Archiv der Kategorie: Zuckersüß

Zuckersüß 333

Mir fiel heute auf, dass ich vor ziemlich genau fünf Jahren mein Abitur geschrieben habe – mit allerlei Keksen dazu: Abiturkekse Pt. I: Studentenfutter-Haferkekse, Abiturkekse Pt. II: Classic Chocolate Chip Cookies, Abiturkekse Pt. III: Mohn-Marzipan-Plätzerl mit Traubengelee:

Und in dieser Woche habe ich nun meinen Bachelor in Sprachwissenschaft eingereicht. Das war zwar an sich keine Prüfung (die letzte hatte ich bereits im Januar abgelegt), aber wegen der vielen auszufüllenden Formularen fühlte es sich fast so an. Kein einziges Mal habe ich daran gedacht, mir zu diesem Ereignis einen Kuchen zu backen – so langweilig wie zu Schulabschlusszeiten war mir leider schon länger nicht mehr.

Aber bis ich das Zeugnis ausgehändigt bekomme, braucht die Uni bestimmt noch ein paar Wochen, ich habe also noch Zeit, mir ein dem Anlass angemessenes Rezept auszudenken. Apropos, im Oktober wird die Zuckerbäckerei unglaubliche 10 Jahre alt, dafür könnte ich auch schon einmal überlegen…

Ansonsten habe ich mich in dieser Woche vor allem geärgert, dass ich nicht bei der re;publica in Berlin sein kann und nicht mal Gelegenheit hatte, den Stream anzuschauen. Aber ich habe zwei Bücher fertiggelesen, über die ich vielleicht noch in der entsprechenden Post-Serie schreiben werde: Sina Kamala Kaufmanns Helle Materie und Max Czolleks Desintegriert euch. Ich war auf Uniexkursion im Technischen Museum (recht enttäuschende Erfahrung, tbh) und hatte viel zu viele Deadlines um mich herum. Trotzdem habe ich zweimal gebacken, nämlich einen Rhabarber-Zopf (angelehnt an Krebsen und Aluette) und kleine Eierlikör-Kastenkuchen (nach diesem Rezept von 2010, dem ich zurecht nicht ganz traute), die etwas zu sehr aufgegangen sind, als dass ich sie hier posten könnte.

Hier folgt eine vergleichsweise magere Lieblingslinksammlung:

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Zuckersüß 332

Am Montag habe ich es endlich mal wieder zur Aufmacher-Medienrunde geschafft. Diesmal hat Pressefotograf Christian Bruna aus seinem Arbeitsalltag erzählt, es war sehr interessant:

Eine interessante ⁦@AufmacherM⁩-Runde mit Pressefotograf ⁦@brunapix⁩!#sketchnotes pic.twitter.com/NPA754l8Oj— Jana (@jasowies_o) 29. April 2019

Den Maifeiertag am Mittwoch habe ich zu meinem Wochenendstart erklärt und daheim in Niederbayern vorbeigeschaut. Dort habe ich in Omas Garten Rhabarber abgeschnitten und einen sehr guten Salat daraus gemacht: Fein gewürfelt, über Nacht in Zucker eingelegt, sodass er weicher und etwas weniger sauer wird. Doppelt so viel grünen Spargel ebenso fein gewürfelt, in Olivenöl angebraten und in ein paar Teelöffeln Orangenmarmelade geschwenkt, serviert mit gebratenen Frühlingszwiebeln und gerösteten Mandeln (das alles angelehnt an einen Satz in diesem Artikel). Dann war ich noch im Auwald der Isarmündung, um Morcheln zu suchen, habe aber leider keine gefunden. Nix ists geworden mit der geplanten Morchel-Spargel-Pasta von la mia cucina.

Stattdessen also einfach Spargel mit Hollandaise, von der mir drei Eiweiß übrigblieben, die ich sogleich zu Pavlovas verarbeitete. Statt wie die zwei, die schon im Blog sind (Aprikose/Pistazie und Kirsche), habe ich sie aber mit Rhabarberkompott serviert:

Hier folgen meine liebsten Links der Woche:

Rezepte

Gin-Basil Smash – GIN PESTO! – Bitters Blog
Das Originalrezept meines liebsten Cocktails.

Pistachio & Basil Tart – Always With Butter
Noch mehr Basilikum!

Lemon Mascarpone Crepe Cake – Completely Delicious
Ich sollte mal wieder einen Pfannkuchenstapelkuchen backen – den letzten gabs zu meinem 22. Geburtstag bzw dem 8. Blogjubiläum:

Ottolenghi’s Honey & Yogurt Set Cheesecake – Food52
Ohne Backen, dafür mit weißer Schokolade.

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Zuckersüß 331

Das Ostersonntagszuckersüß ließ ich mangels Tipp-Gerät (auf dem Smartphone bloggen ist mir viel zu anstrengend) einfach ausfallen, aber wofür sind denn Ferien da…

Aus der Karwoche muss ich aber trotzdem noch ein paar Sachen erwähnen, weil sie so cool waren: Ich war in der Grotta da Concetta in Campobasso essen und habe mich durch die molisanische Küche probiert: Als Primi Pancotto di fagioli (weiße Bohnen mit Brot, ähnlich denen, die ich im Herbst im Miseria e Nobilità gegessen habe) und Chitarra spigatelli e frutta secca (hausgemachte Nudeln mit Brokkoli und Trockenfrüchten). Als Secondi supergute hausgemachte Salsiccia mit Puntarella (fenchelgewürzte Schweinswurst und löwenzahnähnliches bitteres Grünzeug) und Palotte cacio e uovo (eine Art Knödel aus Weißbrot und Pecorino in Tomatensauce). Ich verstand von der Karte fast gar nichts, denn für spezialisierte Zutaten reicht mein rudimentäres Italienisch wirklich nicht aus (und ohne Netzempfang auch kein Wörterbuch im Smartphone!).

Umso spannender fand ich es, alles zu erschmecken und später nachzugoogeln, was das auf meinem Teller eigentlich war. Von der Nachspeise, Pastiera di grano, hatte mir ein italienischer Bekannter schon erzählt, ich freute mich sehr, sie so auch probieren zu können. Es handelt sich dabei um eine traditionelle neapolitanische Ostertarte aus Mürbteig, gefüllt mit Ricotta, kandierten Orangenstückchen und gequollenen Weizenkörnern. Mit zwei Vierterln Wein kam dieses ganze Menü auf gerade einmal 37€ – ein wirkliches Schnäppchen bei so guten Zutaten (das Restaurant ist schon jahrelang slow-food-prämiert).

Mein ehemaliges Vegetarierinnentum warf ich dann mit selbstgekochten (Leber-)Salsiccia-Bällchen aus der Wursterei eines Bekannten völlig über den Haufen. In Bologna, wo ich noch ein paar Freund_innen traf, probierte ich Tortellini (mit Fleischfüllung…) in Brodo und reichlich Prosciutto und Mortadella zu Tigelle von Mamma (nicht meiner, obvs). Dieses Hefegebäck mit großzügig Schmalz ist in der Emilia-Romagna beheimatet und wird in einer klappbaren Metallform direkt auf der Gasflamme gebacken – so ähnlich wie Batbot. Dazu gibt es meistens squacquerone, einen Frischkäse, der fast so cremig wie Mascarpone ist, aber ziemlich sauer/bitter schmeckt.

Dann war ich für ein paar Tage in Ljubiljana, was ich sogar schon verbloggt habe und nach Ostern endlich wieder in Wien, das inzwischen sommerlich (26°C im April?!) geworden war. Zum Sommer gehört mein liebster Lieblingscocktail Gin Basil Smash auch dazu, den ich diesmal mit einem Basilikumsirup nach dem Mixology-Magazin gemixt habe. Frischer Basilikum wird dafür erst blanchiert, dann in Eiswasser abgeschreckt und schließlich mit simplem Zuckersirup püriert. Nach dem Abseihen bleibt das Chlorophyll in der Flüssigkeit und übrig bleibt ein giftig grüner, sehr intensiv schmeckender Basilikumsirup.

Zum Schluss noch ein Radiohinweis: Für Moment Kulinarium von Ö1 habe ich letzte Woche einen Beitrag über Rhabarber gestaltet – nachhören ist noch bis kommenden Freitag möglich (außer ihr ladet ihn euch im Podcast herunter!).

Nach dieser unendlichen Geschichte folgen jetzt meine liebsten Links der Woche:

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Zuckersüss 330

Ich bin wieder in Italien, aber nicht wie das Titelbild (vom Februar) vermuten ließe, in Rom, sondern mittlerweile weiter südlich in Molise. Während meines kurzen Zug-Umstiegs-Zwischenhalts in Rom besuchte ich den super-hipster Mercato Centrale direkt am Bahnhof Termini. Diese Markthalle, die kaum Rohzutaten sondern hauptsächlich Snacks beinhaltet, scheint ziemlich auf Insta-Foodies ausgerichtet und hauptsächlich von Tourist_innen frequentiert. Ich holte mir zweierlei Arancini (Norma mit Melanzani, Tomate und Mozarella und Siciliana, das zusätzlich auch noch Mandeln enthält) und setzte mich in den Park der Casa dell’Architettura ein paar Blocks weiter. Unbedingte Empfehlung für alle, die mal am Hauptbahnhof Rom etwas Zeit totschlagen müssen und sich ausruhen wollen.

Mit gutem Essen ging es an meinem Reiseziel gleich weiter: Einen halben Bund Barba di Frate / Mönchsbart (s. a. der super Blogpost von Keine Rezepte zu diesem Gemüse) habe ich mit zitronigen Spaghetti zubereitet (fast wie das Rezept von la mia cucina, das ich unten verlinkt habe!) und später blanchiert zu Burrata und geschmorten Tomaten serviert (etwa so, wie mir das Gemüse erstmals im Le Réciproque in Paris begegnet ist).

Für ein Indoor-Picknick (schlechtwetter sei Dank) habe ich außerdem einen Striezel gebacken (im Wesentlichen nach diesem Rezept), schon wieder den Lemony Whipped Feta With Charred Scallions der NYT gemacht und außerdem eine Menge Grissini (mehr oder weniger nach dem Rezept für Brioche-Stangerl + Parmesan).

Und dann habe ich noch gemeinsam mit ein paar Erasmus-Studis Ostereier gefärbt. Statt künstlicher Farben nahmen wir Kurkuma, Blaukraut und rote Bete, die auf den braunen Eiern (weiße ließen sich leider nicht auftreiben) nicht so gut hielten, wie bei meinem ersten Naturfärbe-Experiment 2015. Die Verzierungen mit Gummiringerln funktionierten aber sehr gut:

Hier folgen nun endlich meine liebsten Links der letzten Tage:

Rezepte

Spaghetti. Barba di Frate. Filetti di Pesce Persico agli Agrumi. – lamiacucina
Die fancy Version meines ersten selbstgekochten Barba di Frate / Mönchsbart.

Thunfisch in Sesamkruste auf Glasnudel-Gurken-Salat – Verenas Welt
Thunfischsteaks machen mir ein schlechtes Umweltgewissen, aber wie gut sieht das denn bitte aus?!

How to Make Sicilian Pasta With Sardines, or Pasta Con le Sarde – Serious Eats
Ich muss mal nach Sizilien.

There are many variations of pasta con le sarde, but they all consist of an unlikely combination of sweet and savory flavors: sweet sautéed onions, aromatic fennel and saffron, plump raisins, toasted pine nuts, salty anchovies, and oily chunks of fresh sardines. Plus pasta, of course (often bucatini, but spaghetti is a great choice, too). The pasta, sardines, fennel, and anchovies are all typical Italian ingredients, and the inclusion of raisins and saffron and pine nuts is a textbook example of Arabic culinary influence.

Texte

«Wir bekommen Twitter-Gehirne» – NZZ Folio (via DasFilter)
Dem „drüberhuschen“ beim digital-Lesen versuche ich mit diesen Sonntags-Linklisten zu begegnen. Sehr interessantes Interview mit der Neurowissenschaftlerin Maryanne Wolf von der UCLA.

Ich unterscheide zwischen zwei Arten des Lesens: dem oberflächlichen digitalen Lesen, bei dem es vor allem darum geht, möglichst schnell viele Informationen zu verarbeiten. Und dem zeitaufwendigen «tiefen» Lesen, bei dem ein kognitives Räderwerk aus Aufmerksamkeit, Gedächtnis sowie visuellen, auditorischen und sprachlichen Prozessen in Gang gesetzt wird. Beim digitalen Lesen verändern sich nicht nur die Augenbewegungen: Wir lesen den Anfang, huschen im Zickzack über den Mittelteil und lesen dann wieder den Schluss. Das digitale Lesen ist auf Geschwindigkeit geeicht.

A Blizzard of Prescriptions – London Review of Books
Nach diesem Longread kann eins nur noch den Kopf schütteln, wie verantwortungslos die USA in die aktuelle Opioidepidemie geschubst wurden…

the history of OxyContin, a so-called blockbuster drug whose lamentable success was owed to a confluence of factors particular to the US. They include, but are not limited to: the country’s dysfunctional privatised healthcare system, which makes it possible for addicts to accumulate doctors willing to prescribe painkillers in a way they can’t in the UK; a corrupt regulatory agency beholden to the industry it was tasked with regulating; a punitive legal paradigm that criminalises drug users instead of helping them; an abstinence-only approach to treating drug addiction that impedes evidence-based medication-assisted treatment; corporate greed; a political class that takes marching orders from the lobbyists of said corporations; entrenched poverty, joblessness and hopelessness; and a general epistemological failure when it comes to ideas about what ‘drugs’ are, which psychoactive chemicals are safe and which are dangerous, and what a drug dealer is supposed to look like. These factors converged in such a way as to unleash hundreds of millions of potent pills out into the world in the late 1990s and 2000s, which in turn prepared a consumer market for heroin.

Twenty First Century Victorians – Jacobin Mag (via @SarahTaber_bww)
Früher: Spaziergänge im Park in Sonntagskleidung und disziplinierte Bildung, heute: Fitness-Darbietung in schnittigen Leggings und übertriebener Fokus auf die *richtige* Ernährung.

For example, listening to music became an educational — rather than entertaining — experience. The eighteenth century’s classical chamber music functioned as a pleasant soundtrack for aristocratic soirees. At concert halls, the nobility would canoodle in their boxes, only half paying attention to the performers. But when the rising capitalist class attended concerts, they did not gab away in a convivial fashion: they sat still and demanded silence, in order to concentrate on the music. German Victorians coined the term Sitzfleisch — sitting flesh — to describe the muscle control required for sitting absolutely still during a concert performance. Even coughs and sneezes had to be stifled, lest they break anyone’s concentration and derail self-improvement.

Against Chill: Apathetic Music to Make Spreadsheets To – The New Yorker
Guter Kontrast zum obigen Artikel…

Although I recognize the utility of listening to non-distracting study music, I nonetheless find it disheartening to see art being reconfigured, over and over again, as a tool for productivity—and then, when the work is finally done, as a tool for coming down from the work. It’s especially disconcerting to see the practice of active listening (which can be a creative act as well as a wildly pleasurable one) denigrated, dismissed, or ignored. Background music is hardly a new development, but, previously, these sorts of experiences were mostly relegated to elevators and waiting rooms; now the groundless consumption of music has become omnipresent. 

The Religion of Workism Is Making Americans Miserable – The Atlantic
Arbeit als einziger Lebensinhalt:

In the past century, the American conception of work has shifted from jobs to careers to callings—from necessity to status to meaning. In an agrarian or early-manufacturing economy, where tens of millions of people perform similar routinized tasks, there are no delusions about the higher purpose of, say, planting corn or screwing bolts: It’s just a job.

Alt-texts: The Ultimate Guide – Axess Lab (via @anit0r)
Wie man einen guten Bild-Alternativtext schreibt, sodass er Screenreader-Nutzer_innen auch weiterhilft.

Well frankly, you can also get the necessary information from the image at a glance, and that’s what we’re trying to achieve for users with screen readers as well. Give the necessary information in the alt-text, but make it as short and concise as possible.

Lehrer: „Guten Morgen, Herr Harbsmeyer“ – ZEIT ONLINE
Aushilfslehrersein klingt furchtbar.

An der Stadtteilschule darf ich nämlich gar nichts vorbereiten. Erst am Morgen lese ich in einer App, was der Arbeitstag bringt. Ich habe keine Ahnung vom Matheunterricht der 7b oder vom Religionskurs der Klassen 5a und b in der 6. Stunde. Keine Ahnung, was ihr Thema ist, keine Ahnung, wer die Kids sind und wie die so drauf sind. Keine Ahnung, wo der Raum ist. Keine Ahnung, was zu tun ist, falls die erkrankten Lehrer mir keine Materialien hinterlassen haben. Was bisher immer der Fall war. Was kann ich machen, wenn ich keine Ahnung habe? Hausaufgaben machen lassen, Referate vorbereiten?

A Genealogy of Blue – kottke.org
Der französische Historiker Michel Pastereau hat ein Buch über die Kulturgeschichte der Farbe Blau geschrieben. Klingt interessant!

Blue’s fortunes changed in the Middle Ages when it became associated with both the heavens and heaven, and particularly an association with the Virgin Mary. French royalty adopted blue as their official color; and in modernity, the introduction of indigo from the Americas and the invention of Prussian blue in the early 18th century helped cement blue (along with white and red) as part of a tripartite color scheme that gave us the flags of Great Britain, the United States, and France.

Wie ich einmal fast eine Reportage schrieb – journalist – das Medienmagazin
Ein Werkstattbericht:

Vor zwei Jahren scheiterte ich an einem Text für das Geo Magazin. Nein, hier muss ich präziser sein: Ich scheiterte an der Geschichte. Der Text erschien trotzdem (Vom Dunkel ins Licht, Geo, 12/2017), nur in anderer Form. Ursprünglich sollte ich eine Reportage über ein blindes Kind schreiben, das nach einer Operation sehen lernt. So sollte ich, Pars pro toto, die Arbeit der Hilfsorganisation Project Prakash beleuchten, deren Mission es ist, Kinder aus armen Familien in Nordindien vom grauen Star zu befreien. Aus der Geschichte über ein gewendetes Schicksal wurde ein Feature über die Hilfsorganisation und ihre Grundlagenforschung zur visuellen Wahrnehmung. Ich hatte viel erlebt, viel zu viel notiert, und doch ließ sich daraus keine dichte Reportage machen.

Kein Anlass zur Aufregung. – READ ON MY DEAR, READ ON.
Die Normalisierung sexueller Belästigung führt zu sowas:

Auf die Idee eine Anzeige aufzugeben oder gar die Polizei zu rufen, war ich nicht gekommen, denn war denn in Wirklichkeit überhaupt etwas geschehen und war das Geschehene nicht dann doch auch fast lächerlich zu nennen? Kein Anlass zur Aufregung, so viel stand fest.Ich schwieg also lieber und überhaupt arbeitete ich viel in diesem Sommer, der kein Sommer mehr war.

Audio/Video

Podcast #91 – Fake News Blues – Bruttofilmlandsprodukt
Hari List und Birgit Jetschko zerlegen den „Podcast“ von Ö1/FM4/Filmakademie Wien.

Phone Tones – Twenty Thousand Hertz
Die Geschichte der Telefontöne.

Sonst So

City of Vienna – Saffron Brand Consultants (via @i_am_fabs)
Wien hat eine neue visuelle Identität bekommen.

TONIC – Postmoderne in der Steppe
Fotostrecke brutalistischer Bauten in Kazachstan.

Busy Doing Nothing – The Baffler
Megan Marz stellt zwei Bücher vor, die sich mit dem Nichtstun abseits der Digital-Detox- und Produktivitäts-Ratgeber beschäftigen: Melissa Gregg’s Counterproductive: Time Management in the Knowledge Economy und Jenny Odell’s How to Do Nothing: Resisting the Attention Economy.

Foto

Blick aufs Kolosseum

Backkatalog

Zuckersüß 329

In dieser Woche habe ich Shutterbean’s Polenta Cornbread ausprobiert und die übrige Buttermilch zu Buttermilk Ice Cream nach Stella Parks verarbeitet. Außerdem habe ich endlich mal wieder eine Tajine gemacht und dazu unumgängliches Tafaya. Der Lemony Whipped Feta With Charred Scallions der NYT Cooking, den ich auf Instagram entdeckt hatte, stellte sich außerdem als super Dip heraus.

Apropos Tajine: Obwohl ich 2014/15 mehr als ein Jahr in Marokko verbracht habe, habe ich offensichtlich kein einziges Mal eine Tajine verbloggt. In „Neues aus Marokko“ habe ich zumindest über Tafaya, die Schmorzwiebeln mit braunem Zucker, Rosinen und Zimt geschrieben, die ich wirklich viel öfters und zu allem machen sollte.

Mir fiel außerdem auf, dass es jetzt ein Jahr her ist, dass der Campus meiner Erasmus-Uni in Nancy besetzt wurde und ich darüber einen aufwendigen Radiobeitrag produziert habe, den es hier zur Gänze gibt.

Genug Rezeptlinks im Einführungstext, hier kommen meine liebsten Links der vergangenen Tage:

Rezepte

Bärlauchkapern – HighFoodality
Spannend!

Persian Herb and Chicpea Stew With Rice – Half Baked Harvest
Klingt lecker.

Texte

Why „Doing Nothing“ Is the Best Self-Care for the Internet Era – GQ (via Pro2koll)
Ich bin sehr, sehr schlecht im Nixtun.

In her [Jenny Odell’s] eyes, there are two primary culprits responsible for our modern malaise: social media and the cult of productivity. The former robs us of attention, foments hysteria and anxiety, and collapses context („keeping us trapped in a fearful present“). The latter dictates that any surplus time we do have be used „productively,“ driven towards some end goal or task.

Meet Amanda Cox, Who Brings Life to Data on Our Pages – NY Times
Die NYT hat eine eigene Datenvisualisierungsredakteurin!

“I think data journalism is successful when you don’t need the adjective,” Ms. Cox told the podcast “Data Stories” in 2015, “when it’s indistinguishable from journalism journalism.”
And data visualization — how best to present it with tools like charts, graphs and interactives — is not a new challenge, but one that news organizations have taken on more seriously as they make greater use of data.

The New Social Network That Isn’t New at All – NY Times (via Julian Schmidli’s Mailing List)
Plötzlich überall Newsletter!

For me, a guy writing dispatches from home in his pajamas, email offers a more personal connection between writer and audience. Since beginning The Dump, I’ve traded emails with people who might have followed me on Twitter but felt more comfortable talking with me one on one.

Wie aus einem syrischen Fernsehstar eine Berliner Spitzenköchin wurde – bento
Dieser Text ist so unglaublich bento-ig (wieso so viel Fettgedrucktes, warum so clickbait-y?) geschrieben, dass es mich sehr nervt. Aber die Geschichte ist interessant:

Mit ihrer Familie muss sie nach Jordanien fliehen, landet im Flüchtlingscamp Zaatari. Als Gäste für eine Fernsehshow über das Camp gesucht werden, meldet sich Malakeh. „Da meinte der Produzent zu mir: Du bist fotogen und schlagfertig. Du brauchst eine eigene Show.“
Er engagiert Malakeh für ein Koch-Talk-Format. Malakeh soll eigentlich einen Koch an die Seite gestellt bekommen, aber das Budget des kleinen Senders ist knapp. „Ich sagte, dass ich auch ganz gut essen zubereiten kann und schon hatte ich beide Jobs.“

Der Mann jagte, die Frau hütete Kinder? Basler Archäologin räumt mit Uralt-Klischees auf – Watson.ch
Oh hi Patriarchat…

Das Bild von den altsteinzeitlichen Männern, die die Kunst erfunden haben, bekommt Risse, weil man an Handabdrücken sehen kann, dass auch Frauen ihre Hände auf den Höhlenwänden verewigt haben. Ebenso Kinder. Wir müssen davon ausgehen, dass Männer, Frauen und Kinder vermutlich gemeinsam in Höhlen rituelle Praktiken durchführten. Nicht zuletzt deshalb ist zu hinterfragen, weshalb die figürlichen Darstellungen ausschliesslich von Männern stammen sollten. Dafür gibt es keinen Beweis – und auch keinen Grund. Was für Männer selbstverständlich und ohne wissenschaftliche Grundlage gesetzt wird, braucht für Frauen umgekehrt eine hieb- und stichfeste wissenschaftliche Beweisführung – etwa, dass sie auch einen Beitrag zur Ernährung, zur Kunst oder zu Innovationen geleistet haben.

Sommeliers – Kellner für Geschmacksbehinterte? – Quark und so (via @fettessen)
Warum ein Sommelier kein unnötiger Luxus ist:

Ein Normal-Esser, der sich von seinem Durchschnittsgehalt vielleicht einmal im Jahr den Gang ins Sternerestaurant leistet, will auskosten, was Küche und Keller hergeben. Er will das optimale Geschmackserlebnis und seinen Horizont erweitern. Das geht in der Dorfkneipe in aller Regel nicht.
Der Wirt will, dass der Gast zufrieden ist und vor allen Dingen wieder kommt. Doch wenn der Gast zu seinem Sterneessen auch selbst den Wein aussucht und das obere Regal anvisiert – ist ja nur einmal im Jahr – kann er sich gewaltig vergreifen.
Lässt er einen repräsentativen Chateau Lafite zur Seezunge entkorken, geht das schlecht aus, und zwar für alle Beteiligten: den Gast, den Wirt, den Wein und die Seezunge. Daran hat niemand Interesse.


Video/Audio

Jugendstil Podcast
Kürzlich entdeckt, cooles Podcastprojekt mit jungen politischen Gäst_innen in Wien.

xanny – Billie Eilish
Erst durch den Hype ist diese großartige Sängerin in meine Wahrnehmung geraten.

Sonst So

Friedrich von Borries. Politics of Design, Design of Politics – Pinakothek der Moderne
Diese Ausstellung (noch bis 29.9.) würde ich gerne anschauen. Müsst halt in München vorbeikommen..

Foto

Eine sommerlich gelb gestrichene Gasse in Rom.

Backkatalog

Zuckersüß 328

Diese Woche lief endlich wieder besser, ich kann wieder beißen und habe deshalb gleich mehrmals gebacken: Frischkäse-Cookies (bald im Blog) und Best Cocoa Brownies aus dem Archiv. Gerade-noch-Winter-mäßig habe ich Chicorée gratiniert und frühlingshaftig erstmals Spargel (mit selbstgemachter Hollandaise!) gekocht. Im AAKH stolperte ich in einen sizilianischen Foodtruck, bei dem ich mir ein Arancino alla Norma (mit Melanzani und Tomate gefüllt) holte, das fast so gut war, wie die in Napoli. Und wieder auf der frühlingshafteren Seite: Bei Gefrorenes kaufte ich mir eine Kugel Birnen-Sorbet mit Schokolade, das so gut ist, dass ich es endlich mal nachbauen muss! Ebenfalls sehr gut: Der „Bouquet de la mer“ (Cognac, Kokosmilch, Lavendel, Kaffee, Port und Dry Curacao) im BirdYard. Die Einrichtung dieser Bar beeindruckt mich immer wieder und auch das auf die Cocktails abgestimmte Geschirr!

Außerdem habe ich für mein kleines Sketchnote-Business einen Insta-Account angelegt, @jasowies_o, folgt mir doch alle mal! Am Donnerstag habe ich dann auch gleich wieder gesketchnotet (nur aus Spaß, nicht im Auftrag), weil diese Woche der FemKongress der ÖH Uni Wien stattfand.

„Sexismus im Netz. #metoo, shitstorm und staatliches Versagen“ auf dem FemKongress der ÖH Uni Wien

Meine feministische Heldin Anne Wizorek (ihr #aufschrei-Buch gehört nach wie vor zu einem meiner Favoriten zum Thema) eröffnete die Konferenz und diskutierte danach auch beim überaus interessanten Panel mit Caroline Kerschbaum, Sigi Maurer, Maria Sagmeister und Tanja Malle zu Sexismus im Netz mit. Und kaum hatte ich das Sketchnote auf Twitter gepostet, kam auch schon der erste Masku-Troll-Kommentar…

Aber eindeutig das Beste an dieser Woche: Ich habe die finale Version meiner BA-Arbeit abgegeben! Texte zu Complementizer Agreement lasse ich deshalb jetzt erstmal links liegen und widme mich den Weiten den Blogosphäre. Meine liebsten Links der Woche:

Zuckersüß 328 weiterlesen

Zuckersüß 327

Immer noch Pech, immer noch Zahnweh in dieser Woche. Von beidem so viel, dass ich nicht zur besten aller Podcastkonferenzen, der #subscribe10 beim DLF in Köln fahren habe können. Und das, obwohl eigentlich ein Sketchnotes-Workshop von mir im Programm stand… Gezwungenermaßen sah ich also nur im Stream zu und sketchnotete recht viel, s. Twitter. Einen ausführlichen Rückblickspost gibts später drüben bei Lieblings-Plätzchen.

Für Menschen, die mich als Sketchnoterin für ihre Veranstaltung beauftragen wollen hab ich mir zu der Gelegenheit auch noch eine klitzekleine Landingpage gebastelt. Sehr spartanisch und nur aus einer einzigen html-Datei, aber „responsive“ sollte sie schon sein: jasowieso.com

Hier folgen meine Links der letzten Tage:

Rezepte

Polenta Cornbread – Shutterbean
„Echtes“ Cornbread habe ich nie probiert, das hier werd ich bald mal ausprobieren.

Shaved Cucumber Lemon Herb Labneh Toast – ful-filled
Auf Insta entdeckt, sieht nach super Frühlings-Brotzeit aus.

Sourdough Crackers with Olive Oil & Herbs – Love and Olive Oil
Für das nächste Mal, wenn zu fütternder Sauerteig im Haus ist.

März-Must-have: Mönchsbart aka barba di frate – Keine Rezepte
Der Name des Blogs bedeutet eigentlich schon, dass der Link nicht in diese Zuckersüß-Rubrik passt. Aber spannende Zutaten dürfen nicht in den „Texten“ untergehen! Mönchsbart ist (wie Mispeln) wiedermal etwas, dass ich in fremdsprachiger Umgebung, genauer gesagt im Le Réciproque in Paris, probiert habe, ohne jemals den deutschen Namen kennengelernt zu haben. Im Blogpost damals schrieb ich von „Seegras“, das nicht spinatig war… Jetzt habe ich große Lust, auf einen der beschriebenen Wiener Märkte zu gehen und mir Mönchsbart zu kaufen.

Von Weitem sieht er ein bisschen aus wie Schnittlauch, Mönchsbart schmeckt aber ganz anders: mild und ganz leicht salzig. Er ist frisch und knackig, darum würde ich auch raten ihn wenn überhaupt nur ganz kurz zu garen. Optisch trägt er auch einiges zu spannenden Frühlingsgerichten bei und zwar ohne großen Aufwand.

Texte

Die Sache mit dem geistigen Eigentum – Leena Simon
Ein paar Überlegungen zum Begriff:

Solange ich eine Idee mit keinem Menschen geteilt habe darf ich sie als mein „geistiges Eigentum“ bezeichnen. Doch sobald ich jemandem davon erzähle, gebe ich dieses Eigentum auf. Die Idee und ihre Mutationen existieren dann auch in einem anderen Kopf. Ich kann sie nicht mehr zerstören (eine der wichtigsten Definitionen von stofflichen Eigentum), und ich habe keine Kontrolle mehr darüber.

Warum die Urheberechtsdebatte schon jetzt ein Fortschritt ist – Dirk von Gehlen
tl;dr: sie macht u.a. EU-Politik so richtig greifbar.

Im Sinne des guten alten Spruchs „Ihr werdet Euch noch wünschen wir seien politiverdrossen“ würde ich im Gegenteil behaupten: Die Debatte ums Urheberrecht hat (gemeinsam mit der Klima-Debatte) einen junge Wählerschaft auf eine Weise politisiert, die man am 26. Mai spüren wird. Dann nämlich wird ein neues europäisches Parlament gewählt!

EU citizens being tracked on sensitive government sites – Financial Times
Eine dieser eigentlich unsäglichen Meldungen, die schon gar nicht mehr überraschen…

Nearly three-quarters of the 15 pages scanned on the Irish health service website contained ad trackers, while 21 different companies were monitoring a single French government webpage about abortion services. Sixty-three trackers monitored a single German webpage about maternity leave. Google DoubleClick trackers were found on health pages providing information on HIV symptoms, schizophrenia and alcoholism.

Neorassismus: Nennen wir es doch Wurzelmanie! – SPIEGEL ONLINE
Ferda Ataman über den Opernball und Rassismus in Österreich und Deutschland.

In Österreich ist es im öffentlich-rechtlichen Fernsehen noch völlig in Ordnung, mit der Kamera aus dem Dekolleté einer Frau rauszuzoomen. Dazu ein schmunzelnder Moderator aus dem Off: „Frau Soundso, großzügig dekolletiert.“ Schwenkt das Aufnahmegerät auf die Debütantinnen und hat eine davon eine dunkle Haut, fällt schon mal der Kommentar: „Exotisch geht’s heuer wieder zu“.Vor ein paar Tagen war es wieder soweit. Ein Musiker wird interviewt und sagt: „Ich bin Steierer durch und durch. Original. Bis in den letzten Blutstropfen“. Ich verschlucke mich fast an meinem Bissen, aber die Moderatoren reden einfach weiter, als wäre nichts gewesen. Normaler Smalltalk in Österreich.

Geschlechtergerechtigkeit: Das Leben keiner Feministin – ZEIT ONLINE
Mehr Solidarität unter Frauen!

Aber Lisa wurde älter (keine gute Idee), sie wurde Mutter (mindestens genauso dumm). Sie stellte fest, dass ihre Wirksamkeit als junge, attraktive Frau im Team nachließ und dass immer eine neue junge, hoffentlich attraktive Frau auf sie folgte, die Lisa dann dafür verurteilte, dass sie jung und attraktiv war, während die jüngere, hoffentlich attraktive Frau Lisa ihrerseits dafür verurteilte, verbittert zu sein. Während die Teambereicherungen (die Frauen) – aus nachvollziehbaren Gründen übrigens – damit befasst waren, frauenfeindliche Klischees gegeneinander in Stellung zu bringen, stellte Lisa mit der Zeit außerdem fest, dass sie und all jene hoffentlich jungen, attraktiven Frauen es irgendwie nur selten schafften, in machtvolle Positionen zu kommen. Sie alle durften für einen kurzen Moment strahlen, und dann verschwanden sie wieder (Mutterschaft, Burn-out, Umzug wegen Karriere des Mannes), oder sie blieben irgendwo auf mittleren Ebenen stecken

Feministische Kolumne „Mansplaining“ – Süddeutsche.de
Zum Christchurch-Attentat:

Selbst als Terroristen sind weiße Männer „privilegiert“. Sie werden meist als Einzeltäter wahrgenommen und nicht als Teil einer Bewegung. Ein Islamist wird eher zum Stellvertreter der gesamten muslimischen Gemeinschaft. Ein weißer Nationalist erscheint immer noch eher als Einzelfigur und -schicksal.

Wikipedia-Autorinnen erzählen, wie Männer ihre Arbeit sabotieren – VICE
Ein sehr vice-iger Artikel, aber spannendes Thema!

Wenn Männer bestimmen, was sinnvoll ist, was Relevanz hat, dann tauchen Frauenthemen eben nicht auf. Männer sind eben anders sozialisiert und merken das gar nicht, wenn sie nur unter sich sind. Sachen, die für Frauen wichtig sind, fallen bei ihnen schnell mal unten durch. Das hat sich ja auch daran gezeigt, dass die Laserphysikerin Donna Strickland erst dann einen Artikel bekommen hat, als sie den Nobelpreis gewonnen hat. Als wäre sie vorher nicht wichtig genug gewesen. Aber ich brauchen diese Vorbilder und Rolemodels. Ich kann nicht so richtig verstehen, warum Männer eine Welt bauen, in der Frauen nicht auftauchen.

Flüchtlinge: Royas neue Kleider – ZEIT ONLINE
Ein Text von letztem Jahr, nach wie vor deprimierend.

Kommt der mit zum Sport?“, fragt er. Das Mädchen mit dem blonden Zopf antwortet: „Ey, das ist ein Mädchen!“Der Junge tippt sich an die Stirn. „Der ist ein Junge, das sieht man doch!“Das Mädchen schüttelt den Kopf: „Die kommt aus einem Land, da denken die Eltern, dass es schlecht ist, wenn man ein Mädchen ist, deshalb zieht sie sich wie ein Junge an.“Roya kramt in ihrem Schulranzen. Ihr Deutsch ist gut genug, um alles zu verstehen. Aber sie tut so, als höre sie die beiden gar nicht.

The Perfect Irony That ‘The Wolf of Wall Street’ Film Was Also a Real-Life Scam – MEL Magazine
Ein Typ bereichert sich am malayischen Volk und finanziert damit einen Hollywoodfilm über einen Finanzbetrüger.

To give you a sense of what kind of cash Low was regularly dropping: “Between October 2009 and June 2010 — a period of only eight months — Low and his entourage spent $85 million on alcohol, gambling in Vegas, private jets, renting super yachts and to pay Playmates and Hollywood celebrities to hang out with them.”
Smooth. The people of Malaysia were paying a shit ton of money for Low to live his Paris Hilton dream.

Die Unentspannung – enjoying the postapocalypse
Joël hat sich vorgenommen, 2019 jeden einzelnen Tag zu bloggen.

Und andererseits stresst es mich, weil ich jeden Tag beim Heimgehen denke „Ah, Feierabend! Oh nein, ich muss noch bloggen!“, als könnte ein Mensch nicht entspannen, nur weil noch eine Aufgabe vor ihm liegt. Aber ich kann ja auch nicht entspannen, wenn ich absolut nichts tue, ich bin eine einzige Verspannung, irgendwann mein Körper sich zusammenziehen und ich werde zu einer Art menschlichen Diamant werden, der schreckliche Laserstrahlen schießt und über den Planeten herrscht (oder so).

Audio/Video

Mario Barth vs. die Anstalt – Kobuk (via Netzpolitik.org)
Cooler Zusammenschnitt zweier Comedysendungen – eine populistisch, die andere realistisch – zum Thema Feinstaubgrenzwerte. Wegen Uploadfiltern bei YouTube nur bei Facebook…

Sonst so

DÖW – Vienna Memento Wien
Ehemalige Wohnorte deportierter Wiener_innen jüdischer Abstammung.

How to identify lead paint – Curbed
Könnte eigentlich unter „Texte“ stehen, landet aber wegen der großartigen Illustrationen – in einer Online-Geschichte, nicht im Printmagazin! – bei „Sonst so“.

Foto

Schon wieder Fliesenboden, diesmal im Hauptgebäude der Uni Wien.

Backkatalog

Zuckersüß 326

In dieser Woche ging so viel schief wie überhaupt nur möglich und dann konnte ich mir nichtmal Trost-Schokocookies (ggf. mit Ingwer) backen, weil ich eine Zahn-OP hatte.

Ich hielt mich also an Haferbrei (mit selbstgemachtem Vanillesirup!), matschig gekochter Linsensuppe nach Ottolenghi, Vanilleeis und gebackene Süßkartoffeln mit Joghurt und verschiedensten Gewürzen. Was freu ich mich auf knusprige Kekse, Brot mit Rinde und alles andere Essen, dass eins kauen muss…

Bis dahin mal meine liebsten Links der vergangenen Tage:

Rezepte

Rfissa Express. Fragrant Chicken and Lentils with Papardelle – My Moroccan Food
Rfissa ist eine meiner marokkanischen Leibspeisen. Statt Msimn/Trid wird dieses Rezept mit Pasta zubereitet. Spannend!

Chocolate Pistachio Cream Thumbprints – Love & Olive Oil
Erinnert mich an das wahnsinnig gute Pistaziencremeeis in Napoli. Die Zutaten für das Rezept sind wohl leider unendlich teuer…

blueberry cream cheese hamantaschen – molly yeh
Hamantaschen gibts traditionell zum jüdischen Purimfest (nächste Woche).

White Cake With Brown Butter and Toasted Sugar Recipe – Serious Eats
Ein neues Tortenrezept von Bravetart.

Texte

„Die Gletscher werden noch Jahrzehnte weiterschmelzen“ – futurezone.at
Der Klimastreik setzt immerhin langsam Themen in den Medien… Was ich nicht wusste:

Die Gletscher befinden sich in einem totalen Ungleichgewicht mit dem jetzigen Klima. Verglichen mit den Temperaturen der vergangenen Dekaden sind sie viel zu groß. Je größer der Gletscher, desto träger reagiert er. Der Grosse Aletschgletscher, der noch über 20 Kilometer lang ist, hat etwa 80 Jahre Reaktionszeit. Die dramatischsten Auswirkungen der Klimaerwärmung werden wir dort also erst in den kommenden Jahren und Jahrzehnten erleben.

Christchurch-Attentäter bezog sich auf rechte Soldaten in Bundeswehr – deren Netzwerk führt nach Österreich – DerStandard.at
WAS.

Franco A. ist nur ein Teil eines rechtsextremen Netzwerks aus aktiven und ehemaligen Soldaten und Polizisten, die sich in Chatgruppen miteinander über den Tag X austauschen – jenen Tag, an dem die staatliche Ordnung zusammenbricht. Folgt man ihren Spuren, landet man bei einem Verein für ehemalige Elitesoldaten, beim deutschen Verfassungsschutz, einem merkwürdigen Ritterorden in Österreich – und beim heimischen Verteidigungsministerium

Warum ich nach Christchurch Angst habe: Islamfeindlichkeit gibt es auch in Deutschland – bento
Ein Kommentar von Merve Kayikci (aka primamuslima):

Er hat nicht aus Angst vor Muslimen zur Waffe gegriffen. Er handelte aus Hass. Er wollte Angst schüren. Ich habe Angst. Davor, dass dieser Attentäter mehr Anhänger in Deutschland hat, als wir wahrhaben wollen. Angst um das freiheitlich-demokratische Miteinander. Das Attentat von Neuseeland sollte ein Weckruf sein. Wir sollten enger zusammenstehen. Die Botschaft an die Muslime in Deutschland und Europa sollte jetzt erst recht sein: Jeder darf hier seinen Glauben leben – und gehört dazu.

Can the Instagram Novel Really Get More People to Read Books? – Eye on Design
Über einen dieser Insta-Romane bin ich zum Account der New Yorker Stadtbücherei gekommen – aber nicht dazu, das Buch tatsächlich zu lesen…

“I think the goal or the accomplishment that this project achieves is being like a door—a door to people who are not used to reading,” he said. “You don’t need much to get hooked to a story; maybe you just need to read a couple of lines and then you start thinking and maybe want to learn more. And you’re not aware of it but you’re actually reading and you finished the first chapter and then the second and that’s it. So I think that’s a good door. I don’t think usual readers would go there to read.”

Donald Duck and the art of cartoon translation – DW (via @beritmiriam)
Kapitalismus, eh klar:

In the past, characters‘ names used to be translated to better reflect a country’s culture. Nowadays, names are often kept for merchandising purposes.
For example, Spider-Man was initially translated with the German word for spider, „Spinne.“ As the first animated films came out in Germany, Spider-Man magazines were then titled „Die Spinne genannt Spiderman“ (The spider called Spider-Man). Meanwhile, it’s simply Spider-Man, which makes it easier for marketing.

America’s Professional Elite: Wealthy, Successful and Miserable – The New York Times
Glück kann man nicht kaufen.

I feel like I’m wasting my life,” he told me. “When I die, is anyone going to care that I earned an extra percentage point of return? My work feels totally meaningless.” He recognized the incredible privilege of his pay and status, but his anguish seemed genuine. “If you spend 12 hours a day doing work you hate, at some point it doesn’t matter what your paycheck says,” he told me. There’s no magic salary at which a bad job becomes good. He had received an offer at a start-up, and he would have loved to take it, but it paid half as much, and he felt locked into a lifestyle that made this pay cut impossible.

Of course Kylie Jenner didn’t build that – Los Angeles Times
Vom Tellerwäscher zum Millionär funktioniert schon lange nicht mehr:

Even as inequality grows — particularly along race and gender lines — we want to believe that “self-made” millionaire status is as achievable for the African American daughters of unmarried teens in Mississippi as it is for Westchester-raised Exeter students and reality television stars.
It’s easier to praise the likes of Zuckerberg and Jenner than it is to focus on creating opportunities for people who start out like Winfrey.

Audio/Video

Ani DiFranco
Diese Sängerin hatte ich ja letzte Woche entdeckt und höre sie seitdem durchgehend im YouTube-Mix…

Foto

Nochmal ein Fußboden Foto aus der Krypta des Duomo di Napoli.

Backkatalog

Zuckersüß 325

In dieser Woche war ich im Le Cèdre libanesisch essen, was leider nicht so wunderbar war, wie es in der Falter-Empfehlung stand. Aber schlecht war es auch nicht: das sehr rauchige Baba Ghanoush hat mir sehr gut geschmeckt und die Bratkartoffeln mit spannenden Gewürzen (fragt mich nicht, was das war), Knoblauch und Zitronensaft auch. Und superklebrigem Namoura als Nachspeise, dass ich gleich ein paar Tage später selbst nachgebacken habe.

Dann war ich auch noch kurz im Palmenhaus, das architektonisch wirklich beeindruckend ist. Außerdem war ich schon wieder auf dem Zentralfriedhof spazieren (s. a. meine aktuellste Podcastfolge mit pascoda) und hab beim Oberlaa dort ein pappsüßes Punschkrapferl (vor zwei Jahren habe ich mich mal selbst daran versucht) gegessen.

Im Botanical Garden, meiner *allerliebsten Lieblingsbar* in Wien, habe ich erstmals etwas von der neuen Karte probiert, auf der sehr viele Beerenbrände vorkommen, die ich erstmal nicht in Cocktails erwartet hätte. Der „Marry Me! Biatch!“ ( Bacardi Cuatro Rum, Himbeere, Tonkabohne, Limette, Rubino Espuma, Stardust) war nicht mein Fall, viel zu süß und die Dekostreusel schmeckten wie diese Kirschlollis aus der Apotheke. Der Lady Bird (Bacardi 44,5 Rum, Gölles Vogelbeer-Edelbitter, Limette, Zucker) dagegen taugte mir sehr.

Am Freitag habe ich beim Podcasting Meetup einen Workshop zu Sketchnotes gehalten und konnte deshalb leider zu keiner der unzähligen interessant klingenden Frauenkampftags-Veranstaltungen gehen. Glücklicherweise gab es auch am Samstag noch ein interessantes Event zum Thema, das frauentagsfest im ega. Dort habe ich erstmals Kidsncats, die Band von Jeanne’s Heldinnen-Podcasterin Jeanne Drach gehört. Die Bühnenshow hat sehr viel Spaß gemacht und Jeannes Kostüm war unglaublich cool – ein weißer, langer Pelzmantel, der am Rücken durchsichtig war, darunter eine „Pumphose“ und ein Tütü. Anschließend spielten noch Fatima Spar & Freedom Fries, eine Band von der ich vorher noch nie gehört habe. Der Balkan Brass mit vielen türkischen Texten hat mich noch eineinhalb Stunden tanzen lassen.

Hier folgen meine Lieblingslinks der Woche:

Rezepte

How to make Sourdough Crumpets – Top With Cinnamon
Von Crumpets habe ich noch nie gehört.

Burrata mit gegrillten Trauben und Basilikum – Anke Gröner
Ein Rezept von Ottolenghi.

Texte

Frauen-Shaming in der Musikrezeption und wieso ich meine Mädchenmusik liebe – Blogrebellen
Nadja Shehadeh über unverdient abfällig besprochene Rockmusikerinnen.

Das Musik-Business wird halt insgesamt anstrengend und auslaugend sein denke ich mir dann, wenn ich an alle Menschen denke die bewaffnet mit ihrem Arsenal an Tool-Platten über das Genre “Frauen-Musik” lachen (dass es ein eigenes Genre ist ist ja genau wie beim Label Frauen-Literatur auch schon ein Ärgernis), und natürlich hege ich selbstverständlich den Verdacht, dass sexistische Strukturen im Musik-Business alles noch mal anstrengender machen. Systematische Verkennung ist dabei ein Sympton, das nicht nur die betreffenden Musiker_innen disst, die außerhalb cis-männlicher Repräsentation operieren, sondern auch deren Fanbase treffen soll (also: “Leute ,die keine Ahnung von Musik haben”). 

Frauendings-Literatur: Nicht Reizthema, sondern Randthema – Der Standard
Nicht nur in der Musik werden „Frauenthemen“ belächelt.

Was Frauendings bedeutet? Das heißt, in den Büchern geht’s vorrangig um Frauen, die Frauenprobleme haben. Die rumjammern, weil sie betatscht worden sind, zu wenig Geld kriegen oder weil sie ach so unterdrückt sind. Oder um die schreckliche Last von Kindern und Haushalt, die sie ganz allein stemmen müssen. Gähn.

Do Not Disturb: How I Ditched My Phone and Unbroke My Brain – The New York Times
Ein Digital Detox-Text, der nicht komplett technikfeindlich ist.

For the rest of the week, I became acutely aware of the bizarre phone habits I’d developed. I noticed that I reach for my phone every time I brush my teeth or step outside the front door of my apartment building, and that, for some pathological reason, I always check my email during the three-second window between when I insert my credit card into a chip reader at a store and when the card is accepted.Mostly, I became aware of how profoundly uncomfortable I am with stillness. For years, I’ve used my phone every time I’ve had a spare moment in an elevator or a boring meeting. I listen to podcasts and write emails on the subway. I watch YouTube videos while folding laundry. I even use an app to pretend to meditate.

The science of knitting, unpicked – EurekAlert! Science News
Stricken ist offenbar mathematisch sehr komplex.

„By picking a stitch you are not only choosing the geometry but the elastic properties, and that means you can build in the right mechanical properties for anything from aerospace engineering to tissue scaffolding materials,“ said Matsumoto.

Concrete is tipping us into climate catastrophe. It’s payback time – The Guardian (via DasFilter)
Mir war nicht klar, wie umweltschädlich Zement ist.

Conventional, or Portland, cement is trusted to be safe and strong and developers continue to specify it because it is cheap and the alternatives are not well-known. Without major demonstration projects showing what is possible, and the education of architects and planners, progress will be incremental and possibly too late.

Konfektionsgrößen ade! Die #zozorevolution – so frisch so gut
Ein Anzug für Maßmode, was es nicht alles gibt!

Aber der Zozsuit ist kein gewöhnlicher Overall: Man trägt ihn weder als eng geschnittene, elegante Abendrobe, noch als locker sitzenden, entspannten Freizeitlook. Man muss ihn auch nicht mit Taschen, Ohrringen, Gürteln oder sonstigen Accessoires kombinieren. Vielleicht kann man es sich nun schon denken: Der Zozosuit ist kein Kleidungsstück – sondern ein Messgerät. Er ist eine echte Innovation, weil er maßgeschneiderte Mode für alle Körperformen ermöglichen soll – auch finanziell.

Elyas M’Barek möchte nicht euer „guter Ausländer“ sein – VICE
Lesenswertes Porträt:

„Ich hatte so was vorbereitet wie: ‚Schön, dass man im Osten mit Migrationshintergrund noch Preise kriegt'“, sagt M’Barek und muss ein bisschen lachen. Ernst ist es ihm trotzdem. Als er 2016 nach den Wahlerfolgen der FPÖ verkündete, seinen österreichischen Pass verschenken zu wollen, bekam er Morddrohungen: „Zu den harmlosen Sachen gehörte noch: ‚Der Kamelficker soll aufgehängt werden‘.“ Mehrere Magazine griffen seinen Tweet auf, über die rassistischen Anfeindungen danach berichteten Medien erst, als er sie selbst zum Thema machte.

Passentzug: Jetzt wird ausgedeutscht! – ZEIT ONLINE
WTF wird aktuell diskutiert?!

Neu ist, dass man nun auch die Ausdeutschung von „Eingedeutschten“ ermöglichen will, also von solchen, die die deutsche Staatsangehörigkeit haben. Genau genommen wäre das ein Rauswerfen aus dem Land, dem sie angehörig sind.Noch nie in der Geschichte der Bundesrepublik Deutschland sollte so etwas umgesetzt werden. Bislang kennt man diese Praxis der Ausbürgerung nur aus dem NSDAP-geführten Deutschland und der DDR. Seither hat sich keine Partei getraut, diese Idee wiederzubeleben.

Lasst uns über Kritik reden – FALTER Think-Tank
Laura Wiesböck, die diesen Text geschrieben hat, hat auch ein Buch geschrieben, das ich gerne lesen würde.

Eine Strategie ist es, Kritik als Meinungsverbot zu inszenieren. Meinungsfreiheit wird so gedeutet, dass eigene Aussagen widerspruchslos und ohne Konsequenzen hingenommen werden müssen. Das Konzept von Meinungsfreiheit als Grundlage der Demokratie sieht allerdings vor, immer auch mit Meinungen konfrontiert zu sein, denen man nicht zustimmt. Und zwar ohne staatliche Repressionen befürchten zu müssen. Hetze, Rassismus und andere Formen gruppenbezogener Menschenfeindlichkeit sind davon im Übrigen nicht eingeschlossen.

The case of the 500-mile email – ibiblio (via Kottke)
Ich verstehe nicht viel von der beschriebenen Technik, aber witzig ist die Geschichte allemal:

„We can’t send mail farther than 500 miles from here,“ he repeated.  „Alittle bit more, actually.  Call it 520 miles.  But no farther.““Um… Email really doesn’t work that way, generally,“ I said, trying tokeep panic out of my voice.  One doesn’t display panic when speaking to adepartment chairman, even of a relatively impoverished department likestatistics.  „What makes you think you can’t send mail more than 500miles?“

Audio/Video

The Voice Within – Fatima Spar & JOV
Cooles Album!

Blue Angel – Fatima Spar & The Freedom Fries
Cooler Song!

Top 40 Activism with Justin Tranter – Switched on Pop
Justin Tranter ist ein sehr sympathischer Podcastgast und erzählt aufschlussreiches übers Songwriting.

Untouchable Face – Ani Difranco
Gehört in der Switched on Pop-Folge.

Wir sind zu viele: Warum deutscher Pop nicht mehr weiß bleibt – ZÜNDFUNK – Generator
Viel Deutschrap im „Pop mit Migrationshintergrund“.

Foto

Der wunderschöne Fußboden in der Krypta des Duomo in Napoli.

Backkatalog

Zuckersüß 324

Es ist (gerade noch) Fasching, und das sieht man glücklicherweise nicht nur an völlig fehlplatzierten „Witzen“ und rassistischen Kostümierungen, sondern auch an Krapfen überall! Leider hatte ich Pech in der letzten Woche, als ich mich durch Faschingsgebäck verschiedener Wiener Bäcker probierte. Am schlechtesten war eindeutig der Faschingskrapfen vom Ströck, der staubtrocken war, der von Oberlaa war da schon besser, ließ aber ein bisschen zu viel vom Frittierfett durchschmecken. Krapfen aus der Großpackung von Hofer habe ich auch noch probiert, aber überzeugt war ich auch nicht. Schade!

In meiner WG gab es außerdem eine sehr coole Party mit sehr vielen Gäst_innen, Live-Band (STDAU!) und Cocktails. Dafür hatte ich Rosmarin-, Mohn- und Vanillesirup vorbereitet, was sich vor allem in Rosmarin Gin Fizzes (6cl Gin, 3cl Zitronensaft, 2cl Rosmarinsirup aufgespritzt mit Soda) und Vanille-Aperol Sours (6cl Aperol, 3cl Zitronensaft, 2cl Blutorangensaft, 2cl Vanillesirup) niederschlug. Dämlicherweise habe ich nicht an simplen Sirup gedacht, weshalb meine fünf verschiedenen Zitrussorten (über die ich mich den ganzen Abend freute) nicht so gut zur Geltung kamen.

Übrig blieben auch ein paar Zitrusfrüchte, weshalb ich mich am Sonntag an einer Limetten-Kokos-Tarte versuchte, deren Rezept leider nicht blogbar ist . Aber ich habe eh noch ein Zitrus-Käsekuchen-Rezept in der Warteschlange!

Vorerst gibts jetzt mal meine liebsten Links der letzten Tage:

Rezepte

Nachgekocht: Winterpasta mit Radicchio, Walnüssen, Thymian-Semmelbröseln und Weißwein-Schmand-Sößchen – Schöner Tag noch!
Bevor der Winter *wirklich* aus ist, muss ich nochmal Radicchio essen.

Small Batch Japanese Cheesecake – i am a foodblog
Eine Mischung aus Biskuit und Käsekuchen.

Texte

The Curious Case of Key Lime Pie -Epicurious.com
Ich hatte zu viele Limetten übrig am Wochenende und deshalb gegoogelt.

Battle lines in the crust camp are drawn between traditional pastry crust and graham cracker crust. The topping dissension is equally binary. Some believe that a lime pie can only be considered „Key“ if modeling a lofty bonnet of meringue. Others argue that a slice of any self-respecting Key lime pie always sports a rakish dollop of whipped cream, preferably one that falls off to the side à la a French beret.

Words you’ll never see me use in restaurant reviews – SF Chronicle
Wieder eine Restaurantkritikerin, die aus dem Nähkästchen plaudert.

I don’t use this word because of the harm it does to our relationship to food, especially because “guilt” in this context never actually refers to things that do carry ethical weight, like cannibalism or stealing food from the hungry. Why should anyone besides the Hamburglar, who seems to enjoy the act of larceny for the sheer thrill of it, feel guilty about their food choices? The overwhelmingly majority of the time I’ve encountered this word in food writing or a marketing context has been about diet food, mainly directed toward girls and women: “guilt-free snacks,” “ice cream without the guilt,” and so on. 

Der Kompromiss um 219a ist ein Witz – und das Frauenbild der Rechtsprechung erbärmlich – Edition F
Aus diesem Text hätte ich am liebesten 10 Zitate ausgeschnitten.

Hilfe finde ich superklasse und sehr viele Menschen brauchen mit dieser „Leben mit dem Kind“- Sache ganz in echt Hilfe, so wie es im §219 StGB so blumig steht. Und wir wissen auch genau, wo der Hilfebedarf liegt, denn der Hashtag #regrettingmotherhood vor drei Jahren lieferte der Politik ein wahres Füllhorn an Ansätzen, wie der Staat bei „Perspektiven für ein Leben mit dem Kind“ so richtig ermutigen und unterstützen kann. Nur kosten diese „Perspektiven für ein Leben mit dem Kind“ eine Menge Geld, da ist so ein ideologischer Abtreibungsparagraf und „Unrechtgemurmel“ und „Kreuzgeschwinge“ sehr viel billiger. Selbst fünf Millionen Euro aus Steuergeldern für eine ideologische Studie, die keinerlei progressive Reform für Familien zum Ziel hat, ist ein echtes Schnäppchen als Ablenkungsmanöver von den wahren Aufgaben des Staates beim Lebensschutz. Bei #regrettingmotherhood hieß es übrigens landauf-landab: „Die hätte ja kein Kind kriegen müssen, wenn sie Muttersein so scheiße findet.  Ist ja keine Pflicht.“ Abwarten, Freund*innen. Abwarten. 

Herkunft: Keine Antwort schuldig – ZEIT Campus
Einfach mal nicht als Gesprächseinstieg nach der Herkunft fragen.

Man kann sich das wie Nadelstiche vorstellen: Ein Pikser verletzt kaum, aber alle paar Tage gestochen zu werden, macht die Haut wund. Und niemand bringt Salbe. Niemand entschuldigt sich. Niemand fragt, was er oder sie für mich tun kann. Die Leute beschweren sich stattdessen über meinen Schmerz, etikettieren ihn als Diskursunfähigkeit und reden darüber, wie sie es gemeint haben. Dass sie keine Rassisten sind. Als ginge es in dem Moment um sie.

Decoding Dodpo Momaubatg: A very welcoming mess-up – Isoglosse.
Was mit verschiedenen Schriftsystemen schief gehen kann.

Dodpo momaubatg’ did not look like a phrase from any of the languages I speak. The ‘-tg’ ending of the second word seemed to give it a Catalan tinge (but I knew that the Catalan word for ‘welcome’ is ‘benvinguts’). As a whole, the phrase was not recognisably related to any of the terms for ‘welcome’ I was aware of. I did a quick online search, but it did not turn up anything relevant, so I forgot about it .

L’Académie française se résout à la féminisation – INFO L’EXPRESS
Komische „Sprachbewahrer“ da…

une ambassadrice, dont le dictionnaire de l’Académie française de 1694 précisait bien qu’il s’agissait d’une „femme chargée d’une ambassade“, sera peu à peu reléguée au seul statut d'“épouse de l’ambassadeur“. Tandis qu’auteur sera réservé aux hommes, une femme ayant la prétention d’écrire n’étant qu’une „précieuse ridicule“. Ce qui nous amène au troisième argument en faveur de ce changement : il est conforme à l’évolution des moeurs et traduit à sa façon les conquêtes récentes du sexe dit faible. Car, au fond, la langue française ne manquait de rien pour créer des noms de métiers féminins. Les blocages relevaient surtout de la sociologie.

The Guardians of the French Language Are Deadlocked, Just Like Their Country – The New York Time
Académie française, die zweite:

Actually, it is mostly old white men. There are just five women among the members, and Mr. Laferrière is the only person of color. The average age was well over 70 in a recent tally by the French media.
Whether the academy is struggling to update or diversify itself, or even wants to, is difficult to divine. The deliberations of its members, under the graceful 17th-century dome of the Institut de France, are swathed in mystery.

The hipster effect: Why anti-conformists always end up looking the same – MIT Technology Review (via Ann Friedman’s Newsletter)
Wofür Mathe nicht alles gut ist!

And his conclusion is that in a vast range of scenarios, the hipster population always undergoes a kind of phase transition in which members become synchronized with each other in opposing the mainstream. In other words, the hipster effect is the inevitable outcome of the behavior of large numbers of people.

Pflegeprodukte für Männer: Hart im Cremen – Süddeutsche.de
Ich versuche, mich an geschlechtsneutrale Pflegeprodukte zu halten, aber der Trend geht woanders hin…

Ja, es ist schon ein Kreuz mit den Männern und der Körperpflege-Routine. Allein das Wort „Pflege“ ist heikel, denn Pflege ist doch etwas, von dem Männer denken, dass es nur Frauen nötig haben. Sich mit Lotions und dem Inhalt teurer Ampullen verwöhnen, alles geduldig einmassieren, die Haut fürs hübsche Aussehen pampern, quasi die Jugendlichkeit mit Fingerspitzen aus dem Inneren hervorkitzeln – Männer tun so etwas nicht. Eigentlich. Doch zum Glück gibt es Gender-Marketing. Es erklärt den Männern, dass das, was sie da gerade machen – und was sie ja immer häufiger machen, denn der Markt für Männerkosmetik wächst stetig -, etwas ganz anderes ist. Etwas sehr Männliches nämlich. So männlich wie James Bond, mindestens.

Audio/Video

STDAU – Für Elfriede
Die Band hat am Wochenende auf unserer WG-Party gespielt und einfach die allerbesten Musikvideos.

Sonst so

A Designer’s Little Helpers – Hinderling Volkart – Medium
Nützliche Web-Tools, vorsichtshalber gebookmarked.

Foto

Faschingskonfetti in Napoli.

Backkatalog:

2018: Neues aus Nancy 3 – Ein Fotospaziergang
2017: Cantuccini mit Walnüssen
2016: Baisers de Namur
2015: Kardamom-Vanille-Scones
2014: Schokoladen-Hefezopf-Brot
2013: Eine Reise nach Marrakech
2012: Schoko-Mandel-Donuts
2011: Mohnkuchen
2010: Honigkuchen