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Gurken-Gin-Steckerleis

Die Popsicle Week ist eine meiner liebsten „Blogevents“. Mitgemacht habe ich noch nie, aber ich finde es jeden Juni wieder aufs Neue spannend, welche der Foodblogger_innen, denen ich folge, sich etwas dafür ausgedacht haben.

Molly Yeh, die für gewöhnlich sehr marzipanlastige Kuchen bäckt, hat mich mit dieser ungewöhnlichen Steckerleis-Kreation sofort überzeugt.

Gurke, Gin, Honig und Za’atar! Erstere passen nicht nur in Longdrinks (Gin Tonic, anyone?) super zusammen, sondern auch in Salat, wie ich herausgefunden habe. Mit Honig kann man eh nix verkehrt machen und Za’atar wollte ich endlich einmal in meiner eigenen Küche haben. Als Aperitif für meine fast vegane Dinnerparty vor Kurzem machte ich deshalb Gurken-Gin-Steckerleis.

De Kombination schmeckte mir so gut, dass ich im Folgenden, als ich schon keine Papierbecher als Förmchen mehr hatte, die Wiener Sommerhitze aber noch kein bisschen geschwunden war, eine große Box Gurken-Honig-Za’atar-Slushies nach dem gleichen Rezept (nur ohne Gin, weil mir Nachmittagserfrischungen ohne Alkohol lieber sind) im Gefrierfach hortete.

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Zuckersüß 299

In meine zweite Praktikumswoche startete ich hochmotiviert und mit straffem Feierabendprogramm. Am Montag gab es einmal wieder eine Aufmacher-Medienrunde im Markhof. Bei dieser regelmäßigen (halbwegs jeden Monat) Veranstaltung war ich zuletzt im Januar. Damals erzählten Patrick Swanson und Michi Mayrhofer von ihrem Podcastprojekt „Was soll das?“ (Es lohnt sich immer noch, sich da durch zu hören, btw!), diesmal Anna Thalhammer von ihren Erfahrungen als Innenpolitik-Redakteurin bei der Presse. Zum Sketchnoten nahm ich erstmals iPad und Apple Pen, meine geschätzten gestrichenen 280g-Blanko-Karteikarten und mein Stiftemäppchen war nur Backup. Mit der App Autodesk Sketchbook (entdeckt in Nadine Roßas tollen Sketchnotebuch) bin ich zwar noch nicht ganz vertraut, aber die Vorteile des digitalen Kritzelns habe ich gut ausgenutzt: Rückstandsloses Wegradieren und Versetzen einzelner verlorener Elemente sind sehr hilfreich.

Sketchnote Aufmacher Anna Thalhammer
Mein erstes live gekritzeltes iPad-Sketchnote.

Am Dienstag habe ich ein paar der Weintrauben, die ich am Wochenende *am Land* geerntet habe zu Focaccia verarbeitet. Während der Hefeteig aufging, schaute ich ein paar Folgen „Big Mouth“, das mir von Freund_innen empfohlen worden ist. In der Netflixserie geht es um eine Gruppe Schüler_innen, die gerade an der Schwelle zur Pubertät stehen und zu den unpassendsten Momenten vom Hormonmonster heimgesucht werden. Den Zeichenstil der Figuren gefällt mir nicht so besonders gut, aber die Musik – vor allem der immer wechselnde Abspann und gelegentliche Musical-Einlagen – dagegen ziemlich. Überhaupt erinnert mich die Serie, vermutlich wegen der absurden Wendungen an meinen Soap-Allzeitfavoriten „Jane the Virgin“.

Am Donnerstag war es immer noch so heiß, dass mir mein Eis über die Finger schmelzen ließ, bevor ich dazukam, es aufzuschlecken – zwei bzw. drei Kugeln von Veganista sind aber auch nicht so wenig. Ich probierte „Dirty Banana“, Himbeere und Basilikum und vor allem bei letzterem fehlte mir die Cremigkeit, die nur Milch und Eier wirklich hinkriegen. Mein eigenes Basilikum-Eis von Juli 2014 ist mir da weitaus lieber und ich glaube das Bananen-Eis vom letzten Jahr ließe sich mit etwas Kakao zur Veganista-Sorte (in nicht-vegan) umbauen.

Gleich im Anschluss durchquerte ich halb Wien, um im Arsenal den Tänzer_innen des Impulstanz-Festivals beim Trainieren zuzuschauen. Täglich fünf Stunden verbrachten manche von ihnen in den Workshops, was mir unvorstellbar erschien.

Am Wochenende war ich auf einer Hochzeit in Niederösterreich eingeladen. Die Feier gefiel mir, die Organisator_innen hatten sich viel Tolles überlegt. Von den meisten Bräuchen, die im Laufe des Tages praktiziert wurden, hatte ich aber noch nie gehört. Das wundert mich doch ziemlich, denn das Mostviertel ist keine 250 km von der Gegend entfernt, in der ich aufgewachsen bin. Ist die Staatsgrenze schuld daran oder eher der Mangel an tatsächlich „traditionellen“ Hochzeiten in meinem Umfeld? Einem „Heiratsmann“ war ich jedenfalls bisher auf noch keiner Feier begegnet. Er wurde zusätzlich zur Band engagiert und war irgendetwas zwischen Stimmungsmacher, Zeitplan-Überwacher und latent misogyner Sprücheklopfer. Nichtmal Weihnachtsplätzerl am Ende der Feier konnten das wieder wettmachen, obwohl ich jetzt bekennender Schaumrollen-Fan bin.

Mit fast untragbarer Verspätung folgen hier meine liebsten Links der vergangenen Tage, am Sonntag gibts dann hoffentlich pünktlich die 300. Ausgabe meiner Linksammlungen:

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Zuckersüß 298

In dieser Woche habe ich mich ausgesprochen viel mit Audio beschäftigt. Am Montag habe ich nicht nur eine neue Podcastfolge aufgezeichnet, sondern auch gleich geshownotet und veröffentlicht.  In LP008 war ich mit Autorin, Datenschutz-Aktivistin und Privacy-Week-Organisatorin Klaudia Zotzmann-Koch an der Urania. Wir haben uns am Donaukanal über ihre Krimis, ihr Engagement für den C3W und ihre beiden Podcasts unterhalten. Außerdem ging es um Uploadfilter, noyb und eine mögliche Dissertation in Technikphilosophie – alles anzuhören in meinem Podcastprojekt Lieblings-Plätzchen.

Am Dienstag war ich wieder mit einem Podcast beschäftigt, aber nicht mit meinem eigenen. Nele Heise von den Podcastpatinnen hat mich nämlich an eine liebe Wahl-Wienerin vermittelt, die im Herbst einen Podcast über soziale Projekte in der Stadt starten will. Sobald es dazu etwas neues gibt, schreibe ich es natürlich sofort ins Zuckersüß!

Am allerspannendsten für mich – und das nicht nur im Bereich Audio, sondern ganz allgemein gesehen – war in dieser Woche aber mein erster Praktikumstag bei Ö1. Ich bin im Gesellschaftsressort des österreichischen Kulturradiosenders gelandet und werde dort in den nächsten vier Wochen zuschauen und mitmachen. In dieser ersten Woche gab es für alle Sommerpraktikant_innen zwei  Einführungsveranstaltungen. Einerseits ein Tag im ORF-Zentrum mit vielen Vorträgen und einer Führung durch das Gebäude, die Studios und den Newsroom.

https://twitter.com/jasowies_o/status/1025072974053994496

Andererseits eine Führung durch das Funkhaus in der Argentinierstraße, mit seinen (Hörspiel-)Studios und dem großen Sendesaal. Offenbar kann man solche Führungen auch einfach buchen – ich würde euch empfehlen mal vorbeizuschauen, bevor das Gebäude in den nächsten Jahren verkauft wird.

Abends wollte ich mir einen Snack für die kommenden Praktikumstage backen, doch das ging so schief wie schon lange nicht mehr. Der Plan war Quark-Mohn-Kringel, doch daraus wurde erst im zweiten Anlauf halbwegs was. Für meinen ersten Hefeteig hatte ich nämlich offenbar 250g Johannisbrotkernmehl, das fatalerweise in der „Mehl“-Dose war, verwendet. Ich kippte mehr als einen Liter Wasser in den Teig, doch das Johannisbrotkernmehl hat quasi magische Bindekapazitäten. Der Teig fühlte sich an wie brüchige Knetmasse und testweise schob ich ihn trotzdem in den Ofen. Leider musste ich am Schluss alles davon wegschmeißen, das Gebäck war einfach ungenießbar. Im zweiten Anlauf verwendete ich die Mehl-Restl-Mischung im Voratsschrank, die eigentlich zum Pizzateigbacken gedacht war. Das klappte zwar besser, aber für Feingebäck ist weißes Mehl trotzdem viel besser geeignet als Vollkornmehle, Grieß und Hafer in unbekanntem Mischungsverhältnis. Morgen sorge ich für Weizenmehlnachschub!

Trotz meiner vielen Projekte habe ich in einem Buch gelesen: „Wie wir Begehren“ von Carolin Emcke habe ich schon im letzten Jahr begonnen, dann weggelegt und jetzt an einem Abend fertig gelesen. Carolin Emcke springt recht abrupt zwischen so unterschiedlichen Erzählungen wie die eines ausgegrenzten ehemaligen Mitschülers, eines schwulen Palästinensers aus Gaza und Frauen auf dem Straßenstrich und trotzdem ist die Geschichte irgendwie rund. Überhaupt, Kreise kommen sehr oft vor – metaphorisch als Schutz, aber auch als größte Gefahr. Die persönliche Geschichte der Autorin ist verknüpft mit historischen Ereignissen und ihrer erinnerten, aber auch aktuellen Einschätzung. An einigen Stellen musste ich an #MeTwo und die vielen „Gegenstimmen“, die den rassistisch Diskriminierten die Legitimität entziehen wollen, denken, zum Beispiel hier:

So gleiten wir hinein in Normen wie in Kleidungsstücke, ziehen sie uns über, weil sie bereitliegen für uns, weil sie uns übergestülpt werden, weil sie sich anpassen oder weil wir, unbemerkt, uns anpassen. Normen als Normen fallen uns nur auf, wenn wir ihnen nicht entsprechen, wenn wir nicht hineinpassen, ob wir es wollen oder nicht. Wer eine weiße Hautfarbe hat, hält die Kategorie Hautfarbe für irrelevant, weil im Leben eines Weißen in der westlichen Welt Hautfarbe irrelevant ist. Wer heterosexuell ist, hält die Kategorie sexuelle Orientierung für irrelevant, weil die eigene sexuelle Orientierung im Leben eines Heterosexuellen irrelevant sein kann. Wer einen Körper besitzt, in dem er oder sie sich wiedererkennt, dem erscheint die Kategorie Geschlecht selbstverständlich, weil dieser Körper niemals in Frage gestellt wird.
Wer den Normen entspricht, kann es sich leisten zu bezweifeln, dass es sie gibt. (Carolin Emcke, Wie wir Begehren, S. 21)

Im Internet habe ich auch gelesen und das sind meine Favoriten der Woche:

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Schokocreme-Tarte mit Meringue und Orangenmarmelade

Meine Backbuchsammlung ist nach wie vor gut in irgendwelchen Umzugskartons verpackt, sodass ich schon ziemlich lange nicht mehr offline nach neuen Rezepten stöbern konnte. In meiner Übergangs-WG fiel mir glücklicherweise ein Backbuch einer Mitbewohnerin in die Hände: Pies & Tartes von Phoebe Wood & Kirsten Jenkins, im DK-Verlag erschienen.

Das Buch ist wirklich wunderbar zum Durchblättern, aber statt Post-Its hineinzukleben (es gehört mir ja nicht), fotografierte ich mir eine ganze Reihe Rezepte ab. Die legte ich dann gut verschlagwortet in meiner immer wachsenden Sammlung in Evernote ab. Damit wird die Chance viel höher, dass ich das Rezept tatsächlich umsetze, denn wenn ich etwas Backen will, schaue ich zu allererst dort nach.

Schokocreme-Tarte

Eigentlich hatte ich die Mandel-Pflaumen-Crostata mit Orangenblütenwasser und Thymian im Sinn. Doch weil ich in Wien nicht einfach mal in den Garten gehen kann, um ein paar Kräuterzweige abzuschneiden und ich schon oft genug Probleme hatte, das richtige Grünzeug zu finden (s. Schoko-Rosmarin-Shortbread-Tarte), verwarf ich das schnell wieder.

Meine zweite Wahl war eine Schokoladen-Dattel-Tarte mit Meersalz. Im Supermarkt musste ich feststellen, dass es auch bei dieser an zwei essentiellen Zutaten scheiterte: Datteln und Schokokekse für den Bröselboden. Gut, dass die anderen Rezeptfavoriten samt Zutatenliste in meinem immer synchronisierten digitalen Notizbuch lagen! (Jetzt klinge ich schon, als würde ich schlecht versteckte Schleichwerbung machen…)

Schokocreme-Tarte

So kam es letztlich dazu, dass ich diese vierschichtige Tarte in Angriff nahm. Unten sehr dünn ausgerollter Schokomürbteig, darauf leicht bittere Orangenmarmelade. Dann eine seidige Schoko-Creme, die mit der Zeit im Kühlschrank immer besser wurde, fast wie Mousse au Chocolat. Und obenauf noch fluffige Meringue mit goldenen Spitzen und Kakaopuder.

Schokocreme-Tarte

Diese Tarte ist eine super Sache als Dessert zu einem tollen Abendessen, oder auch für eine Geburtstagsparty. Als Frühstücks- oder Snackkuchen ist sie mir tatsächlich zu mächtig und süß. Nur gut, dass bei so vielen Leuten in und um die WG eh nichts übrigbleibt!

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Eine fast vegane Dinnerparty

Ich lade für mein Leben gerne Freund_innen zum Essen ein. Und damit meine ich nicht nur spontane Spaghetti-mit-Tomatensauce-Abende oder Mittagessen zwischen zwei Vorlesungen, sondern auch wochenlang herbeigefieberte Dinnerpartys mit allem Drum und Dran.

Zu einer solchen Dinnerparty habe ich letzte Woche geladen. Sechs Gänge für zehn Gäst_innen, davon einige (ich!) vegetarisch, einer vegan. Challenge accepted.

Das Menü und die improvisierte Tischdeko

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Zuckersüß 297

In dieser Woche erfüllte ich mir einen Traum, der mich die ganzen fünf quasi Küchen-losen Monate in Nancy verfolgte: Eine fancy  Dinnerparty. Sämtliche Spießigkeitsvorwürfe diesbezüglich ließ ich an mir abprallen und erdachte ein 6-gängiges, fast vollkommen veganes (auf Burrata als einzige Tierprodukts-Komponente musste der betreffende Gast einfach verzichten) Menü, dem ich bald einen eigenen Post widmen werde.
In Vorbereitung auf den Abend machte ich eine Shoppingtour durch Wien, die mich nicht nur zu Krimskramsgeschäften für Servietten und Papierbecher führen sollte, sondern auch zum Apple Store auf der Kärntner Straße. Einen solchen hatte ich noch nie betreten und erst recht nicht mit zielstrebiger Kaufabsicht. Ich ließ mich trotzdem von der netten Atmosphäre einlullen und tippte auf einigen Touchscreens herum. Irgendwann sprach ich dann doch eine Mitarbeiterin an, denn ich hätte den Apple Pencil nicht mal testen müssen, um zu wissen, dass ich einen haben will (digitale Sketchnotes FTW!). Was dann folgte, ist einen Vermerk in meinem persönlichen Techniktagebuch wert (für das tatsächliche ist ein Besuch im Apple Store wohl etwas zu banal): Die Mitarbeiterin bestellte auf ihrem iPhone, das in einer sehr dicken Hülle steckte, einen Pencil aus dem Lager. Bis der ankam, fragte sie mich nach Studi- und Personalausweis, die mir 10% Rabatt bescheren sollten. Ob es ein bisschen mehr als 10€ wert sind, dass Apple nun meine Perso-Nummer hat oder sie zumindest zwischenzeitlich irgendwohin zum Abgleich übermittelt hat? Mein Pencil war jedenfalls endlich da und ich zahlte per Kreditkarte. Das entsprechende Lesegerät war nicht etwa in einem Kassenterminal am anderen Ende des Geschäfts verbaut, sondern auch gleich in der Hülle, in der das Mitarbeiterinnen-iPhone steckte. Meine Rechnung wollte ich auch auf Papier haben (voll antik, ich weiß), und diesmal bewegte sich die Verkäuferin doch von mir und dem iPad neben mir weg. Sie beugte sich unter den Nebentisch, der von oben ganz genauso stylish aussah wie der an dem wir gerade noch beide standen, und holte einen ziemlich langen Thermokassenpapierbeleg hervor. Sehr erstaunlich, dieses Geschäft.
Wäre das alles noch nicht genug Konsum für einen Dienstagnachmittag, gabs noch Eis beim Biosk im MQ (Himbeere-Veilchen, sehr lecker, und Pistazie-Kürbiskern, nicht ganz mein Fall) und Abendessen mit Freund_innen bei Xu’s Cooking.
Außerdem nahm ich einmal wieder einen Zug quer durchs Land: Das verlängerte Wochenende verbrachte ich auf einer (der) Almhütte bei Salzburg. Dort wanderte ich gemeinsam mit Freund_innen ein bisschen herum, aß großzügig Pofesen und Kaspressknödel(suppe) und genoss die Ferien. Ungünstigerweise hatte ich die Bücher, die ich mitnehmen wollte, aufgrund ihres Gewichts doch wieder ausgepackt und fand mich beinahe in der Situation gar nichts mehr zum Lesen zu haben! Bis ich an diesen Punkt gelangt war, hatte ich  einen Zeitschriftenstapel verschlungen: Die aktuelle Ausgabe des fluter (abonniert den doch bitte, der ist sogar kostenlos!) und auch den Augustin, das biber-Magazin  (wobei ich die Anzeige des Bundesfinanzministerium kurzzeitig für einen Scherz nach onatcers Ministeriengenerators gehalten habe), und das Datum vom März, auf dessen Aufbewahrung ich bestanden hatte. Der mehrtägige Aufenthalt im Funkloch (nicht einmal nach dem Erklimmen eines Berggipfels wurde ich mit LTE/3G-Netzabdeckung belohnt!) bewog mich zum Durchforsten meines Downloadordners nach PDF-Leseproben. Und siehe da: ich fand zwischen tausenden Vorlesungsslides zwar keine Leseprobe, dafür aber die Kurzgeschichte „Story of my life“ von Ted Chiang, auf der „Arrival“ basierte. Bald wurde es aber eh dunkel (so richtig dunkel, denn außer zwei Taschenlampen und einer LED-Leiste über dem Tisch gab es im Umkreis von 2km wohl kein künstliches Licht) und mein Unterhaltungsproblem löste sich durch Müdigkeit (hi, Biorhythmus!) einfach in Luft auf.

Und dann war da ja noch was mit Mond im Erdschatten?

Hier sind meine Links der Woche: Zuckersüß 297 weiterlesen

Abiparty-Buffet

Zum Abitur meiner Schwester sollte es, genau wie für meines, eine Gartenparty geben. Weil der ganze Vormittag und Nachmittag vor dem geplanten Fest für die offiziellen Zeugnis-Überreichungs-Feierlichkeiten an der Schule vorgesehen waren, musste ich das Buffet schon am Vortag vorbereiten.

Es folgt eine „Rezept“-Sammlung, damit ich mich für die nächste, ähnliche Gelegenheit wieder erinnern kann:

Abiparty-Buffet
Filoteigröllchen und Quiche Lorraine im Vordergrund, Radieschenschnee, Feigenaufstrich und Lachscreme im Hintergrund

Für die Filoteigröllchen klebte ich zwei Teigplatten mit etwas Butter zusammen, schnitt sie in kleine Rechtecke und füllte diese mit einer Mischung aus geraspelten Zucchini, Feta, Oregano, Salz und Pfeffer. Außen bestrich ich sie ebenfalls mit Butter und streute Kräuter darüber. Frisch aus dem Ofen waren sie weitaus besser als am Folgetag, wo sämtliche Knusprigkeit geschwunden war.

Die Quiche Lorraine bereitete ich nach diesem Rezept zu, nur dass ich für den Boden auf das allerbeste Pie-Rezept von Stella Parks zurückgriff.

Der Radieschenschnee war schon immer einer der „Pflicht-„Aufstriche bei Buffets, zu denen meine Mama beitrug. Er besteht aus körnigem Frischkäse, Radieschen, Salz und Pfeffer, die einfach in einer Küchenmaschine kleingehäkselt/vermischt werden.

Den Feigenaufstrich lernte ich letztes Jahr kennen. Er besteht nur aus kleingehackten Frühlingszwiebeln und getrockneten Feigen, die mit Frischkäse und etwas Salz verrührt werden. Klingt unspektakulär, schmeckt aber völlig überraschend und lecker.

Abiparty-Buffet
Nochmal Filoteigrollen, Blätterteigschnecken und ein Aufstrich, an den ich mich schon nicht mehr erinnere.

Zumindest eine vegane Option sollte es geben, weshalb ich Blätterteig mit Tomatensauce (Zwiebel, Knoblauch, Zucchini, Pilze, Tomaten sehr stark eingekocht) füllte und zu Schnecken backte.

Abiparty-Buffet
Broccoli Slaw und Orzo-Salat

Das Broccoli Slaw von Smitten Kitchen ist endlich mal ein „sattmachender“ Salat ohne Zutaten, gegen die ich allergisch bin. Fein gehobelter Brokkoli wird mit gerösteten Mandeln, Zwiebeln und Cranberries vermischt und mit einem super Dressing aus Buttermilch und viel Mayo vermengt. Im Originalrezept scheint mir dieses aber viel zu wenig, ich kippte letztlich die doppelte Menge Dressing über das Gemüse.

Den Orzo-Salat halte ich für den besten Nudelsalat der Welt. Das Rezept, handgeschrieben auf einer Karteikarte, stammt von einer Verwandten aus den USA und ist eigentlich supereinfach. Orzo-Nudeln kochen, abkühlen lassen und mit Olivenöl vermischen. Rote Paprika, Pecans (oder Walnüsse), Korinthen, ein paar Knoblauchzehen und viel frische Petersilie hacken und mit Salz und Pfeffer drunterrühren. Ziehen lassen, fertig.

An den Desserts der Party war ich ausnahmsweise mal kaum beteiligt. Es gab eine Käsesahnetorte aus der Bäckerei Siebenhandl, eine Windbeutel-Torte und Schokomuffins von meiner Tante und Lavendel-Eis.

Lavendel-Eis

Zuckersüß 296

Französischer Besuch Anfang der Woche bewegte mich zu sehr ausführlichen Stadtspaziergängen und Sightseeing in Wien. Spannend zu sehen, wie sich meine allerliebste Stadt im letzen halben Jahr verändert hat! Und im Juli bei hochsommerlichen Temperaturen Quasi-Tourist_in zu sein und z. B. durch den Schlosspark von Schönbrunn zu latschen oder auch am Stephansplatz herumzustehen ist erstaunlich ermüdend. Gut, dass es genügend Heurige am Stadtrand und nicht-überlaufene Gegenden außerhalb des Stadtkerns gibt, in denen es man sich mit einem Spritzer gut gehen lassen kann.

Und dann gibt es ja auch noch meinen liebsten Sommersnack: Eis! Meine Ferien-„Diät“ (=täglich ein Eis) konnte ich zwar leider nicht durchsetzen. Immerhin habe ich zwei mir neue Greissler-Sorten – Sachertorte und eine, an die ich mich nicht mehr erinnere (meine Favoriten werden beide nicht) – probiert, und bei Gefrorenes ein enorm gutes Birnensorbet mit Straciatella gegessen (schon auf der „Nachbau“-Liste!). Und dann noch ein nicht weiter besonderes Magnum-Steckerl-Eis , dem ich neben sichtbar künstlich aromatisierten und gefärbten Eissorten (ich Snob!) den Vorzug gab.

Apropos Farbe: der Twitter-Hashtag #kunstgeschichtealsbrotbelag, bei denen u. a. auf Initative von @MlleReadOn (die auch dazu gebloggt hat) berühmte Werke auf Brot statt Leinwand nachgebaut wurden, hat mich in dieser Woche sehr begeistert. Schaut mal:

Und wenn ich schon von Twitter rede, kann ich gleich noch was von meinem Lieblings-Social-Network in mein Blog tragen. Die Situationen im folgenden Thread sind mir so oder so ähnlich (so genau liest irgendwie keiner, was ich in die Zuckerbäckerei schreib, aber „irgendwas mit Feminismus“ wird offenbar immer mit mir assoziiert) auch schon einmal passiert und jetzt weiß ich immerhin, dass es nicht nur mir so geht.

Weil Ferien sind, oder vielleicht auch nur, weil ich gerade motiviert genug bin, habe ich auch in Büchern und nicht nur durch 280-Zeichen-Häppchen gelesen. Endlich habe ich nach fast vier Monaten auch die letzten paar Seiten von Paul Austers „4 3 2 1“  geschafft (s. a. Zuckersüß 282, 283, 284 und 290). Irgendwie hatte ich kurz vorm „Ziel“, die Lust verloren, wurde aber am Ende mit einem Twist – oder vielleicht noch einer Metaebene? – belohnt. Schon beim Lesen durch die ganzen 1070 Seiten der englischen Taschenbuchversion hatte ich den Eindruck, dass mich die Themen, mit denen die Hauptfigur Ferguson konfrontiert ist (US-Zeitgeschichte v. a. die Protestbewegungen der 1960er und der Vietnamkrieg, Literatur) noch länger beschäftigen werden, wenn sie es nicht eh schon vorher taten (Uni und Politik, Schreiben). Auch die Form des Romans hat mich beeindruckt: Aus heiterem Himmel tauchen im Fließtext Stichpunkte auf oder seitenlange Begriffsaufzählungen auf und die Schreibexperimente des angehenden Autors Ferguson nehmen teilweise mehrere Seiten ein. Dieser Roman ist eindeutig einer, der dazu motiviert, noch viel mehr Bücher zu lesen. Mich hat er auch angestiftet, mich mehr mit Literaturwissenschaft auseinandersetzen zu wollen, um mehr „Werkzeug“ an der Hand zu haben, wenn ich Bücher lese. Am Ende handele ich mir jetzt noch ein Nebenfach für mein Studium ein!

Leider habe ich noch kein nächstes Werk für meinen Mini-Buchclub gefunden, sicher ist aber, dass diesmal eine Autorin dahinterstehen sollte. Die Bilanz bisher ist eher ernüchternd: 5 von 6 Büchern, die ich 2018 gelesen habe, waren von Männern. Das Eine, das von einer Frau geschrieben wurde, war außerdem ein Sachbuch, zählt also nicht mal so richtig ( „Untenrum frei“ von Margarete Stokowski ist trotzdem sehr lesenswert!).

In ein paar andere Bücher habe ich auch ohne meinen Buchclub hineingelesen, darunter Harry Potter 4 auf Französisch, der hoffentlich das erste Buch in dieser Sprache wird, das ich jemals schaffe, fertigzulesen. Meine aktuelle Mitbewohnerin hatte gerade „Hunger“ herumliegen, das ich deshalb auch einfach zu lesen begann. Von diesem neuesten Buch von Roxane Gay hatte ich schon in der aktuellen Ausgabe des Rookie-Podcast, in dem es auch um so abstruses wie Tarot-Karten (?!) geht, gehört, wodurch mein Interesse geweckt wurde.

Und dann beschloss ich auch noch, mich endlich bei der Wiener Stadtbücherei einzuschreiben. Ich war aber so knapp vor der Schließzeit dort, dass mir nicht viel Zeit zum Stöbern blieb und ich mich für ein Sachbuch entschied, das mir schon länger durch den Kopf geistert. „We were feminists once. From RIOT GRRRL to COVERGIRL, the buying and selling of a political movement“ von Andi Zeisler war mir (vermutlich seit der Veröffentlichung) aus dem bitch media-Kontext ein Begriff, in meinem ersten Publizistik-Semester kam es auch einmal vor und schließlich hatte Annemarie von fairfetzt kürzlich darüber gebloggt. Die ersten beiden Kapitel über Werbung und (Hollywood-)Filme lasen sich schon mal sehr angenehm, mal sehen, wie es weitergeht.

Am Donnerstag machte ich mich auf nach Kärnten, um mein ÖBB-Sommerticket so richtig auszunutzen. Die Fahrt dauert von Wien aus ziiiiiemlich lang, aber mit Podcasts und Socken (ich konnte das fünfte Paar des Jahres fertigstellen!) war es halbwegs erträglich. In diesem Bundesland war ich vorher noch nie gewesen und wurde erstmal von der Schönheit der Berge und Seen dort erschlagen. Und das Essen war auch super! Ich verbrachte einige Zeit im Regenbogenland, wo ich in den Genuss des besten Sonnenblumenöls, das ich jemals gekostet habe, kam. Auf einem Berg mit Blick auf den Millstätter See trank ich Most, aß Fritattensuppe und Fleischnudeln. Letztere probierte ich nur, weil die vegetarische Version aus war und ich nicht ohne einmal DAS Regionalgericht probiert zu haben, wieder fahren wollte. Ehrlich gesagt war ich aber nicht überzeugt vom Faschierten und den Grammeln – dem ersten Fleisch, das ich seit Monaten gegessen habe. Aber die Marillenknödel retteten dann wieder alles!

Und jetzt, wie (fast) jeden Sonntag: Meine liebsten Links der Woche

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Lavendel-Eis

Mit das Erste, was ich sah, als ich nach einem halben Jahr wieder in der Einfahrt meines Elternhauses stand, war der wuchernde Lavendel daneben. Bevor ich auch nur mein Zeug aus dem Auto geholt hatte, war ich mir schon sicher, dass ich die duftenden Blüten unbedingt zu etwas Süßem verarbeiten müsste.

Abgesehen davon wollte ich auch endlich mal DEM Foodblogtrend des Jahres folgen und einfach ein paar Blüten auf meine Kreationen streuen – nur ohne sie furchtbar teuer aus einer Gärtnerei (oder gibts sowas neuerdings im Supermarkt?) zu besorgen.

Es stellte sich heraus, dass meine Eismaschine gar nicht besonders tief in meinen Umzugskartons vergraben war. Damit waren Kuchen und Pie, in denen der Lavendel nur „Nebendarsteller“ gewesen wäre, schnell ausgeschlossen.

Lavendel-Eis

Das Lavendel-Eis ist kaum schwieriger zu machen als das simpleste Grundrezept und unterscheidet sich auch farblich überhaupt nicht. Der einzige Unterschied: Die Milch wird mit den Lavendelblüten aromatisiert, bevor sie zum Rest der Eismasse gegeben wird.

Übrigens könnte ich mir gut vorstellen, dass die gleiche Methode auch sehr gut mit ähnlichen „Kräutern“ wie Lavendel funktionieren könnte, z.B. Rosmarin. Wenn mir der nächste Rosmarin-Strauch begegnet, werde ich es testen!

Wenn euch nicht so nach Lavendel ist, wie wärs mit diesen „ausgefallenen“ Sorten: Basilikum, Mohn oder Kernöl mit Kürbiskernkaramell.

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Zuckersüß 295

Diese Woche war ich einmal wieder ziemlich viel unterwegs. In Wien bin ich hinauf auf den Kahlenberg und dann auf einen Spritzer zu einem Buschenschank mit recht absurder Dekoration (häufigster Slogan auf den Plakaten dort: „Grinzing Saves the World“?).

Nach einem kurzen Stopp in Niederösterreich (Kuhglocken vor dem Fenster versetzen mich seltsamerweise in sofortige Urlaubsstimmung) verbrachte ich einen Abend in der „Westernstadt Pullman City“. Dort war ich seit meiner Kindheit nicht mehr und diesmal doch sehr überrascht, wie weitläufig und scheinbar erfolgreich ein solcher Freizeitpark im bayerischen Wald sein kann. Das Country-Music-Festival, das dort stattfand, zog viele Tänzerinnen an, die die sandige „Main Street“ zum Line-Dance-Floor machten, was wirklich schön anzuschauen war. Was mich allerdings ziemlich irritiert hat, waren die vielen Konföderierten-Flaggen dort, die in meiner Assoziation vor allem rassistisch sind. Auch die Hotelzimmer-Tipis und alle möglichen „Indianer“-Aktivitäten haben einen leichten Nebengeschmack von kultureller Aneignung…

Sehr wichtig in dieser Woche: Fußball. Frankreich-Belgien sah ich im Wiener WUK, wo gleichzeitig die großartige Ausstellung „tschuttiheftli“ stattfand. Verschiedene Künstler_innen gestalteten pro Vorrunden-Partie ein Plakat mit den beiden Mannschaften, allerdings in komplett unterschiedlichen Illustrationsstilen. Ziemlich coole Aktion, Fußball mit Kunst zu verbinden!

Das Finale Frankreich-Kroatien sah ich in einem anderen Kulturzentrum, das mir wirklich sympathisch erschien: Das Dunaj in Bratislava. Mehr zu meinem Wochenendausflug dorthin hoffentlich auch bald hier im Blog (was würde ich sonst mit den 1000 Fotos tun?).

Bevor ich jetzt noch einen Tag bis zur Veröffentlichung der Sonntagslinksammlung vertrödele, komme ich besser gleich zum Wichtigen – es folgen meine liebsten Links der Woche:

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