Alle Beiträge von Jana

Kastanien-Biscotti mit Walnüssen

Vergangenen Freitag lief mein erster Beitrag für Moment Kulinarium, die „Food“-Sendung von Ö1 im Radio. Für „Maroni in der Küche“ recherchierte ich den Esskastanien abseits vom Maroni-Standl hinterher.

Ich verbrachte u.a. einen Nachmittag bei den Kaestnklauban im Burgenland, wo ich nicht nur erstmals eine Kastanienverarbeitung sah, sondern auch lernte, wie man mit Kastanienmehl umgeht. Weil Kastanien botanisch Nüsse sind, ist das Mehl daraus glutenfrei und bindet fast nicht. Etwa ein Drittel der (glutenhaltigen, bindenden) Mehlmenge kann man durch Kastanienmehl ersetzen, bevor das Ergebnis zerbröselt, sagte mir die Rezeptentwicklerin des Vereins, Herta Pichler.

Ich habe mir gedacht, ich ersetze statt Mehl einfach andere Nüsse, das wertvolle Kastanienmehl wollte ich nämlich keinesfalls verschwenden. Deshalb habe ich die Cantuccini mit Walnüssen von vor gut zwei Jahren leicht abgewandelt. Sehr lecker!

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Zuckersüß 318

Vergangenen Januar hatte ich beschlossen, meine sonntägliche Linksammlung ausführlicher zu machen. Das Experiment war halbwegs erfolgreich, aber auch ziemlich anstrengend. Deshalb gibts hier vorerst wieder „nur“ meine liebsten Links der letzten Wochen:

Rezepte

Broccoli-Quinoa Salad with Buttermilk Dressing – Bon Appetit
Ich habe gefühlt schon ewig keinen Quinoa mehr gegessen und Brokkoli ist sowieso immer gut. Lunchbox-Plan!

How to Make Kombucha At Home – Shutterbean
Spannend!

Knoblauch in Honig fermentieren – BIORAMA (via @JollySea)
Fermentation überall – aber davon habe ich noch nie gehört

Schokoladen-Käsekuchen – Klitzeklein
Festtagsbäckerei!

Mascarpone Ricotta Cheesecake mit Biscotti-Boden – Backbube
Und gleich noch ein krasser Käsekuchen.

Lemon Ginger Turmeric Wellness Shots – Minimalist Baker Recipes
WTF? Die #health-Bubble hat ja langsam wirklich einen Vogel – wer trinkt den sowas statt einem Schnaps?

Texte

How Millennials Became The Burnout Generation – Buzzfeed News
Dieser Text beschäftigte mich sehr lange in dieser Woche, an viel zu vielen Stellen erkenne ich mich selbst wieder…

Yet the more work we do, the more efficient we’ve proven ourselves to be, the worse our jobs become: lower pay, worse benefits, less job security. Our efficiency hasn’t bucked wage stagnation; our steadfastness hasn’t made us more valuable. If anything, our commitment to work, no matter how exploitative, has simply encouraged and facilitated our exploitation. We put up with companies treating us poorly because we don’t see another option. We don’t quit. We internalize that we’re not striving hard enough. And we get a second gig.

Warum ich weiße Männer als weiße Männer bezeichne – divers
Arpana Berndt hat einen der interessantesten/lehrreichsten Instagram-Accounts, die ich kenne. Dort erschienen auch Teile dieses Texts zuerst:

Wenn ich also von weißen Männern spreche, geht es nie darum, dass alle weißen Männer scheiße sind und sich unreflektiert verhalten. Wenn weiße heterosexuelle cis-Männer von safer spaces ausgeschlossen werden, geht es nicht darum, dass alle weißen heterosexuellen cis-Männer sich immer daneben benehmen, sondern in erster Linie Betroffene zu schützen. Ich bin mit weißen Männern befreundet, wohne mit weißen Männern zusammen, habe weiße männliche Familienmitglieder und bin mit einem weißen Mann zusammen. Ich würde es mir ja nicht antun etwas mit diesen Personen zu tun zu haben, wenn sie sich ständig unreflektiert verhalten würden. Es heißt auch nicht, dass weiße heterosexuelle cis-Männer nicht von Diskriminierung betroffen sein können, schließlich gibt es viele weitere Diskriminierungsformen wie z.B. Klassismus und Ableismus. Es heißt erst mal, dass sie nicht wegen ihres Geschlechts, ihrer Sexualität und ihres Weißseins diskriminiert werden und somit privilegiert sind.

30 Euro für eine Reportage aus Kabul – Übermedien
Die großen Magazin-Titelstories aus dem globalem Süden entstehen häufig auf dem Rücken lokaler Journalist_innen.

Für jemanden, der seit mehreren Jahren aus und über Afghanistan berichtet, ist dies allerdings weder ein Einzelfall noch eine Ausnahme. Journalisten, die in solchen Regionen unterwegs sind, wissen nämlich, dass es immer wieder einige Kollegen gibt, die krampfhaft bestimmte Geschichten suchen. Sie sind meistens weiß, westlich, oftmals männlich, stets mit Dolmetschern und Fixern unterwegs, und sehen die Welt durch eine dicke Orientalisten-Brille. Sobald sie zurück ihrer Heimat sind, gelten sie dann als ausgewiesene „Experten“, die vieles zu erzählen haben, Kulturen und Traditionen kennen und womöglich ein paar Fetzen in den jeweiligen Landessprachen sprechen können.

The Soccer Politics of Morocco- The New York Review of Books (via Lea Wölfl)
Mir wurde in Rabat oft gesagt, ich solle doch so ja nicht außer Haus gehen, am Nachmittag vor wichtigen Derbys. Doch die Raja-Hooligans haben mittlerweile eine politische Botschaft

In Casablanca, there was a time when people locked themselves in on nights of soccer games for fear of the city descending into chaos as fans swirled through the streets, destroying everything in their path. But in recent years in Morocco, a country of 35 million people, soccer fans have developed a sense of civic duty, a political consciousness.

Acht Jahre Arabischer Frühling. Und jetzt? – MO

So sehr Tunesien im Vergleich zu anderen Ländern stabil erscheint, macht es einen fragilen Eindruck auf mich. Jede Unruhe könnte die Stimmung im Land kippen lassen. Der geflüchtete Despot Ben Ali hat dem Land Milliarden Dollar geraubt und seine Wirtschaft massiv geschädigt. Nun kommt eine Haltung auf, in der sich jeder selbst am nächsten ist.

Wie wir wurden, was wir waren: Die letzte Brigitte-Diät – Das Lied der dicken Dame (via @journelle auf insta)
Glücklicherweise habe ich noch nie in meinem Leben das Bedürfnis verspürt, geschweige denn die Disziplin gehabt, eine Diät zu machen..

Wenn man ihr Editorial zu 50 Jahren Brigitte-Diät liest, weiß man nicht, ob man vor Zorn oder Entsetzen platzen soll. Es ist mir nicht klar, wie sehr man sich selbst und seine Leserinnen verachten muss, um beim letzten Aufbäumen auf so kleinem Raum so viel toxische Dummheit und unverschämte geschichtliche Umdeutung zu verspritzen. In der Einleitung der Frau Huber, sowie im hinteren Teil des Blattes wird die Expertise eines Herrn Prof. Dr. Christoph Klotter von der Hochschule Fulda mehrfach bemüht, um die Herleitung Diät = Gleichberechtigung zu unterfüttern. Der bezeichnet die Brigitte-Diät nicht nur brav und zitierfähig als „ein Zeichen von Aufbruch und Emanzipation“ (S.5), sondern gar als „Neustart“ nach dem Schock der Naziherrschaft und versteigt sich später dann noch zu der verblüffenden Formulierung, das „Umsetzen der Brigitte-Diät“ sei „also mit einer Kriegserklärung an das männliche Geschlecht verbunden“ gewesen (S. 103).

AfD in Bayern: Die Parallelgesellschaft – ZEIT ONLINE
Die rechte Blase auf dem Land lässt sich kaum mehr zerstechen.

Folgt man Beißmanns Argumentation, dann hat die AfD in Pfarrkirchen eine Lücke gefüllt, die andere Politiker hinterlassen haben. Mit der AfD ist eine Partei entstanden, die zwar kaum demokratisch umsetzbare Lösungen anbietet, aber glaubhaft machen konnte, die Alteingesessenen zu verstehen und ihre Anliegen ernst zu nehmen. Eine Partei, die den Leuten, die jeden Tag brav zur Arbeit gehen, Zuspruch bot und ihnen das Gefühl nahm, dass sich die Dinge ändern müssen. Die nicht ständig forderte, dass Flüchtlinge integriert und teure Dieselautos von der Straße genommen werden müssten.

Meet the pirate queen making academic papers free online – The Verge
Über eine Russin, die sich freiem Wissenszugang verschrieben hat

Before Elbakyan was a pirate, she was an aspiring scientist with a knack for philosophizing and computer programming. “I started programming before even being in school,” Elbakyan says. Once enrolled, she developed a program that would ultimately serve as a precursor for Sci-Hub: a script that circumvented paywalls, using MIT’s subscription programs to download neuroscience books. “It wasn’t working exactly the same as Sci-Hub, but it was delivering the same result: going around paywalls and downloading those books.” She often shared these books with other users on a Russian biology forum she frequented, molbiol.ru, which would prove to lay the groundwork for Sci-Hub’s debut.

Restlos bedient – Ohne Text singt kein Mensch mit
Seid nett zu Verkäufer_innen (und allen anderen)

Die Kassiererin sieht nach ihrem langen Arbeitstag müde aus und die Öffnung einer zweiten Kasse würde ihr vermutlich noch mehr gefallen als den Kunden. Allerdings sind ihre beiden einzigen Kollegen im Supermarkt damit beschäftigt, Regale aufzufüllen und den bockigen Leergutautomaten dazu zu bringen, eingeworfene PET-Flaschen nicht zurück in den Verkaufsraum zu katapultieren. Die Kassiererin ist müde, aber sie „lebt Service“ und kann davon trotzdem kaum ihre Miete in Pinneberg bezahlen. Der Hamburger Elbvorort, in dem sie arbeitet, ist für sie unerschwinglich und mit dem Bus ist es ja auch nur eine knappe Stunde.

Halbe Halbe – Fleischmagazin
Miriam Vollmer über gerechte Aufgabenverteilung in einer Partner_innenschaft.

Der einzige Unterschied zwischen Erbensuppe daheim zu kochen und Erbsensuppe in der Restaurantküche zu kochen ist, dass man an letzterem Ort dafür Geld bekommt und daheim nicht. Das führt dazu, dass man manchmal auch heute noch Frauen trifft, die meinen, dass sie „nicht arbeiten“, wenn man sie fragt, was sie so machen.

Lehren aus den Doxing-Angriffen – Linus Neumann
Auch ich und du sollten uns digital selbstverteidigen lernen (oder so).

Ja, die Betroffenen trifft eine Mitschuld, sie hätten sich besser schützen müssen – natürlich rechtfertigt das aber nicht die Taten. Es hätte weitaus schlimmer kommen können, wenn es dem Angreifer um mehr gegangen wäre, als mit seinen Ergebnissen anzugeben.Um so etwas in Zukunft zu verhindern, muss jede(r) Einzelne jetzt handeln, nachher geht das nicht.

Wie die Plattformen den Rickroll verunmöglichen – und wie wir ihn zurückbringen können – Schule & Social Media
Dieses Meme ist mir noch niemals vorher begegnet.

Der Rickroll schlägt noch eine dritte Brücke: zwischen dem HTML-Link, der zentralen Funktion der Netzkultur, und Youtube, einer der ersten Plattformen im Netz. Der Link steht für das offene, freie Netz: Er ermöglicht, von einem Text auf einen anderen zu verweisen. Youtube steht für Plattformen, die beschränkt offen sind und als geschlossenes Ökosystem primär auf andere Inhalte innerhalb der Plattform verweisen.
In Rickrolls verbinden sich also die kulturelle Vergangenheit mit der Zukunft, Online- und Offline-Kultur sowie was freie und das geschlossene Netz.

Helsinki: Die unterirdische Stadt – brand eins online
Stadtplanung fasziniert mich sehr.

400 unterirdische Bauten aller Art gibt es bereits: ein Shoppingcenter, ein Fitnessstudio, eine Müllanlage. Den weltweit größten unterirdischen Busbahnhof, ein Rechenzentrum, die größte Shopping-Meile Nordeuropas mit Geschäften und Saunen, eine Kirche, eine Leichtathletik- und Eisbahn sowie eine Eishalle, in der die Eishockey-Erstligisten trainieren. Und das ist erst der Anfang. Während andere Städte nach oben bauen, baut Helsinki nach unten.

Audio/Video

LGnawi – Wachmnhit
Mal wieder ein bisschen Musik aus Marokko

Sonst So

The Embroidered Computer – Irene PoschIrene Posch (via @JudithGood)

Wie cool ist dieses Projekt denn bitte!

Foto

Blick auf Ferrazzano in Molise.

Backkatalog

Vanille-Eis mit Tahini-Karamell

Meine Eismaschine steht jetzt seit einiger Zeit ungenutzt herum und das war mir ganz und gar nicht recht. Außerdem war ich bei einer Freundin zum Tapas-Essen eingeladen und wollte nicht ohne kulinarisches Mitbringsel auftauchen.

Fruchteis ist jetzt im Winter mangels Zutaten in Saison nicht besonders spannend, „gewöhnliche“ Sorten wie Schoko oder pure Vanille zu langweilig. Ein Blick in den WG-Kühlschrank brachte drei angebrochene Tahini-Gläser zum Vorschein.

Tahini-Eis habe ich schon einmal gemacht und zwar in Kombination mit Oreo-Keksen, das kam also nicht in Frage. Aber dann erinnerte ich mich an die Apfel-Tarte mit Tahini-Karamell nach Izy Hossack.

Ich hatte meine Eisidee: Vanilleeis mit Tahini-Karamell-Marmorierung und großzügig Tahini-Karamell dazu!

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Zuckersüß 317

2018 war jetzt schnell vorbei. Und in der letzten Woche des Jahres habe ich nochmal richtig viel gemacht. Einerseits Weihnachten gefeiert (so viel gutes Essen!), andererseits war ich auf dem 35c3 (s. Glitzer-Heidesand). Dazu will ich später noch einen eigenen Post schreiben, denn meine Eindrücke dort sprengen jedes Zuckersüß.

Weil es internetweit so beliebt ist, und weil ich dieses Jahr explizit mehr Wochenrückblicke in meine Sonntagsposts gepackt habe, gibts stattdessen noch eine kleine 2018-Statistik.

Hier in der Zuckerbäckerei habe ich 90 Posts veröffentlicht, davon 48 Zuckersüß. Das heißt, ich habe nur vier Mal sonntags „geschwänzt“, so viel Disziplin hätte ich nicht erwartet.

Ich habe einen Buchclub gestartet und deshalb 19 Bücher gelesen, 12 davon fertig (Qualityland von Marc-Uwe Kling, Der große Glander von Stevan Paul, Der Trafikant von Robert Seethaler, Animal Farm von George Orwell, Untenrum frei von Margarete Stokowski, 4-3-2-1 von Paul Auster, Wie wir Begehren von Carolin Emcke, The Bell Jar von Sylvia Plath, Bitch Doktrin von Laurie Penny, Wenn Männer mir die Welt erklären von Rebecca Solnit, Ich bin kein Sexist aber und Mehr Kopf als Tuch herausgegeben von Amani Abuzahra) . Zwei davon habe ich aufgegeben (Terre des hommes von Antoine de Saint-Exupery, We were feminists once von Andi Zeisler), weil sie mir zu mühsam wurden und die restlichen fünf (Hunger von Roxane Gay, Emanzipation von Kathrin Rönicke, Deutschland Schwarz Weiß von Noah Sow, Gomorrha von Roberto Saviano und Versteckte Jahre von Anna Goldenberg) liegen noch herum.

Ich habe sieben paar Socken gestrickt und dafür #segglstricka auf Twitter eingeführt.

Ich war nur sechsmal im Kino (Shape of Water, Call me by your name, Jusqu‘à la garde, 2001 A Space Odyssey, Blackkklansman und Waldheims Walzer), dafür aber mehr als doppelt so oft im Museum (Musée de l‘école de Nancy, Musée archaeologique in Strasbourg, Musée historique in Strasbourg, Musée Alsacien in Strasbourg, Musée Dunkerque 1940, Centre Pompidou Metz, Musée des Beaux-Arts in Nancy, Villa Majorelle Nancy, Otto-Wagner-Ausstellung Wien-Museum, Salzwelten Bad Dürnberg, Keltenmuseum Hallein und zweimal beim kunstschatzi im KHM in Wien).

Bei Konzerten sieht es ebenfalls mau aus, außer Eau Rouge in Stuttgart und Omar Souleyman in Nancy hörte ich keine Band live.

Ich war auf der Digitalkonferenz, der PrivacyWeek, dem Mediencamp und dem 35c3 und habe sehr viel gesketchnotet.

Gereist bin ich ziemlich viel, vor allem in kürzenen Wochenendtrips quer durch Mitteleuropa. Alle meine Posts aus meinem Erasmus-Semester sind auch als Reise getaggt, was den Überblick ein bisschen verfälscht. Echte Berichte gibts aus Prag, Nancy, Liège, Lille, Dunkerque und Brüssel und Metz.

Rückblickend war dieses Jahr schrecklich anstrengend, aber fast durchgehend toll. Neujahrsvorsatz deshalb: Weniger machen (neben Uni, Nebenjob, Blog, Podcast…)! Ich wünsche euch, meine lieben Leser_innen, das Allerbeste für 2019!

Meine liebsten Links der Woche gibts auch noch:

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Glitzer-Heidesand für den 35c3

Heute werde ich zum ersten Mal zum Chaos Communication Congress des Chaos Computer Club in Leipzig fahren. Das Orga-Team der PrivacyWeek (ich habe immer noch keinen Rückblickspost getippt!!) hatte mich nämlich ausreichend angestupst, und jetzt wird aus einem Besuch wirklich etwas!

Für meine Gastgeber_innen und Chaospatinnen wollte ich unbedingt ein kleines Dankeschön parat haben, deshalb habe ich nochmal den Zitronenheidesand von 2011 gebacken, nur diesmal mit vielen schimmernden Streuseln statt Hagelzucker.

Wer das ganze noch nachbacken will, hier ist das Rezept:

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Zuckersüß 316

Die vergangene Woche habe ich hauptsächlich in Campobasso verbracht. Und die meiste Zeit davon hatte ich in irgendeiner Weise mit Essen zu tun. Auf dem Weihnachtsmarkt probierte ich mich durch sechs verschiedene Sorten Lakritze (tl;dw: reine Lakritze ohne Zucker schmeckt so schrecklich, dass nicht einmal ein Becher Glühwein den Geschmack vertreiben kann) und aß eine ganze Tüte Maroni. Täglich gab es Pizza, mal alla Romana mit Sardellen, mal mit Ricotta, mal ganz einfach Margerita.

Im Miseria e Nobiltà in der Altstadt von Campobasso aß ich ziemlich nobel. Als Amuse Bouche gab es Karottenpüree und knuspriges Brot mit super Olivenöl. Weiße Bohnen mit Cicoria (das ich erst seit September kenne), einem Polentataler und knusprigem Guiancale (Speck-Erklärung bei Wikipedia) gab es als Vorspeise. Die Hauptspeise war der Grund, warum ich unbedingt diesen Menüvorschlag (es gab vier davon) auswählen wollte: Tintilia-Pasta auf Caciocavallo-Sauce (Käse-Erklärung bei Wikipedia) mit Wirsing (?) und gebratenen Maroni. Dazu tranken wir Tintilia aus der Region. Als Nachspeise gab es Vanille-Semifreddo mit Nusskaramell. Alles ziemlich gut und nicht besonders teuer (25€/Person ohne Getränke).

Daheim kochte ich grandiose Pasta mit Salsiccia-Bällchen (Salsiccia ist wirklich wahnsinnig lecker):

pastasalsiccia
Super Pasta!

Und dann machte ich noch Olivenölbrownies (Rezept folgt!) und  Unmengen an kandierten Zitrusschalen – wieder nach Katharina Seisers Rezept, nur anders als im Sommer auch mit Orangen.

Wirkliche Juwelen: Kandierte Orangen- und Zitronenschalen

Als Dessert für den Abschiedsabend in Italien (mit österreichischem Erdäpfelgulasch) entstanden dann noch Zimtschnecken. Der Teig dazu war angelehnt an Highfoodality’s Brioche Burger Buns, in die Füllung aus Butter, Zucker und Zimt warf ich gleich noch eine handvoll gehackter kandierter Zitrusschalen. So super!

Ich glaube, ich mache nie wieder Zimtschnecken ohne kandierte Zitrusfrüchte in der Füllung!

Am Freitag pünktlich zu Sonnenaufgang frühstückte ich dann ein trockenes Nachtzug-Semmerl und eine ebenfalls trockene, aber um Welten bessere Zimtschnecke und schoss sehr viele verwackelte Fotos aus dem Abteilfenster (s. Titelbild). In Wien war ich gleich zum Tee und Kuchen (das Rezept für Apfelkuchen mit Sauerrahm-Schicht muss ich mir noch besorgen!) eingeladen und am Abend folgte das jährliche WG-Weihnachtsessen.

Einer meiner Mitbewohner und seine zwei besten Freunde kochen jeden Dezember einmal unendlich aufwändig (5 Gänge) für gefühlt unendlich viele (etwa 40) Leute. Diniert wird auf umfunktionierten Schreibtischen und langen Holztafeln auf Bücherstapeln mit ständig wechselnder Sitzordnung. Letzes Jahr steuerte ich mit Quitten-Zimt-Eis einen Dessertgang bei, dieses Jahr einen Cocktail ohne Namen:

Sieht super künstlich aus, ist aber alles selbstgemacht!

In Ermangelung von Gläsern und Schnaps gab es den zwar nur in Shotbechern, begeistert waren aber fast alle. Umgerechnet auf ein ganzes Cocktailglas: 5 cl Wodka, 3 cl Mandarinensaft, 2 cl Zitronensaft, 3 cl selbstgemachter Vanillesirup. Der Glasrand in Zitronensaft und selbstgemachtem Vanillezucker und dazu selbstkandierte Orangenschalen.

Ansonsten gab es noch Pho mit Pak Choi und/oder Rindfleisch, Thunfisch-Lachs-Tartar oder Mango-Avocado-Tartar mit Brot, Krautwickerl mit Speck- und Blunzenknödeln oder Semmelknödeln und als Dessert Tarte au Citron, Cheesecake-Brownies und Glühwein.

Am nächsten Tag machte ich mich Richtung Niederbayern auf (drei Länder in >48h, das schaffe ich auch nicht oft), wo der nächste Kaffee-Tee-Restaurant-Bar-Marathon losging. Bemerkenswert für den 23. Dezember: Es gab Fasanbraten mit Orangen und Zitronen unter der Haut (Vegetarierin kann ich mich jetzt wirklich nicht mehr nennen). Die nächsten Tage werden kulinarisch sicher nicht weniger spannend, ich berichte im nächsten Zuckersüß.

Und jetzt weiter mit (wenigen) Lieblingslinks:

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Kokos-Glitzer-Spitzbuben

Ich war vor einiger Zeit zu einer Glitzer-Mottoparty eingeladen und wollte deshalb Spitzbuben mit etwas Goldpulver bepinseln. Damit auch geschmacklich etwas Abwechslung auf den Weihnachtsteller kommt, nahm ich keinen gewöhnlichen Mürbteig, sondern den von den Zuckerstreusel-Plätzerln von Mitte Dezember. Leider wurden die Plätzerl nicht mehr rechtzeitig zur Party fertig, aber ein Vorrat kann ja auch nicht schaden.

kokosplätzerl
Glitzer!

Statt Zuckerstreuseln landeten diesmal ein paar Esslöffel Kokosflocken im Teig, die das Aroma des Kokosöls noch verstärkten. Eigentlich wollte ich sie mit Himbeermarmelade füllen, doch der berühmte WG-Vorrat gab leider nur Brombeere her – auch gut!

Zur Deko ein paar Spritzer dunkle Kuvertüre und, am allerwichtigsten, weil namensgebend: Goldglitzer-Kokosflocken!

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Zuckersüß 315

Gleich drei Posts in zwei Wochen, aber kein Zuckersüß am vorletzten Sonntag, das habe ich im ganzen Jahr noch nicht geschafft. Aber ich bin auch viel herumgekommen, war in Bayern, im Burgenland und bin mittlerweile sogar in Italien, wo ich mich viel über Busfahren im allgemeinen und Busbahnhöfe im besonderen geärgert habe. So viel Zeit unterwegs bedeutet aber auch genug Zeit zum Lesen, jedenfalls solange der Akku hält. Auf Papier habe ich deshalb auch noch den aktuellen biber gelesen (der mit dem viralen Dönerliebe-Text) und Roberto Savianos Gomorrha angefangen (Reiseziellektüre).

Meine liebsten Links der letzten Tage:

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Marzipan-Marillen-Augen

Mein zwei-Sorten-Plätzerl-Vorrat hat sich in den letzten Tagen leider in Luft aufgelöst, also musste Nachschub her. Irgendetwas mit Marzipan sollte es werden und die erste Anlaufstelle im Internet war deshalb my name is yeh (so wie esskultur für Zitrusfrüchte, Bravetart für Amerikanisches aller Art oder Minimalist Baker für Veganes). Dort fand ich ein Rezept für wunderschöne Marzipan Sprinkle Hamantaschen, die es zum jüdischen Purimfest gibt. Der Teig für diese Plätzchen müsste aber mehrere Stunden kühlstehen, und diese Zeit hatte ich nicht.

Nach ein bisschen Herumgooglen bastelte ich mir deshalb einfach mein eigenes Rezept zusammen. Die Marzipan-Marillen-Augen kommen dank den ziemlich fetten Mandlen und Marzipan ohne Butter aus. Der Marillenschnaps sorgt auch in den ungefüllten Plätzerl für ein interessantes zweites Aroma. Und mit Marillenmarmelade aus den von Mamas, Omas und Tanten bestückten WG-Vorrat kann man sowieso nichts falsch machen.

Wer keine Zeit hat, Teig stundenlang kühlzustellen, auszurollen und auszustechen, ist mit diesem Rezept gut beraten. Nur eine Schüssel wird dreckig und es es braucht nichtmal einen Mixer.

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Zuckerstreusel-Plätzerl

In meinem Entwürfe-Ordner werden die Rezepte zur Zeit immer mehr und ich habe gefühlte 1000 unbearbeitete Kuchen- und Plätzerlfotos auf meinem Laptop. Was mir fehlt ist die Zeit, das alles in Blogposts zu verwandeln (oder auch nur ein Zuckersüß zu schreiben!). Gut, dass ich diese Plätzerl schon im Januar gebacken, bei gerade-noch-Tageslicht aus dem Handgelenk fotografiert (die Bildqualität hier war auch schon mal besser…)  und den Post in weiser Voraussicht aufgehoben habe. Dezember-Terminoverkill und trotzdem Qualitäts-Content, yay!

Diese Plätzerl sind gleich doppelt anders: Erstens ist der Teig kein klassisches 3-2-1-Mürbteigrezept, sondern basiert zu großen Teilen auf Kokosöl. Zweitens sind die Zuckerstreusel nicht in Zuckerguss obenauf ertränkt, sondern gleich direkt im Teig versteckt, was einige Zeitersparnis (wer kann die im Dezember nicht brauchen!) bedeutet.

Streusel-Plätzerl

Dank des Kokosöls und ein paar Tropfen Bittermandelaroma schmeckt das Gebäck auch recht ungewohnt – zumindest für mich, die noch nie vorher Weihnachtsplätzerl auf anderer Basis als Butter gebacken hat. Die Idee dafür stammt, wie so oft, von der grandiosen Stella Parks aka Bravetart, die bei SeriousEats die Vorteile dieses Teigs beschreibt. Das mit den Streuseln im Teig habe ich von einem Instagrampost von Take A Megabite, deren Kekse dank der Augen noch viel lustiger ausschauen:

https://www.instagram.com/p/BcZxJ2Hj74A/?taken-by=takeamegabite

Beim Aussuchen der Ausstecher fiel mir einmal wieder auf, welche seltsame Sammlung ich mit der Zeit zusammenbekommen habe. Motorräder, Fische, Glühbirnen und Schlittschuhe. Bei den ganz kleinen fand ich nur ein Herzchen und einen Vogel, mit Sternen sah es schlecht aus. Aber eigentlich sind die ja auch richtig schön!

Streusel-Plätzerl

Das Titelbild zeigt übrigens meine Geschenkverpackung, inklusive selbstgestrickter Christbaumkugel nach dieser Anleitung.

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