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Eine Reise nach Paris

Mein Sommer bestand gefühlt nur aus Reisen (ganz schlimmes #firstworldproblem, ich weiß)! Im August war ich zum ersten Mal in meinem Leben in Paris und habe, ähnlich wie in New York, sämtliche touristischen Hotspots abgeklappert. Alles, was mir dazu jetzt noch einfällt und außerdem nützlich oder auch nur interessant für euch sein könnte, habe ich hier für euch aufgeschrieben:

Eiffelturm

Bekanntestes Symbol der Stadt ist unbestreitbar der Eiffelturm, der bei Dunkelheit zu jeder vollen Stunde zu „glitzern“ beginnt. Für einen Ausblick von oben waren mir die Warteschlangen zu lang, aber ein Blick auf den Eiffelturm ist eh viel schöner.

Das Foto habe ich vom Arc de Triomphe aus geschossen, der auch spätabends noch geöffnet ist. Nach obligatorischen (aber nicht allzu langen) Warteschlangen und Sicherheitskontrollen muss man sehr viele Stufen in einem engen Treppenhaus bestreiten, bis man sich des tollen Blicks über die Pariser Innenstadt erfreuen kann.

Treppenhaus Arc de Triomphe

Die Stadt der Liebe hat ihr Wahrzeichen außerdem so erfolgreich geframed, dass Hochzeitsfotos davor trotz dichtem Innenstadtverkehr erstrebenswert sind, wie dieses Paar beweist:

Hochzeitsfotos

Ebenfalls ein superbeliebtes Fotomotiv: Die Mona Lisa im Louvre.

mona lisa

Wegen Ines Häuflers Blogbeitrag zu Technik in Museen habe ich mir in der Sicherheitskontrollen-Warteschlange des Louvre erst einmal die Museums-App heruntergeladen. Anschließend musste ich mir größte Mühe geben, damit nicht so überfordert zu sein wie ich das von Live-Twittern bei Konferenzen bin. Vorsichtshalber (ich weiß ja, dass ich vergesslich bin) habe ich meine Erlebnisse im Louvre trotzdem in einen Tweet-Thread gepackt:

https://twitter.com/jasowies_o/status/901729850809094144

Die App ließ mich zu Beginn ein „Profil“ mit meinen Interessen, geplanter Aufenhaltszeit, etc anlegen und schlug mir eine geeignete Route durchs Museum vor. So landete ich in der super interessanten (und ruhigen) Ausstellung zu islamischer Kunst, in der ich mich fast zwei Stunden umschaute. Die technische Umsetzung – beleuchtete, animierte Landkarten und Erklärvideos zu einzelnen Ausstellungsstücken – ist sehr gelungen. Besonders cool fand ich die Gedichte, die in Originalsprache, Französisch und Englisch an Säulen geschrieben standen und gleichzeitig aus diesen vorgetragen wurden.

Leider war mein Anspruch durch diese Ausstellung viel zu hoch, als ich der App Richtung Mona Lisa folgte. Diese Navigationsfunktion war neben der Orientierung zu Beginn das für mich einzig nützliche an der App, Audioguides waren nämlich nicht gratis (und ich war zu faul, mich im Funkloch im Untergeschoss des Museums mit Bezahlungsmodalitäten herumzuschlagen) und Zusatzinfos auch keine darin.

louvre

Enttäuscht war ich dann aber vor allem von allen anderen Ausstellungen, die ich durchquerte. An ernsthaftes Anschauen war wegen der Menschenmassen und der Bahnhofshallen-Atmosphäre nicht zu denken. Nachdem ich als EU-Bürgerin unter 27 aber keinen Eintritt bezahlt habe, hatte ich zumindest keinen finanziellen Verlust. Außerdem hatte ich beim ersten Teil meines Besuchs meine Freude und ein bisschen Technik-Testen habe ich auch betrieben. Ich fühlte mich fast wie beim Techniktagebuch!

Sainte Chapelle

Eindeutig die schönste Kirche meines Besuchs (zumindest von innen): Die Sainte Chapelle mit ihren beeindruckenden bunten Glasfenstern. Ich glaube für Menschen, die nicht EU-Bürger_in und/oder über 27 sind, kostet sie jedoch mehr als 10€ Eintritt. Und ob eine Kirche mit ca. fünf Hinweistafeln das wert ist, muss jede_r selbst entscheiden (ich glaube würde mich eher woanders umschauen).

Nicht weit entfernt und ungleich überlaufener: Notre Dame hinter herbstlichen Kastanien.

Metro Concorde

Das U-Bahn-System in Paris ist ganz anders als das in Wien. Dafür, dass die nächste Station nirgends weiter als 500 m entfernt ist, sind die Fußwege unter der Erde auch ziemlich lang. Vorher nie gesehen habe ich Rolltreppen, die so weit abflachen, dass sie einfach zu Laufbändern werden. Einige Stationen sind ziemlich schön gestaltet (kein Vergleich zu dem Grind in der NY Metro, um auf meine vorherige Städtereise zu verweisen), z. B. die Concorde mit Scrabble-artigen Fliesen.

Place de la Concorde

Überirdisch ist auf dem Place de la Concorde ein Obelisk und der Anfang der Champs Elysees zu sehen, genauso wie ein Eingang zum Jardin des Tuileries. Der Obelisk ist das älteste Bauwerk der Stadt, zumindest wenn man vom ursprünglichen Fertigungszeitpunkt (13. Jahrhundert vor Christus!) ausgeht und nicht von der Aufstellung am heutigen Standort im 19. Jahrhundert. Ägypten bedankte sich damals für die Entzifferung der ersten Hieroglyphen durch den Franzosen Jean-François Champollion (thx, Wikipedia).

Überall in Paris entdeckte ich außerdem Mosaike von Space Invader. Dessen Werke habe ich auch schon in Wien und Rabat (Foto folgt im nächsten Reisebericht) gesehen und finde sie allesamt ziemlich cool.

Weniger cool, weil völlig überladen und überfüllt, fand ich das Schloss Versailles. Die Anfahrt mit dem RER war gar nicht so unkonfortabel, aber die Warteschlange vor dem Eingang zum Schloss war unsäglich lang. Auf der ganzen Länge des Hofes zwischen Tor und Eingangstüre schlängelten sich Menschen dreimal auf und ab – bestimmt 200 m lang! Und genau an dem Tag hatte ich mich überreden lassen, meinen Hut nicht mitzunehmen („sonst gibts ja nur Fotos mit Hut von dir, das ist ja doof“)…

Kinderzimmer Versailles

Irgendwann waren wir dann glücklicherweise doch drin, aber ähnlich wie im Louvre waren viel zu viele Leute da und es nicht so richtig interessant. Lediglich die 3D-Animation zum Grundriss von Versailles und die superkitschigen Kinderzimmer blieben mir im Gedächtnis.

Bevor ihr jetzt glaubt, dass ich nur über Paris meckere (wirklich nicht, die Stadt ist wunderschön!), lest den folgenden Absatz zum Essen dort. Sobald man sich nur ein bisschen Gedanken über seine Restaurantwahl macht (aka googelt / einschlägige Apps benutzt), statt ins nächstbeste Lokal zu gehen, findet man unglaubliche Schätze.

Zum Beispiel das Le Réciproque: Ein super süßes, clean eingerichtetes Restaurant mit halboffener Küche und täglich wechselndem Menü. Für mich gabs eine spezielle vegetarische Variante, mit einigen Komponenten (z. B. Scamorza, Tomatenparfait und Seegras, das nicht „spinatig“, sondern eher wie Aloe), die ich (so) noch nie vorher gekostet hatte. Besonders sympathisch war auch die „Rauswerfer-Süßigkeit“ zur Rechnung: hausgemachte Aprikosenmarshmallows. Über den Preis des Ganzen kann man sich auch nicht beschweren, ohne Getränke kostete das Abendmenü dort nur 35€!

Eine Freundin von mir, die in Paris aufgewachsen ist, nahm mich eines Abends noch in ein japanisches Restaurant mit. Von der Atmosphäre ist das AKI kaum mit meiner vorherigen Empfehlung vergleichbar, denn die Gäst_innen wechseln ständig, es ist laut, dampfig und hektisch. Dafür gibt es dort authentische (wurde mir gesagt – ich kann mir nicht anmaßen, das zu beurteilen) japanische Küche, die sich nicht auf das Klischee von Sushi beschränkt. Mir hat meine Schüssel Udon jedenfalls sehr gut geschmeckt!

Das Eis auf dem Foto ist von Glaces Glazed, das ich mir durch diesen Blogpost von David Leibovitz schon Wochen vor meinem Besuch vermerkt habe. Das Extravagante Aktivkohle-Kokos-Eis sieht super cool aus und schmeckt auch noch lecker, genauso wie alle anderen Sorten, an die ich mich nach mittlerweile zwei Monaten leider nicht mehr erinnern kann.

seine

Mit etwas Glück dauert es nicht mehr allzu lange, bis ich noch einen Sommerreisebericht (Marokko!) geschrieben habe, bis dahin gibts leider nur einen Ausblick über die Seine und sonntägliche Lieblingslinksammlungen.