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PBJ-Brownies aka Brownies mit Erdnussbutter und Preiselbeeren

Diese Brownies hier sind Ergebnis einer abendlichen ich-brauch-unbedingt-mal-wieder-Kuchen-Backaktion. Angschnitten habe ich sie dann zwar doch erst am nächsten Tag, weil ich Angst hatte, dass die Marmorierung in warmem Zustand auseinanderfällt. Aber Brownies zum Frühstück sind schon auch was Cooles.

PBJ Brownies

Das Rezept von Joy the Baker ist inspiriert vom amerikanischen Snackklassiker schlechthin, dem PBJ-(PeanutButter-Jelly)-Sandwich. Auf den Schoko-Brownie-Teig (für die allerbesten Kakao-Brownies der Welt s. „best cocoa brownies“, seit zehn Jahren schon hier im Blog!) kommt deshalb eine Erdnussbuttermasse, und, als Jelly-Ersatz, Preiselbeeren.

Mit ihrer leicht bitteren Säure sind sie ein guter Kontrast zu der schweren, cremigen und vor allem süßen Erdnussbuttermasse und dem fudgigem Brownie darunter.

PBJ-Brownies
Anders als bei den meisten anderen Brownies ist hier eine Gabel nötig
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Jungle Bird

Der Jungle Bird ist einer dieser Tiki-Klassiker, über die ich im Zuge meiner Recherchen für meine Rum-Radiosendung im Januar (natürlich nicht mehr nachzuhören, danke für nix, ÖR-7-Tage-Frist…) gestolpert bin. Die Geschichte des Drinks ist aber z. B. hier beim Mixology-Magazin nachzulesen.

Als ich letzte Woche ein paar Freund_innen zu Besuch hatte, fiel mir auf, dass mein Vorrat endlich mal alle Zutaten dafür hergab – zumindest für die Version, die Giuseppe González im PUNCH-Magazin präsentiert. Die Mischung aus dunklem Rum, Ananassaft, Limettensaft und Sirup ist, wie der Titel verspricht, recht tropisch-süß. Der Campari, der auch noch dazukommt, holt den Drink aber mit seiner fruchtigen Bitterkeit ein bisschen vom Tropical-Cocktail-Klischee weg.

Painkiller Cocktail in einem Matikibecher vor Zimmerpflanze
The Painkiller

Meine supercoolen Tikibecher von der Matikibar (oben beim Painkiller im Einsatz) konnte ich mysteriöserweise nirgends in unserer WG finden, weshalb ich den Jungle Bird in einem Tumbler serviert habe. Dekoorangenzeste (beinflusst sicherlich den Geschmack, ja eh) hatte ich zwar nicht, aber eine meiner Freundinnen hatte supersüße Kornblumen von ihrem Balkon mitgebracht (und auch noch allerlei anderes spannendes Grünzeug – zweierlei Minze, Thymian, Portulak…), die den Drink erst so richtig schön aussehen lassen.

Jungle bird
Blümchen!

Einer meiner neuen Cocktail-Favoriten für den Sommer!

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Zuckersüß 373

In der vergangenen Woche habe ich Joy the Bakers Peanut Butter and Jelly Fudge Brownies gebacken, mal wieder SeriousEats Esquites und Miso-Aubergingen (sehr lose nach dem Rezept im IZAKAYA-Kochbuch des Mochi) gemacht und außerdem eine handvoll neuer Cocktails ausprobiert: Midnight Stinger (nicht ganz mein Fall, weil sehr rauchig/bitter), Endless Summer und Giuseppe Gonzalez Jungle Bird, letzteren wirds bald hier im Blog geben.

Fürs Radio habe ich ein Interview zum Thema Sake geführt und bei der Gelegenheit auch gleich ein paar Schlucke probiert – sehr erstaunlich welche Vielfalt sich aus demselben Grundprodukt erreichen lässt (andererseits: wie Wein halt).

Und dann habe ich noch angefangen „Der Ursprung der Liebe“ von Liv Strömquist zu lesen und das „Cinna Top“ angeschlagen, denn ein drittes Handarbeitsprojekt kann nicht schaden :D

Hier folgen meine liebsten Links der Woche:

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Erdnussbutter-Miso-Cookies

Dass Miso auch in Süßes passt, weiß ich spätestens seitdem gefühlt auf allen Speisekarten hipper japanischer Restaurants in Wien irgendwas mit Miso-Karamell auftauchte. Auch in Apfelkuchen bzw. Pie kam mir diese ungewöhnliche Kombi von salziger fermentierter Sojabohnenpaste mit picksüßem Karamell hin und wieder unter – zumindest online (s. Krebsen und Aluette, Food52).

Bei der NYT stolperte ich vor einiger Zeit noch über Erdnussbutter-Cookies mit Miso. Laut Beschreibungstext war dieses Rezept ein „happy accident“ – zu wenig Erdnussbutter wurde einfach mit der ganz ähnlich aussehenden hellen Misopaste aufgefüllt. Es muss schon großes Glück gewesen sein, dass das Verhältnis der beiden Zutaten bei diesem Experiment gleich stimmte. Ich könnte mir vorstellen, dass auch die cremigste, zuckrigste Erdnussbutter nicht den starken, salzigen, umami-gen Geschmack von zu viel Miso abfängt. Der sehr große Zuckeranteil im Rezept (mehr als Mehl!) hilft dabei aber bestimmt auch noch.

Schauen gar nicht aus, als wären sie so „ausgefallen“, diese Cookies…

Aber: Kein Miso gleicht dem anderen (s. dieser Guide bei Keine Rezepte)! Ich hätte zum Beispiel auch noch Gerstenmiso von Das Ferment im Kühlschrank gehabt, entschied mich dann aber doch für das traditionelle Shiro-Miso aus dem japanischen Supermarkt, weil ich diese Zutat mangels Koch-/Backerfahrung damit kaum einschätzen kann.

Und was soll ich sagen, die fertigen Cookies waren… überraschend. Ich ließ recht viele Leute raten, was die „Geheimzutat“ war, doch kein_e einzige_r kam drauf. Ich finde, die Fermentation ließ sich eindeutig herausschmecken. Die Kekse hatten ein „tiefes“ Umami-Aroma, das mich ein bisschen an alten Parmesan erinnerte. Daneben waren sie gleichzeitig super süß und super salzig und damit bestimmt nix für jeden Gaumen.

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Zuckersüß 372

In der vergangenenn Woche habe ich Erdnussbutter-Miso-Cookies gebacken (bald im Blog!), mein halbes Fensterbrettgrünzeug mit Burrata und geschmorten Tomaten gegessen und Basilikum-Cupcakes mit Zitronen-Ricotta-Frosting gemacht (sehr stark angelehnt an die Zitronen-Basilikum-Cupcakes von vor fünf Jahren).

Außerdem habe ich drei Interviews fürs Radio geführt, was einerseits dazu geführt hat, dass ich um 10 Uhr morgens den signature dish des Mochi – Crispy Prawn Salad mit scharfer Mayo und Yuzu-Dressing – probiert habe und andererseits eine halbe Stunde in dem Restaurant verbracht habe, das seit fast zwei Jahren auf meiner „Da muss ich unbedingt mal essen“-Liste an erster Stelle steht: Das Mraz&Sohn in der Brigittenau. Und dann (etwas weniger spektakulär, aber genauso interessant) habe ich noch im DiningRuhm besten Fisch für Sushi angeschaut.

Apropos Radio: Meine Senf-Sendung für Moment Kulinarium lief am Freitag auf Ö1, hier ist sie noch ein paar Tage nachzuhören, hier habe ich ein paar Worte zu ihrer Entstehung aufgeschrieben.

Hier folgt eine SEHR lange Linkliste:

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Brownie-Tiramisu-Cookies

Brownie + Cookie + Tiramisu-mäßige Mascarponecreme. Eine großartige Idee von The Boy Who Bakes, auf dessen Instagram-Account ich das Rezept entdeckt habe und unbedingt *sofort* umsetzen musste.

tiramisu-cookies

Womit ich bei der spontanen Backaktion nicht gerechnet hätte: dem super argen Koffein-Schock. Ich trinke quasi nie Kaffee – am ehesten noch in einem gelegentlichen Espresso-Martini. Dass ich den Kaffee in diesem Gebäck deshalb nicht so einfach wegstecke, hätte ich mir denken können.

Dass ich von einem halben Keks schon zittrig werde und deshalb alle anderen meinen Mitbewohnern überlasse, hat mich dann aber doch sehr überrascht. Insgesamt 25 Milliliter Espresso und weitere 20 Gramm in Butter ausgezogenem Espressopulver sind nix für gewohnheitsmäßige Kaffeeverweigerer…

tiramisu-cookies

Also falls ihr zu den Kaffee-wie-Wasser-Trinker_innen gehört und/oder einfach koffeintolerant seid: Macht diese Cookies, sie schmecken wirklich mindestens so gut wie sie sich anhören.

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Zuckersüß 371

In der vergangenen Woche habe ich einen gelatinelosen no-bake-Käsekuchen nach Ottolenghi gemacht (hat nicht überzeugt), Haferkekse mit Orangenfüllung (ebenfalls eher seltsam) gebacken, smitten kitchens corn chowder gekocht (frischer Mais im Supermarkt, juhu!), mit einem marokkanischen Freund eine Tajine zubereitet und alles überreife Obst in unserer Küche in einen Pie geschmissen (in etwa wie der Pfirsich-Heidelbeer-Pie hier).

Ansonsten bin ich ein bisschen auf der Donauinsel herumgelungert (dass mir erst in meinem fünften Jahr in dieser Stadt auffällt, wie toll es dort ist?), quer durch Wien spaziert, habe Socken fertiggestrickt und – nicht so sommerferienmäßig – erwerbs-gearbeitet.

Wie immer habe ich mich auch im Internet herumgetrieben, das ist mir dabei aufgefallen:

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Ka’ak el Eid aka Mahlep-Kringel

Nachdem ich ewig lange kein Mahlep für Molly Yeh’s Mahlab Sugar Cookies mit gefriergetrockneten Himbeeren (die wahrscheinlich mit Gold aufgewogen werden, s. Schoko-Himbeer-Torte) auftreiben konnte, stand es jetzt für ein paar Wochen unangetastet im Kastl.

Ka'ak el Eid - Mahlep-Ringe

Auf der Suche nach einem Alternativrezept fand ich heraus, dass dieses erstaunliche Gewürz nichts anderes ist als die gemahlenen Kerne der Felsenkirsche, die im levantinischen Raum heimisch ist. Wenig überraschend stieß ich schließlich auf ein libanesisches Rezept damit: Ka’ak el Eid (wörtlich Fest-Kekse), die üblicherweise zu Ostern gebacken werden.

Ostern hin oder her, die Kringel schienen mir ein cooles Backprojekt. Leider schob ich es wegen zu vielen Deadlines ganze dreimal auf – meine Mitbewohner zweifelten schon an meiner Fähigkeit, die WG mit Süßem zu versorgen und deckten sich mit großzügig Schokolade ein.

Ka'ak el Eid - Mahlep-Ringe (Nahaufnahme)
An diesem Foto sind noch zwei Freund_innen beteiligt, sowohl den Stoff als auch das Brett habe ich mal als Geburtstags(?)-Geschenk bekommen.

Eine Chat-Nachricht eines Berliner Freundes, der selbst gerade mit Mahlep in Bananenbroten experimentierte, ließ mich dann aber doch in die Küche wandern. Er stiftete mich außerdem dazu an, *nur* Butter in den Teig zu tun, auch wenn das Originalrezept nach Pflanzenfett verlangt. Denn: „Wer da fucking shortening reintut, ist einfach ein Monster“.

Ich habe am Ende eine 100%-Butter-Variante und eine mit 50% Butter und 50% Pflanzenfett (Ceres) gemacht. Geschmacklich ist der Unterschied gar nicht so groß, da das Mahlep so dominant ist – die Butterversion hatte nur einen viel buttrigeren Nachgeschmack.

Die Unterschiede in der Konsistenz waren allerdings sehr groß. Während die Butterversion knusprig und fest war, war die Pflanzenfettversion sandig-bröselig, wie Sandgebäck aus dem Supermarkt. Was letztlich aber für mich den Ausschlag gegeben hat: Die Kringel aus Butter hielten ihre Form einfach sehr viel besser und sehen weitaus schöner aus.

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Zuckersüß 370

In den letzten zwei Wochen war ich sehr viel in Zügen unterwegs, in den Bergen und #amland – richtige Ferien also. Und obwohl ich meinen Laptop absichtlich daheim gelassen habe, um ja vom Bildschirm wegzubleiben, habe ich eine ganze Webseite für meinen Papa gebaut. Ich war erstaunt, wie schnell ich mittlerweile darin bin, eine WordPress-Instanz aufzusetzen (Übung mit vier Webseiten zahlt sich offenbar aus!) und dass das aufwändigste der „technischen“ Arbeit war, ein passendes Theme zu finden. Ich finde, dass auch das geglückt ist, gogos-kunstwerke.de ist eine schöne Galerie der Schnitzereien meines Vaters geworden. Die ganzen Fotos zu schießen und einzupflegen hat dann nochmal einen ganzen Tag gedauert, aber in Zukunft machen das meine Eltern (denen ich hoffentlich gut genug beigebracht habe, wie eins mit WordPress arbeitet…).

Dieses Objekt gehört zu meinen liebsten, die mein Papa in letzter Zeit geschnitzt hat, es heißt „Five in a row“.

Magazinliebe

In meinem Kinderzimmerschrank habe ich hunderte Magazine wiederentdeckt, die ich von 2009 bis etwa 2013 gesammelt habe, und mich enorm darüber gefreut. Nicht nur, weil so unterschiedliche Genres dabei waren (von Branchenmagazinen wie journalist, publisher und rolling pin, über Illustrierte aus verschiedenen Ländern bis zu mittlerweile leider eingestellten Titeln wie der deutschsprachigen WIRED, NEON oder CUT), sondern auch, weil die Titelthemen wie ein zeitgeschichtliches Fenster in eine andere Welt waren. Der arabische Frühling fing gerade erst an, Popfeminismus schwappte langsam in den Mainstream, Musikmagazine waren noch männlicher geprägt als jetzt und so weiter.

In meiner Sammlung sind auch gar nicht wenige nischige Indiemagazine vertreten, die ich allein wegen ihrer Form (das Papier! die Prägungen! die Illustrationen! das Layout!) behalten muss: CUT, ESCEHAERIEFTE, BLOCK, Slanted, MUH, Fräulein. Sehr viel daraus floss in meine Schüler- und Abi-Zeitungsarbeit ein: kleine Klebemarkierstreifen zeigen, welche Rubriken/Layoutideen/etc ich der Redaktion vorschlagen wollte.

ein kleiner Teil meiner Magazinsammlung

In den letzten Jahren hat sich mein Fokus aufs Internet verlegt (Blogs lesen und schreiben, Podcasts hören und produzieren) und ich habe sehr viel weniger Magazine gelesen. Derzeit habe ich „nur“ drei abonniert – den kostenlosen, aber supertollen Fluter, die allerbeste Effilee und neuerdings auch die Mixology – die aber oftmals wochenlang herumliegen, bis ich sie mal aufschlage (früher hätte ich sie *sofort* von Cover zu Cover durchgelesen). Aus diesem Grund kaufe ich mir auch sehr selten andere Magazine, obwohl ich oft genug damit liebäugle. Denn coole Indie-Titel gibt es trotz schlechten Branchenbedingungen nach wie vor: TAGEBUCH, Toothache, MOLD, marmite und das halbe Sortiment von Coffeetable Mags würde ich sehr gerne lesen.

Hier folgt jetzt wie immer alles verlinkbare, das ich in den letzten Tagen gelesen und für interessant befunden habe:

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Lavendel-Earl-Grey-Cookies

Bei meinem kurzen Ausflug aufs Land vor ein paar Wochen konnte ich ein paar Stängel Lavendel abstauben. Ganz „ausgereift“ (oder wie auch immer man das nennen mag) war der zwar noch nicht, roch aber trotzdem wunderbar.

lavendel-earl-grey-cookies

Zuerst wollte ich Sirup daraus kochen, um sommerliche Cocktails daraus zu mixen, habe den Gedanken aber schnell wieder verworfen. Und dann fiel mir Constellation Inspiration ein, ein Foodblog, das ich noch gar nicht so lange lese, dessen Autorin Amy Ho kürzlich ein ganzes Backbuch voller Rezepte mit Blüten veröffentlicht hat.

lavendel-earl-grey-cookies

Das Buch klingt wahnsinnig interessant, doch kaufen werde ich es mir nicht, da ich überhaupt keine Ahnung habe, wie ich an die ganzen Blüten kommen sollte, wenn ich nicht zufällig mal in jemandes Garten eingeladen werde. Das Lavendel-Cookie-Rezept steht aus Promo-Gründen glücklicherweise bei Hummingbird High und so konnte ich diese auch ohne das Buch nachbacken.

Die ziemlich hohe Zuckermenge im Originalrezept schreckte mich allerdings ab und so beschloss ich, endlich mal Zucker zu „toasten“, wie Stella Parks es gefühlt überall (vor allem bei SeriousEats) propagiert. Durch langes Backen des Zuckers bei halbwegs niedrigen Temperaturen karamellisiert der weiße Zucker nämlich, ohne flüssig zu werden, und bekommt dadurch ein viel weniger stechend-süßes, dafür komplexeres Aroma. Weniger Zucker zu nehmen wäre bei solchen Cookies wahrscheinlich eine schlechte Idee, weil das die Konsistenz zu sehr verändern würde.

lavendel-earl-grey-cookies

Letztendlich war sehr begeistert von meinen gempimpten Cookies: der süße-schwere Lavendel passt sehr gut zum leicht bitteren und vor allem zitronigen Earl Grey. Die Kekse selbst sind an softe Snickerdoodles angelehnt und zergehen ganz buttrig auf der Zunge.

Nur auf eines hätte ich besser aufpassen sollen: Sie zerlaufen beim Backen sehr stark – so stark, dass ich bei 25 Cookies auf zwei Blechen nur zwei hatte, die nicht mit dem daneben „zusammengelaufen“ waren…

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