Archiv der Kategorie: Cookies und Kekse

Mandel-Ghriba

Schon wieder was Arabisches! Nach levantinischem Namoura bil ashta vergangene Woche folgen nun Kekse aus dem Maghreb.

Entdeckt habe ich sie als „Moroccan Semolina and Almond Cookies“ bei der NYT. Ganz habe ich mich nicht ans Rezept gehalten, denn die Zitronenzeste darin kam mir etwas seltsam vor – ein marokkanischer Freund bestätigte mir außerdem, dass das nicht unbedingt üblich wäre.

Ich finde es ein bisschen schade, diesen Keksen den arabischen Namen Ghriba b louz zu nehmen (s.a. When It Comes to a Recipe, What’s in a Name?). Aber weil ich hier schonmal eine Variation davon als Matcha-Ghriba gepostet habe, übersetze ich einfach die Hälfte des Begriffs, und bin damit immerhin schon näher am Original als die NYT…

Mandel-Ghriba

Aber mal abgesehen vom Namen: Diese Kekse sind außen knusprig, innen mürbe, durch den Grieß ein bisschen knirschig und durch das Orangenblütenwasser unverkennbar arabisch. Super zum Nachmittagskaffee, oder besser noch, einem atay b n3n3, (marokkanischem) Minztee.

atay b nana
Atay b n3n3, fotografiert im Sommer 2014
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Bananen-Biscotti

Neulich fand ich eine völlig schwarze Banane in der Obstschüssel. Auf das Pandemie-Klischee banana bread hatte ich allerdings keine Lust.

Ein Blick in die unendliche irgendwann-mal-backen-Liste brachte mich auf The Candid Appetite’s Banana Bread Biscotti. Die Idee von doppelt gebackenen Knabberkeksen mit ein wenig Banane und einer handvoll Nüssen taugte mir schon mehr.

Bananen Biscotti
Wintersonne!

Die Kekse stellten sich als ziemlich schnell zusammengerührt heraus. Gebacken schmeckten sie nur ganz leicht nach Banane, und ziemlich biscotti-haft (s.a. Kastanien-Biscotti mit Walnüssen, Pecanbiscotti, Cantuccini).

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Honig-Tahini-Cookies

Für diese Cookies wird Honig karamellisiert. Das führt einerseits dazu, dass er fast verbrannt riecht (die halbe Wohnung auch), andererseits zu spannenden Cookies!

Wie der Sesam außenherum schon andeutet, ist auch noch Tahini im Teig, und das schadet bekanntlich nie. (Siehe auch: Schoko-Tahini-Cookies, Schoko-Tahini-Kekse mit Nori und Schwarzem Sesam, Tahini-Trauben-Plätzerl).

Der Teig erinnert mich ziemlich an Lebkuchen (bei einem so großen Honiganteil auch kein Wunder), seine Konsistenz ist erstaunlich fließend-zäh. Beim Backen läuft er auch ziemlich auseinander, wer also keine riesigen Coffeeshop-Kekse haben will, sollte kleine Teigkügelchen aufs Blech bringen.

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Zuckerstreusel-Cookies

Was tun, wenn einen kurz vor Mitternacht Lust auf Cookies überkommt? Ganz klar: Cookies backen.

zuckerstreuselcookies

Und zwar welche, deren Teig nicht wie bei so vielen andere stundenlang oder sogar über Nacht im Kühlschrank rasten muss. Ein Blick ins Archiv brachte mich auf Bravetart’s Snickerdoodles, ein Blick ins Vorratskastl auf Zuckerstreusel.

snickerdoodles
Snickerdoodles waren die Vorlage für diese Cookies

Herausgekommen sind wirklich sehr süße (toasted sugar hätte nicht geschadet, aber dafür war keine Zeit), knusprige, kokos-buttrige Cookies. Mein Mitbewohner taufte sie noch vor dem Probieren Kindergeburtstagskekse…

zuckerstreuselcookies
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Dirty Chai Earthquake Cookies

Diese Cookies gehörten zu meinem Weihnachtsplätzerlsortiment 2020. Mit den großzügig bemessenen Gewürzen – Ingwer, Zimt, Kardamom, Nelken, Vanille und schwarzer Pfeffer – haben sie durchaus etwas Weihnachtliches an sich.

dirty-chai-earthquake-cookies auf einem weißen teller auf rot-glitzerndem stoff
Der Stoff hier war den ganzen Dezember lang mein Videocall-Hintergrund-Vorhang – seltsame Zeiten…

Die Regel „Weihnachtsplätzchen“ nur zwischen November und Dezember zu backen finde ich schon immer deppert. Bei diesem Rezept von Susan Spungen (NYT) kann man sie in meinen Augen von vornherein getrost ignorieren.

Das liegt am Kaffee, der den Keksen nicht nur den Namen gibt (ein „dirty chai“ ist ein Chaitee mit einem Espresso drin), sondern auch ein unerwartetes, gänzlich „unweihnachtliches“ Aroma. Ich werde sie bestimmt nochmal backen, als Nachmittagstee-Begleitung ohne saisonalen Anlass.

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Für noch mehr Kaffee am besten diese Brownie-Tiramisu-Cookies backen!

Übrigens: Anders als bei den Brownie-Tiramisu-Cookies von vor ein paar Monaten ist der Koffein-Kick hier glücklicherweise geringer – ich bekam jedenfalls auch von mehreren Cookies hintereinander kein Herzrasen :’D.

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Neujahrs-Glücksschweinchen

Neujahrs-Gebäck aus Quarkteig ist eine Tradition in meiner Familie. Meine Mama backt insgesamt nicht besonders oft, doch solche Glücksschweinchen gab es in meiner Kindheit jedes Silvester – dank Familienchat weiß ich auch, dass sie auch zu diesem Jahreswechsel auf den Tisch kamen.

Zu Silvester 2009 habe offenbar ich die Glücksschweinchen gemacht (s. super gestyltes Foto unten… Nicht.), nur ohne das Rezept zu posten. Das habe ich dann 2010 nachgeholt, als ich zu Ostern Quarkgebäck-Schmetterlinge im Garten verteilt habe.

Letztes Jahr habe ich Jahreszahlenkekse aus Quarkteig gemacht und auf die Berghütte mitgenommen, auf der ich mit Freund_innen Silvester verbrachte.

2020 keks

Das tolle an diesem Gebäck ist, dass es in jeder Hinsicht weit entfernt ist von den üppigen Weihnachtsplätzerln, von denen viele dann Ende Dezember genug haben (ich freu mich auch am 1.1. noch auf Vanillekipferl oder so). Egal ob als Glücksschweinchen, Jahreszahl oder einfachem Teigringerl, es ist wenig süß, knusprig und fluffig, ein bisschen kuchig und der perfekte Snack. Das Gebäck schmeckt direkt um Mitternacht zum Sekt genauso gut wie zum Frühstück am nächsten morgen oder (das geht gerade noch vom Frischegrad) Nachmittagskaffee am 2. Januar.

Eigentlich wollte ich für meine 2021-Version dieser Kekse die Jahreszahl in ausgestochene Kreise prägen, doch so Filigranes klappt gar nicht, weil der Teig zu sehr aufgeht.

glücksschweinchen

Also: Zurück zum Klassiker: leicht wirr dreinschauende Glücksschweinchen. Guten Start ins neue Jahr, auf dass es viel Gutes bringt!

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Schoko-Tahini-Cookies

Im November hatte ich eine unerklärliche Tahini-Phase. Sämtliche Rezepte, ob Cookies oder Salatsauce, hatten irgendetwas mit der Sesam-Paste zu tun.

Tahini ist schon ziemlich super und ziemlich variabel, wie diese Auswahl an bereits verbloggten Rezepten zeigt: Schoko-Tahini-Kekse mit Nori und Schwarzem Sesam, Schoko-Tahini-Cupcakes, Tahini-Cupcakes mit Zitronen-Ricotta-Frosting, Apfel-Tarte mit Tahini-Karamell, Tahini-Oreo-Eissandwiches.

Weil ich dringend Cookies brauchte (im Einklang mit meiner Sesam-Phase) klickte ich mich durch die üblichen Tahini-lastigen Webseiten: Molly Yeh, Top With Cinnamon, NYTCooking. Irgendwie kam ich dann noch an David Lebovitz, der ein Rezept von Danielle Oron abgewandelt hat.

schoko-tahini-cookies

Und das habe ich dann gleich gemacht – und zur Hälfte wieder abgewandelt.

Weil ich keine Lust hatte*, 24 Stunden Teigruhe (dringend empfohlen) abzuwarten, habe ich die Hälfte des Teiges nach nur einer Stunde im kühlen Stiegenhaus gebacken. Die andere Hälfte folgte am nächsten Morgen – und ich finde, der Unterschied war nicht so besonders groß!

*Tatsächlich weit schlimmer als das – diese Cookies entstanden am Abend des Terroranschlags in Wien, an dem ich das Internet (und die Welt im ganzen eigentlich) nicht besonders gut aushielt und deshalb dringenden Bedarf nach Ablenkung (coping with cookies!) hatte…

schoko-tahini-cookies direktvergleich
nach einer Stunde Kühlung gebacken vs. nach einer Nacht im Kühlschrank gebacken

Dass die Schokolade im Cookie fast die Hälfte der Gesamtmasse ausmacht, wundert mich bei amerikanischen Chocolate Chip Cookie-Rezepten immer wieder. Doch wie meistens ist das auch hier eine gute Idee. Erst recht, wenn die Cookies Trösten und/oder Beruhigen sollen (s. a.: Schoko-Ingwer-Frust-Cookies).

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Lebkuchen-Cookies

Ich bin leider immer noch in einem Strudel von To-Do-Listen-Punkten gefangen, deshalb vergeht zwischen Rezept-Test und Blogveröffentlichung schon ein ganzer Monat.

Diese Cookies habe ich im November gebacken, als „richtige“ Weihnachtsplätzerl noch irgendwie zu früh gewesen wären. Auf winterliche Aromen hatte ich trotzdem Lust, und in genau diese Kerbe schlagen diese Schokocookies nach Alison Roman.

Lebkuchen-Cookies

Der Zuckerrübensirup sorgt für lebkuchige Konsistenz, Ingwer, Zimt und Orangenzeste für den Wintergeschmack. Und trotzdem sind es eher „Cookies“ als Plätzchen, wenn ihr versteht was ich mit dieser fragwürdigen semantischen Unterscheidung meine :)

Lebkuchen-Cookies
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Schoko-Tahini-Kekse mit Nori und Schwarzem Sesam

Diese Cookies mit ihrer sehr abenteuerlichen Zutatenkombination – Tahini, Nori-Algen, Schokolade – stehen schon lange auf meiner Nachback-Liste. Ähnlich wie bei den Erdnussbutter-Miso-Cookies oder Momofuku Milk Bar’s Cornflake-Chocolate-Chip-Marshmallow Cookies scheiterte es aber lange genau an diesen Zutaten, die in meiner direkten Umgebung nirgends aufzutreiben waren.

Am Vorabend meines Geburstags schickte ich aber kurzerhand einen meiner Mitbewohner in einen recht weit entfernten, aber sehr gut sortierten Laden (nein sagen konnte er zu diesem Anlass schlecht), um mir kizami nori (im Endeffekt wohl geschreddertes Nori) und schwarzes Tahini zu besorgen. Leider gabs beides nicht, sodass ich letztlich gewöhnliche Noriblätter zerschnipselte und helles Tahini für den Teig nahm – wohl auch der Grund dafür, dass meine Cookies so viel heller wurden als die auf dem Foto des Originalrezepts der NYT.

tahini-nori-cookies

Geschmacklich stellten sich die Cookies als sehr erstaunlich heraus: Tahini-Schoko ist ohnehin eine super Kombi, schwarzer Sesam ergibt dazu auch noch viel Sinn. Und dann: Das leicht fischige Nori dazu. Seine Textur, fasrig-grün, war sehr überraschend im Keks, mir fällt keine andere ähnliche Zutat ein, die ich jemals so verbacken hätte.

Übrigens: Kaum jemand, dem ich diese Cookies anbot (einer handvoll Studienkolleg_innen die ich zu der Zeit tatsächlich noch *in echt* in der Uni sah), erriet die „geheime“ Zutat. Aber alle fanden meine Geburtstagskekse lecker (hoffentlich nicht nur aus Höflichkeit)…

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Erdnussbutter-Miso-Cookies

Dass Miso auch in Süßes passt, weiß ich spätestens seitdem gefühlt auf allen Speisekarten hipper japanischer Restaurants in Wien irgendwas mit Miso-Karamell auftauchte. Auch in Apfelkuchen bzw. Pie kam mir diese ungewöhnliche Kombi von salziger fermentierter Sojabohnenpaste mit picksüßem Karamell hin und wieder unter – zumindest online (s. Krebsen und Aluette, Food52).

Bei der NYT stolperte ich vor einiger Zeit noch über Erdnussbutter-Cookies mit Miso. Laut Beschreibungstext war dieses Rezept ein „happy accident“ – zu wenig Erdnussbutter wurde einfach mit der ganz ähnlich aussehenden hellen Misopaste aufgefüllt. Es muss schon großes Glück gewesen sein, dass das Verhältnis der beiden Zutaten bei diesem Experiment gleich stimmte. Ich könnte mir vorstellen, dass auch die cremigste, zuckrigste Erdnussbutter nicht den starken, salzigen, umami-gen Geschmack von zu viel Miso abfängt. Der sehr große Zuckeranteil im Rezept (mehr als Mehl!) hilft dabei aber bestimmt auch noch.

Schauen gar nicht aus, als wären sie so „ausgefallen“, diese Cookies…

Aber: Kein Miso gleicht dem anderen (s. dieser Guide bei Keine Rezepte)! Ich hätte zum Beispiel auch noch Gerstenmiso von Das Ferment im Kühlschrank gehabt, entschied mich dann aber doch für das traditionelle Shiro-Miso aus dem japanischen Supermarkt, weil ich diese Zutat mangels Koch-/Backerfahrung damit kaum einschätzen kann.

Und was soll ich sagen, die fertigen Cookies waren… überraschend. Ich ließ recht viele Leute raten, was die „Geheimzutat“ war, doch kein_e einzige_r kam drauf. Ich finde, die Fermentation ließ sich eindeutig herausschmecken. Die Kekse hatten ein „tiefes“ Umami-Aroma, das mich ein bisschen an alten Parmesan erinnerte. Daneben waren sie gleichzeitig super süß und super salzig und damit bestimmt nix für jeden Gaumen.

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