Archiv der Kategorie: Rezept

Ananas Tarte Tatin

Vergangenes Wochenende war ich auf einer Poolparty eingeladen. Dementsprechend wollte ich einen möglichst sommerlichen Kuchen mitbringen. Wie so oft wurde ich auf Rezeptsuche bei Stella Parks, genauer gesagt in ihrem Buch Bravetart fündig.

ananas tarte tatin

Diese Tarte Tatin stellt nicht nur tropische Ananas in den Vordergrund, sondern hat dank der vielen Kokosmilch im Teig noch eine sommerliche Geschmackskomponente mehr. Der Boden ist superfluffig, die Ananas supersüß, und – hätte ich den Kuchen noch ein paar Minuten länger im Ofen gelassen – später auch knusprig-karamellig.

angeschnittene tarte tatin von oben

Im Ganzen sieht der Kuchen weitaus schöner aus als in einzelnen Stücken, da helfen auch die Ananassternchen und der goldgesprenkelte Teller nicht mehr viel…

ein stück ananas tarte tatin
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Eierlikör-marmorkuchen

Meine Tante hat mir zu Ostern wieder ein bisschen selbstgemachten Eierlikör geschenkt – das Rezept dazu habe ich übrigens vor etwa fünf Jahren gebloggt:

2013 spielte ich mit GIFs herum – könnte ich eigentlich mal wieder machen!

Pur trinken wollte ich ihn nicht und erinnerte mich an ein Rezept aus den Frühzeiten der Zuckerbäckerei. Ich ahnte schon, dass es mit Vorsicht zu genießen ist, so knapp wie ich damals schrieb.

Ich startete also eine Eierlikörkuchen-Neu-Testreihe, bei der zwischendurch leider der WG-Ofen kaputtging. Glücklicherweise kam ich zufällig im Haus meiner Familie vorbei, wo zwar der Ofen ging, aber keine Guglhupfform mehr da war! Genauer gesagt war sie nicht mehr in der Küche. Offenbar hatte sie zu rosten begonnen und wurde deshalb einfach zum Blumentopf umfunktioniert…

vier guglhupfs und eine eierlikörflasche auf einer blauen tischdecke im gras
Mein Puppengeschirr von 1997 hat genau die richtige Größe für einen Mini-Guglhupf

Aber stattdessen lag noch ein Mini-Guglhupf-Backblech herum, das nicht rostete. Und die entstandenen Küchlein mit endlich ausgewogenem Rezept passen perfekt auf mein Puppengeschirr – alternativ gehen natürlich auch einfache Untertassen.

Und falls ihr keine Mini-Guglhupf-Form zur Hand habt, Muffinförmchen sollten es auch tun, gegebenenfalls mit ein paar Minuten weniger im Ofen.

drei guglhupfs und eine eierlikörflasche auf einer blauen tischdecke im gras
Die Gänseblümchen sollte man vor dem Essen entfernen, sonst schmeckt der Kuchen unangenehm salat-ig 😉

Im Rezept steht kein Butter oder Öl, sämtliches Fett im Kuchen kommt deshalb aus dem vielen Eigelb und der Sahne im Eierlikör. Die kleinen Guglhupfs erhalten deshalb eine dichte, saftige Textur.

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Rhabarber-BBq-Sauce

Wieder mal was nicht-Süßes! Bei Highfoodality habe ich eine Barbecue-Sauce mit Rhabarber entdeckt, die ich unbedingt ausprobieren wollte. Praktischerweise kam ich am letzten Wochenende im Garten meiner Oma vorbei und konnte den übrigen Rhabarber ernten.

Rhabarber-BBQ-Sauce ist wie fancy Ketchup

Mangels Zutaten (das Gewürzkastl meiner Mama gibt leider weder Senfsamen noch Selleriesaat her) musste ich das Rezept ein bisschen variieren, bin aber sehr zufrieden mit dem Ergebnis. Und damit ich es nicht vergesse, verblogge ich es einfach hier.

Salsa-Dip
Salsa Dip für Nachos

Genau wie der Salsa-Dip für Nachos von 2014 passt die Rhabarber-BBQ-Sauce überhaupt nicht ins Konzept der Zuckerbäckerei, doch ersterer gehörte lange zu den meistgeklickten Rezepten im Blog. Aber keine Angst, einen Pivot zu Grillcontent wirds trotzdem nicht geben – nächste Woche dann wieder Kuchen.

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Vanilleeis mit Cookieteig

In letzter Zeit leiste ich mir in der Kantine häufig einen kleinen Becher Ben&Jerry’s Eis. Nachdem ich mich nun durch fast alle Varianten durchprobiert habe, kann ich mit Bestimmtheit sagen, dass das Chocolate Chip Cookie Dough die beste Sorte ist.

Aber eigentlich ist es auch schrecklich teuer. Deshalb, und auch weil ich Herausforderungen mag, habe ich das Eis einfach mal nachgebaut.

drei kugeln cookieteig-eis in einem glas, auf einem rosa unterteller mit drei teigkügelchen, auf rot-lila-blau-gemusterter tischdecke
Fensterbrettfotografie

Und mein Vanilleeis mit Cookieteig ist schon beim ersten Versuch richtig gut geworden! Damit hat es mich halbewegs über die Tatsache getröstet, dass der Ofen in meiner WG irreparabel kaputt ist. Bis wir einen neuen haben, wird leider noch einige Zeit vergehen…

Die Eissaison in der Zuckerbäckerei ist also eingeläutet!

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Rhabarber-Erdbeer-Zopf

Schon in der Woche vor Ostern habe ich angelehnt an das Schokoladen-Hefezopf-Brot von 2014 einen Striezel gebacken. Ich brachte ihn mit zu einem „Picknick“ (wegen Schlechtwetter im Wohnzimmer) und färbte gemeinsam mit ein paar Algerier_innen, Russ_innen und Italienern ein paar Ostereier. Seitdem bin ich noch nicht dazugekommen, das Rezept ins Blog zu tun – und irgendwie hat es sich jetz überholt, oder?

In der Zwischenzeit habe ich bei Krebsen und Aluette einen Rhabarber-Himbeer-Topfen-Zopf gesehen. Ich hatte zufällig noch ein paar Rhabarberstangen aus dem Garten meiner Oma im Kühlschrank, die schon ziemlich welk waren. Topfen und Himbeeren hatte ich aber nicht.

angeschnittener rhabarber-erdbeer-zopf auf einem holzbrett, das auf einer bunt gemusterten tischdecke steht, vogelperspektive
Tischdecke passend zur Zopf-Füllung

Kurzerhand knetete ich nochmal meinen Standard-Striezel-Hefeteig zusammen und füllte ihn mit dem Rhabarber und einer handvoll Erdbeeren, die ich meiner Mitbewohnerin abschwätzte. Bei der Form meines Zopfs orientierte ich mich dann wieder am Zopf von Krebsen und Aluette, oder zumindest dem, was ich vom Insta-Bild in Erinnerung hatte.

Die einzelnen Teigstreifen sind deshalb nicht in sich gedreht und gleichmäßig wie beim Original, sondern ziemlich ungleichmäßig. Aber an der Stelle, wo mein Zopf deshalb aufgeplatzt ist, erkennt man wenigstens die fruchtige Füllung sofort!

Aussehen hin oder her: Ich finde dieser Zopf eignet sich hervorragend als Frühstück oder Nachmittagssnack. Und wenn er nach eineinhalb Tagen schon hart geworden ist, kann man super Semmelschmarrn (aka Scheiterhaufen) darausmachen – Früchte schon inklusive!

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Buttermilcheis mit Obstbrand

Buttermilcheis war mir vor diesem Rezept von Bravetart noch nie begegnet, doch es klang leicht und frisch – und dank dem Stamperl Obstbrand darin auch ein bisschen ausgefallen.

Tatsächlich ist es supercremig und durch die Buttermilch ganz leicht sauer. Je nach Obstbrandsorte – ich habe einmal Zwetschgenbrand und einmal Marillenbrand genommen – bekommt das Eis dann auch noch eine subtile Fruchtnote. Frühlings-Eis-Favorit!

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Frischkäse-Kekse

*Früher* (also so um 2011 herum), als ich noch sehr oft Cupcakes gebacken habe, fragte ich mich immer, was passieren würde, wenn man (übriges) Frischkäsefrosting verbacken würde.

Diese Kekse sind die Antwort darauf – das Rezept von Betty Crocker (US-amerikanischer gehts eigentlich kaum mehr) liest sich wie eines für Frosting, nur dass dann eben noch Mehl und Backpulver dazukommt, sodass ein Teig daraus wird.

Aus reiner Experimentierfreude habe ich einmal Teigkleckse einfach so gebacken und später mit rosa Blutorangen-Zuckerguss überzogen. Den restlichen Teig habe ich zu Kugeln geformt, einfach nur in Mehl gewälzt oder alternativ in Mohn oder gemahlenen Walnüssen.

Meine WG wurde sich nicht einig, welche Version davon nun die beste war – aber dazu ist eine solche Auswahl vielleicht auch ganz praktisch. Mein Favorit waren die Kekse mit gemahlenen Walnüssen, aber allesamt waren sie unglaublich fluffig und nicht besonders süß. Den Zuckerschlecker_innen unter euch würde ich deshalb die Version mit Zuckerguss empfehlen – oder ein paar Esslöffel mehr Zucker im Teig.

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Polenta Cornbread

Wieder mal eines dieser Rezepte, das ich im Internet gesehen und *sofort* beschlossen habe, es auszuprobieren. Problem hier: Buttermilch gehört nicht zu den Zutaten, die ich immer im Vorrat habe (in den USA scheint sie dagegen grundsätzlich pantry staple zu sein). Ich musste also tatsächlich den nächsten Vormittag abwarten, um mir die nötigen Zutaten kaufen zu können.

Mit Buttermilch zur Hand ist das das schnellste und einfachste Rezept, das ich seit langem umgesetzt habe – einfach alles in einer Schüssel zusammenrühren, in eine Form schütten und 20 Minuten backen.

Heraus kommt ein Gebäck, dass sich sehr schwer zuordnen lässt. Das Cornbread ist nur sehr wenig süß, mit sehr leichtem Zitronenaroma und fluffig-körniger Konsistenz. Es passt genauso gut als Beilage zu einem Eintopf wie zu Butter, Honig und Marmelade. Und am besten schmeckt es eindeutig noch warm aus dem Ofen oder kurz aufgetoastet.

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Hamantaschen mit Frischkäse und Heidelbeergelee

Von Hamantaschen, einem traditionellen Gebäck zum jüdischen Purimfest, las ich vermutlich zum ersten Mal bei Molly Yeh. In echt gesehen oder probiert hatte ich bis dahin noch nie welche. Zufälligerweise war Mitte März Purim und so machte ich einfach selber welche.

Im Teig ist nicht etwa Butter oder Margarine, wie meistens in Teigen, die ausgerollt werden, sondern Öl. Dadurch bekommen die fertigen Hamantaschen trotz ihrer eindeutigen Keks-Eigenschaften (klein, knusprig, mit Marmelade gefüllt) einen „kuchigen“ Charakter, den ich sehr spannend finde. Diese hier – nach einem Rezept von Molly Yeh – sind außerdem mit Frischkäse gefüllt, was einen stark an Käsekuchen denken lässt.

Natürlich wollte ich am Ende auch wissen, wieso Hamantaschen so dreieckig geformt sind und was es mit dem recht deutsch/jiddisch klingenden Namen auf sich hat. Das Time Magazine bot Antwort:

Sometime in the 18th or 19th century in Germany and Eastern Europe, a triangular pastry pocket filled with poppy seeds often called Mohntaschen — mohn meaning meaning poppy seed, and tasch meaning pocket — came onto the scene. The word became a pun around Purim: oznei Haman plus mohntaschen created hamantaschen.

A Real Purim Story: How Hamantaschen Cookies Got Their Name – Time.com

Haman ist übrigens ein Bösewicht im alten Testament (und oznei sind seine Ohren auf hebräisch), der von einer mutigen Frau besiegt wurde:

“King Ahasuerus loved to have parties and he had this giant event where he asked his wife Vashti to dance for him,” she says. “But Vashti refused, so he sent her away to be executed and held a beauty pageant to find another wife, which is how we got to Queen Esther.” In the story, Esther, whose cousin Mordechai was a leader in their Jewish community, kept her religion to herself until Haman, one of the king’s advisers, hatched a plan to exterminate the Jews. By speaking up, Esther saved her people—and in the end Haman was the one executed on the gallows he had hoped to use to hang Mordechai.

The Feminist History of the Jewish Holiday of Purim – Time.com

Weihnachtsplätzchen schmecken auch im Sommer, Ramadansüßigkeiten (Speckia <3) könnte ich ganzjährig essen und seit neuestem kann ich das auch für jüdisches Festtagsgebäck bestätigen. Backt euch doch auch welches!

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Orangen-Brandteigkrapferl

Nach einem Zitronen-Käsekuchen mit Blutorangensauce und in Orangenblütenwasser-Sirup getränktes Namoura gehts weiter mit den Zitrusfrüchten.

Ich bin nämlich immer noch im Süditalien-Winter-Fieber und so entstanden diese Brandteigkrapferl. Oder Windbeutel, oder bignè, oder choux – je nach sprachlicher Verortung…

Der Teig selbst ist ganz gewöhnlich, übernommen aus dem wunderschönen Buch „Eclairs“ von Marianne Magnier-Moreno und war bereits mehrmals im Blog: Vanille-Eclairs, Windbeutel und Brandteigkrapferl mit Süßholzcreme.

Gefüllt sind die Brandteigkrapferl mit geschlagener Sahne, die mit ein paar Tropfen Orangenblütenwasser aromatisiert und gespickt mit selbstgemachten kandierten Orangenschalen ist.

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