Schlagwort-Archive: butter

Hawaiianisches Butter-Mochi

Beim Schreiben des letzten Zuckersüß blieb ich ziemlich lange bei Bon Appetit hängen. Diese Seite hat nicht nur sehr erfolgreiche Kochvideos auf YouTube (die mich eher mäßig interessieren, tbh), sondern auch enorm spannende Rezepte, z.B. diesen Sesame Mochi Cake with Black Sesame Caramel. Leider habe ich es in den letzten sieben Tagen (was wirklich viel ist für ein Rezept, das ich uuunbedingt sofort umsetzen will), nicht geschafft, diesen Kuchen zu backen.

buttermochi
Die Fotos entstanden, genau wie der Kuchen, in ziemlicher Zeitnot…

Aber Klebreismehl schien mir eine so interessante Zutat, dass ich mich nach einem schnellen, einfachen Rezept zur Überbrückung umschaute. Hawaiianisches Butter-Mochi stellte sich nach kurzer Recherche am vielversprechendsten heraus: nur sechs Zutaten (plus zwei optionale) und eine Schüssel – fertig.

Sieht aus wie nicht anständig gebacken, ist aber einfach nur typische Klebreismehl-Konsistenz.

Tatsächlich habe ich wohl lange kein so einfaches Rezept mehr hier veröffentlicht, das gleichzeitig so spannend (weil mir völlig fremd) war. Die Konsistenz des Kuchens ähnelt im Inneren schon ein bisschen den zähen Mochi, wie ich sie aus der japanischen Küche kenne. Die Kruste dagegen hat etwas von gut durchgebackenem Biskuit. Und der Geschmack: super buttrig und auch ein bisschen „exotisch“, was der Kokosmilch geschuldet ist.

Hawaiianisches Butter-Mochi weiterlesen

Heidelbeer-Apfel-Birnen-Pie

In meiner Woche in den Bergen bin ich genau ein einziges Mal so weit gegangen, dass es als Wanderung durchgehen könnte. Auf dem Trattberg war ich in den vergangenen Jahren schon öfters, weshalb ich vorsichtshalber eine leere Tupperbox mitgenommen habe. Außer Anstrenung erwartete ich mir nämlich auch volle Heidelbeersträucher auf dem Weg zum Gipfel.

Leider waren die meisten Sträucher schon leergeklaubt, und die Beeren, die übrig waren, recht verschrumpelt. Zwei Handvoll konnte ich aber trotzdem zusammentragen und freute mich den ganzen Heimweg lang auf einen Kuchen daraus. Es sollte ein Pie nach Bravetarts super Grundrezept (aus ihrem noch supereren Buch) werden, das ich mittlerweile schon für Pfirsich-Heidelbeer-Pie und Pumpkin Pie verwendet hatte.

Der Teig muss aber unbedingt eine Nacht kühlstehen (in meinem Fall mangels Kühlschrank wenigstens möglichst weit entfernt vom Holzofen), sodass der Erfolg der Wanderung erst am nächsten Tag essbar wurde.

Heidelbeeren vom Berg, drei Birnen aus dem Supermarkt und ein Apfel vom Markt.

Nach dem Waschen, Schälen, Putzen: hatte ich blaue Finger

Zwei Handvoll Heidelbeeren waren natürlich zu wenig für einen ganzen Pie, weshalb ich noch drei Birnen und zwei Äpfel dazuschnitt.

Obst allein reicht nicht für die Pie-Füllung

Ohne Wage musste ich mich außerdem mit Volumenmaßen begnügen: Zu den Früchten kommen noch zwei Esslöffel Zucker, ein Esslöffel Stärke und eine Prise Salz.

Blindbacken ohne Gewichte ist eine schlechte Idee, wie man an meinem Pieboden erkennt

Zwischenzeitlich habe ich die Hälfte des Teiges in der einzigen halbwegs geeigneten Form, die ich in der Hüttenküche finden konnte, blindgebacken. Leider hatte ich keine trockenen Hülsenfrüchte zur Hand, mit denen ich den Boden beschweren konnte, sodass er große Blasen schlug, die ich nach dem Backen wieder zerstechen musste.

Die Heidelbeeren färben alles rot und später lila.

Der Rest des Teiges kommt geflochten als Deckel auf die Früchte

Den restlichen Teig wollte ich nicht einfach als langweilige Platte auf den Pie legen. Deshalb habe ich mich an einem Gitter versucht, das wieder einmal weit entfernt von perfekt war (ich sollte mir nach fünf Versuchen insgesamt wohl nicht erwarten, Pies wie @lokokitchen zu backen). Was danach noch übrig war, habe ich mit einem Schnapsglas (daran herrscht auf Berghütten kein Mangel) ausgestochen und die Kreise auf unvorteilhaften Stellen verteilt.

Milch und Zucker für eine schönere Kruste

Statt mit Milch und Eigelb habe ich das Teiggitter dann noch mit Milch alleine bestrichen und ein bisschen Zucker zum Karamellisieren darübergestreut. Und den Luftzug des Holzofens aufgemacht, in der Hoffnung, dass der Ofen heiß würde, mein Pie aber nicht schwarz.

Alles gut gegangen im Holzofen!

Ein Bilderbuch-Pie (für meine Verhältnisse)

Und siehe da, nach einer halben Stunde war der Pie goldbraun! Weil meine Schwester am Vortag schon Brownies zu Kohle gebacken hatte, habe ich meinen Pie vorsichtshalber alle zehn Minuten gedreht, was wohl das Geheimnis war. Mein Joghurtkuchen am nächsten Tag hatte nämlich ebenfalls zwei Millimeter verkohlte Kruste…

Eine Kaffeepause auf der Terrasse!

Die paar Heidelbeeren sind so voller Farbstoff, dass sie den ganzen Pie rot färben

Der Regen, der am Vormittag nach der Wanderung eingesetzt hatte, verzog sich sogar, als der Pie fertig war – Kaffeepritscheln auf der Terrasse!

Pie vor Bergkulisse. Schön, oder?

Heidelbeer-Apfel-Birnen-Pie weiterlesen