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Apfel-Rosmarin-Muffins

Meine WG hat vergangene Woche einen ganzen Kübel (also wohl so 5 Kilo) Äpfel gekauft – mit dem Plan, sie zum Brunch zu entsaften. Doch daraus ist bis jetzt noch nix geworden, weshalb ich mir jetzt einfach eine Reihe Apfel-Gebäck vorgenommen habe.

Dieses Rezept habe ich aus einem meiner ersten Backbücker (ich habe es diesem Blogpost zufolge mindestens seit August 2010): „Anniks göttliche Kuchen“ hat zwar eindeutig gestresste „quirky“ Mütter mit sehr klassischem Rollenverständnis zur Zielgruppe, aber die Rezepte darin sind trotzdem gut. Also oft recht einfach, aber mit vielen tollen Ideen.

Im Laufe der lezten 10 (?!?!) Jahre habe ich schon ein paar Sachen nachgebacken, z.B. diese großartige Rüblitarte (für die wär ja jetzt auch wieder Saison!), den Mohnkuchen oder die Apfeltarte. Außerdem ist Annik Weckers Grundrezept nach wie vor meine go-to-Orientierung für Biskuit.

Dieser gewöhnliche Rührteig wird durch gedünstete Äpfel und großzügig Rosmarin wirklich spannend. Weil ich nicht genug Zeit für 60 Backminuten hatte und außerdem keine Lust, mit dem anschneiden bis nach dem Foto zu warten, habe ich statt einer 24cm-Springform einfach Muffinförmchen genommen. Deshalb ist die Menge auch nicht an das klassische 12er-Blech angepasst; es kommen 16 bis 18 Stück heraus.

apfel-rosmarin-muffins
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Mohnmuffins mit Kandierter Zitrone

Nach gefühlt monatelanger Abwesenheit kann ich jetzt endlich mal wieder ins Blog schreiben (oder eher: erlaube mir das zu tun, weil *wichtiges* anderes Geschreibsel vom Tisch ist). Von der ganzen Reihe an Rezepten, die ich in dieser tatsächlich nur 16-tägigen Blogpause angesammelt habe (vom Backen hält mich nicht die allerlängste To-Do-Liste der Welt ab), kommt hier eines, das mir inmitten der Textwüsten ein Lächeln auf die Lippen zaubern konnte.

Das liegt einerseits an den bunten, aufmunternd schönen (und spülmaschinenfesten!) Silikonmuffinförmchen, die ich von meiner Tante geschenkt bekommen habe. Andererseits sind auch die Zitronen dafür verantwortlich: Ich habe sie als Mitbringsel aus Süditalien bekommen und genau wie vorletztes Jahr ersteinmal kandiert.

Durch diesen Schritt sind diese Muffins nicht unbedingt schnell gemacht – wobei sich die selbstkandierten Zitronenschalen vielleicht auch durch Zitronat und ein bisschen Zitronenschale ersetzen ließen. Überhaupt, Zitrone-Mohn ist eine bewährte, ziemlich tolle Kombi: ein ähnliches Muffinrezept habe ich schon im Blog veröffentlicht.

Weil nur die kandierten Schalen, aber überhaupt kein Saft im Teig ist, entsteht ein superzitroniges Aroma ohne den leisesten Hauch von Säure. Durch Frischkäse im Teig sind die Muffins auch noch ziemlich saftig. Guss oder Frosting habe ich mir gespart, sodass sie sich – wenig süß, wie sie sind – super als Frühstück oder Nachmittagssnack machen.

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Lakritz-Kekse

In Campobasso habe ich mir vor etwas mehr als einem Jahr verschiedene Sorten Lakritze gekauft. Damals fällte ich ein strenges Urteil:

Auf dem Weihnachtsmarkt probierte ich mich durch sechs verschiedene Sorten Lakritze (tl;dw: reine Lakritze ohne Zucker schmeckt so schrecklich, dass nicht einmal ein Becher Glühwein den Geschmack vertreiben kann)

(siehe Zuckersüß 316)

Allerdings entdeckte ich vor einiger Zeit beim Splendido-Magazin einen Artikel über Kekse mit Lakritz. Alle Rezepte, die ich von diesem großartigen Blog bisher ausprobiert habe, fand ich außerordentlich gut. Und weil ich immer noch etwas von der steinharten puren Lakritze übrig hatte, wagte ich den Versuch…

lakritzkekse in einer schwarzen schüssel auf weißem untergrund, daneben 5 stück lakrizte

…und war völlig hin und weg! In den süßen, sandigen Mürbteigkekserln verliert die Lakritze ihre aggressive Schärfe. Die kleinen Splitter sind außerdem viel crunchiger als z.B. Schokostückchen oder Nüsse.

Tatsächlich konnte ich sogar ein paar Lakritzhasser_innen von diesen Keksen überzeugen. Btw, hier im Blog gibts noch ein Rezept mit Süßholzwurzel, mit denen sich vielleicht jemand von (sanftem) Lakritzgeschmack überzeugen lassen könnte?

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Zuckersüß 355

Weil mein letzter Sonntagspost schon einige Wochen her ist, folgt hier ein langer Blogpost voller shameless selfplugs und crossposting zu meinen anderen Blogs. Springt einfach direkt zu den Links, wenn ihr mein Tagebuchblogging fad findet ;)

Ich war im Wetter, im Oreno Ramen und im Mochi Ramen (Lokal-Blogposts folgen!) essen und habe sehr viele Kekse im Mini-Format gebacken: Bravetart’s Chocolate Chip Cookies, Lakritzkekse (bald im Blog!), Erdbeerkekse, Ingwershortbread und Marzipanhörnchen mit Orangenblütenwasser.

Eine Reise nach Frankreich

In Paris habe ich die meiste Zeit tee- und weintrinkend mit Freund_innen verbracht und deshalb kaum etwas besichtigt – nicht mal eine Ausstellung habe ich mir angesehen. Für aktivistische Kunst im öffentlichen Raum braucht es das glücklicherweise auch nicht. An allen möglichen Orten der Stadt sind mir an Wände gekleisterte, schwarz beschriebene A4-Zettel mit feministischen Botschaften aufgefallen:

Im Park Buttes-Chaumont bin ich bei erstaunlich frühlingshaftem Wetter spazierengegangen. Von der dortigen Aussichtsplattform sieht eins wirklich sehr schön über die Stadt. Und abgesehen von ein paar posenden Instagrammer_innen, Jogger_innen und Eltern mit Kinderwägen ist vormittags kaum wer dort unterwegs, sodass sich eins gut ausruhen kann. Oder Zeitunglesen: Ich bin endlich dazugekommen, mir die Malmoe #90 vom letzten Jahr eingehend anzuschauen. Ohne diese linke Gazette (wie sie sich selbst bezeichnet) zu kennen, hatte ich sie vor Weihnachten im Soziologieinstitut mitgenommen und nur oberflächlich durchgeblättert. Am Ende hätte ich hier im Zuckersüß am liebsten auf die Hälfte der Texte (insbesondere das Dossier zum AMS-System und „Blinken in beige.“ von Katherina Braschel) verlinkt, leider sind sie nicht online.

Und dann habe ich auch noch mein erstes Interview auf Französisch geführt: Lionel Bonnamy von der Fabrique aux Gourmandises, der den Concours du Meilleur Croissant au Beurre 2019 in der Region Paris gewonnen hat, hat mir ein paar Fragen zu – wer hätte das gedacht – Croissants beantwortet (zu hören dann Ende März im Ö1 Moment Kulinarium!).

Anschließend war ich noch für ein paar Tage in Nancy. Der Campus Lettres et Sciences Humaines sah genauso grau und trostlos aus wie ich ihn kennengelernt habe und dann wurde auch noch, genau wie vor zwei Jahren, ein eintägiger Streik ausgerufen!

Ich holte mir zwar ein Flugblatt mit den Forderungen, entschied mich aber lieber für einen Stadtspaziergang, anstatt mich mit dem Blocus zu beschäftigen (2018 habe ich eine Reportage fürs Uniradio darüber gemacht!). Ich habe ein Kaffee-Merveilleux (Meringue gefüllt mit Kaffee-Sahne), mehrere Croissants, Beignets (viel schlechter als Krapfen!) und Baguette gegessen und war in der Plantation (sehr sympathische Bar gleich beim Bahnhof!) einen Punch Coco trinken.

Zurück nach Wien bin ich mit dem Zug via Strasbourg und Frankfurt. Die Reise hat ein bisschen länger als zwölf Stunden gedauert und war mir trotzdem tausendmal lieber als der Hinflug mit dem schrecklichen Sicherheitstheater (Stricknadeln verboten??). Ich habe mir ein Abendessen im Bordrestaurant (Gemüsecurry mit Kokosreis) gegönnt und mich ein bisschen wie in einer anderen Zeit gefühlt.

Kino

In Wien habe ich Lindenberg! Mach dein Ding angeschaut. Vor diesem Film kannte ich Udo Lindenberg nur als eher gruselig aussehenden alten Mann, der nie ohne Sonnenbrille unterwegs ist, aber scheinbar hat er in der BRD-Popkultur echt was verändert. Wie nah die Darstellung seiner Nachkriegskindheit, der Reeperbahn und der „linken“ Szene in den 1970ern an der Realität ist, weiß ich nicht, aber mir kommt es vor, als hätte ich dennoch eine neue zeitgeschichtliche Perspektive gewonnen (z.B. wäre mir nie eingefallen, dass deutschsprachige Popmusik so kurz nach den 68er-Revolten als Singen in der Tätersprache verpönt war).

Wegen Regenwetter habe ich mir in Nancy spontan La Llorona angeschaut (und mich wieder einmal über die freie Platzwahl in französischen Kinos gewundert). La Llorona („die Weinende“) ist eine Figur aus der lateinamerikanischen Mythologie, die in diesem Film einen ehemaligen General und seine Familie heimsucht. Das Ganze ist angelehnt an das guatemaltekische Militärregime der 1980er Jahre, das die indigene Bevölkerung massakrierte. The Verge fasst es gut zusammen:

La Llorona is a supernatural revenge story about a real atrocity — while Enrique is fictional, the horrific Guatemalan genocide and resulting war crimes trials are very much not. It’s a film about a cursed man, but more about a man who is a curse, poisoning the soul of everyone around him.“

Stellenweise habe ich mich ziemlich gegruselt (wenn ich gewusst hätte, dass La Llorona ein Horrorfilm ist, hätte ich ihn sicher nicht angeschaut!), aber gleichzeitig wieder einiges über ein Land gelernt, mit dem ich mich bisher gar nicht beschäftigt habe.

Im Heimkino (was für ein schreckliches Wort) habe ich endlich die zweite Staffel Sex Education auf Netflix fertiggebinged. Ich mag die Serie furchtbar gern, die Charaktere sind alle zum Liebhaben und die Probleme/Dialoge gleichzeitig teenagerpeinlich und supersüß. Dieser riesige Cliffhänger am Ende nervt mich aber ein bisschen – es dauert doch bestimmt eineinhalb Jahre, bis es weitergeht?

Bücher

Ich habe Christina Tosi’s Milk geschenkt bekommen und freue mich schon darauf, die Rezepte daraus auszuprobieren (glücklicherweise mit Cup- und Grammangaben). Außerdem ist Sara R. Farris‘ In the Name of Women’s Rights: The Rise of Femonationalism (s. a. der zugehörige Vortrag) bei mir angekommen. Und ich war bei der Präsentation der ersten zwei Bände von „Reihenweise kluge Frauen“, wo die Biografien von Margarete Schütte-Lihotzky und Hedy Lamarr vorgestellt wurden (drüben im Sketchnote-Blog steht mehr dazu).

Jetzt zu meinen liebsten Links der letzten Wochen:

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Mochi-Kuchen mit schwarzem Sesam

Das ist der BonAppetit-Kuchen, den ich in den letzten zwei Wochen gefühlte zehn Mal im Blog erwähnt habe, bevor ich ihn überhaupt getestet habe.

Der Guss ist so schwarz, dass er farblich fast mit meiner Teekanne mithalten kann.

Und was soll ich sagen: Das Rezept ist schrecklich. Nicht der Kuchen – der ist sehr interessant – nein, das Rezept. Amerikanische Mengenangaben (die Idee, die Menge *kalter* Butter in Cup-Volumenmaßen anzugeben?!?!?) bringen mich ohnehin regelmäßig zum Schimpfen. Aber die Anleitung für diesen Kuchen musste ich bestimmt fünfmal lesen (und ich bin eine doch halbwegs erfahrene Bäckerin), weil man an verschiedenen Schritten im Rezept Teilmengen der in Cups angegebenen Mengen in der Zutatenliste braucht und ich wieder alles deppert ausmessen (statt einfach zu wiegen!) musste. Meine Mitbewohner unterstellten mir dann erstmal „Freude am Sudern*“, aber ich schwörs**, am Kuchenbacken selbst lag mein Ärger sicher nicht!

* (dt.: jammern)
** warum will ich immer Wallah sagen, wenn ich irgendwo was von „schwören“ lese oder selber schreibe??

Eine Oberfläche, wie frisch geteert…

Ich habe mir natürlich alle Gewichtsangaben aufgeschrieben und versucht, das Rezept unten nicht nur aus dem Englischen zu übersetzen, sondern auch ein bisschen einfacher zu gestalten. Ganz einfach, straightforward, ist dieser Mochi-Kuchen mit schwarzem Sesam trotzdem nicht, aber das könnte man auch nicht von seinem Geschmack behaupten.

Als ich den schwarzen Sesam erst geröstet und dann gemahlen habe, breitete sich ein intensiver Duft von Blumenerde in der Küche aus und auch beim Reinbeißen lässt sich diese Note noch erahnen. Die Konsistenz ist dank des Klebreismehls ziemlich gummiartig, aber sonst wärs ja auch gar kein Mochikuchen. Der Karamellguss ist schwarz wie Teer und auch angeschnitten könnte eins glauben, der Kuchen ist völlig verbrannt. Und dennoch fand ich den Kuchen insgesamt richtig gut, er ist wirklich sehr anders als alles, was ich sonst so backe.

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Zuckersüß 354

In den letzten Tagen habe ich hawaiianisches Buttermochi, Scones, 3fach-Kokos-Muffins und Mochi-Kuchen mit schwarzem Sesam (bald im Blog!) gebacken.

Auf der Suche nach einem *guten* Krapfen in Wien (ein Vorhaben, das letztes Jahr gescheitert ist!) habe ich vier verschiedene probiert: von Oberlaa, Aida, Linsbichler und Waldherr – letzterer ist aktueller Favorit. Solange noch Fasching ist, werde ich aber in jeder Bäckerei, an der ich zufällig vorbeikomme, Krapfentesten. Katha Seiser hat das übrigens 2011 bei ihrem 3. jour doux mal supersystematisch getan – die Kriterien dort werde ich in Zukunft auch beherzigen.

Das rote Wien (Wien Museum MUSA)

„Das rote Wien“, die ausgelagerte Ausstellung des Wien Museums, lief jetzt schon ein paar Monate und ich hätte es beinahe nicht mehr hin geschafft. Beinahe – denn am vorletzten Ausstellungssonntag beschloss ich mit ca. 200 anderen Leuten hinzugehen und einer der letzten Führungen zu folgen.

Das klappte leider nicht so gut, weil man sich im Ausstellungsraum kaum umdrehen konnte, geschweige denn hören, was der Vermittler alles zu sagen hatte. Den ersten Teil schaute ich mir also „alleine“ an. Besonders in Erinnerung blieben mir dabei die Arbeiten von Margarete (Schütte-)Lihotzky, die nicht nur die Frankfurter Küche (s.a. Anke Gröners sehr informatives Referat oder Zeitsprung Folge 21 dazu) auf entwickelt hat, sondern z.B. auch eine funktionale, billig herzustellende Abwasch-/Badekombi für die Häuser der Siedlerbewegung. Sehr spannend fand ich auch das „Wiener Kinder 1. Buch“, eine Leselernfibel von 1927, die in sechs verschiedenen Schriften (Steinschrift, Akzidenz-Grotesk, Behrens-Fraktur, Augsburger-Fraktur, König-Schwabacher und Original-Schwabacher) gesetzt ist. Vor allem die letzten in der Liste sind mir sehr fremd, ich habe in der Grundschule Anfang der 2000er Jahre nämlich nur zweierlei Schriften gelernt…

Ab dem Bereich zur Frauenpolitik stieg ich dann in die Führung ein. Im roten Wien zwischen den Kriegen wurden ziemlich progressive Positionen, z.B. die Abschaffung des Abtreibungsverbots und Care-Arbeit diskutiert (s.a. „Es lebe drum: die Frau von heut! Frauenpolitik im Roten Wien“ von Marie-Noelle Yazdanpanah im Ausstellungskatalog, S.52). Was mir völlig neu war: die Rivalität zwischen Moskau als ideale kommunistische Stadt und Wien, als ideale sozialistische Stadt – „die rote Millionenstadt ist Hoffnung und Erhebung der arbeitenden Völker aller kapitalistischen Länder der Welt darum bleibe Wien rot immerdar“ (Cover des „Kuckuck“, April 1932). Insgesamt habe ich mir „Das Rote Wien“ aber umfangreicher vorgestellt, ohne ausführliches Hintergrundwissen oder eine Führung wär es wohl ein bisschen fad.

Ein paar Tage später war ich noch auf dem ersten Visualisierungsbarcamp, über das ich noch gesondert drüben im Sketchnote-Blog jasowieso.com bloggen werde. Und vergangenen Freitag lief dann auch noch meine Moment-Kulinarium-Sendung „Die Rennaissance des Rums“ auf Ö1, hier noch nachzuhören. Am Abend vor der Ausstrahlung gönnte ich mir einen Cocktail in der Halbestadt-Bar von Erich Wassicek, den ich tags zuvor interviewt habe. Er empfahl mir den „Pusser’s Painkiller“ aka, die „Piña Colada für Erwachsene“, mit kräftigem Rum, Kokoscreme, Orangensaft und Muskatnuss. Ich hatte völlig vergessen, wie gern ich die Kombi Kokos-Muskat habe (s.a.: Coconut Cupcakes von 2011).

Bücher

Mit Büchern abseits meiner Bachelorarbeit hatte ich auch endlich mal wieder zu tun: ich las das von Astrid Henn wunderschön illustrierte Kinderbuch Das Neinhorn von Mark-Uwe Kling durch (nicht besonders lang, ich gebs zu), diskutierte mit meinem Buchclub Saša Stanišićs Herkunft und blätterte Switched on Pop von Nate Sloan und Charlie Harding, das Buch zu einem meiner liebsten Podcasts, durch. Und ich habe mir Sara Farris In the Name of Women’s Rights: The Rise of Femonationalism bestellt, nachdem ich seit ihrem Vortrag im Dezember darüber nachdenke, ob ich wirklich *noch* ein Buch auf meinem ungelesenen Stapel brauchen kann (-> ja, weil ichs für eine Seminararbeit verwenden werde).

Hier folgen meine liebsten Links der letzten beiden Wochen:

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Hawaiianisches Butter-Mochi

Beim Schreiben des letzten Zuckersüß blieb ich ziemlich lange bei Bon Appetit hängen. Diese Seite hat nicht nur sehr erfolgreiche Kochvideos auf YouTube (die mich eher mäßig interessieren, tbh), sondern auch enorm spannende Rezepte, z.B. diesen Sesame Mochi Cake with Black Sesame Caramel. Leider habe ich es in den letzten sieben Tagen (was wirklich viel ist für ein Rezept, das ich uuunbedingt sofort umsetzen will), nicht geschafft, diesen Kuchen zu backen.

buttermochi
Die Fotos entstanden, genau wie der Kuchen, in ziemlicher Zeitnot…

Aber Klebreismehl schien mir eine so interessante Zutat, dass ich mich nach einem schnellen, einfachen Rezept zur Überbrückung umschaute. Hawaiianisches Butter-Mochi stellte sich nach kurzer Recherche am vielversprechendsten heraus: nur sechs Zutaten (plus zwei optionale) und eine Schüssel – fertig.

Sieht aus wie nicht anständig gebacken, ist aber einfach nur typische Klebreismehl-Konsistenz.

Tatsächlich habe ich wohl lange kein so einfaches Rezept mehr hier veröffentlicht, das gleichzeitig so spannend (weil mir völlig fremd) war. Die Konsistenz des Kuchens ähnelt im Inneren schon ein bisschen den zähen Mochi, wie ich sie aus der japanischen Küche kenne. Die Kruste dagegen hat etwas von gut durchgebackenem Biskuit. Und der Geschmack: super buttrig und auch ein bisschen „exotisch“, was der Kokosmilch geschuldet ist.

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Ufo-Muffins

An Halloween war ich auf einer Verschwörungstheorie-Party eingeladen. Obwohl es wirklich genug abstruse Verschwörungstheorien gibt (Echsenmenschen? Chemtrails? Weltuntergang?), konnte ich mich bis zum Nachmittag des 31. Oktobers selbst für kein Kostüm entscheiden.

Sehr kurzfristig wurde es dann „Außerirdische vom Mond“. Ich baute mir deshalb einen Halbmond-Hut aus Karton, der fast Ascot-würdig war, meine Begleitung ging als wunderschöner von oben bis unten silbrig-schimmernder (gut, dass ich Glitzriges so gerne mag, dass ich spontan Kleid, Cardigan, Strümpfe und Accessoires aus dem Schrank zaubern kann) Alien.

Mein Mitbringsel sollte auch noch dazupassen und schnell gehen (es waren ja nur noch ein paar Stunden bis zur Party), weshalb ich mich für die Schoko-Bananen-Muffins mit Kakaonibs und weißer Schokolade als Basis entschied. Nur, dass ich diesmal dunkle Schokolade (Nachthimmel!) verwendete und ein paar Zuckerstreusel-Sternchen (ferne Sonnensysteme!) draufstreute.

Und für noch mehr Verschwörungstheoriebezug bastelte ich noch Marzipan-Ufos, die ich mit Goldglitzer-Staub und Metallic-Zuckerguss verzierte. Mit diesem Ufo-Muffins fühlte mich fast an die goldenen Cupcake-Zeiten (2011: Peanut Butter Chocolate Chip Cupcakes mit Schokofrosting, Mandelcupcakes mit Schokofrosting, 2012: Christbaumcupcakes, Süßes Fastfood, Erdbeer-Kokos-Cupcakes usw.) dieses Blogs erinnert!

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Zuckersüß 353

Das letzte Zuckersüß ist jetzt schon wieder ein paar Wochen her. „Damals“ war noch nicht einmal Weihnachten, weshalb ich noch voll in der Plätzerlproduktion war – Kastanien-Biscotti mit Walnüssen, Ingwer-Shortbread, Hirschknöpf und Florentiner. Außerdem habe ich Zimtmarshmallows (wie die Vanillemarshmallows nur ohne Zuckerstreusel und mit Zimt in der Puderzucker-Wälzmischung), Kardamomeis mit Tahini-Karamell, Lemon Curd, Quark-Glückskekse und Olivenöl-Brownies gemacht. Sehr küchen-produktive Winterferien!

Über Silvester habe ich mit ein paar Freund_innen eine Schneeschuhwanderung abseits der Zivilisation (aka eine Berghütte die nur zu Fuß über verschneite Berge erreichbar ist) gemacht, wobei auch das Titelbild entstand. Auch unter erschwerten Bedingungen (Holzofen, keine Waage, kein Wasser im Haus sondern nur geschmolzener Schnee) habe ich gebacken: Bananen-Schokokuchen (ein kleines bisschen an diesen hier angelehnt), Zimtschnecken und Apfelstreuselkuchen (in etwa wie dieser Mispelstreuselkuchen).

Cocktails

Kurz vor Weihnachten war ich zum ersten Mal in der Matikibar und entschied mich für einen Klassiker: Mai Tai. Ich wusste, dass dieser Cocktail aus mehreren Rumsorten besteht (laut Karte: Rhum Agricole, Goslings Rum, Overproof Rum, Dry Curacao, Lime Juice, Orgeat Syrup, Demerara Syrup) und damit ziemlich stark ist. Aber dass er so stark ist, dass ich nach einem Drittel nicht mehr geradeaus schaue, hätte ich nicht gedacht. Das nächste Mal lass ich besser die Finger davon… Meine Begleitung hatte einen Dead Reckoning (laut Karte: Havana 7 Rum, Ruby Port Wine, Licor 43, Pinepple Juice, Lemon Juice, Maple Syrup, Angostura Bitters), der mir auch sehr gut geschmeckt hat. Besonders interessant: Die mit Vegeta gewürzten Popcorn!

Im Anschluss war ich noch im Puerta del Sol Tapas essen. Seit meinem ersten Besuch im Sommer 2016 (!) sind mir aber nicht die (sehr guten) Tapas besonders in Erinnerung geblieben, sondern der meiner Meinung nach beste Käsekuchen der Stadt. Ein Bröselboden aus dunklen Keksen, darauf eine (ungebackene) Frischkäseschicht und ganz oben ein Spiegel mit Kardamom, Chili und Limettensaft. So gut! Und noch immer nicht für die Zuckerbäckerei nachgebastelt…

Tags darauf war ich gleich nochmal Cocktails trinken und zwar in meinem allerliebsten Botanical Garden. Der hat leider zum Jahresende 2019 für immer zugesperrt, weshalb ich unbedingt nochmal meine Lieblingsdrinks dort trinken musste: Opium Espresso und Rioja Mule. Zwei „neue“ Getränke folgten noch für mich und meine Begleitung, nämlich der Beat Root und ein Corn & Oil.

Meinen Riesen-Bücherstapel habe ich leider nicht so weit bezwungen, wie ich vorhatte, aber dann muss ich mich jetzt im Januar halt mehr auf Postfeminismus, Personal Branding und Instagram (wissenschaftlich, nicht prokrastinierend) konzentrieren.

Hier folgen erstmal meine spärlichen Links der letzten Wochen:

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Jahresrückblick 2019

Ich lese sehr gerne die Jahresrückblicke anderer Leute (z.B. Soul Zeppelin, Heibie, Anke Gröner, Trois Etoiles), und deshalb will ich jetz auch noch *schnell* einen schreiben. Denn wofür habe ich sonst das ganze Jahr über eine digitale Strichliste geführt?

Im Blog landeten 31 Rezeptposts (Lieblinge: Buttermilcheis mit Obstbrand, Olivenöl-Brownies und Schoko-Bananen-Muffins)und 34 Zuckersüß-Linksammlungen (nicht unbedingt ein wöchentlicher Rhythmus…), außerdem noch 17 andere, denn insgesamt habe ich dieses Jahr 82 Posts veröffentlicht. Neu sind die Kategorien Cocktails, Bücher und Lokale, die letzten beiden ein Versuch, alles etwas übersichtlicher zu machen. Hat nicht so gut geklappt, denn am liebsten schreibe ich halt Rezept- und Zuckersüß-Posts, der Rest geht irgendwie unter.

Ich habe elfeinhalb Paar Socken gestrickt, das zwölfte ist sich gerade vor Jahreswechsel nicht mehr ausgegangen. Aber ein paar Fingerlinge habe ich auch noch zusammengebracht!

Ich habe 22 Bücher fertiggelesen: Versteckte Jahre von Anna Goldenberg, Alle, außer mir von Francesca Melandri, Super, und dir? von Kathrin Weßling, Frauen & Macht von Mary Beard, Das Millenial Manifest von Bianca Jankovska, Instagram Signature Style von Sylvia Fritzsch, Hunger von Roxane Gay, Helle Materie von Sina Kamala Kaufmann, Desintegriert euch von Max Czollek, Erinnerungen eines Europäers von Stefan Zweig, Wunderbare Jahre von Sybille Berg, Garten der verlorenen Seelen von Nadifa Mohammed, Middlesex von Jeffrey Eugenides, Makarionissi von Vea Kaiser, Warum ich nicht länger mit Weißen über Hautfarbe spreche von Reni Eddo-Lodge, Die neue ArbeiterInnenklasse von Veronika Bohrn-Mena, Aspekte des neuen Rechtsradikalismus von Adorno, Vom Ende der Einsamkeit von Benedict Wells, Die Hauptstadt von Robert Menasse, Half of a Yellow Sun von Chimamanda Ngozi Adichie, Eure Heimat ist unser Albtraum von Hengameh Yagoobifarah, und Herkunft von Sasa Stanisic.

Außer Wunderbare Jahre, Garten der verlorenen Seelen und Vom Ende der Einsamkeit würde ich davon alle weiterempfehlen. Angefangen und aufgegeben (weil zu uninteressant oder langwierig) habe ich Nullnummer von Umberto Eco, Bullshit Jobs von David Graeber, Stamped from the Beginning von Ibram X. Kendi und Profit over People von Noam Chomsky.

Ich war in neun Museen bzw. Ausstellungen: Im Weltmuseum Wien, bei Napoli Sotteranea und dem MANN Napoli, in der Kokoschka-Ausstellung im Leopold Museum, im Palazzo Massimo in Rom, im Computerspielemuseum in Berlin, im CO Berlin, im Haus der Geschichte Österreichs und in der Uncanny Values-Ausstellung im MAK.

Im Kino war ich dagegen nur fünfmal, und außer „Wie ich lernte, bei mir selbst Kind zu sein“ über das Leben von André Heller halte ich keinen Film für erwähnenswert.

Ich war in einigen tollen Restaurants, besonders in Erinnerung geblieben sind mir das Coda in Berlin (das erste Michelin-besternte Lokal, in dem ich gegessen habe! und dann habe ich nichtmal einen Post dazu geschrieben…) und La grotta da concetta in Campobasso. Mein allerliebstes Restaurant in Wien ist das Bruder, doch auch das Mochi und das marokkanische L’Orient fand ich sehr gut.

Ich habe versucht, mich ein bisschen durch die Wiener Barszene zu trinken, bin aber allzu oft wieder im allerliebsten Botanical Garden gelandet. Dort war ich kurz vor Weihnachten zum letzten Mal, denn leider hat die Bar zum Jahresende zugesperrt. Der Opium Espresso wird mir fehlen! Ich war auch im „Nachfolgelokal“ Moby Dick, dort war ich besonders beeindruckt vom Pairing Menu zu den Cocktails. Den besten Drink des Jahres hatte ich allerdings im Bruder: eine Boulevadier-Abwandlung mit Sauerkirschferment und rauchigem Speck.

Meine kulinarischen Entdeckungen des Jahres: Aubergine im Dessert im Coda, italienisches Grünzeug (Barba di Frate, Puntarelle, Cicoria tagliata), Guanciale, Spargel-Rhabarber-Salat und (selber-)fermentierte Getränke (Kombucha/Jun/Ginger Beer).

Ich war viel unterwegs: in Italien (Campobasso, Napoli, Rom, Bologna, Lecce, Brindisi, Alberobello, Putignano, Gioia del Colle, Matera), Ljubiljana, Berlin, Salzburg, auf der Alm (drei Mal, einmal sogar mit Schneeschuhen – Premiere!) und in Budapest.

Dann habe ich mich außerdem noch teilzeitselbstständig gemacht (engagiert mich für Sketchnotes von euren Events!), einen Bachelor in Sprachwissenschaft abgeschlossen, sieben Podcastfolgen veröffentlicht und 19 Beiträge/Sendungen für Ö1 gestaltet. Ach ja, und dann ist dieses Blog hier auch noch 10 (!??!?!) Jahre alt geworden!