Alle Beiträge von Jana

Birnen- und Traubenkaramell

Neulich habe ich Muffins mit Apfelkaramell überzogen. Dabei habe ich mir überlegt, dass das doch eigentlich nicht nur mit Apfelsaft, sondern auch mit anderen Fruchtsäften als Basis funktionieren sollte.

Kandidat dafür wurde zuerst naturtrüber Birnensaft, den ich aus Unachtsamkeit anstatt zu Sirup zu einem kohlenschwarzen Klumpen reduzieren ließ. Nicht nur musste ich dann fast eine Stunde lang den Topf schrubben, auch die ganze Wohnung roch einige Tage lang nach verbrannten Birnen. Merke: Unbedingt neben dem Herd stehen bleiben, wenn Sirup eingekocht wird!

Trauben- und Birnenkaramell

Für den zweiten Versuch hatte ich leider keinen naturtrüben Birnensaft mehr bekommen, sondern lediglich -Nektar. Der wurde beim Einkochen erstaunlicherweise zu Püree, was dem fertigen Karamell eine ganz andere, fluffigere und weichere Konsistenz gab. Den Unterschied zwischen Fruchtsaftsirup, wie beim Traubenkaramell oder dem originalen Apfelkaramell von 2013, und Püree als Rezeptbasis lässt sich auch gut auf den Fotos erkennen. Das Püree-Karamell behält seine Form, während das Sirup-Karamell schnell auseinander läuft.

Das Birnenkaramell habe ich außerdem mit etwas Zimt und Kardamom gewürzt, während das Traubenkaramell „pur“ blieb. Anders als beim Apfelkaramell habe ich auch keine Meersalzflocken daraufgegeben, das aber nur weil ichs vergessen hatte…

Trauben- und Birnenkaramell

Ich finde jedenfalls, dass das Fruchtsaftkaramell – egal ob jetzt Apfel, Birne oder Traube – eine erfrischende Abwechslung auf den klassischen Weihnachtsplätzerl-Tellern ist. Vielleicht wage ich mich im Laufe des Dezembers noch an weitere Varianten!

Birnen- und Traubenkaramell weiterlesen

Zuckersüß 264

Die Foodblogwelt wird mir zur Zeit ein bisschen zu sehr feiertag-ig. Überall nur Truthahn und Weihnachtsgeschenkewunschlisten – und ich habe noch nicht mal meine Sommerferien fertig verbloggt (ok, dafür gestern Pumpkin Pie)!
Dafür war ich am Freitag auf der Roboexotica in Wien – dem weltweit ersten „Festival für Cocktailrobotik“! Ich hatte mir das Ganze ein bisschen wie die Maker Faire vorgestellt, aber es war insgeheim viel weirder. Am Ende habe ich zwar eine von Menschen gemixte Moscow Mule getrunken, ich hätte aber auch Kaiserspritzer mit Lichteffekten, robotergefertigte Crepes mit Nutella oder vollautomatische Misosuppe haben können. Auch cool: Ein Austellungsstück, das nur dann Getränke ausschenkt, wenn man eine entsprechende Melodie (Freude, schöner Götterfunken!) auf einem zugehörigen Keyboard spielt und dabei die Augen von Monster-Musikern zum Leuchten bringt.

roboexotica

Und die Location erst! Ich wusste nicht, dass hinter dieser unscheinbaren Fassade im 17. Bezirk ein so cooler Kunstraum namens Reaktor versteckt ist, der früher mal Etablissement Gschwandner hieß. Falls ihr den Blogpost gleich nach Erscheinen noch lest – die Roboexotica ist heute noch bis 21h offen.

Für alle Nicht-Wiener_innen und die, die nicht aus der Tür gehen wollen, meine Lieblingslinks der Woche:

Zuckersüß 264 weiterlesen

Pumpkin Pie – oder Tarte?

Dieses Rezept ist eines der aufwändigsten, das ich seit langem gemacht habe. Aber dafür habe ich auch gleich zwei Tartes bekommen!

Tarte deshalb, weil die Füllung doch recht flach ist und den Titel Pie deshalb eigentlich nicht verdient. Eigentlich sollte auch doppelt so viel Füllung in den super Pie-Boden von Bravetart (auch für Pfirsich-Heidelbeer-Pie schon erfolgreich verwendet) kommen, aber meine Form ist nicht hoch genug…

Pumpkinpie

Gut, dass das Teigrezept ohnehin für zwei Pies (bzw. einen gedeckten Pie) ausgelegt ist – ich habe die Hälfte von Füllung und Teig einfach für ein paar Tage eingefroren.

Überhaupt bin ich in den letzten Monaten eine starke Verfechterin des Einfrierens geworden. Wie cool ist es, spätabends etwas aus dem Gefierfach zu ziehen (Chocolate Chip Cookies z.B. – schon wieder ein Bravetart-Rezept!) und ein paar Minuten später frisches Gebäck knabbern zu können? Ganz ohne Geschirr dreckig zu machen oder die Küche zu putzen?

Naja, zumindest bei diesem Rezept braucht es auch trotz vorgefertigten Komponenten etwas Zeit. Der Pie-Boden will nämlich ersteinmal blindgebacken werden, z.B. mithilfe von getrockneten Linsen:

Pumpkinpie

Nach einer guten halben Stunde im Ofen ist der Pie dann bereit zum Füllen:

Pumpkinpie

Leider nicht auf den Fotos: Der Weg zur Füllung. Dafür muss nämlich erstmal ein Butternusskürbis geröstet und püriert werden und Kondensmilch eingekocht werden. Letzteres geht zwar auch aus dem Supermarkt, aber anders als in den USA ist Kürbis-Püree in Dosen nicht standardmäßig in österreichischen Sortimenten. Da kann man ja gleich alles selber machen 😉 !

Pumpkinpie

Außer Kürbis und Kondensmilch sind übrigens auch noch viele Gewürze und, für die Stabilität, ein paar Eier in der Füllung.

Pumpkinpie

Nach einer weiteren halben Stunde im Ofen ist auch die Füllung durchgebacken (im besten Fall ohne annähernde Verbrennungserscheinungen). Anschneiden darf man die wunderbar duftende Tarte aber erst nach dem vollständigen auskühlen, nicht dass sonst noch die Hälfte davonläuft!

Pumpkinpie

Nach gefühlten Ewigkeiten in der Küche konnte ich dann endlich diesen amerikanischen Thanksgivingklassiker probieren. Damit habe ich wieder etwas aus der Liste der „berühmten“ Süßigkeiten abgehakt, das ich selbergemacht habe, bevor ich es irgendwoanders jemals probieren konnne (siehe auch: Oreos, Reese’s Cups und vielleicht auch Punschkrapferl).

Pumpkin Pie – oder Tarte? weiterlesen

Zuckersüß 263

Dieses Wochenende habe ich auf einem TutPro-Seminar der ÖH zum Themenkomplex Sexismus und Rassismus verbracht. Wenn ihr das Zuckersüß öfter lest, habt ihr bestimmt bemerkt, dass ich zu Diskriminierungen öfters Artikel teile. Die und ein paar Blogs (auch gesammelt in Über den Tellerrand: Feminismus) konnte ich dann sozusagen IRL weiterempfehlen, was mich sehr gefreut hat. Und am besten: Mehrere meiner Mitteilnehmer_innen schienen interessiert an der „uralten“ Technik des RSS-Feed-Abonnierens und Außerhalb-von-Social-Media-im-Internet-Lesens! Es folgt eines meiner Lieblings-Blogpostgenres, eine Liste mit meinen Linkfavoriten der Woche:

Zuckersüß 263 weiterlesen

Apfel-Clafoutis

Letztes Wochenende hatte ich ein paar Äpfel in der Küche rumliegen, die langsam, aber sicher braun wurden. Bei Minimalist Baker sah ich geschmorte Äpfel, doch das alleine aufzuessen (als Snack? Dessert? Hauptspeise?) erschien mir auch nicht die Lösung zu sein.

Nun scrolle ich, wenn es mir die Zeit erlaubt (Samstags also fast immer), vor dem Aufstehen erst einmal durch Twitter und Instagram. Dort sah ich viele wunderschön gestylte Foodfotos (Instagram), Schlagzeilen und Rants (Twitter). Nichts davon passte zu meinem Vorhaben, die Äpfel zu verbacken, aber immerhin war mir mittlerweile selbst etwas eingefallen: Clafoutis.

Apfel-Clafoutis

Meine Mutter macht manchmal ein großes Reindl Sauerkirsch-Auflauf zum Nachmittagskaffee, das klassischem Clafoutis gar nicht so unähnlich ist. Als ich in Marokko war, habe ich dieses Rezept auch einmal in einer Miniaturversion nachgebaut.

Deshalb hatte ich grob im Kopf, wie ein Clafoutis funktioniert, aber weil es Samstag war, wollte ich auch gleich schöne Fotos und daraus einen Blogpost machen. Das bedeutete, keine langwierigen Rezepttestereien, sondern am besten etwas, dass schon ausreichend bewährt ist. Eine Google-Suche auf Englisch brachte mich nur wieder zu doofen Cup-Angaben, sodass ich letzten Endes bei elle.fr landete. Deren Clafoutis aux abricots pour deux personnes funktionieren auch mit einem Apfel (immerhin einer weniger!) und ein paar Cognac-Cranberries zum Frühstück für eine ganz gut.

Es braucht eigentlich nur ein Ei, ein kleines Stück Butter, ein paar Esslöffel Mehl und ein Glas Milch. Außerdem einen Mixer (ein Ei mit der Hand schaumigschlagen ist schon arg mühsam).

Apfel-Clafoutis Apfel-Clafoutis

Ein kleines bisschen Rezepttesten blieb aber doch noch auf mir sitzen: Einen Teil der Clafoutismasse füllte ich in eine Silikonform, einen anderen in ein kleines Porzellan-Tartelette-Förmchen. Und letztere führte eindeutig zu einem besseren Clafoutis. Falls ihr also die Wahl habt: Nehmt lieber Porzellan (oder Glas, vielleicht auch Metall) als Silikon!

Apfel-Clafoutis

Übrigens: Außer dem Kleinen Kirschauflauf gibts in der Zuckerbäckerei noch weitere Rezepte für eine_n oder zwei: z.B.  Single Lady Fudge Cake und Kaffee-Kardamom-Eis

Apfel-Clafoutis weiterlesen

Walnuss-Muffins mit Apfelkaramell

Für Halloween hatte ich mir etwas supercooles überlegt: Walnussmuffins mit einem Apfelkaramell-Kern und einer Walnuss-Baiserhaube. Leider hat das dann nicht so funktioniert wie ich wollte, denn das Karamell in der Mitte schmolz beim Backen und floss an den Boden der Muffinförmchen.

1. Versuch Walnuss-Muffins mit Apfelkaramell
Karamell-Mitbacken hat leider nicht funktioniert

Ich wollte die Idee jedoch nicht aufgeben und startete einen weiteren Versuch für „100 Jahre Flip the Truck“, die erste Live-Podcastaufnahme meines liebsten Filmpodcasts.

Walnuss-Muffins mit Apfelkaramell

Diesmal schüttete ich das Apfelkaramell nach dem Backen auf die Muffins und verzichtete auf die Baiserhaube. Das übrige Apfelkaramell goss ich in eine Backform und ließ es darin fest werden, wie im Originalrezept von 2013 beschrieben.

Walnuss-Muffins mit Apfelkaramell

Statt der Baiserhaube gab es für diese Version, thematisch passend, die Avatare der vier Podcaster_innen auf Holzstäbchen und Banderolen um die Snoopy-Muffinsförmchen.

Die Muffins am Ort des Geschehens: Aufnahme im Café Sperlhof (Foto von Florian Simon)

https://twitter.com/jasowies_o/status/926483556834119680

Bei der Aufnahme selbst habe ich zwar nicht mitgeredet, denn Filme gehören nicht unbedingt zu meiner Expertise (ich glaube, ich höre mehr Filmpodcasts, als ich tatsächlich Filme schaue – super meta!). Dafür habe ich aber gesketchnotet, sodass eineinhalb Stunden auf ein bisschen mehr als A6 Platz fanden:

Jetzt aber genug Podcast-Content (dafür gibts ja eigentlich mein Lieblings-Plätzchen), auf zum Rezept!

Walnuss-Muffins mit Apfelkaramell weiterlesen

Zuckersüß 261

Auch wegen einer Hochzeit in der Familie (dieses und das letzte Zuckersüß-Bild stammen davon) war es hier im Blog etwas still. Nach wie vor schreibe ich aber an einem Marokko-Reisebericht, habe ein paar Rezepte in der Hinterhand und außerdem zwei Konferenzberichte zu tippen. Ich war nämlich sowohl auf der Privacy Week in Wien und auf der Subscribe 9 in München. Alles, was ich davon abgesehen spannend fand, findet sich in der folgenden Link-Liste: Zuckersüß 261 weiterlesen