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Zuckersüß 310

Weil der letzte Sonntag mit dem Geburtstag der Zuckerbäckerei zusammenfiel (und mit Himbeer-Schoko-Torte!) erlaubte ich mir, ein Zuckersüß auszulassen. Aber eigentlich hätte ich auch überhaupt keine Zeit gehabt, eins zu schreiben, denn ich war die ganze Woche jeden Tag bei der Privacy Week. Auf der Konferenz des Wiener C3W sah ich mir sehr viele interessante Talks zu Digitalthemen an und hielt fast alle davon in Sketchnotes auf meinem iPad fest. Die findet ihr, bis ich einen Blogpost dazu getippt habe, hier auf Twitter, eines als Beispiel auch hier:

Montagabend habe ich mir ein paar Freund_innen für einen Geburtstagscocktailabend (s. Titelbild) eingeladen, um meine neue Ausrüstung auszuprobieren. Ein Shaker macht sich doch um einiges besser als ein ausrangiertes Gurkenglas. Und mein neuer supercooler gravierter Muddler stampft die ätherischen Öle eindeutig besser aus Zitronenschale und Basilikum als ein Kochlöffelstiel. Zusätzlich zu meinem allerliebsten Gin Basil Smash daraus habe ich auch noch Gin Rosmarin Fizz gemixt und Old Fashioned gerührt (endlich habe ich nämlich auch Angostura Bitters daheim). In Anlehnung an meinen Besuch im Botanical Garden im September habe ich zusätzlich noch Mohnsirup eingekocht und daraus mit Kaffee und Wodka den „Mohnshiner“ nachgebaut. Den übrigen ausgekochten Mohn ließ ich im Ofen trocknen und zerbrach die entstandene Platte in Dekostückchen.

In der gleichen Woche erfüllte ich dann auch den langgehegten Plan, einmal einen Cocktail im BirdYard zu trinken. Davor probierte ich aber noch den superknusprigen Pork Belly (voll vegetarisch. NICHT.) und eine Art Germknödel, gefüllt mit Pilzen, auf sehr nelkigem Blaukraut. Danach gabs mehr oder weniger zufällig (Bartenders Choice) den Kung Fu Pandan mit Gin, Limette, Koriander und Pandansirup, einer Zitrusfrucht, von der ich niemals zuvor gehört hatte. Mit dem Dekoblatt und der Mini-Reiswaffel sieht der auch ziemlich cool aus, allerdings fand ich letztere nur optisch spannend. Die Fotos der Birdyard-Cocktails auf ihrem Insta-Account können sich aber auf jeden Fall sehen lassen:

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The new menu is out now! Here we have "Kung Fu Pandan"! No, it's not misspelled – with Pandan leaves and refreshing cilantro. Die neue Karte ist da! Hier haben wir "Kung Fu Pandan"! Nein, wir haben uns nicht verschrieben – mit Pandanblätter und erfrischendem Koriander. Recipe: 4cl Sipsmith Gin 3cl Pandan syrup 1cl Cilantro essence 3cl fresh lime juice Shake, double strain Fill up with Soda water . . . . #thebirdyard #cocktailtime #craftedmixology #cocktails #cocktailart #drinkgram #drinkstagram #drinklove #bartending #bartenders #bartenderlife #mixeddrinks #mixologist #mixology #imbibe #imbibegram #mezcal #gin #whiskey #ginandtonic #tequilla #vodka #cognac #viennafood #viennabar #boozytalk #liqpic

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In der Folgewoche hatte ich alle Hände voll zu tun, *noch schnell* Unizeug aufzuholen. Da las ich zum Beispiel über Redefreiheit und Hate Speech oder über die politischen Aspekte von Gesichtserkennung – letztlich auch wieder nur Themen, die sehr gut auf die Privacy Week passen! Aber ich habe ja auch noch eine BA-Arbeit abzuliefern, nur damit, genauer gesagt der Themenfindung plage ich mich sehr. Gerade sieht es so aus, als würde sie ähnlich theoretisch wie meine letzte, nur dass es diesmal nicht so sehr um Verben und deren verschiedene funktionale Projektionen geht, sondern wahrscheinlich um complementizer agreement, aufgehängt an meiner Muttersprache, dem Niederbairischen.

Dennoch trieb ich mich weiter auf Abendveranstaltungen herum, am Montag bei den Aufmachern. In der Medienrunde war Hanna Herbst zu Gast, die über ihre Zeit bei VICE erzählte und sich alles mögliche fragen ließ, was ich in Sketchnotes festhielt.

Gut erkennbar: Mir ging am Ende der Platz aus.

Am Mittwoch machte ich mich auf eine übermäßig anstrengende Reise, mit Campobasso in Italien als Ziel. Dort war ich im September schon mal, (halbwegs) bequem mit dem Nachtzug. Der hätte kurz vor dem superlangen Wochenende Anfang November nur leider exakt doppelt so viel gekostet als der Flug mit einer Billigairline. Und so fuhr ich mit großzügigem Zeitpuffer nach Schwechat, trank kurz vor der Sicherheitskontrolle meine Wasserflasche leer und ärgerte mich tödlich, dass hinter den Metalldetektoren nur brennheißes Leitungswasser zu kriegen war. Dann schlängelte ich mich durch Richtung Gate – der Wartebereich hat eindeutig mehr Duty-Free-Geschäfte als Sitzplätze – und wartete ewig bis zum Boarding. Weil ich ein Handgepäcksstück brauchte, das größer ist als eine Laptoptasche, hatte ich mir ein „Priority Ticket“ gekauft, das mir zusätzlich erlaubte, als erstes in den Bus zu steigen, der uns über das Rollfeld zum Flugzeug bringen sollte. Diese Prioritybehandlung war vor allem deshalb *sehr* sinnvoll, weil alle Priorityreisenden nun im Bus warten mussten, bis die anderen durch die Ticketkontrollen waren. Eineinhalb Stunden später waren wir eh schon fast in Rom, doch in der Sitzplatzlotterie (um einen Auszusuchen hätte ich weitere 15€ zahlen müssen) hatte ich Pech und war mit als letzte aus dem Flugzeug draußen. Natürlich verpasste ich um fünf Minuten den einzigen Direkt-Bus nach Campobasso. Einziger Ersatz: Eine Zug-Bus-Verbindung mit zweimaligem Umsteigen und, tadaa – zweimaliger Verspätung. Wieder waren es fünf Minuten, diesmal erwischte ich die letzte Anbindung gerade noch. Und nach *nur* 11 Stunden war ich am Ziel! Diesen Nervenkitzel in Kombination mit ungleich höherer Umweltbelastung brauche ich wirklich nicht noch einmal. Nachtzüge, FTW!

In Campobasso war das Wetter leider so grau und nass, dass ich nicht viel von der Stadt sah. Dafür aber Call me by your name, der mein Lieblingsfilm 2018 bleibt (s. Zuckersüß 278). Neugierig auf *lokale* Zutaten verbrachte ich auch ziemlich viel Zeit in der Küche. Es gab Papardelle mit gebackenen Pilzen und Zucchini und Wein aus Molise. Außerdem Burratina mit geschmorten Tomaten und selbstgemachtem Kartoffelbrot. Und Olivenölbrownies nach Love & Olive Oil. Und Spaghetti Quadrato (nie vorher gesehen) Carbonara mit einer einzigen Scheibe Pancetta vom Feinkostladen (sooo gut!). Superfrische Kakis und Mandarinen. Selbstgebackene Oreos mit Zimt-Ganache-Füllung. Cacio Cavallo und Parmigiano. Frittata mit allem, was der Kühlschrank hergab. 10/10, gerne wieder.

Zurück gings glücklicherweise wieder mit dem Zug, wobei mich der Bahnhof in Rom auch Nerven kostete. Warum nur sieht der jetzt auch schon aus wie ein Flughafen? Statt festgelegten Bahnsteigen Anzeigetafeln, auf die alle starren (müssen), Gates mit Ticketkontrollen vor den Bahnsteigen und natürlich auch Prioritybehandlung (aka Sitzbänke in verschlossenen Wartebereichen, roter Teppich durch die Gates) für alle 1.-Klasse-Reisenden.

Genug Rant für heute, Lieblingslinks habe ich nämlich auch: Zuckersüß 310 weiterlesen

Zuckersüß 300

Bei meinem Ö1-Praktikum hat sich in dieser Woche einiges getan. Ich habe bei der live-Sendung punkteins „In welchem Land liegen die Pole und wem gehört der Mond?“ mit Xaver Forthuber von der Regie aus zugeschaut und nebenbei mit-gesketchnotet:

Dann ging nicht nur mein erster Text für help (Postkarten-Apps im Test) online, sondern auch mein erster Radiobeitrag. Cannabis-Trend CBD: Kaum erforscht, nicht reguliert konnte ich zwar nicht selbst einsprechen (meine Aussprache ist einfach zu bairisch, schade!), aber sonst habe ich alles weitestgehend in Eigenverantwortung gemacht, eine spannende Erfahrung! Der Beitrag ist bis nächsten Samstag nachzuhören, der zugehörige Text noch viel länger zu lesen.

Vor dem Feiertag leistete ich mir mal wieder einen Restaurantbesuch. Im Karma Ramen war ich vor ein paar Monaten schon einmal gewesen. Damals kämpfte ich sehr lange mit dem Ramen, diesmal sprang ich über meinen Schatten und bat gleich zu Beginn um eine Gabel. Edamame gehört nach wie vor zu meinen liebsten simplen Vorspeisen, das Tempuragemüse war auch nicht schlecht. Das Seidentofu mit Kimchi dagegen schmeckte mir leider gar nicht, freundlicherweise tauschte meine Begleitung seine sehr leckere Schüssel Ramen mit mir. Der Matcha-Brownie (hier im Blog gibts auch ein Rezept für Matcha-Blondies, btw) war etwas zu dunkel geraten, das sehr interessant schmeckende Misokaramell konnte darüber aber hinwegtäuschen.

Zuhause versuchte ich mich noch an einer spontanen Cocktail-Kreation ohne Zitrusfrüchte, die der Vorrat nicht hergab. Nach Konsultation meiner Cocktail-Bibel bastelte ich einen Drink aus Pfirsisch und Rosmarin (4cl weißer Rum, 1/2 gekochter Pfirsich, Rosmarinnadeln 1/2 TL Zucker, 2cl Sprudelwasser), der gar nicht mal so schlecht war. Dazu gab es eine veganisierte Version meiner allerliebsten Salz-Pfeffer-Cracker (übrigens das erste Rezept, das ich mit meiner DSLR bebildert habe!). Die übrigen Pfirsiche  und Rosmarin verarbeitete ich am nächsten Tag zu Scones, der Post dazu folgt bald.

Zum Wochenende hin wurde ich wieder zur Stadtführerin, die selbst noch einiges an Wien entdecken konnte. So besuchte ich mit meinem Gast erstmals den Dachboden des 25 hours hotel. Abgesehen vom sehenswerten Ausblick über die Stadt gibts dort oben echt spannende Cocktails zu halbwegs vernünftigen Preisen (13€/Cocktail). Ich trank einen „smashing pumpkin“ (Zimt-Rum, Ingwer-Likör, Hokkaido-Fruchtfleisch, Vanille, Limette und Kürbiskerne). Weil wir der beleuchteten Wand in Schwedenplatznähe auf den Grund gehen wollten, begaben wir uns eben dorthin, wo ich natürlich noch ein Eis (Walnuss-Feige, gar nicht schlecht) kaufte.

Außerdem machte ich zum ersten Mal eine richtige Radltour durch Wien. Mit dem citybike gings durch Döbling, über die Donauinsel, durch die Leopoldstadt bis zum Stephansplatz. Zum Mexikoplatz gelangten wir eher zufällig auf unserem Weg zur architektonisch interessanten WU. Doch an den Litfaßsäulen mit Texten und Grafiken zur österreichisch-mexikanischen Geschichte blieb ich einige Zeit kleben. Die Posterausstellung gibt es laut Webseite noch bis Oktober, also radelt/spaziert doch mal dran vorbei!

Zur Stärkung aßen wir dann thematisch passend Tacos bei Max&Benito, dass ich mir als gute und günstige Mittagessensgelegenheit in der Mariahilfer Straße merken werde. Danach gabs noch das unverzichtbare Eis vom Greißler: Topfen-Stachelbeere (sehr gut), Karamell-Salzbrezel (etwas langweilig in meinen Augen).

Abends wagten wir uns noch an ein aufwändiges Essens-Projekt: Selbstgemachte Pasta. Zwei Teige (einer mit, einer ohne Ei) formten wir zu Spaghetti und Tagliatelle, die es mit viel Knoblauch, etwas Rosmarin, Tomatenmark und frischen Kirschtomaten gab. Als Nachspeise gab es, wenig abwechslungsreich, aber sehr gut, die gleichen Nudeln mit gequetschtem Mohn und Puderzucker. Dazu abermals Cocktails, diesmal mit Zitrone: Rosmarin Gin Fizz (6 cl Gin, 3 cl Zitronensaft, 2 cl selbstgemachter Rosmarinsirup, Sprudel).

Der Sonntag war Ausstellungstag. Im Wien Museum spazierten wir kurz durch „Mit Haut und Haar. Frisieren, Rasieren, Verschönern“, das zwar sehr schön eingerichtet, aber inhaltlich irgendwie nicht besonders ergiebig war. Abgesehen von der Tatsache, dass wasserfeste Wimperntusche offenbar in Wien patentiert wurde, habe ich wenig daraus mitgenommen. Für die zweite Sonderausstellung des Hauses über Otto Wagner schlossen wir uns dann aber der Führung an und ich bekam sehr viel Input. So viel, dass selbst meine Live-Notizen in den Insta-Stories nicht alles fassen konnten. Der Architekt hat wirklich sehr viele Bauwerke in Wien verantwortet (z.B. die Stadtbahn aka U6 oder das Majolikahaus in der Wienzeile) und war tatsächlich so etwas wie ein Immobilienentwickler. Er entwarf und baute zahlreiche Mietshäuser, nur um sie kurze Zeit später weiterzuverkaufen. Als Professor an der Akademie der bildenden Künste ließ er nur sehr wenige Schüler in seine Klasse und verstand offenbar auch sonst  viel von Exklusivität und wie er sich am besten vermarkten konnte. Er legte viel Wert auf Symmetrie, aber vor allem auf die Zweckmäßigkeit seiner Entwürfe – was nicht praktisch sei, könne auch nicht schön sein. Zum Schluss gab es noch einen überraschenden Fakt: das typische „Otto-Wagner-Grün“, in dem u.a. die Geländer der Stadtbahn angestrichen sind, gab es nie. Ursprünglich waren die Metallteile nämlich cremefarben lackiert. Genug Ausstellungsnotizen für einen Blogpost – hier folgt nun die 300. Ausgabe meiner Sonntagsserie mit leider recht wenigen Links (zu viel offline-Zeitvertreib in den vergangen Tagen):

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