Alle Beiträge von Jana

Zuckersüß 321

Planänderung. Ich schreib doch wieder ein paar Worte ins Zuckersüß! Ich war nämlich vergangenen Sonntag erstmals im Weltmuseum. Dort habe ich mir zuerst die Verhüllt, enthüllt!-Kopftuch-Ausstellung (noch bis 26. Februar) angeschaut, die mir ziemlich gut gefallen hat. Die Beschreibungstexte der verschiedenen Stücke waren von unterschiedlichen Leuten geschrieben, was dem Ganzen einen sympathischen, persönlicheren Anstrich gab. Die Rolle des Kopftuchs in verschiedenen Religionen war, wie zu erwarten, ein großer Teil, aber viel interessanter fand ich, wie das Kopftuch in den 1950er und 60er Jahren zum Accessoire der anständigen Österreicherin stilisiert wurde. Es gehörte zur Trachtennode, war Teil vieler Reisesouvenirs und auch Werbesujets. Ebenfalls spannend: die „Metamorphose der Kufiya“. Bennant nach einer irakischen Stadt, wurde es in den 1970ern zum Pali-(Soli-)Tuch und ist heute weitesgehend entpolisiert. Trotzdem ist es weiterhin in Protesten zu finden. Außer Bildern, Fotos, Performance-Videos und Installationen gab es auch eine Menge verschiedener Tücher (teilweise schon an die zweihundert Jahre alt!) zu betrachten. Am allerschönsten fand ich ein über und über besticktes El Gounaa aus dem südlichen Marokko.

In der Dauerausstellung des Weltmuseums war ich ziemlich verloren, mir fehlte die Einordnung zu praktisch allen Gegenständen. Zwei Räume blieben mir aber besonders in Erinnerung: Der zur Geschichte der österreichischen Völkerkunde (katholische Priester, die mit anthropologischer „Forschung“ zu belegen versuchten, dass monogame Beziehungen gottgegeben sind?!?) und der zu Fragen des Kolonialismus und der Zukunft von Sammlungen wie im Weltmuseum.

Dann kaufte ich mir spontan Das Millenial Manifest der groschenphilosophin aka Bianca Jankovska und las es in einem Rutsch durch. In der Uni-Lehrbuchsammlung viel mir zufällig ein weiteres Manifest – Frauen und Macht – von Mary Beard in die Hände, mehr dazu dann in meinem Extra-Bücher-Post (s.a.: Bücher im Januar).

Am Dienstag bin ich dank Twitter zufällig in den Creative Writing-Workshop von F.u.C.K. geraten. Frauen, non-binary, trans und inter Personen und Computer-Kram ist allein schon ein großartiges Akronym, aber die chaosnahe Initiative dahinter erst recht. In halbwegs regelmäßigen Abständen treffen sich ein paar Leute in angenehmen, sicherem Rahmen, um ihr Wissen zu teilen, Neues zu lernen und ein bisschen zu netzwerken. Klaudia Zotzmann-Koch (die übrigens in Folge 8 meines Podcasts zu Gast war) hat uns vom Bücherschreiben, Schreibenden-Organisationen, writing prompts, der Heldenreise und anderen Plotmodellen erzählt. Und dann haben wir uns noch am free writing versucht: 10 Minuten auf Papier schreiben, ohne den Stift abzusetzen, egal was passiert. Ich stellte fest, dass ich am Ende (genau eine A4-Seite ging sich aus!) nicht mehr wusste, was ich am Anfang geschrieben hatte.

Nachdem ich mich die vorherigen Tage mit meiner BA-Arbeit geplagt hatte, die ich schon längst abgegeben haben wollte, aber die einfach nicht vorangeht, war es schön zu sehen, dass ich doch noch Sachen „herunterschreiben“ kann.

Schokoladen-Hefezopf-Brot vom März 2014

Ebenfalls gut bei Schreibblockaden: Backen um Mitternacht. Ich habe mal wieder das Schokoladen-Hefezopf-Brot von 2014 gemacht und außerdem das Kartoffelkibbeh aus Katharina Seisers Immer schon vegan ausprobiert.

Hier folgen mal meine Links der Woche, ich muss jetzt doch wieder weiter über complementizer agreement im Niederbairischen schreiben, statt über andere Sachen, die mir in den letzten Tagen begegnet sind.

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Bücher im Januar

Mein ausführliches Zuckersüß-Schreiben ist mir zu viel geworden, das Bücherlesen habe ich damit aber im letzten Jahr sehr ins Herz geschlossen. Deshalb starte ich jetzt einfach eine neue Kategorie im Blog.

Ich habe nicht besonders viel Expertise, was Literatur angeht, bin nicht erfahren im Rezensionen-Schreiben, aber irgendwo muss eins ja mal anfangen. Die Zuckerbäckerei ist meine Lieblingsspielwiese für neue Ideen, deshalb folgt hier einfach mal mein Januar-Bücher-Rückblick:

Versteckte Jahre – Anna Goldenberg

Versteckte Jahre war das erste Buch, das ich in diesem Jahr fertig las. Ich hatte es zum Geburtstag bekommen, nachdem ich von der Buchpräsentation in der Wiener Hauptbücherei so begeistert war.

Es geht um Hansi, den Großvater der Autorin, der sich als jüdischer Jugendlicher in Wien mithilfe des Schularztes Josef „Pepi“ Feldner vor den Nazis versteckt hielt und die Großmutter Helga, die als junges Mädchen nach Theresienstadt deportiert wurde.

Die Geschichte ging mir unglaublich nahe, denn manche Schauplätze kenne ich sehr gut. In der Lange Gasse, wo ich heute mehrmals wöchentlich zur Uni gehe, gerieten Hansi und Josef 1945 in eine Schießerei der Militärpolizei. Auch die vielen kleinen Details bringen einem das Leben der Protagonist_innen näher: Kramperltee aus Apfelschalen, den Hansi und Pepi trinken oder die Förmlichkeiten (sehr österreichisch: Anrede mit akademischen Titeln), die unter den nach Theresienstadt verschleppten Jüd_innen üblich waren.

Anna Goldenberg verwebt die Aufzeichungen ihres Großvaters, Erzählungen ihrer Großmutter und ihre eigenen Erfahrungen auf der Spurensuche zu einer sehr berührenden Geschichte, die sich wie eine lange Reportage liest. Anders als z. B. Der Trafikant von Robert Seethaler, das auch im nationalsozialistischen Wien spielt, sind die Menschen in Versteckte Jahre echt. Und das Trauma des Holocaust noch immer da – diese Stelle werde ich beispielsweise nicht so schnell wieder vergessen:

Ich kann mich nicht daran erinnern, nichts über den Holocaust gewusst zu haben. Als Sechsjährige beäugte ich misstrauisch die Duschen in einem Salzburger Skihotel. Ich hatte gehört, dass Verwandte mit getarnten Duschen ermordet worden waren; wie konnte ich mir sicher sein, dass man uns hier nicht auch umbringen würde? (S. 82)

Anna Goldenberg: Versteckte Jahre. Zsolnay, 2018. 192 Seiten, 20,60 €

Alle außer mir – Francesca Melandri

Seit ich im September dieses FAZ-Interview mit Francesca Melandri (das ich über Julian Schmidlis Newsletter gefunden habe) gelesen habe, wollte ich unbedingt sofort Alle außer mir lesen. Leider ist es recht teuer und keine Bücherei, bei der ich eingeschrieben bin, hatte es im Katalog. Nach zu langem hin und her kaufte ich es mir aber doch und ließ es erstmal im Bücherstapel liegen. Als ich allerdings damit anfing, hatte ich die mehr als 600 Seiten in vier Tagen durch.

Über drei Generationen und Länder spannt die Autorin die Familiengeschichte von Attilio Profeti auf. Der meldet sich als faschistisches Schwarzhemd freiwillig zur italienischen Kolonialisierung Äthiopiens und streicht diesen Abschnitt später aus seiner Biografie. Doch Jahrzehnte später, in Zeiten von Frontex, steht ein Äthiopier, der sich als sein Enkel ausgibt, auf der Türschwelle von Attilio Profetis Tochter Ilaria in Rom.

Ich interessiere mich in letzter Zeit ziemlich für Italien (war recht oft dort!) und Kolonialgeschichte (weil mir scheint, ich wüsste zu wenig darüber). Der Roman behandelt beides sehr ausführlich: Die Begeisterung vieler Italiener_innen für den Faschismus (1935 wurden Eheringe öffentlichkeitswirksam für das Vaterland eingesammelt und durch eiserne Ringe ersetzt: Oro alla Patria?!) genauso wie der Kampf der Partisanen gegen das Regime. Die unsägliche Korruption und den Klientelismus, die bis heute die italienische Politik prägen. Die Grausamkeiten, die die Italiener in Äthiopien in nur fünf Jahren begingen, die furchtbaren Rassentheorien, die sich noch Jahrzehnte später hielten, die „Entwicklungshilfe“ die in den 1980er nur noch mehr Leid in die ehemaligen Kolonien brachte.

Mit einem großen Twist auf den letzten Seiten geht zumindest die Geschichte der Familie Profeti am Ende halbwegs gut aus – jedenfalls für die Figuren, die nicht den Verbrechen der Kolonialzeit, späteren Diktaturen oder ’starken‘ EU-Außengrenzen zum Opfer gefallen sind. Das Buch ist stellenweise sehr schmerzhaft zu lesen und doch bin ich froh, nun mehr über das europäisch-afrikanische Unterdrückungsverhältnis zu wissen.

Francesca Melandri: Alle, außer mir. Aus dem Italienischen von Esther Hansen. Wagenbach, 2018. 604 Seiten, 26,80 €

Super, und dir? – Kathrin Weßling

Dieses Buch bekam ich zu Weihnachten und ich glaube, im Geschenk schwang auch eine Warnung mit, nicht so ein Workaholic wie die Hauptperson zu werden.

Marlene Beckmann kommt aus einer kaputten Familie – Vater weg, Mutter alkoholkrank und depressiv – und niemand darf es wissen. Sie schreibt super Noten, macht einen hervorragenden Uni-Abschluss und bekommt den Marketing-Job, den alle haben wollen. Auf Social Media ist ihr Leben perfekt, die Warheit sieht jedoch finster aus.

So sehr mich dieser Roman vor allem am Anfang mitriss, so ratlos hinterließ er mich. Arger Leistungsdruck, prekäre Arbeitsverhältnisse (Marlene ist natürlich befristet angestellt und kämpft gegen eine Kollegin um eine Festanstellung), Sexismus, dauernde Selbstinszenierung auf Social Media – in dieser Umgebung muss sich meine Generation zurechtfinden. Marlene scheint das alles mit links zu meistern, doch sie zerbricht an den Erwartungen. Und niemand, nicht einmal Marlenes Arzt, hilft ihr, weil sie so makellos erscheint.

Menschen wie ich tauchen nicht in den Dokumentationen und Statistiken auf. Wir sind eine Fußnote, eine Randnotiz, ein Relativsatz. Wir sind die, denen es nicht passiert. Wir werden nicht süchtig. Wir sind zu klug, zu reich, zu gebildet, zu sozial integriert; wir haben Depressionen, Lebenskrisen, Sex mit unseren Vorgesetzten, Meinungsverschiedenheiten mit unseren Eltern, Muskelkater nach dem Yoga, 532 Freunde auf Facebook, große und kleine Pläne, Universitätsabschlüsse, Endometriose, Spliss, Depressionen und Essstörungen, einen Elternteil verloren, einen Hund oder Schulend beim Bafög-Amt. Wir haben keine Sucht-Probleme. (S.69)

Die Autorin arbeitet übrigens selbst als Social-Media-Redakteurin und war Ende 2017 mal im Leitmotiv-Podcast zu Gast.

Kathrin Weßling: Super, und dir? Ullstein fünf, 2018. 256 Seiten, 16,50 €

Immer schon vegan – Katharina Seiser

Ein Kochbuch in der Bücherliste? Auf jeden Fall! Das hier habe ich ebenfalls zu Weihnachten bekommen und nicht nur durchgeblättert, sondern tatsächlich durchgelesen. Katharina Seiser schreibt nämlich nicht nur zu jedem Rezept eine kurze Einführung, sondern auch noch ein Kapitel zum Geschmack allgemein – duftig, knusprig/weich, heiß/kalt, süß, sauer, salzig, scharf, umami, bitter, fett, würzig.

Die Rezepte sind nach den Jahreszeiten gegliedert, außerdem gibt es ein Jederzeit-Kapitel. Bisher habe ich nur den Erdnusseintopf mit Süßkartoffeln ausprobiert, die Zutaten fürs Kartoffel-Kibbeh mit Walnusszwiebeln habe ich aber schon besorgt. In jedem Rezept steckt zumindest eine spezielle Zutat, die unsere WG-Küche im Normalfall nicht hergibt – frischer Koriander, Sumach, Sherry – aber genau das macht die Gerichte in Immer schon vegan so besonders.

Der immer-schon-vegan-ohne-Ersatzprodukte-Ansatz ist mir sehr sympathisch und Katharina Seisers Herangehensweise sowieso. Ihr Blog esskultur gehört zu meinen absoluten Lieblingen (von dort stammt das Rezept für die kandierten Zitronenschalen!), ihre Instagramstories verfolge ich immer. Im Erklär mir die Welt-Podcast hat sie vor einiger Zeit vom Vegan-Versuch erzählt, der den Startschuss für das Kochbuch bildete.

Katharina Seiser: Immer schon vegan. Traditionelle Rezepte aus aller Welt. Brandstätter, 2015. 176 Seiten, 25 €

Bananenmüsli

Ich frühstücke in den letzten Wochen meistens nur eine Semmel auf dem Weg zur Uni. Und weil ich auch schon im Kindergarten täglich eine Semmel *mit nix* als Pause gegessen habe (später bevorzugt Brezen, aber die sind in Österreich schwierig in guter Qualität aufzutreiben), stört mich das eigentlich nicht besonders.

Das Schild (Edding+Kreppband) habe ich nicht fürs Foto geschrieben, so eine Sauklaue…

Aber hin und wieder, vor allem dann, wenn ich morgens nicht sofort außer Haus muss, ist mir ein anderes Frühstück mehr als recht. Das endet oft in Pfannkuchen (zeitaufwendig!) oder einem Spiegelei (nur wenn Brot da ist). Für alle anderen Fälle gibt es Porridge oder Müsli.

Haferflocken alleine sind zwar eine super Basis, aber eigentlich ziemlich fad. Das ändert sich, sobald sie mit ein paar Körnern gebacken werden – klassisches Müsli, oder auf englisch: Granola. Ich habe schon ziemlich lang keines mehr gebacken, wie ein Blick ins Archiv zeigt:

Instagram sei dank ist mir vor ein paar Tagen Bravetart’s neuestes Experiment (das hier wird noch ein Fanblog?!) untergekommen: Banana Granola. Die Haferflocken darin werden nicht nur mit Körnern vermischt, sondern auch mit zerdrückten Bananen.

Die Idee fand ich superinteressant, doch weil ich sofort loslegen wollte, hatte ich nicht alles zur Hand und habe mich nicht wirklich an das Rezept gehalten. Außerdem habe ich den Zucker enorm verringert, da die Bananen eh schon süß sind. Für meinen Geschmack reicht ein Drittel der Zuckermenge des Originalrezepts.

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Zuckersüß 320

Meine liebsten Links der vergangenen Woche:

Rezepte

Chocolate Chip Cookie Dough Cupcakes – The Candid Appetit
Allein der Rezepttitel verrät mir schon, dass mir diese Cupcakes viel zu süß sein werden, aber sie sehen so schön aus!

Birthday Cake Petit Fours – PureWow
Die Zutatenliste hier sieht auch aus, als könnte ich nicht mal ein halbes Petit Four essen, aber schaut sie euch an, so schön!

Texte

Protecting your online privacy is tough—but here’s a start – Quartz (via piqd)
Gut verständlich erklärt:

Market players do not care about you—they care about numbers. Algorithms make decisions based on statistical correlations. If you happen to not be a typical individual, showing unusual characteristics, there is a chance that an algorithm will misinterpret your behavior. It may make a mistake regarding your employment, your loan, or your right to cross the border. As long as those statistical correlations remain true, nobody will care to revise this particular judgement. You’re an anomaly.If the result of this algorithmic analysis is discriminatory or unfair—for example, your credit application is refused because you live in the “wrong” district, or your job application does not make it through because your social network is not “robust enough”—there is no market incentive to correct it.

What Is Glitter? – The New York Times (via i am a foodblog)
Der Stil dieses Textes ist nicht besonders NYT-typisch und irritierte mich sehr. Aber Glitzer ist interssant genug, diesen Artikel trotzdem zu lesen.

For people who love glitter, there is wonderful news: all the modern plastic glitter that has ever been created is still right here with us. According to Dr. Victoria Miller, a materials science and engineering professor at North Carolina State University, the plastic film from which most glitter is made takes about 1,000 years to completely biodegrade on Earth.

Time for Happiness – Harvard Business Review (via Krautreporter Morgenpost)
Der Text ist gefühlt ewig lang und wurde mir ob tausender Fallbeispiele irgendwann etwas fad, aber die Kernaussage ist doch erstaunlich: Zeit zu kaufen macht glücklicher als Dinge zu kaufen.

Last, we suffer from something called future time slack — the belief that we’ll have more time in the future than we do in the present. So, we decide to make some sacrifices now with the promise of enjoying more time later. Of course, when the future comes, we don’t have more time. We just repeat the same mistake.

Siezen Sie noch, oder duzt du schon? – brand eins online
Also ich duze euch hier und im Podcast alle.

„Wir leben in einer Duz-Welt“, sagt auch der Soziologe Ronny Jahn von der International Psychoanalytic University in Berlin. „Allgemein ist eine Tendenz zur Entgrenzung festzustellen. Privates und Geschäftliches vermischen sich zunehmend.“ Und so versuchen die Firmen, sich in unser Leben zu schleichen. Da sollen Kunden im Internet von ihrem schönsten Erlebnis mit einem Produkt erzählen oder sich damit auf Bildern präsentieren.

Turn Bluetooth Off When You’re Not Using It – WIRED
Gruselige Sicherheitslücken, von denen ich wenig verstehe.

When Bluetooth is on in a device, it is constantly open to and waiting for potential connections. So a BlueBorne attack starts by going through the process Webroot’s Dufour describes—scanning for devices that have Bluetooth on and probing them for information such as device type and operating system to see if they have the relevant vulnerabilities. Once an attacker identifies vulnerable targets, the hack is quick (it can happen in about 10 seconds) and flexible. The impacted devices don’t need to connect to anything, and the attack can even work when the Bluetooth on the victim device is already paired to something else. BlueBorne bugs can allow attackers to take control of victim devices and access—even potentially steal—their data. The attack can also spread from device to device once in motion, if other vulnerable Bluetooth-enabled targets are nearby.

Audio/Video

Breezes – Chad Crouch (via DLF Breitband)
Schöne beruhigende Hintergrundmusik.

Colors
Diesen YouTube-Channel finde ich großartig: Künstler_innen präsentieren einen Song (englisch, spanisch, französisch, koreanisch…) vor pastellfarbener Wand.

Ta Reine – Angèle
Bei Colors entdeckt, wegen des tollen Texts geblieben.

Foto

Schnee von letzter Woche.

Backkatalog

Olivenöl-Brownies mit Pistazien

Mit meinen wöchentlichen Backaktionen voller Butter befürchte ich ja schon länger, mich finanziell zu ruinieren (aktuell 2,39€ für 250 Gramm!). In Marokko, wo der Preis für Milchprodukte ähnlich hoch und mein Budget noch viel knapper, habe ich deshalb sehr oft Hefekuchen mit Früchten gebacken.

Aber es ist Winter, deshalb schaut es mit saisonalem Obst (mal abgesehen von Zitrusfrüchten) ziemlich schlecht aus.

Plan B: Schokolade! Gut, dass ich in meinem digitalen irgendwann-mal-backen-Notizbuch die Olive Oil & Pistachio Brownies von Love & Olive Oil gespeichert hatte.

Tatsächlich macht sich das ganz leicht bittere, aber vor allem fruchtige Olivenöl sehr gut in Kombination mit dunkler Schokolade und leicht gesalzenen Pistazien. Die Brownies sind alles andere als eine Notlösung für mangelnde Buttervorräte (oder Laktoseintoleranz!). Das könnte ein neues Standardrezept in meiner Küche werden!

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Zuckersüß 319

Meine liebsten Links der vergangenen Tage:

Rezepte

Beet Salad with Poppy Seed and Chive Dressing – shutterbean.com
Schon ausprobiert und für sehr gut befunden.

Käsehörnli nach Massimo Bottura – lamiacucina
Faszinierende Zubereitungsfor

Aquafaba Grapefruit Gin Sour Cocktail (+ a Chickpea Pomegranate Dip) – Izy Hossack – Top With Cinnamon
Kichererbsenwasser in einem Cocktail?

Banana Granola Recipe – Serioius Eat
Das klingt spannend

oat and maple syrup scones – smitten kitchen
Auf smitten kitchens Instagram-Account springt mir einfach jede Woche mindestens ein Rezept entgegen

Text

The Rise of the Luxurious Suburban Master Bathroom – Atlas Obscura
Supernerdig: Technik- und Architekturgeschichte der USA.

Indoor plumbing coincided with the discovery of germ theory—the idea that disease is spread by germs. More importantly, germ theory linked cleanliness to the prevention of illness.  The intersection of science, technology, and societal pressures for cleanliness ultimately led to the development of the “hygienic” bathroom—one clad in tile and other hard surfaces, absent of carpet, heavy drapery, or other porous soft goods thought to be good places for germs to fester. The easier a bathroom was to clean, the more proper, safe, and sanitary it (and the people who used it) was. 

Küchenschubladen – Peter Breuer
Ich bin recht froh, dass sich meine Ansammlung unnötiger Küchenwerkzeuge in Grenzen hält.

Stattdessen denke ich über den Tod all der Menschen nach, die noch viel mehr Müll hinterlassen als einen zerzausten Backpinsel. Die zwischen all diesen Gerätschaften kaum zu Lebzeiten die Symbiose von Kochen und Genießen erleben werden. Und ihre unendliche Traurigkeit über den nutzlosen Besitz nicht mal mit einem ordentlichen Schluck herunterspülen können. Weil auf der Flasche der patentierte „Shot Measure“-Stöpsel von „Bar Craft“ steckt, der nur exakt 25 Milliliter freigibt.

Wirf weg, was nicht Joy sparkt – Das Nuf Advanced
Eine Antwort auf den Marie Kondo – Hype.

Himmelherrgott! Die ausgefranste Hose kann man abschneiden und eine Sommerhose daraus machen. Den Kuschelhasen näht man. Die Dose hat Pfand und wird recycelt. Besser noch man campatrit und kauft das alles nicht und wenn man es kauft, dann pflegt man es ordentlich und repariert es, wenn es kaputt geht.

‚The goal is to automate us‘: welcome to the age of surveillance capitalism – The Guardian
Sehr spannender Gedanke:

„digital natives” is a tragically ironic phrase. I am fascinated by the structure of colonial conquest, especially the first Spaniards who stumbled into the Caribbean islands. […]
The sailors could not have imagined that they were writing the first draft of a pattern that would echo across space and time to a digital 21st century. The first surveillance capitalists also conquered by declaration. They simply declared our private experience to be theirs for the taking, for translation into data for their private ownership and their proprietary knowledge. They relied on misdirection and rhetorical camouflage, with secret declarations that we could neither understand nor contest.

Why Are Young People Pretending to Love Work? – The New York Times
Siehe auch den nicht weniger pessimistischen Text zu Millenials und Burnout.

But today, as tech culture infiltrates every corner of the business world, its hymns to the virtues of relentless work remind me of nothing so much as Soviet-era propaganda, which promoted impossible-seeming feats of worker productivity to motivate the labor force. One obvious difference, of course, is that those Stakhanovite posters had an anticapitalist bent, criticizing the fat cats profiting from free enterprise. Today’s messages glorify personal profit, even if bosses and investors — not workers — are the ones capturing most of the gains. Wage growth has been essentially stagnant for years

How to Join a Social Network in 1998 – Ironic Sans
Witziges Dokument aus lange vergangenen Zeiten.

an open letter to my thesis – frankie magazine
Glücklicherweise stehe ich mit meiner BA-Arbeit noch nicht auf Kriegsfuß.

It went downhill fast. All of a sudden you were keeping me up until 4am highlighting dates and erasing unnecessary adjectives. With no one’s company but our own, we started to develop a weird odour – kind of a mix between urine and gin. You had me eating toast crumbs off the bench and wearing pyjamas as day-time clothes. I cut you down and then pasted you back together more times than I can count. Friends stopped calling, and when they did they were all: “I guess you’re staying in with thesis, again?”

Der Winter verlangsamt die Zeit – ZEIT
Dank Bauarbeiten in meinem Haus bleibt mir zur Zeit auch nix anderes übrig, als mich im Bett zu verkriechen…

Da die Häuser früher meist schlecht isoliert waren, blieb im Winter nichts anderes übrig, als sich ins Bett zu begeben. Oder man zog sich in einen Alkoven zurück, eine in die Wand eingebaute Bettnische. Das „Himmelbett“ trug mit seinen Vorhängen dazu bei, ein wenig mehr Wärme im Innenraum zu halten, dennoch waren Mützen, Jacken und Schuhe auch im Bett notwendig. Dichter sollen im Bett geschrieben haben, indem sie ihre Hände durch zwei Löcher im Leintuch steckten.

Audio/Video

Die Orte unserer Arbeit – Moment am Sonntag Ö1
Interessante Sendung

Foto

Schnee und Bach am späten Winternachmittag.

Backkatalog

Kastanien-Biscotti mit Walnüssen

Vergangenen Freitag lief mein erster Beitrag für Moment Kulinarium, die „Food“-Sendung von Ö1 im Radio. Für „Maroni in der Küche“ recherchierte ich den Esskastanien abseits vom Maroni-Standl hinterher.

Ich verbrachte u.a. einen Nachmittag bei den Kaestnklauban im Burgenland, wo ich nicht nur erstmals eine Kastanienverarbeitung sah, sondern auch lernte, wie man mit Kastanienmehl umgeht. Weil Kastanien botanisch Nüsse sind, ist das Mehl daraus glutenfrei und bindet fast nicht. Etwa ein Drittel der (glutenhaltigen, bindenden) Mehlmenge kann man durch Kastanienmehl ersetzen, bevor das Ergebnis zerbröselt, sagte mir die Rezeptentwicklerin des Vereins, Herta Pichler.

Ich habe mir gedacht, ich ersetze statt Mehl einfach andere Nüsse, das wertvolle Kastanienmehl wollte ich nämlich keinesfalls verschwenden. Deshalb habe ich die Cantuccini mit Walnüssen von vor gut zwei Jahren leicht abgewandelt. Sehr lecker!

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Zuckersüß 318

Vergangenen Januar hatte ich beschlossen, meine sonntägliche Linksammlung ausführlicher zu machen. Das Experiment war halbwegs erfolgreich, aber auch ziemlich anstrengend. Deshalb gibts hier vorerst wieder „nur“ meine liebsten Links der letzten Wochen:

Rezepte

Broccoli-Quinoa Salad with Buttermilk Dressing – Bon Appetit
Ich habe gefühlt schon ewig keinen Quinoa mehr gegessen und Brokkoli ist sowieso immer gut. Lunchbox-Plan!

How to Make Kombucha At Home – Shutterbean
Spannend!

Knoblauch in Honig fermentieren – BIORAMA (via @JollySea)
Fermentation überall – aber davon habe ich noch nie gehört

Schokoladen-Käsekuchen – Klitzeklein
Festtagsbäckerei!

Mascarpone Ricotta Cheesecake mit Biscotti-Boden – Backbube
Und gleich noch ein krasser Käsekuchen.

Lemon Ginger Turmeric Wellness Shots – Minimalist Baker Recipes
WTF? Die #health-Bubble hat ja langsam wirklich einen Vogel – wer trinkt den sowas statt einem Schnaps?

Texte

How Millennials Became The Burnout Generation – Buzzfeed News
Dieser Text beschäftigte mich sehr lange in dieser Woche, an viel zu vielen Stellen erkenne ich mich selbst wieder…

Yet the more work we do, the more efficient we’ve proven ourselves to be, the worse our jobs become: lower pay, worse benefits, less job security. Our efficiency hasn’t bucked wage stagnation; our steadfastness hasn’t made us more valuable. If anything, our commitment to work, no matter how exploitative, has simply encouraged and facilitated our exploitation. We put up with companies treating us poorly because we don’t see another option. We don’t quit. We internalize that we’re not striving hard enough. And we get a second gig.

Warum ich weiße Männer als weiße Männer bezeichne – divers
Arpana Berndt hat einen der interessantesten/lehrreichsten Instagram-Accounts, die ich kenne. Dort erschienen auch Teile dieses Texts zuerst:

Wenn ich also von weißen Männern spreche, geht es nie darum, dass alle weißen Männer scheiße sind und sich unreflektiert verhalten. Wenn weiße heterosexuelle cis-Männer von safer spaces ausgeschlossen werden, geht es nicht darum, dass alle weißen heterosexuellen cis-Männer sich immer daneben benehmen, sondern in erster Linie Betroffene zu schützen. Ich bin mit weißen Männern befreundet, wohne mit weißen Männern zusammen, habe weiße männliche Familienmitglieder und bin mit einem weißen Mann zusammen. Ich würde es mir ja nicht antun etwas mit diesen Personen zu tun zu haben, wenn sie sich ständig unreflektiert verhalten würden. Es heißt auch nicht, dass weiße heterosexuelle cis-Männer nicht von Diskriminierung betroffen sein können, schließlich gibt es viele weitere Diskriminierungsformen wie z.B. Klassismus und Ableismus. Es heißt erst mal, dass sie nicht wegen ihres Geschlechts, ihrer Sexualität und ihres Weißseins diskriminiert werden und somit privilegiert sind.

30 Euro für eine Reportage aus Kabul – Übermedien
Die großen Magazin-Titelstories aus dem globalem Süden entstehen häufig auf dem Rücken lokaler Journalist_innen.

Für jemanden, der seit mehreren Jahren aus und über Afghanistan berichtet, ist dies allerdings weder ein Einzelfall noch eine Ausnahme. Journalisten, die in solchen Regionen unterwegs sind, wissen nämlich, dass es immer wieder einige Kollegen gibt, die krampfhaft bestimmte Geschichten suchen. Sie sind meistens weiß, westlich, oftmals männlich, stets mit Dolmetschern und Fixern unterwegs, und sehen die Welt durch eine dicke Orientalisten-Brille. Sobald sie zurück ihrer Heimat sind, gelten sie dann als ausgewiesene „Experten“, die vieles zu erzählen haben, Kulturen und Traditionen kennen und womöglich ein paar Fetzen in den jeweiligen Landessprachen sprechen können.

The Soccer Politics of Morocco- The New York Review of Books (via Lea Wölfl)
Mir wurde in Rabat oft gesagt, ich solle doch so ja nicht außer Haus gehen, am Nachmittag vor wichtigen Derbys. Doch die Raja-Hooligans haben mittlerweile eine politische Botschaft

In Casablanca, there was a time when people locked themselves in on nights of soccer games for fear of the city descending into chaos as fans swirled through the streets, destroying everything in their path. But in recent years in Morocco, a country of 35 million people, soccer fans have developed a sense of civic duty, a political consciousness.

Acht Jahre Arabischer Frühling. Und jetzt? – MO

So sehr Tunesien im Vergleich zu anderen Ländern stabil erscheint, macht es einen fragilen Eindruck auf mich. Jede Unruhe könnte die Stimmung im Land kippen lassen. Der geflüchtete Despot Ben Ali hat dem Land Milliarden Dollar geraubt und seine Wirtschaft massiv geschädigt. Nun kommt eine Haltung auf, in der sich jeder selbst am nächsten ist.

Wie wir wurden, was wir waren: Die letzte Brigitte-Diät – Das Lied der dicken Dame (via @journelle auf insta)
Glücklicherweise habe ich noch nie in meinem Leben das Bedürfnis verspürt, geschweige denn die Disziplin gehabt, eine Diät zu machen..

Wenn man ihr Editorial zu 50 Jahren Brigitte-Diät liest, weiß man nicht, ob man vor Zorn oder Entsetzen platzen soll. Es ist mir nicht klar, wie sehr man sich selbst und seine Leserinnen verachten muss, um beim letzten Aufbäumen auf so kleinem Raum so viel toxische Dummheit und unverschämte geschichtliche Umdeutung zu verspritzen. In der Einleitung der Frau Huber, sowie im hinteren Teil des Blattes wird die Expertise eines Herrn Prof. Dr. Christoph Klotter von der Hochschule Fulda mehrfach bemüht, um die Herleitung Diät = Gleichberechtigung zu unterfüttern. Der bezeichnet die Brigitte-Diät nicht nur brav und zitierfähig als „ein Zeichen von Aufbruch und Emanzipation“ (S.5), sondern gar als „Neustart“ nach dem Schock der Naziherrschaft und versteigt sich später dann noch zu der verblüffenden Formulierung, das „Umsetzen der Brigitte-Diät“ sei „also mit einer Kriegserklärung an das männliche Geschlecht verbunden“ gewesen (S. 103).

AfD in Bayern: Die Parallelgesellschaft – ZEIT ONLINE
Die rechte Blase auf dem Land lässt sich kaum mehr zerstechen.

Folgt man Beißmanns Argumentation, dann hat die AfD in Pfarrkirchen eine Lücke gefüllt, die andere Politiker hinterlassen haben. Mit der AfD ist eine Partei entstanden, die zwar kaum demokratisch umsetzbare Lösungen anbietet, aber glaubhaft machen konnte, die Alteingesessenen zu verstehen und ihre Anliegen ernst zu nehmen. Eine Partei, die den Leuten, die jeden Tag brav zur Arbeit gehen, Zuspruch bot und ihnen das Gefühl nahm, dass sich die Dinge ändern müssen. Die nicht ständig forderte, dass Flüchtlinge integriert und teure Dieselautos von der Straße genommen werden müssten.

Meet the pirate queen making academic papers free online – The Verge
Über eine Russin, die sich freiem Wissenszugang verschrieben hat

Before Elbakyan was a pirate, she was an aspiring scientist with a knack for philosophizing and computer programming. “I started programming before even being in school,” Elbakyan says. Once enrolled, she developed a program that would ultimately serve as a precursor for Sci-Hub: a script that circumvented paywalls, using MIT’s subscription programs to download neuroscience books. “It wasn’t working exactly the same as Sci-Hub, but it was delivering the same result: going around paywalls and downloading those books.” She often shared these books with other users on a Russian biology forum she frequented, molbiol.ru, which would prove to lay the groundwork for Sci-Hub’s debut.

Restlos bedient – Ohne Text singt kein Mensch mit
Seid nett zu Verkäufer_innen (und allen anderen)

Die Kassiererin sieht nach ihrem langen Arbeitstag müde aus und die Öffnung einer zweiten Kasse würde ihr vermutlich noch mehr gefallen als den Kunden. Allerdings sind ihre beiden einzigen Kollegen im Supermarkt damit beschäftigt, Regale aufzufüllen und den bockigen Leergutautomaten dazu zu bringen, eingeworfene PET-Flaschen nicht zurück in den Verkaufsraum zu katapultieren. Die Kassiererin ist müde, aber sie „lebt Service“ und kann davon trotzdem kaum ihre Miete in Pinneberg bezahlen. Der Hamburger Elbvorort, in dem sie arbeitet, ist für sie unerschwinglich und mit dem Bus ist es ja auch nur eine knappe Stunde.

Halbe Halbe – Fleischmagazin
Miriam Vollmer über gerechte Aufgabenverteilung in einer Partner_innenschaft.

Der einzige Unterschied zwischen Erbensuppe daheim zu kochen und Erbsensuppe in der Restaurantküche zu kochen ist, dass man an letzterem Ort dafür Geld bekommt und daheim nicht. Das führt dazu, dass man manchmal auch heute noch Frauen trifft, die meinen, dass sie „nicht arbeiten“, wenn man sie fragt, was sie so machen.

Lehren aus den Doxing-Angriffen – Linus Neumann
Auch ich und du sollten uns digital selbstverteidigen lernen (oder so).

Ja, die Betroffenen trifft eine Mitschuld, sie hätten sich besser schützen müssen – natürlich rechtfertigt das aber nicht die Taten. Es hätte weitaus schlimmer kommen können, wenn es dem Angreifer um mehr gegangen wäre, als mit seinen Ergebnissen anzugeben.Um so etwas in Zukunft zu verhindern, muss jede(r) Einzelne jetzt handeln, nachher geht das nicht.

Wie die Plattformen den Rickroll verunmöglichen – und wie wir ihn zurückbringen können – Schule & Social Media
Dieses Meme ist mir noch niemals vorher begegnet.

Der Rickroll schlägt noch eine dritte Brücke: zwischen dem HTML-Link, der zentralen Funktion der Netzkultur, und Youtube, einer der ersten Plattformen im Netz. Der Link steht für das offene, freie Netz: Er ermöglicht, von einem Text auf einen anderen zu verweisen. Youtube steht für Plattformen, die beschränkt offen sind und als geschlossenes Ökosystem primär auf andere Inhalte innerhalb der Plattform verweisen.
In Rickrolls verbinden sich also die kulturelle Vergangenheit mit der Zukunft, Online- und Offline-Kultur sowie was freie und das geschlossene Netz.

Helsinki: Die unterirdische Stadt – brand eins online
Stadtplanung fasziniert mich sehr.

400 unterirdische Bauten aller Art gibt es bereits: ein Shoppingcenter, ein Fitnessstudio, eine Müllanlage. Den weltweit größten unterirdischen Busbahnhof, ein Rechenzentrum, die größte Shopping-Meile Nordeuropas mit Geschäften und Saunen, eine Kirche, eine Leichtathletik- und Eisbahn sowie eine Eishalle, in der die Eishockey-Erstligisten trainieren. Und das ist erst der Anfang. Während andere Städte nach oben bauen, baut Helsinki nach unten.

Audio/Video

LGnawi – Wachmnhit
Mal wieder ein bisschen Musik aus Marokko

Sonst So

The Embroidered Computer – Irene PoschIrene Posch (via @JudithGood)

Wie cool ist dieses Projekt denn bitte!

Foto

Blick auf Ferrazzano in Molise.

Backkatalog

Vanille-Eis mit Tahini-Karamell

Meine Eismaschine steht jetzt seit einiger Zeit ungenutzt herum und das war mir ganz und gar nicht recht. Außerdem war ich bei einer Freundin zum Tapas-Essen eingeladen und wollte nicht ohne kulinarisches Mitbringsel auftauchen.

Fruchteis ist jetzt im Winter mangels Zutaten in Saison nicht besonders spannend, „gewöhnliche“ Sorten wie Schoko oder pure Vanille zu langweilig. Ein Blick in den WG-Kühlschrank brachte drei angebrochene Tahini-Gläser zum Vorschein.

Tahini-Eis habe ich schon einmal gemacht und zwar in Kombination mit Oreo-Keksen, das kam also nicht in Frage. Aber dann erinnerte ich mich an die Apfel-Tarte mit Tahini-Karamell nach Izy Hossack.

Ich hatte meine Eisidee: Vanilleeis mit Tahini-Karamell-Marmorierung und großzügig Tahini-Karamell dazu!

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Zuckersüß 317

2018 war jetzt schnell vorbei. Und in der letzten Woche des Jahres habe ich nochmal richtig viel gemacht. Einerseits Weihnachten gefeiert (so viel gutes Essen!), andererseits war ich auf dem 35c3 (s. Glitzer-Heidesand). Dazu will ich später noch einen eigenen Post schreiben, denn meine Eindrücke dort sprengen jedes Zuckersüß.

Weil es internetweit so beliebt ist, und weil ich dieses Jahr explizit mehr Wochenrückblicke in meine Sonntagsposts gepackt habe, gibts stattdessen noch eine kleine 2018-Statistik.

Hier in der Zuckerbäckerei habe ich 90 Posts veröffentlicht, davon 48 Zuckersüß. Das heißt, ich habe nur vier Mal sonntags „geschwänzt“, so viel Disziplin hätte ich nicht erwartet.

Ich habe einen Buchclub gestartet und deshalb 19 Bücher gelesen, 12 davon fertig (Qualityland von Marc-Uwe Kling, Der große Glander von Stevan Paul, Der Trafikant von Robert Seethaler, Animal Farm von George Orwell, Untenrum frei von Margarete Stokowski, 4-3-2-1 von Paul Auster, Wie wir Begehren von Carolin Emcke, The Bell Jar von Sylvia Plath, Bitch Doktrin von Laurie Penny, Wenn Männer mir die Welt erklären von Rebecca Solnit, Ich bin kein Sexist aber und Mehr Kopf als Tuch herausgegeben von Amani Abuzahra) . Zwei davon habe ich aufgegeben (Terre des hommes von Antoine de Saint-Exupery, We were feminists once von Andi Zeisler), weil sie mir zu mühsam wurden und die restlichen fünf (Hunger von Roxane Gay, Emanzipation von Kathrin Rönicke, Deutschland Schwarz Weiß von Noah Sow, Gomorrha von Roberto Saviano und Versteckte Jahre von Anna Goldenberg) liegen noch herum.

Ich habe sieben paar Socken gestrickt und dafür #segglstricka auf Twitter eingeführt.

Ich war nur sechsmal im Kino (Shape of Water, Call me by your name, Jusqu‘à la garde, 2001 A Space Odyssey, Blackkklansman und Waldheims Walzer), dafür aber mehr als doppelt so oft im Museum (Musée de l‘école de Nancy, Musée archaeologique in Strasbourg, Musée historique in Strasbourg, Musée Alsacien in Strasbourg, Musée Dunkerque 1940, Centre Pompidou Metz, Musée des Beaux-Arts in Nancy, Villa Majorelle Nancy, Otto-Wagner-Ausstellung Wien-Museum, Salzwelten Bad Dürnberg, Keltenmuseum Hallein und zweimal beim kunstschatzi im KHM in Wien).

Bei Konzerten sieht es ebenfalls mau aus, außer Eau Rouge in Stuttgart und Omar Souleyman in Nancy hörte ich keine Band live.

Ich war auf der Digitalkonferenz, der PrivacyWeek, dem Mediencamp und dem 35c3 und habe sehr viel gesketchnotet.

Gereist bin ich ziemlich viel, vor allem in kürzenen Wochenendtrips quer durch Mitteleuropa. Alle meine Posts aus meinem Erasmus-Semester sind auch als Reise getaggt, was den Überblick ein bisschen verfälscht. Echte Berichte gibts aus Prag, Nancy, Liège, Lille, Dunkerque und Brüssel und Metz.

Rückblickend war dieses Jahr schrecklich anstrengend, aber fast durchgehend toll. Neujahrsvorsatz deshalb: Weniger machen (neben Uni, Nebenjob, Blog, Podcast…)! Ich wünsche euch, meine lieben Leser_innen, das Allerbeste für 2019!

Meine liebsten Links der Woche gibts auch noch:

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