Alle Beiträge von Jana

Zuckersüß 270

In dieser Woche begann der Semesterendspurt so richtig – mir stehen noch einige Prüfungen bevor und auch die Abgabe meiner ersten Bachelorarbeit. Und, was ich noch gar nicht in der Zuckerbäckerei erwähnt habe: Ich ziehe wieder um! Zwar nur für ein paar Monate, aber dafür einmal wieder ins Ausland. Erstaunlicherweise bin ich trotz dieser tausend Sachen sehr viel in der Küche gestanden („Vorräte aufbrauchen“ ist eine super Ausrede!): Ich habe vegane Schokokekse und Haferflocken-Schoko-Cranberry-Cookies gebacken, außerdem nochmal veganes Kokoseis gemacht, das ich auch schon an Silvester ausprobiert habe. Die Blogposts mit den Rezepten dazu folgen irgendwann. Übrig ist auch nichts mehr davon, die Kekse habe ich nämlich an Marcel, den virtuellen Umzugshelfer für mein Zweitprojekt Lieblings-Plätzchen (in dem auch noch einiges an Arbeit wartet) verschickt:

https://twitter.com/marcelstuht/status/951854641423187969

Und weil das noch lange nicht reicht, habe ich für eine befreundete WG superleckere Germknödel nach diesem Rezept (inkl. „veganisierter“ Version!) gekocht. Ich war sehr erstaunt, wie fluffig die werden können, wenn man sie in einem Nudelsieb über Dampf ziehen lässt, statt sie direkt im Wasser zu kochen. Ach, und weil ich nicht ohne Abschiedsparty umziehen kann und auch keine Leute einladen kann, ohne genügend selbstgemachte Getränke/Kuchen vorzubereiten, gab es nochmal weißen Glühwein und dieses Kokos-Bananenbrot. Gestern war ich dann auch noch Eislaufen (bald sind meine Schlittschuhe ja in irgendeinem Umzugskarton versteckt eingelagert!), trotz ekligem Nieselwetter war das sehr spaßig. Und jetzt, wo ich diesen Rückblick tippe, freue ich mich gleich nochmal über das alles und bin recht erstaunt, wie viele Sachen eigentlich in sieben Tage passen. Vielleicht mache ich doch weiter mit diesen Rückblicken… Hier folgen jedenfalls meine Lieblingslinks der Woche:

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Tarte aux pommes

Im Dezember war ich ich bei einer Freundin aus Paris (in Wien, kein Mini-Städtetrip!) zum Käse-Fondue eingeladen. Ich wusste, dass ich weder mit Käse (der ja schon vor meiner Ankunft da sein müsste) noch mit einem Mitbringsel-Wein (womit ich mich nicht auskenne) punkten könnte, weshalb ich auf Gebackenes setzte.  So brachte ich recht viel Baguette (von meinem Wiener Lieblingsbäcker Joseph Brot) mit, aber ich wäre ja nicht „die mit dem Foodblog“, wenn es keinen Kuchen aus meiner Küche dazu gäbe.

Bei La mia cucina hatte ich ein paar Tage zuvor ein Rezept für Tarte aux pommes. Pure et simple gesehen. So ganz simpel war das Unterfangen nicht, denn die Tarte besteht aus einigen Komponenten, die durchaus viel Zeit beanspruchen, wenn man sie nicht schon fertig zur Hand hat.

Beim Blätterteig wollte ich nicht anfangen, den nahm ich einfach aus der Kühltheke, aber das Quittenpüree machte ich selbst. Für einen Kuchen allein wäre mir das auch zu viel Aufwand (so faul!), aber ich habe ja gleich noch Eis daraus gemacht. Dann braucht es noch den übrigens superguten Rosmarin-Honig-Sirup und natürlich sehr fein gehobelte Äpfel. Mangels Hobel wurden sie eher schief und die finale Tarte lange nicht so schön wie die des Originalrezepts, aber geschmeckt hat sie mir sehr.

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Zuckersüß 269

In der vergangenen Woche habe ich einen recht spontanen eineinhalb-Tages-Trip nach Prag gemacht und jetzt habe ich noch mehr Fotos dieser schönen Stadt – ich muss irgendwann einfach darüber schreiben! Außerdem hatte ich Besuch in Wien, sodass ich auch hier sehr viel durch die Gegend lief und vor allem in so vielen Restaurants aß, wie sonst in einem ganzen Monat nicht. Unbedingt weiterempfehlen mag ich nochmal das Puerta del Sol in der Josefstadt (sehr leckere Tapas und der beste Käsekuchen der Stadt!) und das Wirtshaus Brandstetter in Hernals (mein Tipp für Wiener Küche mit vielen vegetarischen Optionen abseits der touristischen Innenstadt).

Überraschenderweise bekam ich durch einen unabsichtlich angeklickten Evernote-Newsletter mit dem Hinweis auf Getting Things Done dann auch noch einen großen Motivationsschub. Meinen Kalender samt To-Do-Listen hielt ich bis zu dem Zeitpunkt schon für ans Limit optimiert, doch die Einführung einer Kategorie „Warten Auf“ und einem kleinen Post-It voller „irgendwann“-Aufgaben, das ich nun von Seite zu Seite mitnehmen werde, statt immer alles abzuschreiben, lässt meinen Aufgabenberg viel leichter erklimmbar erscheinen. Verpackung ist alles, deshalb will ich auch noch ein bisschen Bullet Journalling einbauen und mehr Sketchnotes. Der Grund, warum ich das jetzt auch noch hier ins Blog schreibe, ist meine Faszination für Blogger_innen wie Anke Gröner, Maximilian Buddenbohm, Caspar Clemens Mierau und selbst die Foodbloggerin Joy Wilson die ich teilweise schon im Post Über den Tellerrand: Tagebuchblogs zusammengetragen habe. Sie schreiben so über ihren Alltag, dass es auch für mich als Außenstehende interessant und hilfreich zu lesen ist, ganz anders als die unzähligen Influencer_innen, die einen mit kurzen Insta-Video-Storys in ihren „echten“ Alltag mitzunehmen vorgeben (no judgement). Ich weiß noch nicht, ob meine Zuckerbäckerei der richtige Ort für persönliche Wochenrückblicke ist, Sue Reindke hat ihre beispielsweise in einen Newsletter ausgelagert (das ist für mich jedoch keine Option). Wenn dann, wäre es genau hier, im Absatz vor meinen Lieblingslinks. Die sind insgeheim ja auch ein kleiner Einblick in das, womit ich mich so beschäftige. Möglicherweise erwarten euch in Kürze also Zuckersüß-Posts in neuem Gewand, möglicherweise schaffe ich es aber auch nicht, so viel zu schreiben – soweit ist die Zuckerbäckerei für 2018 auf jeden Fall verändert: Weniger (lange im Voraus) geplante Posts, mehr Ideen und Spontanität und Rezepte in der Reihenfolge, wie sie aus meiner Küche kommen.

Und jetzt endlich, für alle, die diesen Post nur deshalb lesen: Meine liebsten Links der ersten Januarwoche: Zuckersüß 269 weiterlesen

Quitten-Zimt-Eis

Freunde von mir veranstalten jedes Jahr ein großes Weihnachtsfest, eine Art experimentellen Supper Club mit künstlerischer Untermalung. In diesem Jahr waren fast 40 Gäst_innen dabei, sodass der Aufwand für den Abend ziemlich groß wurde. Teile des Menüs wurden deshalb ausgelagert – ich steuerte einerseits den Zwischengang (Rote-Bete-Kumin-Sorbet) bei, andererseits war ich für die Eiskomponente des Desserts verantwortlich. Und weil es so gut geworden ist, blogge ich trotz unsäglichem Nacht-Foto darüber.

Für eine Tarte aux Pommes (ein Post dazu folgt bald!) brauchte ich vergangene Woche ohnehin Quittenpüree, also beschloss ich, einfach ganz viel davon vorzubereiten und dieses dann zum Star meines Crème-Eis zu machen. Orientiert habe ich mich einerseits am Rezept für Pfirsich-Eis vom letzten Sommer und andererseits am Eis-Grundrezept in Stella Parks Bravetart-Buch (jedes zweite Rezept in diesem Blog ist von ihr beeinflusst, ich fühle mich schon fast wie in Julie&Julia in anderer Besetzung!). Anders als in meinen vorherigen Eisrezepten habe ich nämlich etwas Likör (Birne, selbstgemacht) dazugegeben, damit das Eis nicht so hart gefriert – und es hat funktioniert!

Der letzte Gang des Abends – ziemlich spät, da es zwischendurch Auftritte einer ziemlich lustigen Comedyband und eine Ausstellung großformatiger Kunstwerke gab – wurde mit dem Eis ein voller Erfolg: Quitte-Zimt im Karamellkörbchen harmonierte wunderbar mit Topfenknödeln in Mandelbröseln.

Ach, und falls es euch interessiert, das war die gesamte Menüfolge (die Grafik war neben den grandiosen Acrylbildern mein bescheidener Beitrag zur Ausstellung):

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Birnen- und Traubenkaramell

Neulich habe ich Muffins mit Apfelkaramell überzogen. Dabei habe ich mir überlegt, dass das doch eigentlich nicht nur mit Apfelsaft, sondern auch mit anderen Fruchtsäften als Basis funktionieren sollte.

Kandidat dafür wurde zuerst naturtrüber Birnensaft, den ich aus Unachtsamkeit anstatt zu Sirup zu einem kohlenschwarzen Klumpen reduzieren ließ. Nicht nur musste ich dann fast eine Stunde lang den Topf schrubben, auch die ganze Wohnung roch einige Tage lang nach verbrannten Birnen. Merke: Unbedingt neben dem Herd stehen bleiben, wenn Sirup eingekocht wird!

Trauben- und Birnenkaramell

Für den zweiten Versuch hatte ich leider keinen naturtrüben Birnensaft mehr bekommen, sondern lediglich -Nektar. Der wurde beim Einkochen erstaunlicherweise zu Püree, was dem fertigen Karamell eine ganz andere, fluffigere und weichere Konsistenz gab. Den Unterschied zwischen Fruchtsaftsirup, wie beim Traubenkaramell oder dem originalen Apfelkaramell von 2013, und Püree als Rezeptbasis lässt sich auch gut auf den Fotos erkennen. Das Püree-Karamell behält seine Form, während das Sirup-Karamell schnell auseinander läuft.

Das Birnenkaramell habe ich außerdem mit etwas Zimt und Kardamom gewürzt, während das Traubenkaramell „pur“ blieb. Anders als beim Apfelkaramell habe ich auch keine Meersalzflocken daraufgegeben, das aber nur weil ichs vergessen hatte…

Trauben- und Birnenkaramell

Ich finde jedenfalls, dass das Fruchtsaftkaramell – egal ob jetzt Apfel, Birne oder Traube – eine erfrischende Abwechslung auf den klassischen Weihnachtsplätzerl-Tellern ist. Vielleicht wage ich mich im Laufe des Dezembers noch an weitere Varianten!

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