Alle Beiträge von Jana

Zuckersüß 333

Mir fiel heute auf, dass ich vor ziemlich genau fünf Jahren mein Abitur geschrieben habe – mit allerlei Keksen dazu: Abiturkekse Pt. I: Studentenfutter-Haferkekse, Abiturkekse Pt. II: Classic Chocolate Chip Cookies, Abiturkekse Pt. III: Mohn-Marzipan-Plätzerl mit Traubengelee:

Und in dieser Woche habe ich nun meinen Bachelor in Sprachwissenschaft eingereicht. Das war zwar an sich keine Prüfung (die letzte hatte ich bereits im Januar abgelegt), aber wegen der vielen auszufüllenden Formularen fühlte es sich fast so an. Kein einziges Mal habe ich daran gedacht, mir zu diesem Ereignis einen Kuchen zu backen – so langweilig wie zu Schulabschlusszeiten war mir leider schon länger nicht mehr.

Aber bis ich das Zeugnis ausgehändigt bekomme, braucht die Uni bestimmt noch ein paar Wochen, ich habe also noch Zeit, mir ein dem Anlass angemessenes Rezept auszudenken. Apropos, im Oktober wird die Zuckerbäckerei unglaubliche 10 Jahre alt, dafür könnte ich auch schon einmal überlegen…

Ansonsten habe ich mich in dieser Woche vor allem geärgert, dass ich nicht bei der re;publica in Berlin sein kann und nicht mal Gelegenheit hatte, den Stream anzuschauen. Aber ich habe zwei Bücher fertiggelesen, über die ich vielleicht noch in der entsprechenden Post-Serie schreiben werde: Sina Kamala Kaufmanns Helle Materie und Max Czolleks Desintegriert euch. Ich war auf Uniexkursion im Technischen Museum (recht enttäuschende Erfahrung, tbh) und hatte viel zu viele Deadlines um mich herum. Trotzdem habe ich zweimal gebacken, nämlich einen Rhabarber-Zopf (angelehnt an Krebsen und Aluette) und kleine Eierlikör-Kastenkuchen (nach diesem Rezept von 2010, dem ich zurecht nicht ganz traute), die etwas zu sehr aufgegangen sind, als dass ich sie hier posten könnte.

Hier folgt eine vergleichsweise magere Lieblingslinksammlung:

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Buttermilcheis mit Obstbrand

Buttermilcheis war mir vor diesem Rezept von Bravetart noch nie begegnet, doch es klang leicht und frisch – und dank dem Stamperl Obstbrand darin auch ein bisschen ausgefallen.

Tatsächlich ist es supercremig und durch die Buttermilch ganz leicht sauer. Je nach Obstbrandsorte – ich habe einmal Zwetschgenbrand und einmal Marillenbrand genommen – bekommt das Eis dann auch noch eine subtile Fruchtnote. Frühlings-Eis-Favorit!

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Zuckersüß 332

Am Montag habe ich es endlich mal wieder zur Aufmacher-Medienrunde geschafft. Diesmal hat Pressefotograf Christian Bruna aus seinem Arbeitsalltag erzählt, es war sehr interessant:

Eine interessante ⁦@AufmacherM⁩-Runde mit Pressefotograf ⁦@brunapix⁩!#sketchnotes pic.twitter.com/NPA754l8Oj— Jana (@jasowies_o) 29. April 2019

Den Maifeiertag am Mittwoch habe ich zu meinem Wochenendstart erklärt und daheim in Niederbayern vorbeigeschaut. Dort habe ich in Omas Garten Rhabarber abgeschnitten und einen sehr guten Salat daraus gemacht: Fein gewürfelt, über Nacht in Zucker eingelegt, sodass er weicher und etwas weniger sauer wird. Doppelt so viel grünen Spargel ebenso fein gewürfelt, in Olivenöl angebraten und in ein paar Teelöffeln Orangenmarmelade geschwenkt, serviert mit gebratenen Frühlingszwiebeln und gerösteten Mandeln (das alles angelehnt an einen Satz in diesem Artikel). Dann war ich noch im Auwald der Isarmündung, um Morcheln zu suchen, habe aber leider keine gefunden. Nix ists geworden mit der geplanten Morchel-Spargel-Pasta von la mia cucina.

Stattdessen also einfach Spargel mit Hollandaise, von der mir drei Eiweiß übrigblieben, die ich sogleich zu Pavlovas verarbeitete. Statt wie die zwei, die schon im Blog sind (Aprikose/Pistazie und Kirsche), habe ich sie aber mit Rhabarberkompott serviert:

Hier folgen meine liebsten Links der Woche:

Rezepte

Gin-Basil Smash – GIN PESTO! – Bitters Blog
Das Originalrezept meines liebsten Cocktails.

Pistachio & Basil Tart – Always With Butter
Noch mehr Basilikum!

Lemon Mascarpone Crepe Cake – Completely Delicious
Ich sollte mal wieder einen Pfannkuchenstapelkuchen backen – den letzten gabs zu meinem 22. Geburtstag bzw dem 8. Blogjubiläum:

Ottolenghi’s Honey & Yogurt Set Cheesecake – Food52
Ohne Backen, dafür mit weißer Schokolade.

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Zuckersüß 331

Das Ostersonntagszuckersüß ließ ich mangels Tipp-Gerät (auf dem Smartphone bloggen ist mir viel zu anstrengend) einfach ausfallen, aber wofür sind denn Ferien da…

Aus der Karwoche muss ich aber trotzdem noch ein paar Sachen erwähnen, weil sie so cool waren: Ich war in der Grotta da Concetta in Campobasso essen und habe mich durch die molisanische Küche probiert: Als Primi Pancotto di fagioli (weiße Bohnen mit Brot, ähnlich denen, die ich im Herbst im Miseria e Nobilità gegessen habe) und Chitarra spigatelli e frutta secca (hausgemachte Nudeln mit Brokkoli und Trockenfrüchten). Als Secondi supergute hausgemachte Salsiccia mit Puntarella (fenchelgewürzte Schweinswurst und löwenzahnähnliches bitteres Grünzeug) und Palotte cacio e uovo (eine Art Knödel aus Weißbrot und Pecorino in Tomatensauce). Ich verstand von der Karte fast gar nichts, denn für spezialisierte Zutaten reicht mein rudimentäres Italienisch wirklich nicht aus (und ohne Netzempfang auch kein Wörterbuch im Smartphone!).

Umso spannender fand ich es, alles zu erschmecken und später nachzugoogeln, was das auf meinem Teller eigentlich war. Von der Nachspeise, Pastiera di grano, hatte mir ein italienischer Bekannter schon erzählt, ich freute mich sehr, sie so auch probieren zu können. Es handelt sich dabei um eine traditionelle neapolitanische Ostertarte aus Mürbteig, gefüllt mit Ricotta, kandierten Orangenstückchen und gequollenen Weizenkörnern. Mit zwei Vierterln Wein kam dieses ganze Menü auf gerade einmal 37€ – ein wirkliches Schnäppchen bei so guten Zutaten (das Restaurant ist schon jahrelang slow-food-prämiert).

Mein ehemaliges Vegetarierinnentum warf ich dann mit selbstgekochten (Leber-)Salsiccia-Bällchen aus der Wursterei eines Bekannten völlig über den Haufen. In Bologna, wo ich noch ein paar Freund_innen traf, probierte ich Tortellini (mit Fleischfüllung…) in Brodo und reichlich Prosciutto und Mortadella zu Tigelle von Mamma (nicht meiner, obvs). Dieses Hefegebäck mit großzügig Schmalz ist in der Emilia-Romagna beheimatet und wird in einer klappbaren Metallform direkt auf der Gasflamme gebacken – so ähnlich wie Batbot. Dazu gibt es meistens squacquerone, einen Frischkäse, der fast so cremig wie Mascarpone ist, aber ziemlich sauer/bitter schmeckt.

Dann war ich für ein paar Tage in Ljubiljana, was ich sogar schon verbloggt habe und nach Ostern endlich wieder in Wien, das inzwischen sommerlich (26°C im April?!) geworden war. Zum Sommer gehört mein liebster Lieblingscocktail Gin Basil Smash auch dazu, den ich diesmal mit einem Basilikumsirup nach dem Mixology-Magazin gemixt habe. Frischer Basilikum wird dafür erst blanchiert, dann in Eiswasser abgeschreckt und schließlich mit simplem Zuckersirup püriert. Nach dem Abseihen bleibt das Chlorophyll in der Flüssigkeit und übrig bleibt ein giftig grüner, sehr intensiv schmeckender Basilikumsirup.

Zum Schluss noch ein Radiohinweis: Für Moment Kulinarium von Ö1 habe ich letzte Woche einen Beitrag über Rhabarber gestaltet – nachhören ist noch bis kommenden Freitag möglich (außer ihr ladet ihn euch im Podcast herunter!).

Nach dieser unendlichen Geschichte folgen jetzt meine liebsten Links der Woche:

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Eine Reise nach Ljubiljana

Über Ostern war ich mit ein paar Freund_innen aus meinem Erasmus-Semester in Ljubiljana. Ausnahmsweise hatte ich mich für diese Reise um gar nichts gekümmert und im Vorhinein kein bisschen zum Ziel recherchiert. Und dann stellte sich Ljubiljana als unglaublich süße, sympathische Stadt heraus! So viel Grün, ein Fluss mit vielen Brücken und keine Autos in der Innenstadt – und glücklicherweise auch noch schönes Wetter.

Die rosa Kirche heißt eigentlich Maria-Verkündigungs-Kirche.

Praktisch Alles ist in zu-fuß-geh-Distanz und es gibt unzählige kleine Cafés, in die eins einkehren kann, wenn es doch mal zu anstrengend wird. Wir haben eine großartige Free Walking Tour (täglich 11h am Prešeren-Platz vor der rosa Kirche) mitgemacht und so weiß ich jetzt auch einiges über die Geschichte der Stadt. Das Habsburgerreich zeichnet sich z. B. immer noch gut an der Architektur ab, doch Jože Plečnik, quasi der Otto Wagner (dessen Schüler er war und an dessen Stadtbahn/U6-Haltestelle Gumpendorfer Straße er mitgewirkt hat!) oder Antonio Gaudí von Ljubiljana hat vielerorts sein Werk hinterlassen.

So schön grün alles!

Auf der Ljubilanica, dem kleinen Flüsschen (40 km lang und 37 Brücken!) das durch die Stadt fließt, fahren mehrere Boote auf und ab, die zu jeder vollen Stunde anlegen. Unseren obligatorischen Aperitivo (ich war mit ein paar Italiener_innen unterwegs) genossen wir also während einer 45-minütigen Bootstour.

Der „Berg“ ist nur etwa 70m hoch.

Zur Burg hinauf kann eins entweder zu Fuß gehen, oder faul wie wir, mit einer vollverglasten Seilbahn-Kapsel (1,50€ einfach für Studis) fahren. Knausrig wie wir sieht eins dort oben dann leider auch nicht so viel, die meisten Teile der Burg können nur mit einem Museumsticket besucht werden. Für den Ausblick über die Stadt und auf die Alpen lohnt sich das Ganze aber trotzdem.

Aussicht über Ljubiljana von der Burg aus
Aussicht über Ljubiljana von der Burg aus

Wie kaum anders zu erwarten, interessierte ich mich sehr für die lokale Küche. Glücklicherweise erzählte uns einerseits die Stadtführerin einiges über slowenisches Essen, andererseits konnte ich auch durch ein Kochbuch blättern, während meine Freund_innen die kitschigsten Kühlschrankmagneten aussuchten. Und probiert habe ich es natürlich auch:

Direkt am Anfang der von Plečnik erbauten Markthalle, die – Funfact – während des 2. Weltkriegs fertiggestellt wurde, weil die italienischen Besatzer sie wegen ihres Baustils als perfekte Ergänzung zu ihrem großrömischen Reich sahen, aßen wir zu Mittag. Mein Sauerkraut-Eintopf mit weißen Bohnen schmeckte mir so gut, dass ich ihn bei der nächsten Schlechtwettergelegenheit nachkochen werde. Dazu gab es gleich zwei Beilagen: Strudelj, das mir wie eine Mischung aus österreichischen und italienischen Gerichten erschien: Nudelteig gefüllt mit verschiedensten Sachen – Frischkäse, Spinat, Hackfleisch, Nüsse, Apfel etc – zum Strudel gerollt, gekocht und mit Butterbröseln serviert.
Ajdovi žganci fand ich besonders interessant, übersetzt war es als „Buckwheat Spoon Bread“, und stellte sich als gequollenes Buchweizenmehl mit Grammeln heraus.

In der Güjžina, einem etwas feineren Restaurant mit großer Weinauswahl konnte ich dank meiner vielen Begleiter_innen, die jeweils etwas anderes bestellten, praktisch die halbe Karte probieren. Und wieder waren die österreichischen und italienischen Einflüsse unübersehbar. Es gab Gnocchi mit Kürbiskernpesto und großzügig Kernöl, Kranjska klobasa, Käsekrainer mit Kren, Gulasch und Dödole, Kartoffelknödel mit Sauerrahm. Prekmurska gibanica, das traditionelle Dessert, mochte ich besonders. Es besteht aus einem Mürbteigboden und darauf vielen Lagen Strudelteig, der abwechselnd mit Mohn, Walnüssen, Äpfeln und Topfen gefüllt ist.

Glücklicherweise schaffte ich es auch, meine Reisegefährt_innen auf ein Getränk ins Kolibri zu überreden. Diese Cocktailbar erinnert nicht nur vom Namen her sehr an das BirdYard in Wien, sondern war auch so ähnlich gestaltet: großflächige Dschungeltapeten, viel glänzendes Metall und eine prominente Spiritousen-Wand. Die Signature-Cocktailkarte aus goldenglitzerdem Papier war parfümiert (wohl mit hausgemachter Vanilleinfusion) und enthielt sehr viel Interessantes. Ich probierte den „Coco & Rum“, der aus Kokosnussfett-gewaschenem (muss bei dieser Technik immer an den Murmeltierfett-Schnaps aus dem All You Can Eat-Magazine denken!) Rum, Cocoa Nib Syrup, Schokoladen- und Angostura Bitters gemixt war. Ebenfalls sehr gut fand ich den Rhubarbini mit Wodka, Rhabarber-Minz-Püree, Zitronensorbet und Prosecco. 11€ pro Getränk fand ich einen fairen Preis, wobei wir im Top Six, einem Club im sechsten Stock (super Aussicht) gewöhnliche Longdrinks um die Hälfte bekamen (viel weniger fancy, versteht sich).

Sortenreines Schokoeis bei cacao

Begeistert war ich auch von der Eisauswahl des „Cocoa“, das gleich neben der Dreifachbrücke beim Prešeren -Platz liegt. Dieser Laden hat tatsächlich eine extra Eiskarte mit Single Origin-Sorten! Ich probierte Santo Domingo- und Ecuador-Schokoeis, wobei es auch verschiedene Haselnusssorten und ca. 20 „normale“ Eissorten gab.

Ich hatte insgesamt mit etwas mehr jugoslawischen Übrigbleibseln gerechnet und vielleicht auch etwas günstigeren Preisen, aber das waren wohl meine uninformierten Vorurteile über den Ex-Ostblock. Unser AirBnB (das rein für touristische Zwecke vermietet wird und deshalb immerhin auch eine entsprechende Abgabe erforderte) gab für seinen günstigen Preis allerdings enorm viel her, die Küche dort war besser als die so mancher WG im meinem Umfeld. Und dem Plattenspieler nach ist der Gastgeber auf Hipster als Besucher_innen eingestellt. Ich entdeckte gleich zwei mir vorher unbekannte Künstler_innen bzw. Alben, die mir sehr gut gefielen: Equinoxe von Jean Michel Jarre (Psychodelisches Elektrozeug von 1978) ist in meiner Playlist verwigt, beim zweiten erinnere ich mich nicht an den Namen… Und aus unerfindlichen Gründen blieb mir ein Ohrwurm von Indochine‘s 3 nuits par semaine, vielleicht vertreibt ihn ja diese Verlinkung aus meinem Kopf.

Zurück kam ich mit dem Eurocity, der für 25€ Ljubiljana und Wien in 6h direkt verbindet – sehr wahrscheinlich, dass ich nochmal ein paar Tage in dieser wunderschönen Stadt verbringe!

Frischkäse-Kekse

*Früher* (also so um 2011 herum), als ich noch sehr oft Cupcakes gebacken habe, fragte ich mich immer, was passieren würde, wenn man (übriges) Frischkäsefrosting verbacken würde.

Diese Kekse sind die Antwort darauf – das Rezept von Betty Crocker (US-amerikanischer gehts eigentlich kaum mehr) liest sich wie eines für Frosting, nur dass dann eben noch Mehl und Backpulver dazukommt, sodass ein Teig daraus wird.

Aus reiner Experimentierfreude habe ich einmal Teigkleckse einfach so gebacken und später mit rosa Blutorangen-Zuckerguss überzogen. Den restlichen Teig habe ich zu Kugeln geformt, einfach nur in Mehl gewälzt oder alternativ in Mohn oder gemahlenen Walnüssen.

Meine WG wurde sich nicht einig, welche Version davon nun die beste war – aber dazu ist eine solche Auswahl vielleicht auch ganz praktisch. Mein Favorit waren die Kekse mit gemahlenen Walnüssen, aber allesamt waren sie unglaublich fluffig und nicht besonders süß. Den Zuckerschlecker_innen unter euch würde ich deshalb die Version mit Zuckerguss empfehlen – oder ein paar Esslöffel mehr Zucker im Teig.

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Zuckersüss 330

Ich bin wieder in Italien, aber nicht wie das Titelbild (vom Februar) vermuten ließe, in Rom, sondern mittlerweile weiter südlich in Molise. Während meines kurzen Zug-Umstiegs-Zwischenhalts in Rom besuchte ich den super-hipster Mercato Centrale direkt am Bahnhof Termini. Diese Markthalle, die kaum Rohzutaten sondern hauptsächlich Snacks beinhaltet, scheint ziemlich auf Insta-Foodies ausgerichtet und hauptsächlich von Tourist_innen frequentiert. Ich holte mir zweierlei Arancini (Norma mit Melanzani, Tomate und Mozarella und Siciliana, das zusätzlich auch noch Mandeln enthält) und setzte mich in den Park der Casa dell’Architettura ein paar Blocks weiter. Unbedingte Empfehlung für alle, die mal am Hauptbahnhof Rom etwas Zeit totschlagen müssen und sich ausruhen wollen.

Mit gutem Essen ging es an meinem Reiseziel gleich weiter: Einen halben Bund Barba di Frate / Mönchsbart (s. a. der super Blogpost von Keine Rezepte zu diesem Gemüse) habe ich mit zitronigen Spaghetti zubereitet (fast wie das Rezept von la mia cucina, das ich unten verlinkt habe!) und später blanchiert zu Burrata und geschmorten Tomaten serviert (etwa so, wie mir das Gemüse erstmals im Le Réciproque in Paris begegnet ist).

Für ein Indoor-Picknick (schlechtwetter sei Dank) habe ich außerdem einen Striezel gebacken (im Wesentlichen nach diesem Rezept), schon wieder den Lemony Whipped Feta With Charred Scallions der NYT gemacht und außerdem eine Menge Grissini (mehr oder weniger nach dem Rezept für Brioche-Stangerl + Parmesan).

Und dann habe ich noch gemeinsam mit ein paar Erasmus-Studis Ostereier gefärbt. Statt künstlicher Farben nahmen wir Kurkuma, Blaukraut und rote Bete, die auf den braunen Eiern (weiße ließen sich leider nicht auftreiben) nicht so gut hielten, wie bei meinem ersten Naturfärbe-Experiment 2015. Die Verzierungen mit Gummiringerln funktionierten aber sehr gut:

Hier folgen nun endlich meine liebsten Links der letzten Tage:

Rezepte

Spaghetti. Barba di Frate. Filetti di Pesce Persico agli Agrumi. – lamiacucina
Die fancy Version meines ersten selbstgekochten Barba di Frate / Mönchsbart.

Thunfisch in Sesamkruste auf Glasnudel-Gurken-Salat – Verenas Welt
Thunfischsteaks machen mir ein schlechtes Umweltgewissen, aber wie gut sieht das denn bitte aus?!

How to Make Sicilian Pasta With Sardines, or Pasta Con le Sarde – Serious Eats
Ich muss mal nach Sizilien.

There are many variations of pasta con le sarde, but they all consist of an unlikely combination of sweet and savory flavors: sweet sautéed onions, aromatic fennel and saffron, plump raisins, toasted pine nuts, salty anchovies, and oily chunks of fresh sardines. Plus pasta, of course (often bucatini, but spaghetti is a great choice, too). The pasta, sardines, fennel, and anchovies are all typical Italian ingredients, and the inclusion of raisins and saffron and pine nuts is a textbook example of Arabic culinary influence.

Texte

«Wir bekommen Twitter-Gehirne» – NZZ Folio (via DasFilter)
Dem „drüberhuschen“ beim digital-Lesen versuche ich mit diesen Sonntags-Linklisten zu begegnen. Sehr interessantes Interview mit der Neurowissenschaftlerin Maryanne Wolf von der UCLA.

Ich unterscheide zwischen zwei Arten des Lesens: dem oberflächlichen digitalen Lesen, bei dem es vor allem darum geht, möglichst schnell viele Informationen zu verarbeiten. Und dem zeitaufwendigen «tiefen» Lesen, bei dem ein kognitives Räderwerk aus Aufmerksamkeit, Gedächtnis sowie visuellen, auditorischen und sprachlichen Prozessen in Gang gesetzt wird. Beim digitalen Lesen verändern sich nicht nur die Augenbewegungen: Wir lesen den Anfang, huschen im Zickzack über den Mittelteil und lesen dann wieder den Schluss. Das digitale Lesen ist auf Geschwindigkeit geeicht.

A Blizzard of Prescriptions – London Review of Books
Nach diesem Longread kann eins nur noch den Kopf schütteln, wie verantwortungslos die USA in die aktuelle Opioidepidemie geschubst wurden…

the history of OxyContin, a so-called blockbuster drug whose lamentable success was owed to a confluence of factors particular to the US. They include, but are not limited to: the country’s dysfunctional privatised healthcare system, which makes it possible for addicts to accumulate doctors willing to prescribe painkillers in a way they can’t in the UK; a corrupt regulatory agency beholden to the industry it was tasked with regulating; a punitive legal paradigm that criminalises drug users instead of helping them; an abstinence-only approach to treating drug addiction that impedes evidence-based medication-assisted treatment; corporate greed; a political class that takes marching orders from the lobbyists of said corporations; entrenched poverty, joblessness and hopelessness; and a general epistemological failure when it comes to ideas about what ‘drugs’ are, which psychoactive chemicals are safe and which are dangerous, and what a drug dealer is supposed to look like. These factors converged in such a way as to unleash hundreds of millions of potent pills out into the world in the late 1990s and 2000s, which in turn prepared a consumer market for heroin.

Twenty First Century Victorians – Jacobin Mag (via @SarahTaber_bww)
Früher: Spaziergänge im Park in Sonntagskleidung und disziplinierte Bildung, heute: Fitness-Darbietung in schnittigen Leggings und übertriebener Fokus auf die *richtige* Ernährung.

For example, listening to music became an educational — rather than entertaining — experience. The eighteenth century’s classical chamber music functioned as a pleasant soundtrack for aristocratic soirees. At concert halls, the nobility would canoodle in their boxes, only half paying attention to the performers. But when the rising capitalist class attended concerts, they did not gab away in a convivial fashion: they sat still and demanded silence, in order to concentrate on the music. German Victorians coined the term Sitzfleisch — sitting flesh — to describe the muscle control required for sitting absolutely still during a concert performance. Even coughs and sneezes had to be stifled, lest they break anyone’s concentration and derail self-improvement.

Against Chill: Apathetic Music to Make Spreadsheets To – The New Yorker
Guter Kontrast zum obigen Artikel…

Although I recognize the utility of listening to non-distracting study music, I nonetheless find it disheartening to see art being reconfigured, over and over again, as a tool for productivity—and then, when the work is finally done, as a tool for coming down from the work. It’s especially disconcerting to see the practice of active listening (which can be a creative act as well as a wildly pleasurable one) denigrated, dismissed, or ignored. Background music is hardly a new development, but, previously, these sorts of experiences were mostly relegated to elevators and waiting rooms; now the groundless consumption of music has become omnipresent. 

The Religion of Workism Is Making Americans Miserable – The Atlantic
Arbeit als einziger Lebensinhalt:

In the past century, the American conception of work has shifted from jobs to careers to callings—from necessity to status to meaning. In an agrarian or early-manufacturing economy, where tens of millions of people perform similar routinized tasks, there are no delusions about the higher purpose of, say, planting corn or screwing bolts: It’s just a job.

Alt-texts: The Ultimate Guide – Axess Lab (via @anit0r)
Wie man einen guten Bild-Alternativtext schreibt, sodass er Screenreader-Nutzer_innen auch weiterhilft.

Well frankly, you can also get the necessary information from the image at a glance, and that’s what we’re trying to achieve for users with screen readers as well. Give the necessary information in the alt-text, but make it as short and concise as possible.

Lehrer: „Guten Morgen, Herr Harbsmeyer“ – ZEIT ONLINE
Aushilfslehrersein klingt furchtbar.

An der Stadtteilschule darf ich nämlich gar nichts vorbereiten. Erst am Morgen lese ich in einer App, was der Arbeitstag bringt. Ich habe keine Ahnung vom Matheunterricht der 7b oder vom Religionskurs der Klassen 5a und b in der 6. Stunde. Keine Ahnung, was ihr Thema ist, keine Ahnung, wer die Kids sind und wie die so drauf sind. Keine Ahnung, wo der Raum ist. Keine Ahnung, was zu tun ist, falls die erkrankten Lehrer mir keine Materialien hinterlassen haben. Was bisher immer der Fall war. Was kann ich machen, wenn ich keine Ahnung habe? Hausaufgaben machen lassen, Referate vorbereiten?

A Genealogy of Blue – kottke.org
Der französische Historiker Michel Pastereau hat ein Buch über die Kulturgeschichte der Farbe Blau geschrieben. Klingt interessant!

Blue’s fortunes changed in the Middle Ages when it became associated with both the heavens and heaven, and particularly an association with the Virgin Mary. French royalty adopted blue as their official color; and in modernity, the introduction of indigo from the Americas and the invention of Prussian blue in the early 18th century helped cement blue (along with white and red) as part of a tripartite color scheme that gave us the flags of Great Britain, the United States, and France.

Wie ich einmal fast eine Reportage schrieb – journalist – das Medienmagazin
Ein Werkstattbericht:

Vor zwei Jahren scheiterte ich an einem Text für das Geo Magazin. Nein, hier muss ich präziser sein: Ich scheiterte an der Geschichte. Der Text erschien trotzdem (Vom Dunkel ins Licht, Geo, 12/2017), nur in anderer Form. Ursprünglich sollte ich eine Reportage über ein blindes Kind schreiben, das nach einer Operation sehen lernt. So sollte ich, Pars pro toto, die Arbeit der Hilfsorganisation Project Prakash beleuchten, deren Mission es ist, Kinder aus armen Familien in Nordindien vom grauen Star zu befreien. Aus der Geschichte über ein gewendetes Schicksal wurde ein Feature über die Hilfsorganisation und ihre Grundlagenforschung zur visuellen Wahrnehmung. Ich hatte viel erlebt, viel zu viel notiert, und doch ließ sich daraus keine dichte Reportage machen.

Kein Anlass zur Aufregung. – READ ON MY DEAR, READ ON.
Die Normalisierung sexueller Belästigung führt zu sowas:

Auf die Idee eine Anzeige aufzugeben oder gar die Polizei zu rufen, war ich nicht gekommen, denn war denn in Wirklichkeit überhaupt etwas geschehen und war das Geschehene nicht dann doch auch fast lächerlich zu nennen? Kein Anlass zur Aufregung, so viel stand fest.Ich schwieg also lieber und überhaupt arbeitete ich viel in diesem Sommer, der kein Sommer mehr war.

Audio/Video

Podcast #91 – Fake News Blues – Bruttofilmlandsprodukt
Hari List und Birgit Jetschko zerlegen den „Podcast“ von Ö1/FM4/Filmakademie Wien.

Phone Tones – Twenty Thousand Hertz
Die Geschichte der Telefontöne.

Sonst So

City of Vienna – Saffron Brand Consultants (via @i_am_fabs)
Wien hat eine neue visuelle Identität bekommen.

TONIC – Postmoderne in der Steppe
Fotostrecke brutalistischer Bauten in Kazachstan.

Busy Doing Nothing – The Baffler
Megan Marz stellt zwei Bücher vor, die sich mit dem Nichtstun abseits der Digital-Detox- und Produktivitäts-Ratgeber beschäftigen: Melissa Gregg’s Counterproductive: Time Management in the Knowledge Economy und Jenny Odell’s How to Do Nothing: Resisting the Attention Economy.

Foto

Blick aufs Kolosseum

Backkatalog

Polenta Cornbread

Wieder mal eines dieser Rezepte, das ich im Internet gesehen und *sofort* beschlossen habe, es auszuprobieren. Problem hier: Buttermilch gehört nicht zu den Zutaten, die ich immer im Vorrat habe (in den USA scheint sie dagegen grundsätzlich pantry staple zu sein). Ich musste also tatsächlich den nächsten Vormittag abwarten, um mir die nötigen Zutaten kaufen zu können.

Mit Buttermilch zur Hand ist das das schnellste und einfachste Rezept, das ich seit langem umgesetzt habe – einfach alles in einer Schüssel zusammenrühren, in eine Form schütten und 20 Minuten backen.

Heraus kommt ein Gebäck, dass sich sehr schwer zuordnen lässt. Das Cornbread ist nur sehr wenig süß, mit sehr leichtem Zitronenaroma und fluffig-körniger Konsistenz. Es passt genauso gut als Beilage zu einem Eintopf wie zu Butter, Honig und Marmelade. Und am besten schmeckt es eindeutig noch warm aus dem Ofen oder kurz aufgetoastet.

Polenta Cornbread weiterlesen

Zuckersüß 329

In dieser Woche habe ich Shutterbean’s Polenta Cornbread ausprobiert und die übrige Buttermilch zu Buttermilk Ice Cream nach Stella Parks verarbeitet. Außerdem habe ich endlich mal wieder eine Tajine gemacht und dazu unumgängliches Tafaya. Der Lemony Whipped Feta With Charred Scallions der NYT Cooking, den ich auf Instagram entdeckt hatte, stellte sich außerdem als super Dip heraus.

Apropos Tajine: Obwohl ich 2014/15 mehr als ein Jahr in Marokko verbracht habe, habe ich offensichtlich kein einziges Mal eine Tajine verbloggt. In „Neues aus Marokko“ habe ich zumindest über Tafaya, die Schmorzwiebeln mit braunem Zucker, Rosinen und Zimt geschrieben, die ich wirklich viel öfters und zu allem machen sollte.

Mir fiel außerdem auf, dass es jetzt ein Jahr her ist, dass der Campus meiner Erasmus-Uni in Nancy besetzt wurde und ich darüber einen aufwendigen Radiobeitrag produziert habe, den es hier zur Gänze gibt.

Genug Rezeptlinks im Einführungstext, hier kommen meine liebsten Links der vergangenen Tage:

Rezepte

Bärlauchkapern – HighFoodality
Spannend!

Persian Herb and Chicpea Stew With Rice – Half Baked Harvest
Klingt lecker.

Texte

Why „Doing Nothing“ Is the Best Self-Care for the Internet Era – GQ (via Pro2koll)
Ich bin sehr, sehr schlecht im Nixtun.

In her [Jenny Odell’s] eyes, there are two primary culprits responsible for our modern malaise: social media and the cult of productivity. The former robs us of attention, foments hysteria and anxiety, and collapses context („keeping us trapped in a fearful present“). The latter dictates that any surplus time we do have be used „productively,“ driven towards some end goal or task.

Meet Amanda Cox, Who Brings Life to Data on Our Pages – NY Times
Die NYT hat eine eigene Datenvisualisierungsredakteurin!

“I think data journalism is successful when you don’t need the adjective,” Ms. Cox told the podcast “Data Stories” in 2015, “when it’s indistinguishable from journalism journalism.”
And data visualization — how best to present it with tools like charts, graphs and interactives — is not a new challenge, but one that news organizations have taken on more seriously as they make greater use of data.

The New Social Network That Isn’t New at All – NY Times (via Julian Schmidli’s Mailing List)
Plötzlich überall Newsletter!

For me, a guy writing dispatches from home in his pajamas, email offers a more personal connection between writer and audience. Since beginning The Dump, I’ve traded emails with people who might have followed me on Twitter but felt more comfortable talking with me one on one.

Wie aus einem syrischen Fernsehstar eine Berliner Spitzenköchin wurde – bento
Dieser Text ist so unglaublich bento-ig (wieso so viel Fettgedrucktes, warum so clickbait-y?) geschrieben, dass es mich sehr nervt. Aber die Geschichte ist interessant:

Mit ihrer Familie muss sie nach Jordanien fliehen, landet im Flüchtlingscamp Zaatari. Als Gäste für eine Fernsehshow über das Camp gesucht werden, meldet sich Malakeh. „Da meinte der Produzent zu mir: Du bist fotogen und schlagfertig. Du brauchst eine eigene Show.“
Er engagiert Malakeh für ein Koch-Talk-Format. Malakeh soll eigentlich einen Koch an die Seite gestellt bekommen, aber das Budget des kleinen Senders ist knapp. „Ich sagte, dass ich auch ganz gut essen zubereiten kann und schon hatte ich beide Jobs.“

Der Mann jagte, die Frau hütete Kinder? Basler Archäologin räumt mit Uralt-Klischees auf – Watson.ch
Oh hi Patriarchat…

Das Bild von den altsteinzeitlichen Männern, die die Kunst erfunden haben, bekommt Risse, weil man an Handabdrücken sehen kann, dass auch Frauen ihre Hände auf den Höhlenwänden verewigt haben. Ebenso Kinder. Wir müssen davon ausgehen, dass Männer, Frauen und Kinder vermutlich gemeinsam in Höhlen rituelle Praktiken durchführten. Nicht zuletzt deshalb ist zu hinterfragen, weshalb die figürlichen Darstellungen ausschliesslich von Männern stammen sollten. Dafür gibt es keinen Beweis – und auch keinen Grund. Was für Männer selbstverständlich und ohne wissenschaftliche Grundlage gesetzt wird, braucht für Frauen umgekehrt eine hieb- und stichfeste wissenschaftliche Beweisführung – etwa, dass sie auch einen Beitrag zur Ernährung, zur Kunst oder zu Innovationen geleistet haben.

Sommeliers – Kellner für Geschmacksbehinterte? – Quark und so (via @fettessen)
Warum ein Sommelier kein unnötiger Luxus ist:

Ein Normal-Esser, der sich von seinem Durchschnittsgehalt vielleicht einmal im Jahr den Gang ins Sternerestaurant leistet, will auskosten, was Küche und Keller hergeben. Er will das optimale Geschmackserlebnis und seinen Horizont erweitern. Das geht in der Dorfkneipe in aller Regel nicht.
Der Wirt will, dass der Gast zufrieden ist und vor allen Dingen wieder kommt. Doch wenn der Gast zu seinem Sterneessen auch selbst den Wein aussucht und das obere Regal anvisiert – ist ja nur einmal im Jahr – kann er sich gewaltig vergreifen.
Lässt er einen repräsentativen Chateau Lafite zur Seezunge entkorken, geht das schlecht aus, und zwar für alle Beteiligten: den Gast, den Wirt, den Wein und die Seezunge. Daran hat niemand Interesse.


Video/Audio

Jugendstil Podcast
Kürzlich entdeckt, cooles Podcastprojekt mit jungen politischen Gäst_innen in Wien.

xanny – Billie Eilish
Erst durch den Hype ist diese großartige Sängerin in meine Wahrnehmung geraten.

Sonst So

Friedrich von Borries. Politics of Design, Design of Politics – Pinakothek der Moderne
Diese Ausstellung (noch bis 29.9.) würde ich gerne anschauen. Müsst halt in München vorbeikommen..

Foto

Eine sommerlich gelb gestrichene Gasse in Rom.

Backkatalog

Hamantaschen mit Frischkäse und Heidelbeergelee

Von Hamantaschen, einem traditionellen Gebäck zum jüdischen Purimfest, las ich vermutlich zum ersten Mal bei Molly Yeh. In echt gesehen oder probiert hatte ich bis dahin noch nie welche. Zufälligerweise war Mitte März Purim und so machte ich einfach selber welche.

Im Teig ist nicht etwa Butter oder Margarine, wie meistens in Teigen, die ausgerollt werden, sondern Öl. Dadurch bekommen die fertigen Hamantaschen trotz ihrer eindeutigen Keks-Eigenschaften (klein, knusprig, mit Marmelade gefüllt) einen „kuchigen“ Charakter, den ich sehr spannend finde. Diese hier – nach einem Rezept von Molly Yeh – sind außerdem mit Frischkäse gefüllt, was einen stark an Käsekuchen denken lässt.

Natürlich wollte ich am Ende auch wissen, wieso Hamantaschen so dreieckig geformt sind und was es mit dem recht deutsch/jiddisch klingenden Namen auf sich hat. Das Time Magazine bot Antwort:

Sometime in the 18th or 19th century in Germany and Eastern Europe, a triangular pastry pocket filled with poppy seeds often called Mohntaschen — mohn meaning meaning poppy seed, and tasch meaning pocket — came onto the scene. The word became a pun around Purim: oznei Haman plus mohntaschen created hamantaschen.

A Real Purim Story: How Hamantaschen Cookies Got Their Name – Time.com

Haman ist übrigens ein Bösewicht im alten Testament (und oznei sind seine Ohren auf hebräisch), der von einer mutigen Frau besiegt wurde:

“King Ahasuerus loved to have parties and he had this giant event where he asked his wife Vashti to dance for him,” she says. “But Vashti refused, so he sent her away to be executed and held a beauty pageant to find another wife, which is how we got to Queen Esther.” In the story, Esther, whose cousin Mordechai was a leader in their Jewish community, kept her religion to herself until Haman, one of the king’s advisers, hatched a plan to exterminate the Jews. By speaking up, Esther saved her people—and in the end Haman was the one executed on the gallows he had hoped to use to hang Mordechai.

The Feminist History of the Jewish Holiday of Purim – Time.com

Weihnachtsplätzchen schmecken auch im Sommer, Ramadansüßigkeiten (Speckia <3) könnte ich ganzjährig essen und seit neuestem kann ich das auch für jüdisches Festtagsgebäck bestätigen. Backt euch doch auch welches!

Hamantaschen mit Frischkäse und Heidelbeergelee weiterlesen