Archiv der Kategorie: Cookies und Kekse

Frischkäse-Kekse

*Früher* (also so um 2011 herum), als ich noch sehr oft Cupcakes gebacken habe, fragte ich mich immer, was passieren würde, wenn man (übriges) Frischkäsefrosting verbacken würde.

Diese Kekse sind die Antwort darauf – das Rezept von Betty Crocker (US-amerikanischer gehts eigentlich kaum mehr) liest sich wie eines für Frosting, nur dass dann eben noch Mehl und Backpulver dazukommt, sodass ein Teig daraus wird.

Aus reiner Experimentierfreude habe ich einmal Teigkleckse einfach so gebacken und später mit rosa Blutorangen-Zuckerguss überzogen. Den restlichen Teig habe ich zu Kugeln geformt, einfach nur in Mehl gewälzt oder alternativ in Mohn oder gemahlenen Walnüssen.

Meine WG wurde sich nicht einig, welche Version davon nun die beste war – aber dazu ist eine solche Auswahl vielleicht auch ganz praktisch. Mein Favorit waren die Kekse mit gemahlenen Walnüssen, aber allesamt waren sie unglaublich fluffig und nicht besonders süß. Den Zuckerschlecker_innen unter euch würde ich deshalb die Version mit Zuckerguss empfehlen – oder ein paar Esslöffel mehr Zucker im Teig.

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Hamantaschen mit Frischkäse und Heidelbeergelee

Von Hamantaschen, einem traditionellen Gebäck zum jüdischen Purimfest, las ich vermutlich zum ersten Mal bei Molly Yeh. In echt gesehen oder probiert hatte ich bis dahin noch nie welche. Zufälligerweise war Mitte März Purim und so machte ich einfach selber welche.

Im Teig ist nicht etwa Butter oder Margarine, wie meistens in Teigen, die ausgerollt werden, sondern Öl. Dadurch bekommen die fertigen Hamantaschen trotz ihrer eindeutigen Keks-Eigenschaften (klein, knusprig, mit Marmelade gefüllt) einen „kuchigen“ Charakter, den ich sehr spannend finde. Diese hier – nach einem Rezept von Molly Yeh – sind außerdem mit Frischkäse gefüllt, was einen stark an Käsekuchen denken lässt.

Natürlich wollte ich am Ende auch wissen, wieso Hamantaschen so dreieckig geformt sind und was es mit dem recht deutsch/jiddisch klingenden Namen auf sich hat. Das Time Magazine bot Antwort:

Sometime in the 18th or 19th century in Germany and Eastern Europe, a triangular pastry pocket filled with poppy seeds often called Mohntaschen — mohn meaning meaning poppy seed, and tasch meaning pocket — came onto the scene. The word became a pun around Purim: oznei Haman plus mohntaschen created hamantaschen.

A Real Purim Story: How Hamantaschen Cookies Got Their Name – Time.com

Haman ist übrigens ein Bösewicht im alten Testament (und oznei sind seine Ohren auf hebräisch), der von einer mutigen Frau besiegt wurde:

“King Ahasuerus loved to have parties and he had this giant event where he asked his wife Vashti to dance for him,” she says. “But Vashti refused, so he sent her away to be executed and held a beauty pageant to find another wife, which is how we got to Queen Esther.” In the story, Esther, whose cousin Mordechai was a leader in their Jewish community, kept her religion to herself until Haman, one of the king’s advisers, hatched a plan to exterminate the Jews. By speaking up, Esther saved her people—and in the end Haman was the one executed on the gallows he had hoped to use to hang Mordechai.

The Feminist History of the Jewish Holiday of Purim – Time.com

Weihnachtsplätzchen schmecken auch im Sommer, Ramadansüßigkeiten (Speckia <3) könnte ich ganzjährig essen und seit neuestem kann ich das auch für jüdisches Festtagsgebäck bestätigen. Backt euch doch auch welches!

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Kastanien-Biscotti mit Walnüssen

Vergangenen Freitag lief mein erster Beitrag für Moment Kulinarium, die „Food“-Sendung von Ö1 im Radio. Für „Maroni in der Küche“ recherchierte ich den Esskastanien abseits vom Maroni-Standl hinterher.

Ich verbrachte u.a. einen Nachmittag bei den Kaestnklauban im Burgenland, wo ich nicht nur erstmals eine Kastanienverarbeitung sah, sondern auch lernte, wie man mit Kastanienmehl umgeht. Weil Kastanien botanisch Nüsse sind, ist das Mehl daraus glutenfrei und bindet fast nicht. Etwa ein Drittel der (glutenhaltigen, bindenden) Mehlmenge kann man durch Kastanienmehl ersetzen, bevor das Ergebnis zerbröselt, sagte mir die Rezeptentwicklerin des Vereins, Herta Pichler.

Ich habe mir gedacht, ich ersetze statt Mehl einfach andere Nüsse, das wertvolle Kastanienmehl wollte ich nämlich keinesfalls verschwenden. Deshalb habe ich die Cantuccini mit Walnüssen von vor gut zwei Jahren leicht abgewandelt. Sehr lecker!

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Zuckerstreusel-Plätzerl

In meinem Entwürfe-Ordner werden die Rezepte zur Zeit immer mehr und ich habe gefühlte 1000 unbearbeitete Kuchen- und Plätzerlfotos auf meinem Laptop. Was mir fehlt ist die Zeit, das alles in Blogposts zu verwandeln (oder auch nur ein Zuckersüß zu schreiben!). Gut, dass ich diese Plätzerl schon im Januar gebacken, bei gerade-noch-Tageslicht aus dem Handgelenk fotografiert (die Bildqualität hier war auch schon mal besser…)  und den Post in weiser Voraussicht aufgehoben habe. Dezember-Terminoverkill und trotzdem Qualitäts-Content, yay!

Diese Plätzerl sind gleich doppelt anders: Erstens ist der Teig kein klassisches 3-2-1-Mürbteigrezept, sondern basiert zu großen Teilen auf Kokosöl. Zweitens sind die Zuckerstreusel nicht in Zuckerguss obenauf ertränkt, sondern gleich direkt im Teig versteckt, was einige Zeitersparnis (wer kann die im Dezember nicht brauchen!) bedeutet.

Streusel-Plätzerl

Dank des Kokosöls und ein paar Tropfen Bittermandelaroma schmeckt das Gebäck auch recht ungewohnt – zumindest für mich, die noch nie vorher Weihnachtsplätzerl auf anderer Basis als Butter gebacken hat. Die Idee dafür stammt, wie so oft, von der grandiosen Stella Parks aka Bravetart, die bei SeriousEats die Vorteile dieses Teigs beschreibt. Das mit den Streuseln im Teig habe ich von einem Instagrampost von Take A Megabite, deren Kekse dank der Augen noch viel lustiger ausschauen:

https://www.instagram.com/p/BcZxJ2Hj74A/?taken-by=takeamegabite

Beim Aussuchen der Ausstecher fiel mir einmal wieder auf, welche seltsame Sammlung ich mit der Zeit zusammenbekommen habe. Motorräder, Fische, Glühbirnen und Schlittschuhe. Bei den ganz kleinen fand ich nur ein Herzchen und einen Vogel, mit Sternen sah es schlecht aus. Aber eigentlich sind die ja auch richtig schön!

Streusel-Plätzerl

Das Titelbild zeigt übrigens meine Geschenkverpackung, inklusive selbstgestrickter Christbaumkugel nach dieser Anleitung.

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Ricotta Lace Cookies

Dass ich ein Fan von Bravetart’s Rezepten bin, weiß wahrscheinlich eh schon jede_r. Weil ich kürzlich zwei kleinere Geschenke (u.a. als Dank fürs Headset-Ausleihen von informatom für den Podcast Sendegarten, in dem ich zu Gast war) brauchte, machte ich mich an ihre umschwärmten Ricotta Lace Cookies. Meine sehen zwar viel weniger lacy (wie Spitze) aus, als im Originalrezept, was vermutlich am Wassergehalt des österreichischen Ricotta liegt, aber sie sind auf jeden Fall wahnsinnig lecker.

Die Ricotta Lace Cookies schmecken praktisch wie Karamell in Keksform, was vor allem der gebräunten Butter zu verdanken ist. Es braucht nicht viele Zutaten, genauer gesagt sieben, Salz und Backtriebmittel eingeschlossen. Also los, backt euch diese super Kekse!

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Vegane Schokosplitter-Cookies

In meinem engeren Umfeld gibt es mittlerweile mehrere Menschen, die sich vegan ernähren, oder auf Milchprodukte oder Eier verzichten. Ich bin nach wie vor der Meinung, dass veganes Gebäck nur selten an „normales“ herankommt. Eine so perfekte Zutat wie ein Ei, das gleichzeitig binden, emulgieren, Luft halten, bräunen und bestimmt noch viel mehr kann, lässt sich nur durch viele verschiedene Zutaten ersetzen. Bei Milchprodukten ist es ähnlich: Eine schöne Bräunung wird mit Margarine nichts.

Die meisten #health-Rezepte in die vegane häufig fallen, werden als dairy- grain- nut- sugar- whatever-free, aber man merkts gar nicht! beworben. Das nervt mich tödlich. Niemand braucht mir erzählen, dass rohe Dattelpaste mit Kakao auch nur irgendetwas mit einem klassischen Schokocookie zu tun hat. Gut mag das Ganze schon schmecken, aber wieso wird es dann nicht einfach innovativ benannt, statt ein Ideal nachzuahmen, dass sowieso unerreichbar ist?

Und die „nimm doch einfach eine zerdrückte Banane/eingeweichte Leinsamen/etc statt einem Ei“ Variante stellt mich auch nicht zufrieden. Meine Ansprüche an Gebäck (und auch Rezepte!) sind höher, als unüberlegte, unabgestimmte Ersatzzutaten.

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Nach fast neun Jahren (bald gibts Jubiläum!) foodbloggen kann ich ohne nachlesen Mürbteig, Biskuit, Pie-Teig, Eisgrundmasse und vieles mehr aus dem Stegreif zubereiten. Und weil 2018 ist, hätte ich in der Liste auch gerne ein veganes go-to-Rezept. Cookies erschienen mir da als gute Wahl und mangels Erfahrungswerten stürzte ich mich auf das erstbeste Rezept, dass meine Internetrecherche ausspuckte.

Diese Schokosplitter-Cookies hier habe ich dreimal hintereinander gebacken, denn so recht zufriedenstellend finde ich das Rezept nicht, obwohl es bei Betty Crocker „carefully tested“ genannt wird. Beim ersten Versuch, bei dem ich das Kokosöl bei Raumtemperatur verwendete, flockte das Eiweiß in der Mandelmilch aus. Im Endeffekt war das nicht weiter schlimm, denn die gebackenen Cookies fand ich trotzdem gut. Aber eine Stella Parks – also jemanden der Rezepte und Zutaten fast wissenschaftlich analysiert – für vegane Rezepte würde mir weiterhelfen. Bin ich auf so eine Quelle nur noch nicht gestoßen?

Beim zweiten Mal schmolz ich das Kokosöl (wie im Originalrezept angegeben), wodurch aber die Kekse beim Backen auseinanderliefen und sehr hart wurden. Ich habe die zwei Bleche testweise unterschiedlich lange gebacken, und musste feststellen, dass ich meiner Intuition bei veganen Rezepten nicht mehr trauen kann: Die Cookies, die einen schönen goldbraunen Farbton hatten, waren nach dem Abkühlen so hart, dass ich sie vor dem Essen in meinen Tee tunken musste. Aber ohne Milchbestandteile oder Eier gibts halt wenig, das für die schöne Farbe sorgen kann. Veganes Gebäck werde ich in Zukunft immer schon dann aus dem Ofen nehmen, wenn es noch nicht einmal fertig aussieht.

Den dritten Versuch würde ich als geglückt bezeichnen, obwohl ich diese Tatsache zwei Variablen verdanken könnte. Einerseits habe ich Sojamilch statt Mandelmilch verwendet, weil ich dieser emulgierende Fähigkeiten unterstelle. Auch diesmal flockte das Eiweiß aus, aber daran störte ich mich nicht länger. Andererseits war das Kokosöl ziemlich fest, denn die Raumtemperatur war dank noch-nicht-eingeschalteter Heizung weitaus kälter als beim ersten Versuch. In diesem Zustand ließ sich das Kokosöl, wie Butter in klassischen Cookies, gemeinsam mit weißem und braunem Zucker richtig gut aufschlagen und wurde schön fluffig.

Die fertigen Cookies können es durchaus mit nicht veganen aufnehmen. Das Kokosöl schmeckt man zwar stark heraus, bei Butter ist das aber auch nicht anders. Außerdem braucht es keine superfancy Zutaten (Kokosöl und Nicht-Milch sollte mittlerweile in jedem Supermarkt zu haben sein).

Und falls ihr jetzt trotzdem nicht-vegane Cookies backen wollt, kann ich Bravetart’s Chocolate Chip Cookies, Gewürzcookies mit Chilli und Vanilla Cookies mit Haferflocken empfehlen, ansonsten folgt einfach dem Rezept unten.

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Pfirsich-Rosmarin-Scones

Wegen meines Praktikums bei Ö1 bin ich in den letzten Tagen nicht so oft dazu gekommen, etwas zu backen. Aber nach einer Woche ohne frisch Gebackenem wurde ich *leicht* unruhig, weshalb ich für etwas Snack-Nachschub sorgen wollte.

In einer von Joy the Bakers Linklisten (Lieblings-Blogpost-Genre!) entdeckte ich das Rezept für „Peach Cobbler Scones“ aus ihren Archiven. Weil ich noch Rosmarin herumliegen hatte, hackte ich ein bisschen davon und schmiss ihn statt der Vanille in den Teig.

pfirsich-rosmarin-scones

Herausgekommen sind fruchtige (Pfirsich!), fluffige (Buttermilch!) Scones, die eine_n nicht mit Süße erschlagen. Deshalb finde ich sie auch als Frühstück sehr empfehlenswert – oder als essbare Mitbringsel für die Redaktion.

pfirsich-rosmarin-scones

Übrigens braucht es auch nur ein paar Minuten, eine Schüssel und einen Messbecher,  um dieses Rezept umzusetzen. Weder Mixer noch Geschirrberge werden davon dreckig – sehr gut für eine Feierabend-Backaktion. Pfirsich-Rosmarin-Scones weiterlesen

Bravetart’s Chocolate Chip Cookies

Zum Muttertag wollte ich meiner Mama gern etwas Gebackenes schenken. Nachdem ich mich aber bekanntlich einige hundert Kilometer entfernt von meiner Heimatstadt aufhalte, ist ein kurzer Sonntags-Kaffeeklatsch-Besuch nicht drin.

Also brauchte ich ein Gebäck, das erstens etwas Besonderes ist, zweitens stabil genug für den Transport und drittens auch nach einigen Tagen (Auslands-!)Versand noch gut ist. Dass klassisch amerikanische Cookies hier eine gute Wahl waren, hatte ich mir schnell überlegt. Aber dann unter den unzähligen weltbesten Cookie-Rezepten das tatsächlich Beste finden?

Eine schwierige Aufgabe! Meine go-to-Option in solchen Situationen ist dann fast immer Bravetart bzw. Stella Parks aktuelle Online-Publikations-Plattform SeriousEats. Die Chewy Chocolate Chip Cookies von 2010 sollten es damit werden.

Nachdem ich weiß, bis zu welchem Grad der Perfektion Stella Parks ihre Rezepte testet, hielt ich mich peinlich genau an ihre Vorgaben, inklusive der obligatorischen Teigruhezeit von 24 Stunden. Herausgekommen sind dann tatsächlich sehr, sehr gute Schoko-Cookies!

Bravetart's Chocolate Chip Cookies

Sorry übrigens für die verwackelten Fotos, meinem Stativ ist tatsächlich ein Bein abgebrochen, sodass ich „aus dem Handgelenk“ schießen musste… Hoffentlich hab ich bald ein neues!

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Mandelplätzerl mit Rhabarber-Curd

Wie schon angekündigt, habe ich den Rhabarber-Curd von letzter Woche nicht nur pur gegessen, sondern auch weiterverarbeitet. Dass sich Curd gut als Creme-Füllung in Mürbteiggebäck macht, weiß ich seit den Lemon Curd Spitzbuben vom Adventskalender 2014. Wieso sollte das Ganze also nicht auch in einer Frühjahrs-Version gut werden?

Richtig spekuliert, die Plätzerl wurden wirklich lecker!

Gebacken habe ich sie allerdings nicht in meiner (also zumindest nicht meiner aktuellen) Küche, sondern in der meiner ehemaligen WG. Deshalb ist einerseits statt Butter Margarine im Teig (die käm mir sonst nicht in Plätzerl! :P) und andererseits sind auch Fotoprops und Kamera nicht meine gewesen. Ich finde aber, die Fotos sind superschön geworden, vielen lieben Dank an meinen Ex-Mitbewohner Simon fürs Ausleihen!

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Schnelle Schoko-Scones

Kurz vor den Osterferien, für die ich weggefahren bin, musste ich den Kühlschrank leer bekommen. Irgendwann waren fast nur noch haltbare Standards übrig – Parmesan, Tahini, Marmeladen – und: ein Becher Sahne. Was damit anzustellen ist? Simple Sahne Scones!

schnelle schoko-scones

Damit die allerdings nicht fad nach nix-im-Vorrat schmecken, schmiss ich noch ein bisschen dunkle Schokolade dazu und nahm statt normalem weißen Zucker welchen, den ich schon gebacken hatte (Stella Parks/Bravetart hat darüber ausführlich bei SeriousEats geschrieben). In gut einer halben Stunde (gut, mit den ganzen Instagram-Story-Fotos vielleicht ein bisschen länger) war der Kühlschrank dann wirklich leer und die Küche dufete supergut nach Scones. Die sind außerdem superpraktischer Reiseproviant!

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