es heißt erst mal, dass sie nicht wegen ihres Geschlechts, ihrer Sexualität und ihres Weißseins diskriminiert werden und somit privilegiert sind.

30 Euro für eine Reportage aus Kabul – Übermedien
Die großen Magazin-Titelstories aus dem globalem Süden entstehen häufig auf dem Rücken lokaler Journalist_innen.

Für jemanden, der seit mehreren Jahren aus und über Afghanistan berichtet, ist dies allerdings weder ein Einzelfall noch eine Ausnahme. Journalisten, die in solchen Regionen unterwegs sind, wissen nämlich, dass es immer wieder einige Kollegen gibt, die krampfhaft bestimmte Geschichten suchen. Sie sind meistens weiß, westlich, oftmals männlich, stets mit Dolmetschern und Fixern unterwegs, und sehen die Welt durch eine dicke Orientalisten-Brille. Sobald sie zurück ihrer Heimat sind, gelten sie dann als ausgewiesene „Experten“, die vieles zu erzählen haben, Kulturen und Traditionen kennen und womöglich ein paar Fetzen in den jeweiligen Landessprachen sprechen können.

The Soccer Politics of Morocco- The New York Review of Books (via Lea Wölfl)
Mir wurde in Rabat oft gesagt, ich solle doch so ja nicht außer Haus gehen, am Nachmittag vor wichtigen Derbys. Doch die Raja-Hooligans haben mittlerweile eine politische Botschaft

In Casablanca, there was a time when people locked themselves in on nights of soccer games for fear of the city descending into chaos as fans swirled through the streets, destroying everything in their path. But in recent years in Morocco, a country of 35 million people, soccer fans have developed a sense of civic duty, a political consciousness.

Acht Jahre Arabischer Frühling. Und jetzt? – MO

So sehr Tunesien im Vergleich zu anderen Ländern stabil erscheint, macht es einen fragilen Eindruck auf mich. Jede Unruhe könnte die Stimmung im Land kippen lassen. Der geflüchtete Despot Ben Ali hat dem Land Milliarden Dollar geraubt und seine Wirtschaft massiv geschädigt. Nun kommt eine Haltung auf, in der sich jeder selbst am nächsten ist.

Wie wir wurden, was wir waren: Die letzte Brigitte-Diät – Das Lied der dicken Dame (via @journelle auf insta)
Glücklicherweise habe ich noch nie in meinem Leben das Bedürfnis verspürt, geschweige denn die Disziplin gehabt, eine Diät zu machen..

Wenn man ihr Editorial zu 50 Jahren Brigitte-Diät liest, weiß man nicht, ob man vor Zorn oder Entsetzen platzen soll. Es ist mir nicht klar, wie sehr man sich selbst und seine Leserinnen verachten muss, um beim letzten Aufbäumen auf so kleinem Raum so viel toxische Dummheit und unverschämte geschichtliche Umdeutung zu verspritzen. In der Einleitung der Frau Huber, sowie im hinteren Teil des Blattes wird die Expertise eines Herrn Prof. Dr. Christoph Klotter von der Hochschule Fulda mehrfach bemüht, um die Herleitung Diät = Gleichberechtigung zu unterfüttern. Der bezeichnet die Brigitte-Diät nicht nur brav und zitierfähig als „ein Zeichen von Aufbruch und Emanzipation“ (S.5), sondern gar als „Neustart“ nach dem Schock der Naziherrschaft und versteigt sich später dann noch zu der verblüffenden Formulierung, das „Umsetzen der Brigitte-Diät“ sei „also mit einer Kriegserklärung an das männliche Geschlecht verbunden“ gewesen (S. 103).

AfD in Bayern: Die Parallelgesellschaft – ZEIT ONLINE
Die rechte Blase auf dem Land lässt sich kaum mehr zerstechen.

Folgt man Beißmanns Argumentation, dann hat die AfD in Pfarrkirchen eine Lücke gefüllt, die andere Politiker hinterlassen haben. Mit der AfD ist eine Partei entstanden, die zwar kaum demokratisch umsetzbare Lösungen anbietet, aber glaubhaft machen konnte, die Alteingesessenen zu verstehen und ihre Anliegen ernst zu nehmen. Eine Partei, die den Leuten, die jeden Tag brav zur Arbeit gehen, Zuspruch bot und ihnen das Gefühl nahm, dass sich die Dinge ändern müssen. Die nicht ständig forderte, dass Flüchtlinge integriert und teure Dieselautos von der Straße genommen werden müssten.

Meet the pirate queen making academic papers free online – The Verge
Über eine Russin, die sich freiem Wissenszugang verschrieben hat

Before Elbakyan was a pirate, she was an aspiring scientist with a knack for philosophizing and computer programming. “I started programming before even being in school,” Elbakyan says. Once enrolled, she developed a program that would ultimately serve as a precursor for Sci-Hub: a script that circumvented paywalls, using MIT’s subscription programs to download neuroscience books. “It wasn’t working exactly the same as Sci-Hub, but it was delivering the same result: going around paywalls and downloading those books.” She often shared these books with other users on a Russian biology forum she frequented, molbiol.ru, which would prove to lay the groundwork for Sci-Hub’s debut.

Restlos bedient – Ohne Text singt kein Mensch mit
Seid nett zu Verkäufer_innen (und allen anderen)

Die Kassiererin sieht nach ihrem langen Arbeitstag müde aus und die Öffnung einer zweiten Kasse würde ihr vermutlich noch mehr gefallen als den Kunden. Allerdings sind ihre beiden einzigen Kollegen im Supermarkt damit beschäftigt, Regale aufzufüllen und den bockigen Leergutautomaten dazu zu bringen, eingeworfene PET-Flaschen nicht zurück in den Verkaufsraum zu katapultieren. Die Kassiererin ist müde, aber sie „lebt Service“ und kann davon trotzdem kaum ihre Miete in Pinneberg bezahlen. Der Hamburger Elbvorort, in dem sie arbeitet, ist für sie unerschwinglich und mit dem Bus ist es ja auch nur eine knappe Stunde.

Halbe Halbe – Fleischmagazin
Miriam Vollmer über gerechte Aufgabenverteilung in einer Partner_innenschaft.

Der einzige Unterschied zwischen Erbensuppe daheim zu kochen und Erbsensuppe in der Restaurantküche zu kochen ist, dass man an letzterem Ort dafür Geld bekommt und daheim nicht. Das führt dazu, dass man manchmal auch heute noch Frauen trifft, die meinen, dass sie „nicht arbeiten“, wenn man sie fragt, was sie so machen.

Lehren aus den Doxing-Angriffen – Linus Neumann
Auch ich und du sollten uns digital selbstverteidigen lernen (oder so).

Ja, die Betroffenen trifft eine Mitschuld, sie hätten sich besser schützen müssen – natürlich rechtfertigt das aber nicht die Taten. Es hätte weitaus schlimmer kommen können, wenn es dem Angreifer um mehr gegangen wäre, als mit seinen Ergebnissen anzugeben.Um so etwas in Zukunft zu verhindern, muss jede(r) Einzelne jetzt handeln, nachher geht das nicht.

Wie die Plattformen den Rickroll verunmöglichen – und wie wir ihn zurückbringen können – Schule & Social Media
Dieses Meme ist mir noch niemals vorher begegnet.

Der Rickroll schlägt noch eine dritte Brücke: zwischen dem HTML-Link, der zentralen Funktion der Netzkultur, und Youtube, einer der ersten Plattformen im Netz. Der Link steht für das offene, freie Netz: Er ermöglicht, von einem Text auf einen anderen zu verweisen. Youtube steht für Plattformen, die beschränkt offen sind und als geschlossenes Ökosystem primär auf andere Inhalte innerhalb der Plattform verweisen.
In Rickrolls verbinden sich also die kulturelle Vergangenheit mit der Zukunft, Online- und Offline-Kultur sowie was freie und das geschlossene Netz.

Helsinki: Die unterirdische Stadt – brand eins online
Stadtplanung fasziniert mich sehr.

400 unterirdische Bauten aller Art gibt es bereits: ein Shoppingcenter, ein Fitnessstudio, eine Müllanlage. Den weltweit größten unterirdischen Busbahnhof, ein Rechenzentrum, die größte Shopping-Meile Nordeuropas mit Geschäften und Saunen, eine Kirche, eine Leichtathletik- und Eisbahn sowie eine Eishalle, in der die Eishockey-Erstligisten trainieren. Und das ist erst der Anfang. Während andere Städte nach oben bauen, baut Helsinki nach unten.

Audio/Video

LGnawi – Wachmnhit
Mal wieder ein bisschen Musik aus Marokko

Sonst So

The Embroidered Computer – Irene PoschIrene Posch (via @JudithGood)

Wie cool ist dieses Projekt denn bitte!

Foto

Blick auf Ferrazzano in Molise.

Backkatalog

Zuckersüß 317

2018 war jetzt schnell vorbei. Und in der letzten Woche des Jahres habe ich nochmal richtig viel gemacht. Einerseits Weihnachten gefeiert (so viel gutes Essen!), andererseits war ich auf dem 35c3 (s. Glitzer-Heidesand). Dazu will ich später noch einen eigenen Post schreiben, denn meine Eindrücke dort sprengen jedes Zuckersüß.

Weil es internetweit so beliebt ist, und weil ich dieses Jahr explizit mehr Wochenrückblicke in meine Sonntagsposts gepackt habe, gibts stattdessen noch eine kleine 2018-Statistik.

Hier in der Zuckerbäckerei habe ich 90 Posts veröffentlicht, davon 48 Zuckersüß. Das heißt, ich habe nur vier Mal sonntags „geschwänzt“, so viel Disziplin hätte ich nicht erwartet.

Ich habe einen Buchclub gestartet und deshalb 19 Bücher gelesen, 12 davon fertig (Qualityland von Marc-Uwe Kling, Der große Glander von Stevan Paul, Der Trafikant von Robert Seethaler, Animal Farm von George Orwell, Untenrum frei von Margarete Stokowski, 4-3-2-1 von Paul Auster, Wie wir Begehren von Carolin Emcke, The Bell Jar von Sylvia Plath, Bitch Doktrin von Laurie Penny, Wenn Männer mir die Welt erklären von Rebecca Solnit, Ich bin kein Sexist aber und Mehr Kopf als Tuch herausgegeben von Amani Abuzahra) . Zwei davon habe ich aufgegeben (Terre des hommes von Antoine de Saint-Exupery, We were feminists once von Andi Zeisler), weil sie mir zu mühsam wurden und die restlichen fünf (Hunger von Roxane Gay, Emanzipation von Kathrin Rönicke, Deutschland Schwarz Weiß von Noah Sow, Gomorrha von Roberto Saviano und Versteckte Jahre von Anna Goldenberg) liegen noch herum.

Ich habe sieben paar Socken gestrickt und dafür #segglstricka auf Twitter eingeführt.

Ich war nur sechsmal im Kino (Shape of Water, Call me by your name, Jusqu‘à la garde, 2001 A Space Odyssey, Blackkklansman und Waldheims Walzer), dafür aber mehr als doppelt so oft im Museum (Musée de l‘école de Nancy, Musée archaeologique in Strasbourg, Musée historique in Strasbourg, Musée Alsacien in Strasbourg, Musée Dunkerque 1940, Centre Pompidou Metz, Musée des Beaux-Arts in Nancy, Villa Majorelle Nancy, Otto-Wagner-Ausstellung Wien-Museum, Salzwelten Bad Dürnberg, Keltenmuseum Hallein und zweimal beim kunstschatzi im KHM in Wien).

Bei Konzerten sieht es ebenfalls mau aus, außer Eau Rouge in Stuttgart und Omar Souleyman in Nancy hörte ich keine Band live.

Ich war auf der Digitalkonferenz, der PrivacyWeek, dem Mediencamp und dem 35c3 und habe sehr viel gesketchnotet.

Gereist bin ich ziemlich viel, vor allem in kürzenen Wochenendtrips quer durch Mitteleuropa. Alle meine Posts aus meinem Erasmus-Semester sind auch als Reise getaggt, was den Überblick ein bisschen verfälscht. Echte Berichte gibts aus Prag, Nancy, Liège, Lille, Dunkerque und Brüssel und Metz.

Rückblickend war dieses Jahr schrecklich anstrengend, aber fast durchgehend toll. Neujahrsvorsatz deshalb: Weniger machen (neben Uni, Nebenjob, Blog, Podcast…)! Ich wünsche euch, meine lieben Leser_innen, das Allerbeste für 2019!

Meine liebsten Links der Woche gibts auch noch:

Zuckersüß 317 weiterlesen

Zuckersüß 316

Die vergangene Woche habe ich hauptsächlich in Campobasso verbracht. Und die meiste Zeit davon hatte ich in irgendeiner Weise mit Essen zu tun. Auf dem Weihnachtsmarkt probierte ich mich durch sechs verschiedene Sorten Lakritze (tl;dw: reine Lakritze ohne Zucker schmeckt so schrecklich, dass nicht einmal ein Becher Glühwein den Geschmack vertreiben kann) und aß eine ganze Tüte Maroni. Täglich gab es Pizza, mal alla Romana mit Sardellen, mal mit Ricotta, mal ganz einfach Margerita.

Im Miseria e Nobiltà in der Altstadt von Campobasso aß ich ziemlich nobel. Als Amuse Bouche gab es Karottenpüree und knuspriges Brot mit super Olivenöl. Weiße Bohnen mit Cicoria (das ich erst seit September kenne), einem Polentataler und knusprigem Guiancale (Speck-Erklärung bei Wikipedia) gab es als Vorspeise. Die Hauptspeise war der Grund, warum ich unbedingt diesen Menüvorschlag (es gab vier davon) auswählen wollte: Tintilia-Pasta auf Caciocavallo-Sauce (Käse-Erklärung bei Wikipedia) mit Wirsing (?) und gebratenen Maroni. Dazu tranken wir Tintilia aus der Region. Als Nachspeise gab es Vanille-Semifreddo mit Nusskaramell. Alles ziemlich gut und nicht besonders teuer (25€/Person ohne Getränke).

Daheim kochte ich grandiose Pasta mit Salsiccia-Bällchen (Salsiccia ist wirklich wahnsinnig lecker):

pastasalsiccia
Super Pasta!

Und dann machte ich noch Olivenölbrownies (Rezept folgt!) und  Unmengen an kandierten Zitrusschalen – wieder nach Katharina Seisers Rezept, nur anders als im Sommer auch mit Orangen.

Wirkliche Juwelen: Kandierte Orangen- und Zitronenschalen

Als Dessert für den Abschiedsabend in Italien (mit österreichischem Erdäpfelgulasch) entstanden dann noch Zimtschnecken. Der Teig dazu war angelehnt an Highfoodality’s Brioche Burger Buns, in die Füllung aus Butter, Zucker und Zimt warf ich gleich noch eine handvoll gehackter kandierter Zitrusschalen. So super!

Ich glaube, ich mache nie wieder Zimtschnecken ohne kandierte Zitrusfrüchte in der Füllung!

Am Freitag pünktlich zu Sonnenaufgang frühstückte ich dann ein trockenes Nachtzug-Semmerl und eine ebenfalls trockene, aber um Welten bessere Zimtschnecke und schoss sehr viele verwackelte Fotos aus dem Abteilfenster (s. Titelbild). In Wien war ich gleich zum Tee und Kuchen (das Rezept für Apfelkuchen mit Sauerrahm-Schicht muss ich mir noch besorgen!) eingeladen und am Abend folgte das jährliche WG-Weihnachtsessen.

Einer meiner Mitbewohner und seine zwei besten Freunde kochen jeden Dezember einmal unendlich aufwändig (5 Gänge) für gefühlt unendlich viele (etwa 40) Leute. Diniert wird auf umfunktionierten Schreibtischen und langen Holztafeln auf Bücherstapeln mit ständig wechselnder Sitzordnung. Letzes Jahr steuerte ich mit Quitten-Zimt-Eis einen Dessertgang bei, dieses Jahr einen Cocktail ohne Namen:

Sieht super künstlich aus, ist aber alles selbstgemacht!

In Ermangelung von Gläsern und Schnaps gab es den zwar nur in Shotbechern, begeistert waren aber fast alle. Umgerechnet auf ein ganzes Cocktailglas: 5 cl Wodka, 3 cl Mandarinensaft, 2 cl Zitronensaft, 3 cl selbstgemachter Vanillesirup. Der Glasrand in Zitronensaft und selbstgemachtem Vanillezucker und dazu selbstkandierte Orangenschalen.

Ansonsten gab es noch Pho mit Pak Choi und/oder Rindfleisch, Thunfisch-Lachs-Tartar oder Mango-Avocado-Tartar mit Brot, Krautwickerl mit Speck- und Blunzenknödeln oder Semmelknödeln und als Dessert Tarte au Citron, Cheesecake-Brownies und Glühwein.

Am nächsten Tag machte ich mich Richtung Niederbayern auf (drei Länder in >48h, das schaffe ich auch nicht oft), wo der nächste Kaffee-Tee-Restaurant-Bar-Marathon losging. Bemerkenswert für den 23. Dezember: Es gab Fasanbraten mit Orangen und Zitronen unter der Haut (Vegetarierin kann ich mich jetzt wirklich nicht mehr nennen). Die nächsten Tage werden kulinarisch sicher nicht weniger spannend, ich berichte im nächsten Zuckersüß.

Und jetzt weiter mit (wenigen) Lieblingslinks:

Zuckersüß 316 weiterlesen

Zuckersüß 315

Gleich drei Posts in zwei Wochen, aber kein Zuckersüß am vorletzten Sonntag, das habe ich im ganzen Jahr noch nicht geschafft. Aber ich bin auch viel herumgekommen, war in Bayern, im Burgenland und bin mittlerweile sogar in Italien, wo ich mich viel über Busfahren im allgemeinen und Busbahnhöfe im besonderen geärgert habe. So viel Zeit unterwegs bedeutet aber auch genug Zeit zum Lesen, jedenfalls solange der Akku hält. Auf Papier habe ich deshalb auch noch den aktuellen biber gelesen (der mit dem viralen Dönerliebe-Text) und Roberto Savianos Gomorrha angefangen (Reiseziellektüre).

Meine liebsten Links der letzten Tage:

Zuckersüß 315 weiterlesen